Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672.

Bild:
<< vorherige Seite

gieng par force auff Gesundheit/ daß ehe der
Herr Doctor mit seinem Gespräche fertig
war/ etliche und funffzig Thaler hinflogen.
Endlich ward er des Sitzens müde/ und satzte
den Wirth an seine Stelle/ gab ihm auch ze-
hen Thaler/ davon er zusetzen solte. Er selbst
folgte seiner Amaryllis nach/ welche/ weil sie
mit einer andern einen Karren gelegt/ ihre
Gesellin spielen liesse/ und kurtz zuvor hinter
die Johannis-Beeren spatzieret war. Da
war nun der Ort so gelegen/ daß Gelanor al-
les deutlich verstehen kunte.
Das andere Gespräch.

Storax, Amaryllis.

St. Jungfer Mariegen/ wie so allein? Suchet
sie Johannis-Beeren?
Am. Wie er siht.
St. Soll ihr niemand helffen?
Am. Was ich pflücke/ schmeckt mir am besten.
St. Sie bemühe sich nicht/ ich will schon
pflücken.
Am. Jch will aber nun selber die Lust haben.
St. Der Diener ist gewiß nicht angenehm.
Am. Ach nein/ er ist mir zu vornehm.
St. Jch
F v

gieng par force auff Geſundheit/ daß ehe der
Herr Doctor mit ſeinem Geſpraͤche fertig
war/ etliche und funffzig Thaler hinflogen.
Endlich ward er des Sitzens muͤde/ und ſatzte
den Wirth an ſeine Stelle/ gab ihm auch ze-
hen Thaler/ davon er zuſetzen ſolte. Er ſelbſt
folgte ſeiner Amaryllis nach/ welche/ weil ſie
mit einer andern einen Karren gelegt/ ihre
Geſellin ſpielen lieſſe/ und kurtz zuvor hinter
die Johannis-Beeren ſpatzieret war. Da
war nun der Ort ſo gelegen/ daß Gelanor al-
les deutlich verſtehen kunte.
Das andere Geſpraͤch.

Storax, Amaryllis.

St. Jungfer Maríegen/ wie ſo allein? Suchet
ſie Johannis-Beeren?
Am. Wie er ſiht.
St. Soll ihr niemand helffen?
Am. Was ich pfluͤcke/ ſchmeckt mir am beſten.
St. Sie bemuͤhe ſich nicht/ ich will ſchon
pfluͤcken.
Am. Jch will aber nun ſelber die Luſt haben.
St. Der Diener iſt gewiß nicht angenehm.
Am. Ach nein/ er iſt mir zu vornehm.
St. Jch
F v
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <stage><pb facs="#f0135" n="129"/><lb/>
gieng <hi rendition="#aq">par force</hi> auff Ge&#x017F;undheit/ daß ehe der<lb/>
Herr Doctor mit &#x017F;einem Ge&#x017F;pra&#x0364;che fertig<lb/>
war/ etliche und funffzig Thaler hinflogen.<lb/>
Endlich ward er des Sitzens mu&#x0364;de/ und &#x017F;atzte<lb/>
den Wirth an &#x017F;eine Stelle/ gab ihm auch ze-<lb/>
hen Thaler/ davon er zu&#x017F;etzen &#x017F;olte. Er &#x017F;elb&#x017F;t<lb/>
folgte &#x017F;einer <hi rendition="#aq">Amaryllis</hi> nach/ welche/ weil &#x017F;ie<lb/>
mit einer andern einen Karren gelegt/ ihre<lb/>
Ge&#x017F;ellin &#x017F;pielen lie&#x017F;&#x017F;e/ und kurtz zuvor hinter<lb/>
die Johannis-Beeren &#x017F;patzieret war. Da<lb/>
war nun der Ort &#x017F;o gelegen/ daß <hi rendition="#aq">Gelanor</hi> al-<lb/>
les deutlich ver&#x017F;tehen kunte.</stage>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Das andere Ge&#x017F;pra&#x0364;ch.</hi> </head><lb/>
          <p> <hi rendition="#aq">Storax, Amaryllis.</hi> </p><lb/>
          <sp>
            <speaker> <hi rendition="#aq">St.</hi> </speaker>
            <p>Jungfer Maríegen/ wie &#x017F;o allein? Suchet<lb/>
&#x017F;ie Johannis-Beeren?</p>
          </sp><lb/>
          <sp>
            <speaker> <hi rendition="#aq">Am.</hi> </speaker>
            <p>Wie er &#x017F;iht.</p>
          </sp><lb/>
          <sp>
            <speaker> <hi rendition="#aq">St.</hi> </speaker>
            <p>Soll ihr niemand helffen?</p>
          </sp><lb/>
          <sp>
            <speaker> <hi rendition="#aq">Am.</hi> </speaker>
            <p>Was ich pflu&#x0364;cke/ &#x017F;chmeckt mir am be&#x017F;ten.</p>
          </sp><lb/>
          <sp>
            <speaker><hi rendition="#aq">St</hi>.</speaker>
            <p>Sie bemu&#x0364;he &#x017F;ich nicht/ ich will &#x017F;chon<lb/>
pflu&#x0364;cken.</p>
          </sp><lb/>
          <sp>
            <speaker><hi rendition="#aq">Am</hi>.</speaker>
            <p>Jch will aber nun &#x017F;elber die Lu&#x017F;t haben.</p>
          </sp><lb/>
          <sp>
            <speaker> <hi rendition="#aq">St.</hi> </speaker>
            <p>Der Diener i&#x017F;t gewiß nicht angenehm.</p>
          </sp><lb/>
          <sp>
            <speaker><hi rendition="#aq">Am</hi>.</speaker>
            <p>Ach nein/ er i&#x017F;t mir zu vornehm.</p>
          </sp><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig"><hi rendition="#fr">F</hi> v</fw>
          <fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#aq">St.</hi> Jch</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[129/0135] gieng par force auff Geſundheit/ daß ehe der Herr Doctor mit ſeinem Geſpraͤche fertig war/ etliche und funffzig Thaler hinflogen. Endlich ward er des Sitzens muͤde/ und ſatzte den Wirth an ſeine Stelle/ gab ihm auch ze- hen Thaler/ davon er zuſetzen ſolte. Er ſelbſt folgte ſeiner Amaryllis nach/ welche/ weil ſie mit einer andern einen Karren gelegt/ ihre Geſellin ſpielen lieſſe/ und kurtz zuvor hinter die Johannis-Beeren ſpatzieret war. Da war nun der Ort ſo gelegen/ daß Gelanor al- les deutlich verſtehen kunte. Das andere Geſpraͤch. Storax, Amaryllis. St. Jungfer Maríegen/ wie ſo allein? Suchet ſie Johannis-Beeren? Am. Wie er ſiht. St. Soll ihr niemand helffen? Am. Was ich pfluͤcke/ ſchmeckt mir am beſten. St. Sie bemuͤhe ſich nicht/ ich will ſchon pfluͤcken. Am. Jch will aber nun ſelber die Luſt haben. St. Der Diener iſt gewiß nicht angenehm. Am. Ach nein/ er iſt mir zu vornehm. St. Jch F v

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Bei der Ausgabe handelt es sich um die 2. Auflage… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_ertznarren_1672
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_ertznarren_1672/135
Zitationshilfe: Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672, S. 129. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_ertznarren_1672/135>, abgerufen am 16.10.2019.