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Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 1. Die Constructionen in Holz. Halle (Saale), 1877.

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also ganz leichte Constructionen, als auch für ganze Gebäude, welche
auf einem leicht compressiblen Untergrund stehen, unbedingt noth-
wendig. Ein solcher Holzbau zeigt die mannigfachsten Combinatio-
nen je nachdem er entweder ausschließlich aus Holz oder nur aus
einem Holzgerippe besteht, dessen Zwischenräume (Fache) mit Füll-
materialien, wie z. B. mit gebrannten Ziegeln, Lehmsteinen oder
egyptischen Ziegeln, Lehmausstakung u. s. w., ausgefüllt oder blos
mit Brettern verkleidet (verschalt) sind.

In vielen Fällen construirt man auch in einem sonst ganz mas-
siven Gebäude einige Wände (Scheidewände) aus Holz.

Sonach zerfallen die Holzwände in:

1) Blockwände;
2) Riegel- oder Fachwerkswände,
a) äußere,
b) innere;
3) Bohlen- und Bretterwände,
a) äußere,
b) innere.
Die Blockwände

sind nur in sehr holzreichen Ländern gebräuchlich, so z. B. in den
Alpenländern (Schweiz, Tyrol), im Schwarzwalde, Riesengebirge,
Thüringen und Harz, ferner in unermeßlich holzreichem Rußland,
Schweden und Norwegen und in einzelnen Districten von Böhmen,
Polen, Ungarn u. s. w.

Berühmt sind die romantischen und malerischen Schweizer-Block-
häuser und die Blockhäuser der sogenannten "russischen Colonie" bei
Potsdam.

In den höheren Gebirgsgegenden ist die Construction der Block-
häuser eine sehr einfache; sie besteht aus quer übereinander gelegten
rohen Baumstämmen, welche jenach der Länge der Wände gleichmäßig
abgeschnitten, übereinander gelegt und behufs besserer Verbindung
an der Rundung des überzulegenden Stammes ausgehauen und mit
hölzernen Nägeln befestigt sind.

Bei weiter vorgeschrittener Technik sind die Wände aus Rund-
stämmen zusammengefügt, mit parallelen Auflagsseiten und ebenen

Drittes Kapitel.
alſo ganz leichte Conſtructionen, als auch für ganze Gebäude, welche
auf einem leicht compreſſiblen Untergrund ſtehen, unbedingt noth-
wendig. Ein ſolcher Holzbau zeigt die mannigfachſten Combinatio-
nen je nachdem er entweder ausſchließlich aus Holz oder nur aus
einem Holzgerippe beſteht, deſſen Zwiſchenräume (Fache) mit Füll-
materialien, wie z. B. mit gebrannten Ziegeln, Lehmſteinen oder
egyptiſchen Ziegeln, Lehmausſtakung u. ſ. w., ausgefüllt oder blos
mit Brettern verkleidet (verſchalt) ſind.

In vielen Fällen conſtruirt man auch in einem ſonſt ganz maſ-
ſiven Gebäude einige Wände (Scheidewände) aus Holz.

Sonach zerfallen die Holzwände in:

1) Blockwände;
2) Riegel- oder Fachwerkswände,
a) äußere,
b) innere;
3) Bohlen- und Bretterwände,
a) äußere,
b) innere.
Die Blockwände

ſind nur in ſehr holzreichen Ländern gebräuchlich, ſo z. B. in den
Alpenländern (Schweiz, Tyrol), im Schwarzwalde, Rieſengebirge,
Thüringen und Harz, ferner in unermeßlich holzreichem Rußland,
Schweden und Norwegen und in einzelnen Diſtricten von Böhmen,
Polen, Ungarn u. ſ. w.

Berühmt ſind die romantiſchen und maleriſchen Schweizer-Block-
häuſer und die Blockhäuſer der ſogenannten „ruſſiſchen Colonie“ bei
Potsdam.

In den höheren Gebirgsgegenden iſt die Conſtruction der Block-
häuſer eine ſehr einfache; ſie beſteht aus quer übereinander gelegten
rohen Baumſtämmen, welche jenach der Länge der Wände gleichmäßig
abgeſchnitten, übereinander gelegt und behufs beſſerer Verbindung
an der Rundung des überzulegenden Stammes ausgehauen und mit
hölzernen Nägeln befeſtigt ſind.

Bei weiter vorgeſchrittener Technik ſind die Wände aus Rund-
ſtämmen zuſammengefügt, mit parallelen Auflagsſeiten und ebenen

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[108/0120] Drittes Kapitel. alſo ganz leichte Conſtructionen, als auch für ganze Gebäude, welche auf einem leicht compreſſiblen Untergrund ſtehen, unbedingt noth- wendig. Ein ſolcher Holzbau zeigt die mannigfachſten Combinatio- nen je nachdem er entweder ausſchließlich aus Holz oder nur aus einem Holzgerippe beſteht, deſſen Zwiſchenräume (Fache) mit Füll- materialien, wie z. B. mit gebrannten Ziegeln, Lehmſteinen oder egyptiſchen Ziegeln, Lehmausſtakung u. ſ. w., ausgefüllt oder blos mit Brettern verkleidet (verſchalt) ſind. In vielen Fällen conſtruirt man auch in einem ſonſt ganz maſ- ſiven Gebäude einige Wände (Scheidewände) aus Holz. Sonach zerfallen die Holzwände in: 1) Blockwände; 2) Riegel- oder Fachwerkswände, a) äußere, b) innere; 3) Bohlen- und Bretterwände, a) äußere, b) innere. Die Blockwände ſind nur in ſehr holzreichen Ländern gebräuchlich, ſo z. B. in den Alpenländern (Schweiz, Tyrol), im Schwarzwalde, Rieſengebirge, Thüringen und Harz, ferner in unermeßlich holzreichem Rußland, Schweden und Norwegen und in einzelnen Diſtricten von Böhmen, Polen, Ungarn u. ſ. w. Berühmt ſind die romantiſchen und maleriſchen Schweizer-Block- häuſer und die Blockhäuſer der ſogenannten „ruſſiſchen Colonie“ bei Potsdam. In den höheren Gebirgsgegenden iſt die Conſtruction der Block- häuſer eine ſehr einfache; ſie beſteht aus quer übereinander gelegten rohen Baumſtämmen, welche jenach der Länge der Wände gleichmäßig abgeſchnitten, übereinander gelegt und behufs beſſerer Verbindung an der Rundung des überzulegenden Stammes ausgehauen und mit hölzernen Nägeln befeſtigt ſind. Bei weiter vorgeſchrittener Technik ſind die Wände aus Rund- ſtämmen zuſammengefügt, mit parallelen Auflagsſeiten und ebenen

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Zitationshilfe: Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 1. Die Constructionen in Holz. Halle (Saale), 1877, S. 108. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wanderley_bauconstructionslehre01_1877/120>, abgerufen am 21.10.2020.