Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] *90 Es schmeckt jhme alles wie Holtzäpffel, was man sagt. - Lehmann, 768, 14.

*91 Es schmeckt so gut wie grünberger Wein.

Ironisch, wie man in Frankreich sagt: Elles sont belles et bonnes, les peches de Corbeil. (Illustr. Zeitung, 1447.)

*92 Es schmeckt so süss wie a Nüssel. - Keller, 171b.

*93 Es schmeckt wie a Mandelkarn. - Keller, 171a.

*94 Es schmeckt wie dammsches Rosenbrot.

Man bezeichnete früher damit den guten Geschmack vom Weissbrot, da die Bäcker von Damm eine Zeit lang so gutes Rosenbrot backten, dass die durch die Stadt fahrenden Fremden solches als Geschenk gern mitzunehmen pflegten. Das Rosenwasser entnahm man aus Rosenstöcken, welche auf dem Wege von Damm nach Rosengarten und im letzten Dorfe standen. (Schmidt, Jubelschrift, 9.)

*95 Es schmeckt wie dem Bauer das Frühstück.

Das er etwa um sieben Uhr einnimmt, nachdem er drei Stunden gedroschen oder gemäht u. s. w. hat.

Holl.: Zoo smakelijk als een smids morgenmaal. (Harrebomee, II, 46b.)

*96 Es schmeckt wie die Coloquintentunke der Prophetenkinder. - 2 Kön. 4, 38-40.

*97 Es schmeckt wie Doppeltafft an hinterher wie Seidenzeug. (Hirschberg.)

*98 Es schmeckt wie ein Kohlstrunk.

Holl.: Het smaakt als een koolstronk. (Harrebomee, I, 433b.)

*99 Es schmeckt wie ein todter Jude.

"Man muss euch vor die Gurgel schmieren, es schmackt sonst ohne Schmaltz wie ein todter Jude." (Fischart, Kloster, VIII, 404.)

*100 Es schmeckt wie Entenbraten.

*101 Es schmeckt wie kalte Suppen. - Eiselein, 584.

*102 Es schmeckt wie Manna.

Der jüdische Gutschmecker konnte einer Speise kein grösseres Lob ertheilen, als wenn er sagte: Der Geschmack von Manna ist darin. Nach der Bibel schmeckte es wie Kuchen mit Honig. Nach der Sage besass es aber auch noch die wunderbare Eigenschaft, stets den Geschmack derjenigen Speise anzunehmen, nach welcher man gerade verlangte.

Jüd.-deutsch: Der Taam von Man. (Tendlau, 16.)

*103 Es schmeckt wie Marzipan. - Keller, 171a.

*104 Es schmeckt wie Mord und Todschlag. (Schles.)

*105 Es schmeckt wie Pfaffenkohl. - Murner.

"Wenn er (der Buntschuh) wol ist zugerist vnd so feist geschmieret vol, dan schmeckt er wie ein pfaffenkol, es schmeckt kein negelblum so gut als ein geschmierter Buntschuh thut." (Murner, Vom gr. luth. Narren, in Kloster, X, 133.)

*106 Es schmeckt, wie wenn man die Zunge zum Fenster hinaussteckt.

Holl.: Dat smaakt als klokspijs. (Harrebomee, I, 416b.)

*107 Et smeckt as en Knüppel up den Kopp. - Richey, 132.

Jit ek me lüng Ted want uk smakt üs Kneppel üp Haud. (Hansen, 10.) Wenn etwas einen sehr schlechten Geschmack hat.

*108 Hat smekt üüs an ual Weif unner Iarm. (Amrum.) - Haupt, VIII, 57, 306.

Wie ein altes Weib unterm Arm.

*109 Hot mer'sch doch an annem Jore nich a sau gut geschmackt. (Schles.) - Frommann, II, 246, 180.

*110 Ich kann ihn nicht schmecken. (Nürtingen.)

Nicht ausstehen, vor Augen sehen.

*111 Schmeck's, Kropfada. - Mareta.

Eine scherzhafte oder auch beleidigende Redensart, die so viel sagen will, als: Ich bin dir keine Antwort, Auskunft schuldig, ich mag, kann, will dir keine geben.

*112 Schmecks, Kropfeter, nachher brauchst kein' Buschen (Bouqet). (Salzburg.)

Abfertigung neugieriger Frager, wenn man nicht antworten kann, darf oder will. In Oberösterreich: Kropfata Rieche, d. i. errathe, combinire.

*113 Schmeck's, Kropfeter, wenn's du e Nasen hast. (Troppau.)

*114 Schmeck's, Kroppete! (Karlsbad.)

Schmeckes, Kropfiger! d. i. Hörst du, das geht dich an! Das war eine Anspielung auf dich. Der Redner fordert damit sich selbst zur Anwendung des in einem Gespräche Vernommenen auf sich auf. Was der oder die eben sagte, geht dich an.

*115 Schmeckst du ein paar Oechsle? (Meiningen.)

Merkst du was? (S. Oechslein 2.)

*116 Schmeckst ein paar Oechslein? - Eiselein, 499.

Einem Bauer, der bei einem Gewitter auf dem Felde pflügte, wurden die beiden vorgespannten Ochsen vom [Spaltenumbruch] Blitze erschlagen. Im nächsten Jahre pflügte er wieder. Als sich ein schweres Gewitter erhob, spannte er flugs die Ochsen aus und rief dem Gewitter obige Worte zu.

*117 Schmeckt's em net, so frisst er doch. (Ulm.)

*118 Schmöck am Fass, es grönelet. - Sutermeister, 19.

*119 Schmöck am Stützli, es grönelet. - Sutermeister, 19.

*120 Sieh, wie das schmeckt.

Scherzhaft, weil man nicht sehen kann, wie etwas schmeckt, wenn auch mit den Augen wahrnehmen, dass es andere mit Wohlbehagen zu essen scheinen. Eine jüdisch-deutsche Redensart sagt in ähnlicher Sinnesvertauschung: Rükst dü Mojsche wie die Goje chrapiet d. i. Siehst du, Moses, wie die Christin oder Magd schnarcht? Hier soll das Schnarchen durch die Augen wahrgenommen werden. Chrapiet vom polnischen chrapic = schnarchen.

*121 'T smeckt as Hönnig un Sappkok (Lakritzen). - Kern, 960.

Um etwas Leckeres zu bezeichnen.

*122 Wie schmeckt der Bissen?

Lat.: Quid hoc facit ad palatum tuum? (Binder I, 1462; II, 2830; Seybold, 485.)

*123 Wo et der nit schmakt, kop der Artischocken. (Siebenbürg.-sächs.) - Schuster, 288.

*124 Wo et der nit schmakt, loss schton. (Siebenbürg.-sächs.) - Schuster, 287.


Schmecker.

Der Schmecker verdirbt den Lecker. (Dönhofstädt.)

Wenn Kinder sich etwas zu schmecken (kosten) erbitten.


Schmecksäbel.

Schmecksäbel riecht einen Braten über drei Strassen hin.


Schmeeg.

* Es ist Schmeeg1 dazwischen gefallen. (Köthen.)

Das Ungeziefer, womit in fruchtbaren Sommern die Gewächse befallen werden.


Schmeichelbrief.

Schmeichelbriefe und Hofsuppen sind wohlfeiler als eines Bauern Puppen.


Schmeichelei.

1 Die Schmeichelei ist der Blasebalg von Lieb' und Treu'.

2 Schmeichelei ist eine falsche Münze, die nur durch unsere Eitelkeit in Umlauf kommt.

Die Russen: Schmeichelei ist die beste Angel. (Altmann VI, 411.)

3 Schmeichelei ist eine Speise, die jedermann mundet.

It.: L'adulazione e una minestra che piace a tutti. (Biber.)

4 Schmeichelei ist eine süsse Kost, aber sie bekommt gar manchem übel.

Böhm.: Pochlebnictvi ma zvlastni povabnou chut'; i tomu ta krme chutna, kdo se je odrika. (Celakovsky, 41.)

Dän.: Smiger er söd mad, hov den gider aedt. (Bohn I, 398.) - Smiger er söd mad, men bekommer dem ey alle vel, som haende aede. (Prov. dan., 514.)

Poln.: Pochlebstwo ma w sobie osobliwy przysmak; chociaz go kto rzkomo odrzuca, przeciez ono smakuje. (Celakovsky, 41.)

5 Schmeichelei und Wahrheit sind keine Nachbarn.

It.: L'adulazione e lontana dal vero.

6 Schmeicheleien hören, kann dich nicht ehren.

7 Schmeichelei'n brechen kein Bein.

Poln.: Kto kadzi, nie zawadzi, a kto kropi, nie utopi. (Lompa, 16.)

8 Schmeicheley ist der Natur gemess vnd den Kindern gegen die Eltern angeboren. - Lehmann, 381, 4.


Schmeichelhaut.

* Einem die Schmeichelhaut abziehen. - Waldis, I, 90.


Schmeicheln.

1 Auch das Schmeicheln ist eine Kunst.

H. Heine (Verm. Schriften, Hamburg 1854, I, 38) behauptet: Gott habe uns die Zunge gegeben, damit wir unsern Mitmenschen etwas Angenehmes sagen.

Engl.: There is a craft in dawbing. (Gaal, 853.)

2 Den, der nicht schmeichlet, liebt man nit, das ist yetzunde der welt sitt.

Engl.: Flattery now a days gets friends. (Gaal, 411.)

Lat.: Si uis laudari, si uis charusque uocari discas adulari: nam tales sunt modo chari. (Loci comm., 89.)

[Spaltenumbruch] *90 Es schmeckt jhme alles wie Holtzäpffel, was man sagt.Lehmann, 768, 14.

*91 Es schmeckt so gut wie grünberger Wein.

Ironisch, wie man in Frankreich sagt: Elles sont belles et bonnes, les peches de Corbeil. (Illustr. Zeitung, 1447.)

*92 Es schmeckt so süss wie a Nüssel.Keller, 171b.

*93 Es schmeckt wie a Mândelkarn.Keller, 171a.

*94 Es schmeckt wie dammsches Rosenbrot.

Man bezeichnete früher damit den guten Geschmack vom Weissbrot, da die Bäcker von Damm eine Zeit lang so gutes Rosenbrot backten, dass die durch die Stadt fahrenden Fremden solches als Geschenk gern mitzunehmen pflegten. Das Rosenwasser entnahm man aus Rosenstöcken, welche auf dem Wege von Damm nach Rosengarten und im letzten Dorfe standen. (Schmidt, Jubelschrift, 9.)

*95 Es schmeckt wie dem Bauer das Frühstück.

Das er etwa um sieben Uhr einnimmt, nachdem er drei Stunden gedroschen oder gemäht u. s. w. hat.

Holl.: Zoo smakelijk als een smids morgenmaal. (Harrebomée, II, 46b.)

*96 Es schmeckt wie die Coloquintentunke der Prophetenkinder. – 2 Kön. 4, 38-40.

*97 Es schmeckt wie Doppeltafft an hinterher wie Seidenzeug. (Hirschberg.)

*98 Es schmeckt wie ein Kohlstrunk.

Holl.: Het smaakt als een koolstronk. (Harrebomée, I, 433b.)

*99 Es schmeckt wie ein todter Jude.

„Man muss euch vor die Gurgel schmieren, es schmackt sonst ohne Schmaltz wie ein todter Jude.“ (Fischart, Kloster, VIII, 404.)

*100 Es schmeckt wie Entenbraten.

*101 Es schmeckt wie kalte Suppen.Eiselein, 584.

*102 Es schmeckt wie Manna.

Der jüdische Gutschmecker konnte einer Speise kein grösseres Lob ertheilen, als wenn er sagte: Der Geschmack von Manna ist darin. Nach der Bibel schmeckte es wie Kuchen mit Honig. Nach der Sage besass es aber auch noch die wunderbare Eigenschaft, stets den Geschmack derjenigen Speise anzunehmen, nach welcher man gerade verlangte.

Jüd.-deutsch: Der Táam von Man. (Tendlau, 16.)

*103 Es schmeckt wie Marzipan.Keller, 171a.

*104 Es schmeckt wie Mord und Todschlag. (Schles.)

*105 Es schmeckt wie Pfaffenkohl.Murner.

„Wenn er (der Buntschuh) wol ist zugerist vnd so feist geschmieret vol, dan schmeckt er wie ein pfaffenkol, es schmeckt kein negelblum so gut als ein geschmierter Buntschuh thut.“ (Murner, Vom gr. luth. Narren, in Kloster, X, 133.)

*106 Es schmeckt, wie wenn man die Zunge zum Fenster hinaussteckt.

Holl.: Dat smaakt als klokspijs. (Harrebomée, I, 416b.)

*107 Et smeckt as en Knüppel up den Kopp.Richey, 132.

Jit ek me lüng Ted want uk smakt üs Kneppel üp Haud. (Hansen, 10.) Wenn etwas einen sehr schlechten Geschmack hat.

*108 Hat smêkt üüs an ual Wîf unner Iarm. (Amrum.) – Haupt, VIII, 57, 306.

Wie ein altes Weib unterm Arm.

*109 Hôt mer'sch doch an annem Jôre nich a sû gut geschmackt. (Schles.) – Frommann, II, 246, 180.

*110 Ich kann ihn nicht schmecken. (Nürtingen.)

Nicht ausstehen, vor Augen sehen.

*111 Schmeck's, Kropfada.Mareta.

Eine scherzhafte oder auch beleidigende Redensart, die so viel sagen will, als: Ich bin dir keine Antwort, Auskunft schuldig, ich mag, kann, will dir keine geben.

*112 Schmecks, Kropfeter, nachher brauchst kein' Buschen (Bouqet). (Salzburg.)

Abfertigung neugieriger Frager, wenn man nicht antworten kann, darf oder will. In Oberösterreich: Kropfata Rieche, d. i. errathe, combinire.

*113 Schmeck's, Kropfeter, wenn's du e Nasen hast. (Troppau.)

*114 Schmeck's, Kroppete! (Karlsbad.)

Schmeckes, Kropfiger! d. i. Hörst du, das geht dich an! Das war eine Anspielung auf dich. Der Redner fordert damit sich selbst zur Anwendung des in einem Gespräche Vernommenen auf sich auf. Was der oder die eben sagte, geht dich an.

*115 Schmeckst du ein paar Oechsle? (Meiningen.)

Merkst du was? (S. Oechslein 2.)

*116 Schmeckst ein paar Oechslein?Eiselein, 499.

Einem Bauer, der bei einem Gewitter auf dem Felde pflügte, wurden die beiden vorgespannten Ochsen vom [Spaltenumbruch] Blitze erschlagen. Im nächsten Jahre pflügte er wieder. Als sich ein schweres Gewitter erhob, spannte er flugs die Ochsen aus und rief dem Gewitter obige Worte zu.

*117 Schmeckt's em net, so frisst er doch. (Ulm.)

*118 Schmöck am Fass, es grönelet.Sutermeister, 19.

*119 Schmöck am Stützli, es grönelet.Sutermeister, 19.

*120 Sieh, wie das schmeckt.

Scherzhaft, weil man nicht sehen kann, wie etwas schmeckt, wenn auch mit den Augen wahrnehmen, dass es andere mit Wohlbehagen zu essen scheinen. Eine jüdisch-deutsche Redensart sagt in ähnlicher Sinnesvertauschung: Rükst dü Mojsche wie die Goje chrapiet d. i. Siehst du, Moses, wie die Christin oder Magd schnarcht? Hier soll das Schnarchen durch die Augen wahrgenommen werden. Chrapiet vom polnischen chrapić = schnarchen.

*121 'T smeckt as Hönnig un Sappkôk (Lakritzen).Kern, 960.

Um etwas Leckeres zu bezeichnen.

*122 Wie schmeckt der Bissen?

Lat.: Quid hoc facit ad palatum tuum? (Binder I, 1462; II, 2830; Seybold, 485.)

*123 Wô et der nit schmakt, kôp der Artischocken. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 288.

*124 Wô et der nit schmakt, loss schtôn. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 287.


Schmecker.

Der Schmecker verdirbt den Lecker. (Dönhofstädt.)

Wenn Kinder sich etwas zu schmecken (kosten) erbitten.


Schmecksäbel.

Schmecksäbel riecht einen Braten über drei Strassen hin.


Schmeeg.

* Es ist Schmeeg1 dazwischen gefallen. (Köthen.)

Das Ungeziefer, womit in fruchtbaren Sommern die Gewächse befallen werden.


Schmeichelbrief.

Schmeichelbriefe und Hofsuppen sind wohlfeiler als eines Bauern Puppen.


Schmeichelei.

1 Die Schmeichelei ist der Blasebalg von Lieb' und Treu'.

2 Schmeichelei ist eine falsche Münze, die nur durch unsere Eitelkeit in Umlauf kommt.

Die Russen: Schmeichelei ist die beste Angel. (Altmann VI, 411.)

3 Schmeichelei ist eine Speise, die jedermann mundet.

It.: L'adulazione è una minestra che piace a tutti. (Biber.)

4 Schmeichelei ist eine süsse Kost, aber sie bekommt gar manchem übel.

Böhm.: Pochlebnictví má zvláštní povabnou chut'; i tomu ta krmĕ chutná, kdo se jé odříká. (Čelakovsky, 41.)

Dän.: Smiger er sød mad, hov den gider ædt. (Bohn I, 398.) – Smiger er sød mad, men bekommer dem ey alle vel, som hænde æde. (Prov. dan., 514.)

Poln.: Pochlebstwo ma w sobie osobliwy przysmak; chociaž go kto rzkomo odrzuca, przecięż ono smakuje. (Čelakovsky, 41.)

5 Schmeichelei und Wahrheit sind keine Nachbarn.

It.: L'adulazione è lontana dal vero.

6 Schmeicheleien hören, kann dich nicht ehren.

7 Schmeichelei'n brechen kein Bein.

Poln.: Kto kadzi, nie zawadzi, a kto kropi, nie utopi. (Lompa, 16.)

8 Schmeicheley ist der Natur gemess vnd den Kindern gegen die Eltern angeboren.Lehmann, 381, 4.


Schmeichelhaut.

* Einem die Schmeichelhaut abziehen.Waldis, I, 90.


Schmeicheln.

1 Auch das Schmeicheln ist eine Kunst.

H. Heine (Verm. Schriften, Hamburg 1854, I, 38) behauptet: Gott habe uns die Zunge gegeben, damit wir unsern Mitmenschen etwas Angenehmes sagen.

Engl.: There is a craft in dawbing. (Gaal, 853.)

2 Den, der nicht schmeichlet, liebt man nit, das ist yetzunde der welt sitt.

Engl.: Flattery now a days gets friends. (Gaal, 411.)

Lat.: Si uis laudari, si uis charusque uocari discas adulari: nam tales sunt modo chari. (Loci comm., 89.)

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0137" n="[131]"/><cb n="261"/>
*90 Es schmeckt jhme alles wie Holtzäpffel, was man sagt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 768, 14.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*91 Es schmeckt so gut wie grünberger Wein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ironisch, wie man in Frankreich sagt: Elles sont belles et bonnes, les peches de Corbeil. (<hi rendition="#i">Illustr. Zeitung, 1447.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*92 Es schmeckt so süss wie a Nüssel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Keller, 171<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*93 Es schmeckt wie a Mândelkarn.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Keller, 171<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*94 Es schmeckt wie dammsches Rosenbrot.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Man bezeichnete früher damit den guten Geschmack vom Weissbrot, da die Bäcker von Damm eine Zeit lang so gutes Rosenbrot backten, dass die durch die Stadt fahrenden Fremden solches als Geschenk gern mitzunehmen pflegten. Das Rosenwasser entnahm man aus Rosenstöcken, welche auf dem Wege von Damm nach Rosengarten und im letzten Dorfe standen. (<hi rendition="#i">Schmidt, Jubelschrift, 9.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*95 Es schmeckt wie dem Bauer das Frühstück.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Das er etwa um sieben Uhr einnimmt, nachdem er drei Stunden gedroschen oder gemäht u. s. w. hat.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Zoo smakelijk als een smids morgenmaal. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 46<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*96 Es schmeckt wie die Coloquintentunke der Prophetenkinder. &#x2013; 2 Kön. 4, 38-40.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*97 Es schmeckt wie Doppeltafft an hinterher wie Seidenzeug.</hi> (<hi rendition="#i">Hirschberg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*98 Es schmeckt wie ein Kohlstrunk.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het smaakt als een koolstronk. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 433<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*99 Es schmeckt wie ein todter Jude.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Man muss euch vor die Gurgel schmieren, es schmackt sonst ohne Schmaltz wie ein todter Jude.&#x201C; (<hi rendition="#i">Fischart, Kloster, VIII, 404.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*100 Es schmeckt wie Entenbraten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*101 Es schmeckt wie kalte Suppen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 584.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*102 Es schmeckt wie Manna.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Der jüdische Gutschmecker konnte einer Speise kein grösseres Lob ertheilen, als wenn er sagte: Der Geschmack von Manna ist darin. Nach der Bibel schmeckte es wie Kuchen mit Honig. Nach der Sage besass es aber auch noch die wunderbare Eigenschaft, stets den Geschmack derjenigen Speise anzunehmen, nach welcher man gerade verlangte.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Jüd.-deutsch</hi>: Der Táam von Man. (<hi rendition="#i">Tendlau, 16.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*103 Es schmeckt wie Marzipan.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Keller, 171<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*104 Es schmeckt wie Mord und Todschlag.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*105 Es schmeckt wie Pfaffenkohl.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Murner.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Wenn er (der Buntschuh) wol ist zugerist vnd so feist geschmieret vol, dan schmeckt er wie ein pfaffenkol, es schmeckt kein negelblum so gut als ein geschmierter Buntschuh thut.&#x201C; (<hi rendition="#i">Murner, Vom gr. luth. Narren, in Kloster, X, 133.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*106 Es schmeckt, wie wenn man die Zunge zum Fenster hinaussteckt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Dat smaakt als klokspijs. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 416<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*107 Et smeckt as en Knüppel up den Kopp.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Richey, 132.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Jit ek me lüng Ted want uk smakt üs Kneppel üp Haud. (<hi rendition="#i">Hansen, 10.</hi>) Wenn etwas einen sehr schlechten Geschmack hat.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*108 Hat smêkt üüs an ual Wîf unner Iarm.</hi> (<hi rendition="#i">Amrum.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Haupt, VIII, 57, 306.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wie ein altes Weib unterm Arm.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*109 Hôt mer'sch doch an annem Jôre nich a sû gut geschmackt.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, II, 246, 180.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*110 Ich kann ihn nicht schmecken.</hi> (<hi rendition="#i">Nürtingen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Nicht ausstehen, vor Augen sehen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*111 Schmeck's, Kropfada.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mareta.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Eine scherzhafte oder auch beleidigende Redensart, die so viel sagen will, als: Ich bin dir keine Antwort, Auskunft schuldig, ich mag, kann, will dir keine geben.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*112 Schmecks, Kropfeter, nachher brauchst kein' Buschen (Bouqet).</hi> (<hi rendition="#i">Salzburg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Abfertigung neugieriger Frager, wenn man nicht antworten kann, darf oder will. In Oberösterreich: Kropfata Rieche, d. i. errathe, combinire.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*113 Schmeck's, Kropfeter, wenn's du e Nasen hast.</hi> (<hi rendition="#i">Troppau.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*114 Schmeck's, Kroppete!</hi> (<hi rendition="#i">Karlsbad.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Schmeckes, Kropfiger! d. i. Hörst du, das geht dich an! Das war eine Anspielung auf dich. Der Redner fordert damit sich selbst zur Anwendung des in einem Gespräche Vernommenen auf sich auf. Was der oder die eben sagte, geht dich an.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*115 Schmeckst du ein paar Oechsle?</hi> (<hi rendition="#i">Meiningen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Merkst du was? (S.  Oechslein 2.)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*116 Schmeckst ein paar Oechslein?</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 499.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Einem Bauer, der bei einem Gewitter auf dem Felde pflügte, wurden die beiden vorgespannten Ochsen vom <cb n="262"/>
Blitze erschlagen. Im nächsten Jahre pflügte er wieder. Als sich ein schweres Gewitter erhob, spannte er flugs die Ochsen aus und rief dem Gewitter obige Worte zu.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*117 Schmeckt's em net, so frisst er doch.</hi> (<hi rendition="#i">Ulm.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*118 Schmöck am Fass, es grönelet.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 19.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*119 Schmöck am Stützli, es grönelet.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 19.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*120 Sieh, wie das schmeckt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Scherzhaft, weil man nicht sehen kann, wie etwas schmeckt, wenn auch mit den Augen wahrnehmen, dass es andere mit Wohlbehagen zu essen scheinen. Eine jüdisch-deutsche Redensart sagt in ähnlicher Sinnesvertauschung: Rükst dü Mojsche wie die Goje chrapiet d. i. Siehst du, Moses, wie die Christin oder Magd schnarcht? Hier soll das Schnarchen durch die Augen wahrgenommen werden. Chrapiet vom polnischen chrapi&#x0107; = schnarchen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*121 'T smeckt as Hönnig un Sappkôk (Lakritzen).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Kern, 960.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Um etwas Leckeres zu bezeichnen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*122 Wie schmeckt der Bissen?</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Quid hoc facit ad palatum tuum? (<hi rendition="#i">Binder I, 1462; II, 2830; Seybold, 485.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*123 Wô et der nit schmakt, kôp der Artischocken.</hi> (<hi rendition="#i">Siebenbürg.-sächs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schuster, 288.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*124 Wô et der nit schmakt, loss schtôn.</hi> (<hi rendition="#i">Siebenbürg.-sächs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schuster, 287.</hi></p><lb/>
          <p/><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schmecker.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Der Schmecker verdirbt den Lecker.</hi> (<hi rendition="#i">Dönhofstädt.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn Kinder sich etwas zu schmecken (kosten) erbitten.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schmecksäbel.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Schmecksäbel riecht einen Braten über drei Strassen hin.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schmeeg.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Es ist Schmeeg<hi rendition="#sup">1</hi> dazwischen gefallen.</hi> (<hi rendition="#i">Köthen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Das Ungeziefer, womit in fruchtbaren Sommern die Gewächse befallen werden.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schmeichelbrief.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Schmeichelbriefe und Hofsuppen sind wohlfeiler als eines Bauern Puppen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schmeichelei.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Die Schmeichelei ist der Blasebalg von Lieb' und Treu'.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Schmeichelei ist eine falsche Münze, die nur durch unsere Eitelkeit in Umlauf kommt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Schmeichelei ist die beste Angel. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 411.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Schmeichelei ist eine Speise, die jedermann mundet.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: L'adulazione è una minestra che piace a tutti. (<hi rendition="#i">Biber.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Schmeichelei ist eine süsse Kost, aber sie bekommt gar manchem übel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Pochlebnictví má zvlá&#x0161;tní povabnou chut'; i tomu ta krm&#x0115; chutná, kdo se jé od&#x0159;íká. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 41.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Smiger er sød mad, hov den gider ædt. (<hi rendition="#i">Bohn I, 398.</hi>) &#x2013; Smiger er sød mad, men bekommer dem ey alle vel, som hænde æde. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 514.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Pochlebstwo ma w sobie osobliwy przysmak; chocia&#x017E; go kto rzkomo odrzuca, przeci&#x0119;&#x017C; ono smakuje. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 41.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Schmeichelei und Wahrheit sind keine Nachbarn.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: L'adulazione è lontana dal vero.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Schmeicheleien hören, kann dich nicht ehren.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Schmeichelei'n brechen kein Bein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Kto kadzi, nie zawadzi, a kto kropi, nie utopi. (<hi rendition="#i">Lompa, 16.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Schmeicheley ist der Natur gemess vnd den Kindern gegen die Eltern angeboren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 381, 4.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schmeichelhaut.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Einem die Schmeichelhaut abziehen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Waldis, I, 90.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schmeicheln.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Auch das Schmeicheln ist eine Kunst.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#i">H. Heine (Verm. Schriften, Hamburg 1854, I, 38</hi>) behauptet: Gott habe uns die Zunge gegeben, damit wir unsern Mitmenschen etwas Angenehmes sagen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: There is a craft in dawbing. (<hi rendition="#i">Gaal, 853.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Den, der nicht schmeichlet, liebt man nit, das ist yetzunde der welt sitt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: Flattery now a days gets friends. (<hi rendition="#i">Gaal, 411.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Si uis laudari, si uis charusque uocari discas adulari: nam tales sunt modo chari. (<hi rendition="#i">Loci comm., 89.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[131]/0137] *90 Es schmeckt jhme alles wie Holtzäpffel, was man sagt. – Lehmann, 768, 14. *91 Es schmeckt so gut wie grünberger Wein. Ironisch, wie man in Frankreich sagt: Elles sont belles et bonnes, les peches de Corbeil. (Illustr. Zeitung, 1447.) *92 Es schmeckt so süss wie a Nüssel. – Keller, 171b. *93 Es schmeckt wie a Mândelkarn. – Keller, 171a. *94 Es schmeckt wie dammsches Rosenbrot. Man bezeichnete früher damit den guten Geschmack vom Weissbrot, da die Bäcker von Damm eine Zeit lang so gutes Rosenbrot backten, dass die durch die Stadt fahrenden Fremden solches als Geschenk gern mitzunehmen pflegten. Das Rosenwasser entnahm man aus Rosenstöcken, welche auf dem Wege von Damm nach Rosengarten und im letzten Dorfe standen. (Schmidt, Jubelschrift, 9.) *95 Es schmeckt wie dem Bauer das Frühstück. Das er etwa um sieben Uhr einnimmt, nachdem er drei Stunden gedroschen oder gemäht u. s. w. hat. Holl.: Zoo smakelijk als een smids morgenmaal. (Harrebomée, II, 46b.) *96 Es schmeckt wie die Coloquintentunke der Prophetenkinder. – 2 Kön. 4, 38-40. *97 Es schmeckt wie Doppeltafft an hinterher wie Seidenzeug. (Hirschberg.) *98 Es schmeckt wie ein Kohlstrunk. Holl.: Het smaakt als een koolstronk. (Harrebomée, I, 433b.) *99 Es schmeckt wie ein todter Jude. „Man muss euch vor die Gurgel schmieren, es schmackt sonst ohne Schmaltz wie ein todter Jude.“ (Fischart, Kloster, VIII, 404.) *100 Es schmeckt wie Entenbraten. *101 Es schmeckt wie kalte Suppen. – Eiselein, 584. *102 Es schmeckt wie Manna. Der jüdische Gutschmecker konnte einer Speise kein grösseres Lob ertheilen, als wenn er sagte: Der Geschmack von Manna ist darin. Nach der Bibel schmeckte es wie Kuchen mit Honig. Nach der Sage besass es aber auch noch die wunderbare Eigenschaft, stets den Geschmack derjenigen Speise anzunehmen, nach welcher man gerade verlangte. Jüd.-deutsch: Der Táam von Man. (Tendlau, 16.) *103 Es schmeckt wie Marzipan. – Keller, 171a. *104 Es schmeckt wie Mord und Todschlag. (Schles.) *105 Es schmeckt wie Pfaffenkohl. – Murner. „Wenn er (der Buntschuh) wol ist zugerist vnd so feist geschmieret vol, dan schmeckt er wie ein pfaffenkol, es schmeckt kein negelblum so gut als ein geschmierter Buntschuh thut.“ (Murner, Vom gr. luth. Narren, in Kloster, X, 133.) *106 Es schmeckt, wie wenn man die Zunge zum Fenster hinaussteckt. Holl.: Dat smaakt als klokspijs. (Harrebomée, I, 416b.) *107 Et smeckt as en Knüppel up den Kopp. – Richey, 132. Jit ek me lüng Ted want uk smakt üs Kneppel üp Haud. (Hansen, 10.) Wenn etwas einen sehr schlechten Geschmack hat. *108 Hat smêkt üüs an ual Wîf unner Iarm. (Amrum.) – Haupt, VIII, 57, 306. Wie ein altes Weib unterm Arm. *109 Hôt mer'sch doch an annem Jôre nich a sû gut geschmackt. (Schles.) – Frommann, II, 246, 180. *110 Ich kann ihn nicht schmecken. (Nürtingen.) Nicht ausstehen, vor Augen sehen. *111 Schmeck's, Kropfada. – Mareta. Eine scherzhafte oder auch beleidigende Redensart, die so viel sagen will, als: Ich bin dir keine Antwort, Auskunft schuldig, ich mag, kann, will dir keine geben. *112 Schmecks, Kropfeter, nachher brauchst kein' Buschen (Bouqet). (Salzburg.) Abfertigung neugieriger Frager, wenn man nicht antworten kann, darf oder will. In Oberösterreich: Kropfata Rieche, d. i. errathe, combinire. *113 Schmeck's, Kropfeter, wenn's du e Nasen hast. (Troppau.) *114 Schmeck's, Kroppete! (Karlsbad.) Schmeckes, Kropfiger! d. i. Hörst du, das geht dich an! Das war eine Anspielung auf dich. Der Redner fordert damit sich selbst zur Anwendung des in einem Gespräche Vernommenen auf sich auf. Was der oder die eben sagte, geht dich an. *115 Schmeckst du ein paar Oechsle? (Meiningen.) Merkst du was? (S. Oechslein 2.) *116 Schmeckst ein paar Oechslein? – Eiselein, 499. Einem Bauer, der bei einem Gewitter auf dem Felde pflügte, wurden die beiden vorgespannten Ochsen vom Blitze erschlagen. Im nächsten Jahre pflügte er wieder. Als sich ein schweres Gewitter erhob, spannte er flugs die Ochsen aus und rief dem Gewitter obige Worte zu. *117 Schmeckt's em net, so frisst er doch. (Ulm.) *118 Schmöck am Fass, es grönelet. – Sutermeister, 19. *119 Schmöck am Stützli, es grönelet. – Sutermeister, 19. *120 Sieh, wie das schmeckt. Scherzhaft, weil man nicht sehen kann, wie etwas schmeckt, wenn auch mit den Augen wahrnehmen, dass es andere mit Wohlbehagen zu essen scheinen. Eine jüdisch-deutsche Redensart sagt in ähnlicher Sinnesvertauschung: Rükst dü Mojsche wie die Goje chrapiet d. i. Siehst du, Moses, wie die Christin oder Magd schnarcht? Hier soll das Schnarchen durch die Augen wahrgenommen werden. Chrapiet vom polnischen chrapić = schnarchen. *121 'T smeckt as Hönnig un Sappkôk (Lakritzen). – Kern, 960. Um etwas Leckeres zu bezeichnen. *122 Wie schmeckt der Bissen? Lat.: Quid hoc facit ad palatum tuum? (Binder I, 1462; II, 2830; Seybold, 485.) *123 Wô et der nit schmakt, kôp der Artischocken. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 288. *124 Wô et der nit schmakt, loss schtôn. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 287. Schmecker. Der Schmecker verdirbt den Lecker. (Dönhofstädt.) Wenn Kinder sich etwas zu schmecken (kosten) erbitten. Schmecksäbel. Schmecksäbel riecht einen Braten über drei Strassen hin. Schmeeg. * Es ist Schmeeg1 dazwischen gefallen. (Köthen.) Das Ungeziefer, womit in fruchtbaren Sommern die Gewächse befallen werden. Schmeichelbrief. Schmeichelbriefe und Hofsuppen sind wohlfeiler als eines Bauern Puppen. Schmeichelei. 1 Die Schmeichelei ist der Blasebalg von Lieb' und Treu'. 2 Schmeichelei ist eine falsche Münze, die nur durch unsere Eitelkeit in Umlauf kommt. Die Russen: Schmeichelei ist die beste Angel. (Altmann VI, 411.) 3 Schmeichelei ist eine Speise, die jedermann mundet. It.: L'adulazione è una minestra che piace a tutti. (Biber.) 4 Schmeichelei ist eine süsse Kost, aber sie bekommt gar manchem übel. Böhm.: Pochlebnictví má zvláštní povabnou chut'; i tomu ta krmĕ chutná, kdo se jé odříká. (Čelakovsky, 41.) Dän.: Smiger er sød mad, hov den gider ædt. (Bohn I, 398.) – Smiger er sød mad, men bekommer dem ey alle vel, som hænde æde. (Prov. dan., 514.) Poln.: Pochlebstwo ma w sobie osobliwy przysmak; chociaž go kto rzkomo odrzuca, przecięż ono smakuje. (Čelakovsky, 41.) 5 Schmeichelei und Wahrheit sind keine Nachbarn. It.: L'adulazione è lontana dal vero. 6 Schmeicheleien hören, kann dich nicht ehren. 7 Schmeichelei'n brechen kein Bein. Poln.: Kto kadzi, nie zawadzi, a kto kropi, nie utopi. (Lompa, 16.) 8 Schmeicheley ist der Natur gemess vnd den Kindern gegen die Eltern angeboren. – Lehmann, 381, 4. Schmeichelhaut. * Einem die Schmeichelhaut abziehen. – Waldis, I, 90. Schmeicheln. 1 Auch das Schmeicheln ist eine Kunst. H. Heine (Verm. Schriften, Hamburg 1854, I, 38) behauptet: Gott habe uns die Zunge gegeben, damit wir unsern Mitmenschen etwas Angenehmes sagen. Engl.: There is a craft in dawbing. (Gaal, 853.) 2 Den, der nicht schmeichlet, liebt man nit, das ist yetzunde der welt sitt. Engl.: Flattery now a days gets friends. (Gaal, 411.) Lat.: Si uis laudari, si uis charusque uocari discas adulari: nam tales sunt modo chari. (Loci comm., 89.)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:19Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:19Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/137
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876, S. [131]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/137>, abgerufen am 28.10.2020.