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Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672.

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leb ich der gewissen Hoffnung/ er werde mich
helffen entschuldigen und den Jrrthumb der
Außschrifft dz Versehen beschützen lassen/ als-
denn werde ich mit doppelter Schuldigkeit
heissen

N. N.
Seine

Das heist bey der Nasen herumb geführt/
sagte Gelanor, man mag die Worte außlegen
wie man will/ so heist alles/ wasche mir den
Peltz und mache mir ihn nicht naß. Jch halte
davor/ daß sie eine von den qualificirtesten Per-
sonen seyn muß.

Der dritte Brieff.
Mein Herr/ etc.

NUnmehr will ich zugeben/ daß auf dieser
Welt nichts vollkommen ist/ nach dem
ich in seiner vollkommenen Tugend/ diese Un-
vollkommenheit befinde/ dadurch er veranlas-
let wird/ mich höher zu loben/ als ich verdient
habe. Ob ich aber solche Würckung der
Liebe zuschreiben soll/ kan ich eher nicht urthei-
len/ als biß ich durch seinen außführlichen Be-
richt erfahre/ was Liebe sey. Jnzwischen lasse
er sich meine Kühnheit nicht mißfallen/ daß ich
mich nenne

Mienesunvollkommenen Herren
unvollkommene Dienerin
Amaryllis.
Scheint
E


leb ich der gewiſſen Hoffnung/ er werde mich
helffen entſchuldigen und den Jrrthumb der
Außſchrifft dz Verſehen beſchuͤtzen laſſen/ als-
denn werde ich mit doppelter Schuldigkeit
heiſſen

N. N.
Seine

Das heiſt bey der Naſen herumb gefuͤhrt/
ſagte Gelanor, man mag die Worte außlegen
wie man will/ ſo heiſt alles/ waſche mir den
Peltz und mache mir ihn nicht naß. Jch halte
davor/ daß ſie eine von den qualificirteſten Per-
ſonen ſeyn muß.

Der dritte Brieff.
Mein Herr/ ꝛc.

NUnmehr will ich zugeben/ daß auf dieſer
Welt nichts vollkommen iſt/ nach dem
ich in ſeiner vollkommenen Tugend/ dieſe Un-
vollkommenheit befinde/ dadurch er veranlaſ-
let wird/ mich hoͤher zu loben/ als ich verdient
habe. Ob ich aber ſolche Wuͤrckung der
Liebe zuſchreiben ſoll/ kan ich eher nicht urthei-
len/ als biß ich durch ſeinen außfuͤhrlichen Be-
richt erfahre/ was Liebe ſey. Jnzwiſchen laſſe
er ſich meine Kuͤhnheit nicht mißfallen/ daß ich
mich nenne

Mienesunvollkommenen Herren
unvollkommene Dienerin
Amaryllis.
Scheint
E
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[97/0103] leb ich der gewiſſen Hoffnung/ er werde mich helffen entſchuldigen und den Jrrthumb der Außſchrifft dz Verſehen beſchuͤtzen laſſen/ als- denn werde ich mit doppelter Schuldigkeit heiſſen N. N. Seine Das heiſt bey der Naſen herumb gefuͤhrt/ ſagte Gelanor, man mag die Worte außlegen wie man will/ ſo heiſt alles/ waſche mir den Peltz und mache mir ihn nicht naß. Jch halte davor/ daß ſie eine von den qualificirteſten Per- ſonen ſeyn muß. Der dritte Brieff. Mein Herr/ ꝛc. NUnmehr will ich zugeben/ daß auf dieſer Welt nichts vollkommen iſt/ nach dem ich in ſeiner vollkommenen Tugend/ dieſe Un- vollkommenheit befinde/ dadurch er veranlaſ- let wird/ mich hoͤher zu loben/ als ich verdient habe. Ob ich aber ſolche Wuͤrckung der Liebe zuſchreiben ſoll/ kan ich eher nicht urthei- len/ als biß ich durch ſeinen außfuͤhrlichen Be- richt erfahre/ was Liebe ſey. Jnzwiſchen laſſe er ſich meine Kuͤhnheit nicht mißfallen/ daß ich mich nenne Mienesunvollkommenen Herren unvollkommene Dienerin Amaryllis. Scheint E

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Zitationshilfe: Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672, S. 97. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_ertznarren_1672/103>, abgerufen am 19.10.2019.