Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 1. Die Constructionen in Holz. Halle (Saale), 1877.

Bild:
<< vorherige Seite
Erstes Kapitel.
1. Das Hängewerk oder der Hängebock

ist stets die Combination mehrerer (mindestens vier) Hölzer, die sich
gegenseitig abstützen; man bringt ihn über einen Balken so an, daß
die auf dem letzteren ruhende Last (Eigengewicht und Extrabelastung)
auf feste Stützpunkte übertragen wird; alsdannn macht der horizon-
tale Hängewerksbalken, der als Zuganker oder Schließe wirkt, den
Strebenschub unschädlich und ist nur ein verticaler Druck auf den
beiden Balkenauflagern vorhanden.

In jedem Hängewerke sind wenigstens vier Hölzer erforderlich,
nämlich: eine Hängesäule, zwei gegeneinander gerichtete Hänge-
streben
und ein Hängebalken oder Hängetramen; bei großen
Hängewerken kommt noch ein Spannbalken hinzu.

Die Größe des Hängewerks und die Anzahl der Hängesäulen und
Streben richtet sich nach der Länge des Hängewerksbalkens.

Fig. 50 -- 56 zeigen die verschiedenen Systeme und deren Zusam-
[Abbildung] Fig. 50. [Abbildung] Fig. 52.
[Abbildung] Fig. 51. [Abbildung] Fig. 53.
[Abbildung] Fig. 55. [Abbildung] Fig. 54.
mensetzungen. Man unterscheidet danach einfache, doppelte, drei-
fache
etc. Hängewerke, je nach der Anzahl der Hängesäulen.

Das einfache Hängewerk (Fig. 50) besteht aus den Streben NO
und ON, der Hängesäule oder dem Hängeständer MO und dem
Hängebalken NN, der mittelst Hängeeisen und Bügel mit der Hänge-
säule befestigt ist.

Erſtes Kapitel.
1. Das Hängewerk oder der Hängebock

iſt ſtets die Combination mehrerer (mindeſtens vier) Hölzer, die ſich
gegenſeitig abſtützen; man bringt ihn über einen Balken ſo an, daß
die auf dem letzteren ruhende Laſt (Eigengewicht und Extrabelaſtung)
auf feſte Stützpunkte übertragen wird; alsdannn macht der horizon-
tale Hängewerksbalken, der als Zuganker oder Schließe wirkt, den
Strebenſchub unſchädlich und iſt nur ein verticaler Druck auf den
beiden Balkenauflagern vorhanden.

In jedem Hängewerke ſind wenigſtens vier Hölzer erforderlich,
nämlich: eine Hängeſäule, zwei gegeneinander gerichtete Hänge-
ſtreben
und ein Hängebalken oder Hängetramen; bei großen
Hängewerken kommt noch ein Spannbalken hinzu.

Die Größe des Hängewerks und die Anzahl der Hängeſäulen und
Streben richtet ſich nach der Länge des Hängewerksbalkens.

Fig. 50 — 56 zeigen die verſchiedenen Syſteme und deren Zuſam-
[Abbildung] Fig. 50. [Abbildung] Fig. 52.
[Abbildung] Fig. 51. [Abbildung] Fig. 53.
[Abbildung] Fig. 55. [Abbildung] Fig. 54.
menſetzungen. Man unterſcheidet danach einfache, doppelte, drei-
fache
ꝛc. Hängewerke, je nach der Anzahl der Hängeſäulen.

Das einfache Hängewerk (Fig. 50) beſteht aus den Streben NO
und ON, der Hängeſäule oder dem Hängeſtänder MO und dem
Hängebalken NN, der mittelſt Hängeeiſen und Bügel mit der Hänge-
ſäule befeſtigt iſt.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0030" n="18"/>
          <fw place="top" type="header">Er&#x017F;tes Kapitel.</fw><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">1. Das Hängewerk oder der Hängebock</hi> </head><lb/>
            <p>i&#x017F;t &#x017F;tets die Combination mehrerer (minde&#x017F;tens vier) Hölzer, die &#x017F;ich<lb/>
gegen&#x017F;eitig ab&#x017F;tützen; man bringt ihn über einen Balken &#x017F;o an, daß<lb/>
die auf dem letzteren ruhende La&#x017F;t (Eigengewicht und Extrabela&#x017F;tung)<lb/>
auf fe&#x017F;te Stützpunkte übertragen wird; alsdannn macht der horizon-<lb/>
tale Hängewerksbalken, der als Zuganker oder Schließe wirkt, den<lb/>
Streben&#x017F;chub un&#x017F;chädlich und i&#x017F;t nur ein <hi rendition="#g">verticaler Druck</hi> auf den<lb/>
beiden Balkenauflagern vorhanden.</p><lb/>
            <p>In jedem Hängewerke &#x017F;ind wenig&#x017F;tens <hi rendition="#g">vier</hi> Hölzer erforderlich,<lb/>
nämlich: eine <hi rendition="#g">Hänge&#x017F;äule</hi>, zwei gegeneinander gerichtete <hi rendition="#g">Hänge-<lb/>
&#x017F;treben</hi> und ein <hi rendition="#g">Hängebalken oder Hängetramen</hi>; bei großen<lb/>
Hängewerken kommt noch ein <hi rendition="#g">Spannbalken</hi> hinzu.</p><lb/>
            <p>Die Größe des Hängewerks und die Anzahl der Hänge&#x017F;äulen und<lb/>
Streben richtet &#x017F;ich nach der Länge des Hängewerksbalkens.</p><lb/>
            <p>Fig. 50 &#x2014; 56 zeigen die ver&#x017F;chiedenen Sy&#x017F;teme und deren Zu&#x017F;am-<lb/><figure><head>Fig. 50.</head></figure><figure><head>Fig. 52.</head></figure><lb/><figure><head>Fig. 51.</head></figure><figure><head>Fig. 53.</head></figure><lb/><figure><head>Fig. 55.</head></figure><figure><head>Fig. 54.</head></figure><lb/>
men&#x017F;etzungen. Man unter&#x017F;cheidet danach <hi rendition="#g">einfache, doppelte, drei-<lb/>
fache</hi> &#xA75B;c. Hängewerke, je nach der Anzahl der Hänge&#x017F;äulen.</p><lb/>
            <p>Das <hi rendition="#g">einfache</hi> Hängewerk (Fig. 50) be&#x017F;teht aus den Streben <hi rendition="#aq">NO</hi><lb/>
und <hi rendition="#aq">ON</hi>, der Hänge&#x017F;äule oder dem Hänge&#x017F;tänder <hi rendition="#aq">MO</hi> und dem<lb/>
Hängebalken <hi rendition="#aq">NN</hi>, der mittel&#x017F;t Hängeei&#x017F;en und Bügel mit der Hänge-<lb/>
&#x017F;äule befe&#x017F;tigt i&#x017F;t.</p><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[18/0030] Erſtes Kapitel. 1. Das Hängewerk oder der Hängebock iſt ſtets die Combination mehrerer (mindeſtens vier) Hölzer, die ſich gegenſeitig abſtützen; man bringt ihn über einen Balken ſo an, daß die auf dem letzteren ruhende Laſt (Eigengewicht und Extrabelaſtung) auf feſte Stützpunkte übertragen wird; alsdannn macht der horizon- tale Hängewerksbalken, der als Zuganker oder Schließe wirkt, den Strebenſchub unſchädlich und iſt nur ein verticaler Druck auf den beiden Balkenauflagern vorhanden. In jedem Hängewerke ſind wenigſtens vier Hölzer erforderlich, nämlich: eine Hängeſäule, zwei gegeneinander gerichtete Hänge- ſtreben und ein Hängebalken oder Hängetramen; bei großen Hängewerken kommt noch ein Spannbalken hinzu. Die Größe des Hängewerks und die Anzahl der Hängeſäulen und Streben richtet ſich nach der Länge des Hängewerksbalkens. Fig. 50 — 56 zeigen die verſchiedenen Syſteme und deren Zuſam- [Abbildung Fig. 50.] [Abbildung Fig. 52.] [Abbildung Fig. 51.] [Abbildung Fig. 53.] [Abbildung Fig. 55.] [Abbildung Fig. 54.] menſetzungen. Man unterſcheidet danach einfache, doppelte, drei- fache ꝛc. Hängewerke, je nach der Anzahl der Hängeſäulen. Das einfache Hängewerk (Fig. 50) beſteht aus den Streben NO und ON, der Hängeſäule oder dem Hängeſtänder MO und dem Hängebalken NN, der mittelſt Hängeeiſen und Bügel mit der Hänge- ſäule befeſtigt iſt.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Wanderleys "Handbuch" erschien bereits 1872 in zw… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wanderley_bauconstructionslehre01_1877
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wanderley_bauconstructionslehre01_1877/30
Zitationshilfe: Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 1. Die Constructionen in Holz. Halle (Saale), 1877, S. 18. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wanderley_bauconstructionslehre01_1877/30>, abgerufen am 28.10.2020.