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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873.

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[Spaltenumbruch] 41 Das hat ein Mensch gemalt, sprach der Löwe, und gelogen. - Eiselein, 434.

Von einem Gemälde, wie der Mensch den Löwen ermordet, also von parteiischer Darstellung.

42 Das hat kein anderer Mensch gemacht als Spittelbauers Kuh, sagte der Polizeier.

43 Das heiss' ich Menschen fischen, sagte der Hofnarr von Lüttich, als er hörte, der Bischof habe (1273) in zweiundzwanzig Monaten mit seinen Nonnen vierzehn Söhnlein erzielt. - Klosterspiegel, 59, 8.

44 Das ist der Menschen sitt, für gutthat danckt man nit. - Henisch, 644, 20; Petri, II, 65.

45 Das ist ein gefühlloser Mensch, sagte der Bader, als er einen Ertrunkenen bürstete.

Holl.: Die karel heeft geen gevoel, zei dokter Stokvisch, en hij anatomiseerde een dreukeling. (Harrebomee, I, 140.)

46 Das ist ein stummer Mensch, der kein Testament macht. - Graf, 205, 173.

Aus späterer Zeit, in der das altdeutsche Erbrecht, welches keiner Testamente bedurfte, nicht mehr streng zur Ausführung kam, vielmehr auch solche zu Erben eingesetzt wurden, die nach der Blutsverwandtschaft ausgeschlossen gewesen wären.

Fries.: Dat is een stum mensche, deer neen testament maket. (Hettema, XLVI, 51, 72.)

47 Dat bott1 Minsch liht sich Scheuss un Gübb2 en de Häng däu3. (Köln.) - Firmenich, I, 473, 63.

1) Dumme, ungeschickte.

2) Allerlei schlechtes Zeug.

3) Drücken.

48 Dat is 'n rendlichen Minsch, söä de Frau, ver Wochen en Handdog un no' ren. - Schlingmann, 486.

49 Dat ruckt hier na Meinschen, säd' de Voss, as hei in 't Scheithus raen was. (Lüneburg.)

50 Dat sünd Minschen, sogt Faust, eierst scheiten up de Klink un denn seggen's: Faust mak de Döer to. (Mecklenburg.) - Hoefer, 380.

51 De arme Mönsch hefft ömmer den Wind von väre. (Ostpreuss.)

Der Arme hat immer Gegen- oder widrigen Wind.

52 De dümmsten Minschen kriget (hebbet) de dicksten Kartuffeln. - Schambach, II, 37.

53 De dusendste (hunnertste) Menske verstet 'et Holskenmaken1 nitt. - Woeste, 70, 130.

1) Holzschuhemachen.

54 De eine Minsche is den anderen sein Düwel. - Schambach, II, 41.

Holl.: De eene mensch is steeds den anderen zijn duivel. (Harrebomee, II, 79a.)

55 De Mäinjtsche biden asen Hergot äm vilerlä. (Siebenbürg.-sächs.) - Schuster, 758b.

56 De Mäinjtsche se guor Madesak. - Schuster, 1117.

57 De Mäinjtsche se guor ous enem Leim gedret. - Schuster, 1116.

58 De Mäinjtsche se guor vun enem Däpner gemacht. - Schuster, 1117.

59 De Mäinjtsche se guor vun enem Dressler gedresselt. - Schuster, 1117.

60 De Mensch ist schabab. - Sutermeister, 137.

61 De Menschke mott lehren (lernen) sau lange hei lewet. (Waldeck.) - Curtze, 363, 199.

62 De Minsch möt sporsam sin, segt oll Teidsch un kakt Sep aut Maus'kötel. (Mecklenburg.) - Hoefer, 1072; Schlingmann, 1357.

63 De Minsch ward so olt wie 'ne Kau on lehrt (lernt) ümmer mehr datau. - Frischbier, 455.

64 De Minsche meint jümmer, hei keime nich bet an sein Enne. - Schambach, II, 67.

Der Mensch meint immer, er käme nicht bis an sein Ende; es werde ihm sein Vermögen nicht bis an den Tod ausreichen, was ihn oft zuletzt noch karg werden lässt.

65 De Minsche mot lären, sau lange as he in der Weld is. (S. Alt 56.) - Schambach, II, 65.

66 De Minschen, de jümmerst for sik dal keikt, häft ken god Gewäten. - Marahrens, 97.

67 De Minsken kent man an den Gang un de Vögels an'n Gesang. (Ostfries.) - Bueren, 150; Eichwald, 1314; Frommann, III, 429, 256.

[Spaltenumbruch] 68 De ole (alte) Mensch ös wie e Schatte, wenn hei äwer den Taun stögt, dann öss hei oppe andere Seit. - Frischbier, 9.

69 Dei Minsche, dei jümmer leike klauk is, mot erst noch geboren wären. - Schambach, II, 83.

Kein Mensch handelt durchgehends und in allen Fällen klug; selbst der Klügste irrt sich zuweilen und thut arge Misgriffe.

70 Dei Minsken stirwet, wel hei dat Amhalen vergiet't. (Bielefeld.)

Der Mensch stirbt, weil er das Athemholen vergisst.

71 Dem Menschen dient alles zur Speis, bis er den Würmern selber wird zur Speis.

Lat.: Officit hoc menti dans pinguia fercula ventri, pinguis ubi tellus, piger hic solet esse popellus. (Chaos, 101.)

72 Dem Menschen gibt man mit Geben, Gott mit Nehmen und Danken. - Sutor, 317; Simrock, 3999.

73 Dem Menschen ist das Leiden, was dem Weinstock das Schneiden.

74 Dem Menschen ist gesetzt einmal zu sterben. - Hebr. 9, 27; Schulze, 282.

"König Etzel zur h. Ursula: junffrouwe, ich sage dir nau als e, de eins stirft, hie enstirft neit me." (Groote, Köln. Reimchronik, 214.)

75 Dem Menschen ist kein Ding zu schwer, er bohrt die Erde und misst das Meer.

Böhm.: Vsecko se lidmi premuze. (Celakovsky, 279.)

76 Dem Menschen ist ohne Mühe vnnd Arbeit nichts gegeben. - Lehmann, II, 428, 124.

77 Dem Menschen nützen ist göttlich, schaden teuflisch. - Eiselein, 497.

Wahlspruch Kaiser Heinrich's VI.

78 Dem Menschen thut weh, was beisst oder sticht, aber dem guten Gewissen nicht. - Körte, 2148; Reinsberg II, 47.

79 Dem Menschen widerfährt, was ihm recht ist.

Oft auch, was ihm nicht recht ist.

80 Dem Menschen wird vergolten, nachdem seine Hände verdient haben. - Petri, II, 75.

81 Dem Menschen wird von seiner Hab im tod nichts, denn ein tuch ins grab. - Petri, II, 75; Henisch, 1723, 19.

82 Den Menschen erkennt man am Gange, den Vogel am Gesange.

Die Engländer sagen: Man erkennt eines Menschen Weisheit, wenn er ein Haupt, seine Geduld, wenn er in Noth ist, seine Demuth, wenn er gross wird, und sein Vermögen, wenn er todt ist. (Reinsberg II, 55.)

Lat.: Ex oculis, poculis, loculis cognoscitur homo. (Binder II, 1020; Schreger, 27.)

83 Den Menschen hält man beim Rocke, Gott bei seinem Worte. - Sailer, 382.

84 Den Menschen kennt man an seiner Rede, die Pflanze an ihrem Geruch.

Böhm.: Cloveka po reci, bylinu po vuni (poznas). (Celakovsky, 69.)

85 Den Menschen nimmt man beim Wort, Thiere bei den Hörnern.

86 Den Minschen sein Wille is sein Himmelreik. - Schambach, II, 87.

87 Denn' Minschen sei Will is sein Himmel un sein Höll'. (Mecklenburg.) - Frommann, II, 37.

88 Der alte Mensch schmeckt nach dem jungen.

89 Der eusserlich mensche hat kein warumb. - Agricola I, 721.

90 Der fürsichtig mensch betracht die werck vnd wort des weysen vnd sicht an den kolben des thoren vnd nit die kleyder. - Wachter.

91 Der ist ein danckbarer mensch, der die wolthaten zu vergelten begirig, ob er schon nichts dazu übrig hat als den willen. - Lehmann, 118, 13.

"Gleich wie der ein Meister seiner Kunst ist, ob er schon die instrument seiner Kunst nicht hatt, es ist einer doch ein Lautenist, ob er schon keinen Laut hatt; einer ist beredt, ob er schon schweigt."

92 Der ist ein vnruhiger vnnd vnglückhaffter Mensch, der nicht weiss, wenn er genug hat. - Lehmann, 788, 18.

93 Der ist kein Mensch, der kein Geld hat. - Chaos, 192.

[Spaltenumbruch] 41 Das hat ein Mensch gemalt, sprach der Löwe, und gelogen.Eiselein, 434.

Von einem Gemälde, wie der Mensch den Löwen ermordet, also von parteiischer Darstellung.

42 Das hat kein anderer Mensch gemacht als Spittelbauers Kuh, sagte der Polizeier.

43 Das heiss' ich Menschen fischen, sagte der Hofnarr von Lüttich, als er hörte, der Bischof habe (1273) in zweiundzwanzig Monaten mit seinen Nonnen vierzehn Söhnlein erzielt.Klosterspiegel, 59, 8.

44 Das ist der Menschen sitt, für gutthat danckt man nit.Henisch, 644, 20; Petri, II, 65.

45 Das ist ein gefühlloser Mensch, sagte der Bader, als er einen Ertrunkenen bürstete.

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46 Das ist ein stummer Mensch, der kein Testament macht.Graf, 205, 173.

Aus späterer Zeit, in der das altdeutsche Erbrecht, welches keiner Testamente bedurfte, nicht mehr streng zur Ausführung kam, vielmehr auch solche zu Erben eingesetzt wurden, die nach der Blutsverwandtschaft ausgeschlossen gewesen wären.

Fries.: Dat is een stum mensche, deer neen testament maket. (Hettema, XLVI, 51, 72.)

47 Dat bott1 Minsch liht sich Scheuss un Gübb2 en de Häng däu3. (Köln.) – Firmenich, I, 473, 63.

1) Dumme, ungeschickte.

2) Allerlei schlechtes Zeug.

3) Drücken.

48 Dat is 'n rendlichen Minsch, söä de Frû, vêr Wochen ên Handdog un no' rên.Schlingmann, 486.

49 Dat ruckt hier nâ Mînschen, säd' de Voss, as hei in 't Schîthus raën was. (Lüneburg.)

50 Dat sünd Minschen, sogt Fûst, îerst schîten up de Klink un denn seggen's: Fûst mâk de Döer tô. (Mecklenburg.) – Hoefer, 380.

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Der Arme hat immer Gegen- oder widrigen Wind.

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54 De eine Minsche is den anderen sîn Düwel.Schambach, II, 41.

Holl.: De eene mensch is steeds den anderen zijn duivel. (Harrebomée, II, 79a.)

55 De Mäinjtsche biden âsen Hergot äm vilerlä. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 758b.

56 De Mäinjtsche se guor Madesâk.Schuster, 1117.

57 De Mäinjtsche se guor ous enem Lîm gedrêt.Schuster, 1116.

58 De Mäinjtsche se guor vun enem Däpner gemacht.Schuster, 1117.

59 De Mäinjtsche se guor vun enem Dressler gedresselt.Schuster, 1117.

60 De Mensch ist schabab.Sutermeister, 137.

61 De Menschke mott lehren (lernen) sau lange hei lêwet. (Waldeck.) – Curtze, 363, 199.

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Der Mensch meint immer, er käme nicht bis an sein Ende; es werde ihm sein Vermögen nicht bis an den Tod ausreichen, was ihn oft zuletzt noch karg werden lässt.

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66 De Minschen, de jümmerst for sik dâl kîkt, häft kên gôd Gewäten.Marahrens, 97.

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[Spaltenumbruch] 68 De ôle (alte) Mensch ös wie e Schatte, wenn hei äwer den Tûn stögt, dann öss hei oppe andere Sît.Frischbier, 9.

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Der Mensch stirbt, weil er das Athemholen vergisst.

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Lat.: Officit hoc menti dans pinguia fercula ventri, pinguis ubi tellus, piger hic solet esse popellus. (Chaos, 101.)

72 Dem Menschen gibt man mit Geben, Gott mit Nehmen und Danken.Sutor, 317; Simrock, 3999.

73 Dem Menschen ist das Leiden, was dem Weinstock das Schneiden.

74 Dem Menschen ist gesetzt einmal zu sterben.Hebr. 9, 27; Schulze, 282.

„König Etzel zur h. Ursula: junffrouwe, ich sage dir nû als ê, de eins stirft, hie enstirft neit mê.“ (Groote, Köln. Reimchronik, 214.)

75 Dem Menschen ist kein Ding zu schwer, er bohrt die Erde und misst das Meer.

Böhm.: Všecko se lidmi přemůže. (Čelakovsky, 279.)

76 Dem Menschen ist ohne Mühe vnnd Arbeit nichts gegeben.Lehmann, II, 428, 124.

77 Dem Menschen nützen ist göttlich, schaden teuflisch.Eiselein, 497.

Wahlspruch Kaiser Heinrich's VI.

78 Dem Menschen thut weh, was beisst oder sticht, aber dem guten Gewissen nicht.Körte, 2148; Reinsberg II, 47.

79 Dem Menschen widerfährt, was ihm recht ist.

Oft auch, was ihm nicht recht ist.

80 Dem Menschen wird vergolten, nachdem seine Hände verdient haben.Petri, II, 75.

81 Dem Menschen wird von seiner Hab im tod nichts, denn ein tuch ins grab.Petri, II, 75; Henisch, 1723, 19.

82 Den Menschen erkennt man am Gange, den Vogel am Gesange.

Die Engländer sagen: Man erkennt eines Menschen Weisheit, wenn er ein Haupt, seine Geduld, wenn er in Noth ist, seine Demuth, wenn er gross wird, und sein Vermögen, wenn er todt ist. (Reinsberg II, 55.)

Lat.: Ex oculis, poculis, loculis cognoscitur homo. (Binder II, 1020; Schreger, 27.)

83 Den Menschen hält man beim Rocke, Gott bei seinem Worte.Sailer, 382.

84 Den Menschen kennt man an seiner Rede, die Pflanze an ihrem Geruch.

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85 Den Menschen nimmt man beim Wort, Thiere bei den Hörnern.

86 Den Minschen sîn Wille is sîn Himmelrîk.Schambach, II, 87.

87 Denn' Minschen sî Will is sîn Himmel un sîn Höll'. (Mecklenburg.) – Frommann, II, 37.

88 Der alte Mensch schmeckt nach dem jungen.

89 Der eusserlich mensche hat kein warumb.Agricola I, 721.

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91 Der ist ein danckbarer mensch, der die wolthaten zu vergelten begirig, ob er schon nichts dazu übrig hat als den willen.Lehmann, 118, 13.

„Gleich wie der ein Meister seiner Kunst ist, ob er schon die instrument seiner Kunst nicht hatt, es ist einer doch ein Lautenist, ob er schon keinen Laut hatt; einer ist beredt, ob er schon schweigt.“

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[[296]/0310] 41 Das hat ein Mensch gemalt, sprach der Löwe, und gelogen. – Eiselein, 434. Von einem Gemälde, wie der Mensch den Löwen ermordet, also von parteiischer Darstellung. 42 Das hat kein anderer Mensch gemacht als Spittelbauers Kuh, sagte der Polizeier. 43 Das heiss' ich Menschen fischen, sagte der Hofnarr von Lüttich, als er hörte, der Bischof habe (1273) in zweiundzwanzig Monaten mit seinen Nonnen vierzehn Söhnlein erzielt. – Klosterspiegel, 59, 8. 44 Das ist der Menschen sitt, für gutthat danckt man nit. – Henisch, 644, 20; Petri, II, 65. 45 Das ist ein gefühlloser Mensch, sagte der Bader, als er einen Ertrunkenen bürstete. Holl.: Die karel heeft geen gevoel, zei dokter Stokvisch, en hij anatomiseerde een dreukeling. (Harrebomée, I, 140.) 46 Das ist ein stummer Mensch, der kein Testament macht. – Graf, 205, 173. Aus späterer Zeit, in der das altdeutsche Erbrecht, welches keiner Testamente bedurfte, nicht mehr streng zur Ausführung kam, vielmehr auch solche zu Erben eingesetzt wurden, die nach der Blutsverwandtschaft ausgeschlossen gewesen wären. Fries.: Dat is een stum mensche, deer neen testament maket. (Hettema, XLVI, 51, 72.) 47 Dat bott1 Minsch liht sich Scheuss un Gübb2 en de Häng däu3. (Köln.) – Firmenich, I, 473, 63. 1) Dumme, ungeschickte. 2) Allerlei schlechtes Zeug. 3) Drücken. 48 Dat is 'n rendlichen Minsch, söä de Frû, vêr Wochen ên Handdog un no' rên. – Schlingmann, 486. 49 Dat ruckt hier nâ Mînschen, säd' de Voss, as hei in 't Schîthus raën was. (Lüneburg.) 50 Dat sünd Minschen, sogt Fûst, îerst schîten up de Klink un denn seggen's: Fûst mâk de Döer tô. (Mecklenburg.) – Hoefer, 380. 51 De arme Mönsch hefft ömmer den Wind von väre. (Ostpreuss.) Der Arme hat immer Gegen- oder widrigen Wind. 52 De dümmsten Minschen kriget (hebbet) de dicksten Kartuffeln. – Schambach, II, 37. 53 De dusendste (hunnertste) Menske verstet 'et Holskenmaken1 nitt. – Woeste, 70, 130. 1) Holzschuhemachen. 54 De eine Minsche is den anderen sîn Düwel. – Schambach, II, 41. Holl.: De eene mensch is steeds den anderen zijn duivel. (Harrebomée, II, 79a.) 55 De Mäinjtsche biden âsen Hergot äm vilerlä. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 758b. 56 De Mäinjtsche se guor Madesâk. – Schuster, 1117. 57 De Mäinjtsche se guor ous enem Lîm gedrêt. – Schuster, 1116. 58 De Mäinjtsche se guor vun enem Däpner gemacht. – Schuster, 1117. 59 De Mäinjtsche se guor vun enem Dressler gedresselt. – Schuster, 1117. 60 De Mensch ist schabab. – Sutermeister, 137. 61 De Menschke mott lehren (lernen) sau lange hei lêwet. (Waldeck.) – Curtze, 363, 199. 62 De Minsch möt spôrsam sin, segt oll Tîdsch un kakt Sêp ût Mûs'kötel. (Mecklenburg.) – Hoefer, 1072; Schlingmann, 1357. 63 De Minsch ward so ôlt wie 'ne Kau ôn lehrt (lernt) ümmer mehr datau. – Frischbier, 455. 64 De Minsche meint jümmer, hei keime nich bet an sîn Enne. – Schambach, II, 67. Der Mensch meint immer, er käme nicht bis an sein Ende; es werde ihm sein Vermögen nicht bis an den Tod ausreichen, was ihn oft zuletzt noch karg werden lässt. 65 De Minsche mot lären, sau lange as he in der Weld is. (S. Alt 56.) – Schambach, II, 65. 66 De Minschen, de jümmerst for sik dâl kîkt, häft kên gôd Gewäten. – Marahrens, 97. 67 De Minsken kent man an den Gang un de Vögels an'n Gesang. (Ostfries.) – Bueren, 150; Eichwald, 1314; Frommann, III, 429, 256. 68 De ôle (alte) Mensch ös wie e Schatte, wenn hei äwer den Tûn stögt, dann öss hei oppe andere Sît. – Frischbier, 9. 69 Dei Minsche, dei jümmer lîke klauk is, mot erst noch geboren wären. – Schambach, II, 83. Kein Mensch handelt durchgehends und in allen Fällen klug; selbst der Klügste irrt sich zuweilen und thut arge Misgriffe. 70 Dei Minsken stirwet, wêl hei dat Âmhalen vergiet't. (Bielefeld.) Der Mensch stirbt, weil er das Athemholen vergisst. 71 Dem Menschen dient alles zur Speis, bis er den Würmern selber wird zur Speis. Lat.: Officit hoc menti dans pinguia fercula ventri, pinguis ubi tellus, piger hic solet esse popellus. (Chaos, 101.) 72 Dem Menschen gibt man mit Geben, Gott mit Nehmen und Danken. – Sutor, 317; Simrock, 3999. 73 Dem Menschen ist das Leiden, was dem Weinstock das Schneiden. 74 Dem Menschen ist gesetzt einmal zu sterben. – Hebr. 9, 27; Schulze, 282. „König Etzel zur h. Ursula: junffrouwe, ich sage dir nû als ê, de eins stirft, hie enstirft neit mê.“ (Groote, Köln. Reimchronik, 214.) 75 Dem Menschen ist kein Ding zu schwer, er bohrt die Erde und misst das Meer. Böhm.: Všecko se lidmi přemůže. (Čelakovsky, 279.) 76 Dem Menschen ist ohne Mühe vnnd Arbeit nichts gegeben. – Lehmann, II, 428, 124. 77 Dem Menschen nützen ist göttlich, schaden teuflisch. – Eiselein, 497. Wahlspruch Kaiser Heinrich's VI. 78 Dem Menschen thut weh, was beisst oder sticht, aber dem guten Gewissen nicht. – Körte, 2148; Reinsberg II, 47. 79 Dem Menschen widerfährt, was ihm recht ist. Oft auch, was ihm nicht recht ist. 80 Dem Menschen wird vergolten, nachdem seine Hände verdient haben. – Petri, II, 75. 81 Dem Menschen wird von seiner Hab im tod nichts, denn ein tuch ins grab. – Petri, II, 75; Henisch, 1723, 19. 82 Den Menschen erkennt man am Gange, den Vogel am Gesange. Die Engländer sagen: Man erkennt eines Menschen Weisheit, wenn er ein Haupt, seine Geduld, wenn er in Noth ist, seine Demuth, wenn er gross wird, und sein Vermögen, wenn er todt ist. (Reinsberg II, 55.) Lat.: Ex oculis, poculis, loculis cognoscitur homo. (Binder II, 1020; Schreger, 27.) 83 Den Menschen hält man beim Rocke, Gott bei seinem Worte. – Sailer, 382. 84 Den Menschen kennt man an seiner Rede, die Pflanze an ihrem Geruch. Böhm.: Človĕka po reči, bylinu po vůni (poznáš). (Čelakovsky, 69.) 85 Den Menschen nimmt man beim Wort, Thiere bei den Hörnern. 86 Den Minschen sîn Wille is sîn Himmelrîk. – Schambach, II, 87. 87 Denn' Minschen sî Will is sîn Himmel un sîn Höll'. (Mecklenburg.) – Frommann, II, 37. 88 Der alte Mensch schmeckt nach dem jungen. 89 Der eusserlich mensche hat kein warumb. – Agricola I, 721. 90 Der fürsichtig mensch betracht die werck vnd wort des weysen vnd sicht an den kolben des thoren vnd nit die kleyder. – Wachter. 91 Der ist ein danckbarer mensch, der die wolthaten zu vergelten begirig, ob er schon nichts dazu übrig hat als den willen. – Lehmann, 118, 13. „Gleich wie der ein Meister seiner Kunst ist, ob er schon die instrument seiner Kunst nicht hatt, es ist einer doch ein Lautenist, ob er schon keinen Laut hatt; einer ist beredt, ob er schon schweigt.“ 92 Der ist ein vnruhiger vnnd vnglückhaffter Mensch, der nicht weiss, wenn er genug hat. – Lehmann, 788, 18. 93 Der ist kein Mensch, der kein Geld hat. – Chaos, 192.

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873, S. [296]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/310>, abgerufen am 27.11.2020.