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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

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[Spaltenumbruch] *621 He wett so vöhl davan, as de Kuh (Katte, Krägge) van de Sonndag. (Meurs.) - Firmenich, I, 402, 137; für Ostfriesland: Frommann, V, 525, 629; für Marsburg: Firmenich, I, 321, 29; für Waldeck: Curtze, 360.

*622 He wett vör (vorn) neit, of he achter läft (lebt). (Meurs.) - Firmenich, I, 402, 120; für Ostfriesland: Frommann, V, 525, 628.

Jüdisch-deutsch in Warschau: Er weisst nit vün sein Chojes (Leben), d. h. ist sehr dumm. Auf Amrum: Hi wijt eg föör, dat 'r beft lewwet. (Haupt, VIII, 363, 201.) In Ostpreussen: He wet von värn nich, af he hinde noch levet. (Frischbier, 4083.) In der Schweiz: Er weiss vorne nid, dass er hinde läbt. (Sutermeister, 89.)

*623 Hei weit äuk, dat de Welt keine Strumphoese ies. (Westf.)

Ironisch von einem, der die Welt kennt.

*624 Hei weit auk nit mehr, wo 'e hear ies. (Westf.)

*625 Hei weit nit mehr, av 'e 'n Männeken oder en Wijweken is. (Westf.)

*626 Hei weit nit weas äs hei glöggen sall. (Westf.)

Vom Muthwilligen.

*627 Hei weit sou vil dovan, oasse de Osse vamme Vuggelsneste. - Firmenich, I, 321, 29.

*628 Hei weit soviel dervon, ässe de Krägge (Krähe) vom Sunntage. (Westf.)

*629 Hei weit van Goed niks Leges (Niedriges, Gemeines, Schlechtes). (Westf.)

Ist ein harmloser Mensch.

*630 Hei weit, wo de Ruiens henjaget. (Sauerland.)

*631 Hei weit woel witt, wann't snigget (schneit). - Firmenich, I, 321, 2.

*632 Hei wet nich vom blaue Donst. - Frischbier, 4084.

*633 Hei wet wol, wie hei den Bär mau. (Sauerland.)

*634 Hi witj, hüü faale Klompe dir üüt en Pön Meel kon. (Nordfr.) - Haupt, VIII, 375, 16.

Er weiss, wie viel Klösse aus einem Pfund Mehl (gemacht werden) können.

*635 Ich hab gewusst, der Schimmel geht kappore. - Tendlau, 1024.

Wenn jemand an einem Dinge so lange hämmert, pfuscht u. s. w., bis es verdorben, zu Grunde gerichtet ist. Der Vorgang, welcher jener Redensart Anlass gegeben hat, ist unbekannt.

*636 Ich soll aso wissen vün Bös ün vün Schlechts. (Jüd.-deutsch.)

In Warschau, um zu sagen: Ob ich davon etwas weiss?

*637 Ich wayss nicht wa auss.

Einen ähnlichen Sinn hat auch wol die bei Cicero, Catull u. s. w. vorkommende Redensart: Quo me vertam, nescio, mit der man die Ungewissheit einer Lage bezeichnet. (Binder II, 2858; Faselius, 218; Wiegand, 913.)

Lat.: In trivio sum. (Hauer, Kiij; Binder II, 3235; Manutius, 100.)

*638 Ich weess nich, wumer der Kup stieht. - Robinson, 675.

*639 Ich weiss davon so wenig als die Wand da.

*640 Ich weiss es sowol als meinen Namen.

Frz.: Je sais le fonds et le tres-fonds de cette chose. (Seybold, 770.)

Lat.: Tanquam meos digitos. - Tanquam meum nomen. (Seybold, 595.)

*641 Ich weiss (heut) nicht, bin ich ein Mädl oder ein Bub. (Troppau.)

*642 Ich weiss nicht, bin ich gekocht oder gebraten.

*643 Ich weiss nicht, durch was für Hitze dies Gras zu Heu geworden ist.

*644 Ich weiss nicht, ist es gestochen oder gehauen.

Lat.: Tua quod nihil refers percontari desinas. (Chaos, 161.)

*645 Ich weiss nicht, warum dies Brot geschimmelt ist. - Parömiakon, 807.

*646 Ich weiss nicht, warum dieser Fisch abgestanden ist. - Parömiakon, 806.

*647 Ich weiss nicht, warum dieser Wein zu Essig geworden ist. - Parömiakon, 808.

*648 Ich weiss nicht, was das Gebäude umgeworfen hat.

[Spaltenumbruch] *649 Ich weiss nicht, welcher Wind dies Licht ausgelöscht hat.

*650 Ich weiss sowol als wolbart, wo die Katz im Häw leit. - Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 283.

*651 Ich weiss, was ich weiss, kalte Erbsen sind nicht heiss. - Frischbier, 4078.

*652 Ich weiss, was seine Kreide schreibt.

*653 Ich weiss, wie die Kreide schreibt.

*654 Ich weiss, wo der Has löpp. (Köln.)

*655 Ich weiss, wo die Katze im Heu liegt.

*656 Ich weiss (heut) nicht, wo mir der Kopf steht.

*657 Ich wess schon, was ich wess.

Sagt jemand, der meint im Besitze eines Geheimnisses zu sein. Man antwortet dann mit dem Zusatz: Gebratene Hasen sind nicht bös.

*658 Ich weyss nit, ob du fisch oder fleysch seyest. - Franck, II, 117a.

*659 Ich weyss nit, ob er ye geboren sei. - Tappius, 209b.

Der Unbegabte, Unbildsame.

*660 Ich weyss nit, obs weiss oder schwartz vmb jn sei. - Franck, II, 117a.

*661 Ich will wissen, was die Semmeln kosten.

Wie die Sachen wirklich stehen, man soll mir reinen Wein einschenken.

*662 Ich will wissen, wo Barthold den Most geholt hat. - Schuppius, I, 617.

Nach K. Braun (s. 564) holt Barthold gar keinen Most.

*663 Ich wiss net, äs et der Peter awer der Pal (Paul). (Siebenbürg.-sächs.)

*664 Ich wusste nicht einmal, dass er auf der Welt sei.

Lat.: Non novi natos. - Natum non novi. (Philippi, II, 40.)

*665 Ich wusste nicht, wie mir geschah. - Agricola I, 381; Latendorf III, 583.

*666 Ik weit et so gut, ös wenn mi 'ne Fläuge sticket. (Sauerland.)

*667 Man weiss nicht, geht man drauss oder drein. (Nürtingen.)

Nützt oder schadet das Unternehmen.

*668 Man weiss nicht, ist es gix oder gax, hüst oder hott, gehauen oder gestochen.

Verlegenheit; wo guter Rath theuer ist.

*669 Man weiss nicht mehr, wo aus noch ein. - Mayer, II, 177.

*670 Man weiss nicht, ob er ein Pfund oder ein halb Pfund ist.

*671 Man weiss nicht, ob's Tag oder Nacht bei ihm ist.

*672 Man weiss nicht, soll man lachen oder weinen. - Mayer, II, 177.

*673 Man weiss nicht, was man aus ihm machen soll.

*674 Man weiss nicht, wer Koch oder Kellner ist. - Frischbier, 4079.

*675 Man weiss nicht, wer seine Enten und Gänse sind. (Nürnberg.)

Seine Herkunft ist dunkel.

Lat.: Albus an ater sit, nescio. (Seybold, 16.)

*676 Man weiss nicht, wo man einander wieder brauchen kann.

*677 Man weiss, wer du bist.

"Man weiss schon, wer du bist, dein Schafpelz wird gar gern vermisst." (Keller, 158a.)

*678 Man wet nett, war he stafen (gestoben) of flagen is. - Kern, 1498.

*679 Me wäss nett, bärr sei Hünner onn Gäns senn. (Hamburg.)

*680 Mehr weten as andere Lüd'. (Meurs.) - Firmenich, I, 402, 130.

*681 Nicht wissen, wie lang die Elle ist.

*682 Nicht wissen, wo man suppen und juppen finden werde.

"So lange bleiben sie nur noch in Klöstern bis sie wissen, wo sie die suppen und die juppen finden und haben werden." In einem Pasquill. (S. Birlinger, Alemannia, III, 294.)

*683 Ök wet von Gott nuscht Böses. - Frischbier, II, 2940.

D. h. die Sache ist mir völlig fremd.

[Spaltenumbruch] *621 He wett so vöhl davan, as de Kuh (Katte, Krägge) van de Sonndag. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 137; für Ostfriesland: Frommann, V, 525, 629; für Marsburg: Firmenich, I, 321, 29; für Waldeck: Curtze, 360.

*622 He wett vör (vorn) nît, of he achter läft (lebt). (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 120; für Ostfriesland: Frommann, V, 525, 628.

Jüdisch-deutsch in Warschau: Er weisst nit vün sein Chojes (Leben), d. h. ist sehr dumm. Auf Amrum: Hi wijt eg föör, dat 'r bêft lewwet. (Haupt, VIII, 363, 201.) In Ostpreussen: He wêt von värn nich, af he hinde noch levet. (Frischbier, 4083.) In der Schweiz: Er weiss vorne nid, dass er hinde läbt. (Sutermeister, 89.)

*623 Hei weit äuk, dat de Welt keine Strumphoese ies. (Westf.)

Ironisch von einem, der die Welt kennt.

*624 Hei weit auk nit mehr, wo 'e hear ies. (Westf.)

*625 Hei weit nit mehr, av 'e 'n Männeken oder en Wijweken is. (Westf.)

*626 Hei wéit nit weas äs hei glöggen sall. (Westf.)

Vom Muthwilligen.

*627 Hei weit sou vil dovan, oasse de Osse vamme Vuggelsneste.Firmenich, I, 321, 29.

*628 Hei weit soviel dervon, ässe de Krägge (Krähe) vom Sunntage. (Westf.)

*629 Hei weit van Goed niks Leges (Niedriges, Gemeines, Schlechtes). (Westf.)

Ist ein harmloser Mensch.

*630 Hei wéit, wo de Ruiens henjaget. (Sauerland.)

*631 Hei weit woel witt, wann't snigget (schneit).Firmenich, I, 321, 2.

*632 Hei wêt nich vom blaue Donst.Frischbier, 4084.

*633 Hei wêt wol, wie hei den Bär mau. (Sauerland.)

*634 Hi witj, hüü faale Klompe dir üüt en Pön Meel kôn. (Nordfr.) – Haupt, VIII, 375, 16.

Er weiss, wie viel Klösse aus einem Pfund Mehl (gemacht werden) können.

*635 Ich hab gewusst, der Schimmel geht kappore.Tendlau, 1024.

Wenn jemand an einem Dinge so lange hämmert, pfuscht u. s. w., bis es verdorben, zu Grunde gerichtet ist. Der Vorgang, welcher jener Redensart Anlass gegeben hat, ist unbekannt.

*636 Ich soll aso wissen vün Bös ün vün Schlechts. (Jüd.-deutsch.)

In Warschau, um zu sagen: Ob ich davon etwas weiss?

*637 Ich wayss nicht wa auss.

Einen ähnlichen Sinn hat auch wol die bei Cicero, Catull u. s. w. vorkommende Redensart: Quo me vertam, nescio, mit der man die Ungewissheit einer Lage bezeichnet. (Binder II, 2858; Faselius, 218; Wiegand, 913.)

Lat.: In trivio sum. (Hauer, Kiij; Binder II, 3235; Manutius, 100.)

*638 Ich weess nich, wumer der Kup stieht.Robinson, 675.

*639 Ich weiss davon so wenig als die Wand da.

*640 Ich weiss es sowol als meinen Namen.

Frz.: Je sais le fonds et le très-fonds de cette chose. (Seybold, 770.)

Lat.: Tanquam meos digitos. – Tanquam meum nomen. (Seybold, 595.)

*641 Ich weiss (heut) nicht, bin ich ein Mädl oder ein Bub. (Troppau.)

*642 Ich weiss nicht, bin ich gekocht oder gebraten.

*643 Ich weiss nicht, durch was für Hitze dies Gras zu Heu geworden ist.

*644 Ich weiss nicht, ist es gestochen oder gehauen.

Lat.: Tua quod nihil refers percontari desinas. (Chaos, 161.)

*645 Ich weiss nicht, warum dies Brot geschimmelt ist.Parömiakon, 807.

*646 Ich weiss nicht, warum dieser Fisch abgestanden ist.Parömiakon, 806.

*647 Ich weiss nicht, warum dieser Wein zu Essig geworden ist.Parömiakon, 808.

*648 Ich weiss nicht, was das Gebäude umgeworfen hat.

[Spaltenumbruch] *649 Ich weiss nicht, welcher Wind dies Licht ausgelöscht hat.

*650 Ich weiss sowol als wolbart, wo die Katz im Häw leit.Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 283.

*651 Ich weiss, was ich weiss, kalte Erbsen sind nicht heiss.Frischbier, 4078.

*652 Ich weiss, was seine Kreide schreibt.

*653 Ich weiss, wie die Kreide schreibt.

*654 Ich weiss, wo der Hâs löpp. (Köln.)

*655 Ich weiss, wo die Katze im Heu liegt.

*656 Ich weiss (heut) nicht, wo mir der Kopf steht.

*657 Ich wêss schon, was ich wêss.

Sagt jemand, der meint im Besitze eines Geheimnisses zu sein. Man antwortet dann mit dem Zusatz: Gebratene Hasen sind nicht bös.

*658 Ich weyss nit, ob du fisch oder fleysch seyest.Franck, II, 117a.

*659 Ich weyss nit, ob er ye geboren sei.Tappius, 209b.

Der Unbegabte, Unbildsame.

*660 Ich weyss nit, obs weiss oder schwartz vmb jn sei.Franck, II, 117a.

*661 Ich will wissen, was die Semmeln kosten.

Wie die Sachen wirklich stehen, man soll mir reinen Wein einschenken.

*662 Ich will wissen, wo Barthold den Most geholt hat.Schuppius, I, 617.

Nach K. Braun (s. 564) holt Barthold gar keinen Most.

*663 Ich wiss net, äs et der Peter awer der Pâl (Paul). (Siebenbürg.-sächs.)

*664 Ich wusste nicht einmal, dass er auf der Welt sei.

Lat.: Non novi natos. – Natum non novi. (Philippi, II, 40.)

*665 Ich wusste nicht, wie mir geschah.Agricola I, 381; Latendorf III, 583.

*666 Ik wéit et so gut, ös wenn mi 'ne Fläuge sticket. (Sauerland.)

*667 Man weiss nicht, geht man drauss oder drein. (Nürtingen.)

Nützt oder schadet das Unternehmen.

*668 Man weiss nicht, ist es gix oder gax, hüst oder hott, gehauen oder gestochen.

Verlegenheit; wo guter Rath theuer ist.

*669 Man weiss nicht mehr, wo aus noch ein.Mayer, II, 177.

*670 Man weiss nicht, ob er ein Pfund oder ein halb Pfund ist.

*671 Man weiss nicht, ob's Tag oder Nacht bei ihm ist.

*672 Man weiss nicht, soll man lachen oder weinen.Mayer, II, 177.

*673 Man weiss nicht, was man aus ihm machen soll.

*674 Man weiss nicht, wer Koch oder Kellner ist.Frischbier, 4079.

*675 Man weiss nicht, wer seine Enten und Gänse sind. (Nürnberg.)

Seine Herkunft ist dunkel.

Lat.: Albus an ater sit, nescio. (Seybold, 16.)

*676 Man weiss nicht, wo man einander wieder brauchen kann.

*677 Man weiss, wer du bist.

„Man weiss schon, wer du bist, dein Schafpelz wird gar gern vermisst.“ (Keller, 158a.)

*678 Man wêt nett, war he stafen (gestoben) of flagen is.Kern, 1498.

*679 Me wäss nett, bärr sei Hünner onn Gäns senn. (Hamburg.)

*680 Mehr wêten as andere Lüd'. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 130.

*681 Nicht wissen, wie lang die Elle ist.

*682 Nicht wissen, wo man suppen und juppen finden werde.

„So lange bleiben sie nur noch in Klöstern bis sie wissen, wo sie die suppen und die juppen finden und haben werden.“ In einem Pasquill. (S. Birlinger, Alemannia, III, 294.)

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[[157]/0169] *621 He wett so vöhl davan, as de Kuh (Katte, Krägge) van de Sonndag. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 137; für Ostfriesland: Frommann, V, 525, 629; für Marsburg: Firmenich, I, 321, 29; für Waldeck: Curtze, 360. *622 He wett vör (vorn) nît, of he achter läft (lebt). (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 120; für Ostfriesland: Frommann, V, 525, 628. Jüdisch-deutsch in Warschau: Er weisst nit vün sein Chojes (Leben), d. h. ist sehr dumm. Auf Amrum: Hi wijt eg föör, dat 'r bêft lewwet. (Haupt, VIII, 363, 201.) In Ostpreussen: He wêt von värn nich, af he hinde noch levet. (Frischbier, 4083.) In der Schweiz: Er weiss vorne nid, dass er hinde läbt. (Sutermeister, 89.) *623 Hei weit äuk, dat de Welt keine Strumphoese ies. (Westf.) Ironisch von einem, der die Welt kennt. *624 Hei weit auk nit mehr, wo 'e hear ies. (Westf.) *625 Hei weit nit mehr, av 'e 'n Männeken oder en Wijweken is. (Westf.) *626 Hei wéit nit weas äs hei glöggen sall. (Westf.) Vom Muthwilligen. *627 Hei weit sou vil dovan, oasse de Osse vamme Vuggelsneste. – Firmenich, I, 321, 29. *628 Hei weit soviel dervon, ässe de Krägge (Krähe) vom Sunntage. (Westf.) *629 Hei weit van Goed niks Leges (Niedriges, Gemeines, Schlechtes). (Westf.) Ist ein harmloser Mensch. *630 Hei wéit, wo de Ruiens henjaget. (Sauerland.) *631 Hei weit woel witt, wann't snigget (schneit). – Firmenich, I, 321, 2. *632 Hei wêt nich vom blaue Donst. – Frischbier, 4084. *633 Hei wêt wol, wie hei den Bär mau. (Sauerland.) *634 Hi witj, hüü faale Klompe dir üüt en Pön Meel kôn. (Nordfr.) – Haupt, VIII, 375, 16. Er weiss, wie viel Klösse aus einem Pfund Mehl (gemacht werden) können. *635 Ich hab gewusst, der Schimmel geht kappore. – Tendlau, 1024. Wenn jemand an einem Dinge so lange hämmert, pfuscht u. s. w., bis es verdorben, zu Grunde gerichtet ist. Der Vorgang, welcher jener Redensart Anlass gegeben hat, ist unbekannt. *636 Ich soll aso wissen vün Bös ün vün Schlechts. (Jüd.-deutsch.) In Warschau, um zu sagen: Ob ich davon etwas weiss? *637 Ich wayss nicht wa auss. Einen ähnlichen Sinn hat auch wol die bei Cicero, Catull u. s. w. vorkommende Redensart: Quo me vertam, nescio, mit der man die Ungewissheit einer Lage bezeichnet. (Binder II, 2858; Faselius, 218; Wiegand, 913.) Lat.: In trivio sum. (Hauer, Kiij; Binder II, 3235; Manutius, 100.) *638 Ich weess nich, wumer der Kup stieht. – Robinson, 675. *639 Ich weiss davon so wenig als die Wand da. *640 Ich weiss es sowol als meinen Namen. Frz.: Je sais le fonds et le très-fonds de cette chose. (Seybold, 770.) Lat.: Tanquam meos digitos. – Tanquam meum nomen. (Seybold, 595.) *641 Ich weiss (heut) nicht, bin ich ein Mädl oder ein Bub. (Troppau.) *642 Ich weiss nicht, bin ich gekocht oder gebraten. *643 Ich weiss nicht, durch was für Hitze dies Gras zu Heu geworden ist. *644 Ich weiss nicht, ist es gestochen oder gehauen. Lat.: Tua quod nihil refers percontari desinas. (Chaos, 161.) *645 Ich weiss nicht, warum dies Brot geschimmelt ist. – Parömiakon, 807. *646 Ich weiss nicht, warum dieser Fisch abgestanden ist. – Parömiakon, 806. *647 Ich weiss nicht, warum dieser Wein zu Essig geworden ist. – Parömiakon, 808. *648 Ich weiss nicht, was das Gebäude umgeworfen hat. *649 Ich weiss nicht, welcher Wind dies Licht ausgelöscht hat. *650 Ich weiss sowol als wolbart, wo die Katz im Häw leit. – Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 283. *651 Ich weiss, was ich weiss, kalte Erbsen sind nicht heiss. – Frischbier, 4078. *652 Ich weiss, was seine Kreide schreibt. *653 Ich weiss, wie die Kreide schreibt. *654 Ich weiss, wo der Hâs löpp. (Köln.) *655 Ich weiss, wo die Katze im Heu liegt. *656 Ich weiss (heut) nicht, wo mir der Kopf steht. *657 Ich wêss schon, was ich wêss. Sagt jemand, der meint im Besitze eines Geheimnisses zu sein. Man antwortet dann mit dem Zusatz: Gebratene Hasen sind nicht bös. *658 Ich weyss nit, ob du fisch oder fleysch seyest. – Franck, II, 117a. *659 Ich weyss nit, ob er ye geboren sei. – Tappius, 209b. Der Unbegabte, Unbildsame. *660 Ich weyss nit, obs weiss oder schwartz vmb jn sei. – Franck, II, 117a. *661 Ich will wissen, was die Semmeln kosten. Wie die Sachen wirklich stehen, man soll mir reinen Wein einschenken. *662 Ich will wissen, wo Barthold den Most geholt hat. – Schuppius, I, 617. Nach K. Braun (s. 564) holt Barthold gar keinen Most. *663 Ich wiss net, äs et der Peter awer der Pâl (Paul). (Siebenbürg.-sächs.) *664 Ich wusste nicht einmal, dass er auf der Welt sei. Lat.: Non novi natos. – Natum non novi. (Philippi, II, 40.) *665 Ich wusste nicht, wie mir geschah. – Agricola I, 381; Latendorf III, 583. *666 Ik wéit et so gut, ös wenn mi 'ne Fläuge sticket. (Sauerland.) *667 Man weiss nicht, geht man drauss oder drein. (Nürtingen.) Nützt oder schadet das Unternehmen. *668 Man weiss nicht, ist es gix oder gax, hüst oder hott, gehauen oder gestochen. Verlegenheit; wo guter Rath theuer ist. *669 Man weiss nicht mehr, wo aus noch ein. – Mayer, II, 177. *670 Man weiss nicht, ob er ein Pfund oder ein halb Pfund ist. *671 Man weiss nicht, ob's Tag oder Nacht bei ihm ist. *672 Man weiss nicht, soll man lachen oder weinen. – Mayer, II, 177. *673 Man weiss nicht, was man aus ihm machen soll. *674 Man weiss nicht, wer Koch oder Kellner ist. – Frischbier, 4079. *675 Man weiss nicht, wer seine Enten und Gänse sind. (Nürnberg.) Seine Herkunft ist dunkel. Lat.: Albus an ater sit, nescio. (Seybold, 16.) *676 Man weiss nicht, wo man einander wieder brauchen kann. *677 Man weiss, wer du bist. „Man weiss schon, wer du bist, dein Schafpelz wird gar gern vermisst.“ (Keller, 158a.) *678 Man wêt nett, war he stafen (gestoben) of flagen is. – Kern, 1498. *679 Me wäss nett, bärr sei Hünner onn Gäns senn. (Hamburg.) *680 Mehr wêten as andere Lüd'. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 130. *681 Nicht wissen, wie lang die Elle ist. *682 Nicht wissen, wo man suppen und juppen finden werde. „So lange bleiben sie nur noch in Klöstern bis sie wissen, wo sie die suppen und die juppen finden und haben werden.“ In einem Pasquill. (S. Birlinger, Alemannia, III, 294.) *683 Ök wêt von Gott nuscht Böses. – Frischbier, II, 2940. D. h. die Sache ist mir völlig fremd.

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [157]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/169>, abgerufen am 27.11.2020.