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Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672.

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müssen/ ehe er zu einem armseligen Kusse gelan-
get. Nun die Lust war auß/ und Amaryllis
kam wieder zur Compagnie. Da foderte
der Junge Geld zu Wein/ Storax griff in den
Beutel/ und langete eine Handvoll klein Geld
herauß/ welches er kurtz zuvor wechslen lassen.
Ach mit dem Lumpen-Geld/ sagte er/ ist es
doch als wenn ich einen Bettelmann erschla-
gen hätte/ so viel Dreyer und Zweyer habich
bey mir: nahm darauff die Groschen und leg-
te sie besonders/ die kleinere Müntze warff er
unter die Jungen/ daß sie sich drumb schlagen
mochten/ was sonst vorgelauffen/ weiß unsere
Compagnie nicht/ weil sie von Zusehen müde
nach Hause eilete.
CAP. XIII.

SJe hatten sich aber kaum recht gesetzt/
als der Wirth auß dem Garten zurü-
cke kam/ und so wohl obgedachten Mons. Sto-
rax,
als auch etliche andere mitbrachte. Sie
nahmen ihren Platz bey Tische/ und stellten sich
Anfangs gantz erbar. Endlich als Gelanor
weg gieng/ von etlichen guten Freunden Ab-
schied zu nehmen/ war das Bürschgen lusti-
ger. Da musten lauter Gesundheiten ge-
truncken werden/ und Florindo, der seine Lust
an dem Courtisan hatte/ machte alles mit. Je

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muͤſſen/ ehe er zu einem armſeligen Kuſſe gelan-
get. Nun die Luſt war auß/ und Amaryllis
kam wieder zur Compagnie. Da foderte
der Junge Geld zu Wein/ Storax griff in den
Beutel/ und langete eine Handvoll klein Geld
herauß/ welches er kurtz zuvor wechslen laſſen.
Ach mit dem Lumpen-Geld/ ſagte er/ iſt es
doch als wenn ich einen Bettelmann erſchla-
gen haͤtte/ ſo viel Dreyer und Zweyer habich
bey mir: nahm darauff die Groſchen und leg-
te ſie beſonders/ die kleinere Muͤntze warff er
unter die Jungen/ daß ſie ſich drumb ſchlagen
mochten/ was ſonſt vorgelauffen/ weiß unſere
Compagnie nicht/ weil ſie von Zuſehen muͤde
nach Hauſe eilete.
CAP. XIII.

SJe hatten ſich aber kaum recht geſetzt/
als der Wirth auß dem Garten zuruͤ-
cke kam/ und ſo wohl obgedachten Monſ. Sto-
rax,
als auch etliche andere mitbrachte. Sie
nahmen ihren Platz bey Tiſche/ und ſtellten ſich
Anfangs gantz erbar. Endlich als Gelanor
weg gieng/ von etlichen guten Freunden Ab-
ſchied zu nehmen/ war das Buͤrſchgen luſti-
ger. Da muſten lauter Geſundheiten ge-
truncken werden/ und Florindo, der ſeine Luſt
an dem Courtiſan hatte/ machte alles mit. Je

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[136/0142] muͤſſen/ ehe er zu einem armſeligen Kuſſe gelan- get. Nun die Luſt war auß/ und Amaryllis kam wieder zur Compagnie. Da foderte der Junge Geld zu Wein/ Storax griff in den Beutel/ und langete eine Handvoll klein Geld herauß/ welches er kurtz zuvor wechslen laſſen. Ach mit dem Lumpen-Geld/ ſagte er/ iſt es doch als wenn ich einen Bettelmann erſchla- gen haͤtte/ ſo viel Dreyer und Zweyer habich bey mir: nahm darauff die Groſchen und leg- te ſie beſonders/ die kleinere Muͤntze warff er unter die Jungen/ daß ſie ſich drumb ſchlagen mochten/ was ſonſt vorgelauffen/ weiß unſere Compagnie nicht/ weil ſie von Zuſehen muͤde nach Hauſe eilete. CAP. XIII. SJe hatten ſich aber kaum recht geſetzt/ als der Wirth auß dem Garten zuruͤ- cke kam/ und ſo wohl obgedachten Monſ. Sto- rax, als auch etliche andere mitbrachte. Sie nahmen ihren Platz bey Tiſche/ und ſtellten ſich Anfangs gantz erbar. Endlich als Gelanor weg gieng/ von etlichen guten Freunden Ab- ſchied zu nehmen/ war das Buͤrſchgen luſti- ger. Da muſten lauter Geſundheiten ge- truncken werden/ und Florindo, der ſeine Luſt an dem Courtiſan hatte/ machte alles mit. Je mehr

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Zitationshilfe: Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_ertznarren_1672/142>, S. 136, abgerufen am 21.11.2017.