Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

Bild:
<< vorherige Seite
[Spaltenumbruch]
Zusammenleben.

* Sie leben zusammen wie Hund und Katze.

Böhm.: Ziji spolu jako pes a kocku. (Celakovsky, 553.)

Kroat.: Pogadjoju se kak pes i macek. (Celakovsky, 553.)


Zusammenmögen.

Es mag nit zesamen, was die natur scheidt. - Franck, I, 160b.


Zusammennähen.

Wass nicht vest ist zusammengenehet, das ist leicht zu trennen. - Lehmann, 784, 49.


Zusammennehmen.

* Sie nehmen sich zusammen wie die Görisseifner.

Dies schlesische Sprichwort mag vielleicht vor jetzt etwa dreissig Jahren entstanden sein. Folgender Umstand gab dazu Veranlassung. Der Cantor zu Görisseifen, einem Dorfe unweit Löwenberg, hielt Kirchenmusikprobe. Die Sache ging ziemlich schlecht, weshalb der Cantor dem Personal seines Orchesters wiederholentlich zurief, sich zusammen zu nehmen. Alles strich dann frisch auf den Saiten herum, so auch einer, der keine Noten lesen konnte. Der Zuruf hatte nur äussern Erfolg, die Musik selbst gewann nichts. Mehrere Musikfreunde waren zugegen. Sie nahmen den Zuruf des Cantors mit in ihre Gegenden, schilderten die Musikaufführung; und es ging bald das Wort des Cantors in ein Sprichwort über, das nur ironisch gebraucht wird von solchen, die sich eben nicht sehr zusammennehmen. Es ist in einigen schlesischen Dörfern in der Nähe von Görisseifen, ganz besonders aber auch in entferntern Ortschaften, wie in Seifershau, sehr bekannt.


Zusammenpassen.

*1 Es passt z'säme, wie de Haspel in e Geldseckel. - Sutermeister, 103.

*2 Es passt z'säme wie de Haspel in e Sack. - Sutermeister, 103.

*3 Es passt z'säme wie e Besestiil uf' nes Jumpfernhärz. - Sutermeister, 103.

*4 Es passt z'säme wie e Handhebi an e Mählsack. - Sutermeister, 103.

*5 Es passt z'säme, wie-n e Hund mit eme Barisol. - Sutermeister, 103.

*6 Es passt z'sämm wie e Pastete an e Mistgable. - Sutermeister, 103.

*7 Es passt zusammen wie Kienruss und salzburger Mehl. - Schwanz-Predigt des Wiesenpaters, vgl. Schaltjahr, V, 268.

*8 Es passt zusammen, wie Leinwand und Sammet.

*9 Sie passen zusammen, als wan's d' Daub'n z'sammen tragn het'n. (Oberösterr.)

Von zwei oder mehreren Personen, welche sich für ein bestimmtes Verhältniss besonders günstig eignen.

*10 Sie passen zusammen wie Biscuit und Sauerkraut. - Illustrirte Zeitung, XX, 30b.

*11 Sie passen zusammen wie Löwen und Kröten.

So wenig harmoniren edle Charaktere mit niederträchtigen Menschen.

*12 Sie passen zusammen wie Schweinsbartel und Schlumperliese.

Frz.: Monsieur vaut bien Madame, Madame vaut bien Monsieur. (Lendroy, 1477.)

Holl.: Zij passen bij elkander als Hanne en Lijsje. (Harrebomee, II, 33.)

*13 Sie passen zusammen wie Söffert und Trinkfried.

Lat.: Nauson naucrati. (Erasm., 850; Tappius, 175b.)

*14 Sie passen zusammen wie Speck und Judenmagen. - Parömiakon, 1792.

*15 Sie passen zusammen wie Speck und Messerschere. - Parömiakon, 1793.

Um zwei grundverschiedene Gegenstände zu bezeichnen hat man in Warschau die jüdisch- deutsche Redensart: A Kosse (Kosa, poln. = Sense) mit a Lüech (Kalender). Wie wenig aber auch Sense und Kalender miteinander gemein haben mögen, so findet doch insofern eine Beziehung zwischen beiden statt, als die Sense sehr oft nach dem Kalender in Wirksamkeit tritt. - Für denselben Zweck hat man dort auch die Redensart: "A S'liche mit a Feuergezeug." S'liche ist das Gebet, welches vor den grossen Feiertagen (Neujahr und Versöhnungstag) gesprochen wird. Auch hier beruht die Zusammenstellung nicht auf blossem Zufall oder auf Willkür. Da die S'liches-Gebete vor Tagesanbruch abgehalten werden, so bediente man sich bei dieser Gelegenheit in früherer Zeit, welche die Zündhölzer noch nicht kannte, eines Feuerzeuges zum Lichtmachen.

Holl.: Zij passen op malkander als Harmen op zijne fluit. (Harrebomee, I, 285.)

[Spaltenumbruch] *16 Sie passen zusammen, wie zwei Trommelschlägel.

Holl.: Zij passen op elkander als twee trommelstokken. (Harrebomee, II, 309a.)

*17 Wir passen zusammen, sagte der Bischof zu den Krebsen, die auf seiner Tafel erschienen, ihr habt auch die Farbe gewechselt.

*18 Zusammenpassen, wie ein paar Schuhe. (Franken.)


Zusammenreimen.

* Das reimbt sich zuosamen, als meusskot und Pfefferlot. - Nass. Schulblatt, 235a.


Zusammenrichten.

* Zamg'richt wie a böser Finger. (Franken.)


Zusammenriechen.

* Etwas zusammenriechen.

"Vnd rochen die sachen also zusammen, das man jn solt henckeff." (Rollwagenbüchlein, XXXII.)


Zusammenrücken.

Rückt zusammen, ihr Knospen, eich hör' (gehöre) auch an den Pfosten, sagt der Dieb, der lief zu eim gespickten Galgen. - Fischart; Hoefer, 210.


Zusammenschlagen.

*1 Er schlägt sie zusammen, wie alt Eisen.

*2 Ich schlage dich zusammen, dass man dich mit der Schaufel wegfassen kann. (Steiermark.)


Zusammenschicken.

* Si schicke sich z'säme, wie ein Mensch ud e Chochgelte. - Sutermeister, 103.


Zusammensehen.

* Zusammensehen wie des Kaisers Adler. - Binder III, 4219.

Unter dem Adler des Kaisers ist hier der Doppeladler im kaiserlich österreichischen (ehemaligen deutschen Reichs-) Wappen gemeint, dessen zwei Köpfe bekanntlich auseinander sehen. Das Sprichwort ist mithin ironisch aufzufassen und wird von denen gebraucht, die sich mit Widerwillen voneinander abwenden.


Zusammenspannen.

* Sie spannen zusammen.

Sind einig, unterstützen einander, stecken unter einer Decke, sind Ein Kuchen u. s. w.


Zusammenstehen.

*1 Sie stehen zusammen im Skorpion.

Böhm.: Jsou spolu na stiru. (Celakovsky, 552.)

*2 Sie stehen zusammen wie zeen im gesotten kalbskopff. - Lehmann, 813, 8.


Zusammenstimmen.

*1 Es stimmt zusammen, als wenn man zum Wetter läutet. - Zimmerische Chronik IV; Körte, 6806c.

*2 Es stimmt zusammen, wie Schaffs- und Wolffsseiten. - Herberger, I, 846.

*3 Sie stimmen zusamen wie der hahnen vnd hennen gesang. - Lehmann, 813, 8 u. 828, 15.

Von Uneinigen.

*4 Sie stimmen zusamen, wie der hundt bellt. - Lehmann, 813, 8.

Dän.: De stemme over eens som hundenes gjöen. (Prov. dan., 530.)

*5 Sie stimmen zusammen, wie die Glocken zu London. - Gryphius, S. 52.

Die eben gar nicht zusammen stimmen.

*6 Sie stimmen zusammen, wie die heerdrummeln ins Te Deum Laudamus. - Lehmann, 828, 15.

*7 Sie stimmen zusammen vnd blasen in Ein Horn. - Mathesy, 353b.

*8 Sie stimmen zusammen, wie Winter und Sommer. - Herberger, II, 406.


Zusammentatschen.

* Er ist zamengetatscht wie ein Taschenmesser. (Pfalz.) - Klein, II, 291.


Zusammentaugen.

* Es taugt z'säme wie Kabis und Schoffleisch. - Sutermeister, 103.


Zusammentupfen.

* Sie tupfen zusammen. - Mayer, I, 69.

Wirken gemeinschaftlich für einen übeln Zweck.


Zusammenwachsen.

* Sie sind zusammengewachsen.

Von zwei oder mehreren Personen, die so aneinander gewöhnt sind, dass sie nicht gut voneinander lassen können.


[Spaltenumbruch]
Zusammenleben.

* Sie leben zusammen wie Hund und Katze.

Böhm.: Žijí spolu jako pes a kočku. (Čelakovsky, 553.)

Kroat.: Pogádjoju se kak pes i maček. (Čelakovsky, 553.)


Zusammenmögen.

Es mag nit zesamen, was die natur scheidt.Franck, I, 160b.


Zusammennähen.

Wass nicht vest ist zusammengenehet, das ist leicht zu trennen.Lehmann, 784, 49.


Zusammennehmen.

* Sie nehmen sich zusammen wie die Görisseifner.

Dies schlesische Sprichwort mag vielleicht vor jetzt etwa dreissig Jahren entstanden sein. Folgender Umstand gab dazu Veranlassung. Der Cantor zu Görisseifen, einem Dorfe unweit Löwenberg, hielt Kirchenmusikprobe. Die Sache ging ziemlich schlecht, weshalb der Cantor dem Personal seines Orchesters wiederholentlich zurief, sich zusammen zu nehmen. Alles strich dann frisch auf den Saiten herum, so auch einer, der keine Noten lesen konnte. Der Zuruf hatte nur äussern Erfolg, die Musik selbst gewann nichts. Mehrere Musikfreunde waren zugegen. Sie nahmen den Zuruf des Cantors mit in ihre Gegenden, schilderten die Musikaufführung; und es ging bald das Wort des Cantors in ein Sprichwort über, das nur ironisch gebraucht wird von solchen, die sich eben nicht sehr zusammennehmen. Es ist in einigen schlesischen Dörfern in der Nähe von Görisseifen, ganz besonders aber auch in entferntern Ortschaften, wie in Seifershau, sehr bekannt.


Zusammenpassen.

*1 Es passt z'säme, wie de Haspel in e Geldseckel.Sutermeister, 103.

*2 Es passt z'säme wie de Haspel in e Sack.Sutermeister, 103.

*3 Es passt z'säme wie e Besestiil uf' nes Jumpfernhärz.Sutermeister, 103.

*4 Es passt z'säme wie e Handhebi an e Mählsack.Sutermeister, 103.

*5 Es passt z'säme, wie-n e Hund mit eme Barisol.Sutermeister, 103.

*6 Es passt z'sämm wie e Pastête an e Mistgable.Sutermeister, 103.

*7 Es passt zusammen wie Kienruss und salzburger Mehl. – Schwanz-Predigt des Wiesenpaters, vgl. Schaltjahr, V, 268.

*8 Es passt zusammen, wie Leinwand und Sammet.

*9 Sie passen zusammen, als wan's d' Daub'n z'sammen tragn het'n. (Oberösterr.)

Von zwei oder mehreren Personen, welche sich für ein bestimmtes Verhältniss besonders günstig eignen.

*10 Sie passen zusammen wie Biscuit und Sauerkraut.Illustrirte Zeitung, XX, 30b.

*11 Sie passen zusammen wie Löwen und Kröten.

So wenig harmoniren edle Charaktere mit niederträchtigen Menschen.

*12 Sie passen zusammen wie Schweinsbartel und Schlumperliese.

Frz.: Monsieur vaut bien Madame, Madame vaut bien Monsieur. (Lendroy, 1477.)

Holl.: Zij passen bij elkander als Hanne en Lijsje. (Harrebomée, II, 33.)

*13 Sie passen zusammen wie Söffert und Trinkfried.

Lat.: Nauson naucrati. (Erasm., 850; Tappius, 175b.)

*14 Sie passen zusammen wie Speck und Judenmagen.Parömiakon, 1792.

*15 Sie passen zusammen wie Speck und Messerschere.Parömiakon, 1793.

Um zwei grundverschiedene Gegenstände zu bezeichnen hat man in Warschau die jüdisch- deutsche Redensart: A Kosse (Kosa, poln. = Sense) mit a Lüech (Kalender). Wie wenig aber auch Sense und Kalender miteinander gemein haben mögen, so findet doch insofern eine Beziehung zwischen beiden statt, als die Sense sehr oft nach dem Kalender in Wirksamkeit tritt. – Für denselben Zweck hat man dort auch die Redensart: „A S'liche mit a Feuergezeug.“ S'liche ist das Gebet, welches vor den grossen Feiertagen (Neujahr und Versöhnungstag) gesprochen wird. Auch hier beruht die Zusammenstellung nicht auf blossem Zufall oder auf Willkür. Da die S'liches-Gebete vor Tagesanbruch abgehalten werden, so bediente man sich bei dieser Gelegenheit in früherer Zeit, welche die Zündhölzer noch nicht kannte, eines Feuerzeuges zum Lichtmachen.

Holl.: Zij passen op malkander als Harmen op zijne fluit. (Harrebomée, I, 285.)

[Spaltenumbruch] *16 Sie passen zusammen, wie zwei Trommelschlägel.

Holl.: Zij passen op elkander als twee trommelstokken. (Harrebomée, II, 309a.)

*17 Wir passen zusammen, sagte der Bischof zu den Krebsen, die auf seiner Tafel erschienen, ihr habt auch die Farbe gewechselt.

*18 Zusammenpassen, wie ein paar Schuhe. (Franken.)


Zusammenreimen.

* Das reimbt sich zuosamen, als meusskot und Pfefferlot.Nass. Schulblatt, 235a.


Zusammenrichten.

* Zamg'richt wie a böser Finger. (Franken.)


Zusammenriechen.

* Etwas zusammenriechen.

„Vnd rochen die sachen also zusammen, das man jn solt henckeff.“ (Rollwagenbüchlein, XXXII.)


Zusammenrücken.

Rückt zusammen, ihr Knospen, îch hör' (gehöre) auch an den Pfosten, sagt der Dieb, der lief zu eim gespickten Galgen.Fischart; Hoefer, 210.


Zusammenschlagen.

*1 Er schlägt sie zusammen, wie alt Eisen.

*2 Ich schlage dich zusammen, dass man dich mit der Schaufel wegfassen kann. (Steiermark.)


Zusammenschicken.

* Si schicke sich z'säme, wie ein Mensch ud e Chochgelte.Sutermeister, 103.


Zusammensehen.

* Zusammensehen wie des Kaisers Adler.Binder III, 4219.

Unter dem Adler des Kaisers ist hier der Doppeladler im kaiserlich österreichischen (ehemaligen deutschen Reichs-) Wappen gemeint, dessen zwei Köpfe bekanntlich auseinander sehen. Das Sprichwort ist mithin ironisch aufzufassen und wird von denen gebraucht, die sich mit Widerwillen voneinander abwenden.


Zusammenspannen.

* Sie spannen zusammen.

Sind einig, unterstützen einander, stecken unter einer Decke, sind Ein Kuchen u. s. w.


Zusammenstehen.

*1 Sie stehen zusammen im Skorpion.

Böhm.: Jsou spolu na štiru. (Čelakovsky, 552.)

*2 Sie stehen zusammen wie zeen im gesotten kalbskopff.Lehmann, 813, 8.


Zusammenstimmen.

*1 Es stimmt zusammen, als wenn man zum Wetter läutet.Zimmerische Chronik IV; Körte, 6806c.

*2 Es stimmt zusammen, wie Schaffs- und Wolffsseiten.Herberger, I, 846.

*3 Sie stimmen zusamen wie der hahnen vnd hennen gesang.Lehmann, 813, 8 u. 828, 15.

Von Uneinigen.

*4 Sie stimmen zusamen, wie der hundt bellt.Lehmann, 813, 8.

Dän.: De stemme over eens som hundenes gjöen. (Prov. dan., 530.)

*5 Sie stimmen zusammen, wie die Glocken zu London.Gryphius, S. 52.

Die eben gar nicht zusammen stimmen.

*6 Sie stimmen zusammen, wie die heerdrummeln ins Te Deum Laudamus.Lehmann, 828, 15.

*7 Sie stimmen zusammen vnd blasen in Ein Horn.Mathesy, 353b.

*8 Sie stimmen zusammen, wie Winter und Sommer.Herberger, II, 406.


Zusammentatschen.

* Er ist zamengetatscht wie ein Taschenmesser. (Pfalz.) – Klein, II, 291.


Zusammentaugen.

* Es taugt z'säme wie Kabis und Schôffleisch.Sutermeister, 103.


Zusammentupfen.

* Sie tupfen zusammen.Mayer, I, 69.

Wirken gemeinschaftlich für einen übeln Zweck.


Zusammenwachsen.

* Sie sind zusammengewachsen.

Von zwei oder mehreren Personen, die so aneinander gewöhnt sind, dass sie nicht gut voneinander lassen können.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0339" n="[327]"/>
        <cb n="653"/>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenleben.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Sie leben zusammen wie Hund und Katze.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: &#x017D;ijí spolu jako pes a ko&#x010D;ku. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 553.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Kroat.</hi>: Pogádjoju se kak pes i ma&#x010D;ek. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 553.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenmögen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Es mag nit zesamen, was die natur scheidt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 160<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammennähen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wass nicht vest ist zusammengenehet, das ist leicht zu trennen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 784, 49.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammennehmen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Sie nehmen sich zusammen wie die Görisseifner.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Dies schlesische Sprichwort mag vielleicht vor jetzt etwa dreissig Jahren entstanden sein. Folgender Umstand gab dazu Veranlassung. Der Cantor zu Görisseifen, einem Dorfe unweit Löwenberg, hielt Kirchenmusikprobe. Die Sache ging ziemlich schlecht, weshalb der Cantor dem Personal seines Orchesters wiederholentlich zurief, sich zusammen zu nehmen. Alles strich dann frisch auf den Saiten herum, so auch einer, der keine Noten lesen konnte. Der Zuruf hatte nur äussern Erfolg, die Musik selbst gewann nichts. Mehrere Musikfreunde waren zugegen. Sie nahmen den Zuruf des Cantors mit in ihre Gegenden, schilderten die Musikaufführung; und es ging bald das Wort des Cantors in ein Sprichwort über, das nur ironisch gebraucht wird von solchen, die sich eben nicht sehr zusammennehmen. Es ist in einigen schlesischen Dörfern in der Nähe von Görisseifen, ganz besonders aber auch in entferntern Ortschaften, wie in Seifershau, sehr bekannt.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenpassen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1 Es passt z'säme, wie de Haspel in e Geldseckel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 103.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Es passt z'säme wie de Haspel in e Sack.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 103.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Es passt z'säme wie e Besestiil uf' nes Jumpfernhärz.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 103.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 Es passt z'säme wie e Handhebi an e Mählsack.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 103.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*5 Es passt z'säme, wie-n e Hund mit eme Barisol.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 103.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*6 Es passt z'sämm wie e Pastête an e Mistgable.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 103.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*7 Es passt zusammen wie Kienruss und salzburger Mehl.</hi> &#x2013; Schwanz-Predigt des Wiesenpaters, vgl. <hi rendition="#i">Schaltjahr, V, 268.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*8 Es passt zusammen, wie Leinwand und Sammet.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*9 Sie passen zusammen, als wan's d' Daub'n z'sammen tragn het'n.</hi> (<hi rendition="#i">Oberösterr.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Von zwei oder mehreren Personen, welche sich für ein bestimmtes Verhältniss besonders günstig eignen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*10 Sie passen zusammen wie Biscuit und Sauerkraut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Illustrirte Zeitung, XX, 30<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*11 Sie passen zusammen wie Löwen und Kröten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">So wenig harmoniren edle Charaktere mit niederträchtigen Menschen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*12 Sie passen zusammen wie Schweinsbartel und Schlumperliese.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Monsieur vaut bien Madame, Madame vaut bien Monsieur. (<hi rendition="#i">Lendroy, 1477.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Zij passen bij elkander als Hanne en Lijsje. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 33.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*13 Sie passen zusammen wie Söffert und Trinkfried.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Nauson naucrati. (<hi rendition="#i">Erasm., 850; Tappius, 175<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*14 Sie passen zusammen wie Speck und Judenmagen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 1792.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*15 Sie passen zusammen wie Speck und Messerschere.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 1793.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Um zwei grundverschiedene Gegenstände zu bezeichnen hat man in Warschau die jüdisch- deutsche Redensart: A Kosse (Kosa, poln. = Sense) mit a Lüech (Kalender). Wie wenig aber auch Sense und Kalender miteinander gemein haben mögen, so findet doch insofern eine Beziehung zwischen beiden statt, als die Sense sehr oft nach dem Kalender in Wirksamkeit tritt. &#x2013; Für denselben Zweck hat man dort auch die Redensart: &#x201E;A S'liche mit a Feuergezeug.&#x201C; S'liche ist das Gebet, welches vor den grossen Feiertagen (Neujahr und Versöhnungstag) gesprochen wird. Auch hier beruht die Zusammenstellung nicht auf blossem Zufall oder auf Willkür. Da die S'liches-Gebete vor Tagesanbruch abgehalten werden, so bediente man sich bei dieser Gelegenheit in früherer Zeit, welche die Zündhölzer noch nicht kannte, eines Feuerzeuges zum Lichtmachen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Zij passen op malkander als Harmen op zijne fluit. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 285.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><cb n="654"/>
*16 Sie passen zusammen, wie zwei Trommelschlägel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Zij passen op elkander als twee trommelstokken. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 309<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*17 Wir passen zusammen, sagte der Bischof zu den Krebsen, die auf seiner Tafel erschienen, ihr habt auch die Farbe gewechselt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*18 Zusammenpassen, wie ein paar Schuhe.</hi> (<hi rendition="#i">Franken.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenreimen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Das reimbt sich zuosamen, als meusskot und Pfefferlot.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Nass. Schulblatt, 235<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenrichten.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Zamg'richt wie a böser Finger.</hi> (<hi rendition="#i">Franken.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenriechen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Etwas zusammenriechen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Vnd rochen die sachen also zusammen, das man jn solt henckeff.&#x201C; (<hi rendition="#i">Rollwagenbüchlein, XXXII.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenrücken.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Rückt zusammen, ihr Knospen, îch hör' (gehöre) auch an den Pfosten, sagt der Dieb, der lief zu eim gespickten Galgen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Fischart; Hoefer, 210.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenschlagen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1 Er schlägt sie zusammen, wie alt Eisen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Ich schlage dich zusammen, dass man dich mit der Schaufel wegfassen kann.</hi> (<hi rendition="#i">Steiermark.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenschicken.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Si schicke sich z'säme, wie ein Mensch ud e Chochgelte.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 103.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammensehen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Zusammensehen wie des Kaisers Adler.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Binder III, 4219.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Unter dem Adler des Kaisers ist hier der Doppeladler im kaiserlich österreichischen (ehemaligen deutschen Reichs-) Wappen gemeint, dessen zwei Köpfe bekanntlich auseinander sehen. Das Sprichwort ist mithin ironisch aufzufassen und wird von denen gebraucht, die sich mit Widerwillen voneinander abwenden.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenspannen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Sie spannen zusammen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sind einig, unterstützen einander, stecken unter einer Decke, sind Ein Kuchen u. s. w.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenstehen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1 Sie stehen zusammen im Skorpion.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Jsou spolu na &#x0161;tiru. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 552.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Sie stehen zusammen wie zeen im gesotten kalbskopff.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 813, 8.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenstimmen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1 Es stimmt zusammen, als wenn man zum Wetter läutet.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Zimmerische Chronik IV; Körte, 6806<hi rendition="#sup">c</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Es stimmt zusammen, wie Schaffs- und Wolffsseiten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Herberger, I, 846.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Sie stimmen zusamen wie der hahnen vnd hennen gesang.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 813, 8 u. 828, 15.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von Uneinigen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 Sie stimmen zusamen, wie der hundt bellt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 813, 8.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: De stemme over eens som hundenes gjöen. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 530.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*5 Sie stimmen zusammen, wie die Glocken zu London.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gryphius, S. 52.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Die eben gar nicht zusammen stimmen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*6 Sie stimmen zusammen, wie die heerdrummeln ins Te Deum Laudamus.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 828, 15.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*7 Sie stimmen zusammen vnd blasen in Ein Horn.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mathesy, 353<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*8 Sie stimmen zusammen, wie Winter und Sommer.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Herberger, II, 406.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammentatschen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Er ist zamengetatscht wie ein Taschenmesser.</hi> (<hi rendition="#i">Pfalz.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Klein, II, 291.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammentaugen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Es taugt z'säme wie Kabis und Schôffleisch.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 103.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammentupfen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Sie tupfen zusammen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mayer, I, 69.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wirken gemeinschaftlich für einen übeln Zweck.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zusammenwachsen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Sie sind zusammengewachsen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von zwei oder mehreren Personen, die so aneinander gewöhnt sind, dass sie nicht gut voneinander lassen können.</p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[327]/0339] Zusammenleben. * Sie leben zusammen wie Hund und Katze. Böhm.: Žijí spolu jako pes a kočku. (Čelakovsky, 553.) Kroat.: Pogádjoju se kak pes i maček. (Čelakovsky, 553.) Zusammenmögen. Es mag nit zesamen, was die natur scheidt. – Franck, I, 160b. Zusammennähen. Wass nicht vest ist zusammengenehet, das ist leicht zu trennen. – Lehmann, 784, 49. Zusammennehmen. * Sie nehmen sich zusammen wie die Görisseifner. Dies schlesische Sprichwort mag vielleicht vor jetzt etwa dreissig Jahren entstanden sein. Folgender Umstand gab dazu Veranlassung. Der Cantor zu Görisseifen, einem Dorfe unweit Löwenberg, hielt Kirchenmusikprobe. Die Sache ging ziemlich schlecht, weshalb der Cantor dem Personal seines Orchesters wiederholentlich zurief, sich zusammen zu nehmen. Alles strich dann frisch auf den Saiten herum, so auch einer, der keine Noten lesen konnte. Der Zuruf hatte nur äussern Erfolg, die Musik selbst gewann nichts. Mehrere Musikfreunde waren zugegen. Sie nahmen den Zuruf des Cantors mit in ihre Gegenden, schilderten die Musikaufführung; und es ging bald das Wort des Cantors in ein Sprichwort über, das nur ironisch gebraucht wird von solchen, die sich eben nicht sehr zusammennehmen. Es ist in einigen schlesischen Dörfern in der Nähe von Görisseifen, ganz besonders aber auch in entferntern Ortschaften, wie in Seifershau, sehr bekannt. Zusammenpassen. *1 Es passt z'säme, wie de Haspel in e Geldseckel. – Sutermeister, 103. *2 Es passt z'säme wie de Haspel in e Sack. – Sutermeister, 103. *3 Es passt z'säme wie e Besestiil uf' nes Jumpfernhärz. – Sutermeister, 103. *4 Es passt z'säme wie e Handhebi an e Mählsack. – Sutermeister, 103. *5 Es passt z'säme, wie-n e Hund mit eme Barisol. – Sutermeister, 103. *6 Es passt z'sämm wie e Pastête an e Mistgable. – Sutermeister, 103. *7 Es passt zusammen wie Kienruss und salzburger Mehl. – Schwanz-Predigt des Wiesenpaters, vgl. Schaltjahr, V, 268. *8 Es passt zusammen, wie Leinwand und Sammet. *9 Sie passen zusammen, als wan's d' Daub'n z'sammen tragn het'n. (Oberösterr.) Von zwei oder mehreren Personen, welche sich für ein bestimmtes Verhältniss besonders günstig eignen. *10 Sie passen zusammen wie Biscuit und Sauerkraut. – Illustrirte Zeitung, XX, 30b. *11 Sie passen zusammen wie Löwen und Kröten. So wenig harmoniren edle Charaktere mit niederträchtigen Menschen. *12 Sie passen zusammen wie Schweinsbartel und Schlumperliese. Frz.: Monsieur vaut bien Madame, Madame vaut bien Monsieur. (Lendroy, 1477.) Holl.: Zij passen bij elkander als Hanne en Lijsje. (Harrebomée, II, 33.) *13 Sie passen zusammen wie Söffert und Trinkfried. Lat.: Nauson naucrati. (Erasm., 850; Tappius, 175b.) *14 Sie passen zusammen wie Speck und Judenmagen. – Parömiakon, 1792. *15 Sie passen zusammen wie Speck und Messerschere. – Parömiakon, 1793. Um zwei grundverschiedene Gegenstände zu bezeichnen hat man in Warschau die jüdisch- deutsche Redensart: A Kosse (Kosa, poln. = Sense) mit a Lüech (Kalender). Wie wenig aber auch Sense und Kalender miteinander gemein haben mögen, so findet doch insofern eine Beziehung zwischen beiden statt, als die Sense sehr oft nach dem Kalender in Wirksamkeit tritt. – Für denselben Zweck hat man dort auch die Redensart: „A S'liche mit a Feuergezeug.“ S'liche ist das Gebet, welches vor den grossen Feiertagen (Neujahr und Versöhnungstag) gesprochen wird. Auch hier beruht die Zusammenstellung nicht auf blossem Zufall oder auf Willkür. Da die S'liches-Gebete vor Tagesanbruch abgehalten werden, so bediente man sich bei dieser Gelegenheit in früherer Zeit, welche die Zündhölzer noch nicht kannte, eines Feuerzeuges zum Lichtmachen. Holl.: Zij passen op malkander als Harmen op zijne fluit. (Harrebomée, I, 285.) *16 Sie passen zusammen, wie zwei Trommelschlägel. Holl.: Zij passen op elkander als twee trommelstokken. (Harrebomée, II, 309a.) *17 Wir passen zusammen, sagte der Bischof zu den Krebsen, die auf seiner Tafel erschienen, ihr habt auch die Farbe gewechselt. *18 Zusammenpassen, wie ein paar Schuhe. (Franken.) Zusammenreimen. * Das reimbt sich zuosamen, als meusskot und Pfefferlot. – Nass. Schulblatt, 235a. Zusammenrichten. * Zamg'richt wie a böser Finger. (Franken.) Zusammenriechen. * Etwas zusammenriechen. „Vnd rochen die sachen also zusammen, das man jn solt henckeff.“ (Rollwagenbüchlein, XXXII.) Zusammenrücken. Rückt zusammen, ihr Knospen, îch hör' (gehöre) auch an den Pfosten, sagt der Dieb, der lief zu eim gespickten Galgen. – Fischart; Hoefer, 210. Zusammenschlagen. *1 Er schlägt sie zusammen, wie alt Eisen. *2 Ich schlage dich zusammen, dass man dich mit der Schaufel wegfassen kann. (Steiermark.) Zusammenschicken. * Si schicke sich z'säme, wie ein Mensch ud e Chochgelte. – Sutermeister, 103. Zusammensehen. * Zusammensehen wie des Kaisers Adler. – Binder III, 4219. Unter dem Adler des Kaisers ist hier der Doppeladler im kaiserlich österreichischen (ehemaligen deutschen Reichs-) Wappen gemeint, dessen zwei Köpfe bekanntlich auseinander sehen. Das Sprichwort ist mithin ironisch aufzufassen und wird von denen gebraucht, die sich mit Widerwillen voneinander abwenden. Zusammenspannen. * Sie spannen zusammen. Sind einig, unterstützen einander, stecken unter einer Decke, sind Ein Kuchen u. s. w. Zusammenstehen. *1 Sie stehen zusammen im Skorpion. Böhm.: Jsou spolu na štiru. (Čelakovsky, 552.) *2 Sie stehen zusammen wie zeen im gesotten kalbskopff. – Lehmann, 813, 8. Zusammenstimmen. *1 Es stimmt zusammen, als wenn man zum Wetter läutet. – Zimmerische Chronik IV; Körte, 6806c. *2 Es stimmt zusammen, wie Schaffs- und Wolffsseiten. – Herberger, I, 846. *3 Sie stimmen zusamen wie der hahnen vnd hennen gesang. – Lehmann, 813, 8 u. 828, 15. Von Uneinigen. *4 Sie stimmen zusamen, wie der hundt bellt. – Lehmann, 813, 8. Dän.: De stemme over eens som hundenes gjöen. (Prov. dan., 530.) *5 Sie stimmen zusammen, wie die Glocken zu London. – Gryphius, S. 52. Die eben gar nicht zusammen stimmen. *6 Sie stimmen zusammen, wie die heerdrummeln ins Te Deum Laudamus. – Lehmann, 828, 15. *7 Sie stimmen zusammen vnd blasen in Ein Horn. – Mathesy, 353b. *8 Sie stimmen zusammen, wie Winter und Sommer. – Herberger, II, 406. Zusammentatschen. * Er ist zamengetatscht wie ein Taschenmesser. (Pfalz.) – Klein, II, 291. Zusammentaugen. * Es taugt z'säme wie Kabis und Schôffleisch. – Sutermeister, 103. Zusammentupfen. * Sie tupfen zusammen. – Mayer, I, 69. Wirken gemeinschaftlich für einen übeln Zweck. Zusammenwachsen. * Sie sind zusammengewachsen. Von zwei oder mehreren Personen, die so aneinander gewöhnt sind, dass sie nicht gut voneinander lassen können.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T09:51:52Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T09:51:52Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/339
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [327]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/339>, abgerufen am 24.10.2020.