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Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 2. Die Constructionen in Stein. Leipzig, 1878.

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Nachtrag. *)

Das in der Fig. 398 gegebene Prinzip haben wir in weiterem
Umfange angewendet bei Platzeln (Fig. 525), denen, anstatt der
Ellipse, ein Kreis zu Grunde liegt. Der verticale Querschnitt des
Platzels soll ebenfalls elliptisch gestaltet sein; wir denken uns ein Viertel
der gedrückten Ellipse um eine im Mittelpunkt des Grundkreises
stehende verticale Axe nach Fig. 525 gedreht,
sodann geben alle horizontalen Schnitte in der
Horizontalprojection lauter concentrische Kreise.
Will man nun mehrere nebeneinander befind-
liche rechteckige resp. quadratische Räume mit
solchen Platzeln überdecken, so nimmt man zu-
vor -- wie in Fig. 525 -- die Diagonalen

[Abbildung] Fig. 525.
der Räume A, B, C, D, als Durchmesser der Grundkreise an. Es
werden dann sämmtliche Fußpunkte der böhmischen Kappen (resp.
preuß. Platzeln) aus den Ecken der Räume hervorgehen. Nebenbei
sei bemerkt, daß diese Grundkreise die Ecken der Räume nicht zu be-
rühren brauchen, sondern ebensogut ganz beliebig große Durchmesser
haben können. In unserem Beispiele Fig. 526 finden wir die
erstere Voraussetzung. Damit die Gewölbedrücke sich gegenseitig auf-
heben, hat man darauf zu achten, daß die Anläufe (Schildbögen)
zweier nebeneinander befindlicher Gewölbe vollständig consequent seien,
und muß man zu diesem Behufe den Querschnitt einer jeden böhmi-
schen Kappe (oder Platzels) besonders austragen, wobei jedoch zuerst
der Querschnitt eines Platzels, z. B. der über dem Raum A, zu
Grunde gelegt wird. Es werden nun die Anläufe des Raumes A er-
mittelt, indem man eine Hälfte von jeder der zwei verschiedenen Seiten
des Rechtecks in beliebige Theile zerlegt, z. B. in I, II, III, IV, V, VI
und in g'', h'', i'', k'', l'', m'', n'', o'', und vom Mittelpunkt a des
Grundkreises aus mit den Radien a I, a II, a III etc., und a g'', a h'',

*) Nachtrag zu dem auf pag. 396 besprochenen Gegenstande.
Wanderley, Bauconstr. II. 32
Nachtrag. *)

Das in der Fig. 398 gegebene Prinzip haben wir in weiterem
Umfange angewendet bei Platzeln (Fig. 525), denen, anſtatt der
Ellipſe, ein Kreis zu Grunde liegt. Der verticale Querſchnitt des
Platzels ſoll ebenfalls elliptiſch geſtaltet ſein; wir denken uns ein Viertel
der gedrückten Ellipſe um eine im Mittelpunkt des Grundkreiſes
ſtehende verticale Axe nach Fig. 525 gedreht,
ſodann geben alle horizontalen Schnitte in der
Horizontalprojection lauter concentriſche Kreiſe.
Will man nun mehrere nebeneinander befind-
liche rechteckige reſp. quadratiſche Räume mit
ſolchen Platzeln überdecken, ſo nimmt man zu-
vor — wie in Fig. 525 — die Diagonalen

[Abbildung] Fig. 525.
der Räume A, B, C, D, als Durchmeſſer der Grundkreiſe an. Es
werden dann ſämmtliche Fußpunkte der böhmiſchen Kappen (reſp.
preuß. Platzeln) aus den Ecken der Räume hervorgehen. Nebenbei
ſei bemerkt, daß dieſe Grundkreiſe die Ecken der Räume nicht zu be-
rühren brauchen, ſondern ebenſogut ganz beliebig große Durchmeſſer
haben können. In unſerem Beiſpiele Fig. 526 finden wir die
erſtere Vorausſetzung. Damit die Gewölbedrücke ſich gegenſeitig auf-
heben, hat man darauf zu achten, daß die Anläufe (Schildbögen)
zweier nebeneinander befindlicher Gewölbe vollſtändig conſequent ſeien,
und muß man zu dieſem Behufe den Querſchnitt einer jeden böhmi-
ſchen Kappe (oder Platzels) beſonders austragen, wobei jedoch zuerſt
der Querſchnitt eines Platzels, z. B. der über dem Raum A, zu
Grunde gelegt wird. Es werden nun die Anläufe des Raumes A er-
mittelt, indem man eine Hälfte von jeder der zwei verſchiedenen Seiten
des Rechtecks in beliebige Theile zerlegt, z. B. in I, II, III, IV, V, VI
und in g'', h'', i'', k'', l'', m'', n'', o'', und vom Mittelpunkt a des
Grundkreiſes aus mit den Radien a I, a II, a III ꝛc., und a g'', a h'',

*) Nachtrag zu dem auf pag. 396 beſprochenen Gegenſtande.
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[[497]/0513] Nachtrag. *) Das in der Fig. 398 gegebene Prinzip haben wir in weiterem Umfange angewendet bei Platzeln (Fig. 525), denen, anſtatt der Ellipſe, ein Kreis zu Grunde liegt. Der verticale Querſchnitt des Platzels ſoll ebenfalls elliptiſch geſtaltet ſein; wir denken uns ein Viertel der gedrückten Ellipſe um eine im Mittelpunkt des Grundkreiſes ſtehende verticale Axe nach Fig. 525 gedreht, ſodann geben alle horizontalen Schnitte in der Horizontalprojection lauter concentriſche Kreiſe. Will man nun mehrere nebeneinander befind- liche rechteckige reſp. quadratiſche Räume mit ſolchen Platzeln überdecken, ſo nimmt man zu- vor — wie in Fig. 525 — die Diagonalen [Abbildung Fig. 525.] der Räume A, B, C, D, als Durchmeſſer der Grundkreiſe an. Es werden dann ſämmtliche Fußpunkte der böhmiſchen Kappen (reſp. preuß. Platzeln) aus den Ecken der Räume hervorgehen. Nebenbei ſei bemerkt, daß dieſe Grundkreiſe die Ecken der Räume nicht zu be- rühren brauchen, ſondern ebenſogut ganz beliebig große Durchmeſſer haben können. In unſerem Beiſpiele Fig. 526 finden wir die erſtere Vorausſetzung. Damit die Gewölbedrücke ſich gegenſeitig auf- heben, hat man darauf zu achten, daß die Anläufe (Schildbögen) zweier nebeneinander befindlicher Gewölbe vollſtändig conſequent ſeien, und muß man zu dieſem Behufe den Querſchnitt einer jeden böhmi- ſchen Kappe (oder Platzels) beſonders austragen, wobei jedoch zuerſt der Querſchnitt eines Platzels, z. B. der über dem Raum A, zu Grunde gelegt wird. Es werden nun die Anläufe des Raumes A er- mittelt, indem man eine Hälfte von jeder der zwei verſchiedenen Seiten des Rechtecks in beliebige Theile zerlegt, z. B. in I, II, III, IV, V, VI und in g'', h'', i'', k'', l'', m'', n'', o'', und vom Mittelpunkt a des Grundkreiſes aus mit den Radien a I, a II, a III ꝛc., und a g'', a h'', *) Nachtrag zu dem auf pag. 396 beſprochenen Gegenſtande. Wanderley, Bauconſtr. II. 32

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Zitationshilfe: Wanderley, Germano: Handbuch der Bauconstruktionslehre. 2. Aufl. Bd. 2. Die Constructionen in Stein. Leipzig, 1878, S. [497]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wanderley_bauconstructionslehre02_1878/513>, abgerufen am 05.08.2020.