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Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 1. Die Constructionen in Holz. Halle (Saale), 1877.

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Erstes Kapitel.

Man unterscheidet einfache, doppelte und mehrfache Sprenge-
werke oder Sprengeböcke je nach der Anzahl der Unterstützungen.
Die Figuren 86--89 zeigen verschiedene Systeme, Fig. 90 und 91
giebt die Zusammensetzung des Hänge- und Sprengewerkes.

Die wesentlichsten Theile des Sprengewerkes sind die Streben,
der Spannriegel und der Sprengewerksbalken.

In einfachen Sprengewerken sind keine Spannriegel vorhanden,
sondern die Streben unterstützen direct den Balken. Bei größeren
Sprengewerken sind Spannriegel und Zangen erforderlich, von denen
letztere das Verschieben und Durchbiegen der Streben verhindern.

[Abbildung] Fig. 86.
[Abbildung] Fig. 87.
[Abbildung] Fig.:
[Abbildung] 88.
[Abbildung] 89.
[Abbildung] 90.
[Abbildung] 91.

Die Zangen können entweder senkrecht zur Strebe (Fig. 89a)
oder lothrecht zum Balken (Fig. 89b) gerichtet sein.

Die Fig. 86 ist ein einfaches, Fig. 87 ein doppeltes, Fig. 88 ein
dreifaches, Fig. 89 ein vierfaches Sprengewerksystem.

Das Auflager der Streben am Fußende.

Die Strebe setzt sich entweder lothrecht auf eine eiserne Platte
oder mit Versetzung gegen einen Ständer (Fig. 92); letztere Art
hat den Vortheil, daß der Druck gleichmäßig auf die Widerlags-
mauern vertheilt wird (siehe Fig. 94).

Befinden sich mehrere Sprengewerke nebeneinander, so können

Erſtes Kapitel.

Man unterſcheidet einfache, doppelte und mehrfache Sprenge-
werke oder Sprengeböcke je nach der Anzahl der Unterſtützungen.
Die Figuren 86—89 zeigen verſchiedene Syſteme, Fig. 90 und 91
giebt die Zuſammenſetzung des Hänge- und Sprengewerkes.

Die weſentlichſten Theile des Sprengewerkes ſind die Streben,
der Spannriegel und der Sprengewerksbalken.

In einfachen Sprengewerken ſind keine Spannriegel vorhanden,
ſondern die Streben unterſtützen direct den Balken. Bei größeren
Sprengewerken ſind Spannriegel und Zangen erforderlich, von denen
letztere das Verſchieben und Durchbiegen der Streben verhindern.

[Abbildung] Fig. 86.
[Abbildung] Fig. 87.
[Abbildung] Fig.:
[Abbildung] 88.
[Abbildung] 89.
[Abbildung] 90.
[Abbildung] 91.

Die Zangen können entweder ſenkrecht zur Strebe (Fig. 89a)
oder lothrecht zum Balken (Fig. 89b) gerichtet ſein.

Die Fig. 86 iſt ein einfaches, Fig. 87 ein doppeltes, Fig. 88 ein
dreifaches, Fig. 89 ein vierfaches Sprengewerkſyſtem.

Das Auflager der Streben am Fußende.

Die Strebe ſetzt ſich entweder lothrecht auf eine eiſerne Platte
oder mit Verſetzung gegen einen Ständer (Fig. 92); letztere Art
hat den Vortheil, daß der Druck gleichmäßig auf die Widerlags-
mauern vertheilt wird (ſiehe Fig. 94).

Befinden ſich mehrere Sprengewerke nebeneinander, ſo können

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[40/0052] Erſtes Kapitel. Man unterſcheidet einfache, doppelte und mehrfache Sprenge- werke oder Sprengeböcke je nach der Anzahl der Unterſtützungen. Die Figuren 86—89 zeigen verſchiedene Syſteme, Fig. 90 und 91 giebt die Zuſammenſetzung des Hänge- und Sprengewerkes. Die weſentlichſten Theile des Sprengewerkes ſind die Streben, der Spannriegel und der Sprengewerksbalken. In einfachen Sprengewerken ſind keine Spannriegel vorhanden, ſondern die Streben unterſtützen direct den Balken. Bei größeren Sprengewerken ſind Spannriegel und Zangen erforderlich, von denen letztere das Verſchieben und Durchbiegen der Streben verhindern. [Abbildung Fig. 86.] [Abbildung Fig. 87.] [Abbildung Fig.:] [Abbildung 88.] [Abbildung 89.] [Abbildung 90.] [Abbildung 91.] Die Zangen können entweder ſenkrecht zur Strebe (Fig. 89a) oder lothrecht zum Balken (Fig. 89b) gerichtet ſein. Die Fig. 86 iſt ein einfaches, Fig. 87 ein doppeltes, Fig. 88 ein dreifaches, Fig. 89 ein vierfaches Sprengewerkſyſtem. Das Auflager der Streben am Fußende. Die Strebe ſetzt ſich entweder lothrecht auf eine eiſerne Platte oder mit Verſetzung gegen einen Ständer (Fig. 92); letztere Art hat den Vortheil, daß der Druck gleichmäßig auf die Widerlags- mauern vertheilt wird (ſiehe Fig. 94). Befinden ſich mehrere Sprengewerke nebeneinander, ſo können

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Zitationshilfe: Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 1. Die Constructionen in Holz. Halle (Saale), 1877, S. 40. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wanderley_bauconstructionslehre01_1877/52>, abgerufen am 19.09.2020.