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Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787.

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der verschiedenen Gebirgsarten.
bey Achen und mehrern Orten vor. Sollten nicht auch die Mendiphills
in England dergleichen Gallmei-Flötzgebirge enthalten?

§. 28.

Außer den bis jezt genannten bekanntern und bestimmtern Flötzgebirgs-
Gattungen kommen aber auch nicht selten verschiedene Arten Flötzgebirge vor,
die sich nicht füglich unter eine der vorhergehenden bringen lassen, und also als
eigene, aber ungewöhnliche Arten von Flötzgebirgen, betrachtet werden müssen.

§. 29.

Daß Thonschiefer, Mandelstein und Basalt zuweilen den Flötzgebir-
gen zugehören, und dann auch als solche zu betrachten sind, ist bereits
bey der Erklärung dieser Gebirgsarten gesagt worden.

§. 30.
Von den Vulkanischen Gebirgsarten.
I. Von ihnen überhaupt.

Vulkanische Gebirge haben entweder ihr ganzes Daseyn, oder doch
wenigstens ihre Umänderung dem Feuer zu danken. Die erstern, die
nämlich ihr ganzes Daseyn dem Feuer schuldig, und durch wirkliche vul-
kanische Ausbrüche aufgehäuft worden sind, nenne ich: Aechtvulkanische,
die hingegen, welche blos durchs Feuer umgeändert worden sind, und sich
bey und durch Erdbrände erzeugt haben: Pseudovulkanische Gebirge;
und nach der Verschiedenheit dieser beyden Gebirge nehme ich auch blos
zwey Gattungen vulkanischer Gebirgsarten an. Ein theils trockenes, aus-
gedorrtes und aufgerissenes, theils aber blasiges und schlackenähnliches
Ansehn zeichnet insgemein die vulkanischen Gebirgsarten, (die auch einige
vulkanische Produkte l) nennen,) aus. Sie scheinen meist thonartig zu seyn.

§. 31.
l) Das unschickliche Wort: Produkt, -- welches man eigentlich nur zu Be-
zeichnung künstlich erzeugter Körper braucht, -- führte man zu der Zeit
hier
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der verſchiedenen Gebirgsarten.
bey Achen und mehrern Orten vor. Sollten nicht auch die Mendiphills
in England dergleichen Gallmei-Floͤtzgebirge enthalten?

§. 28.

Außer den bis jezt genannten bekanntern und beſtimmtern Floͤtzgebirgs-
Gattungen kommen aber auch nicht ſelten verſchiedene Arten Floͤtzgebirge vor,
die ſich nicht fuͤglich unter eine der vorhergehenden bringen laſſen, und alſo als
eigene, aber ungewoͤhnliche Arten von Floͤtzgebirgen, betrachtet werden muͤſſen.

§. 29.

Daß Thonſchiefer, Mandelſtein und Baſalt zuweilen den Floͤtzgebir-
gen zugehoͤren, und dann auch als ſolche zu betrachten ſind, iſt bereits
bey der Erklaͤrung dieſer Gebirgsarten geſagt worden.

§. 30.
Von den Vulkaniſchen Gebirgsarten.
I. Von ihnen uͤberhaupt.

Vulkaniſche Gebirge haben entweder ihr ganzes Daſeyn, oder doch
wenigſtens ihre Umaͤnderung dem Feuer zu danken. Die erſtern, die
naͤmlich ihr ganzes Daſeyn dem Feuer ſchuldig, und durch wirkliche vul-
kaniſche Ausbruͤche aufgehaͤuft worden ſind, nenne ich: Aechtvulkaniſche,
die hingegen, welche blos durchs Feuer umgeaͤndert worden ſind, und ſich
bey und durch Erdbraͤnde erzeugt haben: Pſeudovulkaniſche Gebirge;
und nach der Verſchiedenheit dieſer beyden Gebirge nehme ich auch blos
zwey Gattungen vulkaniſcher Gebirgsarten an. Ein theils trockenes, aus-
gedorrtes und aufgeriſſenes, theils aber blaſiges und ſchlackenaͤhnliches
Anſehn zeichnet insgemein die vulkaniſchen Gebirgsarten, (die auch einige
vulkaniſche Produkte l) nennen,) aus. Sie ſcheinen meiſt thonartig zu ſeyn.

§. 31.
l) Das unſchickliche Wort: Produkt, — welches man eigentlich nur zu Be-
zeichnung kuͤnſtlich erzeugter Koͤrper braucht, — fuͤhrte man zu der Zeit
hier
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[21/0027] der verſchiedenen Gebirgsarten. bey Achen und mehrern Orten vor. Sollten nicht auch die Mendiphills in England dergleichen Gallmei-Floͤtzgebirge enthalten? §. 28. Außer den bis jezt genannten bekanntern und beſtimmtern Floͤtzgebirgs- Gattungen kommen aber auch nicht ſelten verſchiedene Arten Floͤtzgebirge vor, die ſich nicht fuͤglich unter eine der vorhergehenden bringen laſſen, und alſo als eigene, aber ungewoͤhnliche Arten von Floͤtzgebirgen, betrachtet werden muͤſſen. §. 29. Daß Thonſchiefer, Mandelſtein und Baſalt zuweilen den Floͤtzgebir- gen zugehoͤren, und dann auch als ſolche zu betrachten ſind, iſt bereits bey der Erklaͤrung dieſer Gebirgsarten geſagt worden. §. 30. Von den Vulkaniſchen Gebirgsarten. I. Von ihnen uͤberhaupt. Vulkaniſche Gebirge haben entweder ihr ganzes Daſeyn, oder doch wenigſtens ihre Umaͤnderung dem Feuer zu danken. Die erſtern, die naͤmlich ihr ganzes Daſeyn dem Feuer ſchuldig, und durch wirkliche vul- kaniſche Ausbruͤche aufgehaͤuft worden ſind, nenne ich: Aechtvulkaniſche, die hingegen, welche blos durchs Feuer umgeaͤndert worden ſind, und ſich bey und durch Erdbraͤnde erzeugt haben: Pſeudovulkaniſche Gebirge; und nach der Verſchiedenheit dieſer beyden Gebirge nehme ich auch blos zwey Gattungen vulkaniſcher Gebirgsarten an. Ein theils trockenes, aus- gedorrtes und aufgeriſſenes, theils aber blaſiges und ſchlackenaͤhnliches Anſehn zeichnet insgemein die vulkaniſchen Gebirgsarten, (die auch einige vulkaniſche Produkte l) nennen,) aus. Sie ſcheinen meiſt thonartig zu ſeyn. §. 31. l) Das unſchickliche Wort: Produkt, — welches man eigentlich nur zu Be- zeichnung kuͤnſtlich erzeugter Koͤrper braucht, — fuͤhrte man zu der Zeit hier C 3

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Zitationshilfe: Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787, S. 21. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787/27>, abgerufen am 17.12.2018.