Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 14 Den willen gibt Gott, den zwang die Noth. - Lehmann, 555, 18; Eiselein, 643; Simrock, 11625; Körte, 6837.

Dän.: Gud giver villie, nöd giver tvang. (Prov. dan., 430.)

15 Den Willen ich für die Werke han, ihr sollt der Rede drum erlan. - Hartmann; Eiselein, 643.

16 Den Willen kan niemand beweisen. - Herberger, II, 25.

17 Den Willen kann man nicht zwingen.

Lat.: Voluntas cogi non potest. (Seybold, 652.)

18 Der gut will macht die Gab angenehm. - Lehmann, 234, 31.

Lat.: Non quantum dederis, sed quanta mente dedisti, pensandum est. (Gaal, 572.)

Schwed.: God wilja gjör gafvan tock. (Grubb, 259.)

19 Der gut will thut vil. - Petri, II, 91; Lehmann, II, 47, 22; Gruter, I, 17; Schottel, 1142b; Winckler, IX, 9.

20 Der gute Wille des Pferdes bringt den Wagen in den Hof.

Lat.: Grande ferunt edi plaustrum bona vota veredi. (Reuterdahl, 382.)

Schwed.: Godher will dragher halfft las til by. (Reuterdahl, 382.)

21 Der gute Wille ist die beste Speise.

Man sieht nicht darauf, was uns der Freund vorsetzt, sondern auf den Willen, der es gibt.

22 Der gute Wille muss zuletzt betteln gehn. - Siebenkees, 131.

Wer zu gut ist, kommt um das Seine und endlich an den Bettelstab.

Dän.: Godt villie lönnes sjelden vel. (Prov. dan., 249.)

23 Der gute Wille siehet weit. - Winckler, XII, 72.

24 Der letzte Wille soll der kräftigste sein. - Graf, 205, 177.

Die letzte testamentliche Bestimmung hebt entgegenstehende frühere auf. "Wo ein Recht über das andere gegeben wird, da muss das erste weichen."

25 Der will folgt lieber dem Bauch vnnd Füssen, alss dem Kopff. - Lehmann, 898, 2.

26 Der will geht für gold, sprach der Papegey im korb. - Franck, II, 124a; Hoefer, 805; Gruter, I, 85.

Lat.: In cavea minus bene canit luscinia. (Sutor, 1023.) - Quod volumna sanctum est. (Philippi, II, 146.)

27 Der will gibt dem wercke den namen. - Eisenhart, 333; Petri, II, 114; Gruter, I, 18; Gaal, 1723; Schottel, 1122a; Ramann, I, 304; Simrock, 11620; Eiselein, 643; Körte, 6833; Graf, 291, 35.

Engl.: You must take the will for the deed.

Frz.: L'intention est reputee pour le fait. - C'est l'intention, qui fait l'action.

It.: L' intenzione supplisce all' azione.

Lat.: Ut desint vires tamen est laudanda voluntas.

Schwed.: Wiljan halles för gerningen. (Marin, 27.)

28 Der will ist des wercks seel. - Petri, II, 114; Gruter, I, 18; Lehmann, 898, 3; Schottel, 1142; Pistor., VII, 1; Eiselein, 330; Volkmar, 6; Venedey, 50; Dove, 561; Simrock, 11621; Graf, 291, 33.

Frz.: Le vouloir fait le pouvoir.

Lat.: Nihil offertur Deo ditius bona voluntate. (Sutor, 1024.) - Quidquid agunt homines, intentio judicat omnes. (Gaal, 1723.)

29 Der will ist höher zu schätzen als die Gab. - Lehmann, 290, 39.

30 Der will ist offt anstatt der vernunfft im Menschen meister. - Lehmann, 897, 17.

31 Der will ist wandelbar vnnd drehet sich mit jedem Wind. - Lehmann, 898, 4.

32 Der will ist's vnd thut's alles. - Gruter, I, 18; Eyering, I, 602; Simrock, 11622; Graf, 291, 34.

33 Der will sündigt, nicht die Hand. - Petri, II, 114.

Engl.: Will is the cause of woe. (Bohn I, 109.)

34 Der will thut guts, nicht die Hand. - Petri, II, 114.

35 Der wil thut vil. - Franck, I, 80; Gruter, I, 18; Schottel, 1127b; Petri, II, 114; Egeria, 339a.

36 Der will thut's gar. - Franck, I, 55a; Venedey, 50; Simrock, 11623; Petri, II, 114; Sailer, 69.

Der Wille hat auch den Werth dessen, was er nicht ausrichten kann und doch ausrichten will, in sich. - "Der Wille, sagt uns Prahlhans, ist genug in grossen Dingen; das ist sehr klug, so darf er nie etwas zu Stande bringen." (Witzfunken, IIIb, 5.)

[Spaltenumbruch] It.: Purche non manchi la volonta tempo e luogo non manchera. (Pazzaglia, 418, 3.)

Lat.: Velle instar omnium. (Franck, I, 55a; Sailer, Sprüche, 129, 111.)

37 Der will thuts, sprach jhener baur, kusst er ein schlegel (Flegel). - Franck, I, 80b; II, 124a; Lehmann, II, 83, 132; Gruter, III, 20; Venedey, 43, 51; Hoefer, 131a; Simrock, 11624; Körte, 6840.

"In den französischen Sprichwörtern", sagt J. Venedey a. a. O., "findet man keine Spur solchen Humors."

38 Der Wille gilt oft vor die That. - Eiselein, 643; Simrock, 11615; Graf, 291, 36.

Mhd.: So nemet willen für diu werc an. (Lohengrin.) - Und wizzet, daz ich immer wil, den willen vür diu werc han. (Iwein.) (Zingerle, 175.)

Lat.: In magnis et voluisse sat est. (Properz.) (Binder II, 1441; Eiselein, 643.)

39 Der Wille hat oft gute Lungen, aber meist zu schwache Beine. - Altmann VI, 490.

40 Der Wille ist die Seele der That. - Eiselein, 643.

"Freier Wille und Absicht sind die nächsten Ausgangspunkte für die Beurtheilung einer jeden That, sie sei gut oder schlecht."

Frz.: La volonte est reputee pour le fait. (Loisel, II, 791.)

41 Der Wille ist frei; einer will Silber, der andere Blei.

Frz.: Les volontes sont libres.

42 Der Wille ist und thut alles. - Dove, 1025; Körte, 6734; Venedey, 50.

Böhm.: Sama Marka tim vinna, ze hosta na postel pustila. (Celakovsky, 280.)

Frz.: Plus fait celui qui vent, que celui qui peut.

It.: Buona volonta supplisce a facolta. (Gaal, 172.)

Lat.: Orbis habet carum rerum fructum propriarum. (Reuterdahl, 669.)

Schwed.: Waerldhin aer aal wilia drygh. (Reuterdahl, 669.)

43 Der Wille kann Berge versetzen.

Holl.: Met den will kan men bergen verzetten. (Harrebomee, II, 468a.)

Poln.: Trudnosc ustapi, gdy wola przystapi. (Celakovsky, 281.)

44 Der Wille lässt sich nicht zwingen.

Frz.: Les volontes sont libres. (Lendroy, 1571; Masson, 380.)

45 Der Wille macht den Mann.

Mhd.: Der guede wille macht vromen man. (Groote, K. R. 2537.)

46 Der Wille macht keine Injurie. - Pistor., IV, 36.

Lat.: Volenti non fit injuria. (Binder I, 1869; II, 3593; Neander, 91; Schonheim, V, 25.)

47 Durch guten Willen kann man viel Zwiespalt stillen. - Petri, II, 156.

48 Eigner Will' ist Holz zum höllischen Feuer.

Lat.: Cesset voluntas propria et infernus non erit. (Chaos, 386.)

49 Eigner Will' schadet vil.

Lat.: Facite, quod vobis lubet. (Chaos, 1035.)

50 Eigner Wille ist nicht Landrecht.

Lat.: Propria vota sequi non est juris tenor equi. (Reuterdahl, 766.)

Schwed.: Wili aer ey lanz raether. (Reuterdahl, 766.)

51 Ein guter Will' ist mehr als Till.

Den man zinsen oder verzehnten kann.

52 Ein guter Wille ist genug. - Petri, II, 263.

53 Ein Loth guter Will hat raschern Gang als ein Centner Zwang.

Die Russen: Ein halber Wille bewirkt Grösseres als ein Dutzend Zwänge. (Altmann VI, 463.)

54 Ein vnwilliger will ist kein freyer will. - Lehmann, 897, 20.

55 Es ist ein schlimmer freier Wille, der uns um die Freiheit bringt.

Wer thut, was ihn gelüstet, der kommt bald genug in Knechtschaft. Im Grossen ist das polnische Volk ein warnendes Beispiel davon.

Böhm.: Dej dusi vuli, nebude chteni konce. - Dej srdci zvuli, zavede te v nezvoli. - Prilisna zvule, hotova poroba. (Celakovsky, 280.)

56 Es ist nicht am guten Willen gelegen, wenn man böse Beine und schwache Arme hat.

57 Es will alles einen Willen haben.

58 Eygener wille brint ynn der helle. - Agricola I, 652; Egenolff, 251b; Franck, I, 125a; Latendorf III, 409; Gruter, I, 3; Eyering, II, 3; Lehmann, 202, 15 u. 790, 16; Lehmann, II, 120, 4; Latendorf II, 11; Schottel, 1114b; Schulzeitung, 1834, 461; Körte, 6848.

[Spaltenumbruch] 14 Den willen gibt Gott, den zwang die Noth.Lehmann, 555, 18; Eiselein, 643; Simrock, 11625; Körte, 6837.

Dän.: Gud giver villie, nöd giver tvang. (Prov. dan., 430.)

15 Den Willen ich für die Werke han, ihr sollt der Rede drum erlan.Hartmann; Eiselein, 643.

16 Den Willen kan niemand beweisen.Herberger, II, 25.

17 Den Willen kann man nicht zwingen.

Lat.: Voluntas cogi non potest. (Seybold, 652.)

18 Der gut will macht die Gab angenehm.Lehmann, 234, 31.

Lat.: Non quantum dederis, sed quanta mente dedisti, pensandum est. (Gaal, 572.)

Schwed.: God wilja gjör gåfvan tock. (Grubb, 259.)

19 Der gut will thut vil.Petri, II, 91; Lehmann, II, 47, 22; Gruter, I, 17; Schottel, 1142b; Winckler, IX, 9.

20 Der gute Wille des Pferdes bringt den Wagen in den Hof.

Lat.: Grande ferunt edi plaustrum bona vota veredi. (Reuterdahl, 382.)

Schwed.: Godher will dragher halfft las til by. (Reuterdahl, 382.)

21 Der gute Wille ist die beste Speise.

Man sieht nicht darauf, was uns der Freund vorsetzt, sondern auf den Willen, der es gibt.

22 Der gute Wille muss zuletzt betteln gehn.Siebenkees, 131.

Wer zu gut ist, kommt um das Seine und endlich an den Bettelstab.

Dän.: Godt villie lönnes sjelden vel. (Prov. dan., 249.)

23 Der gute Wille siehet weit.Winckler, XII, 72.

24 Der letzte Wille soll der kräftigste sein.Graf, 205, 177.

Die letzte testamentliche Bestimmung hebt entgegenstehende frühere auf. „Wo ein Recht über das andere gegeben wird, da muss das erste weichen.“

25 Der will folgt lieber dem Bauch vnnd Füssen, alss dem Kopff.Lehmann, 898, 2.

26 Der will geht für gold, sprach der Papegey im korb.Franck, II, 124a; Hoefer, 805; Gruter, I, 85.

Lat.: In cavea minus bene canit luscinia. (Sutor, 1023.) – Quod volumna sanctum est. (Philippi, II, 146.)

27 Der will gibt dem wercke den namen.Eisenhart, 333; Petri, II, 114; Gruter, I, 18; Gaal, 1723; Schottel, 1122a; Ramann, I, 304; Simrock, 11620; Eiselein, 643; Körte, 6833; Graf, 291, 35.

Engl.: You must take the will for the deed.

Frz.: L'intention est réputée pour le fait. – C'est l'intention, qui fait l'action.

It.: L' intenzione supplisce all' azione.

Lat.: Ut desint vires tamen est laudanda voluntas.

Schwed.: Wiljan hålles för gerningen. (Marin, 27.)

28 Der will ist des wercks seel.Petri, II, 114; Gruter, I, 18; Lehmann, 898, 3; Schottel, 1142; Pistor., VII, 1; Eiselein, 330; Volkmar, 6; Venedey, 50; Dove, 561; Simrock, 11621; Graf, 291, 33.

Frz.: Le vouloir fait le pouvoir.

Lat.: Nihil offertur Deo ditius bona voluntate. (Sutor, 1024.) – Quidquid agunt homines, intentio judicat omnes. (Gaal, 1723.)

29 Der will ist höher zu schätzen als die Gab.Lehmann, 290, 39.

30 Der will ist offt anstatt der vernunfft im Menschen meister.Lehmann, 897, 17.

31 Der will ist wandelbar vnnd drehet sich mit jedem Wind.Lehmann, 898, 4.

32 Der will ist's vnd thut's alles.Gruter, I, 18; Eyering, I, 602; Simrock, 11622; Graf, 291, 34.

33 Der will sündigt, nicht die Hand.Petri, II, 114.

Engl.: Will is the cause of woe. (Bohn I, 109.)

34 Der will thut guts, nicht die Hand.Petri, II, 114.

35 Der wil thut vil.Franck, I, 80; Gruter, I, 18; Schottel, 1127b; Petri, II, 114; Egeria, 339a.

36 Der will thut's gar.Franck, I, 55a; Venedey, 50; Simrock, 11623; Petri, II, 114; Sailer, 69.

Der Wille hat auch den Werth dessen, was er nicht ausrichten kann und doch ausrichten will, in sich. – „Der Wille, sagt uns Prahlhans, ist genug in grossen Dingen; das ist sehr klug, so darf er nie etwas zu Stande bringen.“ (Witzfunken, IIIb, 5.)

[Spaltenumbruch] It.: Purchè non manchi la volontà tempo e luogo non mancherà. (Pazzaglia, 418, 3.)

Lat.: Velle instar omnium. (Franck, I, 55a; Sailer, Sprüche, 129, 111.)

37 Der will thuts, sprach jhener baur, kusst er ein schlegel (Flegel).Franck, I, 80b; II, 124a; Lehmann, II, 83, 132; Gruter, III, 20; Venedey, 43, 51; Hoefer, 131a; Simrock, 11624; Körte, 6840.

„In den französischen Sprichwörtern“, sagt J. Venedey a. a. O., „findet man keine Spur solchen Humors.“

38 Der Wille gilt oft vor die That.Eiselein, 643; Simrock, 11615; Graf, 291, 36.

Mhd.: Sô nemet willen für diu werc an. (Lohengrin.) – Und wizzet, daz ich immer wil, den willen vür diu werc han. (Iwein.) (Zingerle, 175.)

Lat.: In magnis et voluisse sat est. (Properz.) (Binder II, 1441; Eiselein, 643.)

39 Der Wille hat oft gute Lungen, aber meist zu schwache Beine.Altmann VI, 490.

40 Der Wille ist die Seele der That.Eiselein, 643.

„Freier Wille und Absicht sind die nächsten Ausgangspunkte für die Beurtheilung einer jeden That, sie sei gut oder schlecht.“

Frz.: La volonté est réputée pour le fait. (Loisel, II, 791.)

41 Der Wille ist frei; einer will Silber, der andere Blei.

Frz.: Les volontés sont libres.

42 Der Wille ist und thut alles.Dove, 1025; Körte, 6734; Venedey, 50.

Böhm.: Sama Mařka tím vinna, že hosta na postel pustila. (Čelakovsky, 280.)

Frz.: Plus fait celui qui vent, que celui qui peut.

It.: Buona volontà supplisce a facoltà. (Gaal, 172.)

Lat.: Orbis habet carum rerum fructum propriarum. (Reuterdahl, 669.)

Schwed.: Waerldhin aer âal wilia drygh. (Reuterdahl, 669.)

43 Der Wille kann Berge versetzen.

Holl.: Met den will kan men bergen verzetten. (Harrebomée, II, 468a.)

Poln.: Trudność ustąpi, gdy wola przystąpi. (Čelakovsky, 281.)

44 Der Wille lässt sich nicht zwingen.

Frz.: Les volontés sont libres. (Lendroy, 1571; Masson, 380.)

45 Der Wille macht den Mann.

Mhd.: Der guede wille macht vromen man. (Groote, K. R. 2537.)

46 Der Wille macht keine Injurie.Pistor., IV, 36.

Lat.: Volenti non fit injuria. (Binder I, 1869; II, 3593; Neander, 91; Schonheim, V, 25.)

47 Durch guten Willen kann man viel Zwiespalt stillen.Petri, II, 156.

48 Eigner Will' ist Holz zum höllischen Feuer.

Lat.: Cesset voluntas propria et infernus non erit. (Chaos, 386.)

49 Eigner Will' schadet vil.

Lat.: Facite, quod vobis lubet. (Chaos, 1035.)

50 Eigner Wille ist nicht Landrecht.

Lat.: Propria vota sequi non est juris tenor equi. (Reuterdahl, 766.)

Schwed.: Wili aer ey lanz raether. (Reuterdahl, 766.)

51 Ein guter Will' ist mehr als Till.

Den man zinsen oder verzehnten kann.

52 Ein guter Wille ist genug.Petri, II, 263.

53 Ein Loth guter Will hat raschern Gang als ein Centner Zwang.

Die Russen: Ein halber Wille bewirkt Grösseres als ein Dutzend Zwänge. (Altmann VI, 463.)

54 Ein vnwilliger will ist kein freyer will.Lehmann, 897, 20.

55 Es ist ein schlimmer freier Wille, der uns um die Freiheit bringt.

Wer thut, was ihn gelüstet, der kommt bald genug in Knechtschaft. Im Grossen ist das polnische Volk ein warnendes Beispiel davon.

Böhm.: Dej duši vůli, nebude chtĕní konce. – Dej srdci zvůli, zavede tĕ v nezvoli. – Přílišná zvůle, hotová poroba. (Čelakovsky, 280.)

56 Es ist nicht am guten Willen gelegen, wenn man böse Beine und schwache Arme hat.

57 Es will alles einen Willen haben.

58 Eygener wille brint ynn der helle.Agricola I, 652; Egenolff, 251b; Franck, I, 125a; Latendorf III, 409; Gruter, I, 3; Eyering, II, 3; Lehmann, 202, 15 u. 790, 16; Lehmann, II, 120, 4; Latendorf II, 11; Schottel, 1114b; Schulzeitung, 1834, 461; Körte, 6848.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0131" n="[119]"/><cb n="237"/>
14 Den willen gibt Gott, den zwang die Noth.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 555, 18; Eiselein, 643; Simrock, 11625; Körte, 6837.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Gud giver villie, nöd giver tvang. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 430.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">15 Den Willen ich für die Werke han, ihr sollt der Rede drum erlan.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Hartmann; Eiselein, 643.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">16 Den Willen kan niemand beweisen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Herberger, II, 25.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">17 Den Willen kann man nicht zwingen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Voluntas cogi non potest. (<hi rendition="#i">Seybold, 652.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">18 Der gut will macht die Gab angenehm.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 234, 31.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Non quantum dederis, sed quanta mente dedisti, pensandum est. (<hi rendition="#i">Gaal, 572.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: God wilja gjör gåfvan tock. (<hi rendition="#i">Grubb, 259.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">19 Der gut will thut vil.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 91; Lehmann, II, 47, 22; Gruter, I, 17; Schottel, 1142<hi rendition="#sup">b</hi>; Winckler, IX, 9.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">20 Der gute Wille des Pferdes bringt den Wagen in den Hof.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Grande ferunt edi plaustrum bona vota veredi. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 382.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Godher will dragher halfft las til by. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 382.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">21 Der gute Wille ist die beste Speise.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Man sieht nicht darauf, was uns der Freund vorsetzt, sondern auf den Willen, der es gibt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">22 Der gute Wille muss zuletzt betteln gehn.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Siebenkees, 131.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wer zu gut ist, kommt um das Seine und endlich an den Bettelstab.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Godt villie lönnes sjelden vel. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 249.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">23 Der gute Wille siehet weit.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Winckler, XII, 72.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">24 Der letzte Wille soll der kräftigste sein.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 205, 177.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Die letzte testamentliche Bestimmung hebt entgegenstehende frühere auf. &#x201E;Wo ein Recht über das andere gegeben wird, da muss das erste weichen.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">25 Der will folgt lieber dem Bauch vnnd Füssen, alss dem Kopff.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 898, 2.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">26 Der will geht für gold, sprach der Papegey im korb.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 124<hi rendition="#sup">a</hi>; Hoefer, 805; Gruter, I, 85.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: In cavea minus bene canit luscinia. (<hi rendition="#i">Sutor, 1023.</hi>) &#x2013; Quod volumna sanctum est. (<hi rendition="#i">Philippi, II, 146.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">27 Der will gibt dem wercke den namen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eisenhart, 333; Petri, II, 114; Gruter, I, 18; Gaal, 1723; Schottel, 1122<hi rendition="#sup">a</hi>; Ramann, I, 304; Simrock, 11620; Eiselein, 643; Körte, 6833; Graf, 291, 35.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: You must take the will for the deed.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: L'intention est réputée pour le fait. &#x2013; C'est l'intention, qui fait l'action.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: L' intenzione supplisce all' azione.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ut desint vires tamen est laudanda voluntas.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Wiljan hålles för gerningen. (<hi rendition="#i">Marin, 27.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">28 Der will ist des wercks seel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 114; Gruter, I, 18; Lehmann, 898, 3; Schottel, 1142; Pistor., VII, 1; Eiselein, 330; Volkmar, 6; Venedey, 50; Dove, 561; Simrock, 11621; Graf, 291, 33.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Le vouloir fait le pouvoir.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Nihil offertur Deo ditius bona voluntate. (<hi rendition="#i">Sutor, 1024.</hi>) &#x2013; Quidquid agunt homines, intentio judicat omnes. (<hi rendition="#i">Gaal, 1723.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">29 Der will ist höher zu schätzen als die Gab.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 290, 39.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">30 Der will ist offt anstatt der vernunfft im Menschen meister.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 897, 17.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">31 Der will ist wandelbar vnnd drehet sich mit jedem Wind.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 898, 4.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">32 Der will ist's vnd thut's alles.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, I, 18; Eyering, I, 602; Simrock, 11622; Graf, 291, 34.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">33 Der will sündigt, nicht die Hand.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 114.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: Will is the cause of woe. (<hi rendition="#i">Bohn I, 109.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">34 Der will thut guts, nicht die Hand.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 114.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">35 Der wil thut vil.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 80; Gruter, I, 18; Schottel, 1127<hi rendition="#sup">b</hi>; Petri, II, 114; Egeria, 339<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">36 Der will thut's gar.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 55<hi rendition="#sup">a</hi>; Venedey, 50; Simrock, 11623; Petri, II, 114; Sailer, 69.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Der Wille hat auch den Werth dessen, was er nicht ausrichten kann und doch ausrichten will, in sich. &#x2013; &#x201E;Der Wille, sagt uns Prahlhans, ist genug in grossen Dingen; das ist sehr klug, so darf er nie etwas zu Stande bringen.&#x201C; (<hi rendition="#i">Witzfunken, III<hi rendition="#sup">b</hi>, 5.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i"><cb n="238"/>
It.</hi>: Purchè non manchi la volontà tempo e luogo non mancherà. (<hi rendition="#i">Pazzaglia, 418, 3.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Velle instar omnium. (<hi rendition="#i">Franck, I, 55<hi rendition="#sup">a</hi>; Sailer, Sprüche, 129, 111.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">37 Der will thuts, sprach jhener baur, kusst er ein schlegel (Flegel).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 80<hi rendition="#sup">b</hi>; II, 124<hi rendition="#sup">a</hi>; Lehmann, II, 83, 132; Gruter, III, 20; Venedey, 43, 51; Hoefer, 131<hi rendition="#sup">a</hi>; Simrock, 11624; Körte, 6840.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;In den französischen Sprichwörtern&#x201C;, sagt <hi rendition="#i">J. Venedey</hi> a. a. O., &#x201E;findet man keine Spur solchen Humors.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">38 Der Wille gilt oft vor die That.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 643; Simrock, 11615; Graf, 291, 36.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Sô nemet willen für diu werc an. (<hi rendition="#i">Lohengrin.</hi>) &#x2013; Und wizzet, daz ich immer wil, den willen vür diu werc han. (<hi rendition="#i">Iwein.</hi>) (<hi rendition="#i">Zingerle, 175.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: In magnis et voluisse sat est. (<hi rendition="#i">Properz.</hi>) (<hi rendition="#i">Binder II, 1441; Eiselein, 643.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">39 Der Wille hat oft gute Lungen, aber meist zu schwache Beine.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Altmann VI, 490.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">40 Der Wille ist die Seele der That.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 643.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Freier Wille und Absicht sind die nächsten Ausgangspunkte für die Beurtheilung einer jeden That, sie sei gut oder schlecht.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: La volonté est réputée pour le fait. (<hi rendition="#i">Loisel, II, 791.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">41 Der Wille ist frei; einer will Silber, der andere Blei.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Les volontés sont libres.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">42 Der Wille ist und thut alles.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Dove, 1025; Körte, 6734; Venedey, 50.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Sama Ma&#x0159;ka tím vinna, &#x017E;e hosta na postel pustila. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 280.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Plus fait celui qui vent, que celui qui peut.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Buona volontà supplisce a facoltà. (<hi rendition="#i">Gaal, 172.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Orbis habet carum rerum fructum propriarum. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 669.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Waerldhin aer âal wilia drygh. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 669.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">43 Der Wille kann Berge versetzen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Met den will kan men bergen verzetten. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 468<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Trudno&#x015B;&#x0107; ust&#x0105;pi, gdy wola przyst&#x0105;pi. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 281.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">44 Der Wille lässt sich nicht zwingen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Les volontés sont libres. (<hi rendition="#i">Lendroy, 1571; Masson, 380.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">45 Der Wille macht den Mann.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Der guede wille macht vromen man. (<hi rendition="#i">Groote, K. R. 2537.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">46 Der Wille macht keine Injurie.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Pistor., IV, 36.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Volenti non fit injuria. (<hi rendition="#i">Binder I, 1869; II, 3593; Neander, 91; Schonheim, V, 25.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">47 Durch guten Willen kann man viel Zwiespalt stillen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 156.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">48 Eigner Will' ist Holz zum höllischen Feuer.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Cesset voluntas propria et infernus non erit. (<hi rendition="#i">Chaos, 386.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">49 Eigner Will' schadet vil.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Facite, quod vobis lubet. (<hi rendition="#i">Chaos, 1035.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">50 Eigner Wille ist nicht Landrecht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Propria vota sequi non est juris tenor equi. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 766.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Wili aer ey lanz raether. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 766.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">51 Ein guter Will' ist mehr als Till.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Den man zinsen oder verzehnten kann.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">52 Ein guter Wille ist genug.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 263.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">53 Ein Loth guter Will hat raschern Gang als ein Centner Zwang.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Ein halber Wille bewirkt Grösseres als ein Dutzend Zwänge. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 463.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">54 Ein vnwilliger will ist kein freyer will.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 897, 20.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">55 Es ist ein schlimmer freier Wille, der uns um die Freiheit bringt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wer thut, was ihn gelüstet, der kommt bald genug in Knechtschaft. Im Grossen ist das polnische Volk ein warnendes Beispiel davon.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Dej du&#x0161;i v&#x016F;li, nebude cht&#x0115;ní konce. &#x2013; Dej srdci zv&#x016F;li, zavede t&#x0115; v nezvoli. &#x2013; P&#x0159;íli&#x0161;ná zv&#x016F;le, hotová poroba. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 280.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">56 Es ist nicht am guten Willen gelegen, wenn man böse Beine und schwache Arme hat.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">57 Es will alles einen Willen haben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">58 Eygener wille brint ynn der helle.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Agricola I, 652; Egenolff, 251<hi rendition="#sup">b</hi>; Franck, I, 125<hi rendition="#sup">a</hi>; Latendorf III, 409; Gruter, I, 3; Eyering, II, 3; Lehmann, 202, 15 u. 790, 16; Lehmann, II, 120, 4; Latendorf II, 11; Schottel, 1114<hi rendition="#sup">b</hi>; Schulzeitung, 1834, 461; Körte, 6848.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[119]/0131] 14 Den willen gibt Gott, den zwang die Noth. – Lehmann, 555, 18; Eiselein, 643; Simrock, 11625; Körte, 6837. Dän.: Gud giver villie, nöd giver tvang. (Prov. dan., 430.) 15 Den Willen ich für die Werke han, ihr sollt der Rede drum erlan. – Hartmann; Eiselein, 643. 16 Den Willen kan niemand beweisen. – Herberger, II, 25. 17 Den Willen kann man nicht zwingen. Lat.: Voluntas cogi non potest. (Seybold, 652.) 18 Der gut will macht die Gab angenehm. – Lehmann, 234, 31. Lat.: Non quantum dederis, sed quanta mente dedisti, pensandum est. (Gaal, 572.) Schwed.: God wilja gjör gåfvan tock. (Grubb, 259.) 19 Der gut will thut vil. – Petri, II, 91; Lehmann, II, 47, 22; Gruter, I, 17; Schottel, 1142b; Winckler, IX, 9. 20 Der gute Wille des Pferdes bringt den Wagen in den Hof. Lat.: Grande ferunt edi plaustrum bona vota veredi. (Reuterdahl, 382.) Schwed.: Godher will dragher halfft las til by. (Reuterdahl, 382.) 21 Der gute Wille ist die beste Speise. Man sieht nicht darauf, was uns der Freund vorsetzt, sondern auf den Willen, der es gibt. 22 Der gute Wille muss zuletzt betteln gehn. – Siebenkees, 131. Wer zu gut ist, kommt um das Seine und endlich an den Bettelstab. Dän.: Godt villie lönnes sjelden vel. (Prov. dan., 249.) 23 Der gute Wille siehet weit. – Winckler, XII, 72. 24 Der letzte Wille soll der kräftigste sein. – Graf, 205, 177. Die letzte testamentliche Bestimmung hebt entgegenstehende frühere auf. „Wo ein Recht über das andere gegeben wird, da muss das erste weichen.“ 25 Der will folgt lieber dem Bauch vnnd Füssen, alss dem Kopff. – Lehmann, 898, 2. 26 Der will geht für gold, sprach der Papegey im korb. – Franck, II, 124a; Hoefer, 805; Gruter, I, 85. Lat.: In cavea minus bene canit luscinia. (Sutor, 1023.) – Quod volumna sanctum est. (Philippi, II, 146.) 27 Der will gibt dem wercke den namen. – Eisenhart, 333; Petri, II, 114; Gruter, I, 18; Gaal, 1723; Schottel, 1122a; Ramann, I, 304; Simrock, 11620; Eiselein, 643; Körte, 6833; Graf, 291, 35. Engl.: You must take the will for the deed. Frz.: L'intention est réputée pour le fait. – C'est l'intention, qui fait l'action. It.: L' intenzione supplisce all' azione. Lat.: Ut desint vires tamen est laudanda voluntas. Schwed.: Wiljan hålles för gerningen. (Marin, 27.) 28 Der will ist des wercks seel. – Petri, II, 114; Gruter, I, 18; Lehmann, 898, 3; Schottel, 1142; Pistor., VII, 1; Eiselein, 330; Volkmar, 6; Venedey, 50; Dove, 561; Simrock, 11621; Graf, 291, 33. Frz.: Le vouloir fait le pouvoir. Lat.: Nihil offertur Deo ditius bona voluntate. (Sutor, 1024.) – Quidquid agunt homines, intentio judicat omnes. (Gaal, 1723.) 29 Der will ist höher zu schätzen als die Gab. – Lehmann, 290, 39. 30 Der will ist offt anstatt der vernunfft im Menschen meister. – Lehmann, 897, 17. 31 Der will ist wandelbar vnnd drehet sich mit jedem Wind. – Lehmann, 898, 4. 32 Der will ist's vnd thut's alles. – Gruter, I, 18; Eyering, I, 602; Simrock, 11622; Graf, 291, 34. 33 Der will sündigt, nicht die Hand. – Petri, II, 114. Engl.: Will is the cause of woe. (Bohn I, 109.) 34 Der will thut guts, nicht die Hand. – Petri, II, 114. 35 Der wil thut vil. – Franck, I, 80; Gruter, I, 18; Schottel, 1127b; Petri, II, 114; Egeria, 339a. 36 Der will thut's gar. – Franck, I, 55a; Venedey, 50; Simrock, 11623; Petri, II, 114; Sailer, 69. Der Wille hat auch den Werth dessen, was er nicht ausrichten kann und doch ausrichten will, in sich. – „Der Wille, sagt uns Prahlhans, ist genug in grossen Dingen; das ist sehr klug, so darf er nie etwas zu Stande bringen.“ (Witzfunken, IIIb, 5.) It.: Purchè non manchi la volontà tempo e luogo non mancherà. (Pazzaglia, 418, 3.) Lat.: Velle instar omnium. (Franck, I, 55a; Sailer, Sprüche, 129, 111.) 37 Der will thuts, sprach jhener baur, kusst er ein schlegel (Flegel). – Franck, I, 80b; II, 124a; Lehmann, II, 83, 132; Gruter, III, 20; Venedey, 43, 51; Hoefer, 131a; Simrock, 11624; Körte, 6840. „In den französischen Sprichwörtern“, sagt J. Venedey a. a. O., „findet man keine Spur solchen Humors.“ 38 Der Wille gilt oft vor die That. – Eiselein, 643; Simrock, 11615; Graf, 291, 36. Mhd.: Sô nemet willen für diu werc an. (Lohengrin.) – Und wizzet, daz ich immer wil, den willen vür diu werc han. (Iwein.) (Zingerle, 175.) Lat.: In magnis et voluisse sat est. (Properz.) (Binder II, 1441; Eiselein, 643.) 39 Der Wille hat oft gute Lungen, aber meist zu schwache Beine. – Altmann VI, 490. 40 Der Wille ist die Seele der That. – Eiselein, 643. „Freier Wille und Absicht sind die nächsten Ausgangspunkte für die Beurtheilung einer jeden That, sie sei gut oder schlecht.“ Frz.: La volonté est réputée pour le fait. (Loisel, II, 791.) 41 Der Wille ist frei; einer will Silber, der andere Blei. Frz.: Les volontés sont libres. 42 Der Wille ist und thut alles. – Dove, 1025; Körte, 6734; Venedey, 50. Böhm.: Sama Mařka tím vinna, že hosta na postel pustila. (Čelakovsky, 280.) Frz.: Plus fait celui qui vent, que celui qui peut. It.: Buona volontà supplisce a facoltà. (Gaal, 172.) Lat.: Orbis habet carum rerum fructum propriarum. (Reuterdahl, 669.) Schwed.: Waerldhin aer âal wilia drygh. (Reuterdahl, 669.) 43 Der Wille kann Berge versetzen. Holl.: Met den will kan men bergen verzetten. (Harrebomée, II, 468a.) Poln.: Trudność ustąpi, gdy wola przystąpi. (Čelakovsky, 281.) 44 Der Wille lässt sich nicht zwingen. Frz.: Les volontés sont libres. (Lendroy, 1571; Masson, 380.) 45 Der Wille macht den Mann. Mhd.: Der guede wille macht vromen man. (Groote, K. R. 2537.) 46 Der Wille macht keine Injurie. – Pistor., IV, 36. Lat.: Volenti non fit injuria. (Binder I, 1869; II, 3593; Neander, 91; Schonheim, V, 25.) 47 Durch guten Willen kann man viel Zwiespalt stillen. – Petri, II, 156. 48 Eigner Will' ist Holz zum höllischen Feuer. Lat.: Cesset voluntas propria et infernus non erit. (Chaos, 386.) 49 Eigner Will' schadet vil. Lat.: Facite, quod vobis lubet. (Chaos, 1035.) 50 Eigner Wille ist nicht Landrecht. Lat.: Propria vota sequi non est juris tenor equi. (Reuterdahl, 766.) Schwed.: Wili aer ey lanz raether. (Reuterdahl, 766.) 51 Ein guter Will' ist mehr als Till. Den man zinsen oder verzehnten kann. 52 Ein guter Wille ist genug. – Petri, II, 263. 53 Ein Loth guter Will hat raschern Gang als ein Centner Zwang. Die Russen: Ein halber Wille bewirkt Grösseres als ein Dutzend Zwänge. (Altmann VI, 463.) 54 Ein vnwilliger will ist kein freyer will. – Lehmann, 897, 20. 55 Es ist ein schlimmer freier Wille, der uns um die Freiheit bringt. Wer thut, was ihn gelüstet, der kommt bald genug in Knechtschaft. Im Grossen ist das polnische Volk ein warnendes Beispiel davon. Böhm.: Dej duši vůli, nebude chtĕní konce. – Dej srdci zvůli, zavede tĕ v nezvoli. – Přílišná zvůle, hotová poroba. (Čelakovsky, 280.) 56 Es ist nicht am guten Willen gelegen, wenn man böse Beine und schwache Arme hat. 57 Es will alles einen Willen haben. 58 Eygener wille brint ynn der helle. – Agricola I, 652; Egenolff, 251b; Franck, I, 125a; Latendorf III, 409; Gruter, I, 3; Eyering, II, 3; Lehmann, 202, 15 u. 790, 16; Lehmann, II, 120, 4; Latendorf II, 11; Schottel, 1114b; Schulzeitung, 1834, 461; Körte, 6848.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T09:51:52Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T09:51:52Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/131
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [119]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/131>, abgerufen am 30.11.2020.