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Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787.

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Kurze Klassifikation und Beschreibung
§. 19.
Von den Flötzgebirgsarten.
I. Von selbigen überhaupt.

Die Flötzgebirgsarten sind alle von neuerer Erzeugung, als die Ge-
birgsarten der uranfänglichen Gebirge, und es ist höchst wahrscheinlich,
daß sich die Erzeugung der leztern allmählig in die der erstern, nämlich
der Flötzarten, umgeändert hat. Sehr karakteristisch für die Flötzge-
birgsarten sind die fast in allen, und in einigen außerordentlich häufig ent-
haltenen Versteinerungen. Auch sind diese Gebirgsarten mehr kalk- und
thonartig, da die Bergarten der uranfänglichen hingegen mehr kiesel- und
thonartig sind. Und endlich haben sie noch das Eigenthümliche, daß sie
zwar an und für sich nur selten gemengt, insgemein einfach sind: dagegen
aber in einem und dem nämlichen Gebirge gemeiniglich mehrerley Gestein-
arten, in Lagern oder Flötzen, mit einander abwechseln. Von diesen Ge-
steinarten ist immer eine die wesentlichste und karakterisirende, von wel-
cher ich auch die Gattung allemal benennt habe.

Inzwischen habe ich bey der ausführlichen Bestimmung jeder besondern
Gattung Flötzgebirge, nächst der Hauptflötzart, auch allemal die übrigen
damit abwechselnden Flötzarten angegeben.

Die Flötzgebirgsarten sind lange nicht so ausgezeichnet und bestimm-
bar, als die Bergarten der uranfänglichen Gebirge. Doch zeichnen sich ei-
nige schon hinlänglich genug als besondere Gattungen aus. Dies sind: die
Flötzkalkarten, die Sandsteinarten, die Steinkohlen-Flötzarten, die Krei-

deflötzarten,
Gestein, woraus er besteht, als eine wahre und besondere Gebirgsart
befunden. Vorher betrachtete man ihn als Gang. Auch der in dieser
Gebirgsart vorkommende derbe Topas ist eine Bemerkung von mir.
Kurze Klaſſifikation und Beſchreibung
§. 19.
Von den Floͤtzgebirgsarten.
I. Von ſelbigen uͤberhaupt.

Die Floͤtzgebirgsarten ſind alle von neuerer Erzeugung, als die Ge-
birgsarten der uranfaͤnglichen Gebirge, und es iſt hoͤchſt wahrſcheinlich,
daß ſich die Erzeugung der leztern allmaͤhlig in die der erſtern, naͤmlich
der Floͤtzarten, umgeaͤndert hat. Sehr karakteriſtiſch fuͤr die Floͤtzge-
birgsarten ſind die faſt in allen, und in einigen außerordentlich haͤufig ent-
haltenen Verſteinerungen. Auch ſind dieſe Gebirgsarten mehr kalk- und
thonartig, da die Bergarten der uranfaͤnglichen hingegen mehr kieſel- und
thonartig ſind. Und endlich haben ſie noch das Eigenthuͤmliche, daß ſie
zwar an und fuͤr ſich nur ſelten gemengt, insgemein einfach ſind: dagegen
aber in einem und dem naͤmlichen Gebirge gemeiniglich mehrerley Geſtein-
arten, in Lagern oder Floͤtzen, mit einander abwechſeln. Von dieſen Ge-
ſteinarten iſt immer eine die weſentlichſte und karakteriſirende, von wel-
cher ich auch die Gattung allemal benennt habe.

Inzwiſchen habe ich bey der ausfuͤhrlichen Beſtimmung jeder beſondern
Gattung Floͤtzgebirge, naͤchſt der Hauptfloͤtzart, auch allemal die uͤbrigen
damit abwechſelnden Floͤtzarten angegeben.

Die Floͤtzgebirgsarten ſind lange nicht ſo ausgezeichnet und beſtimm-
bar, als die Bergarten der uranfaͤnglichen Gebirge. Doch zeichnen ſich ei-
nige ſchon hinlaͤnglich genug als beſondere Gattungen aus. Dies ſind: die
Floͤtzkalkarten, die Sandſteinarten, die Steinkohlen-Floͤtzarten, die Krei-

defloͤtzarten,
Geſtein, woraus er beſteht, als eine wahre und beſondere Gebirgsart
befunden. Vorher betrachtete man ihn als Gang. Auch der in dieſer
Gebirgsart vorkommende derbe Topas iſt eine Bemerkung von mir.
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[16/0022] Kurze Klaſſifikation und Beſchreibung §. 19. Von den Floͤtzgebirgsarten. I. Von ſelbigen uͤberhaupt. Die Floͤtzgebirgsarten ſind alle von neuerer Erzeugung, als die Ge- birgsarten der uranfaͤnglichen Gebirge, und es iſt hoͤchſt wahrſcheinlich, daß ſich die Erzeugung der leztern allmaͤhlig in die der erſtern, naͤmlich der Floͤtzarten, umgeaͤndert hat. Sehr karakteriſtiſch fuͤr die Floͤtzge- birgsarten ſind die faſt in allen, und in einigen außerordentlich haͤufig ent- haltenen Verſteinerungen. Auch ſind dieſe Gebirgsarten mehr kalk- und thonartig, da die Bergarten der uranfaͤnglichen hingegen mehr kieſel- und thonartig ſind. Und endlich haben ſie noch das Eigenthuͤmliche, daß ſie zwar an und fuͤr ſich nur ſelten gemengt, insgemein einfach ſind: dagegen aber in einem und dem naͤmlichen Gebirge gemeiniglich mehrerley Geſtein- arten, in Lagern oder Floͤtzen, mit einander abwechſeln. Von dieſen Ge- ſteinarten iſt immer eine die weſentlichſte und karakteriſirende, von wel- cher ich auch die Gattung allemal benennt habe. Inzwiſchen habe ich bey der ausfuͤhrlichen Beſtimmung jeder beſondern Gattung Floͤtzgebirge, naͤchſt der Hauptfloͤtzart, auch allemal die uͤbrigen damit abwechſelnden Floͤtzarten angegeben. Die Floͤtzgebirgsarten ſind lange nicht ſo ausgezeichnet und beſtimm- bar, als die Bergarten der uranfaͤnglichen Gebirge. Doch zeichnen ſich ei- nige ſchon hinlaͤnglich genug als beſondere Gattungen aus. Dies ſind: die Floͤtzkalkarten, die Sandſteinarten, die Steinkohlen-Floͤtzarten, die Krei- defloͤtzarten, i) i) Geſtein, woraus er beſteht, als eine wahre und beſondere Gebirgsart befunden. Vorher betrachtete man ihn als Gang. Auch der in dieſer Gebirgsart vorkommende derbe Topas iſt eine Bemerkung von mir.

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Zitationshilfe: Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787, S. 16. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787/22>, abgerufen am 14.12.2018.