Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 9 Es wird wol immer anders, aber nicht besser. (Hannover.) - Schambach, II, 196.

10 Wenn et nich andersch ös, denn, Herrke, stete se mei man dal, seggt jenne Margell. - Frischbier, II, 61.

*11 Alle Dag andersch on am Sinndag saure Komst. (Wehlau.) - Frischbier, II, 60.

Auf die Frage: wie heisst du?


Andersmachen.

1 Wie willt dat annersmaken, sägt de Schmedt, äwwer se sagt nich, bätter. (Lippe.)

2 Anderschmachen äs nit Biessermachen. - Schuster, 931.


Anderswo.

4 Anderswo isset man auch Brot. - Petri, II, 15.

5 Anderswo ist's immer besser.

Böhm.: Kde nas neni, tam dobre. (Celakovsky, 283.)


Aenderung.

7 Enderung der zeiten des Jahres bringen Kranckheiten, Enderung im Regimente vnnd statuten bringen beschwerlichkeiten. - Lehmann, 178, 53.

8 Vier wundersame änderungen: aus dem fischer der erst kirchhiert, aus dem verfolger der heidenlerer, aus dem zolner der erst euangelist, aus dem mörder d' erst paradeiser. - Rasch, 13.


Andreas.

3 Holl.: Sint Andries staat op en vringt, en laat niet af voor onze Lieur frouw Lichtmesdage. (Harrebomee, II, 266.)

5 Andreas, hell on klor bröngd e gud Johr. (Trier.) - Firmenich, III, 546, 4; Laven, 175, 4.

6 Andree bringt Schnee. (Niederösterr.)

7 Andres macht Pappe süss. - Bautz. Nachrichten, 15.

8 Andris bringt den Schnee gewiss. - Bautzener Nachrichten, 15.

9 Den Andreas sieht man lieber dürr als nass. - Struf, Bauernkalender, November.

10 Geh, dummes Andreaschen, mit dem Glöckchen. Du bist zu alt zum Spielen, geh' und lerne was.

Masur.: Jdz glupi Jendrisku ze dzevenkun. (Frischbier, II, 3027.)

11 Nach Andris is der Winter gewiss. - Boebel, 55.

12 Sanct Andres macht das Eis, Sanct Georg (22. April) bricht das Eis. - Boebel, 54.

13 Sanct Andres, Sanct Bartolomes, die zween Söhne Zebedes, der heilige Sanct Wentzel und der selige Sanct Stenzel sind gut vor's kalte Weh, und behüten vor Regen und Schnee. Die heiligen sieben Planeten, die trösten uns in allen Nöthen: Hachus, + Maccus, + Baccus, + die heiligen Wort behüten uns vor schlimm Werken an allen Ort.

Spruch der Waschfrauen. "Kein Waschweib", heisst es im Erleuterten Preussen (Königsberg 1724, I, 467), "wird sich leicht ausser Haus begeben, sie bete denn zuvor wie folgt, insgemein: Sanct Andreas u. s. w."

14 Sünten Dresmisse es de Winter gewisse, Kläsken dernoa sicht me 'ne vör allen Düören stoan. (Grafsch. Mark.) - Woeste, 61, 67.


Andreasschnee.

1 Andreasschnee treibt dem Bauer die Preise in die Höh. - Wunderlich, 35.

2 Andreasschnee thut den Früchten (Saaten) weh. - Boebel, 54.

3 De Andreissnei doit den Koren wei. - Schambach, II, 620.

4 Wenn der Andreasschnee liegen bleibt, so liegt er hundert und zehn Tage. (Oberösterr.) - Baumgarten, 54.


Andrehen.

Was kindisch angedrehet wird, das helt in nöthen, als ein zubrochen Armbrust. - Henisch, 740, 48.


Andrellen.

* Sie hat sich eins andrellen lassen. - Frischbier, II, 63.

Von unehelicher Schwängerung.


[Spaltenumbruch]
Andrücken.

* Dröck an, mein Schuschelke, passe war öck di woll. (Dönhoffstädt.) - Frischbier, II, 64.


Anduseln.

* Er hat sich einen angeduselt. - Fliegende Blätter, 1860, 139a.

Ist betrunken.


Aneinander hängen.

*2 Das hangt aneinander wie die Hose am Schinken. - Horn, Spinnstube für 1858, S. 18.

*3 Das hängt aneinander wie Spenzel und Papier. - Simrock, 9696a.

*4 Dat hänget aneinanner as Kattenscheske. (Sauerland.)

*5 Es hangt (sie hängen) aneinander wie eine Reihe (Gebund) Zwiebeln.

Holl.: Het hanget aan elkander als eene riet uijen. (Harrebomee, II, 222b.)

*6 Et hänget anein es en Schepel Appel. (Sauerland.)

*7 Sie hängen aneinander wie Ketten.

Holl.: Zii hangen als klissen aan malkander. (Harrebomee, I, 415a.)

*8 Sie hängen aneinander wie Krotenkrös. - Kirchhofer, 287.


Anerben.

Was Einem angeerbet ist, der hat die Gewinne von dem Todten. - Graf, 183, 6.

Von dem, was man als Erbgut erhält, hat man nicht nöthig, das Besitzrecht nachzuweisen. In dieser Beziehung sagt die Glosse zum Sachsenspiegel, III, 83: "Was man einem Manne oder einem Weibe gibt, das soll sie drei Tage besitzen, auf dass sie ein Gewer darvon erkriegen, was aber auf sie geerbt wird, brauchen sie nicht zu besitzen."

Mhd.: Waz einem angeerbit ist, der hat die gewer von dem toden. (Daniels, 68.)


Anerkennung.

Anerkennung ist das Brot der Geister. - Paul Lindau's Gegenwart, XI, 282.


Anfahen.

1 Anfahen ist schwer, beharren ist Kunst. - Petri, II, 16.

2 Die viel anfahen, erndten wenig. - Schottel, 1143a.

3 Ehe man etwas anfähet, soll man zuerst das Ende betrachten. - Wirth, II, 5.

4 Es fahe einer an, wass er aussführen kan. - Petri, II, 244.

5 Es ligt nicht an wol anfahen, sondern an wol enden. - Schottel, 1143b.

6 Fahe an dir an. - Franck, II, 64a.

7 Fahe viel an, richt wenig auss. - Henisch, 970, 34.


Anfall.

1 Anfall fällt vor sich. - Graf, 193, 56.

Der Erbgang ist niederwärts. (S. Erbgut 3, Erbe 11 u. 27, Erben 4, Niederwärts und Niederthum.)

Mdh.: Der Anfall vellet vor sich. (Röszler, I, 92.)

2 Anfall stirbt der Mutter in den Schos. - Graf, 194, 79.

Wird ein eheliches Kind erst nach des Vaters Tode geboren, so ist es Erbe, sobald es die Augen öffnet und die vier Wände beschreit. Stirbt es wieder, so fällt sein Antheil an die Mutter, was der Sinn des obigen Sprichwortes ist.

Mhd.: Daz angevelle stirbet der muter in den schoz. (Reitemeier, 140.)

3 Süsser Anfall macht süsse Antwort. - Petri, II, 813.


Anfang.

2 "Aller Anfang ist schwer, ächzt der Deutsche. Au commencement tout et beau, ruft lustig der heitere Franzose."

Böhm.: Co k hure, vse hure. (Celakovsky, 131.) - Kazdy zacatek tezky (tvrdy). (Celakovsky, 316.)

Dän.: Begyndelsen er altid svarest. (Prov. dan., 62.)

Engl.: The difficulty is in the outset. (Marin, 4.)

Frz.: Il n'y a que le premier pas qui coaute. (Marin, 4.)

Kroat.: Vsaki pocetek je tezek. (Celakovsky, 316.)

Lat.: Initii difficultas toleranda. (Binder II, 1515.)

Poln.: Poczatek kazdej rzeczy jest trudny. (Masson, 19.)

Schwed.: All begynnelse är swar. (Wensell, 6.)

Tschud.: Keik hakkatus raske. (Celakovsky, 316.)

7 Der Anfang, d. h. die Entdeckung, wo man anfangen soll, ist, wie schon ein altes Sprichwort lehrt, mehr als die Hälfte der Arbeit. (Aristoteles in seiner Ethik übersetzt von Garve.)


[Spaltenumbruch] 9 Es wird wol immer anders, aber nicht besser. (Hannover.) – Schambach, II, 196.

10 Wenn et nich andersch ös, denn, Herrke, stête se mî man dâl, seggt jenne Margell.Frischbier, II, 61.

*11 Alle Dâg andersch on am Sinndag sûre Komst. (Wehlau.) – Frischbier, II, 60.

Auf die Frage: wie heisst du?


Andersmachen.

1 Wie willt dat annersmaken, sägt de Schmedt, äwwer se sagt nich, bätter. (Lippe.)

2 Ânderschmachen äs nit Biessermâchen.Schuster, 931.


Anderswo.

4 Anderswo isset man auch Brot.Petri, II, 15.

5 Anderswo ist's immer besser.

Böhm.: Kde nás není, tam dobře. (Čelakovský, 283.)


Aenderung.

7 Enderung der zeiten des Jahres bringen Kranckheiten, Enderung im Regimente vnnd statuten bringen beschwerlichkeiten.Lehmann, 178, 53.

8 Vier wundersame änderungen: aus dem fischer der erst kirchhiert, aus dem verfolger der heidenlerer, aus dem zolner der erst euangelist, aus dem mörder d' erst paradeiser.Rasch, 13.


Andreas.

3 Holl.: Sint Andries staat op en vringt, en laat niet af voor onze Lieur frouw Lichtmesdage. (Harrebomée, II, 266.)

5 Andreas, hell on klôr bröngd e gud Jôhr. (Trier.) – Firmenich, III, 546, 4; Laven, 175, 4.

6 Andree bringt Schnee. (Niederösterr.)

7 Andres macht Pappe süss.Bautz. Nachrichten, 15.

8 Andris bringt den Schnee gewiss.Bautzener Nachrichten, 15.

9 Den Andreas sieht man lieber dürr als nass.Struf, Bauernkalender, November.

10 Geh, dummes Andreaschen, mit dem Glöckchen. Du bist zu alt zum Spielen, geh' und lerne was.

Masur.: Jdz głupi Jendrisku ze dzevenkun. (Frischbier, II, 3027.)

11 Nach Andris is der Winter gewiss.Boebel, 55.

12 Sanct Andres macht das Eis, Sanct Georg (22. April) bricht das Eis.Boebel, 54.

13 Sanct Andres, Sanct Bartolomes, die zween Söhne Zebedes, der heilige Sanct Wentzel und der selige Sanct Stenzel sind gut vor's kalte Weh, und behüten vor Regen und Schnee. Die heiligen sieben Planeten, die trösten uns in allen Nöthen: Hachus, † Maccus, † Baccus, † die heiligen Wort behüten uns vor schlimm Werken an allen Ort.

Spruch der Waschfrauen. „Kein Waschweib“, heisst es im Erleuterten Preussen (Königsberg 1724, I, 467), „wird sich leicht ausser Haus begeben, sie bete denn zuvor wie folgt, insgemein: Sanct Andreas u. s. w.“

14 Sünten Dresmisse es de Winter gewisse, Kläsken dernoa sicht me 'ne vör allen Düören stoan. (Grafsch. Mark.) – Woeste, 61, 67.


Andreasschnee.

1 Andreasschnee treibt dem Bauer die Preise in die Höh.Wunderlich, 35.

2 Andreasschnee thut den Früchten (Saaten) weh.Boebel, 54.

3 De Andreissnei doit den Kôren wei.Schambach, II, 620.

4 Wenn der Andreasschnee liegen bleibt, so liegt er hundert und zehn Tage. (Oberösterr.) – Baumgarten, 54.


Andrehen.

Was kindisch angedrehet wird, das helt in nöthen, als ein zubrochen Armbrust.Henisch, 740, 48.


Andrellen.

* Sie hat sich eins andrellen lassen.Frischbier, II, 63.

Von unehelicher Schwängerung.


[Spaltenumbruch]
Andrücken.

* Dröck an, mîn Schuschelke, passe wâr öck di woll. (Dönhoffstädt.) – Frischbier, II, 64.


Anduseln.

* Er hat sich einen angeduselt.Fliegende Blätter, 1860, 139a.

Ist betrunken.


Aneinander hängen.

*2 Das hangt aneinander wie die Hôse am Schinken.Horn, Spinnstube für 1858, S. 18.

*3 Das hängt aneinander wie Spenzel und Papier.Simrock, 9696a.

*4 Dat hänget aneinanner as Kattenscheske. (Sauerland.)

*5 Es hangt (sie hängen) aneinander wie eine Reihe (Gebund) Zwiebeln.

Holl.: Het hanget aan elkander als eene riet uijen. (Harrebomée, II, 222b.)

*6 Et hänget anein es en Schepel Appel. (Sauerland.)

*7 Sie hängen aneinander wie Ketten.

Holl.: Zii hangen als klissen aan malkander. (Harrebomée, I, 415a.)

*8 Sie hängen aneinander wie Krotenkrös.Kirchhofer, 287.


Anerben.

Was Einem angeerbet ist, der hat die Gewinne von dem Todten.Graf, 183, 6.

Von dem, was man als Erbgut erhält, hat man nicht nöthig, das Besitzrecht nachzuweisen. In dieser Beziehung sagt die Glosse zum Sachsenspiegel, III, 83: „Was man einem Manne oder einem Weibe gibt, das soll sie drei Tage besitzen, auf dass sie ein Gewer darvon erkriegen, was aber auf sie geerbt wird, brauchen sie nicht zu besitzen.“

Mhd.: Waz einem angeerbit ist, der hat die gewer von dem toden. (Daniels, 68.)


Anerkennung.

Anerkennung ist das Brot der Geister.Paul Lindau's Gegenwart, XI, 282.


Anfahen.

1 Anfahen ist schwer, beharren ist Kunst.Petri, II, 16.

2 Die viel anfahen, erndten wenig.Schottel, 1143a.

3 Ehe man etwas anfähet, soll man zuerst das Ende betrachten.Wirth, II, 5.

4 Es fahe einer an, wass er aussführen kan.Petri, II, 244.

5 Es ligt nicht an wol anfahen, sondern an wol enden.Schottel, 1143b.

6 Fahe an dir an.Franck, II, 64a.

7 Fahe viel an, richt wenig auss.Henisch, 970, 34.


Anfall.

1 Anfall fällt vor sich.Graf, 193, 56.

Der Erbgang ist niederwärts. (S. Erbgut 3, Erbe 11 u. 27, Erben 4, Niederwärts und Niederthum.)

Mdh.: Der Anfall vellet vor sich. (Röszler, I, 92.)

2 Anfall stirbt der Mutter in den Schos.Graf, 194, 79.

Wird ein eheliches Kind erst nach des Vaters Tode geboren, so ist es Erbe, sobald es die Augen öffnet und die vier Wände beschreit. Stirbt es wieder, so fällt sein Antheil an die Mutter, was der Sinn des obigen Sprichwortes ist.

Mhd.: Daz angevelle stirbet der muter in den schoz. (Reitemeier, 140.)

3 Süsser Anfall macht süsse Antwort.Petri, II, 813.


Anfang.

2 „Aller Anfang ist schwer, ächzt der Deutsche. Au commencement tout et beau, ruft lustig der heitere Franzose.“

Böhm.: Co k hůře, vše hůře. (Čelakovský, 131.) – Každý začátek tĕžký (tvrdý). (Čelakovský, 316.)

Dän.: Begyndelsen er altid svarest. (Prov. dan., 62.)

Engl.: The difficulty is in the outset. (Marin, 4.)

Frz.: Il n'y a que le premier pas qui coûte. (Marin, 4.)

Kroat.: Vsaki početek je težek. (Čelakovský, 316.)

Lat.: Initii difficultas toleranda. (Binder II, 1515.)

Poln.: Początek każdéj rzeczy jest trudny. (Masson, 19.)

Schwed.: All begynnelse är swår. (Wensell, 6.)

Tschud.: Keik hakkatus raske. (Čelakovský, 316.)

7 Der Anfang, d. h. die Entdeckung, wo man anfangen soll, ist, wie schon ein altes Sprichwort lehrt, mehr als die Hälfte der Arbeit. (Aristoteles in seiner Ethik übersetzt von Garve.)


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0392" n="[380]"/><cb n="759"/>
9 Es wird wol immer anders, aber nicht besser.</hi> (<hi rendition="#i">Hannover.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, II, 196.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">10 Wenn et nich andersch ös, denn, Herrke, stête se mî man dâl, seggt jenne Margell.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, II, 61.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*11 Alle Dâg andersch on am Sinndag sûre Komst.</hi> (<hi rendition="#i">Wehlau.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, II, 60.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Auf die Frage: wie heisst du?</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Andersmachen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Wie willt dat annersmaken, sägt de Schmedt, äwwer se sagt nich, bätter.</hi> (<hi rendition="#i">Lippe.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Ânderschmachen äs nit Biessermâchen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schuster, 931.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Anderswo.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Anderswo isset man auch Brot.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 15.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Anderswo ist's immer besser.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Kde nás není, tam dob&#x0159;e. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 283.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aenderung.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Enderung der zeiten des Jahres bringen Kranckheiten, Enderung im Regimente vnnd statuten bringen beschwerlichkeiten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 178, 53.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Vier wundersame änderungen: aus dem fischer der erst kirchhiert, aus dem verfolger der heidenlerer, aus dem zolner der erst euangelist, aus dem mörder d' erst paradeiser.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Rasch, 13.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Andreas.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et2">3 <hi rendition="#i">Holl.</hi>: Sint Andries staat op en vringt, en laat niet af voor onze Lieur frouw Lichtmesdage. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 266.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Andreas, hell on klôr bröngd e gud Jôhr.</hi> (<hi rendition="#i">Trier.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, III, 546, 4; Laven, 175, 4.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Andree bringt Schnee.</hi> (<hi rendition="#i">Niederösterr.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Andres macht Pappe süss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Bautz. Nachrichten, 15.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Andris bringt den Schnee gewiss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Bautzener Nachrichten, 15.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">9 Den Andreas sieht man lieber dürr als nass.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Struf, Bauernkalender, November.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Geh, dummes Andreaschen, mit dem Glöckchen. Du bist zu alt zum Spielen, geh' und lerne was.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Masur.</hi>: Jdz g&#x0142;upi Jendrisku ze dzevenkun. (<hi rendition="#i">Frischbier, II, 3027.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">11 Nach Andris is der Winter gewiss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Boebel, 55.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">12 Sanct Andres macht das Eis, Sanct Georg (22. April) bricht das Eis.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Boebel, 54.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">13 Sanct Andres, Sanct Bartolomes, die zween Söhne Zebedes, der heilige Sanct Wentzel und der selige Sanct Stenzel sind gut vor's kalte Weh, und behüten vor Regen und Schnee. Die heiligen sieben Planeten, die trösten uns in allen Nöthen: Hachus, &#x2020; Maccus, &#x2020; Baccus, &#x2020; die heiligen Wort behüten uns vor schlimm Werken an allen Ort.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Spruch der Waschfrauen. &#x201E;Kein Waschweib&#x201C;, heisst es im <hi rendition="#i">Erleuterten Preussen</hi> (Königsberg 1724, I, 467), &#x201E;wird sich leicht ausser Haus begeben, sie bete denn zuvor wie folgt, insgemein: Sanct Andreas u. s. w.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">14 Sünten Dresmisse es de Winter gewisse, Kläsken dernoa sicht me 'ne vör allen Düören stoan.</hi> (<hi rendition="#i">Grafsch. Mark.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Woeste, 61, 67.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Andreasschnee.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Andreasschnee treibt dem Bauer die Preise in die Höh.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Wunderlich, 35.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Andreasschnee thut den Früchten (Saaten) weh.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Boebel, 54.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 De Andreissnei doit den Kôren wei.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, II, 620.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Wenn der Andreasschnee liegen bleibt, so liegt er hundert und zehn Tage.</hi> (<hi rendition="#i">Oberösterr.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Baumgarten, 54.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Andrehen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Was kindisch angedrehet wird, das helt in nöthen, als ein zubrochen Armbrust.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 740, 48.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Andrellen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Sie hat sich eins andrellen lassen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, II, 63.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von unehelicher Schwängerung.</p><lb/>
        </div>
        <cb n="760"/>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Andrücken.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Dröck an, mîn Schuschelke, passe wâr öck di woll.</hi> (<hi rendition="#i">Dönhoffstädt.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, II, 64.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Anduseln.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Er hat sich einen angeduselt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Fliegende Blätter, 1860, 139<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ist betrunken.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aneinander hängen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Das hangt aneinander wie die Hôse am Schinken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Horn, Spinnstube für 1858, S. 18.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Das hängt aneinander wie Spenzel und Papier.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 9696<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 Dat hänget aneinanner as Kattenscheske.</hi> (<hi rendition="#i">Sauerland.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*5 Es hangt (sie hängen) aneinander wie eine Reihe (Gebund) Zwiebeln.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het hanget aan elkander als eene riet uijen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 222<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*6 Et hänget anein es en Schepel Appel.</hi> (<hi rendition="#i">Sauerland.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*7 Sie hängen aneinander wie Ketten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Zii hangen als klissen aan malkander. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 415<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*8 Sie hängen aneinander wie Krotenkrös.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Kirchhofer, 287.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Anerben.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Was Einem angeerbet ist, der hat die Gewinne von dem Todten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 183, 6.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von dem, was man als Erbgut erhält, hat man nicht nöthig, das Besitzrecht nachzuweisen. In dieser Beziehung sagt die Glosse zum <hi rendition="#i">Sachsenspiegel, III, 83</hi>: &#x201E;Was man einem Manne oder einem Weibe gibt, das soll sie drei Tage besitzen, auf dass sie ein Gewer darvon erkriegen, was aber auf sie geerbt wird, brauchen sie nicht zu besitzen.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Waz einem angeerbit ist, der hat die gewer von dem toden. (<hi rendition="#i">Daniels, 68.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Anerkennung.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Anerkennung ist das Brot der Geister.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Paul Lindau's Gegenwart, XI, 282.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Anfahen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Anfahen ist schwer, beharren ist Kunst.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 16.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Die viel anfahen, erndten wenig.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schottel, 1143<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Ehe man etwas anfähet, soll man zuerst das Ende betrachten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Wirth, II, 5.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Es fahe einer an, wass er aussführen kan.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 244.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Es ligt nicht an wol anfahen, sondern an wol enden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schottel, 1143<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Fahe an dir an.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 64<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Fahe viel an, richt wenig auss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 970, 34.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Anfall.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Anfall fällt vor sich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 193, 56.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Der Erbgang ist niederwärts. (S.  Erbgut 3, Erbe  11 u.  27,  Erben 4, Niederwärts und Niederthum.)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mdh.</hi>: Der Anfall vellet vor sich. (<hi rendition="#i">Röszler, I, 92.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Anfall stirbt der Mutter in den Schos.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 194, 79.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wird ein eheliches Kind erst nach des Vaters Tode geboren, so ist es Erbe, sobald es die Augen öffnet und die vier Wände beschreit. Stirbt es wieder, so fällt sein Antheil an die Mutter, was der Sinn des obigen Sprichwortes ist.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Daz angevelle stirbet der muter in den schoz. (<hi rendition="#i">Reitemeier, 140.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Süsser Anfall macht süsse Antwort.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 813.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Anfang.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et">2 &#x201E;Aller Anfang ist schwer, ächzt der Deutsche. Au commencement tout et beau, ruft lustig der heitere Franzose.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Co k h&#x016F;&#x0159;e, v&#x0161;e h&#x016F;&#x0159;e. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 131.</hi>) &#x2013; Ka&#x017E;dý za&#x010D;átek t&#x0115;&#x017E;ký (tvrdý). (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 316.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Begyndelsen er altid svarest. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 62.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: The difficulty is in the outset. (<hi rendition="#i">Marin, 4.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il n'y a que le premier pas qui coûte. (<hi rendition="#i">Marin, 4.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Kroat.</hi>: Vsaki po&#x010D;etek je te&#x017E;ek. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 316.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Initii difficultas toleranda. (<hi rendition="#i">Binder II, 1515.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Pocz&#x0105;tek ka&#x017C;déj rzeczy jest trudny. (<hi rendition="#i">Masson, 19.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: All begynnelse är swår. (<hi rendition="#i">Wensell, 6.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Tschud.</hi>: Keik hakkatus raske. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 316.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">7 Der Anfang, d. h. die Entdeckung, wo man anfangen soll, ist, wie schon ein altes Sprichwort lehrt, mehr als die Hälfte der Arbeit. (<hi rendition="#i">Aristoteles in seiner Ethik übersetzt von Garve.</hi>)</p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[380]/0392] 9 Es wird wol immer anders, aber nicht besser. (Hannover.) – Schambach, II, 196. 10 Wenn et nich andersch ös, denn, Herrke, stête se mî man dâl, seggt jenne Margell. – Frischbier, II, 61. *11 Alle Dâg andersch on am Sinndag sûre Komst. (Wehlau.) – Frischbier, II, 60. Auf die Frage: wie heisst du? Andersmachen. 1 Wie willt dat annersmaken, sägt de Schmedt, äwwer se sagt nich, bätter. (Lippe.) 2 Ânderschmachen äs nit Biessermâchen. – Schuster, 931. Anderswo. 4 Anderswo isset man auch Brot. – Petri, II, 15. 5 Anderswo ist's immer besser. Böhm.: Kde nás není, tam dobře. (Čelakovský, 283.) Aenderung. 7 Enderung der zeiten des Jahres bringen Kranckheiten, Enderung im Regimente vnnd statuten bringen beschwerlichkeiten. – Lehmann, 178, 53. 8 Vier wundersame änderungen: aus dem fischer der erst kirchhiert, aus dem verfolger der heidenlerer, aus dem zolner der erst euangelist, aus dem mörder d' erst paradeiser. – Rasch, 13. Andreas. 3 Holl.: Sint Andries staat op en vringt, en laat niet af voor onze Lieur frouw Lichtmesdage. (Harrebomée, II, 266.) 5 Andreas, hell on klôr bröngd e gud Jôhr. (Trier.) – Firmenich, III, 546, 4; Laven, 175, 4. 6 Andree bringt Schnee. (Niederösterr.) 7 Andres macht Pappe süss. – Bautz. Nachrichten, 15. 8 Andris bringt den Schnee gewiss. – Bautzener Nachrichten, 15. 9 Den Andreas sieht man lieber dürr als nass. – Struf, Bauernkalender, November. 10 Geh, dummes Andreaschen, mit dem Glöckchen. Du bist zu alt zum Spielen, geh' und lerne was. Masur.: Jdz głupi Jendrisku ze dzevenkun. (Frischbier, II, 3027.) 11 Nach Andris is der Winter gewiss. – Boebel, 55. 12 Sanct Andres macht das Eis, Sanct Georg (22. April) bricht das Eis. – Boebel, 54. 13 Sanct Andres, Sanct Bartolomes, die zween Söhne Zebedes, der heilige Sanct Wentzel und der selige Sanct Stenzel sind gut vor's kalte Weh, und behüten vor Regen und Schnee. Die heiligen sieben Planeten, die trösten uns in allen Nöthen: Hachus, † Maccus, † Baccus, † die heiligen Wort behüten uns vor schlimm Werken an allen Ort. Spruch der Waschfrauen. „Kein Waschweib“, heisst es im Erleuterten Preussen (Königsberg 1724, I, 467), „wird sich leicht ausser Haus begeben, sie bete denn zuvor wie folgt, insgemein: Sanct Andreas u. s. w.“ 14 Sünten Dresmisse es de Winter gewisse, Kläsken dernoa sicht me 'ne vör allen Düören stoan. (Grafsch. Mark.) – Woeste, 61, 67. Andreasschnee. 1 Andreasschnee treibt dem Bauer die Preise in die Höh. – Wunderlich, 35. 2 Andreasschnee thut den Früchten (Saaten) weh. – Boebel, 54. 3 De Andreissnei doit den Kôren wei. – Schambach, II, 620. 4 Wenn der Andreasschnee liegen bleibt, so liegt er hundert und zehn Tage. (Oberösterr.) – Baumgarten, 54. Andrehen. Was kindisch angedrehet wird, das helt in nöthen, als ein zubrochen Armbrust. – Henisch, 740, 48. Andrellen. * Sie hat sich eins andrellen lassen. – Frischbier, II, 63. Von unehelicher Schwängerung. Andrücken. * Dröck an, mîn Schuschelke, passe wâr öck di woll. (Dönhoffstädt.) – Frischbier, II, 64. Anduseln. * Er hat sich einen angeduselt. – Fliegende Blätter, 1860, 139a. Ist betrunken. Aneinander hängen. *2 Das hangt aneinander wie die Hôse am Schinken. – Horn, Spinnstube für 1858, S. 18. *3 Das hängt aneinander wie Spenzel und Papier. – Simrock, 9696a. *4 Dat hänget aneinanner as Kattenscheske. (Sauerland.) *5 Es hangt (sie hängen) aneinander wie eine Reihe (Gebund) Zwiebeln. Holl.: Het hanget aan elkander als eene riet uijen. (Harrebomée, II, 222b.) *6 Et hänget anein es en Schepel Appel. (Sauerland.) *7 Sie hängen aneinander wie Ketten. Holl.: Zii hangen als klissen aan malkander. (Harrebomée, I, 415a.) *8 Sie hängen aneinander wie Krotenkrös. – Kirchhofer, 287. Anerben. Was Einem angeerbet ist, der hat die Gewinne von dem Todten. – Graf, 183, 6. Von dem, was man als Erbgut erhält, hat man nicht nöthig, das Besitzrecht nachzuweisen. In dieser Beziehung sagt die Glosse zum Sachsenspiegel, III, 83: „Was man einem Manne oder einem Weibe gibt, das soll sie drei Tage besitzen, auf dass sie ein Gewer darvon erkriegen, was aber auf sie geerbt wird, brauchen sie nicht zu besitzen.“ Mhd.: Waz einem angeerbit ist, der hat die gewer von dem toden. (Daniels, 68.) Anerkennung. Anerkennung ist das Brot der Geister. – Paul Lindau's Gegenwart, XI, 282. Anfahen. 1 Anfahen ist schwer, beharren ist Kunst. – Petri, II, 16. 2 Die viel anfahen, erndten wenig. – Schottel, 1143a. 3 Ehe man etwas anfähet, soll man zuerst das Ende betrachten. – Wirth, II, 5. 4 Es fahe einer an, wass er aussführen kan. – Petri, II, 244. 5 Es ligt nicht an wol anfahen, sondern an wol enden. – Schottel, 1143b. 6 Fahe an dir an. – Franck, II, 64a. 7 Fahe viel an, richt wenig auss. – Henisch, 970, 34. Anfall. 1 Anfall fällt vor sich. – Graf, 193, 56. Der Erbgang ist niederwärts. (S. Erbgut 3, Erbe 11 u. 27, Erben 4, Niederwärts und Niederthum.) Mdh.: Der Anfall vellet vor sich. (Röszler, I, 92.) 2 Anfall stirbt der Mutter in den Schos. – Graf, 194, 79. Wird ein eheliches Kind erst nach des Vaters Tode geboren, so ist es Erbe, sobald es die Augen öffnet und die vier Wände beschreit. Stirbt es wieder, so fällt sein Antheil an die Mutter, was der Sinn des obigen Sprichwortes ist. Mhd.: Daz angevelle stirbet der muter in den schoz. (Reitemeier, 140.) 3 Süsser Anfall macht süsse Antwort. – Petri, II, 813. Anfang. 2 „Aller Anfang ist schwer, ächzt der Deutsche. Au commencement tout et beau, ruft lustig der heitere Franzose.“ Böhm.: Co k hůře, vše hůře. (Čelakovský, 131.) – Každý začátek tĕžký (tvrdý). (Čelakovský, 316.) Dän.: Begyndelsen er altid svarest. (Prov. dan., 62.) Engl.: The difficulty is in the outset. (Marin, 4.) Frz.: Il n'y a que le premier pas qui coûte. (Marin, 4.) Kroat.: Vsaki početek je težek. (Čelakovský, 316.) Lat.: Initii difficultas toleranda. (Binder II, 1515.) Poln.: Początek każdéj rzeczy jest trudny. (Masson, 19.) Schwed.: All begynnelse är swår. (Wensell, 6.) Tschud.: Keik hakkatus raske. (Čelakovský, 316.) 7 Der Anfang, d. h. die Entdeckung, wo man anfangen soll, ist, wie schon ein altes Sprichwort lehrt, mehr als die Hälfte der Arbeit. (Aristoteles in seiner Ethik übersetzt von Garve.)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T09:51:52Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T09:51:52Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/392
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [380]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/392>, abgerufen am 27.10.2020.