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Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787.

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Kurze Klassification und Beschreibung
halten, und Stücke von ähnlichem, ja fast dem nämlichen Gesteine, die ich
aus der Gegend von Tokai in Oberungarn, und von Madagaskar bekom-
men habe, sehr zweifelhaft gemacht, ob diese Steinart vulkanischen Ur-
sprungs ist; ja ich bin fast ganz von dem Gegentheile überzeugt.

§. 34.
Von den aufgeschwemmten Gebirgsarten.
I. Von selbigen überhaupt.

Das Alter der Erzeugung der drey lezten Hauptgebirgsarten fällt
beynahe in einerley Zeitraum, doch kann man die ganz leztere, nämlich
die aufgeschwemmten Gebirge, ziemlich als die neueste annehmen. Die
aufgeschwemmten Gebirgsarten bestehen fast ganz aus Theilen zerstörter
uranfänglicher- und Flötz- ja selbst zuweilen vulkanischer Gebirge, die mei-
stens in söhligen Lagern von äußerst verschiedener Mächtigkeit übereinan-
der liegen.

Man kann sie in zwey Gattungen abtheilen: in Seiffengebirge und
niedriges Land.

§. 35.
II. Von den aufgeschwemmten Gebirgen insonderheit.
1.) Seiffengebirgsarten.

Die Seiffengebirge bestehen aus Kieseln, (großen oder kleinen Stein-
Geschieben,) Gruß und Sand, und zuweilen auch Thon oder Laim, bald
alles unter einander gemengt, bald in abgesonderten Lagen. Sie kom-
men insgemein in den tiefen und weiten Thälern der Hochgebirge vor, und
füllen sie öfters zu einer Höhe von vielen Lachtern an.

Sie enthalten oft Zinn- und Goldsand, Eisensteingeschiebe und Edel-
steine. Von Versteinerungen sind sie frey.

§. 36.

Kurze Klaſſification und Beſchreibung
halten, und Stuͤcke von aͤhnlichem, ja faſt dem naͤmlichen Geſteine, die ich
aus der Gegend von Tokai in Oberungarn, und von Madagaskar bekom-
men habe, ſehr zweifelhaft gemacht, ob dieſe Steinart vulkaniſchen Ur-
ſprungs iſt; ja ich bin faſt ganz von dem Gegentheile uͤberzeugt.

§. 34.
Von den aufgeſchwemmten Gebirgsarten.
I. Von ſelbigen uͤberhaupt.

Das Alter der Erzeugung der drey lezten Hauptgebirgsarten faͤllt
beynahe in einerley Zeitraum, doch kann man die ganz leztere, naͤmlich
die aufgeſchwemmten Gebirge, ziemlich als die neueſte annehmen. Die
aufgeſchwemmten Gebirgsarten beſtehen faſt ganz aus Theilen zerſtoͤrter
uranfaͤnglicher- und Floͤtz- ja ſelbſt zuweilen vulkaniſcher Gebirge, die mei-
ſtens in ſoͤhligen Lagern von aͤußerſt verſchiedener Maͤchtigkeit uͤbereinan-
der liegen.

Man kann ſie in zwey Gattungen abtheilen: in Seiffengebirge und
niedriges Land.

§. 35.
II. Von den aufgeſchwemmten Gebirgen inſonderheit.
1.) Seiffengebirgsarten.

Die Seiffengebirge beſtehen aus Kieſeln, (großen oder kleinen Stein-
Geſchieben,) Gruß und Sand, und zuweilen auch Thon oder Laim, bald
alles unter einander gemengt, bald in abgeſonderten Lagen. Sie kom-
men insgemein in den tiefen und weiten Thaͤlern der Hochgebirge vor, und
fuͤllen ſie oͤfters zu einer Hoͤhe von vielen Lachtern an.

Sie enthalten oft Zinn- und Goldſand, Eiſenſteingeſchiebe und Edel-
ſteine. Von Verſteinerungen ſind ſie frey.

§. 36.
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[26/0032] Kurze Klaſſification und Beſchreibung halten, und Stuͤcke von aͤhnlichem, ja faſt dem naͤmlichen Geſteine, die ich aus der Gegend von Tokai in Oberungarn, und von Madagaskar bekom- men habe, ſehr zweifelhaft gemacht, ob dieſe Steinart vulkaniſchen Ur- ſprungs iſt; ja ich bin faſt ganz von dem Gegentheile uͤberzeugt. §. 34. Von den aufgeſchwemmten Gebirgsarten. I. Von ſelbigen uͤberhaupt. Das Alter der Erzeugung der drey lezten Hauptgebirgsarten faͤllt beynahe in einerley Zeitraum, doch kann man die ganz leztere, naͤmlich die aufgeſchwemmten Gebirge, ziemlich als die neueſte annehmen. Die aufgeſchwemmten Gebirgsarten beſtehen faſt ganz aus Theilen zerſtoͤrter uranfaͤnglicher- und Floͤtz- ja ſelbſt zuweilen vulkaniſcher Gebirge, die mei- ſtens in ſoͤhligen Lagern von aͤußerſt verſchiedener Maͤchtigkeit uͤbereinan- der liegen. Man kann ſie in zwey Gattungen abtheilen: in Seiffengebirge und niedriges Land. §. 35. II. Von den aufgeſchwemmten Gebirgen inſonderheit. 1.) Seiffengebirgsarten. Die Seiffengebirge beſtehen aus Kieſeln, (großen oder kleinen Stein- Geſchieben,) Gruß und Sand, und zuweilen auch Thon oder Laim, bald alles unter einander gemengt, bald in abgeſonderten Lagen. Sie kom- men insgemein in den tiefen und weiten Thaͤlern der Hochgebirge vor, und fuͤllen ſie oͤfters zu einer Hoͤhe von vielen Lachtern an. Sie enthalten oft Zinn- und Goldſand, Eiſenſteingeſchiebe und Edel- ſteine. Von Verſteinerungen ſind ſie frey. §. 36.

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Zitationshilfe: Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787, S. 26. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787/32>, abgerufen am 10.12.2018.