Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787.

Bild:
<< vorherige Seite
Kurze Klassification und Beschreibung

Verschiedene Schriftsteller nennen diese Gesteinart Hornschiefer. Die-
sen Namen besizt aber schon seit langen Zeiten eine in den Thonschieferge-
birgen vorkommende harte schiefrige Steinart, die sich auch ziemlich häu-
fig in dem platten Lande, und besonders in den Flußbetten, in schwarzen
und grauen mit Quarz geaderten Kieseln findet, zu der auch der Lydische
Stein gehöret, und deren ich schon im 10ten §. bey dem Thonschiefer mit
Erwähnung gethan habe. Zum Unterschied von dieser von ihr ganz ver-
schiedenen Gesteinart habe ich sie Porphyrschiefer genennet.

§. 12.
6. Porphyr.

Dies ist ebenfalls eine gemengte Gebirgsart, die in der Art des Ge-
menges viel Aehnlichkeit mit der vorhergehenden hat. Sie besteht näm-
lich aus einer Hauptmasse, die entweder verhärteter Thon, Jaspis, Horn-
stein, oder auch Pechstein ist, und in welcher Feldspath, Quarz und Horn-
blende, zuweilen auch Glimmer fleckweise eingemengt und zerstreut vor-
kommen. Diese eingemengten Theile liegen in der Hauptmasse des Por-
phyrs insgemein krystallisirt. Von den eingemengten Theilen ist der
Feldspath der gewöhnlichste und wesentlichste; von den übrigen aber fehlt
bald der eine, bald der andere. Zu dieser Bergart gehört auch das
Saxum metalliferum Bornianum. f) Der Porphyr ist zuweilen metall-
führend, auch scheint er bisweilen in Flötzgebirgsarten überzugehen.

§. 13.
7. Basalt.

Auch der Basalt ist eine gemengte Bergart. Zur Hauptmasse hat er
diejenige Steinart, welche die Oryktognosten insonderheit Basalt nennen,

und
f) Sowohl hierüber, als auch über den Porphyr überhaupt, wird man ein
mehreres in meiner mineralogischen Betrachtung über den Niederunga-
rischen
Kurze Klaſſification und Beſchreibung

Verſchiedene Schriftſteller nennen dieſe Geſteinart Hornſchiefer. Die-
ſen Namen beſizt aber ſchon ſeit langen Zeiten eine in den Thonſchieferge-
birgen vorkommende harte ſchiefrige Steinart, die ſich auch ziemlich haͤu-
fig in dem platten Lande, und beſonders in den Flußbetten, in ſchwarzen
und grauen mit Quarz geaderten Kieſeln findet, zu der auch der Lydiſche
Stein gehoͤret, und deren ich ſchon im 10ten §. bey dem Thonſchiefer mit
Erwaͤhnung gethan habe. Zum Unterſchied von dieſer von ihr ganz ver-
ſchiedenen Geſteinart habe ich ſie Porphyrſchiefer genennet.

§. 12.
6. Porphyr.

Dies iſt ebenfalls eine gemengte Gebirgsart, die in der Art des Ge-
menges viel Aehnlichkeit mit der vorhergehenden hat. Sie beſteht naͤm-
lich aus einer Hauptmaſſe, die entweder verhaͤrteter Thon, Jaſpis, Horn-
ſtein, oder auch Pechſtein iſt, und in welcher Feldſpath, Quarz und Horn-
blende, zuweilen auch Glimmer fleckweiſe eingemengt und zerſtreut vor-
kommen. Dieſe eingemengten Theile liegen in der Hauptmaſſe des Por-
phyrs insgemein kryſtalliſirt. Von den eingemengten Theilen iſt der
Feldſpath der gewoͤhnlichſte und weſentlichſte; von den uͤbrigen aber fehlt
bald der eine, bald der andere. Zu dieſer Bergart gehoͤrt auch das
Saxum metalliferum Bornianum. f) Der Porphyr iſt zuweilen metall-
fuͤhrend, auch ſcheint er bisweilen in Floͤtzgebirgsarten uͤberzugehen.

§. 13.
7. Baſalt.

Auch der Baſalt iſt eine gemengte Bergart. Zur Hauptmaſſe hat er
diejenige Steinart, welche die Oryktognoſten inſonderheit Baſalt nennen,

und
f) Sowohl hieruͤber, als auch uͤber den Porphyr uͤberhaupt, wird man ein
mehreres in meiner mineralogiſchen Betrachtung uͤber den Niederunga-
riſchen
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <pb facs="#f0018" n="12"/>
              <fw place="top" type="header">Kurze Kla&#x017F;&#x017F;ification und Be&#x017F;chreibung</fw><lb/>
              <p>Ver&#x017F;chiedene Schrift&#x017F;teller nennen die&#x017F;e Ge&#x017F;teinart Horn&#x017F;chiefer. Die-<lb/>
&#x017F;en Namen be&#x017F;izt aber &#x017F;chon &#x017F;eit langen Zeiten eine in den Thon&#x017F;chieferge-<lb/>
birgen vorkommende harte &#x017F;chiefrige Steinart, die &#x017F;ich auch ziemlich ha&#x0364;u-<lb/>
fig in dem platten Lande, und be&#x017F;onders in den Flußbetten, in &#x017F;chwarzen<lb/>
und grauen mit Quarz geaderten Kie&#x017F;eln findet, zu der auch der Lydi&#x017F;che<lb/>
Stein geho&#x0364;ret, und deren ich &#x017F;chon im 10ten §. bey dem Thon&#x017F;chiefer mit<lb/>
Erwa&#x0364;hnung gethan habe. Zum Unter&#x017F;chied von die&#x017F;er von ihr ganz ver-<lb/>
&#x017F;chiedenen Ge&#x017F;teinart habe ich &#x017F;ie Porphyr&#x017F;chiefer genennet.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 12.<lb/></head>
              <head>6. Porphyr.</head><lb/>
              <p>Dies i&#x017F;t ebenfalls eine gemengte Gebirgsart, die in der Art des Ge-<lb/>
menges viel Aehnlichkeit mit der vorhergehenden hat. Sie be&#x017F;teht na&#x0364;m-<lb/>
lich aus einer Hauptma&#x017F;&#x017F;e, die entweder verha&#x0364;rteter Thon, Ja&#x017F;pis, Horn-<lb/>
&#x017F;tein, oder auch Pech&#x017F;tein i&#x017F;t, und in welcher Feld&#x017F;path, Quarz und Horn-<lb/>
blende, zuweilen auch Glimmer fleckwei&#x017F;e eingemengt und zer&#x017F;treut vor-<lb/>
kommen. Die&#x017F;e eingemengten Theile liegen in der Hauptma&#x017F;&#x017F;e des Por-<lb/>
phyrs insgemein kry&#x017F;talli&#x017F;irt. Von den eingemengten Theilen i&#x017F;t der<lb/>
Feld&#x017F;path der gewo&#x0364;hnlich&#x017F;te und we&#x017F;entlich&#x017F;te; von den u&#x0364;brigen aber fehlt<lb/>
bald der eine, bald der andere. Zu die&#x017F;er Bergart geho&#x0364;rt auch das<lb/><hi rendition="#aq">Saxum metalliferum Bornianum.</hi> <note xml:id="note-0018" next="#note-0019" place="foot" n="f)">Sowohl hieru&#x0364;ber, als auch u&#x0364;ber den Porphyr u&#x0364;berhaupt, wird man ein<lb/>
mehreres in meiner mineralogi&#x017F;chen Betrachtung u&#x0364;ber den Niederunga-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">ri&#x017F;chen</fw></note> Der Porphyr i&#x017F;t zuweilen metall-<lb/>
fu&#x0364;hrend, auch &#x017F;cheint er bisweilen in Flo&#x0364;tzgebirgsarten u&#x0364;berzugehen.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 13.<lb/></head>
              <head>7. <hi rendition="#g">Ba&#x017F;alt</hi>.</head><lb/>
              <p>Auch der Ba&#x017F;alt i&#x017F;t eine gemengte Bergart. Zur Hauptma&#x017F;&#x017F;e hat er<lb/>
diejenige Steinart, welche die Oryktogno&#x017F;ten in&#x017F;onderheit Ba&#x017F;alt nennen,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">und</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[12/0018] Kurze Klaſſification und Beſchreibung Verſchiedene Schriftſteller nennen dieſe Geſteinart Hornſchiefer. Die- ſen Namen beſizt aber ſchon ſeit langen Zeiten eine in den Thonſchieferge- birgen vorkommende harte ſchiefrige Steinart, die ſich auch ziemlich haͤu- fig in dem platten Lande, und beſonders in den Flußbetten, in ſchwarzen und grauen mit Quarz geaderten Kieſeln findet, zu der auch der Lydiſche Stein gehoͤret, und deren ich ſchon im 10ten §. bey dem Thonſchiefer mit Erwaͤhnung gethan habe. Zum Unterſchied von dieſer von ihr ganz ver- ſchiedenen Geſteinart habe ich ſie Porphyrſchiefer genennet. §. 12. 6. Porphyr. Dies iſt ebenfalls eine gemengte Gebirgsart, die in der Art des Ge- menges viel Aehnlichkeit mit der vorhergehenden hat. Sie beſteht naͤm- lich aus einer Hauptmaſſe, die entweder verhaͤrteter Thon, Jaſpis, Horn- ſtein, oder auch Pechſtein iſt, und in welcher Feldſpath, Quarz und Horn- blende, zuweilen auch Glimmer fleckweiſe eingemengt und zerſtreut vor- kommen. Dieſe eingemengten Theile liegen in der Hauptmaſſe des Por- phyrs insgemein kryſtalliſirt. Von den eingemengten Theilen iſt der Feldſpath der gewoͤhnlichſte und weſentlichſte; von den uͤbrigen aber fehlt bald der eine, bald der andere. Zu dieſer Bergart gehoͤrt auch das Saxum metalliferum Bornianum. f) Der Porphyr iſt zuweilen metall- fuͤhrend, auch ſcheint er bisweilen in Floͤtzgebirgsarten uͤberzugehen. §. 13. 7. Baſalt. Auch der Baſalt iſt eine gemengte Bergart. Zur Hauptmaſſe hat er diejenige Steinart, welche die Oryktognoſten inſonderheit Baſalt nennen, und f) Sowohl hieruͤber, als auch uͤber den Porphyr uͤberhaupt, wird man ein mehreres in meiner mineralogiſchen Betrachtung uͤber den Niederunga- riſchen

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787/18
Zitationshilfe: Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787, S. 12. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787/18>, abgerufen am 17.12.2018.