Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 151 Wenn der Weisen vil, das ist der Welt Heyl. - Petri, II, 640.

152 Wenn du den Weisen nach Saneen bringst, er wird zufrieden sein; führst du den Narren nach Sihna, er wird klagen. (Abessinien.)

153 Wenn ein Weiser und ein Narr streiten, so behält der Narr jedesmal recht.

154 Wenn es an Weisen fehlt, muss man sich mit Narren behelfen.

Holl.: Het gebrek van wijzen doet de zotten rijzen. (Harrebomee, II, 464b.)

155 Wer den Weisen gehorcht, lernt herrschen. - Winckler, XI, 22.

156 Wer den Weisen will betrügen, muss ein Meister sein im Lügen.

Holl.: Die den wijze wil bedriegen, moet wel dapper kunnen liegen. (Harrebomee, II, 464a.)

157 Wer mit Weisen umgeht, wird weise. - Spr. Sal. 13, 20; Schulze, 61.

Ein talmudisches Sprichwort sagt: Wälze dich im Fussstaube der Weisen und trinke ihre Worte mit Durst. (Aboth.)

Jüd.-deutsch: Wer mit Chochemim (Weisen) umgeht, wird selbst Chochem (Weiser). (Tendlau, 827.)

Holl.: Die met wijzen omgaat, wordt wijs. (Harrebomee, II, 464a.)

158 Wo der Weise erscheint, wird es Tag. (Abessinien.)

159 Wo der Weise sein Brot isst, da verbröckelt auch der Narr seine Krumen.

160 Wo die Weisen narren, haben die Thoren keine Schuld.

161 Wo Weise sind, da finden sich auch Thoren. - Simrock, 11500.

162 Womit der Weise den Anfang gemacht, das hat der Narr zuletzt vollbracht.

163 Zween Weise reissen kein Haar entzwei. - Pers. Rosenthal von Olearius.

Verständige Leute zanken sich nicht.

*164 Da fragt der Weise den Narren um Rath.

Holl.: De wijze vraagt den zot om raad. (Harrebomee, II, 464a.)

*165 Der Weise von Meissen (s. d. 1).

*166 Er ist der achte von den sieben Weisen.

Lat.: Sapientum octavus. (Horaz.) (Philippi, II, 166.)


Weise (die).

1 Ainem jeden gefelt sein weyss (wol). - Hauer, Kiij; Suringar, CXCIII, 8.

2 Alte Weise die beste.

Fremde Sitten, Kleider u. s. w. führen fremdes Ungemach herbei.

Dän.: Gammel viis er best. (Prov. dan., 217.)

3 Angeborene Weise geht schwer aus ihrem Gleise.

Lat.: Difficile est tacitos naturae abscondere mores, ponere difficile est, quae placuere diu. (Seybold, 124.)

4 Angeborene weise ist schwer zu verbergen. - Henisch, 1391, 16.

Lat.: Difficile est ingenitos mutare mores. (Henisch, 1391, 17; Philippi, I, 119.)

5 Angenomen weiss geht bald vnder eiss. - Franck, I, 86b; Sailer, 73.

6 Angenomen weiss zerschmiltzt wie ein eiss. - Franck, I, 72b; Gruter, I, 5; Egenolff, 332b; Eyering, I, 92; Petri, II, 17; Lehmann, II, 332, 4; Eiselein, 638; Schottel, 1127a; Simrock, 11489; Körte, 6661.

Unter "angenommener Weise" versteht man in Baiern eine fehlerhafte Art, den Körper zu tragen. - Die Gebräuche und Sitten der Vorzeit hören nach und nach auf und werden mit andern vertauscht.

Böhm.: Dejz buh s moudrym i najiti i ztratiti. - Radej s moudrym plakati, nezli s blaznem zpivati. (Celakovsky, 208.)

Lat.: Ficta cito recidunt in naturam suam. - Nemo potest diu personam ferre fictam. (Seybold, 181 u. 339.)

7 Auf deine Weise magst du essen, aber nach anderer Leute Art musst du dich kleiden.

8 Besser auf eine ehrliche Weise durch Arbeit sein Brot erwerben, als sich verlassen auf reiche Erben.

Holl.: Beter op eene eerlijke wijze met de handen geld te winnen, dan dit op eene gemakkelijke wijze te erven. (Harrebomee, II, 465a.)

9 Das ist die weise von alters her, das junge Leuth freyen. - Henisch, 1207, 34; Petri, II, 65.

[Spaltenumbruch] 10 Der findet schon eine Weise, der componiren will.

Schwed.: Alltid far den wisa, som qwäda will. (Wensell, 7.)

11 Die alte weiss, die beste. - Petri, II, 122.

12 Die Weise kenne ich wol, aber nicht das Lied.

In dem Sinne: Ich habe hören läuten, weiss aber nicht, in welchem Dorfe, oder: wo die Glocken hängen.

Lat.: Numeros memini, si verba tenerem, si verba tenerem. (Virgil.)

13 Die Weise vom Lande ist keine Schande.

Holl.: Wijze van den lande is geen schande. (Harrebomee, II, 465b.)

14 Eim iedem gofelt seine weise wol, drumb ists landt der narrn voll. - Franck, II, 122a; Waldis, I, 81, 33; Eyering, II, 124 u. 153; Eiselein, 488; Simrock, 11490; Günther, 3; Braun, I, 2963.

15 Ein jeder bleibt bey seiner weiss, denn was ein lust, das ist seine Speiss. - Lehmann, 541, 68.

16 Ein yeder hat seine weise. - Tappius, 216a; Eiselein, 638; Simrock, 11488.

Lat.: Suus cuique mos, suus cuique ritus est. (Plautus.) (Seybold, 592; Eiselein, 638.)

17 Einem jeden gefällt sein weiss vnnd wandel wol, drumb seynd Statt vnd Land der narren (weiser Leute) voll. - Lehmann, 905, 28; Sutor, 7; Hofmann, 29, 33; Eiselein, 638; Seybold, 343; Körte, 6662; Simrock, 7331; Grubb, 350.

"Es gehet also in dieser Welt, eim jeden seine weiss gefelt." (Froschm., Eib.)

18 Es ist immer die alte Weise.

Holl.: Rectis, as, es a dat zingen wij voor en zingen 't weer na. (Harrebomee, II, 211a.)

Schwed.: Han sjunger sin gambla wisa. (Grubb, 309.)

19 Gute Weis' und Geberd' machen das Weib werth. - Körte, 5603; Körte2, 8281.

20 Ich gehe nach meiner alten weiss, sagt jener, biss ich die narren Schuh verreiss vnd soltens sein 200 par. - Lehmann, 320, 82.

21 Ich kenne die Weise wol, aber singen kann ich nicht.

Die Armenier: Ich kenne viele Lieder, aber ich kann nicht singen. (Ausland, 1871, 403.)

22 Jeder kennt (liebt, lobt) seine Weise. - Egerbote, 1875, S. 64.

It.: Ciascuno fa (vive) a suo modo. (Biber.)

23 Jidder wess senge Wes. (Bedburg.)

24 Man kann auch wol eine halb gesungene Weise verstehen.

Dän.: Man maae og forstaae halv-qvaeden viise. - Man maae og understande halv-svarende oord. (Prov. dan., 440.)

25 Man mag auf seine Weise speisen, aber nicht sich kleiden.

26 Man soll jeden auf seine Weise behandeln.

Lat.: Ut homines sunt, ita morem geras. (Plautus.) (Binder II, 3438; Philippi, II, 237.)

27 Mancher lobt die bessere Weise und bleibt im alten Gleise.

It.: Io veggio il meglio, e al peggior mi appiglio. (Gaal, 192.)

Lat.: Video meliora, proboque ... deteriora sequor. (Gaal, 192.)

28 Neue Weise hört man gern.

Schwed.: Nya wisor hörer man hälst. (Grubb, 572.)

29 Rühme die alte Weise und thue nach der neuen.

Dän.: Man skal vide gammel stik men gjöre efter den ny. (Prov. dan., 532.)

30 Sau de Weise, sau de Sank. - Lyra, 192; Simrock, 11487a.

31 Verlass alte Weise nicht.

Holl.: Verlaat geene oude wijze. (Harrebomee, II, 465b.)

32 Was einer trunkener Weise sündigt, das muss er nüchtern büssen. - Eisenhart, 452; Pistor., I, 89.

Wer sich freiwillig, ohne mit Ehrenworten u. dgl. etwa zu sehr genöthigt oder gar zum Trinken gewaltsam gezwungen worden zu sein, betrinkt und in diesem Zustande ein Verbrechen begeht, ist dafür verantwortlich.

33 Wer dye weyss kan, der furt dy praut heim. - Hofmann, 36, 130.

34 Weysst du das sein weiss ist, so schweig. - Franck, II, 118a.

[Spaltenumbruch] 151 Wenn der Weisen vil, das ist der Welt Heyl.Petri, II, 640.

152 Wenn du den Weisen nach Saneen bringst, er wird zufrieden sein; führst du den Narren nach Sihna, er wird klagen. (Abessinien.)

153 Wenn ein Weiser und ein Narr streiten, so behält der Narr jedesmal recht.

154 Wenn es an Weisen fehlt, muss man sich mit Narren behelfen.

Holl.: Het gebrek van wijzen doet de zotten rijzen. (Harrebomée, II, 464b.)

155 Wer den Weisen gehorcht, lernt herrschen.Winckler, XI, 22.

156 Wer den Weisen will betrügen, muss ein Meister sein im Lügen.

Holl.: Die den wijze wil bedriegen, moet wel dapper kunnen liegen. (Harrebomée, II, 464a.)

157 Wer mit Weisen umgeht, wird weise.Spr. Sal. 13, 20; Schulze, 61.

Ein talmudisches Sprichwort sagt: Wälze dich im Fussstaube der Weisen und trinke ihre Worte mit Durst. (Aboth.)

Jüd.-deutsch: Wer mit Chochemim (Weisen) umgeht, wird selbst Chochem (Weiser). (Tendlau, 827.)

Holl.: Die met wijzen omgaat, wordt wijs. (Harrebomée, II, 464a.)

158 Wo der Weise erscheint, wird es Tag. (Abessinien.)

159 Wo der Weise sein Brot isst, da verbröckelt auch der Narr seine Krumen.

160 Wo die Weisen narren, haben die Thoren keine Schuld.

161 Wo Weise sind, da finden sich auch Thoren.Simrock, 11500.

162 Womit der Weise den Anfang gemacht, das hat der Narr zuletzt vollbracht.

163 Zween Weise reissen kein Haar entzwei.Pers. Rosenthal von Olearius.

Verständige Leute zanken sich nicht.

*164 Da fragt der Weise den Narren um Rath.

Holl.: De wijze vraagt den zot om raad. (Harrebomée, II, 464a.)

*165 Der Weise von Meissen (s. d. 1).

*166 Er ist der achte von den sieben Weisen.

Lat.: Sapientum octavus. (Horaz.) (Philippi, II, 166.)


Weise (die).

1 Ainem jeden gefelt sein weyss (wol).Hauer, Kiij; Suringar, CXCIII, 8.

2 Alte Weise die beste.

Fremde Sitten, Kleider u. s. w. führen fremdes Ungemach herbei.

Dän.: Gammel viis er best. (Prov. dan., 217.)

3 Angeborene Weise geht schwer aus ihrem Gleise.

Lat.: Difficile est tacitos naturae abscondere mores, ponere difficile est, quae placuere diu. (Seybold, 124.)

4 Angeborene weise ist schwer zu verbergen.Henisch, 1391, 16.

Lat.: Difficile est ingenitos mutare mores. (Henisch, 1391, 17; Philippi, I, 119.)

5 Angenomen weiss geht bald vnder eiss.Franck, I, 86b; Sailer, 73.

6 Angenomen weiss zerschmiltzt wie ein eiss.Franck, I, 72b; Gruter, I, 5; Egenolff, 332b; Eyering, I, 92; Petri, II, 17; Lehmann, II, 332, 4; Eiselein, 638; Schottel, 1127a; Simrock, 11489; Körte, 6661.

Unter „angenommener Weise“ versteht man in Baiern eine fehlerhafte Art, den Körper zu tragen. – Die Gebräuche und Sitten der Vorzeit hören nach und nach auf und werden mit andern vertauscht.

Böhm.: Dejž bůh s moudrým i najíti i ztratiti. – Radĕj s moudrým plakati, nežli s bláznem zpívati. (Čelakovsky, 208.)

Lat.: Ficta cito recidunt in naturam suam. – Nemo potest diu personam ferre fictam. (Seybold, 181 u. 339.)

7 Auf deine Weise magst du essen, aber nach anderer Leute Art musst du dich kleiden.

8 Besser auf eine ehrliche Weise durch Arbeit sein Brot erwerben, als sich verlassen auf reiche Erben.

Holl.: Beter op eene eerlijke wijze met de handen geld te winnen, dan dit op eene gemakkelijke wijze te erven. (Harrebomée, II, 465a.)

9 Das ist die weise von alters her, das junge Leuth freyen.Henisch, 1207, 34; Petri, II, 65.

[Spaltenumbruch] 10 Der findet schon eine Weise, der componiren will.

Schwed.: Alltid får den wisa, som qwäda will. (Wensell, 7.)

11 Die alte weiss, die beste.Petri, II, 122.

12 Die Weise kenne ich wol, aber nicht das Lied.

In dem Sinne: Ich habe hören läuten, weiss aber nicht, in welchem Dorfe, oder: wo die Glocken hängen.

Lat.: Numeros memini, si verba tenerem, si verba tenerem. (Virgil.)

13 Die Weise vom Lande ist keine Schande.

Holl.: Wijze van den lande is geen schande. (Harrebomée, II, 465b.)

14 Eim iedem gofelt seine weise wol, drumb ists landt der narrn voll.Franck, II, 122a; Waldis, I, 81, 33; Eyering, II, 124 u. 153; Eiselein, 488; Simrock, 11490; Günther, 3; Braun, I, 2963.

15 Ein jeder bleibt bey seiner weiss, denn was ein lust, das ist seine Speiss.Lehmann, 541, 68.

16 Ein yeder hat seine weise.Tappius, 216a; Eiselein, 638; Simrock, 11488.

Lat.: Suus cuique mos, suus cuique ritus est. (Plautus.) (Seybold, 592; Eiselein, 638.)

17 Einem jeden gefällt sein weiss vnnd wandel wol, drumb seynd Statt vnd Land der narren (weiser Leute) voll.Lehmann, 905, 28; Sutor, 7; Hofmann, 29, 33; Eiselein, 638; Seybold, 343; Körte, 6662; Simrock, 7331; Grubb, 350.

„Es gehet also in dieser Welt, eim jeden seine weiss gefelt.“ (Froschm., Eib.)

18 Es ist immer die alte Weise.

Holl.: Rectis, as, es a dat zingen wij voor en zingen 't weêr na. (Harrebomée, II, 211a.)

Schwed.: Han sjunger sin gambla wisa. (Grubb, 309.)

19 Gute Weis' und Geberd' machen das Weib werth.Körte, 5603; Körte2, 8281.

20 Ich gehe nach meiner alten weiss, sagt jener, biss ich die narren Schuh verreiss vnd soltens sein 200 par.Lehmann, 320, 82.

21 Ich kenne die Weise wol, aber singen kann ich nicht.

Die Armenier: Ich kenne viele Lieder, aber ich kann nicht singen. (Ausland, 1871, 403.)

22 Jeder kennt (liebt, lobt) seine Weise.Egerbote, 1875, S. 64.

It.: Ciascuno fa (vive) a suo modo. (Biber.)

23 Jidder wêss senge Wês. (Bedburg.)

24 Man kann auch wol eine halb gesungene Weise verstehen.

Dän.: Man maae og forstaae halv-qvæden viise. – Man maae og understande halv-svarende oord. (Prov. dan., 440.)

25 Man mag auf seine Weise speisen, aber nicht sich kleiden.

26 Man soll jeden auf seine Weise behandeln.

Lat.: Ut homines sunt, ita morem geras. (Plautus.) (Binder II, 3438; Philippi, II, 237.)

27 Mancher lobt die bessere Weise und bleibt im alten Gleise.

It.: Io veggio il meglio, e al peggior mi appiglio. (Gaal, 192.)

Lat.: Video meliora, proboque ... deteriora sequor. (Gaal, 192.)

28 Neue Weise hört man gern.

Schwed.: Nya wisor hörer man hälst. (Grubb, 572.)

29 Rühme die alte Weise und thue nach der neuen.

Dän.: Man skal vide gammel stik men gjöre efter den ny. (Prov. dan., 532.)

30 Sau de Wîse, sau de Sank.Lyra, 192; Simrock, 11487a.

31 Verlass alte Weise nicht.

Holl.: Verlaat geene oude wijze. (Harrebomée, II, 465b.)

32 Was einer trunkener Weise sündigt, das muss er nüchtern büssen.Eisenhart, 452; Pistor., I, 89.

Wer sich freiwillig, ohne mit Ehrenworten u. dgl. etwa zu sehr genöthigt oder gar zum Trinken gewaltsam gezwungen worden zu sein, betrinkt und in diesem Zustande ein Verbrechen begeht, ist dafür verantwortlich.

33 Wer dye weyss kan, der furt dy praut heim.Hofmann, 36, 130.

34 Weysst du das sein weiss ist, so schweig.Franck, II, 118a.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0081" n="[69]"/><cb n="137"/>
151 Wenn der Weisen vil, das ist der Welt Heyl.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 640.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">152 Wenn du den Weisen nach Saneen bringst, er wird zufrieden sein; führst du den Narren nach Sihna, er wird klagen.</hi> (<hi rendition="#i">Abessinien.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">153 Wenn ein Weiser und ein Narr streiten, so behält der Narr jedesmal recht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">154 Wenn es an Weisen fehlt, muss man sich mit Narren behelfen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het gebrek van wijzen doet de zotten rijzen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 464<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">155 Wer den Weisen gehorcht, lernt herrschen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Winckler, XI, 22.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">156 Wer den Weisen will betrügen, muss ein Meister sein im Lügen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Die den wijze wil bedriegen, moet wel dapper kunnen liegen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 464<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">157 Wer mit Weisen umgeht, wird weise.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Spr. Sal. 13, 20; Schulze, 61.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein talmudisches Sprichwort sagt: Wälze dich im Fussstaube der Weisen und trinke ihre Worte mit Durst. (<hi rendition="#i">Aboth.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Jüd.-deutsch</hi>: Wer mit Chochemim (Weisen) umgeht, wird selbst Chochem (Weiser). (<hi rendition="#i">Tendlau, 827.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Die met wijzen omgaat, wordt wijs. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 464<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">158 Wo der Weise erscheint, wird es Tag.</hi> (<hi rendition="#i">Abessinien.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">159 Wo der Weise sein Brot isst, da verbröckelt auch der Narr seine Krumen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">160 Wo die Weisen narren, haben die Thoren keine Schuld.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">161 Wo Weise sind, da finden sich auch Thoren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 11500.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">162 Womit der Weise den Anfang gemacht, das hat der Narr zuletzt vollbracht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">163 Zween Weise reissen kein Haar entzwei.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Pers. Rosenthal von Olearius.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Verständige Leute zanken sich nicht.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*164 Da fragt der Weise den Narren um Rath.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: De wijze vraagt den zot om raad. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 464<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*165 Der Weise von  Meissen (s. d. 1).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*166 Er ist der achte von den sieben Weisen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Sapientum octavus. (<hi rendition="#i">Horaz.</hi>) (<hi rendition="#i">Philippi, II, 166.</hi>)</p><lb/>
          <p/><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head><hi rendition="#b">Weise</hi> (die).</head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Ainem jeden gefelt sein weyss (wol).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Hauer, Kiij; Suringar, CXCIII, 8.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Alte Weise die beste.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Fremde Sitten, Kleider u. s. w. führen fremdes Ungemach herbei.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Gammel viis er best. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 217.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Angeborene Weise geht schwer aus ihrem Gleise.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Difficile est tacitos naturae abscondere mores, ponere difficile est, quae placuere diu. (<hi rendition="#i">Seybold, 124.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Angeborene weise ist schwer zu verbergen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 1391, 16.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Difficile est ingenitos mutare mores. (<hi rendition="#i">Henisch, 1391, 17; Philippi, I, 119.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Angenomen weiss geht bald vnder eiss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 86<hi rendition="#sup">b</hi>; Sailer, 73.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Angenomen weiss zerschmiltzt wie ein eiss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 72<hi rendition="#sup">b</hi>; Gruter, I, 5; Egenolff, 332<hi rendition="#sup">b</hi>; Eyering, I, 92; Petri, II, 17; Lehmann, II, 332, 4; Eiselein, 638; Schottel, 1127<hi rendition="#sup">a</hi>; Simrock, 11489; Körte, 6661.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Unter &#x201E;angenommener Weise&#x201C; versteht man in Baiern eine fehlerhafte Art, den Körper zu tragen. &#x2013; Die Gebräuche und Sitten der Vorzeit hören nach und nach auf und werden mit andern vertauscht.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Dej&#x017E; b&#x016F;h s moudrým i najíti i ztratiti. &#x2013; Rad&#x0115;j s moudrým plakati, ne&#x017E;li s bláznem zpívati. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 208.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ficta cito recidunt in naturam suam. &#x2013; Nemo potest diu personam ferre fictam. (<hi rendition="#i">Seybold, 181 u. 339.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Auf deine Weise magst du essen, aber nach anderer Leute Art musst du dich kleiden.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">8 Besser auf eine ehrliche Weise durch Arbeit sein Brot erwerben, als sich verlassen auf reiche Erben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Beter op eene eerlijke wijze met de handen geld te winnen, dan dit op eene gemakkelijke wijze te erven. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 465<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">9 Das ist die weise von alters her, das junge Leuth freyen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 1207, 34; Petri, II, 65.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><cb n="138"/>
10 Der findet schon eine Weise, der componiren will.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Alltid får den wisa, som qwäda will. (<hi rendition="#i">Wensell, 7.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">11 Die alte weiss, die beste.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 122.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">12 Die Weise kenne ich wol, aber nicht das Lied.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">In dem Sinne: Ich habe hören läuten, weiss aber nicht, in welchem Dorfe, oder: wo die Glocken hängen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Numeros memini, si verba tenerem, si verba tenerem. (<hi rendition="#i">Virgil.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">13 Die Weise vom Lande ist keine Schande.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Wijze van den lande is geen schande. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 465<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">14 Eim iedem gofelt seine weise wol, drumb ists landt der narrn voll.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 122<hi rendition="#sup">a</hi>; Waldis, I, 81, 33; Eyering, II, 124 u. 153; Eiselein, 488; Simrock, 11490; Günther, 3; Braun, I, 2963.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">15 Ein jeder bleibt bey seiner weiss, denn was ein lust, das ist seine Speiss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 541, 68.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">16 Ein yeder hat seine weise.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tappius, 216<hi rendition="#sup">a</hi>; Eiselein, 638; Simrock, 11488.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Suus cuique mos, suus cuique ritus est. (<hi rendition="#i">Plautus.</hi>) (<hi rendition="#i">Seybold, 592; Eiselein, 638.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">17 Einem jeden gefällt sein weiss vnnd wandel wol, drumb seynd Statt vnd Land der narren (weiser Leute) voll.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 905, 28; Sutor, 7; Hofmann, 29, 33; Eiselein, 638; Seybold, 343; Körte, 6662; Simrock, 7331; Grubb, 350.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Es gehet also in dieser Welt, eim jeden seine weiss gefelt.&#x201C; (<hi rendition="#i">Froschm., Ei<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">18 Es ist immer die alte Weise.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Rectis, as, es a dat zingen wij voor en zingen 't weêr na. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 211<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Han sjunger sin gambla wisa. (<hi rendition="#i">Grubb, 309.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">19 Gute Weis' und Geberd' machen das Weib werth.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 5603; Körte<hi rendition="#sup">2</hi>, 8281.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">20 Ich gehe nach meiner alten weiss, sagt jener, biss ich die narren Schuh verreiss vnd soltens sein 200 par.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 320, 82.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">21 Ich kenne die Weise wol, aber singen kann ich nicht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Armenier: Ich kenne viele Lieder, aber ich kann nicht singen. (<hi rendition="#i">Ausland, 1871, 403.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">22 Jeder kennt (liebt, lobt) seine Weise.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Egerbote, 1875, S. 64.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Ciascuno fa (vive) a suo modo. (<hi rendition="#i">Biber.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">23 Jidder wêss senge Wês.</hi> (<hi rendition="#i">Bedburg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">24 Man kann auch wol eine halb gesungene Weise verstehen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Man maae og forstaae halv-qvæden viise. &#x2013; Man maae og understande halv-svarende oord. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 440.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">25 Man mag auf seine Weise speisen, aber nicht sich kleiden.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">26 Man soll jeden auf seine Weise behandeln.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ut homines sunt, ita morem geras. (<hi rendition="#i">Plautus.</hi>) (<hi rendition="#i">Binder II, 3438; Philippi, II, 237.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">27 Mancher lobt die bessere Weise und bleibt im alten Gleise.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Io veggio il meglio, e al peggior mi appiglio. (<hi rendition="#i">Gaal, 192.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Video meliora, proboque ... deteriora sequor. (<hi rendition="#i">Gaal, 192.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">28 Neue Weise hört man gern.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Nya wisor hörer man hälst. (<hi rendition="#i">Grubb, 572.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">29 Rühme die alte Weise und thue nach der neuen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Man skal vide gammel stik men gjöre efter den ny. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 532.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">30 Sau de Wîse, sau de Sank.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lyra, 192; Simrock, 11487<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">31 Verlass alte Weise nicht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Verlaat geene oude wijze. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 465<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">32 Was einer trunkener Weise sündigt, das muss er nüchtern büssen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eisenhart, 452; Pistor., I, 89.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wer sich freiwillig, ohne mit Ehrenworten u. dgl. etwa zu sehr genöthigt oder gar zum Trinken gewaltsam gezwungen worden zu sein, betrinkt und in diesem Zustande ein Verbrechen begeht, ist dafür verantwortlich.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">33 Wer dye weyss kan, der furt dy praut heim.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Hofmann, 36, 130.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">34 Weysst du das sein weiss ist, so schweig.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 118<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[69]/0081] 151 Wenn der Weisen vil, das ist der Welt Heyl. – Petri, II, 640. 152 Wenn du den Weisen nach Saneen bringst, er wird zufrieden sein; führst du den Narren nach Sihna, er wird klagen. (Abessinien.) 153 Wenn ein Weiser und ein Narr streiten, so behält der Narr jedesmal recht. 154 Wenn es an Weisen fehlt, muss man sich mit Narren behelfen. Holl.: Het gebrek van wijzen doet de zotten rijzen. (Harrebomée, II, 464b.) 155 Wer den Weisen gehorcht, lernt herrschen. – Winckler, XI, 22. 156 Wer den Weisen will betrügen, muss ein Meister sein im Lügen. Holl.: Die den wijze wil bedriegen, moet wel dapper kunnen liegen. (Harrebomée, II, 464a.) 157 Wer mit Weisen umgeht, wird weise. – Spr. Sal. 13, 20; Schulze, 61. Ein talmudisches Sprichwort sagt: Wälze dich im Fussstaube der Weisen und trinke ihre Worte mit Durst. (Aboth.) Jüd.-deutsch: Wer mit Chochemim (Weisen) umgeht, wird selbst Chochem (Weiser). (Tendlau, 827.) Holl.: Die met wijzen omgaat, wordt wijs. (Harrebomée, II, 464a.) 158 Wo der Weise erscheint, wird es Tag. (Abessinien.) 159 Wo der Weise sein Brot isst, da verbröckelt auch der Narr seine Krumen. 160 Wo die Weisen narren, haben die Thoren keine Schuld. 161 Wo Weise sind, da finden sich auch Thoren. – Simrock, 11500. 162 Womit der Weise den Anfang gemacht, das hat der Narr zuletzt vollbracht. 163 Zween Weise reissen kein Haar entzwei. – Pers. Rosenthal von Olearius. Verständige Leute zanken sich nicht. *164 Da fragt der Weise den Narren um Rath. Holl.: De wijze vraagt den zot om raad. (Harrebomée, II, 464a.) *165 Der Weise von Meissen (s. d. 1). *166 Er ist der achte von den sieben Weisen. Lat.: Sapientum octavus. (Horaz.) (Philippi, II, 166.) Weise (die). 1 Ainem jeden gefelt sein weyss (wol). – Hauer, Kiij; Suringar, CXCIII, 8. 2 Alte Weise die beste. Fremde Sitten, Kleider u. s. w. führen fremdes Ungemach herbei. Dän.: Gammel viis er best. (Prov. dan., 217.) 3 Angeborene Weise geht schwer aus ihrem Gleise. Lat.: Difficile est tacitos naturae abscondere mores, ponere difficile est, quae placuere diu. (Seybold, 124.) 4 Angeborene weise ist schwer zu verbergen. – Henisch, 1391, 16. Lat.: Difficile est ingenitos mutare mores. (Henisch, 1391, 17; Philippi, I, 119.) 5 Angenomen weiss geht bald vnder eiss. – Franck, I, 86b; Sailer, 73. 6 Angenomen weiss zerschmiltzt wie ein eiss. – Franck, I, 72b; Gruter, I, 5; Egenolff, 332b; Eyering, I, 92; Petri, II, 17; Lehmann, II, 332, 4; Eiselein, 638; Schottel, 1127a; Simrock, 11489; Körte, 6661. Unter „angenommener Weise“ versteht man in Baiern eine fehlerhafte Art, den Körper zu tragen. – Die Gebräuche und Sitten der Vorzeit hören nach und nach auf und werden mit andern vertauscht. Böhm.: Dejž bůh s moudrým i najíti i ztratiti. – Radĕj s moudrým plakati, nežli s bláznem zpívati. (Čelakovsky, 208.) Lat.: Ficta cito recidunt in naturam suam. – Nemo potest diu personam ferre fictam. (Seybold, 181 u. 339.) 7 Auf deine Weise magst du essen, aber nach anderer Leute Art musst du dich kleiden. 8 Besser auf eine ehrliche Weise durch Arbeit sein Brot erwerben, als sich verlassen auf reiche Erben. Holl.: Beter op eene eerlijke wijze met de handen geld te winnen, dan dit op eene gemakkelijke wijze te erven. (Harrebomée, II, 465a.) 9 Das ist die weise von alters her, das junge Leuth freyen. – Henisch, 1207, 34; Petri, II, 65. 10 Der findet schon eine Weise, der componiren will. Schwed.: Alltid får den wisa, som qwäda will. (Wensell, 7.) 11 Die alte weiss, die beste. – Petri, II, 122. 12 Die Weise kenne ich wol, aber nicht das Lied. In dem Sinne: Ich habe hören läuten, weiss aber nicht, in welchem Dorfe, oder: wo die Glocken hängen. Lat.: Numeros memini, si verba tenerem, si verba tenerem. (Virgil.) 13 Die Weise vom Lande ist keine Schande. Holl.: Wijze van den lande is geen schande. (Harrebomée, II, 465b.) 14 Eim iedem gofelt seine weise wol, drumb ists landt der narrn voll. – Franck, II, 122a; Waldis, I, 81, 33; Eyering, II, 124 u. 153; Eiselein, 488; Simrock, 11490; Günther, 3; Braun, I, 2963. 15 Ein jeder bleibt bey seiner weiss, denn was ein lust, das ist seine Speiss. – Lehmann, 541, 68. 16 Ein yeder hat seine weise. – Tappius, 216a; Eiselein, 638; Simrock, 11488. Lat.: Suus cuique mos, suus cuique ritus est. (Plautus.) (Seybold, 592; Eiselein, 638.) 17 Einem jeden gefällt sein weiss vnnd wandel wol, drumb seynd Statt vnd Land der narren (weiser Leute) voll. – Lehmann, 905, 28; Sutor, 7; Hofmann, 29, 33; Eiselein, 638; Seybold, 343; Körte, 6662; Simrock, 7331; Grubb, 350. „Es gehet also in dieser Welt, eim jeden seine weiss gefelt.“ (Froschm., Eib.) 18 Es ist immer die alte Weise. Holl.: Rectis, as, es a dat zingen wij voor en zingen 't weêr na. (Harrebomée, II, 211a.) Schwed.: Han sjunger sin gambla wisa. (Grubb, 309.) 19 Gute Weis' und Geberd' machen das Weib werth. – Körte, 5603; Körte2, 8281. 20 Ich gehe nach meiner alten weiss, sagt jener, biss ich die narren Schuh verreiss vnd soltens sein 200 par. – Lehmann, 320, 82. 21 Ich kenne die Weise wol, aber singen kann ich nicht. Die Armenier: Ich kenne viele Lieder, aber ich kann nicht singen. (Ausland, 1871, 403.) 22 Jeder kennt (liebt, lobt) seine Weise. – Egerbote, 1875, S. 64. It.: Ciascuno fa (vive) a suo modo. (Biber.) 23 Jidder wêss senge Wês. (Bedburg.) 24 Man kann auch wol eine halb gesungene Weise verstehen. Dän.: Man maae og forstaae halv-qvæden viise. – Man maae og understande halv-svarende oord. (Prov. dan., 440.) 25 Man mag auf seine Weise speisen, aber nicht sich kleiden. 26 Man soll jeden auf seine Weise behandeln. Lat.: Ut homines sunt, ita morem geras. (Plautus.) (Binder II, 3438; Philippi, II, 237.) 27 Mancher lobt die bessere Weise und bleibt im alten Gleise. It.: Io veggio il meglio, e al peggior mi appiglio. (Gaal, 192.) Lat.: Video meliora, proboque ... deteriora sequor. (Gaal, 192.) 28 Neue Weise hört man gern. Schwed.: Nya wisor hörer man hälst. (Grubb, 572.) 29 Rühme die alte Weise und thue nach der neuen. Dän.: Man skal vide gammel stik men gjöre efter den ny. (Prov. dan., 532.) 30 Sau de Wîse, sau de Sank. – Lyra, 192; Simrock, 11487a. 31 Verlass alte Weise nicht. Holl.: Verlaat geene oude wijze. (Harrebomée, II, 465b.) 32 Was einer trunkener Weise sündigt, das muss er nüchtern büssen. – Eisenhart, 452; Pistor., I, 89. Wer sich freiwillig, ohne mit Ehrenworten u. dgl. etwa zu sehr genöthigt oder gar zum Trinken gewaltsam gezwungen worden zu sein, betrinkt und in diesem Zustande ein Verbrechen begeht, ist dafür verantwortlich. 33 Wer dye weyss kan, der furt dy praut heim. – Hofmann, 36, 130. 34 Weysst du das sein weiss ist, so schweig. – Franck, II, 118a.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T09:51:52Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T09:51:52Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/81
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [69]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/81>, abgerufen am 27.10.2020.