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Wöllner, Johann Christoph von: Die Aufhebung der Gemeinheiten in der Marck Brandenburg. Berlin, 1766.

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mögen andere den Vortheil berechnen, wenn
diese tausend Stück starke Eichen verkauft wer-
den. Wie aber, wenn vor drei hundert Jah-
ren die Aufhebung der Gemeinheiten und die
Pflanzung so vieler jungen Eichen geschehen
wäre, und es könnte anjetzt ein Bauer einige
hundert Wahleichen an die Holzcompagnie
verhandeln?

XX.

Bei dieser ganzen neuen Einrichtung würde
aber höchstnöthig sein, daß ausser den Schulzen
und Schöppen des Dorfs annoch ein König-
licher Förster, oder in Adelichen Dörfern der
dasige Jäger, nebst der Aufsicht, eine gründ-
liche Anweisung vornemlich zum Holz säen über
sich nehmen müste, und würden ihm die Bau-
ren jährlich was gewisses zu entrichten haben.

XXI.

Alle Holzdiebereyen und Holzverwüstungen
in den Wäldern müssen von jedes Orts Obrig-
keit selbst an den Theilnehmern eines Waldes
auf das schärfste bestraft werden. Unsere
Forstgesetze sind viel zu gelinde gegen derglei-
chen Boßheiten, denn als man sie machte, war
das Holz bei weiten nicht ein so wichtiger Ge-
genstand, als jetzt in aller Absicht ist.

§. 95.

moͤgen andere den Vortheil berechnen, wenn
dieſe tauſend Stuͤck ſtarke Eichen verkauft wer-
den. Wie aber, wenn vor drei hundert Jah-
ren die Aufhebung der Gemeinheiten und die
Pflanzung ſo vieler jungen Eichen geſchehen
waͤre, und es koͤnnte anjetzt ein Bauer einige
hundert Wahleichen an die Holzcompagnie
verhandeln?

XX.

Bei dieſer ganzen neuen Einrichtung wuͤrde
aber hoͤchſtnoͤthig ſein, daß auſſer den Schulzen
und Schoͤppen des Dorfs annoch ein Koͤnig-
licher Foͤrſter, oder in Adelichen Doͤrfern der
daſige Jaͤger, nebſt der Aufſicht, eine gruͤnd-
liche Anweiſung vornemlich zum Holz ſaͤen uͤber
ſich nehmen muͤſte, und wuͤrden ihm die Bau-
ren jaͤhrlich was gewiſſes zu entrichten haben.

XXI.

Alle Holzdiebereyen und Holzverwuͤſtungen
in den Waͤldern muͤſſen von jedes Orts Obrig-
keit ſelbſt an den Theilnehmern eines Waldes
auf das ſchaͤrfſte beſtraft werden. Unſere
Forſtgeſetze ſind viel zu gelinde gegen derglei-
chen Boßheiten, denn als man ſie machte, war
das Holz bei weiten nicht ein ſo wichtiger Ge-
genſtand, als jetzt in aller Abſicht iſt.

§. 95.
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[159/0177] moͤgen andere den Vortheil berechnen, wenn dieſe tauſend Stuͤck ſtarke Eichen verkauft wer- den. Wie aber, wenn vor drei hundert Jah- ren die Aufhebung der Gemeinheiten und die Pflanzung ſo vieler jungen Eichen geſchehen waͤre, und es koͤnnte anjetzt ein Bauer einige hundert Wahleichen an die Holzcompagnie verhandeln? XX. Bei dieſer ganzen neuen Einrichtung wuͤrde aber hoͤchſtnoͤthig ſein, daß auſſer den Schulzen und Schoͤppen des Dorfs annoch ein Koͤnig- licher Foͤrſter, oder in Adelichen Doͤrfern der daſige Jaͤger, nebſt der Aufſicht, eine gruͤnd- liche Anweiſung vornemlich zum Holz ſaͤen uͤber ſich nehmen muͤſte, und wuͤrden ihm die Bau- ren jaͤhrlich was gewiſſes zu entrichten haben. XXI. Alle Holzdiebereyen und Holzverwuͤſtungen in den Waͤldern muͤſſen von jedes Orts Obrig- keit ſelbſt an den Theilnehmern eines Waldes auf das ſchaͤrfſte beſtraft werden. Unſere Forſtgeſetze ſind viel zu gelinde gegen derglei- chen Boßheiten, denn als man ſie machte, war das Holz bei weiten nicht ein ſo wichtiger Ge- genſtand, als jetzt in aller Abſicht iſt. §. 95.

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Zitationshilfe: Wöllner, Johann Christoph von: Die Aufhebung der Gemeinheiten in der Marck Brandenburg. Berlin, 1766, S. 159. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/woellner_aufhebung_1766/177>, abgerufen am 20.08.2019.