Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 20 Mit klingender Münze kommt man überall durch (fort).

Holl.: Klinkende munt spreekt overal verstandbare taal. - Voor klinkende munt heeft ieder open ooren. (Harrebomee, II, 110a.)

21 Münz' und Metz ziehen an Einem Netz. - Parömiakon, 2067.

Geld lockt leichte Dirnen.

22 New Müntz ist der alten gar vngleich. - Lehmann, 170, 36.

In dem Sinne, dass selten etwas Besseres nachkomme.

23 Newe Müntz ist nimmer so gut als die alt. - Lehmann, 560, 26.

"Wenn man new Herrn vnd müntz wil kiesen, so muss man vor der Hand verliesen." (Waldis, II, 19, 85.) Meint man, oft hat auch die Meinung recht. Vorurtheile gegen das Neue.

Dän.: Ny mönt er neppe saa god som den gamble. (Prov. dan., 419.)

24 Nimmt die Münze im Preise zu, so nimmt Gottesfurcht und Redlichkeit ab.

25 Rothe Münze schämt sich, dass sie wenig Silber hat.

26 Schlechte Münzen gibt man im Dunkeln aus.

Port.: Moeda falsa de noite passa. (Bohn I, 283.)

27 Wer einerley Müntz vnd gut Gelt, so stund es wol in aller welt. - Henisch, 1467, 57.

28 Wie die Münze, so die Obrigkeit.

29 Wo es an Münze fehlt, gehen die Bettler leer aus.

Ein Mann von Verstande ist darum unter Tröpfen stumm, warum ein Mann von Vermögen Bettlern eine Gabe versagt: er hat keine Münze.

*30 Diese Münze ist unter den Juden gewesen.

Ist beschnitten.

Frz.: Cette monnoye a passe par les mains des Juifs. (Kritzinger, 463a.)

*31 Diese Münze kommt aus keinem andern Zahlamt. - Parömiakon, 2590.

Es gibt keine andere Quelle dafür.

*32 Einen mit falscher Münze bezahlen.

In Griechenland ruft man denen, die einen belügen wollen, zu: Thessalische Münze! weil die Thessalier, welche im Alterthum Liebestränke bereiteten, jetzt als Falschmünzer bekannt sind. (Reinsberg VI, 89.) Mit der Redensart: Das ist spanische Münze, bezeichnet der Engländer Complimente oder schöne Worte überhaupt. (Reinsberg V, 38.)

Frz.: Il ne se paye pas de telle monnoye. (Leroux, I, 104.)

Holl.: Hij handelt in valsche munten. (Harrebomee, II, 110a.)

*33 Einen mit gleicher (doppelter) Münze bezahlen. - Grimmelshausen, Vogelnest, II; Schottel, 1113a; Chaos, 313; Sailer, 55; Körte, 4345a; Parömiakon, 1211; Herberger, I, 601; Lohrengel, II, 211; Reinsberg III, 54.

Ihm Gleiches mit Gleichem vergelten. "Wer sich mit fremden kleidern deckt, sein brodt ins nachbawern ofen beckt, vnd grasst in seines Nachbawren Wiesen, der muss an gleicher müntz verliesen." (Waldis, IV, 16, 47.)

Dän.: At betale med liige myndt. (Prov. dan., 68.)

Engl.: To pay one in his own coin. (Bohn II, 174.)

Frz.: Comme il te fait, fais lui. (Lendroy, 707.) - Il l'a paye comptant. - Il lui a rendu le change. (Lendroy, 364.) - Payer quelqu'un en meme monnaie. (Kritzinger, 463a.) - Rendre a quelqu'un la monnaie de sa piece. (Bohn I, 55.) - S'il me donne des pois, je lui donnerai des fever. (Lendroy, 746; Kritzinger, 547b.)

Holl.: Hij betaalt hem met dezelfde (gelijke) munt. (Bohn I, 329; Harrebomee, II, 110a.)

It.: Pagar uno della sua moneta. (Bohn I, 118.)

Lat.: Cretiza cum Cretensi. - Sua quisque exempla debet aequo animo pati. (Phädrus.) (Philippi, II, 203.)

Port.: Pagar na mesma moeda. (Bohn I, 291.)

*34 Er het Münz unzählbar: e Spagetti so lang das d' Ebigkeit und dann erst na drü gleich. - Sutermeister, 69.

Die Erklärung fehlt in der Quellenschrift und das Wort Spagetti bei Stalder.

*35 Er is a abgerufene Münze. (Jüd.-deutsch. Brody.)

Ein alter abgelebter Mensch.

*36 Er kennt die Münzen.

Dän.: Han forstaaer sig paa myndten. (Prov. dan., 79.)

*37 Er macht nur in kleiner Münze.

Frz.: Il n'est que monnoyeur pour se connoeitre en billon. (Leroux, II, 104.)

*38 Er nimmt alles für baare (gute) Münze.

Frz.: Il prend tout ce qu'on lui dit pour argent contant. - Prendre quelque chose pour argent comptant. (Leroux, II, 87.)

Holl.: Hij neemt alles voor goede munt aan. (Harrebomee, II, 110a.)

[Spaltenumbruch] *39 Er versteht die Münze nicht.

*40 Es ist kleine Münze.

Ein unbedeutender Mensch.

*41 Es ist laufenburger Münze. (Schweiz.)

*42 Es ist neue Münze bereit.

*43 Et äs en blesch Minz. (Siebenbürg.-sächs.) - Frommann, V, 37, 97.

Eine walachische Münze = Lüge.

*44 Ich bin mit gleicher Münze bezahlt worden.

Dän.: At betale med liige myndt. (Prov. dan., 68.)

*45 Ik will di 't mit kölnischer Münte betalen. - Dähnert, 314b.

Du sollst dein Theil reichlich wiederbekommen.

*46 Keine Münze haben.

*47 Mit baarer Münze zahlen.

Holl.: Hij betaalt met klinkende munt. (Harrebomee, II, 110a.)

*48 Mit grober Münz' auszahle(n). (Ulm.)

Frz.: Paier quelqu'un en belles especes. (Kritzinger, 235b.)

*49 Nehmen eine Jarmilke1 Münz2. (Jüd.-deutsch. Brody.)

1) Kappe.

2) Kupfermünze. D. h. sich als Soldat anwerben lassen. Bezieht sich auf das bei dieser Gelegenheit dargereichte Handgeld.

*50 Seine Münze gilt nicht mehr.

Dän.: Hans mönt gielder nu ei laenger. (Prov. dan., 419.)

*51 Sie gehört unter die alte Münze.

Eine abgelebte, verschossene Schönheit.


Münzen.

*1 Dös ist auf mi g'münzt. (Ulm.)

*2 Ich war d'r was minzen (auch: pfeffern).

In der Gegend von böhmisch Friedland, um jemand, namentlich einem Kinde etwas abzuschlagen.


Münzer.

1 Mancher hett ein Müntzer geben, er kan eines vnd anders verfelschen vnd aus guten sorten böse machen. - Lehmann, 775, 16.

2 Viel Münzer und wenig alt Geld.


Muoser.

Wun de Muoser mascheire, mess et richtig renen. (Siebenbürg.-sächs.) - Schuster, 510.

Nach einer in Siebenbürgen weitverbreiteten Sage sind die Soldaten durch einen Fluch des Petrus zu diesem Schicksal verdammt. Ueber Ursprung und Bedeutung des Worts "Muoser" selbst gibt Schuster keinen Aufschluss; er verweist blos auf das, was J. K. Schuller an "verschiedenen Orten" darüber gesagt habe, ohne diese näher anzugeben.


Mürbe.

1 Mör ass'n Schitt, söä Garner, ass'r sin' Plumen bekek. (Hamburg.) - Hoefer, 387; Schlingmann, 500.

*2 Einen mürbe machen.

Ihn nachgiebig machen, seinen Widerstand brechen, überwinden.

*3 Et is so möer as de ole (oder gode) Fro er Beren. (Holst.) - Schütze, III, 112.

Gefault, verdorben. Die Frau, welche diese Redensart veranlasste, sparte ihre Esswaaren so lange auf, bis sie verdarben.


Mürben.

Was bald mürbt, bald verdirbt. - Körte, 6447; Simrock, 7174.


Murd.

* He hett 't in't Murd1 brogt (gebracht). (Ostfries.) - Bueren, 657; Frommann, V, 430, 539; Eichwald, 1351.

1) Zerriebenes, Zerstossenes, namentlich zerbröckelter Torf; Torfmull, Morast, Schlamm; aus dem veralteten morsen = zerreiben, in Stücke zerschlagen. (Vgl. Bremer Wb., III, 206; Stürenburg, 155.)


Mürenachwet, s. Maurerschweiss.

Murmeierin.

Alte Murmeierin geben die beste Kupplerin.


Murmelthier.

* Es ist ein altes Murmelthier.

Kritzinger (367b) für die französische Redensart: C'est une vieille Haha. Im Scherz von einem alten bösen Weibe, wofür er noch: alter Rumpelkasten, alte Bassgeige und Runkunkel beifügt.


Murr.

* He hett Murr inne Knaken. (Mecklenburg.)

Hat Kraft in den Knochen.


Murreisen.

* Es ist ein altes Murreisen. - Kritzinger, 446b.

In dem Sinne von Brummeisen. Von alten, närrischen Frauenspersonen.


[Spaltenumbruch] 20 Mit klingender Münze kommt man überall durch (fort).

Holl.: Klinkende munt spreekt overal verstandbare taal. – Voor klinkende munt heeft ieder open ooren. (Harrebomée, II, 110a.)

21 Münz' und Metz ziehen an Einem Netz.Parömiakon, 2067.

Geld lockt leichte Dirnen.

22 New Müntz ist der alten gar vngleich.Lehmann, 170, 36.

In dem Sinne, dass selten etwas Besseres nachkomme.

23 Newe Müntz ist nimmer so gut als die alt.Lehmann, 560, 26.

„Wenn man new Herrn vnd müntz wil kiesen, so muss man vor der Hand verliesen.“ (Waldis, II, 19, 85.) Meint man, oft hat auch die Meinung recht. Vorurtheile gegen das Neue.

Dän.: Ny mønt er neppe saa god som den gamble. (Prov. dan., 419.)

24 Nimmt die Münze im Preise zu, so nimmt Gottesfurcht und Redlichkeit ab.

25 Rothe Münze schämt sich, dass sie wenig Silber hat.

26 Schlechte Münzen gibt man im Dunkeln aus.

Port.: Moeda falsa de noite passa. (Bohn I, 283.)

27 Wer einerley Müntz vnd gut Gelt, so stund es wol in aller welt.Henisch, 1467, 57.

28 Wie die Münze, so die Obrigkeit.

29 Wo es an Münze fehlt, gehen die Bettler leer aus.

Ein Mann von Verstande ist darum unter Tröpfen stumm, warum ein Mann von Vermögen Bettlern eine Gabe versagt: er hat keine Münze.

*30 Diese Münze ist unter den Juden gewesen.

Ist beschnitten.

Frz.: Cette monnoye a passé par les mains des Juifs. (Kritzinger, 463a.)

*31 Diese Münze kommt aus keinem andern Zahlamt.Parömiakon, 2590.

Es gibt keine andere Quelle dafür.

*32 Einen mit falscher Münze bezahlen.

In Griechenland ruft man denen, die einen belügen wollen, zu: Thessalische Münze! weil die Thessalier, welche im Alterthum Liebestränke bereiteten, jetzt als Falschmünzer bekannt sind. (Reinsberg VI, 89.) Mit der Redensart: Das ist spanische Münze, bezeichnet der Engländer Complimente oder schöne Worte überhaupt. (Reinsberg V, 38.)

Frz.: Il ne se paye pas de telle monnoye. (Leroux, I, 104.)

Holl.: Hij handelt in valsche munten. (Harrebomée, II, 110a.)

*33 Einen mit gleicher (doppelter) Münze bezahlen.Grimmelshausen, Vogelnest, II; Schottel, 1113a; Chaos, 313; Sailer, 55; Körte, 4345a; Parömiakon, 1211; Herberger, I, 601; Lohrengel, II, 211; Reinsberg III, 54.

Ihm Gleiches mit Gleichem vergelten. „Wer sich mit fremden kleidern deckt, sein brodt ins nachbawern ofen beckt, vnd grasst in seines Nachbawren Wiesen, der muss an gleicher müntz verliesen.“ (Waldis, IV, 16, 47.)

Dän.: At betale med liige myndt. (Prov. dan., 68.)

Engl.: To pay one in his own coin. (Bohn II, 174.)

Frz.: Comme il te fait, fais lui. (Lendroy, 707.) – Il l'a payé comptant. – Il lui a rendu le change. (Lendroy, 364.) – Payer quelqu'un en même monnaie. (Kritzinger, 463a.) – Rendre à quelqu'un la monnaie de sa pièce. (Bohn I, 55.) – S'il me donne des pois, je lui donnerai des fêver. (Lendroy, 746; Kritzinger, 547b.)

Holl.: Hij betaalt hem met dezelfde (gelijke) munt. (Bohn I, 329; Harrebomée, II, 110a.)

It.: Pagar uno della sua moneta. (Bohn I, 118.)

Lat.: Cretiza cum Cretensi. – Sua quisque exempla debet aequo animo pati. (Phädrus.) (Philippi, II, 203.)

Port.: Pagar na mesma moeda. (Bohn I, 291.)

*34 Er het Münz unzählbar: e Spâgetti so lang das d' Ebigkeit und dann erst na drü gleich.Sutermeister, 69.

Die Erklärung fehlt in der Quellenschrift und das Wort Spâgetti bei Stalder.

*35 Er is a abgerufene Münze. (Jüd.-deutsch. Brody.)

Ein alter abgelebter Mensch.

*36 Er kennt die Münzen.

Dän.: Han forstaaer sig paa myndten. (Prov. dan., 79.)

*37 Er macht nur in kleiner Münze.

Frz.: Il n'est que monnoyeur pour se connoître en billon. (Leroux, II, 104.)

*38 Er nimmt alles für baare (gute) Münze.

Frz.: Il prend tout ce qu'on lui dit pour argent contant. – Prendre quelque chose pour argent comptant. (Leroux, II, 87.)

Holl.: Hij neemt alles voor goede munt aan. (Harrebomée, II, 110a.)

[Spaltenumbruch] *39 Er versteht die Münze nicht.

*40 Es ist kleine Münze.

Ein unbedeutender Mensch.

*41 Es ist laufenburger Münze. (Schweiz.)

*42 Es ist neue Münze bereit.

*43 Et äs en blêsch Minz. (Siebenbürg.-sächs.) – Frommann, V, 37, 97.

Eine walachische Münze = Lüge.

*44 Ich bin mit gleicher Münze bezahlt worden.

Dän.: At betale med liige myndt. (Prov. dan., 68.)

*45 Ik will di 't mit kölnischer Münte betalen.Dähnert, 314b.

Du sollst dein Theil reichlich wiederbekommen.

*46 Keine Münze haben.

*47 Mit baarer Münze zahlen.

Holl.: Hij betaalt met klinkende munt. (Harrebomée, II, 110a.)

*48 Mit grober Münz' auszahle(n). (Ulm.)

Frz.: Païer quelqu'un en belles espèces. (Kritzinger, 235b.)

*49 Nehmen eine Jarmilke1 Münz2. (Jüd.-deutsch. Brody.)

1) Kappe.

2) Kupfermünze. D. h. sich als Soldat anwerben lassen. Bezieht sich auf das bei dieser Gelegenheit dargereichte Handgeld.

*50 Seine Münze gilt nicht mehr.

Dän.: Hans mønt gielder nu ei længer. (Prov. dan., 419.)

*51 Sie gehört unter die alte Münze.

Eine abgelebte, verschossene Schönheit.


Münzen.

*1 Dös ist auf mi g'münzt. (Ulm.)

*2 Ich wâr d'r was minzen (auch: pfeffern).

In der Gegend von böhmisch Friedland, um jemand, namentlich einem Kinde etwas abzuschlagen.


Münzer.

1 Mancher hett ein Müntzer geben, er kan eines vnd anders verfelschen vnd aus guten sorten böse machen.Lehmann, 775, 16.

2 Viel Münzer und wenig alt Geld.


Muoser.

Wun de Muoser maschîre, mess et richtig rênen. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 510.

Nach einer in Siebenbürgen weitverbreiteten Sage sind die Soldaten durch einen Fluch des Petrus zu diesem Schicksal verdammt. Ueber Ursprung und Bedeutung des Worts „Muoser“ selbst gibt Schuster keinen Aufschluss; er verweist blos auf das, was J. K. Schuller an „verschiedenen Orten“ darüber gesagt habe, ohne diese näher anzugeben.


Mürbe.

1 Mör ass'n Schitt, söä Garner, ass'r sin' Plumen bekêk. (Hamburg.) – Hoefer, 387; Schlingmann, 500.

*2 Einen mürbe machen.

Ihn nachgiebig machen, seinen Widerstand brechen, überwinden.

*3 Et is so möer as de ôle (oder gôde) Fro êr Bêren. (Holst.) – Schütze, III, 112.

Gefault, verdorben. Die Frau, welche diese Redensart veranlasste, sparte ihre Esswaaren so lange auf, bis sie verdarben.


Mürben.

Was bald mürbt, bald verdirbt.Körte, 6447; Simrock, 7174.


Murd.

* He hett 't in't Murd1 brogt (gebracht). (Ostfries.) – Bueren, 657; Frommann, V, 430, 539; Eichwald, 1351.

1) Zerriebenes, Zerstossenes, namentlich zerbröckelter Torf; Torfmull, Morast, Schlamm; aus dem veralteten morsen = zerreiben, in Stücke zerschlagen. (Vgl. Bremer Wb., III, 206; Stürenburg, 155.)


Mürenachwêt, s. Maurerschweiss.

Murmeierin.

Alte Murmeierin geben die beste Kupplerin.


Murmelthier.

* Es ist ein altes Murmelthier.

Kritzinger (367b) für die französische Redensart: C'est une vieille Haha. Im Scherz von einem alten bösen Weibe, wofür er noch: alter Rumpelkasten, alte Bassgeige und Runkunkel beifügt.


Murr.

* He hett Murr inne Knâken. (Mecklenburg.)

Hat Kraft in den Knochen.


Murreisen.

* Es ist ein altes Murreisen.Kritzinger, 446b.

In dem Sinne von Brummeisen. Von alten, närrischen Frauenspersonen.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><pb facs="#f0405" n="[391]"/><cb n="781"/>
20 Mit klingender Münze kommt man überall durch (fort).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Klinkende munt spreekt overal verstandbare taal. &#x2013; Voor klinkende munt heeft ieder open ooren. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 110<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">21 Münz' und Metz ziehen an Einem Netz.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 2067.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Geld lockt leichte Dirnen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">22 New Müntz ist der alten gar vngleich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 170, 36.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">In dem Sinne, dass selten etwas Besseres nachkomme.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">23 Newe Müntz ist nimmer so gut als die alt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 560, 26.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Wenn man new Herrn vnd müntz wil kiesen, so muss man vor der Hand verliesen.&#x201C; (<hi rendition="#i">Waldis, II, 19, 85.</hi>) Meint man, oft hat auch die Meinung recht. Vorurtheile gegen das Neue.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Ny mønt er neppe saa god som den gamble. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 419.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">24 Nimmt die Münze im Preise zu, so nimmt Gottesfurcht und Redlichkeit ab.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">25 Rothe Münze schämt sich, dass sie wenig Silber hat.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">26 Schlechte Münzen gibt man im Dunkeln aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Port.</hi>: Moeda falsa de noite passa. (<hi rendition="#i">Bohn I, 283.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">27 Wer einerley Müntz vnd gut Gelt, so stund es wol in aller welt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 1467, 57.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">28 Wie die Münze, so die Obrigkeit.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">29 Wo es an Münze fehlt, gehen die Bettler leer aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein Mann von Verstande ist darum unter Tröpfen stumm, warum ein Mann von Vermögen Bettlern eine Gabe versagt: er hat keine Münze.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*30 Diese Münze ist unter den Juden gewesen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ist beschnitten.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Cette monnoye a passé par les mains des Juifs. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 463<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*31 Diese Münze kommt aus keinem andern Zahlamt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 2590.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Es gibt keine andere Quelle dafür.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*32 Einen mit falscher Münze bezahlen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">In Griechenland ruft man denen, die einen belügen wollen, zu: Thessalische Münze! weil die Thessalier, welche im Alterthum Liebestränke bereiteten, jetzt als Falschmünzer bekannt sind. (<hi rendition="#i">Reinsberg VI, 89.</hi>) Mit der Redensart: Das ist spanische Münze, bezeichnet der Engländer Complimente oder schöne Worte überhaupt. (<hi rendition="#i">Reinsberg V, 38.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il ne se paye pas de telle monnoye. (<hi rendition="#i">Leroux, I, 104.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij handelt in valsche munten. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 110<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*33 Einen mit gleicher (doppelter) Münze bezahlen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Grimmelshausen, Vogelnest, II; Schottel, 1113<hi rendition="#sup">a</hi>; Chaos, 313; Sailer, 55; Körte, 4345<hi rendition="#sup">a</hi>; Parömiakon, 1211; Herberger, I, 601; Lohrengel, II, 211; Reinsberg III, 54.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ihm Gleiches mit Gleichem vergelten. &#x201E;Wer sich mit fremden kleidern deckt, sein brodt ins nachbawern ofen beckt, vnd grasst in seines Nachbawren Wiesen, der muss an gleicher müntz verliesen.&#x201C; (<hi rendition="#i">Waldis, IV, 16, 47.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: At betale med liige myndt. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 68.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: To pay one in his own coin. (<hi rendition="#i">Bohn II, 174.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Comme il te fait, fais lui. (<hi rendition="#i">Lendroy, 707.</hi>) &#x2013; Il l'a payé comptant. &#x2013; Il lui a rendu le change. (<hi rendition="#i">Lendroy, 364.</hi>) &#x2013; Payer quelqu'un en même monnaie. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 463<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>) &#x2013; Rendre à quelqu'un la monnaie de sa pièce. (<hi rendition="#i">Bohn I, 55.</hi>) &#x2013; S'il me donne des pois, je lui donnerai des fêver. (<hi rendition="#i">Lendroy, 746; Kritzinger, 547<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij betaalt hem met dezelfde (gelijke) munt. (<hi rendition="#i">Bohn I, 329; Harrebomée, II, 110<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Pagar uno della sua moneta. (<hi rendition="#i">Bohn I, 118.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Cretiza cum Cretensi. &#x2013; Sua quisque exempla debet aequo animo pati. (<hi rendition="#i">Phädrus.</hi>) (<hi rendition="#i">Philippi, II, 203.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Port.</hi>: Pagar na mesma moeda. (<hi rendition="#i">Bohn I, 291.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*34 Er het Münz unzählbar: e Spâgetti so lang das d' Ebigkeit und dann erst na drü gleich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 69.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Erklärung fehlt in der Quellenschrift und das Wort Spâgetti bei <hi rendition="#i">Stalder.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*35 Er is a abgerufene Münze.</hi> (<hi rendition="#i">Jüd.-deutsch. Brody.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein alter abgelebter Mensch.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*36 Er kennt die Münzen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Han forstaaer sig paa myndten. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 79.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*37 Er macht nur in kleiner Münze.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il n'est que monnoyeur pour se connoître en billon. (<hi rendition="#i">Leroux, II, 104.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*38 Er nimmt alles für baare (gute) Münze.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il prend tout ce qu'on lui dit pour argent contant. &#x2013; Prendre quelque chose pour argent comptant. (<hi rendition="#i">Leroux, II, 87.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij neemt alles voor goede munt aan. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 110<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><cb n="782"/>
*39 Er versteht die Münze nicht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*40 Es ist kleine Münze.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein unbedeutender Mensch.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*41 Es ist laufenburger Münze.</hi> (<hi rendition="#i">Schweiz.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*42 Es ist neue Münze bereit.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*43 Et äs en blêsch Minz.</hi> (<hi rendition="#i">Siebenbürg.-sächs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, V, 37, 97.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Eine walachische Münze = Lüge.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*44 Ich bin mit gleicher Münze bezahlt worden.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: At betale med liige myndt. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 68.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*45 Ik will di 't mit kölnischer Münte betalen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Dähnert, 314<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Du sollst dein Theil reichlich wiederbekommen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*46 Keine Münze haben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*47 Mit baarer Münze zahlen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij betaalt met klinkende munt. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 110<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*48 Mit grober Münz' auszahle(n).</hi> (<hi rendition="#i">Ulm.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Païer quelqu'un en belles espèces. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 235<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*49 Nehmen eine Jarmilke<hi rendition="#sup">1</hi> Münz<hi rendition="#sup">2</hi>.</hi> (<hi rendition="#i">Jüd.-deutsch. Brody.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Kappe.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">2</hi>) Kupfermünze. D. h. sich als Soldat anwerben lassen. Bezieht sich auf das bei dieser Gelegenheit dargereichte Handgeld.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*50 Seine Münze gilt nicht mehr.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Hans mønt gielder nu ei længer. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 419.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*51 Sie gehört unter die alte Münze.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Eine abgelebte, verschossene Schönheit.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Münzen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1 Dös ist auf mi g'münzt.</hi> (<hi rendition="#i">Ulm.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*2 Ich wâr d'r was minzen (auch: pfeffern).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">In der Gegend von böhmisch Friedland, um jemand, namentlich einem Kinde etwas abzuschlagen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Münzer.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Mancher hett ein Müntzer geben, er kan eines vnd anders verfelschen vnd aus guten sorten böse machen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 775, 16.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Viel Münzer und wenig alt Geld.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Muoser.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wun de Muoser maschîre, mess et richtig rênen.</hi> (<hi rendition="#i">Siebenbürg.-sächs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schuster, 510.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Nach einer in Siebenbürgen weitverbreiteten Sage sind die Soldaten durch einen Fluch des Petrus zu diesem Schicksal verdammt. Ueber Ursprung und Bedeutung des Worts &#x201E;Muoser&#x201C; selbst gibt <hi rendition="#i">Schuster</hi> keinen Aufschluss; er verweist blos auf das, was <hi rendition="#i">J. K. Schuller</hi> an &#x201E;verschiedenen Orten&#x201C; darüber gesagt habe, ohne diese näher anzugeben.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Mürbe.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Mör ass'n Schitt, söä Garner, ass'r sin' Plumen bekêk.</hi> (<hi rendition="#i">Hamburg.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Hoefer, 387; Schlingmann, 500.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*2 Einen mürbe machen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ihn nachgiebig machen, seinen Widerstand brechen, überwinden.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Et is so möer as de ôle (oder gôde) Fro êr Bêren.</hi> (<hi rendition="#i">Holst.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schütze, III, 112.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Gefault, verdorben. Die Frau, welche diese Redensart veranlasste, sparte ihre Esswaaren so lange auf, bis sie verdarben.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Mürben.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Was bald mürbt, bald verdirbt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 6447; Simrock, 7174.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Murd.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* He hett 't in't Murd<hi rendition="#sup">1</hi> brogt (gebracht).</hi> (<hi rendition="#i">Ostfries.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Bueren, 657; Frommann, V, 430, 539; Eichwald, 1351.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Zerriebenes, Zerstossenes, namentlich zerbröckelter Torf; Torfmull, Morast, Schlamm; aus dem veralteten morsen = zerreiben, in Stücke zerschlagen. (Vgl. <hi rendition="#i">Bremer Wb., III, 206; Stürenburg, 155.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head><hi rendition="#b">Mürenachwêt,</hi> s.  Maurerschweiss.</head><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Murmeierin.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Alte Murmeierin geben die beste Kupplerin.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Murmelthier.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Es ist ein altes Murmelthier.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#i">Kritzinger (367<hi rendition="#sup">b</hi>)</hi> für die französische Redensart: C'est une vieille Haha. Im Scherz von einem alten bösen Weibe, wofür er noch: alter Rumpelkasten, alte Bassgeige und Runkunkel beifügt.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Murr.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* He hett Murr inne Knâken.</hi> (<hi rendition="#i">Mecklenburg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Hat Kraft in den Knochen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Murreisen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Es ist ein altes Murreisen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Kritzinger, 446<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">In dem Sinne von Brummeisen. Von alten, närrischen Frauenspersonen.</p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[391]/0405] 20 Mit klingender Münze kommt man überall durch (fort). Holl.: Klinkende munt spreekt overal verstandbare taal. – Voor klinkende munt heeft ieder open ooren. (Harrebomée, II, 110a.) 21 Münz' und Metz ziehen an Einem Netz. – Parömiakon, 2067. Geld lockt leichte Dirnen. 22 New Müntz ist der alten gar vngleich. – Lehmann, 170, 36. In dem Sinne, dass selten etwas Besseres nachkomme. 23 Newe Müntz ist nimmer so gut als die alt. – Lehmann, 560, 26. „Wenn man new Herrn vnd müntz wil kiesen, so muss man vor der Hand verliesen.“ (Waldis, II, 19, 85.) Meint man, oft hat auch die Meinung recht. Vorurtheile gegen das Neue. Dän.: Ny mønt er neppe saa god som den gamble. (Prov. dan., 419.) 24 Nimmt die Münze im Preise zu, so nimmt Gottesfurcht und Redlichkeit ab. 25 Rothe Münze schämt sich, dass sie wenig Silber hat. 26 Schlechte Münzen gibt man im Dunkeln aus. Port.: Moeda falsa de noite passa. (Bohn I, 283.) 27 Wer einerley Müntz vnd gut Gelt, so stund es wol in aller welt. – Henisch, 1467, 57. 28 Wie die Münze, so die Obrigkeit. 29 Wo es an Münze fehlt, gehen die Bettler leer aus. Ein Mann von Verstande ist darum unter Tröpfen stumm, warum ein Mann von Vermögen Bettlern eine Gabe versagt: er hat keine Münze. *30 Diese Münze ist unter den Juden gewesen. Ist beschnitten. Frz.: Cette monnoye a passé par les mains des Juifs. (Kritzinger, 463a.) *31 Diese Münze kommt aus keinem andern Zahlamt. – Parömiakon, 2590. Es gibt keine andere Quelle dafür. *32 Einen mit falscher Münze bezahlen. In Griechenland ruft man denen, die einen belügen wollen, zu: Thessalische Münze! weil die Thessalier, welche im Alterthum Liebestränke bereiteten, jetzt als Falschmünzer bekannt sind. (Reinsberg VI, 89.) Mit der Redensart: Das ist spanische Münze, bezeichnet der Engländer Complimente oder schöne Worte überhaupt. (Reinsberg V, 38.) Frz.: Il ne se paye pas de telle monnoye. (Leroux, I, 104.) Holl.: Hij handelt in valsche munten. (Harrebomée, II, 110a.) *33 Einen mit gleicher (doppelter) Münze bezahlen. – Grimmelshausen, Vogelnest, II; Schottel, 1113a; Chaos, 313; Sailer, 55; Körte, 4345a; Parömiakon, 1211; Herberger, I, 601; Lohrengel, II, 211; Reinsberg III, 54. Ihm Gleiches mit Gleichem vergelten. „Wer sich mit fremden kleidern deckt, sein brodt ins nachbawern ofen beckt, vnd grasst in seines Nachbawren Wiesen, der muss an gleicher müntz verliesen.“ (Waldis, IV, 16, 47.) Dän.: At betale med liige myndt. (Prov. dan., 68.) Engl.: To pay one in his own coin. (Bohn II, 174.) Frz.: Comme il te fait, fais lui. (Lendroy, 707.) – Il l'a payé comptant. – Il lui a rendu le change. (Lendroy, 364.) – Payer quelqu'un en même monnaie. (Kritzinger, 463a.) – Rendre à quelqu'un la monnaie de sa pièce. (Bohn I, 55.) – S'il me donne des pois, je lui donnerai des fêver. (Lendroy, 746; Kritzinger, 547b.) Holl.: Hij betaalt hem met dezelfde (gelijke) munt. (Bohn I, 329; Harrebomée, II, 110a.) It.: Pagar uno della sua moneta. (Bohn I, 118.) Lat.: Cretiza cum Cretensi. – Sua quisque exempla debet aequo animo pati. (Phädrus.) (Philippi, II, 203.) Port.: Pagar na mesma moeda. (Bohn I, 291.) *34 Er het Münz unzählbar: e Spâgetti so lang das d' Ebigkeit und dann erst na drü gleich. – Sutermeister, 69. Die Erklärung fehlt in der Quellenschrift und das Wort Spâgetti bei Stalder. *35 Er is a abgerufene Münze. (Jüd.-deutsch. Brody.) Ein alter abgelebter Mensch. *36 Er kennt die Münzen. Dän.: Han forstaaer sig paa myndten. (Prov. dan., 79.) *37 Er macht nur in kleiner Münze. Frz.: Il n'est que monnoyeur pour se connoître en billon. (Leroux, II, 104.) *38 Er nimmt alles für baare (gute) Münze. Frz.: Il prend tout ce qu'on lui dit pour argent contant. – Prendre quelque chose pour argent comptant. (Leroux, II, 87.) Holl.: Hij neemt alles voor goede munt aan. (Harrebomée, II, 110a.) *39 Er versteht die Münze nicht. *40 Es ist kleine Münze. Ein unbedeutender Mensch. *41 Es ist laufenburger Münze. (Schweiz.) *42 Es ist neue Münze bereit. *43 Et äs en blêsch Minz. (Siebenbürg.-sächs.) – Frommann, V, 37, 97. Eine walachische Münze = Lüge. *44 Ich bin mit gleicher Münze bezahlt worden. Dän.: At betale med liige myndt. (Prov. dan., 68.) *45 Ik will di 't mit kölnischer Münte betalen. – Dähnert, 314b. Du sollst dein Theil reichlich wiederbekommen. *46 Keine Münze haben. *47 Mit baarer Münze zahlen. Holl.: Hij betaalt met klinkende munt. (Harrebomée, II, 110a.) *48 Mit grober Münz' auszahle(n). (Ulm.) Frz.: Païer quelqu'un en belles espèces. (Kritzinger, 235b.) *49 Nehmen eine Jarmilke1 Münz2. (Jüd.-deutsch. Brody.) 1) Kappe. 2) Kupfermünze. D. h. sich als Soldat anwerben lassen. Bezieht sich auf das bei dieser Gelegenheit dargereichte Handgeld. *50 Seine Münze gilt nicht mehr. Dän.: Hans mønt gielder nu ei længer. (Prov. dan., 419.) *51 Sie gehört unter die alte Münze. Eine abgelebte, verschossene Schönheit. Münzen. *1 Dös ist auf mi g'münzt. (Ulm.) *2 Ich wâr d'r was minzen (auch: pfeffern). In der Gegend von böhmisch Friedland, um jemand, namentlich einem Kinde etwas abzuschlagen. Münzer. 1 Mancher hett ein Müntzer geben, er kan eines vnd anders verfelschen vnd aus guten sorten böse machen. – Lehmann, 775, 16. 2 Viel Münzer und wenig alt Geld. Muoser. Wun de Muoser maschîre, mess et richtig rênen. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 510. Nach einer in Siebenbürgen weitverbreiteten Sage sind die Soldaten durch einen Fluch des Petrus zu diesem Schicksal verdammt. Ueber Ursprung und Bedeutung des Worts „Muoser“ selbst gibt Schuster keinen Aufschluss; er verweist blos auf das, was J. K. Schuller an „verschiedenen Orten“ darüber gesagt habe, ohne diese näher anzugeben. Mürbe. 1 Mör ass'n Schitt, söä Garner, ass'r sin' Plumen bekêk. (Hamburg.) – Hoefer, 387; Schlingmann, 500. *2 Einen mürbe machen. Ihn nachgiebig machen, seinen Widerstand brechen, überwinden. *3 Et is so möer as de ôle (oder gôde) Fro êr Bêren. (Holst.) – Schütze, III, 112. Gefault, verdorben. Die Frau, welche diese Redensart veranlasste, sparte ihre Esswaaren so lange auf, bis sie verdarben. Mürben. Was bald mürbt, bald verdirbt. – Körte, 6447; Simrock, 7174. Murd. * He hett 't in't Murd1 brogt (gebracht). (Ostfries.) – Bueren, 657; Frommann, V, 430, 539; Eichwald, 1351. 1) Zerriebenes, Zerstossenes, namentlich zerbröckelter Torf; Torfmull, Morast, Schlamm; aus dem veralteten morsen = zerreiben, in Stücke zerschlagen. (Vgl. Bremer Wb., III, 206; Stürenburg, 155.) Mürenachwêt, s. Maurerschweiss. Murmeierin. Alte Murmeierin geben die beste Kupplerin. Murmelthier. * Es ist ein altes Murmelthier. Kritzinger (367b) für die französische Redensart: C'est une vieille Haha. Im Scherz von einem alten bösen Weibe, wofür er noch: alter Rumpelkasten, alte Bassgeige und Runkunkel beifügt. Murr. * He hett Murr inne Knâken. (Mecklenburg.) Hat Kraft in den Knochen. Murreisen. * Es ist ein altes Murreisen. – Kritzinger, 446b. In dem Sinne von Brummeisen. Von alten, närrischen Frauenspersonen.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:28Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:28Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/405
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873, S. [391]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/405>, abgerufen am 25.10.2020.