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Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787.

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Kurze Klassification und Beschreibung
§. 2.

Inzwischen herrscht in den mineralogischen Schriften eine erstaunliche
Verwirrung in der Bestimmung dieser Gesteinarten, und in dem Ge-
brauche ihrer Benennungen. Eine deutliche Bestimmung und schickliche
Klassifikation derselben, wird also um so mehr Bedürfniß für die Minera-
logie seyn, als jezt außerordentlich viel in und über die Geognosie und
mineralogische Geographie geschrieben wird, und die vorhandenen Be-
stimmungen und Klassifikationen dieser Körper von ältern Mineralogen b),
vermöge der in diesem Fache gemachten häufigen neuen Bemerkungen,
ganz unzulänglich geworden sind.

§. 3.

Eine dergleichen kurze Bestimmung und Klassifikation dieser Gestein-
arten will ich hier liefern. Ich werde übrigens auch hier dem von mir
angenommenen Grundsatze getreu bleiben: keine andere Gesteinarten,
als von deren wirklichen Existenz ich überzeugt bin, aufzuführen. Denn
ich halte es für ganz unschicklich und falsch, wenn man in der Naturge-
schichte Körper, die von andern, nur noch sehr unbestimmt, als neue und
besondere Gattungen genennt und angegeben worden sind, ohne weitere
Untersuchung und Abwartung mehrerer Bestätigung, sogleich in den Sy-
stemen als wirklich neue Gattungen aufführet. c) Man häuft dadurch
die naturhistorischen Undinge außerordentlich, statt dem, daß man sie im-
mer mehr und mehr auszumärzen, und die Natursysteme davon zu reini-

gen
b) Von Linne, Wallerius, Kronstedt. Ganz neuerlich haben wir von
Hrn. Voigt in Weimar, und Hrn. Haidinger in Wien dergleichen Klas-
sifikationen erhalten. Lezterer wird seine Arbeit, die eigentlich eine Preiß-
schrift war, wohl nächstens dem Publikum mittheilen, das sie mit Un-
geduld erwartet.
c) Wenn man dergleichen noch ungewisse Körper mit bemerken will, so
kann es ja in einer Anmerkung, oder in einem hierzu besonders bestimm-
ten zulezt angehängten §. geschehen.
Kurze Klaſſification und Beſchreibung
§. 2.

Inzwiſchen herrſcht in den mineralogiſchen Schriften eine erſtaunliche
Verwirrung in der Beſtimmung dieſer Geſteinarten, und in dem Ge-
brauche ihrer Benennungen. Eine deutliche Beſtimmung und ſchickliche
Klaſſifikation derſelben, wird alſo um ſo mehr Beduͤrfniß fuͤr die Minera-
logie ſeyn, als jezt außerordentlich viel in und uͤber die Geognoſie und
mineralogiſche Geographie geſchrieben wird, und die vorhandenen Be-
ſtimmungen und Klaſſifikationen dieſer Koͤrper von aͤltern Mineralogen b),
vermoͤge der in dieſem Fache gemachten haͤufigen neuen Bemerkungen,
ganz unzulaͤnglich geworden ſind.

§. 3.

Eine dergleichen kurze Beſtimmung und Klaſſifikation dieſer Geſtein-
arten will ich hier liefern. Ich werde uͤbrigens auch hier dem von mir
angenommenen Grundſatze getreu bleiben: keine andere Geſteinarten,
als von deren wirklichen Exiſtenz ich uͤberzeugt bin, aufzufuͤhren. Denn
ich halte es fuͤr ganz unſchicklich und falſch, wenn man in der Naturge-
ſchichte Koͤrper, die von andern, nur noch ſehr unbeſtimmt, als neue und
beſondere Gattungen genennt und angegeben worden ſind, ohne weitere
Unterſuchung und Abwartung mehrerer Beſtaͤtigung, ſogleich in den Sy-
ſtemen als wirklich neue Gattungen auffuͤhret. c) Man haͤuft dadurch
die naturhiſtoriſchen Undinge außerordentlich, ſtatt dem, daß man ſie im-
mer mehr und mehr auszumaͤrzen, und die Naturſyſteme davon zu reini-

gen
b) Von Linné, Wallerius, Kronſtedt. Ganz neuerlich haben wir von
Hrn. Voigt in Weimar, und Hrn. Haidinger in Wien dergleichen Klaſ-
ſifikationen erhalten. Lezterer wird ſeine Arbeit, die eigentlich eine Preiß-
ſchrift war, wohl naͤchſtens dem Publikum mittheilen, das ſie mit Un-
geduld erwartet.
c) Wenn man dergleichen noch ungewiſſe Koͤrper mit bemerken will, ſo
kann es ja in einer Anmerkung, oder in einem hierzu beſonders beſtimm-
ten zulezt angehaͤngten §. geſchehen.
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[4/0010] Kurze Klaſſification und Beſchreibung §. 2. Inzwiſchen herrſcht in den mineralogiſchen Schriften eine erſtaunliche Verwirrung in der Beſtimmung dieſer Geſteinarten, und in dem Ge- brauche ihrer Benennungen. Eine deutliche Beſtimmung und ſchickliche Klaſſifikation derſelben, wird alſo um ſo mehr Beduͤrfniß fuͤr die Minera- logie ſeyn, als jezt außerordentlich viel in und uͤber die Geognoſie und mineralogiſche Geographie geſchrieben wird, und die vorhandenen Be- ſtimmungen und Klaſſifikationen dieſer Koͤrper von aͤltern Mineralogen b), vermoͤge der in dieſem Fache gemachten haͤufigen neuen Bemerkungen, ganz unzulaͤnglich geworden ſind. §. 3. Eine dergleichen kurze Beſtimmung und Klaſſifikation dieſer Geſtein- arten will ich hier liefern. Ich werde uͤbrigens auch hier dem von mir angenommenen Grundſatze getreu bleiben: keine andere Geſteinarten, als von deren wirklichen Exiſtenz ich uͤberzeugt bin, aufzufuͤhren. Denn ich halte es fuͤr ganz unſchicklich und falſch, wenn man in der Naturge- ſchichte Koͤrper, die von andern, nur noch ſehr unbeſtimmt, als neue und beſondere Gattungen genennt und angegeben worden ſind, ohne weitere Unterſuchung und Abwartung mehrerer Beſtaͤtigung, ſogleich in den Sy- ſtemen als wirklich neue Gattungen auffuͤhret. c) Man haͤuft dadurch die naturhiſtoriſchen Undinge außerordentlich, ſtatt dem, daß man ſie im- mer mehr und mehr auszumaͤrzen, und die Naturſyſteme davon zu reini- gen b) Von Linné, Wallerius, Kronſtedt. Ganz neuerlich haben wir von Hrn. Voigt in Weimar, und Hrn. Haidinger in Wien dergleichen Klaſ- ſifikationen erhalten. Lezterer wird ſeine Arbeit, die eigentlich eine Preiß- ſchrift war, wohl naͤchſtens dem Publikum mittheilen, das ſie mit Un- geduld erwartet. c) Wenn man dergleichen noch ungewiſſe Koͤrper mit bemerken will, ſo kann es ja in einer Anmerkung, oder in einem hierzu beſonders beſtimm- ten zulezt angehaͤngten §. geſchehen.

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Zitationshilfe: Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787, S. 4. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787/10>, abgerufen am 16.12.2018.