Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683.

Bild:
<< vorherige Seite
Absurda
zerreissen das Nest und die Fleder-
wische/ damit die Schwalbe gezieret
ist/ endlich lauffen alle mit ihren zer-
brochenen Sachen davon.
)
Dritter Handlung
Vierzehnder Aufftrit.
Bonifacius, Robert, Sighart.
Bon. Ach meine Comoedie! Ach mein Kopff!
Ach mein Biergeld! Ach meine Ribben!

Rob. Pfuy! Ist unser gnädigster Herr nun gut
genung/ daß er an euren Bauer-Possen seine Ver-
drießligkeit haben sol?

Sighart. Ich halte/ wenn man die Comoedie im
Hundeloche ausspielen lässet/ so ist das Bier-Geld
am besten bezahlet.

Bon. Ach wie klug sind die Leute/ die ein Spiel
von sechs Personen auff ihre eigene Hand machen/ so
wissen sie doch/ daß ihre Adjuvanten nicht zu Schel-
men werden.

Rob. Die Entschuldigung wird euch wenig helf-
fen. Ein Director soll die Leute besser abrichten.
Mit eurem Plaudern kam die Schwalbe aus dem
Gesange/ und damit lieffen freylich sechs und zwan-
tzig Schock Schweine auf einmahl unserm Gnädig-
sten Herrn entgegen.
Bon.
Absurda
zerreiſſen das Neſt und die Fleder-
wiſche/ damit die Schwalbe gezieret
iſt/ endlich lauffen alle mit ihren zer-
brochenen Sachen davon.
)
Dritter Handlung
Vierzehnder Aufftrit.
Bonifacius, Robert, Sighart.
Bon. Ach meine Comœdie! Ach mein Kopff!
Ach mein Biergeld! Ach meine Ribben!

Rob. Pfuy! Iſt unſer gnaͤdigſter Herr nun gut
genung/ daß er an euren Bauer-Poſſen ſeine Ver-
drießligkeit haben ſol?

Sighart. Ich halte/ wenn man die Comœdie im
Hundeloche ausſpielen laͤſſet/ ſo iſt das Bier-Geld
am beſten bezahlet.

Bon. Ach wie klug ſind die Leute/ die ein Spiel
von ſechs Perſonen auff ihre eigene Hand machen/ ſo
wiſſen ſie doch/ daß ihre Adjuvanten nicht zu Schel-
men werden.

Rob. Die Entſchuldigung wird euch wenig helf-
fen. Ein Director ſoll die Leute beſſer abrichten.
Mit eurem Plaudern kam die Schwalbe aus dem
Geſange/ und damit lieffen freylich ſechs und zwan-
tzig Schock Schweine auf einmahl unſerm Gnaͤdig-
ſten Herrn entgegen.
Bon.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <sp>
              <stage>
                <pb facs="#f0675" n="336[334]"/>
                <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#g"> <hi rendition="#k">Absurda</hi> </hi> </hi> </fw><lb/> <hi rendition="#et"><hi rendition="#fr">zerrei&#x017F;&#x017F;en das Ne&#x017F;t und die Fleder-<lb/>
wi&#x017F;che/ damit die Schwalbe gezieret<lb/>
i&#x017F;t/ endlich lauffen alle mit ihren zer-<lb/>
brochenen Sachen davon.</hi>)</hi> </stage>
            </sp>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#in">D</hi>ritter <hi rendition="#in">H</hi>andlung</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Vierzehnder Aufftrit.</hi> </head><lb/>
            <stage> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#aq">Bonifacius, Robert, Sighart.</hi> </hi> </stage><lb/>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">B</hi>on.</hi> </speaker>
              <p>Ach meine <hi rendition="#aq">Com&#x0153;di</hi>e! Ach mein Kopff!<lb/>
Ach mein Biergeld! Ach meine Ribben!</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Rob.</hi> </speaker>
              <p>Pfuy! I&#x017F;t un&#x017F;er gna&#x0364;dig&#x017F;ter Herr nun gut<lb/>
genung/ daß er an euren Bauer-Po&#x017F;&#x017F;en &#x017F;eine Ver-<lb/>
drießligkeit haben &#x017F;ol?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Sighart.</hi> </speaker>
              <p>Ich halte/ wenn man die <hi rendition="#aq">Com&#x0153;die</hi> im<lb/>
Hundeloche aus&#x017F;pielen la&#x0364;&#x017F;&#x017F;et/ &#x017F;o i&#x017F;t das Bier-Geld<lb/>
am be&#x017F;ten bezahlet.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Bon.</hi> </speaker>
              <p>Ach wie klug &#x017F;ind die Leute/ die ein Spiel<lb/>
von &#x017F;echs Per&#x017F;onen auff ihre eigene Hand machen/ &#x017F;o<lb/>
wi&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ie doch/ daß ihre <hi rendition="#aq">Adjuvant</hi>en nicht zu Schel-<lb/>
men werden.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Rob.</hi> </speaker>
              <p>Die Ent&#x017F;chuldigung wird euch wenig helf-<lb/>
fen. Ein <hi rendition="#aq">Director</hi> &#x017F;oll die Leute be&#x017F;&#x017F;er abrichten.<lb/>
Mit eurem Plaudern kam die Schwalbe aus dem<lb/>
Ge&#x017F;ange/ und damit lieffen freylich &#x017F;echs und zwan-<lb/>
tzig Schock Schweine auf einmahl un&#x017F;erm Gna&#x0364;dig-<lb/>
&#x017F;ten Herrn entgegen.</p>
            </sp><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">B</hi>on.</hi> </fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[336[334]/0675] Absurda zerreiſſen das Neſt und die Fleder- wiſche/ damit die Schwalbe gezieret iſt/ endlich lauffen alle mit ihren zer- brochenen Sachen davon.) Dritter Handlung Vierzehnder Aufftrit. Bonifacius, Robert, Sighart. Bon. Ach meine Comœdie! Ach mein Kopff! Ach mein Biergeld! Ach meine Ribben! Rob. Pfuy! Iſt unſer gnaͤdigſter Herr nun gut genung/ daß er an euren Bauer-Poſſen ſeine Ver- drießligkeit haben ſol? Sighart. Ich halte/ wenn man die Comœdie im Hundeloche ausſpielen laͤſſet/ ſo iſt das Bier-Geld am beſten bezahlet. Bon. Ach wie klug ſind die Leute/ die ein Spiel von ſechs Perſonen auff ihre eigene Hand machen/ ſo wiſſen ſie doch/ daß ihre Adjuvanten nicht zu Schel- men werden. Rob. Die Entſchuldigung wird euch wenig helf- fen. Ein Director ſoll die Leute beſſer abrichten. Mit eurem Plaudern kam die Schwalbe aus dem Geſange/ und damit lieffen freylich ſechs und zwan- tzig Schock Schweine auf einmahl unſerm Gnaͤdig- ſten Herrn entgegen. Bon.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/675
Zitationshilfe: Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683, S. 336[334]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/675>, abgerufen am 14.10.2019.