Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683.

Bild:
<< vorherige Seite
Jacobs
Vierdter Handlung
Erster Aufftrit.
Elidab, Darkon.
Elid. Ist es wohl jemahls erhöret worden?
Dark. In der Welt geschicht selten was neues:
Allzeit eine Comoedie mit neuen Personen.

Elid. Aber wenn ist so ein betrüglich Stücke
vorgangen?

Dark. Manchmahl ändern sich die Fälle/ doch
die Schelmstücke sind einerley.

Elid. Ich dencke Rahel liegt bey jhrem Bräuti-
gam im Bette/ so komt sie heute zu dem Thore
herein.

Dark. Kan jemand davor/ daß er unrecht ge-
dacht hat?

Elie. Können wir davor/ daß wir zur Hochzeit
gebeten werden/ und wissen nicht/ wer die Braut
ist?

Dark. Der Hochzeit-Vater wird es verant-
worten.

Elid. Es ist mir leid um den ehrlichen Jacob/
daß er in dem gantzen Lande zur Fabel werden sol.

Dark. Warum läst er sich mit sehenden Augen
betrügen? Ich meinte/ der Kerl wäre nun alt ge-
nung/ daß er die Schönheit an dem Griffe erken-
nen könte.
Elid.
Jacobs
Vierdter Handlung
Erſter Aufftrit.
Elidab, Darkon.
Elid. Iſt es wohl jemahls erhoͤret worden?
Dark. In der Welt geſchicht ſelten was neues:
Allzeit eine Comœdie mit neuen Perſonen.

Elid. Aber wenn iſt ſo ein betruͤglich Stuͤcke
vorgangen?

Dark. Manchmahl aͤndern ſich die Faͤlle/ doch
die Schelmſtuͤcke ſind einerley.

Elid. Ich dencke Rahel liegt bey jhrem Braͤuti-
gam im Bette/ ſo komt ſie heute zu dem Thore
herein.

Dark. Kan jemand davor/ daß er unrecht ge-
dacht hat?

Elie. Koͤnnen wir davor/ daß wir zur Hochzeit
gebeten werden/ und wiſſen nicht/ wer die Braut
iſt?

Dark. Der Hochzeit-Vater wird es verant-
worten.

Elid. Es iſt mir leid um den ehrlichen Jacob/
daß er in dem gantzen Lande zur Fabel werden ſol.

Dark. Warum laͤſt er ſich mit ſehenden Augen
betruͤgen? Ich meinte/ der Kerl waͤre nun alt ge-
nung/ daß er die Schoͤnheit an dem Griffe erken-
nen koͤnte.
Elid.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0161" n="140"/>
        <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Jacobs</hi> </fw><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Vierdter Handlung</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Er&#x017F;ter Aufftrit.</hi> </head><lb/>
            <stage> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#aq">Elidab, Darkon.</hi> </hi> </stage><lb/>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Elid.</hi> </speaker>
              <p>I&#x017F;t es wohl jemahls erho&#x0364;ret worden?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Dark.</hi> </speaker>
              <p>In der Welt ge&#x017F;chicht &#x017F;elten was neues:<lb/>
Allzeit eine <hi rendition="#aq">Com&#x0153;die</hi> mit neuen Per&#x017F;onen.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Elid.</hi> </speaker>
              <p>Aber wenn i&#x017F;t &#x017F;o ein betru&#x0364;glich Stu&#x0364;cke<lb/>
vorgangen?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Dark.</hi> </speaker>
              <p>Manchmahl a&#x0364;ndern &#x017F;ich die Fa&#x0364;lle/ doch<lb/>
die Schelm&#x017F;tu&#x0364;cke &#x017F;ind einerley.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Elid.</hi> </speaker>
              <p>Ich dencke Rahel liegt bey jhrem Bra&#x0364;uti-<lb/>
gam im Bette/ &#x017F;o komt &#x017F;ie heute zu dem Thore<lb/>
herein.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Dark.</hi> </speaker>
              <p>Kan jemand davor/ daß er unrecht ge-<lb/>
dacht hat?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Elie.</hi> </speaker>
              <p>Ko&#x0364;nnen wir davor/ daß wir zur Hochzeit<lb/>
gebeten werden/ und wi&#x017F;&#x017F;en nicht/ wer die Braut<lb/>
i&#x017F;t?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Dark.</hi> </speaker>
              <p>Der Hochzeit-Vater wird es verant-<lb/>
worten.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Elid.</hi> </speaker>
              <p>Es i&#x017F;t mir leid um den ehrlichen Jacob/<lb/>
daß er in dem gantzen Lande zur Fabel werden &#x017F;ol.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Dark.</hi> </speaker>
              <p>Warum la&#x0364;&#x017F;t er &#x017F;ich mit &#x017F;ehenden Augen<lb/>
betru&#x0364;gen? Ich meinte/ der Kerl wa&#x0364;re nun alt ge-<lb/>
nung/ daß er die Scho&#x0364;nheit an dem Griffe erken-<lb/>
nen ko&#x0364;nte.</p>
            </sp><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq">Elid.</hi> </fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[140/0161] Jacobs Vierdter Handlung Erſter Aufftrit. Elidab, Darkon. Elid. Iſt es wohl jemahls erhoͤret worden? Dark. In der Welt geſchicht ſelten was neues: Allzeit eine Comœdie mit neuen Perſonen. Elid. Aber wenn iſt ſo ein betruͤglich Stuͤcke vorgangen? Dark. Manchmahl aͤndern ſich die Faͤlle/ doch die Schelmſtuͤcke ſind einerley. Elid. Ich dencke Rahel liegt bey jhrem Braͤuti- gam im Bette/ ſo komt ſie heute zu dem Thore herein. Dark. Kan jemand davor/ daß er unrecht ge- dacht hat? Elie. Koͤnnen wir davor/ daß wir zur Hochzeit gebeten werden/ und wiſſen nicht/ wer die Braut iſt? Dark. Der Hochzeit-Vater wird es verant- worten. Elid. Es iſt mir leid um den ehrlichen Jacob/ daß er in dem gantzen Lande zur Fabel werden ſol. Dark. Warum laͤſt er ſich mit ſehenden Augen betruͤgen? Ich meinte/ der Kerl waͤre nun alt ge- nung/ daß er die Schoͤnheit an dem Griffe erken- nen koͤnte. Elid.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/161
Zitationshilfe: Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683, S. 140. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/161>, abgerufen am 16.10.2019.