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Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683.

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nen auf mich warten/ derer Anbringen nicht aller-
dinges nach unserm Wunsche lauffen wird.

(Sie gehen ab.)
Erster Handlung
Achter Aufftrit.
Roderigo, Ferrante, Donato. Allegro
auff der Seite.
Ferr. Ihr Excellentz wir haben nichts gewissers
zu hoffen/ als daß nunmehr der rasende Pöbel in
vollem Anzuge begriffen ist/ den Pallast zu stür-
men.

Rod. Wer hat die Zeitung so gewiß gemacht?
Ferr. Der Herr Secretarius wird die Sache
ausführlicher berichten können.

Don. Es ist an dem/ daß nunmehro zehn tausend
Personen beysammen sind/ welche die Zollhütten
mit Feuer vertilgen/ auch allbereit etliche Gefäng-
nisse erbrochen haben/ damit sie durch allerhand lo-
se Buben die Trouppen verstärcken möchten. Die
meisten haben das ietzige kleine Brod auf eine Picqve
gestecket/ und ruffen: GOtt gebe unserm Könige
langes Leben/ und beschere uns wohlfeile Zeit/ aber
das böse Regiment hole ein ander. Bey diesem
bleibt es nicht/ sondern etliche führen auf den Stan-
gen schwartze Lumpen/ und ruffen mit erbärmlicher
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MASANIELLO.
nen auf mich warten/ derer Anbringen nicht aller-
dinges nach unſerm Wunſche lauffen wird.

(Sie gehen ab.)
Erſter Handlung
Achter Aufftrit.
Roderigo, Ferrante, Donato. Allegro
auff der Seite.
Ferr. Ihr Excellentz wir haben nichts gewiſſers
zu hoffen/ als daß nunmehr der raſende Poͤbel in
vollem Anzuge begriffen iſt/ den Pallaſt zu ſtuͤr-
men.

Rod. Wer hat die Zeitung ſo gewiß gemacht?
Ferr. Der Herr Secretarius wird die Sache
ausfuͤhrlicher berichten koͤnnen.

Don. Es iſt an dem/ daß nunmehro zehn tauſend
Perſonen beyſammen ſind/ welche die Zollhuͤtten
mit Feuer vertilgen/ auch allbereit etliche Gefaͤng-
niſſe erbrochen haben/ damit ſie durch allerhand lo-
ſe Buben die Trouppen verſtaͤrcken moͤchten. Die
meiſten haben das ietzige kleine Brod auf eine Picqve
geſtecket/ und ruffen: GOtt gebe unſerm Koͤnige
langes Leben/ und beſchere uns wohlfeile Zeit/ aber
das boͤſe Regiment hole ein ander. Bey dieſem
bleibt es nicht/ ſondern etliche fuͤhren auf den Stan-
gen ſchwartze Lumpen/ und ruffen mit erbaͤrmlicher
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[25/0366] MASANIELLO. nen auf mich warten/ derer Anbringen nicht aller- dinges nach unſerm Wunſche lauffen wird. (Sie gehen ab.) Erſter Handlung Achter Aufftrit. Roderigo, Ferrante, Donato. Allegro auff der Seite. Ferr. Ihr Excellentz wir haben nichts gewiſſers zu hoffen/ als daß nunmehr der raſende Poͤbel in vollem Anzuge begriffen iſt/ den Pallaſt zu ſtuͤr- men. Rod. Wer hat die Zeitung ſo gewiß gemacht? Ferr. Der Herr Secretarius wird die Sache ausfuͤhrlicher berichten koͤnnen. Don. Es iſt an dem/ daß nunmehro zehn tauſend Perſonen beyſammen ſind/ welche die Zollhuͤtten mit Feuer vertilgen/ auch allbereit etliche Gefaͤng- niſſe erbrochen haben/ damit ſie durch allerhand lo- ſe Buben die Trouppen verſtaͤrcken moͤchten. Die meiſten haben das ietzige kleine Brod auf eine Picqve geſtecket/ und ruffen: GOtt gebe unſerm Koͤnige langes Leben/ und beſchere uns wohlfeile Zeit/ aber das boͤſe Regiment hole ein ander. Bey dieſem bleibt es nicht/ ſondern etliche fuͤhren auf den Stan- gen ſchwartze Lumpen/ und ruffen mit erbaͤrmlicher Stim- B b 5

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Zitationshilfe: Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683, S. 25. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/366>, abgerufen am 14.10.2019.