Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] um die Unterhaltung des Gastes mit der schönen Wirthin in einem Seitenzimmer nicht zu stören. Als aber ein Bedienter, welcher den Herrn für wirklich schlafend hielt, eine Flasche Wein wegnehmen wollte, donnerte ihm sein Herr entgegen: "In felix au nes me toli Maecenati dormire: Halt ein! Mein Schlaf gilt niemand von euch allen, ich schlafe blos Mäcenas zu Gefallen."

Lat.: Infelix an nescis me soli Maecenati dormire. (Cicero.) (Binder II, 2200; Erasm., 865.)

*138 Er schläft nicht so viel wie eine Nachtigall.

Schläft sehr mässig, weil die Nachtigallen in den Frühlingsmonaten beinahe die ganze Nacht hindurch schlagen.

*139 Er schläft so fest wie ein Murmelthier.

Holl.: Het is een leelijk mormeldier. - Hij is zoo vast in slaap als een mormeldier. (Harrebomee, II, 104b.)

*140 Er schläft so lange, um eine Mahlzeit zu ersparen.

*141 Er schläft, und seine Zinsen gehen. - Blass, 10.

*142 Er schläft unter zwei Fellen.

Der Kaffer schläft auf Binsenmatten und deckt sich mit seinem Mantel aus Fellen zu. Daher diese Redensart zur Bezeichnung, dass der Kaffer sich verheirathet habe.

*143 Er schläft wie Adam im Paradies.

Holl.: Hij slaapt als Adam in het paradijs. (Harrebomee, II, 172a.)

*144 Er schläft wie auf einer Flaumfeder.

Um zu sagen, ich habe schlecht geschlafen, sagt man: Ich habe geschlafen wie auf einer Flaumfeder. "Die Churländische Bawren pflücken ire Gäns ausserhalb des Hauses in der freyen Lufft, lassen die Federn in der Lufft wegfliehen und schlaffen auf den Bäncken oder Erden wie das Vieh, oder schlechtem Stroh oder Hew. Die Liefländische Bawren halten auch nichts von Federn und machens grad so. Man referirt eine Historie von einem Alberto magno, der es versuchen wollen, ob auch weich auff den Federn zu schlaffen sey und hat auff einer banck nur eine Feder unter sich gelegt und alss er dess Morgens auffgestanden, haben ihm die Lenden und der Kopff wehe gethan."

*145 Er schläft wie auf Rosen.

Die Sybariten pflegten auf Betten mit Rosenblättern gefüllt zu schlafen. Kleopatra liess bei einem Gastmahl den Fussboden eine Elle hoch mit Rosen bedecken. (Vgl. Geschichte der Rose im Morgenblatt, 1855.)

*146 Er schläft wie ein Dachs. - Frischbier2, 3313.

*147 Er schläft wie ein Herr (bis gegen Mittag) und frühstückt (isst) wie ein Bettler.

Böhm.: Panske spani, zebraci snidani. (Celakovsky, 135.)

*148 Er schläft wie ein hungriger Fuchs.

Besonders von Armen, weil die Noth schlau macht und vieler Ränke Erfinderin ist. Der Fuchs, wenn er hungert, stellt sich nur so, als ob er schliefe, um seine Beute desto sicherer zu erhaschen.

*149 Er schläft wie ein Kanonikus. - Klosterspiegel, 81, 23.

*150 Er schläft wie ein Sack. - Klix, 84.

*151 Er schläft wie ein Stock.

Wenn jemand einen ununterbrochenen, festen Schlaf hat.

*152 Er schläft wie eine Katze. (Stockerau.)

D. h. viel.

*153 Er schläft wie eine Ratze. - Frischbier2, 3313; Närrin, II; Schöpf, 538.

D. h. nicht etwa wie eine Ratte, sondern wie ein Siebenschläfer (Glis esculentus oder Myoxus glis), welches Thier in Süddeutschland auch die Schlafratz oder Ratz schlechtweg genannt wird und im Winter in einem schlafähnlichen Zustande sich befindet. Nach Brehm heisst der Iltis auch Ratz und von diesem sagt er, er ruhe oder schlafe den ganzen Tag, woher die obige Redensart komme. "Aristoteles bezeuget, dass sie (die Ratzen) den ganzen Winter pflegen zu schlafen."

Frz.: Dormir comme un loir. (Kritzinger, 246b.)

Holl.: Hij slaapt als een os. (Harrebomee, II, 154b.)

*154 Er schläft wie Hans ohne Sorgen.

Lat.: In utrumvis oculum. - Porrectis pedibus dormire. (Philippi, I, 207 u. II, 102.)

*155 Er schloft wie 'ne Otter. - Sutermeister, 60.

*156 Er schluft wie nuch a Bud.(Jüd.-deutsch. Warschau.)

Nach der Erfahrung, dass man nach einem Bade fest zu schlafen pflegt.

*157 Es gehet schlaffen. (S. Ende 108.) - Lehmann, 173, 7.

*158 Gah schloape, de Schwein ligge schon. (Königsberg.)

*159 Hä schlief wie der Has en de Kühle. (Bedburg.)

War auf der Hut, aufmerksam.

*160 Hai släped as de Kumücken. - Frommann, V, 162, 140.

It.: Chi si cava il sonno, non si cava la fame.


[Spaltenumbruch]

*161 Hai släped as en Fos. - Frommann, V, 162, 140.

*162 Habt ihr noch nicht lang genug geschlafen?

Diese Frage wird aus der Reveille der Hornisten herausgehört.

*163 He schlöppt nett met de ganze Klock rond. (Meurs.) - Firmenich, I, 406, 368.

D. h. zwölf Stunden.

*164 He slöppt nich, wenn he wat eten schall. - Eichwald, 454; Schlingmann, 5.

*165 He slöpt, dat en Og dat anner nig sütt. (Holst.) - Schütze, III, 169.

Sehr fest.

*166 Hei wat schloape biem Bauk wie biem Noaber. (Dönhofstädt.)

Von jemand, der ungewöhnlich viel zu Abend isst.

*167 I schloaf bei da graen Bettfrau und iss bei der goldenen Sun. (Wien.)

Bei der grünen Bettfrau schlafen und bei der goldenen Sonne essen, klagt der Obdachlose, der im freien, grünen Felde übernachten muss und nicht hat, um sich in einem Gasthause zu erfrischen.

*168 Schlaf und lauf!

*169 Schlafen bis Michel tutet.

Sehr verschlafen sein.

Lat.: Ultra Epimenidem dormire. (Plinius.) (Binder II, 3391; Seybold, 646; Erasm., 871; Philippi, II, 281.)

*170 Schlafen ist ihm lieber als Holzsägen.

Dän.: Hand vil heller sove end save. (Prov. dan., 521.)

Frz.: Cet homme n'oublie rien, pour dormir. (Lendroy, 1117.)

*171 Schlafen wie eine Rübe. (Dresden.)

*172 Schläft a doch, mechta doch e jingste Tag verschloafen. (Schles.) - Gomolcke, 472; Frommann, III, 246, 152.

*173 Schläpt gesund! Na, schrapt man june Hund. (Natangen.)

*174 Schloap rund, dat d' nich eckig warst. (Pommern.)

Scherzhafter Gutenachtwunsch.

*175 Se schlofen wä de Ratzen. (Siebenbürg.-sächs.) - Frommann, V, 175, 171.

Lat.: In utramvis aurem dormire. (Terenz.) (Binder II, 1481.)

*176 Sie schlaffen für jr essen. - Tappius, 134b.

*177 Wenn er schläft, wiegt ihn der Teufel.

Er wälzt sich beständig im Bett herum.

*178 Wir wöllen heut drüber schlaffen. - Franck, I, 50a; Eiselein, 550; Sailer, 142.

Lat.: De mane consilium. (Sutor, 118.) - In crastinum seria. (Eiselein, 550.)


Schlafender.

1 Allen schlaffenden ist nicht zu trawen; etliche beissen auch. - Petri, II, 6.

2 Den Schlafenden hungert nicht.

3 Des Schlafenden Kopf ist in seinem Magen.

4 Des Schlafenden Netz fängt.

Holl.: Des slapenden net vangt. (Harrebomee, II, 273a.)

5 Einen Schlafenden soll man nicht aufwecken.

Lat.: Malum bene conditum ne moveris. ( Sutor, 173.)

6 Es gilt dem Schlafenden wie dem Wachenden. (Saulgau.) - Birlinger, 1072.

*7 Einem Schlafenden das Netz ziehen.

Für jemand Geschäfte verrichten, während er selbst müssig ist.

*8 Mit einem Schlafenden zu streiten anfangen.

Von denen, die beständig verdriesslich und zum Zanke geneigt sind.


Schläfer.

1 Ein Schläfer träumt nicht, was er will.

Holl.: Slapers droomen niet al willens. (Harrebomee, II, 273a.)

2 Schläfer gibt's auch in der Kirche.


Schlafeule.

Schlafeulen mögen vor Hunger heulen.


Schlaffittich.

* Sie kriegt mich beim Schlaffittich. - Holtei, Eselsfresser, 212.

Einen beim Schlaffittchen nehmen, kriegen. In Litauen auch: Beim Klafittchen. (Frischbier2, 3319.) Einen beim Kragen fassen, am Arme festhalten.


Schlafgeld.

* Er muss viel Schlafgeld geben.

Hat viel Zinsen zu zahlen.


[Spaltenumbruch] um die Unterhaltung des Gastes mit der schönen Wirthin in einem Seitenzimmer nicht zu stören. Als aber ein Bedienter, welcher den Herrn für wirklich schlafend hielt, eine Flasche Wein wegnehmen wollte, donnerte ihm sein Herr entgegen: „In felix au nes me toli Maecenati dormire: Halt ein! Mein Schlaf gilt niemand von euch allen, ich schlafe blos Mäcenas zu Gefallen.“

Lat.: Infelix an nescis me soli Maecenati dormire. (Cicero.) (Binder II, 2200; Erasm., 865.)

*138 Er schläft nicht so viel wie eine Nachtigall.

Schläft sehr mässig, weil die Nachtigallen in den Frühlingsmonaten beinahe die ganze Nacht hindurch schlagen.

*139 Er schläft so fest wie ein Murmelthier.

Holl.: Het is een leelijk mormeldier. – Hij is zoo vast in slaap als een mormeldier. (Harrebomée, II, 104b.)

*140 Er schläft so lange, um eine Mahlzeit zu ersparen.

*141 Er schläft, und seine Zinsen gehen.Blass, 10.

*142 Er schläft unter zwei Fellen.

Der Kaffer schläft auf Binsenmatten und deckt sich mit seinem Mantel aus Fellen zu. Daher diese Redensart zur Bezeichnung, dass der Kaffer sich verheirathet habe.

*143 Er schläft wie Adam im Paradies.

Holl.: Hij slaapt als Adam in het paradijs. (Harrebomée, II, 172a.)

*144 Er schläft wie auf einer Flaumfeder.

Um zu sagen, ich habe schlecht geschlafen, sagt man: Ich habe geschlafen wie auf einer Flaumfeder. „Die Churländische Bawren pflücken ire Gäns ausserhalb des Hauses in der freyen Lufft, lassen die Federn in der Lufft wegfliehen und schlaffen auf den Bäncken oder Erden wie das Vieh, oder schlechtem Stroh oder Hew. Die Liefländische Bawren halten auch nichts von Federn und machens grad so. Man referirt eine Historie von einem Alberto magno, der es versuchen wollen, ob auch weich auff den Federn zu schlaffen sey und hat auff einer banck nur eine Feder unter sich gelegt und alss er dess Morgens auffgestanden, haben ihm die Lenden und der Kopff wehe gethan.“

*145 Er schläft wie auf Rosen.

Die Sybariten pflegten auf Betten mit Rosenblättern gefüllt zu schlafen. Kleopatra liess bei einem Gastmahl den Fussboden eine Elle hoch mit Rosen bedecken. (Vgl. Geschichte der Rose im Morgenblatt, 1855.)

*146 Er schläft wie ein Dachs.Frischbier2, 3313.

*147 Er schläft wie ein Herr (bis gegen Mittag) und frühstückt (isst) wie ein Bettler.

Böhm.: Panské spaní, žebračí snídaní. (Čelakovsky, 135.)

*148 Er schläft wie ein hungriger Fuchs.

Besonders von Armen, weil die Noth schlau macht und vieler Ränke Erfinderin ist. Der Fuchs, wenn er hungert, stellt sich nur so, als ob er schliefe, um seine Beute desto sicherer zu erhaschen.

*149 Er schläft wie ein Kanonikus.Klosterspiegel, 81, 23.

*150 Er schläft wie ein Sack.Klix, 84.

*151 Er schläft wie ein Stock.

Wenn jemand einen ununterbrochenen, festen Schlaf hat.

*152 Er schläft wie eine Katze. (Stockerau.)

D. h. viel.

*153 Er schläft wie eine Ratze.Frischbier2, 3313; Närrin, II; Schöpf, 538.

D. h. nicht etwa wie eine Ratte, sondern wie ein Siebenschläfer (Glis esculentus oder Myoxus glis), welches Thier in Süddeutschland auch die Schlafratz oder Ratz schlechtweg genannt wird und im Winter in einem schlafähnlichen Zustande sich befindet. Nach Brehm heisst der Iltis auch Ratz und von diesem sagt er, er ruhe oder schlafe den ganzen Tag, woher die obige Redensart komme. „Aristoteles bezeuget, dass sie (die Ratzen) den ganzen Winter pflegen zu schlafen.“

Frz.: Dormir comme un loir. (Kritzinger, 246b.)

Holl.: Hij slaapt als een os. (Harrebomée, II, 154b.)

*154 Er schläft wie Hans ohne Sorgen.

Lat.: In utrumvis oculum. – Porrectis pedibus dormire. (Philippi, I, 207 u. II, 102.)

*155 Er schloft wie 'ne Otter.Sutermeister, 60.

*156 Er schluft wie nuch a Bud.(Jüd.-deutsch. Warschau.)

Nach der Erfahrung, dass man nach einem Bade fest zu schlafen pflegt.

*157 Es gehet schlaffen. (S. Ende 108.) – Lehmann, 173, 7.

*158 Gah schloape, de Schwîn ligge schon. (Königsberg.)

*159 Hä schlief wie der Has en de Kühle. (Bedburg.)

War auf der Hut, aufmerksam.

*160 Hai släped as de Kumücken.Frommann, V, 162, 140.

It.: Chi si cava il sonno, non si cava la fame.


[Spaltenumbruch]

*161 Hai släped as en Fos.Frommann, V, 162, 140.

*162 Habt ihr noch nicht lang genug geschlafen?

Diese Frage wird aus der Reveille der Hornisten herausgehört.

*163 He schlöppt nett met de ganze Klock rond. (Meurs.) – Firmenich, I, 406, 368.

D. h. zwölf Stunden.

*164 He slöppt nich, wenn he wat eten schall.Eichwald, 454; Schlingmann, 5.

*165 He slöpt, dat ên Ôg dat anner nig sütt. (Holst.) – Schütze, III, 169.

Sehr fest.

*166 Hei wât schloape biém Bûk wie biém Noaber. (Dönhofstädt.)

Von jemand, der ungewöhnlich viel zu Abend isst.

*167 I schloaf bei da graen Bettfrau und iss bei der goldenen Sun. (Wien.)

Bei der grünen Bettfrau schlafen und bei der goldenen Sonne essen, klagt der Obdachlose, der im freien, grünen Felde übernachten muss und nicht hat, um sich in einem Gasthause zu erfrischen.

*168 Schlaf und lauf!

*169 Schlafen bis Michel tutet.

Sehr verschlafen sein.

Lat.: Ultra Epimenidem dormire. (Plinius.) (Binder II, 3391; Seybold, 646; Erasm., 871; Philippi, II, 281.)

*170 Schlafen ist ihm lieber als Holzsägen.

Dän.: Hand vil heller sove end save. (Prov. dan., 521.)

Frz.: Cet homme n'oublie rien, pour dormir. (Lendroy, 1117.)

*171 Schlafen wie eine Rübe. (Dresden.)

*172 Schläft a doch, mechta doch e jingste Tag verschloafen. (Schles.) – Gomolcke, 472; Frommann, III, 246, 152.

*173 Schläpt gesund! Na, schrapt man june Hund. (Natangen.)

*174 Schloap rund, dat d' nich eckig warst. (Pommern.)

Scherzhafter Gutenachtwunsch.

*175 Se schlôfen wä de Ratzen. (Siebenbürg.-sächs.) – Frommann, V, 175, 171.

Lat.: In utramvis aurem dormire. (Terenz.) (Binder II, 1481.)

*176 Sie schlaffen für jr essen.Tappius, 134b.

*177 Wenn er schläft, wiegt ihn der Teufel.

Er wälzt sich beständig im Bett herum.

*178 Wir wöllen heut drüber schlaffen.Franck, I, 50a; Eiselein, 550; Sailer, 142.

Lat.: De mane consilium. (Sutor, 118.) – In crastinum seria. (Eiselein, 550.)


Schlafender.

1 Allen schlaffenden ist nicht zu trawen; etliche beissen auch.Petri, II, 6.

2 Den Schlafenden hungert nicht.

3 Des Schlafenden Kopf ist in seinem Magen.

4 Des Schlafenden Netz fängt.

Holl.: Des slapenden net vangt. (Harrebomée, II, 273a.)

5 Einen Schlafenden soll man nicht aufwecken.

Lat.: Malum bene conditum ne moveris. ( Sutor, 173.)

6 Es gilt dem Schlafenden wie dem Wachenden. (Saulgau.) – Birlinger, 1072.

*7 Einem Schlafenden das Netz ziehen.

Für jemand Geschäfte verrichten, während er selbst müssig ist.

*8 Mit einem Schlafenden zu streiten anfangen.

Von denen, die beständig verdriesslich und zum Zanke geneigt sind.


Schläfer.

1 Ein Schläfer träumt nicht, was er will.

Holl.: Slapers droomen niet al willens. (Harrebomée, II, 273a.)

2 Schläfer gibt's auch in der Kirche.


Schlafeule.

Schlafeulen mögen vor Hunger heulen.


Schlaffittich.

* Sie kriegt mich beim Schlaffittich.Holtei, Eselsfresser, 212.

Einen beim Schlaffittchen nehmen, kriegen. In Litauen auch: Beim Klafittchen. (Frischbier2, 3319.) Einen beim Kragen fassen, am Arme festhalten.


Schlafgeld.

* Er muss viel Schlafgeld geben.

Hat viel Zinsen zu zahlen.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><pb facs="#f0108" n="[102]"/><cb n="203"/>
um die Unterhaltung des Gastes mit der schönen Wirthin in einem Seitenzimmer nicht zu stören. Als aber ein Bedienter, welcher den Herrn für wirklich schlafend hielt, eine Flasche Wein wegnehmen wollte, donnerte ihm sein Herr entgegen: &#x201E;In felix au nes me toli Maecenati dormire: Halt ein! Mein Schlaf gilt niemand von euch allen, ich schlafe blos Mäcenas zu Gefallen.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Infelix an nescis me soli Maecenati dormire. (<hi rendition="#i">Cicero.</hi>) (<hi rendition="#i">Binder II, 2200; Erasm., 865.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*138 Er schläft nicht so viel wie eine Nachtigall.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Schläft sehr mässig, weil die Nachtigallen in den Frühlingsmonaten beinahe die ganze Nacht hindurch schlagen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*139 Er schläft so fest wie ein Murmelthier.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het is een leelijk mormeldier. &#x2013; Hij is zoo vast in slaap als een mormeldier. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 104<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*140 Er schläft so lange, um eine Mahlzeit zu ersparen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*141 Er schläft, und seine Zinsen gehen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Blass, 10.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*142 Er schläft unter zwei Fellen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Der Kaffer schläft auf Binsenmatten und deckt sich mit seinem Mantel aus Fellen zu. Daher diese Redensart zur Bezeichnung, dass der Kaffer sich verheirathet habe.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*143 Er schläft wie Adam im Paradies.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij slaapt als Adam in het paradijs. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 172<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*144 Er schläft wie auf einer Flaumfeder.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Um zu sagen, ich habe schlecht geschlafen, sagt man: Ich habe geschlafen wie auf einer Flaumfeder. &#x201E;Die Churländische Bawren pflücken ire Gäns ausserhalb des Hauses in der freyen Lufft, lassen die Federn in der Lufft wegfliehen und schlaffen auf den Bäncken oder Erden wie das Vieh, oder schlechtem Stroh oder Hew. Die Liefländische Bawren halten auch nichts von Federn und machens grad so. Man referirt eine Historie von einem Alberto magno, der es versuchen wollen, ob auch weich auff den Federn zu schlaffen sey und hat auff einer banck nur eine Feder unter sich gelegt und alss er dess Morgens auffgestanden, haben ihm die Lenden und der Kopff wehe gethan.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*145 Er schläft wie auf Rosen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Sybariten pflegten auf Betten mit Rosenblättern gefüllt zu schlafen. Kleopatra liess bei einem Gastmahl den Fussboden eine Elle hoch mit Rosen bedecken. (Vgl. <hi rendition="#i">Geschichte der Rose im Morgenblatt, 1855.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*146 Er schläft wie ein Dachs.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 3313.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*147 Er schläft wie ein Herr (bis gegen Mittag) und frühstückt (isst) wie ein Bettler.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Panské spaní, &#x017E;ebra&#x010D;í snídaní. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 135.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*148 Er schläft wie ein hungriger Fuchs.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Besonders von Armen, weil die Noth schlau macht und vieler Ränke Erfinderin ist. Der Fuchs, wenn er hungert, stellt sich nur so, als ob er schliefe, um seine Beute desto sicherer zu erhaschen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*149 Er schläft wie ein Kanonikus.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Klosterspiegel, 81, 23.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*150 Er schläft wie ein Sack.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Klix, 84.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*151 Er schläft wie ein Stock.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn jemand einen ununterbrochenen, festen Schlaf hat.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*152 Er schläft wie eine Katze.</hi> (<hi rendition="#i">Stockerau.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">D. h. viel.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*153 Er schläft wie eine Ratze.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 3313; Närrin, II; Schöpf, 538.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">D. h. nicht etwa wie eine Ratte, sondern wie ein Siebenschläfer (Glis esculentus oder Myoxus glis), welches Thier in Süddeutschland auch die Schlafratz oder Ratz schlechtweg genannt wird und im Winter in einem schlafähnlichen Zustande sich befindet. Nach <hi rendition="#i">Brehm</hi> heisst der Iltis auch Ratz und von diesem sagt er, er ruhe oder schlafe den ganzen Tag, woher die obige Redensart komme. &#x201E;Aristoteles bezeuget, dass sie (die Ratzen) den ganzen Winter pflegen zu schlafen.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Dormir comme un loir. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 246<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij slaapt als een os. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 154<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*154 Er schläft wie Hans ohne Sorgen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: In utrumvis oculum. &#x2013; Porrectis pedibus dormire. (<hi rendition="#i">Philippi, I, 207 u. II, 102.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*155 Er schloft wie 'ne Otter.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 60.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*156 Er schluft wie nuch a Bud</hi>.(<hi rendition="#i">Jüd.-deutsch. Warschau.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Nach der Erfahrung, dass man nach einem Bade fest zu schlafen pflegt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*157 Es gehet schlaffen.</hi> (S.  Ende 108.) &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 173, 7.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*158 Gah schloape, de Schwîn ligge schon.</hi> (<hi rendition="#i">Königsberg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*159 Hä schlief wie der Has en de Kühle.</hi> (<hi rendition="#i">Bedburg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">War auf der Hut, aufmerksam.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*160 Hai släped as de Kumücken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, V, 162, 140.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Chi si cava il sonno, non si cava la fame.</p><lb/>
          <cb n="204"/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*161 Hai släped as en Fos.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, V, 162, 140.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*162 Habt ihr noch nicht lang genug geschlafen?</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Diese Frage wird aus der Reveille der Hornisten herausgehört.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*163 He schlöppt nett met de ganze Klock rond.</hi> (<hi rendition="#i">Meurs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 406, 368.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">D. h. zwölf Stunden.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*164 He slöppt nich, wenn he wat eten schall.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eichwald, 454; Schlingmann, 5.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*165 He slöpt, dat ên Ôg dat anner nig sütt.</hi> (<hi rendition="#i">Holst.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schütze, III, 169.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Sehr fest.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*166 Hei wât schloape biém Bûk wie biém Noaber.</hi> (<hi rendition="#i">Dönhofstädt.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Von jemand, der ungewöhnlich viel zu Abend isst.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*167 I schloaf bei da graen Bettfrau und iss bei der goldenen Sun.</hi> (<hi rendition="#i">Wien.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Bei der grünen Bettfrau schlafen und bei der goldenen Sonne essen, klagt der Obdachlose, der im freien, grünen Felde übernachten muss und nicht hat, um sich in einem Gasthause zu erfrischen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*168 Schlaf und lauf!</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*169 Schlafen bis Michel tutet.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sehr verschlafen sein.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ultra Epimenidem dormire. (<hi rendition="#i">Plinius.</hi>) (<hi rendition="#i">Binder II, 3391; Seybold, 646; Erasm., 871; Philippi, II, 281.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*170 Schlafen ist ihm lieber als Holzsägen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Hand vil heller sove end save. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 521.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Cet homme n'oublie rien, pour dormir. (<hi rendition="#i">Lendroy, 1117.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*171 Schlafen wie eine Rübe.</hi> (<hi rendition="#i">Dresden.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*172 Schläft a doch, mechta doch e jingste Tag verschloafen.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Gomolcke, 472; Frommann, III, 246, 152.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*173 Schläpt gesund! Na, schrapt man june Hund.</hi> (<hi rendition="#i">Natangen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*174 Schloap rund, dat d' nich eckig warst.</hi> (<hi rendition="#i">Pommern.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Scherzhafter Gutenachtwunsch.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*175 Se schlôfen wä de Ratzen.</hi> (<hi rendition="#i">Siebenbürg.-sächs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, V, 175, 171.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: In utramvis aurem dormire. (<hi rendition="#i">Terenz.</hi>) (<hi rendition="#i">Binder II, 1481.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*176 Sie schlaffen für jr essen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tappius, 134<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*177 Wenn er schläft, wiegt ihn der Teufel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Er wälzt sich beständig im Bett herum.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*178 Wir wöllen heut drüber schlaffen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 50<hi rendition="#sup">a</hi>; Eiselein, 550; Sailer, 142.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: De mane consilium. (<hi rendition="#i">Sutor, 118.</hi>) &#x2013; In crastinum seria. (<hi rendition="#i">Eiselein, 550.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schlafender.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Allen schlaffenden ist nicht zu trawen; etliche beissen auch.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 6.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Den Schlafenden hungert nicht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Des Schlafenden Kopf ist in seinem Magen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Des Schlafenden Netz fängt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Des slapenden net vangt. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 273<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Einen Schlafenden soll man nicht aufwecken.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Malum bene conditum ne moveris. ( <hi rendition="#i">Sutor, 173.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Es gilt dem Schlafenden wie dem Wachenden.</hi> (<hi rendition="#i">Saulgau.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Birlinger, 1072.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*7 Einem Schlafenden das Netz ziehen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Für jemand Geschäfte verrichten, während er selbst müssig ist.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*8 Mit einem Schlafenden zu streiten anfangen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von denen, die beständig verdriesslich und zum Zanke geneigt sind.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schläfer.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Ein Schläfer träumt nicht, was er will.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Slapers droomen niet al willens. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 273<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Schläfer gibt's auch in der Kirche.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schlafeule.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Schlafeulen mögen vor Hunger heulen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schlaffittich.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Sie kriegt mich beim Schlaffittich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Holtei, Eselsfresser, 212.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Einen beim Schlaffittchen nehmen, kriegen. In Litauen auch: Beim Klafittchen. (<hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 3319.</hi>) Einen beim Kragen fassen, am Arme festhalten.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schlafgeld.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Er muss viel Schlafgeld geben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Hat viel Zinsen zu zahlen.</p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[102]/0108] um die Unterhaltung des Gastes mit der schönen Wirthin in einem Seitenzimmer nicht zu stören. Als aber ein Bedienter, welcher den Herrn für wirklich schlafend hielt, eine Flasche Wein wegnehmen wollte, donnerte ihm sein Herr entgegen: „In felix au nes me toli Maecenati dormire: Halt ein! Mein Schlaf gilt niemand von euch allen, ich schlafe blos Mäcenas zu Gefallen.“ Lat.: Infelix an nescis me soli Maecenati dormire. (Cicero.) (Binder II, 2200; Erasm., 865.) *138 Er schläft nicht so viel wie eine Nachtigall. Schläft sehr mässig, weil die Nachtigallen in den Frühlingsmonaten beinahe die ganze Nacht hindurch schlagen. *139 Er schläft so fest wie ein Murmelthier. Holl.: Het is een leelijk mormeldier. – Hij is zoo vast in slaap als een mormeldier. (Harrebomée, II, 104b.) *140 Er schläft so lange, um eine Mahlzeit zu ersparen. *141 Er schläft, und seine Zinsen gehen. – Blass, 10. *142 Er schläft unter zwei Fellen. Der Kaffer schläft auf Binsenmatten und deckt sich mit seinem Mantel aus Fellen zu. Daher diese Redensart zur Bezeichnung, dass der Kaffer sich verheirathet habe. *143 Er schläft wie Adam im Paradies. Holl.: Hij slaapt als Adam in het paradijs. (Harrebomée, II, 172a.) *144 Er schläft wie auf einer Flaumfeder. Um zu sagen, ich habe schlecht geschlafen, sagt man: Ich habe geschlafen wie auf einer Flaumfeder. „Die Churländische Bawren pflücken ire Gäns ausserhalb des Hauses in der freyen Lufft, lassen die Federn in der Lufft wegfliehen und schlaffen auf den Bäncken oder Erden wie das Vieh, oder schlechtem Stroh oder Hew. Die Liefländische Bawren halten auch nichts von Federn und machens grad so. Man referirt eine Historie von einem Alberto magno, der es versuchen wollen, ob auch weich auff den Federn zu schlaffen sey und hat auff einer banck nur eine Feder unter sich gelegt und alss er dess Morgens auffgestanden, haben ihm die Lenden und der Kopff wehe gethan.“ *145 Er schläft wie auf Rosen. Die Sybariten pflegten auf Betten mit Rosenblättern gefüllt zu schlafen. Kleopatra liess bei einem Gastmahl den Fussboden eine Elle hoch mit Rosen bedecken. (Vgl. Geschichte der Rose im Morgenblatt, 1855.) *146 Er schläft wie ein Dachs. – Frischbier2, 3313. *147 Er schläft wie ein Herr (bis gegen Mittag) und frühstückt (isst) wie ein Bettler. Böhm.: Panské spaní, žebračí snídaní. (Čelakovsky, 135.) *148 Er schläft wie ein hungriger Fuchs. Besonders von Armen, weil die Noth schlau macht und vieler Ränke Erfinderin ist. Der Fuchs, wenn er hungert, stellt sich nur so, als ob er schliefe, um seine Beute desto sicherer zu erhaschen. *149 Er schläft wie ein Kanonikus. – Klosterspiegel, 81, 23. *150 Er schläft wie ein Sack. – Klix, 84. *151 Er schläft wie ein Stock. Wenn jemand einen ununterbrochenen, festen Schlaf hat. *152 Er schläft wie eine Katze. (Stockerau.) D. h. viel. *153 Er schläft wie eine Ratze. – Frischbier2, 3313; Närrin, II; Schöpf, 538. D. h. nicht etwa wie eine Ratte, sondern wie ein Siebenschläfer (Glis esculentus oder Myoxus glis), welches Thier in Süddeutschland auch die Schlafratz oder Ratz schlechtweg genannt wird und im Winter in einem schlafähnlichen Zustande sich befindet. Nach Brehm heisst der Iltis auch Ratz und von diesem sagt er, er ruhe oder schlafe den ganzen Tag, woher die obige Redensart komme. „Aristoteles bezeuget, dass sie (die Ratzen) den ganzen Winter pflegen zu schlafen.“ Frz.: Dormir comme un loir. (Kritzinger, 246b.) Holl.: Hij slaapt als een os. (Harrebomée, II, 154b.) *154 Er schläft wie Hans ohne Sorgen. Lat.: In utrumvis oculum. – Porrectis pedibus dormire. (Philippi, I, 207 u. II, 102.) *155 Er schloft wie 'ne Otter. – Sutermeister, 60. *156 Er schluft wie nuch a Bud.(Jüd.-deutsch. Warschau.) Nach der Erfahrung, dass man nach einem Bade fest zu schlafen pflegt. *157 Es gehet schlaffen. (S. Ende 108.) – Lehmann, 173, 7. *158 Gah schloape, de Schwîn ligge schon. (Königsberg.) *159 Hä schlief wie der Has en de Kühle. (Bedburg.) War auf der Hut, aufmerksam. *160 Hai släped as de Kumücken. – Frommann, V, 162, 140. It.: Chi si cava il sonno, non si cava la fame. *161 Hai släped as en Fos. – Frommann, V, 162, 140. *162 Habt ihr noch nicht lang genug geschlafen? Diese Frage wird aus der Reveille der Hornisten herausgehört. *163 He schlöppt nett met de ganze Klock rond. (Meurs.) – Firmenich, I, 406, 368. D. h. zwölf Stunden. *164 He slöppt nich, wenn he wat eten schall. – Eichwald, 454; Schlingmann, 5. *165 He slöpt, dat ên Ôg dat anner nig sütt. (Holst.) – Schütze, III, 169. Sehr fest. *166 Hei wât schloape biém Bûk wie biém Noaber. (Dönhofstädt.) Von jemand, der ungewöhnlich viel zu Abend isst. *167 I schloaf bei da graen Bettfrau und iss bei der goldenen Sun. (Wien.) Bei der grünen Bettfrau schlafen und bei der goldenen Sonne essen, klagt der Obdachlose, der im freien, grünen Felde übernachten muss und nicht hat, um sich in einem Gasthause zu erfrischen. *168 Schlaf und lauf! *169 Schlafen bis Michel tutet. Sehr verschlafen sein. Lat.: Ultra Epimenidem dormire. (Plinius.) (Binder II, 3391; Seybold, 646; Erasm., 871; Philippi, II, 281.) *170 Schlafen ist ihm lieber als Holzsägen. Dän.: Hand vil heller sove end save. (Prov. dan., 521.) Frz.: Cet homme n'oublie rien, pour dormir. (Lendroy, 1117.) *171 Schlafen wie eine Rübe. (Dresden.) *172 Schläft a doch, mechta doch e jingste Tag verschloafen. (Schles.) – Gomolcke, 472; Frommann, III, 246, 152. *173 Schläpt gesund! Na, schrapt man june Hund. (Natangen.) *174 Schloap rund, dat d' nich eckig warst. (Pommern.) Scherzhafter Gutenachtwunsch. *175 Se schlôfen wä de Ratzen. (Siebenbürg.-sächs.) – Frommann, V, 175, 171. Lat.: In utramvis aurem dormire. (Terenz.) (Binder II, 1481.) *176 Sie schlaffen für jr essen. – Tappius, 134b. *177 Wenn er schläft, wiegt ihn der Teufel. Er wälzt sich beständig im Bett herum. *178 Wir wöllen heut drüber schlaffen. – Franck, I, 50a; Eiselein, 550; Sailer, 142. Lat.: De mane consilium. (Sutor, 118.) – In crastinum seria. (Eiselein, 550.) Schlafender. 1 Allen schlaffenden ist nicht zu trawen; etliche beissen auch. – Petri, II, 6. 2 Den Schlafenden hungert nicht. 3 Des Schlafenden Kopf ist in seinem Magen. 4 Des Schlafenden Netz fängt. Holl.: Des slapenden net vangt. (Harrebomée, II, 273a.) 5 Einen Schlafenden soll man nicht aufwecken. Lat.: Malum bene conditum ne moveris. ( Sutor, 173.) 6 Es gilt dem Schlafenden wie dem Wachenden. (Saulgau.) – Birlinger, 1072. *7 Einem Schlafenden das Netz ziehen. Für jemand Geschäfte verrichten, während er selbst müssig ist. *8 Mit einem Schlafenden zu streiten anfangen. Von denen, die beständig verdriesslich und zum Zanke geneigt sind. Schläfer. 1 Ein Schläfer träumt nicht, was er will. Holl.: Slapers droomen niet al willens. (Harrebomée, II, 273a.) 2 Schläfer gibt's auch in der Kirche. Schlafeule. Schlafeulen mögen vor Hunger heulen. Schlaffittich. * Sie kriegt mich beim Schlaffittich. – Holtei, Eselsfresser, 212. Einen beim Schlaffittchen nehmen, kriegen. In Litauen auch: Beim Klafittchen. (Frischbier2, 3319.) Einen beim Kragen fassen, am Arme festhalten. Schlafgeld. * Er muss viel Schlafgeld geben. Hat viel Zinsen zu zahlen.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:19Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:19Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/108
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876, S. [102]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/108>, abgerufen am 27.10.2020.