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Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672.

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es/ daß solche Gewissenslose Drucker und
Buchhändler gefunden werden/ welche sich so
viel mehr dieser Sünden theilhafftig machen/
so viel mehr sie die Schand-Possen unter die
Leute bringen. Nun ich wünsche noch einmal/
GOtt bringe die Liecht-scheuende Fleder-
Maus zum Erkäntniß/ damit ihm die ver-
dammten Bogen nicht einmahl auf der
Seele verbrennen/ und die böse Brunst/ die
er bey vielen erwecket/ auf seinem Kopfe zu
Pech und Schwefel werde. Er mag seyn
wer er will/ so weiß ich/ daß ihn sein Ge-
wissen eher verdammet hat/ als die ehrba-
re Welt davon hat urtheilen können. Nun
wie dem allen/ hier lege ich dem Kerlen mit
der Sauglocke was anders vor/ daran er
mag zierlicher schreiben lernen. Eines ist
mir leid/ daß ich die Sachen/ welche mei-
stentheils vor acht Jahren mit flüchtiger
Feder auffgesetzet worden/ weder übersehn
noch leserlich abschreiben kan. Und dan-
nenhero versche ich mich unterschiedener
Druckfehler. Jmmit[t]elst hätte ich Lust mich
zu nennen/ würde ich wegen meiner Ver-

rich-


es/ daß ſolche Gewiſſensloſe Drucker und
Buchhaͤndler gefundẽ werdẽ/ welche ſich ſo
viel mehr dieſer Suͤndẽ theilhafftig machẽ/
ſo viel mehr ſie die Schãd-Poſſen unter die
Leute bꝛingẽ. Nun ich wuͤnſche noch einmal/
GOtt bringe die Liecht-ſcheuende Fleder-
Maus zum Erkaͤntniß/ damit ihm die ver-
dammten Bogen nicht einmahl auf der
Seele verbrennen/ und die boͤſe Brunſt/ die
er bey vielen erwecket/ auf ſeinem Kopfe zu
Pech und Schwefel werde. Er mag ſeyn
wer er will/ ſo weiß ich/ daß ihn ſein Ge-
wiſſen eher verdammet hat/ als die ehrba-
re Welt davon hat urtheilen koͤnnen. Nun
wie dem allen/ hier lege ich dem Kerlen mit
der Sauglocke was anders vor/ daran er
mag zierlicher ſchreiben lernen. Eines iſt
mir leid/ daß ich die Sachen/ welche mei-
ſtentheils vor acht Jahren mit fluͤchtiger
Feder auffgeſetzet worden/ weder uͤberſehn
noch leſerlich abſchreiben kan. Und dan-
nenhero verſche ich mich unterſchiedener
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[8/0014] es/ daß ſolche Gewiſſensloſe Drucker und Buchhaͤndler gefundẽ werdẽ/ welche ſich ſo viel mehr dieſer Suͤndẽ theilhafftig machẽ/ ſo viel mehr ſie die Schãd-Poſſen unter die Leute bꝛingẽ. Nun ich wuͤnſche noch einmal/ GOtt bringe die Liecht-ſcheuende Fleder- Maus zum Erkaͤntniß/ damit ihm die ver- dammten Bogen nicht einmahl auf der Seele verbrennen/ und die boͤſe Brunſt/ die er bey vielen erwecket/ auf ſeinem Kopfe zu Pech und Schwefel werde. Er mag ſeyn wer er will/ ſo weiß ich/ daß ihn ſein Ge- wiſſen eher verdammet hat/ als die ehrba- re Welt davon hat urtheilen koͤnnen. Nun wie dem allen/ hier lege ich dem Kerlen mit der Sauglocke was anders vor/ daran er mag zierlicher ſchreiben lernen. Eines iſt mir leid/ daß ich die Sachen/ welche mei- ſtentheils vor acht Jahren mit fluͤchtiger Feder auffgeſetzet worden/ weder uͤberſehn noch leſerlich abſchreiben kan. Und dan- nenhero verſche ich mich unterſchiedener Druckfehler. Jm̃ittelſt haͤtte ich Luſt mich zu nennen/ wuͤrde ich wegen meiner Ver- rich-

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Zitationshilfe: Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672, S. 8. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_ertznarren_1672/14>, abgerufen am 25.03.2019.