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Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672.

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veste Herrligkeit mir iederzeit mit guter Affe-
ction
zugethan gewesen. Als ist an Eure
obgedachte Edle Wohl-Ehrenveste Herrlig-
keit mein gehorsamstes Bitten/ dieselbe wolle
geruhen/ durch dero Edle und Wohl-Ehren-
veste Praesenz die Christliche Versammlung
zu vermehren/ und das arme Kind in dero Ed-
le und Wohlehrenveste Affection auf- und an-
zunehmen. Solche Edle und Wohlehren-
veste Wohlthat weide ich in meiner Niedrig-
keit nicht allein erkennen: sondern werde auch
in dessen Edlen und Wohlehrenvesten Dien-
sten zu leben und zu sterben befliessen seyn.

E. Edl. und Wohlehrend. Herrligk.
Unterthäniger Haus-Knecht
Steffen Leipeltz.

Solchen Brieff gab Eurylas dem Haus-
Knechte/ und weil er nicht lesen konte/ laß er
ihm was anders vor/ daß der gute Tropff
gar wohl mit zu frieden war/ damit schickte
er die Kindfrau fort. Nun gefiel dem neuen
Herr Gevatter die Außschrifft sehrwohl/ daß
er die Frau gar freundlich abfertigte/ allein
dz inwendige fuhr ihm in d'Nase auf wie Pfef-
fer. Er schickte also fort nach dem Hausknech-
te/ und fragte ihn/ wer diesen Brieff gestellet
hätte? der Knecht besorgte sich nichts Böses/

und
H iij


veſte Herrligkeit mir iederzeit mit guter Affe-
ction
zugethan geweſen. Als iſt an Eure
obgedachte Edle Wohl-Ehrenveſte Herrlig-
keit mein gehorſamſtes Bitten/ dieſelbe wolle
geruhen/ durch dero Edle und Wohl-Ehren-
veſte Præſenz die Chriſtliche Verſammlung
zu vermehren/ und das arme Kind in dero Ed-
le und Wohlehrenveſte Affection auf- und an-
zunehmen. Solche Edle und Wohlehren-
veſte Wohlthat weide ich in meiner Niedrig-
keit nicht allein erkennen: ſondern werde auch
in deſſen Edlen und Wohlehrenveſten Dien-
ſten zu leben und zu ſterben beflieſſen ſeyn.

E. Edl. und Wohlehrend. Herrligk.
Unterthaͤniger Haus-Knecht
Steffen Leipeltz.

Solchen Brieff gab Eurylas dem Haus-
Knechte/ und weil er nicht leſen konte/ laß er
ihm was anders vor/ daß der gute Tropff
gar wohl mit zu frieden war/ damit ſchickte
er die Kindfrau fort. Nun gefiel dem neuen
Herr Gevatter die Außſchrifft ſehrwohl/ daß
er die Frau gar freundlich abfertigte/ allein
dz inwendige fuhr ihm in d’Naſe auf wie Pfef-
fer. Er ſchickte alſo fort nach dem Hausknech-
te/ und fragte ihn/ wer dieſen Brieff geſtellet
haͤtte? der Knecht beſorgte ſich nichts Boͤſes/

und
H iij
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[173/0179] veſte Herrligkeit mir iederzeit mit guter Affe- ction zugethan geweſen. Als iſt an Eure obgedachte Edle Wohl-Ehrenveſte Herrlig- keit mein gehorſamſtes Bitten/ dieſelbe wolle geruhen/ durch dero Edle und Wohl-Ehren- veſte Præſenz die Chriſtliche Verſammlung zu vermehren/ und das arme Kind in dero Ed- le und Wohlehrenveſte Affection auf- und an- zunehmen. Solche Edle und Wohlehren- veſte Wohlthat weide ich in meiner Niedrig- keit nicht allein erkennen: ſondern werde auch in deſſen Edlen und Wohlehrenveſten Dien- ſten zu leben und zu ſterben beflieſſen ſeyn. E. Edl. und Wohlehrend. Herrligk. Unterthaͤniger Haus-Knecht Steffen Leipeltz. Solchen Brieff gab Eurylas dem Haus- Knechte/ und weil er nicht leſen konte/ laß er ihm was anders vor/ daß der gute Tropff gar wohl mit zu frieden war/ damit ſchickte er die Kindfrau fort. Nun gefiel dem neuen Herr Gevatter die Außſchrifft ſehrwohl/ daß er die Frau gar freundlich abfertigte/ allein dz inwendige fuhr ihm in d’Naſe auf wie Pfef- fer. Er ſchickte alſo fort nach dem Hausknech- te/ und fragte ihn/ wer dieſen Brieff geſtellet haͤtte? der Knecht beſorgte ſich nichts Boͤſes/ und H iij

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Zitationshilfe: Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672, S. 173. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_ertznarren_1672/179>, abgerufen am 12.11.2019.