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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873.

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[Spaltenumbruch] 50 Wer den Mond erschaffen frei, der weiss auch wol wie alt er sei.

51 Wird der Mond am Mittwoch voll, macht er Streich' als wär' er toll.

In Welschtirol: La luna mercolina, o ladra, o sassina. (Hörmann, 23.)

52 Ye weiter der mond von der Sonn ist, ye clarer leucht er. - Franck, I, 121a; Gruter, I, 50; Petri, II, 396; Egenolff, 367a; Lehmann, 717, 7; Winckler, IV, 16.

Lat.: Clarior hoc luna est, quo sole remotior illa. (Binder II, 499; Buchler, 152.) - Fama malum quo non aliud velocius ullum, nobilitate viget, viresque acquirit eundo, ingredit usque solo et caput inter nubila condit, parvo metu prima, mox sese attollit in auras. (Sutor, 318.)

53 Zunemmender Mon will jederman hon. - Gruter, I, 88; Eiselein, 471; Körte, 4289.

54 Zwei Monde können wol am Himmel stehen, aber nicht zwei Sonnen.

*55 Bei ihr ist zunehmender Mond.

Sie ist schwanger.

*56 Da regiert der abnehmende Mond. - Parömiakon, 1998.

Von Dienern, Beamten u. s. w., welche die Güter ihrer Herrschaft schmälern.

*57 Das hiesse den Mond mit den Zähnen fassen.

Frz.: Prendre la lune avec les dents. (Leroux, I, 70; Lendroy, 579.)

Holl.: Zij willen de maan met de tanden pakken. (Harrebomee, II, 47b.)

*58 De Man geit al to Bere (oder: to Kere). - Eichwald, 1262.

*59 De Maon iss ämm nog nig oll nog. (Altmark.) - Danneil, 134.

Der Mond ist ihm noch nicht alt genug. Von jemand, der seine Geschäfte soviel als möglich aufschiebt.

*60 De Moand scheint em dörg de Bene. - Schlingmann, 1028.

Dem Krummbeinigen.

*61 Den Mond am hellen Tage suchen.

Frz.: Chercher la lune en plein midi. (Leroux, I, 69.)

*62 Den Mond anbellen.

Auf einen schimpfen, dem man nicht schaden kann.

Frz.: Aboyer contre la lune. (Leroux, I, 69.)

Lat.: Contra tonitrun oppedere. (Binder II, 574; Petron., 42, 264.)

*63 Den Mond der Sonne vorziehen. - Altmann VI, 517.

*64 Den Mond im Brunnen suchen, der am Himmel hängt.

Sich vom Scheine verführen lassen.

*65 Den Mond im Brunnen zeigen.

Einen täuschen, ihm blauen Dunst vormachen.

*66 Den Mond mit der Laterne suchen.

Oder mit den Russen einen Kienspan anzünden, um die Sonne zu sehen. In Petersburg sein und die Newa suchen. Oder mit den Franzosen Mittag um vierzehn Uhr. (Altmann VI, 516; Reinsberg IV, 74.)

*67 Den Mond suchen, wenn die Sonne scheint.

*68 Der Mond kreint mit seinem Weib.

So sagt man in Oberösterreich bei einer Sonnenfinsterniss.

*69 Der Mond scheint ihm die ganze Nacht.

Er ist vom Glück ausserordentlich begünstigt.

*70 Der Mond scheint ihm durch die Beine. - Eiselein, 471; Körte, 4291; Braun, I, 2752.

Dem Säbelbeinigen.

*71 Der Mond scheint ihm in den Topf.

Von einem, der nichts zu leben hat.

Holl.: De maan schijnt in den put. (Harrebomee, II, 46b.)

*72 Der Mond scheint ins Wasser.

Holl.: De maan schijnt in het water. (Harrebomee, II, 46b.)

*73 Der Mond will der Sonne leuchten helfen. - Altmann VI, 477.

*74 Er gibt vier Monden. - Lehmann, 808, 2.

Der Unbeständige, Unzuverlässige, der heute so, morgen anders ist, wie der Mond.

*75 Er hat gegen den Mond gepisst (gespuckt).

Sich selbst geschadet.

Holl.: Hij heeft tegen de maan gepi ... (Harrebomee, II, 47a.)

*76 Er hat so viel damit zu thun, wie der Mond mit den Krebsen.

*77 Es kommt in den abnehmenden Mond.

Es ist Verlust dabei.

[Spaltenumbruch] *78 Grip ans eftar a Maun. (Nordfries.) - Johansen, 71.

Greif einmal nach dem Monde. In Bezug auf etwas, das man nicht (mehr) erlangen kann.

*79 Meint einer, der Mond ging bei ihm im Hof auf. (Baiern.) - Klein, II, 19.

D. h. man sollte meinen, er hätte alles im Ueberfluss. Moant oana, de Mon gehe im Hof bey ihm auf. (Zaupser, Idiot., Nachl. 68.)

*80 Nach dem Monde greifen (schiessen).

Holl.: Hij grijpt naar de maan. - Hij wil de maan in de hand nemen. - Zij willen de maan. (Harrebomee, II, 47.)


Mondhof.

Monhof Rene gof. (Siebenbürg.-sächs.) - Schulter, 89.


Mondhorn.

Wenn die Mondhörner zwischen Neumond und erstem Viertel klar, spitz und deutlich erscheinen, deutet's auf gutes Wetter; erscheinen sie trübe und stumpf, hat man veränderlich (schlecht) Wetter zu erwarten.


Mondkalb.

* Es ist ein Mondkalb. - Braun, I, 2755.

"Muss also den Widertäuffern ein Kind nicht ein Kind, sondern ein Monkalb oder Wechselbalg heissen." (Luther's Werke, VII, 84.)


Mondkind.

1 Ein Mondkind fehret mit dem Glück auff vnnd ab. - Lehmann, 809, 17.

"Wenn dass Glückrad auffsteigt, so ist er voller freuden; steigt es ab, so ist jammer vnd wehklagen."

*2 Es ist nur ein Mondkind.

"Davon wird nur ein Monkind, da kein recht göttlich Leben noch Kraft ist." (Luther, Kirchenpostille, II, 37b.)


Mondlicht.

1 Ein neues klares Mondeslicht gibt von sehr trockner Zeit Bericht; wenn aber solches gleichsam schwimmt, alsdann das Nass die Herrschaft nimmt. - Orakel, 23.

2 Hätt' ich nur immer Mondenlicht, sagte Harpax, so braucht' ich einer Lampe nicht.

Die Russen: Könnte man das Mondlicht auf einen Leuchter setzen, es brennte schon längst in des Geizigen Stube. (Altmann VI, 491 u. 512.)

3 Mondenlicht und Frau sind heute klar und morgen grau.

4 Mondeslicht ist so wie heute morgen nicht.

Die Russen: Auch des Mondes Licht ist dem Wechsel unterworfen. (Altmann VI, 459.)


Mondschein.

1 Am Mondschein ist noch keine Traube reif geworden.

Um zu sagen, diese Hülfe reicht nicht.

Dän.: Druen modnes ikke ved maaneskin. (Prov. dan., 124.)

Lat.: Lunae radiis non maturescit botrus. (Hanzely, 52; Binder I, 901; II, 1711; Lang, 150; Philippi, I, 230.)

2 Der Mondschein, der in meine Stube fällt, ist mir lieber als der Sonnenschein deines Gartens. (Oberschles.) (S. Holzfackel.)

3 Der Mondschein richtet sich nicht nach dem Quaken der Frösche.

4 Der Mondschein und die Huren sind selten gute Freunde.

Holl.: De maan is een brooddief der ligte kooijen. (Harrebomee, II, 46b.)

5 Die beim Mondschein schwitzen, müssen nicht bei einem Töpferofen sitzen.

6 Habe ich nur Mondenschein, so mögen die Sterne vergessen sein.

Böhm.: Nej, kdyz mi jen mesic sviti, snadno hvezdy kolem pobiji. (Celakovsky, 244.)

7 Heller Mondschein im April schadet der Baumblüte viel. - Boebel, 88.

8 Man muss sich mit Mondschein begnügen, wenn man keinen Sonnenschein hat.

Böhm.: I mesic sviti, kdyz, slunce neni. (Celakovsky, 153.)

9 Mondschein und Oel sind des Hauses Verderben. - Burckhardt, 499.

Nämlich beide in Verbindung. Wer beim Mondschein ein Licht anzündet, verschwendet auf eine thörichte Weise und bereitet auf diesem Wege seines Hauses Ruin.

10 Prosit Mondschein, sagt Dornheim. - Hoefer, 247.

[Spaltenumbruch] 50 Wer den Mond erschaffen frei, der weiss auch wol wie alt er sei.

51 Wird der Mond am Mittwoch voll, macht er Streich' als wär' er toll.

In Welschtirol: La luna mercolina, o ladra, o sassina. (Hörmann, 23.)

52 Ye weiter der mond von der Sonn ist, ye clarer leucht er.Franck, I, 121a; Gruter, I, 50; Petri, II, 396; Egenolff, 367a; Lehmann, 717, 7; Winckler, IV, 16.

Lat.: Clarior hoc luna est, quo sole remotior illa. (Binder II, 499; Buchler, 152.) – Fama malum quo non aliud velocius ullum, nobilitate viget, viresque acquirit eundo, ingredit usque solo et caput inter nubila condit, parvo metu prima, mox sese attollit in auras. (Sutor, 318.)

53 Zunemmender Mon will jederman hon.Gruter, I, 88; Eiselein, 471; Körte, 4289.

54 Zwei Monde können wol am Himmel stehen, aber nicht zwei Sonnen.

*55 Bei ihr ist zunehmender Mond.

Sie ist schwanger.

*56 Da regiert der abnehmende Mond.Parömiakon, 1998.

Von Dienern, Beamten u. s. w., welche die Güter ihrer Herrschaft schmälern.

*57 Das hiesse den Mond mit den Zähnen fassen.

Frz.: Prendre la lune avec les dents. (Leroux, I, 70; Lendroy, 579.)

Holl.: Zij willen de maan met de tanden pakken. (Harrebomée, II, 47b.)

*58 De Mân geit al to Bêre (oder: to Kêre).Eichwald, 1262.

*59 De Maon iss ämm nog nig oll nôg. (Altmark.) – Danneil, 134.

Der Mond ist ihm noch nicht alt genug. Von jemand, der seine Geschäfte soviel als möglich aufschiebt.

*60 De Moand schînt em dörg de Bêne.Schlingmann, 1028.

Dem Krummbeinigen.

*61 Den Mond am hellen Tage suchen.

Frz.: Chercher la lune en plein midi. (Leroux, I, 69.)

*62 Den Mond anbellen.

Auf einen schimpfen, dem man nicht schaden kann.

Frz.: Aboyer contre la lune. (Leroux, I, 69.)

Lat.: Contra tonitrun oppedere. (Binder II, 574; Petron., 42, 264.)

*63 Den Mond der Sonne vorziehen.Altmann VI, 517.

*64 Den Mond im Brunnen suchen, der am Himmel hängt.

Sich vom Scheine verführen lassen.

*65 Den Mond im Brunnen zeigen.

Einen täuschen, ihm blauen Dunst vormachen.

*66 Den Mond mit der Laterne suchen.

Oder mit den Russen einen Kienspan anzünden, um die Sonne zu sehen. In Petersburg sein und die Newa suchen. Oder mit den Franzosen Mittag um vierzehn Uhr. (Altmann VI, 516; Reinsberg IV, 74.)

*67 Den Mond suchen, wenn die Sonne scheint.

*68 Der Mond kreint mit seinem Weib.

So sagt man in Oberösterreich bei einer Sonnenfinsterniss.

*69 Der Mond scheint ihm die ganze Nacht.

Er ist vom Glück ausserordentlich begünstigt.

*70 Der Mond scheint ihm durch die Beine.Eiselein, 471; Körte, 4291; Braun, I, 2752.

Dem Säbelbeinigen.

*71 Der Mond scheint ihm in den Topf.

Von einem, der nichts zu leben hat.

Holl.: De maan schijnt in den put. (Harrebomée, II, 46b.)

*72 Der Mond scheint ins Wasser.

Holl.: De maan schijnt in het water. (Harrebomée, II, 46b.)

*73 Der Mond will der Sonne leuchten helfen.Altmann VI, 477.

*74 Er gibt vier Monden.Lehmann, 808, 2.

Der Unbeständige, Unzuverlässige, der heute so, morgen anders ist, wie der Mond.

*75 Er hat gegen den Mond gepisst (gespuckt).

Sich selbst geschadet.

Holl.: Hij heeft tegen de maan gepi ... (Harrebomée, II, 47a.)

*76 Er hat so viel damit zu thun, wie der Mond mit den Krebsen.

*77 Es kommt in den abnehmenden Mond.

Es ist Verlust dabei.

[Spaltenumbruch] *78 Grip ans eftar a Mûn. (Nordfries.) – Johansen, 71.

Greif einmal nach dem Monde. In Bezug auf etwas, das man nicht (mehr) erlangen kann.

*79 Meint einer, der Mond ging bei ihm im Hof auf. (Baiern.) – Klein, II, 19.

D. h. man sollte meinen, er hätte alles im Ueberfluss. Moant oana, de Môn gehe im Hof bey ihm auf. (Zaupser, Idiot., Nachl. 68.)

*80 Nach dem Monde greifen (schiessen).

Holl.: Hij grijpt naar de maan. – Hij wil de maan in de hand nemen. – Zij willen de maan. (Harrebomée, II, 47.)


Mondhof.

Mônhôf Rene gôf. (Siebenbürg.-sächs.) – Schulter, 89.


Mondhorn.

Wenn die Mondhörner zwischen Neumond und erstem Viertel klar, spitz und deutlich erscheinen, deutet's auf gutes Wetter; erscheinen sie trübe und stumpf, hat man veränderlich (schlecht) Wetter zu erwarten.


Mondkalb.

* Es ist ein Mondkalb.Braun, I, 2755.

„Muss also den Widertäuffern ein Kind nicht ein Kind, sondern ein Monkalb oder Wechselbalg heissen.“ (Luther's Werke, VII, 84.)


Mondkind.

1 Ein Mondkind fehret mit dem Glück auff vnnd ab.Lehmann, 809, 17.

„Wenn dass Glückrad auffsteigt, so ist er voller freuden; steigt es ab, so ist jammer vnd wehklagen.“

*2 Es ist nur ein Mondkind.

„Davon wird nur ein Monkind, da kein recht göttlich Leben noch Kraft ist.“ (Luther, Kirchenpostille, II, 37b.)


Mondlicht.

1 Ein neues klares Mondeslicht gibt von sehr trockner Zeit Bericht; wenn aber solches gleichsam schwimmt, alsdann das Nass die Herrschaft nimmt.Orakel, 23.

2 Hätt' ich nur immer Mondenlicht, sagte Harpax, so braucht' ich einer Lampe nicht.

Die Russen: Könnte man das Mondlicht auf einen Leuchter setzen, es brennte schon längst in des Geizigen Stube. (Altmann VI, 491 u. 512.)

3 Mondenlicht und Frau sind heute klar und morgen grau.

4 Mondeslicht ist so wie heute morgen nicht.

Die Russen: Auch des Mondes Licht ist dem Wechsel unterworfen. (Altmann VI, 459.)


Mondschein.

1 Am Mondschein ist noch keine Traube reif geworden.

Um zu sagen, diese Hülfe reicht nicht.

Dän.: Druen modnes ikke ved maaneskin. (Prov. dan., 124.)

Lat.: Lunae radiis non maturescit botrus. (Hanzely, 52; Binder I, 901; II, 1711; Lang, 150; Philippi, I, 230.)

2 Der Mondschein, der in meine Stube fällt, ist mir lieber als der Sonnenschein deines Gartens. (Oberschles.) (S. Holzfackel.)

3 Der Mondschein richtet sich nicht nach dem Quaken der Frösche.

4 Der Mondschein und die Huren sind selten gute Freunde.

Holl.: De maan is een brooddief der ligte kooijen. (Harrebomée, II, 46b.)

5 Die beim Mondschein schwitzen, müssen nicht bei einem Töpferofen sitzen.

6 Habe ich nur Mondenschein, so mögen die Sterne vergessen sein.

Böhm.: Nej, když mi jen mĕsic svítí, snadno hvĕzdy kolem pobijí. (Čelakovský, 244.)

7 Heller Mondschein im April schadet der Baumblüte viel.Boebel, 88.

8 Man muss sich mit Mondschein begnügen, wenn man keinen Sonnenschein hat.

Böhm.: I mesic svítí, když, slunce není. (Čelakovský, 153.)

9 Mondschein und Oel sind des Hauses Verderben.Burckhardt, 499.

Nämlich beide in Verbindung. Wer beim Mondschein ein Licht anzündet, verschwendet auf eine thörichte Weise und bereitet auf diesem Wege seines Hauses Ruin.

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[[358]/0372] 50 Wer den Mond erschaffen frei, der weiss auch wol wie alt er sei. 51 Wird der Mond am Mittwoch voll, macht er Streich' als wär' er toll. In Welschtirol: La luna mercolina, o ladra, o sassina. (Hörmann, 23.) 52 Ye weiter der mond von der Sonn ist, ye clarer leucht er. – Franck, I, 121a; Gruter, I, 50; Petri, II, 396; Egenolff, 367a; Lehmann, 717, 7; Winckler, IV, 16. Lat.: Clarior hoc luna est, quo sole remotior illa. (Binder II, 499; Buchler, 152.) – Fama malum quo non aliud velocius ullum, nobilitate viget, viresque acquirit eundo, ingredit usque solo et caput inter nubila condit, parvo metu prima, mox sese attollit in auras. (Sutor, 318.) 53 Zunemmender Mon will jederman hon. – Gruter, I, 88; Eiselein, 471; Körte, 4289. 54 Zwei Monde können wol am Himmel stehen, aber nicht zwei Sonnen. *55 Bei ihr ist zunehmender Mond. Sie ist schwanger. *56 Da regiert der abnehmende Mond. – Parömiakon, 1998. Von Dienern, Beamten u. s. w., welche die Güter ihrer Herrschaft schmälern. *57 Das hiesse den Mond mit den Zähnen fassen. Frz.: Prendre la lune avec les dents. (Leroux, I, 70; Lendroy, 579.) Holl.: Zij willen de maan met de tanden pakken. (Harrebomée, II, 47b.) *58 De Mân geit al to Bêre (oder: to Kêre). – Eichwald, 1262. *59 De Maon iss ämm nog nig oll nôg. (Altmark.) – Danneil, 134. Der Mond ist ihm noch nicht alt genug. Von jemand, der seine Geschäfte soviel als möglich aufschiebt. *60 De Moand schînt em dörg de Bêne. – Schlingmann, 1028. Dem Krummbeinigen. *61 Den Mond am hellen Tage suchen. Frz.: Chercher la lune en plein midi. (Leroux, I, 69.) *62 Den Mond anbellen. Auf einen schimpfen, dem man nicht schaden kann. Frz.: Aboyer contre la lune. (Leroux, I, 69.) Lat.: Contra tonitrun oppedere. (Binder II, 574; Petron., 42, 264.) *63 Den Mond der Sonne vorziehen. – Altmann VI, 517. *64 Den Mond im Brunnen suchen, der am Himmel hängt. Sich vom Scheine verführen lassen. *65 Den Mond im Brunnen zeigen. Einen täuschen, ihm blauen Dunst vormachen. *66 Den Mond mit der Laterne suchen. Oder mit den Russen einen Kienspan anzünden, um die Sonne zu sehen. In Petersburg sein und die Newa suchen. Oder mit den Franzosen Mittag um vierzehn Uhr. (Altmann VI, 516; Reinsberg IV, 74.) *67 Den Mond suchen, wenn die Sonne scheint. *68 Der Mond kreint mit seinem Weib. So sagt man in Oberösterreich bei einer Sonnenfinsterniss. *69 Der Mond scheint ihm die ganze Nacht. Er ist vom Glück ausserordentlich begünstigt. *70 Der Mond scheint ihm durch die Beine. – Eiselein, 471; Körte, 4291; Braun, I, 2752. Dem Säbelbeinigen. *71 Der Mond scheint ihm in den Topf. Von einem, der nichts zu leben hat. Holl.: De maan schijnt in den put. (Harrebomée, II, 46b.) *72 Der Mond scheint ins Wasser. Holl.: De maan schijnt in het water. (Harrebomée, II, 46b.) *73 Der Mond will der Sonne leuchten helfen. – Altmann VI, 477. *74 Er gibt vier Monden. – Lehmann, 808, 2. Der Unbeständige, Unzuverlässige, der heute so, morgen anders ist, wie der Mond. *75 Er hat gegen den Mond gepisst (gespuckt). Sich selbst geschadet. Holl.: Hij heeft tegen de maan gepi ... (Harrebomée, II, 47a.) *76 Er hat so viel damit zu thun, wie der Mond mit den Krebsen. *77 Es kommt in den abnehmenden Mond. Es ist Verlust dabei. *78 Grip ans eftar a Mûn. (Nordfries.) – Johansen, 71. Greif einmal nach dem Monde. In Bezug auf etwas, das man nicht (mehr) erlangen kann. *79 Meint einer, der Mond ging bei ihm im Hof auf. (Baiern.) – Klein, II, 19. D. h. man sollte meinen, er hätte alles im Ueberfluss. Moant oana, de Môn gehe im Hof bey ihm auf. (Zaupser, Idiot., Nachl. 68.) *80 Nach dem Monde greifen (schiessen). Holl.: Hij grijpt naar de maan. – Hij wil de maan in de hand nemen. – Zij willen de maan. (Harrebomée, II, 47.) Mondhof. Mônhôf Rene gôf. (Siebenbürg.-sächs.) – Schulter, 89. Mondhorn. Wenn die Mondhörner zwischen Neumond und erstem Viertel klar, spitz und deutlich erscheinen, deutet's auf gutes Wetter; erscheinen sie trübe und stumpf, hat man veränderlich (schlecht) Wetter zu erwarten. Mondkalb. * Es ist ein Mondkalb. – Braun, I, 2755. „Muss also den Widertäuffern ein Kind nicht ein Kind, sondern ein Monkalb oder Wechselbalg heissen.“ (Luther's Werke, VII, 84.) Mondkind. 1 Ein Mondkind fehret mit dem Glück auff vnnd ab. – Lehmann, 809, 17. „Wenn dass Glückrad auffsteigt, so ist er voller freuden; steigt es ab, so ist jammer vnd wehklagen.“ *2 Es ist nur ein Mondkind. „Davon wird nur ein Monkind, da kein recht göttlich Leben noch Kraft ist.“ (Luther, Kirchenpostille, II, 37b.) Mondlicht. 1 Ein neues klares Mondeslicht gibt von sehr trockner Zeit Bericht; wenn aber solches gleichsam schwimmt, alsdann das Nass die Herrschaft nimmt. – Orakel, 23. 2 Hätt' ich nur immer Mondenlicht, sagte Harpax, so braucht' ich einer Lampe nicht. Die Russen: Könnte man das Mondlicht auf einen Leuchter setzen, es brennte schon längst in des Geizigen Stube. (Altmann VI, 491 u. 512.) 3 Mondenlicht und Frau sind heute klar und morgen grau. 4 Mondeslicht ist so wie heute morgen nicht. Die Russen: Auch des Mondes Licht ist dem Wechsel unterworfen. (Altmann VI, 459.) Mondschein. 1 Am Mondschein ist noch keine Traube reif geworden. Um zu sagen, diese Hülfe reicht nicht. Dän.: Druen modnes ikke ved maaneskin. (Prov. dan., 124.) Lat.: Lunae radiis non maturescit botrus. (Hanzely, 52; Binder I, 901; II, 1711; Lang, 150; Philippi, I, 230.) 2 Der Mondschein, der in meine Stube fällt, ist mir lieber als der Sonnenschein deines Gartens. (Oberschles.) (S. Holzfackel.) 3 Der Mondschein richtet sich nicht nach dem Quaken der Frösche. 4 Der Mondschein und die Huren sind selten gute Freunde. Holl.: De maan is een brooddief der ligte kooijen. (Harrebomée, II, 46b.) 5 Die beim Mondschein schwitzen, müssen nicht bei einem Töpferofen sitzen. 6 Habe ich nur Mondenschein, so mögen die Sterne vergessen sein. Böhm.: Nej, když mi jen mĕsic svítí, snadno hvĕzdy kolem pobijí. (Čelakovský, 244.) 7 Heller Mondschein im April schadet der Baumblüte viel. – Boebel, 88. 8 Man muss sich mit Mondschein begnügen, wenn man keinen Sonnenschein hat. Böhm.: I mesic svítí, když, slunce není. (Čelakovský, 153.) 9 Mondschein und Oel sind des Hauses Verderben. – Burckhardt, 499. Nämlich beide in Verbindung. Wer beim Mondschein ein Licht anzündet, verschwendet auf eine thörichte Weise und bereitet auf diesem Wege seines Hauses Ruin. 10 Prosit Mondschein, sagt Dornheim. – Hoefer, 247.

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873, S. [358]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/372>, abgerufen am 20.10.2020.