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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

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[Spaltenumbruch] 124 Wer seinen Moars1 utlehnt, möt dörch de Rippen schiten. (Mecklenburg.) - Günther, III.

1) Moars gilt in Mecklenburg für den derbsten Ausdruck, müde schon Noars, Irs.

*125 A hot sich a Arsch orntlich b'remt. (Oesterr.-Schles.) - Peter, 443.

Sieht sich in seinen Hoffnungen getäuscht, ist zu Schaden gekommen.

*126 A wäss sich beim Arsche kän Rat. (Oesterr.-Schles.)

*127 A weessen (weiss ihm) senn Orss wall zu lecken. - Robinson, 203.

*128 Alles durch den Arss fahren lassen. - Ayrer, V, 2981, 4.

*129 Aus fremdem Arsche hofiren. - Altmann VI, 519.

*130 Das ist nicht vor den Arsch zu flicken. (Niederlausitz.)

Der Flicklappen auf dieser Stelle kann von geringerem Werthe sein, als einer auf die Vorderseite bestimmte.

*131 Dat ös gleik ön e Narsch to kraupe. (Dönhoffstädt.) - Frischbier, II, 129.

So possirlich ist die Sache.

*132 De is met 'n Oars in 't Botterfass fallen, de sitt wek. - Schlingmann, 1100.

*133 De öss holl öm Arsch, wie Zache Adebar. - Frischbier, I, 136.

Er ist unsinnig, verrückt.

*134 Den ars mit Heffen wischen. - Peter, 443.

"Sich mit eins andern Dreck wöllen waschen, wüschen vnd schön machen."

*135 Den Arsch weiter tragen. - Frischbier, II, 119.

D. i. sich auf den Weg machen.

*136 Den Arss auffdecken. - Eyering, I, 401.

*137 Der Arsch ist ihm zugeschnappt.

Ist gestorben.

*138 Der Arsch kommt nach; meine Schwiegermutter wird rindern.

*139 Der hat einen Arsch wie ein Achtzigthalerpferd. - Frischbier, I, 119.

*140 Der orss wächst em och nich fu tille jauche. - Robinson, 203.

*141 Der wär' mer em Arsch lieber als jener im G'sicht.

*142 Die hat sich den Arsch nit gern gewasche. (Rott.-Thal.)

Sie hat's übel getroffen, besonders von Misheirath.

*143 Die sind wie Arsch und Hemde. (Böhmen.)

Sehr vertraut mit einander.

*144 Du klagest vngebleuten Arss. - Hans Sachs, IV, I, 2.

*145 D'r Arsch schtengd'n fort. (Oesterr.-Schles.) - Peter, 443.

Er verlangt fortzukommen.

*146 Einem etwas von hinten in den Arsch stecken mögen. - Frischbier, 121.

Zur Bezeichnung starker Zuneigung.

*147 Einem mit dem blanken Arsch ins Gesicht springen. - Frischbier, II, 123.

Eine Kränkung kann man nicht mit Freundlichkeit erwidern.

*148 Einem 'n Arsch ablecken. (Oberösterr.)

Ihm gegenüber in Gesinnung und Handlung servil sein.

*149 Einen Arsch haben, wie ein Backofen. (Niederlausitz.)

*150 Er hat auch im Arsche keine Ruhe. (Schles.)

Von einem unruhigen Menschen, bei welchem das "im Arsche" (dem Sitzfleische) unübertrefflich ist.

*151 Er hat den Arsch auf die Kammer gegeben. (Königsberg.) - Frischbier, I, 122.

Er füllt die Beinkleider nicht aus.

*152 Er hat einen Arsch wie ein Wanderbursch. - Frischbier, II, 124.

*153 Er hat keinen sitzenden Arsch. (Oberösterr.)

Sitzt nicht gern.

*154 Er hat schon lange einen kalten Arsch. (Schles.)

Ist schon lange todt.

*155 Er ist im Arsch verlogen. - Frischbier, II, 125.

*156 Er ist im Arsch verrückt. - Frischbier, I, 126.

Er ist oder handelt unsinnig.

[Spaltenumbruch] *157 Er kann mich kreuzweis und überzwerg im Arsch lecken. (Ulm.)

*158 Er klaut sich den Arsch, die Schwiegermutter braucht Salz. (Dönhoffstädt.) - Frischbier, II, 126.

*159 Er könnt' sich den Arsch rausreissen vor lauter Aerger. (Ulm.)

*160 Er möchte den Arss wegleihen und durch die Rippen scheissen.

Holl.: Je got nit leenen en zelf door de ribben schijten. (Harrebomee, I, 207a.)

*161 Er möchte sich gar den Arsch beschinden.

Er gibt sich ausserordentliche, meist vergebliche Mühe.

*162 Er wird den Arsch noch verlieren.

*163 Er würde den Arsch noch verlieren, wenn er nieht angewachsen wäre. (Nürtingen.)

*164 Es fällt mir nicht aus dem Arsche. (Schles.)

Ich komme nicht so leicht dazu, ich muss mir's sauer erwerben.

*165 Es ist mir nicht im Arsch eingefallen. (Rottenburg.)

Ich denke nicht entfernt daran, habe keine Lust dazu.

*166 Etwas mit dem Ars ansehen. - Ayrer, V, 3328, 10.

*167 Etwas in 'n Ars jagen. (Holstein.) - Schütze, II, 183.

Von Geldausgaben, die ungern geschehen und keinen Nutzen haben. Ik mut vor nix dat Geld in den Ars jagen, d. i. ich muss eine Ausgabe machen und habe nichts dafür.

*168 Hä hät de Oars 'n in de Tasch hätt. - Schlingmann, 1104.

*169 Hä hätt so vell Oars 'n, as Oarslöcker. - Schlingmann, 1105.

*170 He hangt sick in 'n Aars. (Holstein.) - Schütze, IV, 193.

Weigert sich etwas zu thun.

*171 He heft mer öm Morsch wi öm Kopp. (Königsberg.) - Frischbier, II, 130.

*172 He heft säck den Narsch verbremt. - Frischbier, II, 131.

Er hat sich bei einer Unternehmung getäuscht, verrechnet.

*173 He hett den Ars bekielt. (Hamburg.) - Schütze, II, 252.

Bekielen = mit bleigeschlagenen Keilen befestigen. Die Nase, den Ars bekielen - sich betrinken.

*174 Hei trekket den As t' rügge. (Sauerland.)

*175 Hei wind't möt dem Arsch, wi de Pogg ön e Theerpudel. - Frischbier, I, 139.

*176 Hi as me a ers uun a böddertan iinfelen, hi as warm tu satten kimmen. (Amrum.) - Haupt, VIII, 359, 140.

Er ist mit dem Arsch in eine Buttertonne gefallen, er ist warm zu sitzen gekommen.

*177 Ich will dir den Arsch flicken. (Oberösterr.)

Hauptsächlich um Kindern körperliche Strafe anzudrohen.

*178 Ick will di den Ars umsämen. (Holstein.) - Schütze, IV, 194.

Umsäumen, d. i. braun und blau schlagen.

*179 Ihr wart mich waull och nich mit Gewalt am O ... lecken. - Robinson, 905.

*180 Ik will di den Ars feistern. - Eichwald, 63.

*181 In arss sehen lan. - Eyering, I, 401.

*182 In den Arsch nach Brombeeren.

Antwort auf die Frage, wohin jemand gehe.

*183 Ja, bei'n Arsch.

Ausser dieser Form hat man in Niederösterreich (Wien) noch folgende Redensarten, um eine Forderung gründlich abzuschlagen, eine aufgestellte Behauptung mehr oder weniger energisch zu verneinen: Ja, oder amol dudeln. - Ja, oder was beisst mi(ch). - Ja, an' Dreck. - Ja, an' Schass. - Ja, scheissen. - Ja, an' Schmarn. - Ja, gfüllte Schnecken. - Ja, Schnecken hat's g'regn't. Die Redensarten stehen hier in alphabetischer Folge; die ästhetische Stufenleiter würde beim Schmarn beginnen. Es gibt indess eine Volksschicht, die in der Plastik gern ein übriges thut, diese pfiegt die stärkste der obigen Redensarten noch zu steigern und sagt: Ja, an' g'schissenen Scheissdreck.

*184 Jucket dich der arsch. - Henisch, 122, 8.

*185 Kannst den Narsch toschlaute. - Frischbier, II, 132.

Rath für den, welcher ohne Arbeit, ohne Einkommen ist. (S. Zahn 132.)

[Spaltenumbruch] 124 Wer seinen Moars1 utlehnt, möt dörch de Rippen schiten. (Mecklenburg.) – Günther, III.

1) Moars gilt in Mecklenburg für den derbsten Ausdruck, müde schon Noars, Irs.

*125 A hot sich a Ârsch orntlich b'rêmt. (Oesterr.-Schles.) – Peter, 443.

Sieht sich in seinen Hoffnungen getäuscht, ist zu Schaden gekommen.

*126 A wäss sich beim Arsche kän Rât. (Oesterr.-Schles.)

*127 A weessen (weiss ihm) senn Orss wall zu lecken.Robinson, 203.

*128 Alles durch den Arss fahren lassen.Ayrer, V, 2981, 4.

*129 Aus fremdem Arsche hofiren.Altmann VI, 519.

*130 Das ist nicht vor den Arsch zu flicken. (Niederlausitz.)

Der Flicklappen auf dieser Stelle kann von geringerem Werthe sein, als einer auf die Vorderseite bestimmte.

*131 Dat ös glîk ön e Nårsch tô krûpe. (Dönhoffstädt.) – Frischbier, II, 129.

So possirlich ist die Sache.

*132 De is met 'n Oars in 't Botterfass fallen, de sitt wêk.Schlingmann, 1100.

*133 De öss holl öm Arsch, wie Zache Adebar.Frischbier, I, 136.

Er ist unsinnig, verrückt.

*134 Den ars mit Heffen wischen.Peter, 443.

„Sich mit eins andern Dreck wöllen waschen, wüschen vnd schön machen.“

*135 Den Arsch weiter tragen.Frischbier, II, 119.

D. i. sich auf den Weg machen.

*136 Den Arss auffdecken.Eyering, I, 401.

*137 Der Arsch ist ihm zugeschnappt.

Ist gestorben.

*138 Der Arsch kommt nach; meine Schwiegermutter wird rindern.

*139 Der hat einen Arsch wie ein Achtzigthalerpferd.Frischbier, I, 119.

*140 Der orss wächst em och nich fu tille jauche.Robinson, 203.

*141 Der wär' mer em Arsch lieber als jener im G'sicht.

*142 Die hat sich den Arsch nit gern gewasche. (Rott.-Thal.)

Sie hat's übel getroffen, besonders von Misheirath.

*143 Die sind wie Arsch und Hemde. (Böhmen.)

Sehr vertraut mit einander.

*144 Du klagest vngebleuten Arss.Hans Sachs, IV, I, 2.

*145 D'r Arsch schtengd'n fort. (Oesterr.-Schles.) – Peter, 443.

Er verlangt fortzukommen.

*146 Einem etwas von hinten in den Arsch stecken mögen.Frischbier, 121.

Zur Bezeichnung starker Zuneigung.

*147 Einem mit dem blanken Arsch ins Gesicht springen.Frischbier, II, 123.

Eine Kränkung kann man nicht mit Freundlichkeit erwidern.

*148 Einem 'n Arsch ablecken. (Oberösterr.)

Ihm gegenüber in Gesinnung und Handlung servil sein.

*149 Einen Arsch haben, wie ein Backofen. (Niederlausitz.)

*150 Er hat auch im Arsche keine Ruhe. (Schles.)

Von einem unruhigen Menschen, bei welchem das „im Arsche“ (dem Sitzfleische) unübertrefflich ist.

*151 Er hat den Arsch auf die Kammer gegeben. (Königsberg.) – Frischbier, I, 122.

Er füllt die Beinkleider nicht aus.

*152 Er hat einen Arsch wie ein Wanderbursch.Frischbier, II, 124.

*153 Er hat keinen sitzenden Arsch. (Oberösterr.)

Sitzt nicht gern.

*154 Er hat schon lange einen kalten Arsch. (Schles.)

Ist schon lange todt.

*155 Er ist im Arsch verlogen.Frischbier, II, 125.

*156 Er ist im Arsch verrückt.Frischbier, I, 126.

Er ist oder handelt unsinnig.

[Spaltenumbruch] *157 Er kann mich kreuzweis und überzwerg im Arsch lecken. (Ulm.)

*158 Er klaut sich den Arsch, die Schwiegermutter braucht Salz. (Dönhoffstädt.) – Frischbier, II, 126.

*159 Er könnt' sich den Arsch rausreissen vor lauter Aerger. (Ulm.)

*160 Er möchte den Arss wegleihen und durch die Rippen scheissen.

Holl.: Je got nit leenen en zelf door de ribben schijten. (Harrebomée, I, 207a.)

*161 Er möchte sich gar den Arsch beschinden.

Er gibt sich ausserordentliche, meist vergebliche Mühe.

*162 Er wird den Arsch noch verlieren.

*163 Er würde den Arsch noch verlieren, wenn er nieht angewachsen wäre. (Nürtingen.)

*164 Es fällt mir nicht aus dem Arsche. (Schles.)

Ich komme nicht so leicht dazu, ich muss mir's sauer erwerben.

*165 Es ist mir nicht im Arsch eingefallen. (Rottenburg.)

Ich denke nicht entfernt daran, habe keine Lust dazu.

*166 Etwas mit dem Ars ansehen.Ayrer, V, 3328, 10.

*167 Etwas in 'n Ars jagen. (Holstein.) – Schütze, II, 183.

Von Geldausgaben, die ungern geschehen und keinen Nutzen haben. Ik mut vôr nix dat Geld in den Ars jagen, d. i. ich muss eine Ausgabe machen und habe nichts dafür.

*168 Hä hät de Oars 'n in de Tasch hätt.Schlingmann, 1104.

*169 Hä hätt so vell Oars 'n, as Oarslöcker.Schlingmann, 1105.

*170 He hangt sick in 'n Aars. (Holstein.) – Schütze, IV, 193.

Weigert sich etwas zu thun.

*171 He heft mêr öm Morsch wi öm Kopp. (Königsberg.) – Frischbier, II, 130.

*172 He heft säck den Nârsch verbremt.Frischbier, II, 131.

Er hat sich bei einer Unternehmung getäuscht, verrechnet.

*173 He hett den Ars bekielt. (Hamburg.) – Schütze, II, 252.

Bekielen = mit bleigeschlagenen Keilen befestigen. Die Nase, den Ars bekielen – sich betrinken.

*174 Hei trekket den As t' rügge. (Sauerland.)

*175 Hei wind't möt dem Arsch, wi de Pogg ön e Theerpudel.Frischbier, I, 139.

*176 Hi as me a êrs uun a böddertan iinfêlen, hi as warm tu satten kimmen. (Amrum.) – Haupt, VIII, 359, 140.

Er ist mit dem Arsch in eine Buttertonne gefallen, er ist warm zu sitzen gekommen.

*177 Ich will dir den Arsch flicken. (Oberösterr.)

Hauptsächlich um Kindern körperliche Strafe anzudrohen.

*178 Ick will di den Ars umsämen. (Holstein.) – Schütze, IV, 194.

Umsäumen, d. i. braun und blau schlagen.

*179 Ihr wart mich wûll och nich mit Gewalt am O ... lecken.Robinson, 905.

*180 Ik will di den Ars feistern.Eichwald, 63.

*181 In arss sehen lan.Eyering, I, 401.

*182 In den Arsch nach Brombeeren.

Antwort auf die Frage, wohin jemand gehe.

*183 Jå, bei'n Årsch.

Ausser dieser Form hat man in Niederösterreich (Wien) noch folgende Redensarten, um eine Forderung gründlich abzuschlagen, eine aufgestellte Behauptung mehr oder weniger energisch zu verneinen: Jå, oder åmol dudeln. – Jå, oder wås beisst mi(ch). – Jå, an' Dreck. – Jå, an' Schass. – Jå, scheissen. – Jå, an' Schmårn. – Jå, gfüllte Schnecken. – Jå, Schnecken håt's g'regn't. Die Redensarten stehen hier in alphabetischer Folge; die ästhetische Stufenleiter würde beim Schmårn beginnen. Es gibt indess eine Volksschicht, die in der Plastik gern ein übriges thut, diese pfiegt die stärkste der obigen Redensarten noch zu steigern und sagt: Jå, an' g'schissenen Scheissdreck.

*184 Jucket dich der arsch.Henisch, 122, 8.

*185 Kannst den Nârsch tôschlûte.Frischbier, II, 132.

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[[411]/0423] 124 Wer seinen Moars1 utlehnt, möt dörch de Rippen schiten. (Mecklenburg.) – Günther, III. 1) Moars gilt in Mecklenburg für den derbsten Ausdruck, müde schon Noars, Irs. *125 A hot sich a Ârsch orntlich b'rêmt. (Oesterr.-Schles.) – Peter, 443. Sieht sich in seinen Hoffnungen getäuscht, ist zu Schaden gekommen. *126 A wäss sich beim Arsche kän Rât. (Oesterr.-Schles.) *127 A weessen (weiss ihm) senn Orss wall zu lecken. – Robinson, 203. *128 Alles durch den Arss fahren lassen. – Ayrer, V, 2981, 4. *129 Aus fremdem Arsche hofiren. – Altmann VI, 519. *130 Das ist nicht vor den Arsch zu flicken. (Niederlausitz.) Der Flicklappen auf dieser Stelle kann von geringerem Werthe sein, als einer auf die Vorderseite bestimmte. *131 Dat ös glîk ön e Nårsch tô krûpe. (Dönhoffstädt.) – Frischbier, II, 129. So possirlich ist die Sache. *132 De is met 'n Oars in 't Botterfass fallen, de sitt wêk. – Schlingmann, 1100. *133 De öss holl öm Arsch, wie Zache Adebar. – Frischbier, I, 136. Er ist unsinnig, verrückt. *134 Den ars mit Heffen wischen. – Peter, 443. „Sich mit eins andern Dreck wöllen waschen, wüschen vnd schön machen.“ *135 Den Arsch weiter tragen. – Frischbier, II, 119. D. i. sich auf den Weg machen. *136 Den Arss auffdecken. – Eyering, I, 401. *137 Der Arsch ist ihm zugeschnappt. Ist gestorben. *138 Der Arsch kommt nach; meine Schwiegermutter wird rindern. *139 Der hat einen Arsch wie ein Achtzigthalerpferd. – Frischbier, I, 119. *140 Der orss wächst em och nich fu tille jauche. – Robinson, 203. *141 Der wär' mer em Arsch lieber als jener im G'sicht. *142 Die hat sich den Arsch nit gern gewasche. (Rott.-Thal.) Sie hat's übel getroffen, besonders von Misheirath. *143 Die sind wie Arsch und Hemde. (Böhmen.) Sehr vertraut mit einander. *144 Du klagest vngebleuten Arss. – Hans Sachs, IV, I, 2. *145 D'r Arsch schtengd'n fort. (Oesterr.-Schles.) – Peter, 443. Er verlangt fortzukommen. *146 Einem etwas von hinten in den Arsch stecken mögen. – Frischbier, 121. 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Er ist oder handelt unsinnig. *157 Er kann mich kreuzweis und überzwerg im Arsch lecken. (Ulm.) *158 Er klaut sich den Arsch, die Schwiegermutter braucht Salz. (Dönhoffstädt.) – Frischbier, II, 126. *159 Er könnt' sich den Arsch rausreissen vor lauter Aerger. (Ulm.) *160 Er möchte den Arss wegleihen und durch die Rippen scheissen. Holl.: Je got nit leenen en zelf door de ribben schijten. (Harrebomée, I, 207a.) *161 Er möchte sich gar den Arsch beschinden. Er gibt sich ausserordentliche, meist vergebliche Mühe. *162 Er wird den Arsch noch verlieren. *163 Er würde den Arsch noch verlieren, wenn er nieht angewachsen wäre. (Nürtingen.) *164 Es fällt mir nicht aus dem Arsche. (Schles.) Ich komme nicht so leicht dazu, ich muss mir's sauer erwerben. *165 Es ist mir nicht im Arsch eingefallen. (Rottenburg.) Ich denke nicht entfernt daran, habe keine Lust dazu. *166 Etwas mit dem Ars ansehen. – Ayrer, V, 3328, 10. *167 Etwas in 'n Ars jagen. (Holstein.) – Schütze, II, 183. 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Die Redensarten stehen hier in alphabetischer Folge; die ästhetische Stufenleiter würde beim Schmårn beginnen. Es gibt indess eine Volksschicht, die in der Plastik gern ein übriges thut, diese pfiegt die stärkste der obigen Redensarten noch zu steigern und sagt: Jå, an' g'schissenen Scheissdreck. *184 Jucket dich der arsch. – Henisch, 122, 8. *185 Kannst den Nârsch tôschlûte. – Frischbier, II, 132. Rath für den, welcher ohne Arbeit, ohne Einkommen ist. (S. Zahn 132.)

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [411]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/423>, abgerufen am 29.11.2020.