Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 27 Ein guter muth ist täglich wolleben. - Lehmann, 209, 7.

28 Ein guter Muth un en Dauk (Tuch) um't Leiw (Leib), datt sitt warm. (Braunschweig.)

29 Ein guter Muth und kein Geld ist eine Gabe Gottes. (Braunschweig.)

30 Ein junger muth vnd frisches Blut offt weidlich irren thut. - Henisch, 436, 60.

31 Ein kecker (frischer) muth ist guter harnisch. - Eyering, II, 136; Gruter, I, 26; Egenolff, 390b; Petri, II, 207; Lehmann, 384, 8; Schottel, 1122b; Körte, 4361; Körte2, 5476; Kirchhofer, 4361; Masson, 366; Braun, I, 2836.

Ein Gedicht von Uhland hat dies Sprichwort zur Ueberschrift. (Düsseldorf, II.)

Lat.: Telo animus praestantior omni. (Philippi, II, 213.) - Tunc caedes hominum generi, tunc praelia nata, tunc brevitur dirae mortis aperta via est. (Sutor, 34.)

Schwed.: Friskt mod är ett godt harnesk. (Grubb, 216.)

32 Ein Muth, verzagt, ist bald ins Garn gejagt. - Petri, II, 216; Henisch, 1358, 52.

33 Ein sanffter Muth gewinnt seinen Feind. - Petri, II, 232.

34 Es gehört ein guter mut zu dantzen. - Gruter, III, 31; Lehmann, II, 153, 105.

35 Es gehört ein guter Muth dazu, dass man nimmer dran gedenck. - Lehmann, II, 127, 120; Henisch, 1440, 5.

36 Es gehört Muth dazu, sich mit Bettlern zu prügeln.

37 Es hat niemand guten Muth, als wer Gottes Willen thut.

Mhd.: Es hat niemant guoten muot, wan der gotes willen tuot. (Germania, II, 140b.)

38 Es ist nicht bessers dann ein guter mut in bösen sachen. - Franck, II, 64a; Lehmann, II, 135, 43.

39 Es ist nicht der grösste Muth, der in Schlachten Wunder thut.

"Wie klein ist der Muth, der vor Kugeln und Spiessen fest ist, gegen den Muth der Schlachten, die ich nun seit zwei Jahren bestehen muss." (E. M. Arndt.) "Was wir soldatischen Muth nennen, ist allen Thieren eigen; aber der moralische Muth, der Geistesmuth, ist desto grössere Seltenheit." (Jachmann, Reliquien, II, 124.)

40 Es ist nichts über guten mut. - Egenolff, 310a; Gruter, I, 35; Lehmann, 208, 1; Schottel, 1123a.

41 Es ligt alles am mut, ob einer reich oder arm sei. - Franck, I, 117b.

Mhd.: Man muot unt ritterleicher muot, die kroenen einen heiden. (Frauenlob.) (Zingerle, 105.)

42 Fresche Mot geht dorch Stahl on Iser. (Düsseldorf.) - Firmenich, I, 438, 15.

Mhd.: Verwegen muot groz arbeit ringe. (M. Falkner.) (Zingerle, 159.)

43 Frischer Muth ist halbes Werk.

Dän.: Frisk mo der det beste harnisk, men forskraekker fiende er snart slagen. (Prov. dan., 417.)

Holl.: Goede moed is het halve werk, zei de boer, en hij zag zijne koe kalven. (Harrebomee, II, 90a.)

44 Froher Muth braucht keinen Doctor.

Böhm.: Na lekare nemysli, kdo jest vesele mysli. (Celakovsky, 294.)

45 Froher Muth ist halbes Leben. - Gaal, 1173.

Böhm.: Stare prislovi tak pravi, ze dobra mysl pul zdravi. - Vesela mysl pul zdravi (zuweilen mit dem scherzhaften Zusatz: cele tele pul kravy). (Celakovsky, 294.)

Engl.: What can't be cured, must be endured.

Frz.: L'allegresse nourrit la vie. (Gaal, 1173.)

It.: L'allegrezza nutrisce la vita. (Gaal, 1173.)

Kroat.: Dobra misel pol zdravja. (Celakovsky, 294.)

Lat.: Bonus animus in mala re dimidium est mali. (Plautus.)

46 Froher Muth macht Brot und Käse gut.

47 Froher Muth macht schlechte Märkte gut.

48 Froher Muth schleusst das Herz auf.

Lat.: Pectora dum gaudent, patent. (Ovid.) (Binder II, 2513; Kruse, 820.)

49 Froher Muth und etwas Gut grosse Dinge thut.

Holl.: Een blij gemoed, en matig goed is wonder zoet. (Harrebomee, I, 228b.)

50 Fröhlicher Muth bricht das Unglück in Stück.

Holl.: Goede moed is het halve lijden. (Harrebomee, II, 90a.)

51 Gesunder Muth, gesunder Leib; viel altes Geld, ein junges Weib, dabei ein gut Geschrei und Gottes Huld dabei. - Gerlach, 142.


[Spaltenumbruch]

52 Gode Mot es halv Zäergähld. (Düren.) - Firmenich, I, 483, 64.

53 Gross ist mein mut, klein ist mein gut; wer mir nichts leit oder geit, der lass mich vngeheit. - Gruter, III, 45; Lehmann, II, 238, 84.

54 Grosser Muth und kleine Macht wird von jedermann verlacht. - Simrock, 7212.

55 Grosser Muth, wenig Gut. - Petri, II, 361.

56 Guter mut in vnglück, ist nur halb vnglück. - Gruter, III, 47.

Lat.: In re mala, animo si utare bono, adjuvat. (Plautus.) (Erasm., 41; Philippi, I, 203; Tappius, 72b.)

57 Guter mut ist halber leib. - Franck, II, 64a; Egenolff, 58b; Gruter, I, 46; Tappius, 72b; Heuseler, 136; Luther's Tischr., 217a.

Luther wendet das Sprichwort in der Auslegung des 12. Kap. in 2 Mos. an und sagt: "Es ist ein feiner Spruch, aus der Vernunft gezogen und dienet dazu, dass man zu ihm sage: Ei, mein guter Muth, so kommst du herdurch." Ein finnisches Sprichwort sagt: Der Muth verlässt den Braven nie; die Gefahr erhöht ihm denselben.

Dän.: Frisk mood er halv taering. (Prov. dan., 200.)

58 Guter Mut ist halber Leib, hüte dich, Narr1, vnd nim kein Weib. - Latendorf II, 14; Gruter, III, 47; Eyering, I, 758; Petri, III, 6; Mathesy, 203b; Lehmann, 139, 8; Eiselein, 633; Meisner, 65; Körte, 4363; Simrock, 7208; Schmitz, 196, 183; Masson, 179; Reinsberg I, 100; Törning, 44.

1) Welche Lesart die richtige oder ursprüngliche ist, habe ich nicht ermitteln können. Die mir für dies Sprichwort vorliegende älteste Quellenschrift ist Neander (1585) nach Latendorf a. a. O. Nach dieser, die "Narr" hat, ist der Abdruck erfolgt. Bei Gruter, der nächstältesten, steht dafür "nur". Ich neige mich zu der Annahme, dass diese die ursprüngliche Fassung, und "Narr" nur eine scherzhafte Umwandlung des "Nur" ist, obgleich das Alter der beiden Lesarten dagegenspricht. Eiselein hat blos "hüte dich", und weder "Narr" noch "nur", und bei Simrock steht der Zusatz in Klammern. Es wird das Auffinden des Sprichworts in einer Schrift vor 1585 abzuwarten sein. Doch bin ich der Ansicht, dass man niemand, bevor er einen angeblich dummen Streich macht, einen Narren nennen kann, sondern erst wenn er ihn gemacht hat. - Ehe der Bogen in den Druck geht, habe ich noch die neulich von der bairischen Akademie der Wissenschaften aus einer schwabacher Handschrift des 14. Jahrhunderts veröffentlichte Sprichwörtersammlung eingesehen, in der sich das Sprichwort, aber nur in der Fassung wie unter 57 findet. (Vgl. Hofmann, 34, 88.)

Lat.: Qui caret uxore, lite caret atque dolore. (Binder II, 2762; Neander, 305.) - Uxor acuto naso non facile ducenda est. (Chaos, 569.) - Uxorem duxi, libertatem vendidi (sagte jener Narr). (Mathesy, 263b.)

59 Guter Muth alles thut. - Chaos, 573.

Kinder verzagen, wenn sie eine Gosse, und Knaben, wenn sie einen schmalen Graben vor sich sehen, über welchen Männer lachend schreiten. So geht es auch mit den eingebildeten Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten.

Lat.: Musica est coelestis anima. (Sutor, 294.)

60 Guter Muth besitzt Reichthum und Gut.

Mhd.: Armer liute reiner muot nem ich für aller keiser guot. (Freidank.) (Zingerle, 105.) - Bezzer ist ein sicherr muot mit frid denn aller keiser guot. (Liedersaal.)

61 Guter Muth im Leibe ist schon halber Sieg.

Lat.: Audentes fortuna juvat, timidosque repellit.

62 Guter Muth ist halbe Arbeit. - Simrock, 7209; Körte, 4362; Braun, I, 2834.

63 Guter Muth ist halbes Leben. - Eiselein, 479.

Lat.: Bonus animus in mala re dimidium est mali. (Eiselein, 479.)

64 Guter Muth ist nicht verbotten. - Theatrum Diabolorum, 38b.

65 Guter Muth ist tägliches Wohlleben. - Simrock, 7211; Körte, 4365; Braun, I, 2835.

Engl.: A contended mind is a continual feast.

66 Guter Muth ist von Eichen, er geht vor, um nicht zu weichen.

Frz.: Courage de brebis, bientot venu, bientot failli. (Kritzinger, 182a.)

67 Guter Muth leichtert jede Noth.

Lat.: Animus aequus optimum est aerumnae condimentum. (Philippi, I, 31.)

68 Guter Muth macht gutes Blut. - Simrock, 7210; Körte, 4364; Braun, I, 2833.


[Spaltenumbruch] 27 Ein guter muth ist täglich wolleben.Lehmann, 209, 7.

28 Ein guter Muth un en Dauk (Tuch) um't Lîw (Leib), datt sitt warm. (Braunschweig.)

29 Ein guter Muth und kein Geld ist eine Gabe Gottes. (Braunschweig.)

30 Ein junger muth vnd frisches Blut offt weidlich irren thut.Henisch, 436, 60.

31 Ein kecker (frischer) muth ist guter harnisch.Eyering, II, 136; Gruter, I, 26; Egenolff, 390b; Petri, II, 207; Lehmann, 384, 8; Schottel, 1122b; Körte, 4361; Körte2, 5476; Kirchhofer, 4361; Masson, 366; Braun, I, 2836.

Ein Gedicht von Uhland hat dies Sprichwort zur Ueberschrift. (Düsseldorf, II.)

Lat.: Telo animus praestantior omni. (Philippi, II, 213.) – Tunc caedes hominum generi, tunc praelia nata, tunc brevitur dirae mortis aperta via est. (Sutor, 34.)

Schwed.: Friskt mod är ett godt harnesk. (Grubb, 216.)

32 Ein Muth, verzagt, ist bald ins Garn gejagt.Petri, II, 216; Henisch, 1358, 52.

33 Ein sanffter Muth gewinnt seinen Feind.Petri, II, 232.

34 Es gehört ein guter mut zu dantzen.Gruter, III, 31; Lehmann, II, 153, 105.

35 Es gehört ein guter Muth dazu, dass man nimmer dran gedenck.Lehmann, II, 127, 120; Henisch, 1440, 5.

36 Es gehört Muth dazu, sich mit Bettlern zu prügeln.

37 Es hat niemand guten Muth, als wer Gottes Willen thut.

Mhd.: Es hat niemant guoten muot, wan der gotes willen tuot. (Germania, II, 140b.)

38 Es ist nicht bessers dann ein guter mut in bösen sachen.Franck, II, 64a; Lehmann, II, 135, 43.

39 Es ist nicht der grösste Muth, der in Schlachten Wunder thut.

„Wie klein ist der Muth, der vor Kugeln und Spiessen fest ist, gegen den Muth der Schlachten, die ich nun seit zwei Jahren bestehen muss.“ (E. M. Arndt.) „Was wir soldatischen Muth nennen, ist allen Thieren eigen; aber der moralische Muth, der Geistesmuth, ist desto grössere Seltenheit.“ (Jachmann, Reliquien, II, 124.)

40 Es ist nichts über guten mut.Egenolff, 310a; Gruter, I, 35; Lehmann, 208, 1; Schottel, 1123a.

41 Es ligt alles am mut, ob einer reich oder arm sei.Franck, I, 117b.

Mhd.: Man muot unt ritterlîcher muot, die kroenen einen heiden. (Frauenlob.) (Zingerle, 105.)

42 Fresche Môt geht dorch Stahl on Iser. (Düsseldorf.) – Firmenich, I, 438, 15.

Mhd.: Verwegen muot grôz arbeit ringe. (M. Falkner.) (Zingerle, 159.)

43 Frischer Muth ist halbes Werk.

Dän.: Frisk mo der det beste harnisk, men forskrækker fiende er snart slagen. (Prov. dan., 417.)

Holl.: Goede moed is het halve werk, zei de boer, en hij zag zijne koe kalven. (Harrebomée, II, 90a.)

44 Froher Muth braucht keinen Doctor.

Böhm.: Na lékaře nemysli, kdo jest veselé mysli. (Čelakovsky, 294.)

45 Froher Muth ist halbes Leben.Gaal, 1173.

Böhm.: Staré přísloví tak praví, že dobrá mysl půl zdraví. – Veselá mysl půl zdravi (zuweilen mit dem scherzhaften Zusatz: celé tele půl krávy). (Čelakovsky, 294.)

Engl.: What can't be cured, must be endured.

Frz.: L'allegresse nourrit la vie. (Gaal, 1173.)

It.: L'allegrezza nutrisce la vita. (Gaal, 1173.)

Kroat.: Dobra misel pol zdravja. (Čelakovsky, 294.)

Lat.: Bonus animus in mala re dimidium est mali. (Plautus.)

46 Froher Muth macht Brot und Käse gut.

47 Froher Muth macht schlechte Märkte gut.

48 Froher Muth schleusst das Herz auf.

Lat.: Pectora dum gaudent, patent. (Ovid.) (Binder II, 2513; Kruse, 820.)

49 Froher Muth und etwas Gut grosse Dinge thut.

Holl.: Een blij gemoed, en matig goed is wonder zoet. (Harrebomée, I, 228b.)

50 Fröhlicher Muth bricht das Unglück in Stück.

Holl.: Goede moed is het halve lijden. (Harrebomée, II, 90a.)

51 Gesunder Muth, gesunder Leib; viel altes Geld, ein junges Weib, dabei ein gut Geschrei und Gottes Huld dabei.Gerlach, 142.


[Spaltenumbruch]

52 Gôde Môt es halv Zäergähld. (Düren.) – Firmenich, I, 483, 64.

53 Gross ist mein mut, klein ist mein gut; wer mir nichts leit oder geit, der lass mich vngeheit.Gruter, III, 45; Lehmann, II, 238, 84.

54 Grosser Muth und kleine Macht wird von jedermann verlacht.Simrock, 7212.

55 Grosser Muth, wenig Gut.Petri, II, 361.

56 Guter mut in vnglück, ist nur halb vnglück.Gruter, III, 47.

Lat.: In re mala, animo si utare bono, adjuvat. (Plautus.) (Erasm., 41; Philippi, I, 203; Tappius, 72b.)

57 Guter mut ist halber leib.Franck, II, 64a; Egenolff, 58b; Gruter, I, 46; Tappius, 72b; Heuseler, 136; Luther's Tischr., 217a.

Luther wendet das Sprichwort in der Auslegung des 12. Kap. in 2 Mos. an und sagt: „Es ist ein feiner Spruch, aus der Vernunft gezogen und dienet dazu, dass man zu ihm sage: Ei, mein guter Muth, so kommst du herdurch.“ Ein finnisches Sprichwort sagt: Der Muth verlässt den Braven nie; die Gefahr erhöht ihm denselben.

Dän.: Frisk mood er halv tæring. (Prov. dan., 200.)

58 Guter Mut ist halber Leib, hüte dich, Narr1, vnd nim kein Weib.Latendorf II, 14; Gruter, III, 47; Eyering, I, 758; Petri, III, 6; Mathesy, 203b; Lehmann, 139, 8; Eiselein, 633; Meisner, 65; Körte, 4363; Simrock, 7208; Schmitz, 196, 183; Masson, 179; Reinsberg I, 100; Törning, 44.

1) Welche Lesart die richtige oder ursprüngliche ist, habe ich nicht ermitteln können. Die mir für dies Sprichwort vorliegende älteste Quellenschrift ist Neander (1585) nach Latendorf a. a. O. Nach dieser, die „Narr“ hat, ist der Abdruck erfolgt. Bei Gruter, der nächstältesten, steht dafür „nur“. Ich neige mich zu der Annahme, dass diese die ursprüngliche Fassung, und „Narr“ nur eine scherzhafte Umwandlung des „Nur“ ist, obgleich das Alter der beiden Lesarten dagegenspricht. Eiselein hat blos „hüte dich“, und weder „Narr“ noch „nur“, und bei Simrock steht der Zusatz in Klammern. Es wird das Auffinden des Sprichworts in einer Schrift vor 1585 abzuwarten sein. Doch bin ich der Ansicht, dass man niemand, bevor er einen angeblich dummen Streich macht, einen Narren nennen kann, sondern erst wenn er ihn gemacht hat. – Ehe der Bogen in den Druck geht, habe ich noch die neulich von der bairischen Akademie der Wissenschaften aus einer schwabacher Handschrift des 14. Jahrhunderts veröffentlichte Sprichwörtersammlung eingesehen, in der sich das Sprichwort, aber nur in der Fassung wie unter 57 findet. (Vgl. Hofmann, 34, 88.)

Lat.: Qui caret uxore, lite caret atque dolore. (Binder II, 2762; Neander, 305.) – Uxor acuto naso non facile ducenda est. (Chaos, 569.) – Uxorem duxi, libertatem vendidi (sagte jener Narr). (Mathesy, 263b.)

59 Guter Muth alles thut.Chaos, 573.

Kinder verzagen, wenn sie eine Gosse, und Knaben, wenn sie einen schmalen Graben vor sich sehen, über welchen Männer lachend schreiten. So geht es auch mit den eingebildeten Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten.

Lat.: Musica est coelestis anima. (Sutor, 294.)

60 Guter Muth besitzt Reichthum und Gut.

Mhd.: Armer liute reiner muot nem ich für aller keiser guot. (Freidank.) (Zingerle, 105.) – Bezzer ist ein sicherr muot mit frid denn aller keiser guot. (Liedersaal.)

61 Guter Muth im Leibe ist schon halber Sieg.

Lat.: Audentes fortuna juvat, timidosque repellit.

62 Guter Muth ist halbe Arbeit.Simrock, 7209; Körte, 4362; Braun, I, 2834.

63 Guter Muth ist halbes Leben.Eiselein, 479.

Lat.: Bonus animus in mala re dimidium est mali. (Eiselein, 479.)

64 Guter Muth ist nicht verbotten.Theatrum Diabolorum, 38b.

65 Guter Muth ist tägliches Wohlleben.Simrock, 7211; Körte, 4365; Braun, I, 2835.

Engl.: A contended mind is a continual feast.

66 Guter Muth ist von Eichen, er geht vor, um nicht zu weichen.

Frz.: Courage de brebis, bientôt venu, bientôt failli. (Kritzinger, 182a.)

67 Guter Muth leichtert jede Noth.

Lat.: Animus aequus optimum est aerumnae condimentum. (Philippi, I, 31.)

68 Guter Muth macht gutes Blut.Simrock, 7210; Körte, 4364; Braun, I, 2833.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0413" n="[399]"/><cb n="797"/>
27 Ein guter muth ist täglich wolleben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 209, 7.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">28 Ein guter Muth un en Dauk (Tuch) um't Lîw (Leib), datt sitt warm.</hi> (<hi rendition="#i">Braunschweig.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">29 Ein guter Muth und kein Geld ist eine Gabe Gottes.</hi> (<hi rendition="#i">Braunschweig.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">30 Ein junger muth vnd frisches Blut offt weidlich irren thut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 436, 60.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">31 Ein kecker (frischer) muth ist guter harnisch.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eyering, II, 136; Gruter, I, 26; Egenolff, 390<hi rendition="#sup">b</hi>; Petri, II, 207; Lehmann, 384, 8; Schottel, 1122<hi rendition="#sup">b</hi>; Körte, 4361; Körte<hi rendition="#sup">2</hi>, 5476; Kirchhofer, 4361; Masson, 366; Braun, I, 2836.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein Gedicht von <hi rendition="#i">Uhland</hi> hat dies Sprichwort zur Ueberschrift. (<hi rendition="#i">Düsseldorf, II.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Telo animus praestantior omni. (<hi rendition="#i">Philippi, II, 213.</hi>) &#x2013; Tunc caedes hominum generi, tunc praelia nata, tunc brevitur dirae mortis aperta via est. (<hi rendition="#i">Sutor, 34.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Friskt mod är ett godt harnesk. (<hi rendition="#i">Grubb, 216.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">32 Ein Muth, verzagt, ist bald ins Garn gejagt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 216; Henisch, 1358, 52.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">33 Ein sanffter Muth gewinnt seinen Feind.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 232.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">34 Es gehört ein guter mut zu dantzen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, III, 31; Lehmann, II, 153, 105.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">35 Es gehört ein guter Muth dazu, dass man nimmer dran gedenck.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 127, 120; Henisch, 1440, 5.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">36 Es gehört Muth dazu, sich mit Bettlern zu prügeln.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">37 Es hat niemand guten Muth, als wer Gottes Willen thut.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Es hat niemant guoten muot, wan der gotes willen tuot. (<hi rendition="#i">Germania, II, 140<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">38 Es ist nicht bessers dann ein guter mut in bösen sachen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 64<hi rendition="#sup">a</hi>; Lehmann, II, 135, 43.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">39 Es ist nicht der grösste Muth, der in Schlachten Wunder thut.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Wie klein ist der Muth, der vor Kugeln und Spiessen fest ist, gegen den Muth der Schlachten, die ich nun seit zwei Jahren bestehen muss.&#x201C; (<hi rendition="#i">E. M. Arndt.</hi>) &#x201E;Was wir soldatischen Muth nennen, ist allen Thieren eigen; aber der moralische Muth, der Geistesmuth, ist desto grössere Seltenheit.&#x201C; (<hi rendition="#i">Jachmann, Reliquien, II, 124.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">40 Es ist nichts über guten mut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Egenolff, 310<hi rendition="#sup">a</hi>; Gruter, I, 35; Lehmann, 208, 1; Schottel, 1123<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">41 Es ligt alles am mut, ob einer reich oder arm sei.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 117<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Man muot unt ritterlîcher muot, die kroenen einen heiden. (<hi rendition="#i">Frauenlob.</hi>) (<hi rendition="#i">Zingerle, 105.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">42 Fresche Môt geht dorch Stahl on Iser.</hi> (<hi rendition="#i">Düsseldorf.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 438, 15.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Verwegen muot grôz arbeit ringe. (<hi rendition="#i">M. Falkner.</hi>) (<hi rendition="#i">Zingerle, 159.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">43 Frischer Muth ist halbes Werk.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Frisk mo der det beste harnisk, men forskrækker fiende er snart slagen. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 417.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Goede moed is het halve werk, zei de boer, en hij zag zijne koe kalven. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 90<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">44 Froher Muth braucht keinen Doctor.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Na léka&#x0159;e nemysli, kdo jest veselé mysli. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 294.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">45 Froher Muth ist halbes Leben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gaal, 1173.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Staré p&#x0159;ísloví tak praví, &#x017E;e dobrá mysl p&#x016F;l zdraví. &#x2013; Veselá mysl p&#x016F;l zdravi (zuweilen mit dem scherzhaften Zusatz: celé tele p&#x016F;l krávy). (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 294.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: What can't be cured, must be endured.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: L'allegresse nourrit la vie. (<hi rendition="#i">Gaal, 1173.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: L'allegrezza nutrisce la vita. (<hi rendition="#i">Gaal, 1173.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Kroat.</hi>: Dobra misel pol zdravja. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 294.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Bonus animus in mala re dimidium est mali. (<hi rendition="#i">Plautus.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">46 Froher Muth macht Brot und Käse gut.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">47 Froher Muth macht schlechte Märkte gut.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">48 Froher Muth schleusst das Herz auf.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Pectora dum gaudent, patent. (<hi rendition="#i">Ovid.</hi>) (<hi rendition="#i">Binder II, 2513; Kruse, 820.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">49 Froher Muth und etwas Gut grosse Dinge thut.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Een blij gemoed, en matig goed is wonder zoet. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 228<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">50 Fröhlicher Muth bricht das Unglück in Stück.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Goede moed is het halve lijden. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 90<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">51 Gesunder Muth, gesunder Leib; viel altes Geld, ein junges Weib, dabei ein gut Geschrei und Gottes Huld dabei.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gerlach, 142.</hi></p><lb/>
          <cb n="798"/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">52 Gôde Môt es halv Zäergähld.</hi> (<hi rendition="#i">Düren.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 483, 64.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">53 Gross ist mein mut, klein ist mein gut; wer mir nichts leit oder geit, der lass mich vngeheit.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, III, 45; Lehmann, II, 238, 84.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">54 Grosser Muth und kleine Macht wird von jedermann verlacht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 7212.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">55 Grosser Muth, wenig Gut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 361.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">56 Guter mut in vnglück, ist nur halb vnglück.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, III, 47.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: In re mala, animo si utare bono, adjuvat. (<hi rendition="#i">Plautus.</hi>) (<hi rendition="#i">Erasm., 41; Philippi, I, 203; Tappius, 72<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">57 Guter mut ist halber leib.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 64<hi rendition="#sup">a</hi>; Egenolff, 58<hi rendition="#sup">b</hi>; Gruter, I, 46; Tappius, 72<hi rendition="#sup">b</hi>; Heuseler, 136; Luther's Tischr., 217<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#i">Luther</hi> wendet das Sprichwort in der Auslegung des 12. Kap. in 2 <hi rendition="#i">Mos.</hi> an und sagt: &#x201E;Es ist ein feiner Spruch, aus der Vernunft gezogen und dienet dazu, dass man zu ihm sage: Ei, mein guter Muth, so kommst du herdurch.&#x201C; Ein finnisches Sprichwort sagt: Der Muth verlässt den Braven nie; die Gefahr erhöht ihm denselben.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Frisk mood er halv tæring. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 200.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">58 Guter Mut ist halber Leib, hüte dich, Narr<hi rendition="#sup">1</hi>, vnd nim kein Weib.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Latendorf II, 14; Gruter, III, 47; Eyering, I, 758; Petri, III, 6; Mathesy, 203<hi rendition="#sup">b</hi>; Lehmann, 139, 8; Eiselein, 633; Meisner, 65; Körte, 4363; Simrock, 7208; Schmitz, 196, 183; Masson, 179; Reinsberg I, 100; Törning, 44.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Welche Lesart die richtige oder ursprüngliche ist, habe ich nicht ermitteln können. Die mir für dies Sprichwort vorliegende älteste Quellenschrift ist <hi rendition="#i">Neander (1585)</hi> nach <hi rendition="#i">Latendorf</hi> a. a. O. Nach dieser, die &#x201E;Narr&#x201C; hat, ist der Abdruck erfolgt. Bei <hi rendition="#i">Gruter,</hi> der nächstältesten, steht dafür &#x201E;nur&#x201C;. Ich neige mich zu der Annahme, dass diese die ursprüngliche Fassung, und &#x201E;Narr&#x201C; nur eine scherzhafte Umwandlung des &#x201E;Nur&#x201C; ist, obgleich das Alter der beiden Lesarten dagegenspricht. <hi rendition="#i">Eiselein</hi> hat blos &#x201E;hüte dich&#x201C;, und weder &#x201E;Narr&#x201C; noch &#x201E;nur&#x201C;, und bei <hi rendition="#i">Simrock</hi> steht der Zusatz in Klammern. Es wird das Auffinden des Sprichworts in einer Schrift vor 1585 abzuwarten sein. Doch bin ich der Ansicht, dass man niemand, bevor er einen angeblich dummen Streich macht, einen Narren nennen kann, sondern erst wenn er ihn gemacht hat. &#x2013; Ehe der Bogen in den Druck geht, habe ich noch die neulich von der bairischen Akademie der Wissenschaften aus einer schwabacher Handschrift des 14. Jahrhunderts veröffentlichte Sprichwörtersammlung eingesehen, in der sich das Sprichwort, aber nur in der Fassung wie unter 57 findet. (Vgl. <hi rendition="#i">Hofmann, 34, 88.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Qui caret uxore, lite caret atque dolore. (<hi rendition="#i">Binder II, 2762; Neander, 305.</hi>) &#x2013; Uxor acuto naso non facile ducenda est. (<hi rendition="#i">Chaos, 569.</hi>) &#x2013; Uxorem duxi, libertatem vendidi (sagte jener Narr). (<hi rendition="#i">Mathesy, 263<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">59 Guter Muth alles thut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Chaos, 573.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Kinder verzagen, wenn sie eine Gosse, und Knaben, wenn sie einen schmalen Graben vor sich sehen, über welchen Männer lachend schreiten. So geht es auch mit den eingebildeten Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Musica est coelestis anima. (<hi rendition="#i">Sutor, 294.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">60 Guter Muth besitzt Reichthum und Gut.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Armer liute reiner muot nem ich für aller keiser guot. (<hi rendition="#i">Freidank.</hi>) (<hi rendition="#i">Zingerle, 105.</hi>) &#x2013; Bezzer ist ein sicherr muot mit frid denn aller keiser guot. (<hi rendition="#i">Liedersaal.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">61 Guter Muth im Leibe ist schon halber Sieg.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Audentes fortuna juvat, timidosque repellit.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">62 Guter Muth ist halbe Arbeit.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 7209; Körte, 4362; Braun, I, 2834.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">63 Guter Muth ist halbes Leben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 479.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Bonus animus in mala re dimidium est mali. (<hi rendition="#i">Eiselein, 479.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">64 Guter Muth ist nicht verbotten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Theatrum Diabolorum, 38<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">65 Guter Muth ist tägliches Wohlleben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 7211; Körte, 4365; Braun, I, 2835.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: A contended mind is a continual feast.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">66 Guter Muth ist von Eichen, er geht vor, um nicht zu weichen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Courage de brebis, bientôt venu, bientôt failli. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 182<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">67 Guter Muth leichtert jede Noth.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Animus aequus optimum est aerumnae condimentum. (<hi rendition="#i">Philippi, I, 31.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">68 Guter Muth macht gutes Blut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 7210; Körte, 4364; Braun, I, 2833.</hi></p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[399]/0413] 27 Ein guter muth ist täglich wolleben. – Lehmann, 209, 7. 28 Ein guter Muth un en Dauk (Tuch) um't Lîw (Leib), datt sitt warm. (Braunschweig.) 29 Ein guter Muth und kein Geld ist eine Gabe Gottes. (Braunschweig.) 30 Ein junger muth vnd frisches Blut offt weidlich irren thut. – Henisch, 436, 60. 31 Ein kecker (frischer) muth ist guter harnisch. – Eyering, II, 136; Gruter, I, 26; Egenolff, 390b; Petri, II, 207; Lehmann, 384, 8; Schottel, 1122b; Körte, 4361; Körte2, 5476; Kirchhofer, 4361; Masson, 366; Braun, I, 2836. Ein Gedicht von Uhland hat dies Sprichwort zur Ueberschrift. (Düsseldorf, II.) Lat.: Telo animus praestantior omni. (Philippi, II, 213.) – Tunc caedes hominum generi, tunc praelia nata, tunc brevitur dirae mortis aperta via est. (Sutor, 34.) Schwed.: Friskt mod är ett godt harnesk. (Grubb, 216.) 32 Ein Muth, verzagt, ist bald ins Garn gejagt. – Petri, II, 216; Henisch, 1358, 52. 33 Ein sanffter Muth gewinnt seinen Feind. – Petri, II, 232. 34 Es gehört ein guter mut zu dantzen. – Gruter, III, 31; Lehmann, II, 153, 105. 35 Es gehört ein guter Muth dazu, dass man nimmer dran gedenck. – Lehmann, II, 127, 120; Henisch, 1440, 5. 36 Es gehört Muth dazu, sich mit Bettlern zu prügeln. 37 Es hat niemand guten Muth, als wer Gottes Willen thut. Mhd.: Es hat niemant guoten muot, wan der gotes willen tuot. (Germania, II, 140b.) 38 Es ist nicht bessers dann ein guter mut in bösen sachen. – Franck, II, 64a; Lehmann, II, 135, 43. 39 Es ist nicht der grösste Muth, der in Schlachten Wunder thut. „Wie klein ist der Muth, der vor Kugeln und Spiessen fest ist, gegen den Muth der Schlachten, die ich nun seit zwei Jahren bestehen muss.“ (E. M. Arndt.) „Was wir soldatischen Muth nennen, ist allen Thieren eigen; aber der moralische Muth, der Geistesmuth, ist desto grössere Seltenheit.“ (Jachmann, Reliquien, II, 124.) 40 Es ist nichts über guten mut. – Egenolff, 310a; Gruter, I, 35; Lehmann, 208, 1; Schottel, 1123a. 41 Es ligt alles am mut, ob einer reich oder arm sei. – Franck, I, 117b. Mhd.: Man muot unt ritterlîcher muot, die kroenen einen heiden. (Frauenlob.) (Zingerle, 105.) 42 Fresche Môt geht dorch Stahl on Iser. (Düsseldorf.) – Firmenich, I, 438, 15. Mhd.: Verwegen muot grôz arbeit ringe. (M. Falkner.) (Zingerle, 159.) 43 Frischer Muth ist halbes Werk. Dän.: Frisk mo der det beste harnisk, men forskrækker fiende er snart slagen. (Prov. dan., 417.) Holl.: Goede moed is het halve werk, zei de boer, en hij zag zijne koe kalven. (Harrebomée, II, 90a.) 44 Froher Muth braucht keinen Doctor. Böhm.: Na lékaře nemysli, kdo jest veselé mysli. (Čelakovsky, 294.) 45 Froher Muth ist halbes Leben. – Gaal, 1173. Böhm.: Staré přísloví tak praví, že dobrá mysl půl zdraví. – Veselá mysl půl zdravi (zuweilen mit dem scherzhaften Zusatz: celé tele půl krávy). (Čelakovsky, 294.) Engl.: What can't be cured, must be endured. Frz.: L'allegresse nourrit la vie. (Gaal, 1173.) It.: L'allegrezza nutrisce la vita. (Gaal, 1173.) Kroat.: Dobra misel pol zdravja. (Čelakovsky, 294.) Lat.: Bonus animus in mala re dimidium est mali. (Plautus.) 46 Froher Muth macht Brot und Käse gut. 47 Froher Muth macht schlechte Märkte gut. 48 Froher Muth schleusst das Herz auf. Lat.: Pectora dum gaudent, patent. (Ovid.) (Binder II, 2513; Kruse, 820.) 49 Froher Muth und etwas Gut grosse Dinge thut. Holl.: Een blij gemoed, en matig goed is wonder zoet. (Harrebomée, I, 228b.) 50 Fröhlicher Muth bricht das Unglück in Stück. Holl.: Goede moed is het halve lijden. (Harrebomée, II, 90a.) 51 Gesunder Muth, gesunder Leib; viel altes Geld, ein junges Weib, dabei ein gut Geschrei und Gottes Huld dabei. – Gerlach, 142. 52 Gôde Môt es halv Zäergähld. (Düren.) – Firmenich, I, 483, 64. 53 Gross ist mein mut, klein ist mein gut; wer mir nichts leit oder geit, der lass mich vngeheit. – Gruter, III, 45; Lehmann, II, 238, 84. 54 Grosser Muth und kleine Macht wird von jedermann verlacht. – Simrock, 7212. 55 Grosser Muth, wenig Gut. – Petri, II, 361. 56 Guter mut in vnglück, ist nur halb vnglück. – Gruter, III, 47. Lat.: In re mala, animo si utare bono, adjuvat. (Plautus.) (Erasm., 41; Philippi, I, 203; Tappius, 72b.) 57 Guter mut ist halber leib. – Franck, II, 64a; Egenolff, 58b; Gruter, I, 46; Tappius, 72b; Heuseler, 136; Luther's Tischr., 217a. Luther wendet das Sprichwort in der Auslegung des 12. Kap. in 2 Mos. an und sagt: „Es ist ein feiner Spruch, aus der Vernunft gezogen und dienet dazu, dass man zu ihm sage: Ei, mein guter Muth, so kommst du herdurch.“ Ein finnisches Sprichwort sagt: Der Muth verlässt den Braven nie; die Gefahr erhöht ihm denselben. Dän.: Frisk mood er halv tæring. (Prov. dan., 200.) 58 Guter Mut ist halber Leib, hüte dich, Narr1, vnd nim kein Weib. – Latendorf II, 14; Gruter, III, 47; Eyering, I, 758; Petri, III, 6; Mathesy, 203b; Lehmann, 139, 8; Eiselein, 633; Meisner, 65; Körte, 4363; Simrock, 7208; Schmitz, 196, 183; Masson, 179; Reinsberg I, 100; Törning, 44. 1) Welche Lesart die richtige oder ursprüngliche ist, habe ich nicht ermitteln können. Die mir für dies Sprichwort vorliegende älteste Quellenschrift ist Neander (1585) nach Latendorf a. a. O. Nach dieser, die „Narr“ hat, ist der Abdruck erfolgt. Bei Gruter, der nächstältesten, steht dafür „nur“. Ich neige mich zu der Annahme, dass diese die ursprüngliche Fassung, und „Narr“ nur eine scherzhafte Umwandlung des „Nur“ ist, obgleich das Alter der beiden Lesarten dagegenspricht. Eiselein hat blos „hüte dich“, und weder „Narr“ noch „nur“, und bei Simrock steht der Zusatz in Klammern. Es wird das Auffinden des Sprichworts in einer Schrift vor 1585 abzuwarten sein. Doch bin ich der Ansicht, dass man niemand, bevor er einen angeblich dummen Streich macht, einen Narren nennen kann, sondern erst wenn er ihn gemacht hat. – Ehe der Bogen in den Druck geht, habe ich noch die neulich von der bairischen Akademie der Wissenschaften aus einer schwabacher Handschrift des 14. Jahrhunderts veröffentlichte Sprichwörtersammlung eingesehen, in der sich das Sprichwort, aber nur in der Fassung wie unter 57 findet. (Vgl. Hofmann, 34, 88.) Lat.: Qui caret uxore, lite caret atque dolore. (Binder II, 2762; Neander, 305.) – Uxor acuto naso non facile ducenda est. (Chaos, 569.) – Uxorem duxi, libertatem vendidi (sagte jener Narr). (Mathesy, 263b.) 59 Guter Muth alles thut. – Chaos, 573. Kinder verzagen, wenn sie eine Gosse, und Knaben, wenn sie einen schmalen Graben vor sich sehen, über welchen Männer lachend schreiten. So geht es auch mit den eingebildeten Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten. Lat.: Musica est coelestis anima. (Sutor, 294.) 60 Guter Muth besitzt Reichthum und Gut. Mhd.: Armer liute reiner muot nem ich für aller keiser guot. (Freidank.) (Zingerle, 105.) – Bezzer ist ein sicherr muot mit frid denn aller keiser guot. (Liedersaal.) 61 Guter Muth im Leibe ist schon halber Sieg. Lat.: Audentes fortuna juvat, timidosque repellit. 62 Guter Muth ist halbe Arbeit. – Simrock, 7209; Körte, 4362; Braun, I, 2834. 63 Guter Muth ist halbes Leben. – Eiselein, 479. Lat.: Bonus animus in mala re dimidium est mali. (Eiselein, 479.) 64 Guter Muth ist nicht verbotten. – Theatrum Diabolorum, 38b. 65 Guter Muth ist tägliches Wohlleben. – Simrock, 7211; Körte, 4365; Braun, I, 2835. Engl.: A contended mind is a continual feast. 66 Guter Muth ist von Eichen, er geht vor, um nicht zu weichen. Frz.: Courage de brebis, bientôt venu, bientôt failli. (Kritzinger, 182a.) 67 Guter Muth leichtert jede Noth. Lat.: Animus aequus optimum est aerumnae condimentum. (Philippi, I, 31.) 68 Guter Muth macht gutes Blut. – Simrock, 7210; Körte, 4364; Braun, I, 2833.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:28Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:28Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/413
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873, S. [399]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/413>, abgerufen am 18.01.2021.