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Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672.

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andere zeitliche Ehre/ Reichthum und andere
Eitelkeiten legen. Und ob sie gleich den
Außschlag auf Seiten der Seligkeit sehen/
gleichwohl sich mit den Hertzen so fest an die
Eitelkeit anhencken/ bi[s] der Himmel von der
Erde überwogen wird.

XX. Nun ist leicht die Rechnung zu ma-
chen/ wer der gröste Narr sey: Nemlich der-
selbe/ der umb zeitliches Kothes willen den
Himmel verschertzt. Nechst diesem/ der umb
lüderlicher Ursachen willen entweder die Ge-
sundheit und das Leben/ oder Ehre und gu-
ten Nahmen in Gefahr setzet.

CAP. XLIX.

SJe waren sämptlich über diesem Bericht
gar wohl vergnüget/ und erfreuten sich/
daß sie eine rechte Elle gefunden/ damit sie alle
ihre Narren nach der Länge und nach der
Breite messen könten. Machten derowegen
eifrige Anstallt mit ehester Gelegenheit nach
Hause zu kommen/ da sie denn alles in gutem
Zustand antraffen/ und die leeren Felder in dem
Anfangs erwehnten Saale also außputzen
liessen. Oben über ward mit grossen Buch-
staben geschrieben:

DIO-


andere zeitliche Ehre/ Reichthum und andere
Eitelkeiten legen. Und ob ſie gleich den
Außſchlag auf Seiten der Seligkeit ſehen/
gleichwohl ſich mit den Hertzen ſo feſt an die
Eitelkeit anhencken/ bi[ſ] der Himmel von der
Erde uͤberwogen wird.

XX. Nun iſt leicht die Rechnung zu ma-
chen/ wer der groͤſte Narr ſey: Nemlich der-
ſelbe/ der umb zeitliches Kothes willen den
Himmel verſchertzt. Nechſt dieſem/ der umb
luͤderlicher Urſachen willen entweder die Ge-
ſundheit und das Leben/ oder Ehre und gu-
ten Nahmen in Gefahr ſetzet.

CAP. XLIX.

SJe waren ſaͤmptlich uͤber dieſem Bericht
gar wohl vergnuͤget/ und erfreuten ſich/
daß ſie eine rechte Elle gefunden/ damit ſie alle
ihre Narren nach der Laͤnge und nach der
Breite meſſen koͤnten. Machten derowegen
eifrige Anſtallt mit eheſter Gelegenheit nach
Hauſe zu kommen/ da ſie deñ alles in gutem
Zuſtand antraffen/ und die leeren Felder in dem
Anfangs erwehnten Saale alſo außputzen
lieſſen. Oben uͤber ward mit groſſen Buch-
ſtaben geſchrieben:

DIO-
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[403/0409] andere zeitliche Ehre/ Reichthum und andere Eitelkeiten legen. Und ob ſie gleich den Außſchlag auf Seiten der Seligkeit ſehen/ gleichwohl ſich mit den Hertzen ſo feſt an die Eitelkeit anhencken/ biſ der Himmel von der Erde uͤberwogen wird. XX. Nun iſt leicht die Rechnung zu ma- chen/ wer der groͤſte Narr ſey: Nemlich der- ſelbe/ der umb zeitliches Kothes willen den Himmel verſchertzt. Nechſt dieſem/ der umb luͤderlicher Urſachen willen entweder die Ge- ſundheit und das Leben/ oder Ehre und gu- ten Nahmen in Gefahr ſetzet. CAP. XLIX. SJe waren ſaͤmptlich uͤber dieſem Bericht gar wohl vergnuͤget/ und erfreuten ſich/ daß ſie eine rechte Elle gefunden/ damit ſie alle ihre Narren nach der Laͤnge und nach der Breite meſſen koͤnten. Machten derowegen eifrige Anſtallt mit eheſter Gelegenheit nach Hauſe zu kommen/ da ſie deñ alles in gutem Zuſtand antraffen/ und die leeren Felder in dem Anfangs erwehnten Saale alſo außputzen lieſſen. Oben uͤber ward mit groſſen Buch- ſtaben geſchrieben: DIO-

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Zitationshilfe: Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672, S. 403. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_ertznarren_1672/409>, abgerufen am 20.10.2019.