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Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 1. Die Constructionen in Holz. Halle (Saale), 1877.

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Viertes Kapitel.
u. s. w. öfters hergestellt wird, ist nur ein modificirtes Zeltdach nach
Fig. 231.

Eine ganz neue Form zeigt

8. Das Mansarddach (Fig. 236);

bei demselben sind die Sattelflächen gebrochen und erhalten die obe-
ren Dachhälften eine geringere Neigung als die unteren. Die Man-
sarddächer in Deutschland sind besonders seit den beiden Pariser-Welt-
ausstellungen im Gebrauche; einige österreiche Bauordnungen verbieten
die Herstellung des Mansarddaches. In Deutschland wurde die Einführung
der Mansarddächer durch die billige Anlage der Dachkammern und Um-
gehung der polizeilichen Vorschriften in Bezug auf die Anzahl der
Stockwerke leider sehr erleichtert. Die große Feuergefährlichkeit der
Wohnungen unter Mansarddächern hat noch vor kurzem der rapide
Brand des ganz neu erbauten "Kaiserhofes" in Berlin eklatant be-
wiesen.

Außer den genannten Dachformen existiren noch zwei andere,
welche aber selten angewendet werden, es sind

9. Das Bogendach (Fig. 238) und
10. Das Kuppeldach.
[Abbildung] Fig. 238.

Indem wir bezüglich der Construction und Anwendung der ge-
nannten zehn Dacharten auf die nachfolgende Beschreibung verweisen,
betrachten wir zunächst

Viertes Kapitel.
u. ſ. w. öfters hergeſtellt wird, iſt nur ein modificirtes Zeltdach nach
Fig. 231.

Eine ganz neue Form zeigt

8. Das Manſarddach (Fig. 236);

bei demſelben ſind die Sattelflächen gebrochen und erhalten die obe-
ren Dachhälften eine geringere Neigung als die unteren. Die Man-
ſarddächer in Deutſchland ſind beſonders ſeit den beiden Pariſer-Welt-
ausſtellungen im Gebrauche; einige öſterreiche Bauordnungen verbieten
die Herſtellung des Manſarddaches. In Deutſchland wurde die Einführung
der Manſarddächer durch die billige Anlage der Dachkammern und Um-
gehung der polizeilichen Vorſchriften in Bezug auf die Anzahl der
Stockwerke leider ſehr erleichtert. Die große Feuergefährlichkeit der
Wohnungen unter Manſarddächern hat noch vor kurzem der rapide
Brand des ganz neu erbauten „Kaiſerhofes“ in Berlin eklatant be-
wieſen.

Außer den genannten Dachformen exiſtiren noch zwei andere,
welche aber ſelten angewendet werden, es ſind

9. Das Bogendach (Fig. 238) und
10. Das Kuppeldach.
[Abbildung] Fig. 238.

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nannten zehn Dacharten auf die nachfolgende Beſchreibung verweiſen,
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[160/0172] Viertes Kapitel. u. ſ. w. öfters hergeſtellt wird, iſt nur ein modificirtes Zeltdach nach Fig. 231. Eine ganz neue Form zeigt 8. Das Manſarddach (Fig. 236); bei demſelben ſind die Sattelflächen gebrochen und erhalten die obe- ren Dachhälften eine geringere Neigung als die unteren. Die Man- ſarddächer in Deutſchland ſind beſonders ſeit den beiden Pariſer-Welt- ausſtellungen im Gebrauche; einige öſterreiche Bauordnungen verbieten die Herſtellung des Manſarddaches. In Deutſchland wurde die Einführung der Manſarddächer durch die billige Anlage der Dachkammern und Um- gehung der polizeilichen Vorſchriften in Bezug auf die Anzahl der Stockwerke leider ſehr erleichtert. Die große Feuergefährlichkeit der Wohnungen unter Manſarddächern hat noch vor kurzem der rapide Brand des ganz neu erbauten „Kaiſerhofes“ in Berlin eklatant be- wieſen. Außer den genannten Dachformen exiſtiren noch zwei andere, welche aber ſelten angewendet werden, es ſind 9. Das Bogendach (Fig. 238) und 10. Das Kuppeldach. [Abbildung Fig. 238.] Indem wir bezüglich der Conſtruction und Anwendung der ge- nannten zehn Dacharten auf die nachfolgende Beſchreibung verweiſen, betrachten wir zunächſt

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Zitationshilfe: Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 1. Die Constructionen in Holz. Halle (Saale), 1877, S. 160. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wanderley_bauconstructionslehre01_1877/172>, abgerufen am 19.09.2020.