Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] *25 Er geht unter Segel.

Reist ab.

*26 Er hält seine Segel zu hoch.

Holl.: Hij haalt zijn zeil te hoog (in top). (Harrebomee, II, 497a.)

*27 Er ist straff unter dem Segel.

Ist im Stande etwas zu ertragen.

*28 Er kann noch Segel aufsetzen.

Er hat noch Mittel in Bereitschaft.

Holl.: Hij behoeft noch zeilen bij noch af te zetten. (Harrebomee, II, 497a.)

*29 Er kommt mit vollen Segeln in den Hafen.

Holl.: Hij komt met een vol zeil t' huis. (Harrebomee, II, 497b.)

*30 Er lässt seine Segel nieder.

"Ich vertieff mich zu ferr in dieser Materi, derhalben lass ich hie mein Segel nider." (Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 232.)

Holl.: Hij laat de zeilen vallen. (Harrebomee, II, 497b.)

*31 Er macht das Segel auf.

Trachtet nach etwas.

*32 Er setzt alle Segel bei.

Strengt alle Kräfte und wendet alle Mittel an, um seine Zwecke zu erreichen.

*33 Er zieht die Segel auf den Gipfel.

Macht so viel Aufwand, als sein Vermögen nur gestattet.

*34 Er zieht die Segel ein.

Holl.: Hij trekt zijne zeilen in. (Harrebomee, II, 497b.)

*35 Es weht ihm durch die Segel.

*36 Mit 't stand Seil. - Stürenburg, 243b.

Aufgeregt, hoffnungsvoll, kühn.

*37 Mit vollen Segeln fahren.

Lat.: Navibus atque quadrigis. (Philippi, II, 7.)

Span.: Caminar con papahigo. (Don Quixote.)

*38 Seine Segel an die Bramstenge binden. (Altgriech.)

An die Spitze des Mastes. Mit der grössten Anstrengung etwas versuchen, die Gelegenheit ganz wahrnehmen. Von den Schiffern, die das Segel hochziehen, um schneller zu fahren.

*39 Seine Segel für jeden Wind stellen.

Engl.: To set up his sail to every wind. (Bohn I, 177.)

Frz.: Faire voile a tout vent.

Lat.: Evannere ad omnem auram.


Segelbaum.

* Er begibt am Segelbaum das Seyl vnd sucht allein beim Rudern heil. - Eyering, I, 612.


Segeln.

1 Dieweil gut segeln vnd rudern ist, brauch ich dess winds zu aller frist.

Lat.: Remigo sub uelo, bene dante notum mihi coelo. (Loci comm., 70.)

2 Man kann nicht segeln, wohin man will, sondern nur wohin der Wind weht.

Dän.: Man kand ei segle hvor hen man vilde, men hvor vinden blaeser. (Prov. dan., 494; Bohn I, 387.)

3 Man muss segeln, weil (wenn) guter Wind ist.

Die günstige Gelegenheit benutzen.

Dän.: Man skal segle som bören blaeser. (Prov. dan., 494.) - Seyl derfor naar vinden blaeser; bören bier efter ingen. (Prov. dan., 86; Bohn I, 397.)

Holl.: Men moet zeilen, terwijl de wind dient. (Harrebomee, II, 472a.)

4 Stromdal unde vor de wind is god seilen.

5 Wer segeln will, muss auch Wind machen. - Sprichwörtergarten, 2.

Wer ein Ziel sicher erreichen will, muss sich vorzugsweise auf die eigene Kraft verlassen.

*6 Er segelt am liebsten ums Cap Greif.

Nimmt, wo er nehmen kann.

*7 Er segelt hinten aus.

Es ist ihm alles im Wege.

*8 Er segelt ihm in die Seite.

Benachtheiligt ihn gefährlich, weil die Seite der schwächste Theil des Schiffs ist.

*9 Er segelt in ein fremdes (unbekanntes) Wasser.

Holl.: Hij zeilt in een onbekend water. (Harrebomee, II, 441a.)

*10 Er segelt in falschem Fahrwasser.

Holl.: Hij zeilt een verkeerd vaarwater. (Harrebomee, II, 441a.)

*11 Er segelt längs der Küste.

Ist vorsichtig.

*12 Er segelt mit allen Winden. - Sailer, 298; Braun, I, 4065.

Der Vielseitige.

*13 Er segelt mit laufendem Spriet.

Mit vollem Winde.

*14 Er segelt mit vollen Segeln.

Auch von Betrunkenen.


[Spaltenumbruch]

*15 Hi siljt föör a Winj. (Amrum.) - Haupt, VIII, 360, 154.


Segen.

1 Aller Segen kommt von oben, aber von unten hilft man auch dazu. - Wunderlich, 4.

2 Der göttliche Segen erfülle das Haus und die da gehen ein und aus.

Hausinschrift in der Schweiz. (Hertz, 7.)

3 Der Segen des Herrn dein Gut wird vermehren, so du dich wirst mit Ehren ernähren.

Hausinschrift im Harz. (Hertz, 11.)

4 Der Segen des Herrn macht reich. - Sprichwörterschatz, 105; Simrock, 9445.

5 Der Segen Gottes kommt unerwartet.

6 Des andern Segen ist dem Neidischen ein Degen. - Simrock, 9446; Parömiakon, 58.

7 Ist der Segen gut, sagte der Bauer, so geht er auch wol durch den Hut. - Braun, Bibliothek des Frohsinns, Bd. 3, Hft. 4, Nr. 157.

8 Ohne Segen wird aus Honig Galle.

Holl.: Zonder zegen wordt honig tot gal. (Harrebomee, II, 496.)

9 Oem a Sajen von a jongen Geistlichen soll ma a Paar Schuh (auch: Sohlen) zelaufen.

In der Gegend von Böhmisch-Friedland herrscht im Volke die Meinung, der Segen eines jungen Geistlichen sei so werthvoll, dass man ein Paar Schuhe (Sohlen) daran wagen solle, um ihn zu erhalten. Die Gläubigen halten dafür, dass der Segen eines neugeweihten Priesters besonders wirksam sei, und liegen ihm an, dass er ihnen die Hände auflege und sie segne. Sie würden sich für verkürzt halten, wenn er vom Altar oder der Kanzel aus den Segnungsact im allgemeinen ausführen wollte.

10 Wenn der Segen gesprochen, ist das Weihwasser fertig.

Wenn das Wort heraus, ist der Handel vollzogen.

Frz.: Quand les mots son dits, l'eau benite est faite. (Lendroy, 1032.)

11 Wenn der Segen vom Herrn kommt, helfen gottlose Arme (Hände) nichts. - Sprichwörterschatz, 96.

12 Wer doppelten Segen austheilt, hat Undank zum Lohn.

So ging es schon Vater Isaak.

13 Wer im Segen seet, der erndet auch mit Segen. - Petri, II, 722.

14 Wer Segen aussä't, wird Segen ernten.

15 Willst du den Segen, so zieh' den Degen.

16 Wo der Segen Gottes nicht ist, da hilfft kein Glück. - Petri, II, 801.

17 Zu grosser Segen zieht den Degen. - Parömiakon, 981.

Auf lange Glücks- und Friedensumstände der Völker folgt Krieg.

*18 Da ist der Segen des Propheten Elia.

Jüd.-deutsch: Da is Eeljeh-Rowis Brooche drin. (Tendlau, 33.)

*19 Dat hät ken Seg1 orer Deg2. (Mecklenburg.) - Frommann, II, 225.

1) Segen.

2) Auch däg = gedeihen, vom mittelhochdeutschen dihen, vorwärtskommen, wachsen, wovon unser hochdeutsches gediegen. (Vgl. darüber Latendorf a. a. O.)

*20 Er gab ihm den Segen, dass er die Knie zum Maul zog. - Fischart in Kloster, VIII, 382.

*21 Er ist des Segens nicht werth.

Nach rabbinischen Vorschriften muss vor jedem Genusse ein Segen gesprochen werden. Was aber verdorben und ungeniessbar ist, verdient keinen Segen.

Jüd.-deutsch: Der is nit ruje livroche. (Tendlau, 288.)

*22 He wönscht ons de Segen van Kloster Camp (Meurs.) - Firmenich, I, 407, 435.

Worin besteht dieser?

*23 Ich werde einen Segen für dich sprechen lassen. - Tendlau, 484.

Scherzhafter Ausdruck für eine erwiesene Gefälligkeit, weil man, um jemand zu danken, durch den Vorbeter in der Synagoge einen Segen für ihn sprechen lässt.

*24 Ich wollt' ihm gern den Segen geben.

Wenn man jemand gern gehen sieht, weil der Segen dem Gehenden als Geleit nachgesagt ward.

Jüd.-deutsch: Wie gern sagt' ich 'm jeworechecho nach. (Tendlau, 361.)

[Spaltenumbruch] *25 Er geht unter Segel.

Reist ab.

*26 Er hält seine Segel zu hoch.

Holl.: Hij haalt zijn zeil te hoog (in top). (Harrebomée, II, 497a.)

*27 Er ist straff unter dem Segel.

Ist im Stande etwas zu ertragen.

*28 Er kann noch Segel aufsetzen.

Er hat noch Mittel in Bereitschaft.

Holl.: Hij behoeft noch zeilen bij noch af te zetten. (Harrebomée, II, 497a.)

*29 Er kommt mit vollen Segeln in den Hafen.

Holl.: Hij komt met een vol zeil t' huis. (Harrebomée, II, 497b.)

*30 Er lässt seine Segel nieder.

„Ich vertieff mich zu ferr in dieser Materi, derhalben lass ich hie mein Segel nider.“ (Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 232.)

Holl.: Hij laat de zeilen vallen. (Harrebomée, II, 497b.)

*31 Er macht das Segel auf.

Trachtet nach etwas.

*32 Er setzt alle Segel bei.

Strengt alle Kräfte und wendet alle Mittel an, um seine Zwecke zu erreichen.

*33 Er zieht die Segel auf den Gipfel.

Macht so viel Aufwand, als sein Vermögen nur gestattet.

*34 Er zieht die Segel ein.

Holl.: Hij trekt zijne zeilen in. (Harrebomée, II, 497b.)

*35 Es weht ihm durch die Segel.

*36 Mit 't stând Seil.Stürenburg, 243b.

Aufgeregt, hoffnungsvoll, kühn.

*37 Mit vollen Segeln fahren.

Lat.: Navibus atque quadrigis. (Philippi, II, 7.)

Span.: Caminar con papahigo. (Don Quixote.)

*38 Seine Segel an die Bramstenge binden. (Altgriech.)

An die Spitze des Mastes. Mit der grössten Anstrengung etwas versuchen, die Gelegenheit ganz wahrnehmen. Von den Schiffern, die das Segel hochziehen, um schneller zu fahren.

*39 Seine Segel für jeden Wind stellen.

Engl.: To set up his sail to every wind. (Bohn I, 177.)

Frz.: Faire voile à tout vent.

Lat.: Evannere ad omnem auram.


Segelbaum.

* Er begibt am Segelbaum das Seyl vnd sucht allein beim Rudern heil.Eyering, I, 612.


Segeln.

1 Dieweil gut segeln vnd rudern ist, brauch ich dess winds zu aller frist.

Lat.: Remigo sub uelo, bene dante notum mihi coelo. (Loci comm., 70.)

2 Man kann nicht segeln, wohin man will, sondern nur wohin der Wind weht.

Dän.: Man kand ei segle hvor hen man vilde, men hvor vinden blæser. (Prov. dan., 494; Bohn I, 387.)

3 Man muss segeln, weil (wenn) guter Wind ist.

Die günstige Gelegenheit benutzen.

Dän.: Man skal segle som børen blæser. (Prov. dan., 494.) – Seyl derfor naar vinden blæser; børen bier efter ingen. (Prov. dan., 86; Bohn I, 397.)

Holl.: Men moet zeilen, terwijl de wind dient. (Harrebomée, II, 472a.)

4 Stromdâl unde vor de wind is gôd seilen.

5 Wer segeln will, muss auch Wind machen.Sprichwörtergarten, 2.

Wer ein Ziel sicher erreichen will, muss sich vorzugsweise auf die eigene Kraft verlassen.

*6 Er segelt am liebsten ums Cap Greif.

Nimmt, wo er nehmen kann.

*7 Er segelt hinten aus.

Es ist ihm alles im Wege.

*8 Er segelt ihm in die Seite.

Benachtheiligt ihn gefährlich, weil die Seite der schwächste Theil des Schiffs ist.

*9 Er segelt in ein fremdes (unbekanntes) Wasser.

Holl.: Hij zeilt in een onbekend water. (Harrebomée, II, 441a.)

*10 Er segelt in falschem Fahrwasser.

Holl.: Hij zeilt een verkeerd vaarwater. (Harrebomée, II, 441a.)

*11 Er segelt längs der Küste.

Ist vorsichtig.

*12 Er segelt mit allen Winden.Sailer, 298; Braun, I, 4065.

Der Vielseitige.

*13 Er segelt mit laufendem Spriet.

Mit vollem Winde.

*14 Er segelt mit vollen Segeln.

Auch von Betrunkenen.


[Spaltenumbruch]

*15 Hi siljt föör a Winj. (Amrum.) – Haupt, VIII, 360, 154.


Segen.

1 Aller Segen kommt von oben, aber von unten hilft man auch dazu.Wunderlich, 4.

2 Der göttliche Segen erfülle das Haus und die da gehen ein und aus.

Hausinschrift in der Schweiz. (Hertz, 7.)

3 Der Segen des Herrn dein Gut wird vermehren, so du dich wirst mit Ehren ernähren.

Hausinschrift im Harz. (Hertz, 11.)

4 Der Segen des Herrn macht reich.Sprichwörterschatz, 105; Simrock, 9445.

5 Der Segen Gottes kommt unerwartet.

6 Des andern Segen ist dem Neidischen ein Degen.Simrock, 9446; Parömiakon, 58.

7 Ist der Segen gut, sagte der Bauer, so geht er auch wol durch den Hut.Braun, Bibliothek des Frohsinns, Bd. 3, Hft. 4, Nr. 157.

8 Ohne Segen wird aus Honig Galle.

Holl.: Zonder zegen wordt honig tot gal. (Harrebomée, II, 496.)

9 Oem a Sajen von a jongen Geistlichen soll ma a Paar Schuh (auch: Sohlen) zelaufen.

In der Gegend von Böhmisch-Friedland herrscht im Volke die Meinung, der Segen eines jungen Geistlichen sei so werthvoll, dass man ein Paar Schuhe (Sohlen) daran wagen solle, um ihn zu erhalten. Die Gläubigen halten dafür, dass der Segen eines neugeweihten Priesters besonders wirksam sei, und liegen ihm an, dass er ihnen die Hände auflege und sie segne. Sie würden sich für verkürzt halten, wenn er vom Altar oder der Kanzel aus den Segnungsact im allgemeinen ausführen wollte.

10 Wenn der Segen gesprochen, ist das Weihwasser fertig.

Wenn das Wort heraus, ist der Handel vollzogen.

Frz.: Quand les mots son dits, l'eau bénite est faite. (Lendroy, 1032.)

11 Wenn der Segen vom Herrn kommt, helfen gottlose Arme (Hände) nichts.Sprichwörterschatz, 96.

12 Wer doppelten Segen austheilt, hat Undank zum Lohn.

So ging es schon Vater Isaak.

13 Wer im Segen seet, der erndet auch mit Segen.Petri, II, 722.

14 Wer Segen aussä't, wird Segen ernten.

15 Willst du den Segen, so zieh' den Degen.

16 Wo der Segen Gottes nicht ist, da hilfft kein Glück.Petri, II, 801.

17 Zu grosser Segen zieht den Degen.Parömiakon, 981.

Auf lange Glücks- und Friedensumstände der Völker folgt Krieg.

*18 Da ist der Segen des Propheten Elia.

Jüd.-deutsch: Da is Eeljeh-Rowis Brooche drin. (Tendlau, 33.)

*19 Dat hät kên Sêg1 orer Deg2. (Mecklenburg.) – Frommann, II, 225.

1) Segen.

2) Auch däg = gedeihen, vom mittelhochdeutschen dihen, vorwärtskommen, wachsen, wovon unser hochdeutsches gediegen. (Vgl. darüber Latendorf a. a. O.)

*20 Er gab ihm den Segen, dass er die Knie zum Maul zog.Fischart in Kloster, VIII, 382.

*21 Er ist des Segens nicht werth.

Nach rabbinischen Vorschriften muss vor jedem Genusse ein Segen gesprochen werden. Was aber verdorben und ungeniessbar ist, verdient keinen Segen.

Jüd.-deutsch: Der is nit ruje livroche. (Tendlau, 288.)

*22 He wönscht ons de Segen van Kloster Camp (Meurs.) – Firmenich, I, 407, 435.

Worin besteht dieser?

*23 Ich werde einen Segen für dich sprechen lassen.Tendlau, 484.

Scherzhafter Ausdruck für eine erwiesene Gefälligkeit, weil man, um jemand zu danken, durch den Vorbeter in der Synagoge einen Segen für ihn sprechen lässt.

*24 Ich wollt' ihm gern den Segen geben.

Wenn man jemand gern gehen sieht, weil der Segen dem Gehenden als Geleit nachgesagt ward.

Jüd.-deutsch: Wie gern sagt' ich 'm jeworechecho nach. (Tendlau, 361.)

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><pb facs="#f0256" n="[250]"/><cb n="499"/>
*25 Er geht unter Segel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Reist ab.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*26 Er hält seine Segel zu hoch.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij haalt zijn zeil te hoog (in top). (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 497<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*27 Er ist straff unter dem Segel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ist im Stande etwas zu ertragen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*28 Er kann noch Segel aufsetzen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Er hat noch Mittel in Bereitschaft.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij behoeft noch zeilen bij noch af te zetten. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 497<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*29 Er kommt mit vollen Segeln in den Hafen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij komt met een vol zeil t' huis. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 497<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*30 Er lässt seine Segel nieder.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Ich vertieff mich zu ferr in dieser Materi, derhalben lass ich hie mein Segel nider.&#x201C; (<hi rendition="#i">Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 232.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij laat de zeilen vallen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 497<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*31 Er macht das Segel auf.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Trachtet nach etwas.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*32 Er setzt alle Segel bei.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Strengt alle Kräfte und wendet alle Mittel an, um seine Zwecke zu erreichen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*33 Er zieht die Segel auf den Gipfel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Macht so viel Aufwand, als sein Vermögen nur gestattet.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*34 Er zieht die Segel ein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij trekt zijne zeilen in. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 497<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*35 Es weht ihm durch die Segel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*36 Mit 't stând Seil.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Stürenburg, 243<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Aufgeregt, hoffnungsvoll, kühn.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*37 Mit vollen Segeln fahren.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Navibus atque quadrigis. (<hi rendition="#i">Philippi, II, 7.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Span.</hi>: Caminar con papahigo. (<hi rendition="#i">Don Quixote.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*38 Seine Segel an die Bramstenge binden.</hi> (<hi rendition="#i">Altgriech.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">An die Spitze des Mastes. Mit der grössten Anstrengung etwas versuchen, die Gelegenheit ganz wahrnehmen. Von den Schiffern, die das Segel hochziehen, um schneller zu fahren.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*39 Seine Segel für jeden Wind stellen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: To set up his sail to every wind. (<hi rendition="#i">Bohn I, 177.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Faire voile à tout vent.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Evannere ad omnem auram.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Segelbaum.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Er begibt am Segelbaum das Seyl vnd sucht allein beim Rudern heil.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eyering, I, 612.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Segeln.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Dieweil gut segeln vnd rudern ist, brauch ich dess winds zu aller frist.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Remigo sub uelo, bene dante notum mihi coelo. (<hi rendition="#i">Loci comm., 70.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Man kann nicht segeln, wohin man will, sondern nur wohin der Wind weht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Man kand ei segle hvor hen man vilde, men hvor vinden blæser. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 494; Bohn I, 387.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Man muss segeln, weil (wenn) guter Wind ist.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die günstige Gelegenheit benutzen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Man skal segle som børen blæser. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 494.</hi>) &#x2013; Seyl derfor naar vinden blæser; børen bier efter ingen. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 86; Bohn I, 397.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Men moet zeilen, terwijl de wind dient. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 472<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Stromdâl unde vor de wind is gôd seilen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Wer segeln will, muss auch Wind machen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sprichwörtergarten, 2.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wer ein Ziel sicher erreichen will, muss sich vorzugsweise auf die eigene Kraft verlassen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*6 Er segelt am liebsten ums Cap Greif.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Nimmt, wo er nehmen kann.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*7 Er segelt hinten aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Es ist ihm alles im Wege.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*8 Er segelt ihm in die Seite.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Benachtheiligt ihn gefährlich, weil die Seite der schwächste Theil des Schiffs ist.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*9 Er segelt in ein fremdes (unbekanntes) Wasser.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij zeilt in een onbekend water. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 441<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*10 Er segelt in falschem Fahrwasser.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij zeilt een verkeerd vaarwater. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 441<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*11 Er segelt längs der Küste.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ist vorsichtig.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*12 Er segelt mit allen Winden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sailer, 298; Braun, I, 4065.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Der Vielseitige.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*13 Er segelt mit laufendem Spriet.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Mit vollem Winde.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*14 Er segelt mit vollen Segeln.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Auch von Betrunkenen.</p><lb/>
          <cb n="500"/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*15 Hi siljt föör a Winj.</hi> (<hi rendition="#i">Amrum.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Haupt, VIII, 360, 154.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Segen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Aller Segen kommt von oben, aber von unten hilft man auch dazu.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Wunderlich, 4.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Der göttliche Segen erfülle das Haus und die da gehen ein und aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Hausinschrift in der Schweiz. (<hi rendition="#i">Hertz, 7.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Der Segen des Herrn dein Gut wird vermehren, so du dich wirst mit Ehren ernähren.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Hausinschrift im Harz. (<hi rendition="#i">Hertz, 11.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Der Segen des Herrn macht reich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sprichwörterschatz, 105; Simrock, 9445.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Der Segen Gottes kommt unerwartet.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Des andern Segen ist dem Neidischen ein Degen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 9446; Parömiakon, 58.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Ist der Segen gut, sagte der Bauer, so geht er auch wol durch den Hut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Braun, Bibliothek des Frohsinns, Bd. 3, Hft. 4, Nr. 157.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">8 Ohne Segen wird aus Honig Galle.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Zonder zegen wordt honig tot gal. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 496.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">9 Oem a Sajen von a jongen Geistlichen soll ma a Paar Schuh (auch: Sohlen) zelaufen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">In der Gegend von Böhmisch-Friedland herrscht im Volke die Meinung, der Segen eines jungen Geistlichen sei so werthvoll, dass man ein Paar Schuhe (Sohlen) daran wagen solle, um ihn zu erhalten. Die Gläubigen halten dafür, dass der Segen eines neugeweihten Priesters besonders wirksam sei, und liegen ihm an, dass er ihnen die Hände auflege und sie segne. Sie würden sich für verkürzt halten, wenn er vom Altar oder der Kanzel aus den Segnungsact im allgemeinen ausführen wollte.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Wenn der Segen gesprochen, ist das Weihwasser fertig.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn das Wort heraus, ist der Handel vollzogen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Quand les mots son dits, l'eau bénite est faite. (<hi rendition="#i">Lendroy, 1032.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">11 Wenn der Segen vom Herrn kommt, helfen gottlose Arme (Hände) nichts.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sprichwörterschatz, 96.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">12 Wer doppelten Segen austheilt, hat Undank zum Lohn.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">So ging es schon Vater Isaak.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">13 Wer im Segen seet, der erndet auch mit Segen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 722.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">14 Wer Segen aussä't, wird Segen ernten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">15 Willst du den Segen, so zieh' den Degen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">16 Wo der Segen Gottes nicht ist, da hilfft kein Glück.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 801.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">17 Zu grosser Segen zieht den Degen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 981.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Auf lange Glücks- und Friedensumstände der Völker folgt Krieg.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*18 Da ist der Segen des Propheten Elia.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Jüd.-deutsch</hi>: Da is Eeljeh-Rowis Brooche drin. (<hi rendition="#i">Tendlau, 33.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*19 Dat hät kên Sêg<hi rendition="#sup">1</hi> orer Deg<hi rendition="#sup">2</hi>.</hi> (<hi rendition="#i">Mecklenburg.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, II, 225.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Segen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">2</hi>) Auch däg = gedeihen, vom mittelhochdeutschen dihen, vorwärtskommen, wachsen, wovon unser hochdeutsches gediegen. (Vgl. darüber <hi rendition="#i">Latendorf a. a. O.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*20 Er gab ihm den Segen, dass er die Knie zum Maul zog.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Fischart in Kloster, VIII, 382.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*21 Er ist des Segens nicht werth.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Nach rabbinischen Vorschriften muss vor jedem Genusse ein Segen gesprochen werden. Was aber verdorben und ungeniessbar ist, verdient keinen Segen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Jüd.-deutsch</hi>: Der is nit ruje livroche. (<hi rendition="#i">Tendlau, 288.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*22 He wönscht ons de Segen van Kloster Camp</hi> (<hi rendition="#i">Meurs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 407, 435.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Worin besteht dieser?</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*23 Ich werde einen Segen für dich sprechen lassen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tendlau, 484.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Scherzhafter Ausdruck für eine erwiesene Gefälligkeit, weil man, um jemand zu danken, durch den Vorbeter in der Synagoge einen Segen für ihn sprechen lässt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*24 Ich wollt' ihm gern den Segen geben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn man jemand gern gehen sieht, weil der Segen dem Gehenden als Geleit nachgesagt ward.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Jüd.-deutsch</hi>: Wie gern sagt' ich 'm jeworechecho nach. (<hi rendition="#i">Tendlau, 361.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[250]/0256] *25 Er geht unter Segel. Reist ab. *26 Er hält seine Segel zu hoch. Holl.: Hij haalt zijn zeil te hoog (in top). (Harrebomée, II, 497a.) *27 Er ist straff unter dem Segel. Ist im Stande etwas zu ertragen. *28 Er kann noch Segel aufsetzen. Er hat noch Mittel in Bereitschaft. Holl.: Hij behoeft noch zeilen bij noch af te zetten. (Harrebomée, II, 497a.) *29 Er kommt mit vollen Segeln in den Hafen. Holl.: Hij komt met een vol zeil t' huis. (Harrebomée, II, 497b.) *30 Er lässt seine Segel nieder. „Ich vertieff mich zu ferr in dieser Materi, derhalben lass ich hie mein Segel nider.“ (Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 232.) Holl.: Hij laat de zeilen vallen. (Harrebomée, II, 497b.) *31 Er macht das Segel auf. Trachtet nach etwas. *32 Er setzt alle Segel bei. Strengt alle Kräfte und wendet alle Mittel an, um seine Zwecke zu erreichen. *33 Er zieht die Segel auf den Gipfel. Macht so viel Aufwand, als sein Vermögen nur gestattet. *34 Er zieht die Segel ein. Holl.: Hij trekt zijne zeilen in. (Harrebomée, II, 497b.) *35 Es weht ihm durch die Segel. *36 Mit 't stând Seil. – Stürenburg, 243b. Aufgeregt, hoffnungsvoll, kühn. *37 Mit vollen Segeln fahren. Lat.: Navibus atque quadrigis. (Philippi, II, 7.) Span.: Caminar con papahigo. (Don Quixote.) *38 Seine Segel an die Bramstenge binden. (Altgriech.) An die Spitze des Mastes. Mit der grössten Anstrengung etwas versuchen, die Gelegenheit ganz wahrnehmen. Von den Schiffern, die das Segel hochziehen, um schneller zu fahren. *39 Seine Segel für jeden Wind stellen. Engl.: To set up his sail to every wind. (Bohn I, 177.) Frz.: Faire voile à tout vent. Lat.: Evannere ad omnem auram. Segelbaum. * Er begibt am Segelbaum das Seyl vnd sucht allein beim Rudern heil. – Eyering, I, 612. Segeln. 1 Dieweil gut segeln vnd rudern ist, brauch ich dess winds zu aller frist. Lat.: Remigo sub uelo, bene dante notum mihi coelo. (Loci comm., 70.) 2 Man kann nicht segeln, wohin man will, sondern nur wohin der Wind weht. Dän.: Man kand ei segle hvor hen man vilde, men hvor vinden blæser. (Prov. dan., 494; Bohn I, 387.) 3 Man muss segeln, weil (wenn) guter Wind ist. Die günstige Gelegenheit benutzen. Dän.: Man skal segle som børen blæser. (Prov. dan., 494.) – Seyl derfor naar vinden blæser; børen bier efter ingen. (Prov. dan., 86; Bohn I, 397.) Holl.: Men moet zeilen, terwijl de wind dient. (Harrebomée, II, 472a.) 4 Stromdâl unde vor de wind is gôd seilen. 5 Wer segeln will, muss auch Wind machen. – Sprichwörtergarten, 2. Wer ein Ziel sicher erreichen will, muss sich vorzugsweise auf die eigene Kraft verlassen. *6 Er segelt am liebsten ums Cap Greif. Nimmt, wo er nehmen kann. *7 Er segelt hinten aus. Es ist ihm alles im Wege. *8 Er segelt ihm in die Seite. Benachtheiligt ihn gefährlich, weil die Seite der schwächste Theil des Schiffs ist. *9 Er segelt in ein fremdes (unbekanntes) Wasser. Holl.: Hij zeilt in een onbekend water. (Harrebomée, II, 441a.) *10 Er segelt in falschem Fahrwasser. Holl.: Hij zeilt een verkeerd vaarwater. (Harrebomée, II, 441a.) *11 Er segelt längs der Küste. Ist vorsichtig. *12 Er segelt mit allen Winden. – Sailer, 298; Braun, I, 4065. Der Vielseitige. *13 Er segelt mit laufendem Spriet. Mit vollem Winde. *14 Er segelt mit vollen Segeln. Auch von Betrunkenen. *15 Hi siljt föör a Winj. (Amrum.) – Haupt, VIII, 360, 154. Segen. 1 Aller Segen kommt von oben, aber von unten hilft man auch dazu. – Wunderlich, 4. 2 Der göttliche Segen erfülle das Haus und die da gehen ein und aus. Hausinschrift in der Schweiz. (Hertz, 7.) 3 Der Segen des Herrn dein Gut wird vermehren, so du dich wirst mit Ehren ernähren. Hausinschrift im Harz. (Hertz, 11.) 4 Der Segen des Herrn macht reich. – Sprichwörterschatz, 105; Simrock, 9445. 5 Der Segen Gottes kommt unerwartet. 6 Des andern Segen ist dem Neidischen ein Degen. – Simrock, 9446; Parömiakon, 58. 7 Ist der Segen gut, sagte der Bauer, so geht er auch wol durch den Hut. – Braun, Bibliothek des Frohsinns, Bd. 3, Hft. 4, Nr. 157. 8 Ohne Segen wird aus Honig Galle. Holl.: Zonder zegen wordt honig tot gal. (Harrebomée, II, 496.) 9 Oem a Sajen von a jongen Geistlichen soll ma a Paar Schuh (auch: Sohlen) zelaufen. In der Gegend von Böhmisch-Friedland herrscht im Volke die Meinung, der Segen eines jungen Geistlichen sei so werthvoll, dass man ein Paar Schuhe (Sohlen) daran wagen solle, um ihn zu erhalten. Die Gläubigen halten dafür, dass der Segen eines neugeweihten Priesters besonders wirksam sei, und liegen ihm an, dass er ihnen die Hände auflege und sie segne. Sie würden sich für verkürzt halten, wenn er vom Altar oder der Kanzel aus den Segnungsact im allgemeinen ausführen wollte. 10 Wenn der Segen gesprochen, ist das Weihwasser fertig. Wenn das Wort heraus, ist der Handel vollzogen. Frz.: Quand les mots son dits, l'eau bénite est faite. (Lendroy, 1032.) 11 Wenn der Segen vom Herrn kommt, helfen gottlose Arme (Hände) nichts. – Sprichwörterschatz, 96. 12 Wer doppelten Segen austheilt, hat Undank zum Lohn. So ging es schon Vater Isaak. 13 Wer im Segen seet, der erndet auch mit Segen. – Petri, II, 722. 14 Wer Segen aussä't, wird Segen ernten. 15 Willst du den Segen, so zieh' den Degen. 16 Wo der Segen Gottes nicht ist, da hilfft kein Glück. – Petri, II, 801. 17 Zu grosser Segen zieht den Degen. – Parömiakon, 981. Auf lange Glücks- und Friedensumstände der Völker folgt Krieg. *18 Da ist der Segen des Propheten Elia. Jüd.-deutsch: Da is Eeljeh-Rowis Brooche drin. (Tendlau, 33.) *19 Dat hät kên Sêg1 orer Deg2. (Mecklenburg.) – Frommann, II, 225. 1) Segen. 2) Auch däg = gedeihen, vom mittelhochdeutschen dihen, vorwärtskommen, wachsen, wovon unser hochdeutsches gediegen. (Vgl. darüber Latendorf a. a. O.) *20 Er gab ihm den Segen, dass er die Knie zum Maul zog. – Fischart in Kloster, VIII, 382. *21 Er ist des Segens nicht werth. Nach rabbinischen Vorschriften muss vor jedem Genusse ein Segen gesprochen werden. Was aber verdorben und ungeniessbar ist, verdient keinen Segen. Jüd.-deutsch: Der is nit ruje livroche. (Tendlau, 288.) *22 He wönscht ons de Segen van Kloster Camp (Meurs.) – Firmenich, I, 407, 435. Worin besteht dieser? *23 Ich werde einen Segen für dich sprechen lassen. – Tendlau, 484. Scherzhafter Ausdruck für eine erwiesene Gefälligkeit, weil man, um jemand zu danken, durch den Vorbeter in der Synagoge einen Segen für ihn sprechen lässt. *24 Ich wollt' ihm gern den Segen geben. Wenn man jemand gern gehen sieht, weil der Segen dem Gehenden als Geleit nachgesagt ward. Jüd.-deutsch: Wie gern sagt' ich 'm jeworechecho nach. (Tendlau, 361.)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:19Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:19Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/256
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876, S. [250]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/256>, abgerufen am 30.11.2020.