Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 30 Wer sich schämt, zu essen und zu oren (beten), ist in der ganzen Welt verloren. - Balss, 23.

31 Wess man sich schämt zu sagen, dess soll man sich auch schämen zu thun.

It.: Quello che si ha vergogna di dire, si doverebbe haver vergogna di volere. (Pazzaglia, 400, 6.)

32 Wessen man sich schamen mag, das thut man nicht am hellen Tag.

Böhm.: Zac se stydime, radi tujime. (Celakovsky, 121.)

Poln.: Czego sie wstydzimy, to radzi kryjemy. (Celakovsky, 121.)

33 Wessen man sich schämt, dessen soll man sich auch nicht gelüsten lassen.

Lat.: Quod pudet, hoc pigeat.

*34 A selt sich schamen, a geit uf der Grube rim. (Schles.) - Frommann, III, 412, 481.

*35 A sult sich schamen, der alte Schesser. - Gomolcke, 201.

*36 Als ich mich einmal schämte, da kriegt' ich nichts.

*37 Ar schamt si wi a Bettbrunzer. (Franken.) - Frommann, VI, 165, 42.

*38 Dai scheämed sik as en Beddemeiger. (Grafschaft Mark.) - Frommann, V, 162, 132.

*39 De schämen un grämen sick nig. - Dähnert, 399a.

Sie leben in den Tag hinein.

*40 Eck schämme mui mol, do kreig eck nicks. (Lippe.) - Firmenich, I, 270.

*41 Er muss sich schämen, dass ihn die Sonne bescheint.

Böhm.: Zivet' i ta doba, ze stydno vykrociti z dvora. (Celakovsky, 159.)

*42 Er schämt si wie en Churerbatze. - Sutermeister, 45.

*43 Er schämt sich wie ein begossener Hund.

In Westfalen: Sik schaemen äs en begoeten Röe.

Frz.: Elle est devenue rouge comme la sebile d'un pressoir. (Kritzinger, 562b.)

*44 Er schämt sich wie ein Bettseicher (Bettbrunzer). - Schöpf, 63.

In der Schweiz: Er sött si schäme wie'n e Bettseicher. (Sutermeister, 85.)

*45 Er schämt sich wie ein Esel, dem der Sack entfällt.

Der sich eben gar nicht schämt; also von unverschämten Leuten.

Holl.: Hij schaamt zich als een ezel, wien de zak ontvalt. (Harrebomee, II, 489b.)

*46 Er schämt sich wie ein Kind, das ins Bett gemacht.

Holl.: Hij is zoo beschaamd als een kind, dat in zijn bed gep... heeft. (Harrebomee, I, 34b.)

*47 Er schämt sich wie ein Pfeifer, der den Tanz verderbt hat.

*48 Er schämt sich wie ein Pferd, das den Wagen umwirft.

Holl.: Hij is zoo beschaamd als een paard, dat zijns meesters kar omsmijt. (Harrebomee, II, 382b.)

*49 Er schämt sich wie ein Pudel.

In Westfalen: Sik scheame äs en Pudelhund.

Holl.: Hij schaamt zich, als eene koe in de vasten doet. (Harrebomee, I, 424a.)

*50 Er schämt sich wie eine Sau, die einen Sauerteig wegträgt.

Frz.: Il est honteux comme une truye qui emporte un levain. (Kritzinger, 380a.)

*51 Er schemet sich keiner lüg. - Franck, II, 94b.

*52 Hä schamt sich bi e Bettbrönser. (Henneberg.)

In Ostpreussen: He schämt söck wie e Beddseicher. (Frischbier2, 3247.)

*53 He schämt sik nich un grämt sik nich. - Eichwald, 1647.

*54 Ich schämte mir den Dreck aus den Augen. - Weinhold, 15.

*55 Ich schämte mir in die grobe Grund. - Schurr-Murr, 63.

*56 Ich heb(be) mi enmal schamt, ick heb(be) der nix vör kregen. (Ostfries.) - Bueren, 722; Frommann, VI, 283, 710; für Oldenburg: Goldschmidt, 161; hochdeutsch bei Simrock, 8860.

Böhm.: A co styd, jen kdyz jsem syt. (Celakovsky, 191.)

*57 Schäm' de in dein Seel' nei. (Ulm.)

*58 Schäm' dich in deinen Rachen. - Frischbier2, 3246.

[Spaltenumbruch] *59 Schäm' er sich nur, und nehm' er's Hemde vor die Augen! - Simrock, 8874.

In Schlesien: Scham er sich og und nahm as (nehm er das) Hemde fir de Ogen. (Gomolcke, 877.) Die Russen: Sie schämt sich wie ein nacktes Weib vor ihrem Mann. (Altmann VI, 418.)

Böhm.: Stydis li se, zakruyj tvar resetem. (Celakovsky, 122.)

*60 Schoam' dij bet in dijn Oader un Blot. (Pommern.)

Schäme dich bis in deine Ader und Blut.

*61 Sie schemeten sich, wie ein Pfeiffer, der den Tantz verderbet hat. - Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 245.

*62 Sie wollte sich gern schämen, aber sie weiss nicht, woher sie die Farbe soll nehmen.

*63 Sik schemen as en Vos. - Lauremberg, II. Anh., IV, 70.

Sich fuchsroth schämen.

*64 Wat sull öck mi schäme, öck hebb je noch e Hemd an. - Frischbier2, 3248.

Antwort auf die verweisende Frage: Schämst du dich nicht?

*65 Wer sich schämt, habe den Schaden. - Körte, 5223.


Schamhaftigkeit.

1 Schamhaftigkeit ist die Mutter der Sittsamkeit.

It.: Come splendente gemma di costumi e vergogna. - Vergogna e madre d'innocenza e d'onesta.

2 Schamhaftigkeit ist die Zierde der Jugend.

Schwed.: Blygsamhet är ungdomens prydnad. (Wensell, 10.)

3 Schamhaftigkeit trägt die Krone.

Bei Tunnicius (931): Schämelheit drecht de krone. (Ille coronandus quicunque pudore rubescit.)

Lat.: Pudor coronetur, hoc est: pudorem rem esse optimam et coronatione dignam.


Schamhütlein.

1 Man muss das Schamhütlein ablegen, wenn man zu etwas kommen will.

Böhm.: Ostychavost nepritel zinosti i zmuzilosti. (Celakovsky, 121.)

Frz.: Que honte ne vous fasse point dommage. (Lendroy, 873.)

Holl.: Die wat hebben wil, moet de scham schoenen uittrekken. (Harrebomee, II, 237a.)

2 Wer dass Schamhütlein legt von sich, der würd ein vnflat sicherlich. - Lehmann, 696, 10.

*3 Das heisst, das Schamhütlein abgethan (abziehen).

Frz.: Donner le croc en jambe a la pudeur. (Kritzinger, 192a.)

*4 Er hat das Schamhütlein abgezogen. - Heshusius, II, Vorr.

Schwed.: Han haar bitijt hufwud af skammen och stoppat henne i barmen. (Grubb, 299.)


Schämlich.

Et lätt wuol schiämlik, awwer et küemt tiämlik, segget de Bauren, wann se met 'me hälten Liepel iätet. (Grafschaft Mark.) - Woeste, 62, 2; Hoefer, 144.


Schamlos.

Schamlos - ehrlos.

Schwed.: Skamlös ar dygdelös. (Grubb, 721.)


Schamroth.

1 Schamroth ist die beste Farbe. - Simrock, 8876.

Die Russen: Schamroth ist das beste Roth. Schamröthe ist die beste Schminke. (Altmann VI, 441.)

Böhm.: Kdo se studem pyri, snadno nezahyri. (Celakovsky, 121.)

2 Wer schamroth werden kann, bedarf keiner Schminke. - Altmann V, 418.


Schamröthe.

1 Schamröthe ist die Blüte der Keuschheit.

Böhm.: Ctnost' v cerveni chodi. (Celakovsky, 120.)

2 Schamröthe ist eine schöne (ist die beste) Farbe. - Gaal, 1354; Sailer, 149.

Böhm.: U mladeho pyreni dobre znameni. (Celakovsky, 121.)

Engl.: Blushing is virtue's colour. (Gaal, 1354.)

Lat.: Color ingenuus movetur pudore. (Gaal, 1354.) - Pulcherrimus est color, qui per verecundiam ingenuis oboritur. (Philippi, II, 114.)

Poln.: Cnota w czerwieni chodzi.


Schams.

* Er wird mir noch nach Schams kommen. - Kirchhofer, 134.

Im Canton Graubündten gewöhnlich, die Drohung aussprechend, sich an jemand rächen zu wollen. Wahrscheinlich

[Spaltenumbruch] 30 Wer sich schämt, zu essen und zu oren (beten), ist in der ganzen Welt verloren.Balss, 23.

31 Wess man sich schämt zu sagen, dess soll man sich auch schämen zu thun.

It.: Quello che si hà vergogna di dire, si doverebbe haver vergogna di volere. (Pazzaglia, 400, 6.)

32 Wessen man sich schamen mag, das thut man nicht am hellen Tag.

Böhm.: Zač se stydíme, rádi tujime. (Čelakovsky, 121.)

Poln.: Czego się wstydzimy, to radzi kryjemy. (Čelakovsky, 121.)

33 Wessen man sich schämt, dessen soll man sich auch nicht gelüsten lassen.

Lat.: Quod pudet, hoc pigeat.

*34 A selt sich schamen, a gît uf der Grube rim. (Schles.) – Frommann, III, 412, 481.

*35 A sult sich schamen, der alte Schêsser.Gomolcke, 201.

*36 Als ich mich einmal schämte, da kriegt' ich nichts.

*37 Ar schâmt si wi a Bettbrunzer. (Franken.) – Frommann, VI, 165, 42.

*38 Dai schéämed sik as en Beddemêiger. (Grafschaft Mark.) – Frommann, V, 162, 132.

*39 De schämen un grämen sick nig.Dähnert, 399a.

Sie leben in den Tag hinein.

*40 Eck schämme mui mol, do kreig eck nicks. (Lippe.) – Firmenich, I, 270.

*41 Er muss sich schämen, dass ihn die Sonne bescheint.

Böhm.: Zivet' i ta doba, že stydno vykročiti z dvora. (Čelakovsky, 159.)

*42 Er schämt si wie en Churerbatze.Sutermeister, 45.

*43 Er schämt sich wie ein begossener Hund.

In Westfalen: Sik schaemen äs en begoeten Röe.

Frz.: Elle est devenue rouge comme la sebile d'un pressoir. (Kritzinger, 562b.)

*44 Er schämt sich wie ein Bettséicher (Bettbrunzer).Schöpf, 63.

In der Schweiz: Er sött si schäme wie'n e Bettseicher. (Sutermeister, 85.)

*45 Er schämt sich wie ein Esel, dem der Sack entfällt.

Der sich eben gar nicht schämt; also von unverschämten Leuten.

Holl.: Hij schaamt zich als een ezel, wien de zak ontvalt. (Harrebomée, II, 489b.)

*46 Er schämt sich wie ein Kind, das ins Bett gemacht.

Holl.: Hij is zoo beschaamd als een kind, dat in zijn bed gep... heeft. (Harrebomée, I, 34b.)

*47 Er schämt sich wie ein Pfeifer, der den Tanz verderbt hat.

*48 Er schämt sich wie ein Pferd, das den Wagen umwirft.

Holl.: Hij is zoo beschaamd als een paard, dat zijns meesters kar omsmijt. (Harrebomée, II, 382b.)

*49 Er schämt sich wie ein Pudel.

In Westfalen: Sik scheâme äs en Pudelhund.

Holl.: Hij schaamt zich, als eene koe in de vasten doet. (Harrebomée, I, 424a.)

*50 Er schämt sich wie eine Sau, die einen Sauerteig wegträgt.

Frz.: Il est honteux comme une truye qui emporte un levain. (Kritzinger, 380a.)

*51 Er schemet sich keiner lüg.Franck, II, 94b.

*52 Hä schamt sich bi e Bettbrönser. (Henneberg.)

In Ostpreussen: He schämt söck wie e Beddseicher. (Frischbier2, 3247.)

*53 He schämt sik nich un grämt sik nich.Eichwald, 1647.

*54 Ich schämte mir den Dreck aus den Augen.Weinhold, 15.

*55 Ich schämte mir in die grobe Grund.Schurr-Murr, 63.

*56 Ich heb(be) mi ênmal schâmt, ick heb(be) der nix vör krêgen. (Ostfries.) – Bueren, 722; Frommann, VI, 283, 710; für Oldenburg: Goldschmidt, 161; hochdeutsch bei Simrock, 8860.

Böhm.: A co styd, jen když jsem syt. (Čelakovsky, 191.)

*57 Schäm' de in dein Seel' nei. (Ulm.)

*58 Schäm' dich in deinen Rachen.Frischbier2, 3246.

[Spaltenumbruch] *59 Schäm' er sich nur, und nehm' er's Hemde vor die Augen!Simrock, 8874.

In Schlesien: Schâm er sich og und nahm as (nehm er das) Hemde fir de Ogen. (Gomolcke, 877.) Die Russen: Sie schämt sich wie ein nacktes Weib vor ihrem Mann. (Altmann VI, 418.)

Böhm.: Stydíš li se, zakruyj tvář řešetem. (Čelakovsky, 122.)

*60 Schoam' dij bet in dijn Oader un Blôt. (Pommern.)

Schäme dich bis in deine Ader und Blut.

*61 Sie schemeten sich, wie ein Pfeiffer, der den Tantz verderbet hat.Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 245.

*62 Sie wollte sich gern schämen, aber sie weiss nicht, woher sie die Farbe soll nehmen.

*63 Sik schemen as ên Vos.Lauremberg, II. Anh., IV, 70.

Sich fuchsroth schämen.

*64 Wat sull öck mi schäme, öck hebb je noch e Hemd an.Frischbier2, 3248.

Antwort auf die verweisende Frage: Schämst du dich nicht?

*65 Wer sich schämt, habe den Schaden.Körte, 5223.


Schamhaftigkeit.

1 Schamhaftigkeit ist die Mutter der Sittsamkeit.

It.: Come splendente gemma di costumi è vergogna. – Vergogna e madre d'innocenza e d'onestà.

2 Schamhaftigkeit ist die Zierde der Jugend.

Schwed.: Blygsamhet är ungdomens prydnad. (Wensell, 10.)

3 Schamhaftigkeit trägt die Krone.

Bei Tunnicius (931): Schämelheit drecht de krone. (Ille coronandus quicunque pudore rubescit.)

Lat.: Pudor coronetur, hoc est: pudorem rem esse optimam et coronatione dignam.


Schamhütlein.

1 Man muss das Schamhütlein ablegen, wenn man zu etwas kommen will.

Böhm.: Ostýchavost nepřítel žinosti i zmužilosti. (Čelakovsky, 121.)

Frz.: Que honte ne vous fasse point dommage. (Lendroy, 873.)

Holl.: Die wat hebben wil, moet de scham schoenen uittrekken. (Harrebomée, II, 237a.)

2 Wer dass Schamhütlein legt von sich, der würd ein vnflat sicherlich.Lehmann, 696, 10.

*3 Das heisst, das Schamhütlein abgethan (abziehen).

Frz.: Donner le croc en jambe à la pudeur. (Kritzinger, 192a.)

*4 Er hat das Schamhütlein abgezogen.Heshusius, II, Vorr.

Schwed.: Han haar bitijt hufwud af skammen och stoppat henne i barmen. (Grubb, 299.)


Schämlich.

Et lätt wuol schiämlik, awwer et küemt tiämlik, segget de Bûren, wann se met 'me hälten Liepel iätet. (Grafschaft Mark.) – Woeste, 62, 2; Hoefer, 144.


Schamlos.

Schamlos – ehrlos.

Schwed.: Skamlös år dygdelös. (Grubb, 721.)


Schamroth.

1 Schamroth ist die beste Farbe.Simrock, 8876.

Die Russen: Schamroth ist das beste Roth. Schamröthe ist die beste Schminke. (Altmann VI, 441.)

Böhm.: Kdo se studem pýří, snadno nezahýří. (Čelakovsky, 121.)

2 Wer schamroth werden kann, bedarf keiner Schminke.Altmann V, 418.


Schamröthe.

1 Schamröthe ist die Blüte der Keuschheit.

Böhm.: Ctnost' v červeni chodí. (Čelakovsky, 120.)

2 Schamröthe ist eine schöne (ist die beste) Farbe.Gaal, 1354; Sailer, 149.

Böhm.: U mladého pýření dobré znamení. (Čelakovsky, 121.)

Engl.: Blushing is virtue's colour. (Gaal, 1354.)

Lat.: Color ingenuus movetur pudore. (Gaal, 1354.) – Pulcherrimus est color, qui per verecundiam ingenuis oboritur. (Philippi, II, 114.)

Poln.: Cnota w czerwieni chodzi.


Schams.

* Er wird mir noch nach Schams kommen.Kirchhofer, 134.

Im Canton Graubündten gewöhnlich, die Drohung aussprechend, sich an jemand rächen zu wollen. Wahrscheinlich

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0053" n="[47]"/><cb n="93"/>
30 Wer sich schämt, zu essen und zu oren (beten), ist in der ganzen Welt verloren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Balss, 23.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">31 Wess man sich schämt zu sagen, dess soll man sich auch schämen zu thun.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Quello che si hà vergogna di dire, si doverebbe haver vergogna di volere. (<hi rendition="#i">Pazzaglia, 400, 6.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">32 Wessen man sich schamen mag, das thut man nicht am hellen Tag.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Za&#x010D; se stydíme, rádi tujime. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 121.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Czego si&#x0119; wstydzimy, to radzi kryjemy. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 121.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">33 Wessen man sich schämt, dessen soll man sich auch nicht gelüsten lassen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Quod pudet, hoc pigeat.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*34 A selt sich schamen, a gît uf der Grube rim.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, III, 412, 481.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*35 A sult sich schamen, der alte Schêsser.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gomolcke, 201.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*36 Als ich mich einmal schämte, da kriegt' ich nichts.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*37 Ar schâmt si wi a Bettbrunzer.</hi> (<hi rendition="#i">Franken.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, VI, 165, 42.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*38 Dai schéämed sik as en Beddemêiger.</hi> (<hi rendition="#i">Grafschaft Mark.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, V, 162, 132.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*39 De schämen un grämen sick nig.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Dähnert, 399<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Sie leben in den Tag hinein.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*40 Eck schämme mui mol, do kreig eck nicks.</hi> (<hi rendition="#i">Lippe.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 270.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*41 Er muss sich schämen, dass ihn die Sonne bescheint.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Zivet' i ta doba, &#x017E;e stydno vykro&#x010D;iti z dvora. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 159.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*42 Er schämt si wie en Churerbatze.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 45.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*43 Er schämt sich wie ein begossener Hund.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">In Westfalen: Sik schaemen äs en begoeten Röe.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Elle est devenue rouge comme la sebile d'un pressoir. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 562<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*44 Er schämt sich wie ein Bettséicher (Bettbrunzer).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schöpf, 63.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">In der Schweiz: Er sött si schäme wie'n e Bettseicher. (<hi rendition="#i">Sutermeister, 85.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*45 Er schämt sich wie ein Esel, dem der Sack entfällt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Der sich eben gar nicht schämt; also von unverschämten Leuten.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij schaamt zich als een ezel, wien de zak ontvalt. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 489<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*46 Er schämt sich wie ein Kind, das ins Bett gemacht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij is zoo beschaamd als een kind, dat in zijn bed gep... heeft. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 34<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*47 Er schämt sich wie ein Pfeifer, der den Tanz verderbt hat.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*48 Er schämt sich wie ein Pferd, das den Wagen umwirft.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij is zoo beschaamd als een paard, dat zijns meesters kar omsmijt. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 382<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*49 Er schämt sich wie ein Pudel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">In Westfalen: Sik scheâme äs en Pudelhund.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij schaamt zich, als eene koe in de vasten doet. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 424<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*50 Er schämt sich wie eine Sau, die einen Sauerteig wegträgt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il est honteux comme une truye qui emporte un levain. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 380<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*51 Er schemet sich keiner lüg.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 94<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*52 Hä schamt sich bi e Bettbrönser.</hi> (<hi rendition="#i">Henneberg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">In Ostpreussen: He schämt söck wie e Beddseicher. (<hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 3247.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*53 He schämt sik nich un grämt sik nich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eichwald, 1647.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*54 Ich schämte mir den Dreck aus den Augen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Weinhold, 15.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*55 Ich schämte mir in die grobe Grund.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schurr-Murr, 63.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*56 Ich heb(be) mi ênmal schâmt, ick heb(be) der nix vör krêgen.</hi> (<hi rendition="#i">Ostfries.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Bueren, 722; Frommann, VI, 283, 710;</hi> für Oldenburg: <hi rendition="#i">Goldschmidt, 161;</hi> hochdeutsch bei <hi rendition="#i">Simrock, 8860.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: A co styd, jen kdy&#x017E; jsem syt. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 191.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*57 Schäm' de in dein Seel' nei.</hi> (<hi rendition="#i">Ulm.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*58 Schäm' dich in deinen Rachen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 3246.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><cb n="94"/>
*59 Schäm' er sich nur, und nehm' er's Hemde vor die Augen!</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 8874.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">In Schlesien: Schâm er sich og und nahm as (nehm er das) Hemde fir de Ogen. (<hi rendition="#i">Gomolcke, 877.</hi>) Die Russen: Sie schämt sich wie ein nacktes Weib vor ihrem Mann. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 418.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Stydí&#x0161; li se, zakruyj tvá&#x0159; &#x0159;e&#x0161;etem. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 122.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*60 Schoam' dij bet in dijn Oader un Blôt.</hi> (<hi rendition="#i">Pommern.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Schäme dich bis in deine Ader und Blut.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*61 Sie schemeten sich, wie ein Pfeiffer, der den Tantz verderbet hat.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 245.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*62 Sie wollte sich gern schämen, aber sie weiss nicht, woher sie die Farbe soll nehmen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*63 Sik schemen as ên Vos.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lauremberg, II. Anh., IV, 70.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Sich fuchsroth schämen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*64 Wat sull öck mi schäme, öck hebb je noch e Hemd an.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 3248.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Antwort auf die verweisende Frage: Schämst du dich nicht?</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*65 Wer sich schämt, habe den Schaden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 5223.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schamhaftigkeit.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Schamhaftigkeit ist die Mutter der Sittsamkeit.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Come splendente gemma di costumi è vergogna. &#x2013; Vergogna e madre d'innocenza e d'onestà.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Schamhaftigkeit ist die Zierde der Jugend.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Blygsamhet är ungdomens prydnad. (<hi rendition="#i">Wensell, 10.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Schamhaftigkeit trägt die Krone.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Bei <hi rendition="#i">Tunnicius (931)</hi>: Schämelheit drecht de krone. (Ille coronandus quicunque pudore rubescit.)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Pudor coronetur, hoc est: pudorem rem esse optimam et coronatione dignam.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schamhütlein.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Man muss das Schamhütlein ablegen, wenn man zu etwas kommen will.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Ostýchavost nep&#x0159;ítel &#x017E;inosti i zmu&#x017E;ilosti. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 121.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Que honte ne vous fasse point dommage. (<hi rendition="#i">Lendroy, 873.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Die wat hebben wil, moet de scham schoenen uittrekken. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 237<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Wer dass Schamhütlein legt von sich, der würd ein vnflat sicherlich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 696, 10.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*3 Das heisst, das Schamhütlein abgethan (abziehen).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Donner le croc en jambe à la pudeur. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 192<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 Er hat das Schamhütlein abgezogen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Heshusius, II, Vorr.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Han haar bitijt hufwud af skammen och stoppat henne i barmen. (<hi rendition="#i">Grubb, 299.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schämlich.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Et lätt wuol schiämlik, awwer et küemt tiämlik, segget de Bûren, wann se met 'me hälten Liepel iätet.</hi> (<hi rendition="#i">Grafschaft Mark.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Woeste, 62, 2; Hoefer, 144.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schamlos.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Schamlos &#x2013; ehrlos.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Skamlös år dygdelös. (<hi rendition="#i">Grubb, 721.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schamroth.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Schamroth ist die beste Farbe.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 8876.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Schamroth ist das beste Roth. Schamröthe ist die beste Schminke. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 441.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Kdo se studem pý&#x0159;í, snadno nezahý&#x0159;í. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 121.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Wer schamroth werden kann, bedarf keiner Schminke.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Altmann V, 418.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schamröthe.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Schamröthe ist die Blüte der Keuschheit.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Ctnost' v &#x010D;erveni chodí. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 120.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Schamröthe ist eine schöne (ist die beste) Farbe.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gaal, 1354; Sailer, 149.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: U mladého pý&#x0159;ení dobré znamení. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 121.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: Blushing is virtue's colour. (<hi rendition="#i">Gaal, 1354.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Color ingenuus movetur pudore. (<hi rendition="#i">Gaal, 1354.</hi>) &#x2013; Pulcherrimus est color, qui per verecundiam ingenuis oboritur. (<hi rendition="#i">Philippi, II, 114.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Cnota w czerwieni chodzi.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Schams.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Er wird mir noch nach Schams kommen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Kirchhofer, 134.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Im Canton Graubündten gewöhnlich, die Drohung aussprechend, sich an jemand rächen zu wollen. Wahrscheinlich
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[47]/0053] 30 Wer sich schämt, zu essen und zu oren (beten), ist in der ganzen Welt verloren. – Balss, 23. 31 Wess man sich schämt zu sagen, dess soll man sich auch schämen zu thun. It.: Quello che si hà vergogna di dire, si doverebbe haver vergogna di volere. (Pazzaglia, 400, 6.) 32 Wessen man sich schamen mag, das thut man nicht am hellen Tag. Böhm.: Zač se stydíme, rádi tujime. (Čelakovsky, 121.) Poln.: Czego się wstydzimy, to radzi kryjemy. (Čelakovsky, 121.) 33 Wessen man sich schämt, dessen soll man sich auch nicht gelüsten lassen. Lat.: Quod pudet, hoc pigeat. *34 A selt sich schamen, a gît uf der Grube rim. (Schles.) – Frommann, III, 412, 481. *35 A sult sich schamen, der alte Schêsser. – Gomolcke, 201. *36 Als ich mich einmal schämte, da kriegt' ich nichts. *37 Ar schâmt si wi a Bettbrunzer. (Franken.) – Frommann, VI, 165, 42. *38 Dai schéämed sik as en Beddemêiger. (Grafschaft Mark.) – Frommann, V, 162, 132. *39 De schämen un grämen sick nig. – Dähnert, 399a. Sie leben in den Tag hinein. *40 Eck schämme mui mol, do kreig eck nicks. (Lippe.) – Firmenich, I, 270. *41 Er muss sich schämen, dass ihn die Sonne bescheint. Böhm.: Zivet' i ta doba, že stydno vykročiti z dvora. (Čelakovsky, 159.) *42 Er schämt si wie en Churerbatze. – Sutermeister, 45. *43 Er schämt sich wie ein begossener Hund. In Westfalen: Sik schaemen äs en begoeten Röe. Frz.: Elle est devenue rouge comme la sebile d'un pressoir. (Kritzinger, 562b.) *44 Er schämt sich wie ein Bettséicher (Bettbrunzer). – Schöpf, 63. In der Schweiz: Er sött si schäme wie'n e Bettseicher. (Sutermeister, 85.) *45 Er schämt sich wie ein Esel, dem der Sack entfällt. Der sich eben gar nicht schämt; also von unverschämten Leuten. Holl.: Hij schaamt zich als een ezel, wien de zak ontvalt. (Harrebomée, II, 489b.) *46 Er schämt sich wie ein Kind, das ins Bett gemacht. Holl.: Hij is zoo beschaamd als een kind, dat in zijn bed gep... heeft. (Harrebomée, I, 34b.) *47 Er schämt sich wie ein Pfeifer, der den Tanz verderbt hat. *48 Er schämt sich wie ein Pferd, das den Wagen umwirft. Holl.: Hij is zoo beschaamd als een paard, dat zijns meesters kar omsmijt. (Harrebomée, II, 382b.) *49 Er schämt sich wie ein Pudel. In Westfalen: Sik scheâme äs en Pudelhund. Holl.: Hij schaamt zich, als eene koe in de vasten doet. (Harrebomée, I, 424a.) *50 Er schämt sich wie eine Sau, die einen Sauerteig wegträgt. Frz.: Il est honteux comme une truye qui emporte un levain. (Kritzinger, 380a.) *51 Er schemet sich keiner lüg. – Franck, II, 94b. *52 Hä schamt sich bi e Bettbrönser. (Henneberg.) In Ostpreussen: He schämt söck wie e Beddseicher. (Frischbier2, 3247.) *53 He schämt sik nich un grämt sik nich. – Eichwald, 1647. *54 Ich schämte mir den Dreck aus den Augen. – Weinhold, 15. *55 Ich schämte mir in die grobe Grund. – Schurr-Murr, 63. *56 Ich heb(be) mi ênmal schâmt, ick heb(be) der nix vör krêgen. (Ostfries.) – Bueren, 722; Frommann, VI, 283, 710; für Oldenburg: Goldschmidt, 161; hochdeutsch bei Simrock, 8860. Böhm.: A co styd, jen když jsem syt. (Čelakovsky, 191.) *57 Schäm' de in dein Seel' nei. (Ulm.) *58 Schäm' dich in deinen Rachen. – Frischbier2, 3246. *59 Schäm' er sich nur, und nehm' er's Hemde vor die Augen! – Simrock, 8874. In Schlesien: Schâm er sich og und nahm as (nehm er das) Hemde fir de Ogen. (Gomolcke, 877.) Die Russen: Sie schämt sich wie ein nacktes Weib vor ihrem Mann. (Altmann VI, 418.) Böhm.: Stydíš li se, zakruyj tvář řešetem. (Čelakovsky, 122.) *60 Schoam' dij bet in dijn Oader un Blôt. (Pommern.) Schäme dich bis in deine Ader und Blut. *61 Sie schemeten sich, wie ein Pfeiffer, der den Tantz verderbet hat. – Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 245. *62 Sie wollte sich gern schämen, aber sie weiss nicht, woher sie die Farbe soll nehmen. *63 Sik schemen as ên Vos. – Lauremberg, II. Anh., IV, 70. Sich fuchsroth schämen. *64 Wat sull öck mi schäme, öck hebb je noch e Hemd an. – Frischbier2, 3248. Antwort auf die verweisende Frage: Schämst du dich nicht? *65 Wer sich schämt, habe den Schaden. – Körte, 5223. Schamhaftigkeit. 1 Schamhaftigkeit ist die Mutter der Sittsamkeit. It.: Come splendente gemma di costumi è vergogna. – Vergogna e madre d'innocenza e d'onestà. 2 Schamhaftigkeit ist die Zierde der Jugend. Schwed.: Blygsamhet är ungdomens prydnad. (Wensell, 10.) 3 Schamhaftigkeit trägt die Krone. Bei Tunnicius (931): Schämelheit drecht de krone. (Ille coronandus quicunque pudore rubescit.) Lat.: Pudor coronetur, hoc est: pudorem rem esse optimam et coronatione dignam. Schamhütlein. 1 Man muss das Schamhütlein ablegen, wenn man zu etwas kommen will. Böhm.: Ostýchavost nepřítel žinosti i zmužilosti. (Čelakovsky, 121.) Frz.: Que honte ne vous fasse point dommage. (Lendroy, 873.) Holl.: Die wat hebben wil, moet de scham schoenen uittrekken. (Harrebomée, II, 237a.) 2 Wer dass Schamhütlein legt von sich, der würd ein vnflat sicherlich. – Lehmann, 696, 10. *3 Das heisst, das Schamhütlein abgethan (abziehen). Frz.: Donner le croc en jambe à la pudeur. (Kritzinger, 192a.) *4 Er hat das Schamhütlein abgezogen. – Heshusius, II, Vorr. Schwed.: Han haar bitijt hufwud af skammen och stoppat henne i barmen. (Grubb, 299.) Schämlich. Et lätt wuol schiämlik, awwer et küemt tiämlik, segget de Bûren, wann se met 'me hälten Liepel iätet. (Grafschaft Mark.) – Woeste, 62, 2; Hoefer, 144. Schamlos. Schamlos – ehrlos. Schwed.: Skamlös år dygdelös. (Grubb, 721.) Schamroth. 1 Schamroth ist die beste Farbe. – Simrock, 8876. Die Russen: Schamroth ist das beste Roth. Schamröthe ist die beste Schminke. (Altmann VI, 441.) Böhm.: Kdo se studem pýří, snadno nezahýří. (Čelakovsky, 121.) 2 Wer schamroth werden kann, bedarf keiner Schminke. – Altmann V, 418. Schamröthe. 1 Schamröthe ist die Blüte der Keuschheit. Böhm.: Ctnost' v červeni chodí. (Čelakovsky, 120.) 2 Schamröthe ist eine schöne (ist die beste) Farbe. – Gaal, 1354; Sailer, 149. Böhm.: U mladého pýření dobré znamení. (Čelakovsky, 121.) Engl.: Blushing is virtue's colour. (Gaal, 1354.) Lat.: Color ingenuus movetur pudore. (Gaal, 1354.) – Pulcherrimus est color, qui per verecundiam ingenuis oboritur. (Philippi, II, 114.) Poln.: Cnota w czerwieni chodzi. Schams. * Er wird mir noch nach Schams kommen. – Kirchhofer, 134. Im Canton Graubündten gewöhnlich, die Drohung aussprechend, sich an jemand rächen zu wollen. Wahrscheinlich

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:19Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:19Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/53
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876, S. [47]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/53>, abgerufen am 28.10.2020.