Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683.

Bild:
<< vorherige Seite
Absurda
Steph. Ich thu es aus guten Gewissen/
Veit. Davor werdet jhr bencken müssen.
Nic.
Herr Vater/ es ist auf der Gassen
Ein todter Mann allein gelassen.
Steph. Auf/ auf ich muß jhn heimlich stehlen/
Nic. Denckt was der König that befehlen.
Steph.
Wer wird mich flugs bey jhm verrathen?
Es sind doch keine böse Thaten.
(Sie gehen ab.)
Dritter Handlung
Eilffter Auftrit.
Vexante, Acuto, Fabian, Bonifacius.
Fab. Gnung/ daß ihr keine Sau macht.
Bon. Ich werde geschimpft.
Fab. Abstine Sus. Ich kan fremde Sachen nicht
außwendig lernen.

Vex. Was giebt es vor einen Zanck?
Bon. Da hat ein Kerle meine Verse verachtet/
weil nicht Latein genung drinnen ist/ und hat mir
zum Possen was anders gemacht.

Vex. Der Schimpff ist groß: Aber doch eine
neue Sau zu verhüten/ so mag der gute Mann seine
Verse hören lassen.

Bon. Könnens die Herren leiden/ daß sich der
Stylus verändert/ so bin ich wol zu frieden.
Acut.
Absurda
Steph. Ich thu es aus guten Gewiſſen/
Veit. Davor werdet jhr bencken muͤſſen.
Nic.
Herr Vater/ es iſt auf der Gaſſen
Ein todter Mann allein gelaſſen.
Steph. Auf/ auf ich muß jhn heimlich ſtehlen/
Nic. Denckt was der Koͤnig that befehlen.
Steph.
Wer wird mich flugs bey jhm verrathen?
Es ſind doch keine boͤſe Thaten.
(Sie gehen ab.)
Dritter Handlung
Eilffter Auftrit.
Vexante, Acuto, Fabian, Bonifacius.
Fab. Gnung/ daß ihr keine Sau macht.
Bon. Ich werde geſchimpft.
Fab. Abſtine Sus. Ich kan fremde Sachen nicht
außwendig lernen.

Vex. Was giebt es vor einen Zanck?
Bon. Da hat ein Kerle meine Verſe verachtet/
weil nicht Latein genung drinnen iſt/ und hat mir
zum Poſſen was anders gemacht.

Vex. Der Schimpff iſt groß: Aber doch eine
neue Sau zu verhuͤten/ ſo mag der gute Mann ſeine
Verſe hoͤren laſſen.

Bon. Koͤnnens die Herren leiden/ daß ſich der
Stylus veraͤndert/ ſo bin ich wol zu frieden.
Acut.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0667" n="328[326]"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#k">Absurda</hi> </hi> </fw><lb/>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Steph.</hi> </speaker>
              <p> <hi rendition="#fr">Ich thu es aus guten Gewi&#x017F;&#x017F;en/</hi> </p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Veit.</hi> </speaker>
              <p> <hi rendition="#fr">Davor werdet jhr bencken mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en.</hi> </p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Nic.</hi> </speaker>
              <lg type="poem">
                <l> <hi rendition="#fr">Herr Vater/ es i&#x017F;t auf der Ga&#x017F;&#x017F;en</hi> </l><lb/>
                <l> <hi rendition="#fr">Ein todter Mann allein gela&#x017F;&#x017F;en.</hi> </l>
              </lg><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Steph.</hi> </speaker>
              <p> <hi rendition="#fr">Auf/ auf ich muß jhn heimlich &#x017F;tehlen/</hi> </p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Nic.</hi> </speaker>
              <p> <hi rendition="#fr">Denckt was der Ko&#x0364;nig that befehlen.</hi> </p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Steph.</hi> </speaker>
              <lg type="poem">
                <l> <hi rendition="#fr">Wer wird mich flugs bey jhm verrathen?</hi> </l><lb/>
                <l> <hi rendition="#fr">Es &#x017F;ind doch keine bo&#x0364;&#x017F;e Thaten.</hi> </l>
              </lg><lb/>
              <stage> <hi rendition="#c">(<hi rendition="#fr">Sie gehen ab.</hi>)</hi> </stage>
            </sp>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#in">D</hi>ritter <hi rendition="#in">H</hi>andlung</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Eilffter Auftrit.</hi> </head><lb/>
            <stage> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#aq">Vexante, Acuto, Fabian, Bonifacius.</hi> </hi> </stage><lb/>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Fab.</hi> </speaker>
              <p>Gnung/ daß ihr keine Sau macht.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Bon.</hi> </speaker>
              <p>Ich werde ge&#x017F;chimpft.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Fab.</hi> </speaker>
              <p><hi rendition="#aq">Ab&#x017F;tine Sus.</hi> Ich kan fremde Sachen nicht<lb/>
außwendig lernen.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Vex.</hi> </speaker>
              <p>Was giebt es vor einen Zanck?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Bon.</hi> </speaker>
              <p>Da hat ein Kerle meine Ver&#x017F;e verachtet/<lb/>
weil nicht Latein genung drinnen i&#x017F;t/ und hat mir<lb/>
zum Po&#x017F;&#x017F;en was anders gemacht.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Vex.</hi> </speaker>
              <p>Der Schimpff i&#x017F;t groß: Aber doch eine<lb/>
neue Sau zu verhu&#x0364;ten/ &#x017F;o mag der gute Mann &#x017F;eine<lb/>
Ver&#x017F;e ho&#x0364;ren la&#x017F;&#x017F;en.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Bon.</hi> </speaker>
              <p>Ko&#x0364;nnens die Herren leiden/ daß &#x017F;ich der<lb/><hi rendition="#aq">Stylus</hi> vera&#x0364;ndert/ &#x017F;o bin ich wol zu frieden.</p>
            </sp><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq">Acut.</hi> </fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[328[326]/0667] Absurda Steph. Ich thu es aus guten Gewiſſen/ Veit. Davor werdet jhr bencken muͤſſen. Nic. Herr Vater/ es iſt auf der Gaſſen Ein todter Mann allein gelaſſen. Steph. Auf/ auf ich muß jhn heimlich ſtehlen/ Nic. Denckt was der Koͤnig that befehlen. Steph. Wer wird mich flugs bey jhm verrathen? Es ſind doch keine boͤſe Thaten. (Sie gehen ab.) Dritter Handlung Eilffter Auftrit. Vexante, Acuto, Fabian, Bonifacius. Fab. Gnung/ daß ihr keine Sau macht. Bon. Ich werde geſchimpft. Fab. Abſtine Sus. Ich kan fremde Sachen nicht außwendig lernen. Vex. Was giebt es vor einen Zanck? Bon. Da hat ein Kerle meine Verſe verachtet/ weil nicht Latein genung drinnen iſt/ und hat mir zum Poſſen was anders gemacht. Vex. Der Schimpff iſt groß: Aber doch eine neue Sau zu verhuͤten/ ſo mag der gute Mann ſeine Verſe hoͤren laſſen. Bon. Koͤnnens die Herren leiden/ daß ſich der Stylus veraͤndert/ ſo bin ich wol zu frieden. Acut.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/667
Zitationshilfe: Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683, S. 328[326]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/667>, abgerufen am 16.10.2019.