Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 11 Wer seinen Zins nicht zahlt, dem geht das Feld verloren.

Frz.: Qui ne paie son cens, doit perdre son champ. (Cahier, 1309.)

12 Zins hat schnelle Füsse, er läuft auf, ehe man sich umsieht. - Simrock, 12122; Körte, 7141.

Gilt besonders von den Geldverhältnissen des Mittelalters, dessen ganze Finanzkunst keine andere war, als ein Uebel durch ein anderes zu heben, und das bei einem Zinsfuss von 10-50 Procent leicht den einzelnen, wie ganze Gemeinden zu Grunde richten konnte. (Vgl. den Aufsatz: Geldverhältnisse und Geldkrisen früherer Zeiten von Joh. Falke in Hausblätter, Stuttgart 1858, 19. Heft.)

13 Zins kann nicht Zins tragen. - Graf, 269, 271; Kothing, 265.

Das deutsche Recht gestattete nicht von fälligen, aber noch nicht bezahlten Zinsen wieder Zins zu nehmen; sobald sie bezahlt waren, konnten sie auch an den Schuldner selbst wieder ausgeliehen werden gegen Zins; dann war sie Hauptsumme oder Kapital.

14 Zins und Miethe (Heuer) schlafen nicht. - Hollenberg, I, 55; Simrock, 12123; Körte, 7142; Graf, 268, 257.

Sie laufen unausgesetzt fort.

Böhm.: Uroky maji bystre kroky. (Celakovsky, 274.)

Frz.: A veine toulieu croit comme enragee. (Toulieu, impot, redevance, avoine de redevance.) (Leroux, I, 38.)

Lat.: Citius usura currit, quam Heraclitus. (Faselius, 45.)

15 Zins und Zoll der Teufel hol! - Schweiz, I, 192, 114.

16 Zinsen ässen mit aus der Schissel. (Waldeck.) - Curtze, 366, 640.

17 Zinsen fordern Hauptgeld.

Dän.: Rente ud kraever hoved-stoil. (Prov. dan., 472.)

18 Zinss frisst ein wie der Brand. - Petri, II, 821.

Dän.: Rente er en gnavendes orm. (Prov. dan., 472.)

19 Zinss ist ein Holtzwurm. - Lehmann, 913, 6.

20 Zinss ist ein nagender Krebs. - Lehmann, 913, 6.

21 Zinss macht alt - jung. - Gruter, I, 88; Petri, II, 821; Simrock, 12121.

Lat.: Prosperitas rerum series longinqua dierum.

22 Zinss schlefft nicht. - Petri, II, 821.

Dän.: Renten groer og vaager, mens visove. (Prov. dan., 472.)

*23 Für Zinsen1 Wasser trugen. (Warschau.)

1) Jüdisch-deutsch: Var Rewucheim. Wenn der Erfolg einer Sache den Opfern nicht entspricht.

*24 Von den Zinsen seiner Schulden leben. - Altmann VI, 518.


Zinselpeter.

* Er ist ein Zinselpeter.

Geschäftiger Nichtsthuer. Einer, der allerlei kramt, und nichts Rechtes zu Stande bringt.


Zinsen.

Wer einmal erblich zinset, muss allweg erblich zinsen. - Graf, 76, 75.

Um ein freies Gut in ein herrschaftliches Zinsgut zu verwandeln, genügte in der Blüte der feudalen Zeit der Nachweis, es habe einmal Zins gezahlt. (S. Erbe, 16.)

Mhd.: Wer eins erblich zinset, der sall allweg erblich zinsen.


Zinsenzahlen.

Zinzenzahlen frisst mit aus der Schüssel. - Frischbier, 4175.


Zinsgeld.

Zinsgeld geht vor andern Schulden. - Graf, 116, 289.

"Czins gelt daz geit ouch vöer andren schulde." (Rössler, II, 404, 276.)


Zinshahn.

* Er wird gleich wie ein Zinshahn. (Leipzig.)


Zinshuhn.

* Sie sind wie ein paar Zinshühner.

So sagt man von zwei Personen, von denen eine fett, die andere mager ist.

Frz.: Ce sont deux chapons de rente. (Lendroy, 1303.)


Zinskauf.

Dass Zinsskauff kein Wucher ist, das liegt am Rechten vnnd nicht am willen. - Lehmann, 913, 7.


Zinte.

*1 Dadropp kann Ener nau Zinte reide. - Frischbier, 3125.

Nämlich auf einem stumpfen Messer.

2 In Zinten bellen die Hunde von hinten. - Frischbier, 4176.


[Spaltenumbruch]
Zion.

Zion soll man nicht mit Fleisch und Blut bauen. - Simrock, 11124; Sailer, 313.


Zionstrompete.

* In die Zionstrompete stossen (oder: die Zionstrompete blasen).

Von Priestern, wenn sie aus irgendeiner Erscheinung auf dem kirchlichen, wissenschaftlichen oder bürgerlichen Leben Gefahr für die Kirche herleiten.


Zionswächter.

* Es sind Zionswächter.

Es sind darunter sogenannte rechtgläubige, oder doch den rechten Glauben überwachende Geistliche zu verstehen.

Holl.: Het zijn wachters op Sions muren. (Harrebomee, II, 269b.)


Zeip.

* Dam (diesem) öss der Zeip g'schlissen. - Lusdorf bei Böhmisch-Friedland.

Er ist durch Vorhaltungen, Vorwürfe, Zurechtweisungen u. s. w. gedemüthigt, auch vom Geschick hart mitgenommen worden, er hat sein Vermögen u. s. w. verloren. Zeip, Zeipf am Erzgebirge Zeips, eine Krankheit der Hühner, die sonst Pips genannt wird. (Vgl. Campe, Wörterbuch, V, 873a; Frommann, II, 240; IV, 18; IV, 317.)


Ziparte.

* Niderhasler Ziparte. (S. Kropf 31.) - Sutermeister, 51.


Zipf.

* 'N Zipf henken (hängen) lassen. (Steiermark.)

Sehr niedergeschlagen sein.


Zipfel.

1 Der Zippel1 hängt nach 'm Wittber2. (Schles.) - Eselsfresser, I, 182.

1) Eines schiefumgenommenen Tuchs.

2) Scherzhaft für: sie will einen Witwer heirathen.

2 Die vier Zipf bringt man nie zusammen. (Wien.)

Wenn etwas nicht nach Wunsch geht, so klagt man, dass man die vier Zipfel ins Tuch nicht zusammenbringe.

3 Im Zipfel des Netzes sitzen die Fische.

4 Im Zipfel fängt man Fische. - Klix, 124.

5 Man muss alles beim richtigen Zipfel anfassen.

6 Schlag den Zipfel ein, wenn's zu lang ist. - Eiselein, 659.

7 Wann der Zipffel nicht besser wer, als die Kapp, wer der Teuffel ein Hoffdiener. - Gruter, III, 94.

8 Welches der vordere Zipfel an der Bratwurst sei, erfährt man, wenn man sie auf die Achsel legt. - Eiselein, 659; Simrock, 12128.

9 Wenn man am letzten Zipfel ist, ist's zu spät, die Bratwurst zu sparen.

10 Wer etwas bei allen vier Zipfeln hat, der hat's sicher.

Span.: Buscar cinque pies al goto. (Bohn I, 206.)

11 Zum Zipfel, zum Zapfel, zum Kellerloch nei, älles muess versoffe(n) sei, Strümpf u Schuah, Strümpf u Schuah, laufet em Teufel barfuess zua. (Tübingen.)

*12 Das ist der zipfel von den fulen tuoch. - Alsatia, 62-67, 492.

Da muss man die Sache anfassen. Der Ton ruht auf: das.

*13 Den rechten Zipfel erwischt haben. (Schwaben.)

*14 Dös ist e rechter Zipfel. (Ulm.)

*15 Du derfst no sage Zipfel, no hast du klei a Wurst. (Schwaben.)

*16 Er hat nichts im Zipfel und nichts im Sack. - Körte, 7142c.

*17 Er sucht den fünften Zipfel am Sack. - Luther's Tischr., 461b; Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 286; Eiselein, 659; Simrock, 12127; Körte, 7142c.

Lat.: Expedit plura habere cognomina. (Philippi, I, 145.)

*18 Er will überall den fünften Zipfel am Sack haben. - Schottel, 1117a; Sailer, 298.

Der Ueberkluge.

*19 Etwas bei allen vier (fünf) Zipfeln anfassen (haben). - Pauli, Postilla, II, 62a; Eiselein, 659; Körte, 7142b.

Fest und sicher. Mit der ganzen Kraft und so, dass es anscheinend gelingen muss.

[Spaltenumbruch] 11 Wer seinen Zins nicht zahlt, dem geht das Feld verloren.

Frz.: Qui ne paie son cens, doit perdre son champ. (Cahier, 1309.)

12 Zins hat schnelle Füsse, er läuft auf, ehe man sich umsieht.Simrock, 12122; Körte, 7141.

Gilt besonders von den Geldverhältnissen des Mittelalters, dessen ganze Finanzkunst keine andere war, als ein Uebel durch ein anderes zu heben, und das bei einem Zinsfuss von 10-50 Procent leicht den einzelnen, wie ganze Gemeinden zu Grunde richten konnte. (Vgl. den Aufsatz: Geldverhältnisse und Geldkrisen früherer Zeiten von Joh. Falke in Hausblätter, Stuttgart 1858, 19. Heft.)

13 Zins kann nicht Zins tragen.Graf, 269, 271; Kothing, 265.

Das deutsche Recht gestattete nicht von fälligen, aber noch nicht bezahlten Zinsen wieder Zins zu nehmen; sobald sie bezahlt waren, konnten sie auch an den Schuldner selbst wieder ausgeliehen werden gegen Zins; dann war sie Hauptsumme oder Kapital.

14 Zins und Miethe (Heuer) schlafen nicht.Hollenberg, I, 55; Simrock, 12123; Körte, 7142; Graf, 268, 257.

Sie laufen unausgesetzt fort.

Böhm.: Úroky mají bystré kroky. (Čelakovsky, 274.)

Frz.: A veine toulieu croit comme enragée. (Toulieu, impôt, redevance, avoine de redevance.) (Leroux, I, 38.)

Lat.: Citius usura currit, quam Heraclitus. (Faselius, 45.)

15 Zins und Zoll der Teufel hol!Schweiz, I, 192, 114.

16 Zinsen ässen mit aus der Schissel. (Waldeck.) – Curtze, 366, 640.

17 Zinsen fordern Hauptgeld.

Dän.: Rente ud kræver hoved-stoil. (Prov. dan., 472.)

18 Zinss frisst ein wie der Brand.Petri, II, 821.

Dän.: Rente er en gnavendes orm. (Prov. dan., 472.)

19 Zinss ist ein Holtzwurm.Lehmann, 913, 6.

20 Zinss ist ein nagender Krebs.Lehmann, 913, 6.

21 Zinss macht alt – jung.Gruter, I, 88; Petri, II, 821; Simrock, 12121.

Lat.: Prosperitas rerum series longinqua dierum.

22 Zinss schlefft nicht.Petri, II, 821.

Dän.: Renten groer og vaager, mens visove. (Prov. dan., 472.)

*23 Für Zinsen1 Wasser trugen. (Warschau.)

1) Jüdisch-deutsch: Var Rewuchîm. Wenn der Erfolg einer Sache den Opfern nicht entspricht.

*24 Von den Zinsen seiner Schulden leben.Altmann VI, 518.


Zinselpeter.

* Er ist ein Zinselpeter.

Geschäftiger Nichtsthuer. Einer, der allerlei kramt, und nichts Rechtes zu Stande bringt.


Zinsen.

Wer einmal erblich zinset, muss allweg erblich zinsen.Graf, 76, 75.

Um ein freies Gut in ein herrschaftliches Zinsgut zu verwandeln, genügte in der Blüte der feudalen Zeit der Nachweis, es habe einmal Zins gezahlt. (S. Erbe, 16.)

Mhd.: Wer eins erblich zinset, der sall allweg erblich zinsen.


Zinsenzahlen.

Zinzenzahlen frisst mit aus der Schüssel.Frischbier, 4175.


Zinsgeld.

Zinsgeld geht vor andern Schulden.Graf, 116, 289.

„Czins gelt daz geit ouch vöer andren schulde.“ (Rössler, II, 404, 276.)


Zinshahn.

* Er wird gleich wie ein Zinshahn. (Leipzig.)


Zinshuhn.

* Sie sind wie ein paar Zinshühner.

So sagt man von zwei Personen, von denen eine fett, die andere mager ist.

Frz.: Ce sont deux chapons de rente. (Lendroy, 1303.)


Zinskauf.

Dass Zinsskauff kein Wucher ist, das liegt am Rechten vnnd nicht am willen.Lehmann, 913, 7.


Zinte.

*1 Dadropp kann Êner nau Zinte rîde.Frischbier, 3125.

Nämlich auf einem stumpfen Messer.

2 In Zinten bellen die Hunde von hinten.Frischbier, 4176.


[Spaltenumbruch]
Zion.

Zion soll man nicht mit Fleisch und Blut bauen.Simrock, 11124; Sailer, 313.


Zionstrompete.

* In die Zionstrompete stossen (oder: die Zionstrompete blasen).

Von Priestern, wenn sie aus irgendeiner Erscheinung auf dem kirchlichen, wissenschaftlichen oder bürgerlichen Leben Gefahr für die Kirche herleiten.


Zionswächter.

* Es sind Zionswächter.

Es sind darunter sogenannte rechtgläubige, oder doch den rechten Glauben überwachende Geistliche zu verstehen.

Holl.: Het zijn wachters op Sions muren. (Harrebomée, II, 269b.)


Zîp.

* Dam (diesem) öss der Zîp g'schlissen.Lusdorf bei Böhmisch-Friedland.

Er ist durch Vorhaltungen, Vorwürfe, Zurechtweisungen u. s. w. gedemüthigt, auch vom Geschick hart mitgenommen worden, er hat sein Vermögen u. s. w. verloren. Zîp, Zîpf am Erzgebirge Zîps, eine Krankheit der Hühner, die sonst Pips genannt wird. (Vgl. Campe, Wörterbuch, V, 873a; Frommann, II, 240; IV, 18; IV, 317.)


Ziparte.

* Niderhasler Ziparte. (S. Kropf 31.) – Sutermeister, 51.


Zipf.

* 'N Zipf henken (hängen) lassen. (Steiermark.)

Sehr niedergeschlagen sein.


Zipfel.

1 Der Zippel1 hängt nach 'm Wittber2. (Schles.) – Eselsfresser, I, 182.

1) Eines schiefumgenommenen Tuchs.

2) Scherzhaft für: sie will einen Witwer heirathen.

2 Die vier Zipf bringt man nie zusammen. (Wien.)

Wenn etwas nicht nach Wunsch geht, so klagt man, dass man die vier Zipfel ins Tuch nicht zusammenbringe.

3 Im Zipfel des Netzes sitzen die Fische.

4 Im Zipfel fängt man Fische.Klix, 124.

5 Man muss alles beim richtigen Zipfel anfassen.

6 Schlag den Zipfel ein, wenn's zu lang ist.Eiselein, 659.

7 Wann der Zipffel nicht besser wer, als die Kapp, wer der Teuffel ein Hoffdiener.Gruter, III, 94.

8 Welches der vordere Zipfel an der Bratwurst sei, erfährt man, wenn man sie auf die Achsel legt.Eiselein, 659; Simrock, 12128.

9 Wenn man am letzten Zipfel ist, ist's zu spät, die Bratwurst zu sparen.

10 Wer etwas bei allen vier Zipfeln hat, der hat's sicher.

Span.: Buscar cinque pies al goto. (Bohn I, 206.)

11 Zum Zipfel, zum Zapfel, zum Kellerloch nei, älles muess versoffe(n) sei, Strümpf u Schuah, Strümpf u Schuah, laufet em Teufel barfuess zua. (Tübingen.)

*12 Das ist der zipfel von den fulen tuoch.Alsatia, 62-67, 492.

Da muss man die Sache anfassen. Der Ton ruht auf: das.

*13 Den rechten Zipfel erwischt haben. (Schwaben.)

*14 Dös ist e rechter Zipfel. (Ulm.)

*15 Du derfst no sage Zipfel, no hast du klei a Wurst. (Schwaben.)

*16 Er hat nichts im Zipfel und nichts im Sack.Körte, 7142c.

*17 Er sucht den fünften Zipfel am Sack.Luther's Tischr., 461b; Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 286; Eiselein, 659; Simrock, 12127; Körte, 7142c.

Lat.: Expedit plura habere cognomina. (Philippi, I, 145.)

*18 Er will überall den fünften Zipfel am Sack haben.Schottel, 1117a; Sailer, 298.

Der Ueberkluge.

*19 Etwas bei allen vier (fünf) Zipfeln anfassen (haben).Pauli, Postilla, II, 62a; Eiselein, 659; Körte, 7142b.

Fest und sicher. Mit der ganzen Kraft und so, dass es anscheinend gelingen muss.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><pb facs="#f0308" n="[296]"/><cb n="591"/>
11 Wer seinen Zins nicht zahlt, dem geht das Feld verloren.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Qui ne paie son cens, doit perdre son champ. (<hi rendition="#i">Cahier, 1309.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">12 Zins hat schnelle Füsse, er läuft auf, ehe man sich umsieht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 12122; Körte, 7141.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Gilt besonders von den Geldverhältnissen des Mittelalters, dessen ganze Finanzkunst keine andere war, als ein Uebel durch ein anderes zu heben, und das bei einem Zinsfuss von 10-50 Procent leicht den einzelnen, wie ganze Gemeinden zu Grunde richten konnte. (Vgl. den Aufsatz: <hi rendition="#i">Geldverhältnisse und Geldkrisen früherer Zeiten von Joh. Falke in Hausblätter, Stuttgart 1858, 19. Heft.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">13 Zins kann nicht Zins tragen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 269, 271; Kothing, 265.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Das deutsche Recht gestattete nicht von fälligen, aber noch nicht bezahlten Zinsen wieder Zins zu nehmen; sobald sie bezahlt waren, konnten sie auch an den Schuldner selbst wieder ausgeliehen werden gegen Zins; dann war sie Hauptsumme oder Kapital.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">14 Zins und Miethe (Heuer) schlafen nicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Hollenberg, I, 55; Simrock, 12123; Körte, 7142; Graf, 268, 257.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Sie laufen unausgesetzt fort.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Úroky mají bystré kroky. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 274.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: A veine toulieu croit comme enragée. (Toulieu, impôt, redevance, avoine de redevance.) (<hi rendition="#i">Leroux, I, 38.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Citius usura currit, quam Heraclitus. (<hi rendition="#i">Faselius, 45.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">15 Zins und Zoll der Teufel hol!</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schweiz, I, 192, 114.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">16 Zinsen ässen mit aus der Schissel.</hi> (<hi rendition="#i">Waldeck.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Curtze, 366, 640.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">17 Zinsen fordern Hauptgeld.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Rente ud kræver hoved-stoil. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 472.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">18 Zinss frisst ein wie der Brand.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 821.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Rente er en gnavendes orm. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 472.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">19 Zinss ist ein Holtzwurm.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 913, 6.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">20 Zinss ist ein nagender Krebs.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 913, 6.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">21 Zinss macht alt &#x2013; jung.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, I, 88; Petri, II, 821; Simrock, 12121.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Prosperitas rerum series longinqua dierum.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">22 Zinss schlefft nicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 821.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Renten groer og vaager, mens visove. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 472.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*23 Für Zinsen<hi rendition="#sup">1</hi> Wasser trugen.</hi> (<hi rendition="#i">Warschau.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Jüdisch-deutsch: Var Rewuchîm. Wenn der Erfolg einer Sache den Opfern nicht entspricht.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*24 Von den Zinsen seiner Schulden leben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Altmann VI, 518.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zinselpeter.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Er ist ein Zinselpeter.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Geschäftiger Nichtsthuer. Einer, der allerlei kramt, und nichts Rechtes zu Stande bringt.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zinsen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wer einmal erblich zinset, muss allweg erblich zinsen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 76, 75.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Um ein freies Gut in ein herrschaftliches Zinsgut zu verwandeln, genügte in der Blüte der feudalen Zeit der Nachweis, es habe einmal Zins gezahlt. (S.  Erbe, 16.)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Wer eins erblich zinset, der sall allweg erblich zinsen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zinsenzahlen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Zinzenzahlen frisst mit aus der Schüssel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, 4175.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zinsgeld.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Zinsgeld geht vor andern Schulden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 116, 289.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Czins gelt daz geit ouch vöer andren schulde.&#x201C; (<hi rendition="#i">Rössler, II, 404, 276.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zinshahn.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Er wird gleich wie ein Zinshahn.</hi> (<hi rendition="#i">Leipzig.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zinshuhn.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Sie sind wie ein paar Zinshühner.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">So sagt man von zwei Personen, von denen eine fett, die andere mager ist.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Ce sont deux chapons de rente. (<hi rendition="#i">Lendroy, 1303.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zinskauf.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Dass Zinsskauff kein Wucher ist, das liegt am Rechten vnnd nicht am willen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 913, 7.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zinte.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1 Dadropp kann Êner nau Zinte rîde.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, 3125.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Nämlich auf einem stumpfen Messer.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 In Zinten bellen die Hunde von hinten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, 4176.</hi></p><lb/>
        </div>
        <cb n="592"/>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zion.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Zion soll man nicht mit Fleisch und Blut bauen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 11124; Sailer, 313.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zionstrompete.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* In die Zionstrompete stossen (oder: die Zionstrompete blasen).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von Priestern, wenn sie aus irgendeiner Erscheinung auf dem kirchlichen, wissenschaftlichen oder bürgerlichen Leben Gefahr für die Kirche herleiten.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zionswächter.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Es sind Zionswächter.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Es sind darunter sogenannte rechtgläubige, oder doch den rechten Glauben überwachende Geistliche zu verstehen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het zijn wachters op Sions muren. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 269<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zîp.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Dam (diesem) öss der Zîp g'schlissen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lusdorf bei Böhmisch-Friedland.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Er ist durch Vorhaltungen, Vorwürfe, Zurechtweisungen u. s. w. gedemüthigt, auch vom Geschick hart mitgenommen worden, er hat sein Vermögen u. s. w. verloren. Zîp, Zîpf am Erzgebirge Zîps, eine Krankheit der Hühner, die sonst Pips genannt wird. (Vgl. <hi rendition="#i">Campe, Wörterbuch, V, 873<hi rendition="#sup">a</hi>; Frommann, II, 240; IV, 18; IV, 317.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ziparte.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Niderhasler Ziparte.</hi> (S.  Kropf 31.) &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 51.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zipf.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* 'N Zipf henken (hängen) lassen.</hi> (<hi rendition="#i">Steiermark.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Sehr niedergeschlagen sein.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zipfel.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Der Zippel<hi rendition="#sup">1</hi> hängt nach 'm Wittber<hi rendition="#sup">2</hi>.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Eselsfresser, I, 182.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Eines schiefumgenommenen Tuchs.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">2</hi>) Scherzhaft für: sie will einen Witwer heirathen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Die vier Zipf bringt man nie zusammen.</hi> (<hi rendition="#i">Wien.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn etwas nicht nach Wunsch geht, so klagt man, dass man die vier Zipfel ins Tuch nicht zusammenbringe.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Im Zipfel des Netzes sitzen die Fische.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Im Zipfel fängt man Fische.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Klix, 124.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Man muss alles beim richtigen Zipfel anfassen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Schlag den Zipfel ein, wenn's zu lang ist.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 659.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Wann der Zipffel nicht besser wer, als die Kapp, wer der Teuffel ein Hoffdiener.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, III, 94.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Welches der vordere Zipfel an der Bratwurst sei, erfährt man, wenn man sie auf die Achsel legt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 659; Simrock, 12128.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">9 Wenn man am letzten Zipfel ist, ist's zu spät, die Bratwurst zu sparen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Wer etwas bei allen vier Zipfeln hat, der hat's sicher.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Span.</hi>: Buscar cinque pies al goto. (<hi rendition="#i">Bohn I, 206.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">11 Zum Zipfel, zum Zapfel, zum Kellerloch nei, älles muess versoffe(n) sei, Strümpf u Schuah, Strümpf u Schuah, laufet em Teufel barfuess zua.</hi> (<hi rendition="#i">Tübingen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*12 Das ist der zipfel von den fulen tuoch.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Alsatia, 62-67, 492.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Da muss man die Sache anfassen. Der Ton ruht auf: das.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*13 Den rechten Zipfel erwischt haben.</hi> (<hi rendition="#i">Schwaben.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*14 Dös ist e rechter Zipfel.</hi> (<hi rendition="#i">Ulm.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*15 Du derfst no sage Zipfel, no hast du klei a Wurst.</hi> (<hi rendition="#i">Schwaben.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*16 Er hat nichts im Zipfel und nichts im Sack.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 7142<hi rendition="#sup">c</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*17 Er sucht den fünften Zipfel am Sack.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Luther's Tischr., 461<hi rendition="#sup">b</hi>; Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 286; Eiselein, 659; Simrock, 12127; Körte, 7142<hi rendition="#sup">c</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Expedit plura habere cognomina. (<hi rendition="#i">Philippi, I, 145.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*18 Er will überall den fünften Zipfel am Sack haben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schottel, 1117<hi rendition="#sup">a</hi>; Sailer, 298.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Der Ueberkluge.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*19 Etwas bei allen vier (fünf) Zipfeln anfassen (haben).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Pauli, Postilla, II, 62<hi rendition="#sup">a</hi>; Eiselein, 659; Körte, 7142<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Fest und sicher. Mit der ganzen Kraft und so, dass es anscheinend gelingen muss.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[296]/0308] 11 Wer seinen Zins nicht zahlt, dem geht das Feld verloren. Frz.: Qui ne paie son cens, doit perdre son champ. (Cahier, 1309.) 12 Zins hat schnelle Füsse, er läuft auf, ehe man sich umsieht. – Simrock, 12122; Körte, 7141. Gilt besonders von den Geldverhältnissen des Mittelalters, dessen ganze Finanzkunst keine andere war, als ein Uebel durch ein anderes zu heben, und das bei einem Zinsfuss von 10-50 Procent leicht den einzelnen, wie ganze Gemeinden zu Grunde richten konnte. (Vgl. den Aufsatz: Geldverhältnisse und Geldkrisen früherer Zeiten von Joh. Falke in Hausblätter, Stuttgart 1858, 19. Heft.) 13 Zins kann nicht Zins tragen. – Graf, 269, 271; Kothing, 265. Das deutsche Recht gestattete nicht von fälligen, aber noch nicht bezahlten Zinsen wieder Zins zu nehmen; sobald sie bezahlt waren, konnten sie auch an den Schuldner selbst wieder ausgeliehen werden gegen Zins; dann war sie Hauptsumme oder Kapital. 14 Zins und Miethe (Heuer) schlafen nicht. – Hollenberg, I, 55; Simrock, 12123; Körte, 7142; Graf, 268, 257. Sie laufen unausgesetzt fort. Böhm.: Úroky mají bystré kroky. (Čelakovsky, 274.) Frz.: A veine toulieu croit comme enragée. (Toulieu, impôt, redevance, avoine de redevance.) (Leroux, I, 38.) Lat.: Citius usura currit, quam Heraclitus. (Faselius, 45.) 15 Zins und Zoll der Teufel hol! – Schweiz, I, 192, 114. 16 Zinsen ässen mit aus der Schissel. (Waldeck.) – Curtze, 366, 640. 17 Zinsen fordern Hauptgeld. Dän.: Rente ud kræver hoved-stoil. (Prov. dan., 472.) 18 Zinss frisst ein wie der Brand. – Petri, II, 821. Dän.: Rente er en gnavendes orm. (Prov. dan., 472.) 19 Zinss ist ein Holtzwurm. – Lehmann, 913, 6. 20 Zinss ist ein nagender Krebs. – Lehmann, 913, 6. 21 Zinss macht alt – jung. – Gruter, I, 88; Petri, II, 821; Simrock, 12121. Lat.: Prosperitas rerum series longinqua dierum. 22 Zinss schlefft nicht. – Petri, II, 821. Dän.: Renten groer og vaager, mens visove. (Prov. dan., 472.) *23 Für Zinsen1 Wasser trugen. (Warschau.) 1) Jüdisch-deutsch: Var Rewuchîm. Wenn der Erfolg einer Sache den Opfern nicht entspricht. *24 Von den Zinsen seiner Schulden leben. – Altmann VI, 518. Zinselpeter. * Er ist ein Zinselpeter. Geschäftiger Nichtsthuer. Einer, der allerlei kramt, und nichts Rechtes zu Stande bringt. Zinsen. Wer einmal erblich zinset, muss allweg erblich zinsen. – Graf, 76, 75. Um ein freies Gut in ein herrschaftliches Zinsgut zu verwandeln, genügte in der Blüte der feudalen Zeit der Nachweis, es habe einmal Zins gezahlt. (S. Erbe, 16.) Mhd.: Wer eins erblich zinset, der sall allweg erblich zinsen. Zinsenzahlen. Zinzenzahlen frisst mit aus der Schüssel. – Frischbier, 4175. Zinsgeld. Zinsgeld geht vor andern Schulden. – Graf, 116, 289. „Czins gelt daz geit ouch vöer andren schulde.“ (Rössler, II, 404, 276.) Zinshahn. * Er wird gleich wie ein Zinshahn. (Leipzig.) Zinshuhn. * Sie sind wie ein paar Zinshühner. So sagt man von zwei Personen, von denen eine fett, die andere mager ist. Frz.: Ce sont deux chapons de rente. (Lendroy, 1303.) Zinskauf. Dass Zinsskauff kein Wucher ist, das liegt am Rechten vnnd nicht am willen. – Lehmann, 913, 7. Zinte. *1 Dadropp kann Êner nau Zinte rîde. – Frischbier, 3125. Nämlich auf einem stumpfen Messer. 2 In Zinten bellen die Hunde von hinten. – Frischbier, 4176. Zion. Zion soll man nicht mit Fleisch und Blut bauen. – Simrock, 11124; Sailer, 313. Zionstrompete. * In die Zionstrompete stossen (oder: die Zionstrompete blasen). Von Priestern, wenn sie aus irgendeiner Erscheinung auf dem kirchlichen, wissenschaftlichen oder bürgerlichen Leben Gefahr für die Kirche herleiten. Zionswächter. * Es sind Zionswächter. Es sind darunter sogenannte rechtgläubige, oder doch den rechten Glauben überwachende Geistliche zu verstehen. Holl.: Het zijn wachters op Sions muren. (Harrebomée, II, 269b.) Zîp. * Dam (diesem) öss der Zîp g'schlissen. – Lusdorf bei Böhmisch-Friedland. Er ist durch Vorhaltungen, Vorwürfe, Zurechtweisungen u. s. w. gedemüthigt, auch vom Geschick hart mitgenommen worden, er hat sein Vermögen u. s. w. verloren. Zîp, Zîpf am Erzgebirge Zîps, eine Krankheit der Hühner, die sonst Pips genannt wird. (Vgl. Campe, Wörterbuch, V, 873a; Frommann, II, 240; IV, 18; IV, 317.) Ziparte. * Niderhasler Ziparte. (S. Kropf 31.) – Sutermeister, 51. Zipf. * 'N Zipf henken (hängen) lassen. (Steiermark.) Sehr niedergeschlagen sein. Zipfel. 1 Der Zippel1 hängt nach 'm Wittber2. (Schles.) – Eselsfresser, I, 182. 1) Eines schiefumgenommenen Tuchs. 2) Scherzhaft für: sie will einen Witwer heirathen. 2 Die vier Zipf bringt man nie zusammen. (Wien.) Wenn etwas nicht nach Wunsch geht, so klagt man, dass man die vier Zipfel ins Tuch nicht zusammenbringe. 3 Im Zipfel des Netzes sitzen die Fische. 4 Im Zipfel fängt man Fische. – Klix, 124. 5 Man muss alles beim richtigen Zipfel anfassen. 6 Schlag den Zipfel ein, wenn's zu lang ist. – Eiselein, 659. 7 Wann der Zipffel nicht besser wer, als die Kapp, wer der Teuffel ein Hoffdiener. – Gruter, III, 94. 8 Welches der vordere Zipfel an der Bratwurst sei, erfährt man, wenn man sie auf die Achsel legt. – Eiselein, 659; Simrock, 12128. 9 Wenn man am letzten Zipfel ist, ist's zu spät, die Bratwurst zu sparen. 10 Wer etwas bei allen vier Zipfeln hat, der hat's sicher. Span.: Buscar cinque pies al goto. (Bohn I, 206.) 11 Zum Zipfel, zum Zapfel, zum Kellerloch nei, älles muess versoffe(n) sei, Strümpf u Schuah, Strümpf u Schuah, laufet em Teufel barfuess zua. (Tübingen.) *12 Das ist der zipfel von den fulen tuoch. – Alsatia, 62-67, 492. Da muss man die Sache anfassen. Der Ton ruht auf: das. *13 Den rechten Zipfel erwischt haben. (Schwaben.) *14 Dös ist e rechter Zipfel. (Ulm.) *15 Du derfst no sage Zipfel, no hast du klei a Wurst. (Schwaben.) *16 Er hat nichts im Zipfel und nichts im Sack. – Körte, 7142c. *17 Er sucht den fünften Zipfel am Sack. – Luther's Tischr., 461b; Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 286; Eiselein, 659; Simrock, 12127; Körte, 7142c. Lat.: Expedit plura habere cognomina. (Philippi, I, 145.) *18 Er will überall den fünften Zipfel am Sack haben. – Schottel, 1117a; Sailer, 298. Der Ueberkluge. *19 Etwas bei allen vier (fünf) Zipfeln anfassen (haben). – Pauli, Postilla, II, 62a; Eiselein, 659; Körte, 7142b. Fest und sicher. Mit der ganzen Kraft und so, dass es anscheinend gelingen muss.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T09:51:52Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T09:51:52Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/308
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [296]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/308>, abgerufen am 27.10.2020.