Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710.

Bild:
<< vorherige Seite

Anfangs-Gründe
gesetzet wird/ wie in dem Astronomischen Fern-
Glase das Augen-Glaß zu dem Bilde des
Objectiv-Glases; so müsset ihr hier/ wie
dorten/ das in seinem Brenn-Puncte stehen-
de Bild sehen. Solcher gestalt sehet ihr die
Sachen aufgerichtet und so nahe bey euch/
als der Brenn-Punct des letzten Augen-Gla-
ses von eurem Auge weg ist. W. Z. E.

Die 1. Anmerckung.

59. Man nimmet drey Augen-Gläser zu derglei-
chen Fern-Glase/ damit man viel auf einmal sehen
kan/ welches in dem Astronomischen/ sonderlich aber
in dem Galliläanischen Fern-Glase nicht geschiehet.
Zwar kan man auch durch zwey Augen-Gläser dieses
erhalten/ daß allso zu dem gantzen Fern-Glase nur drey
Gläser kommen: allein die Sachen bekommen Far-
ben und umb den Rand der Eröfnung des Fern-
Glases werden die geraden Linien in krumme ver-
wandelt. Einige nehmen vier und mehrere Augen-
Gläser dazu: allein dadurch müssen die Sachen sehr
dunckel werden/ in dem wegen der Reflexion in dem
Durchgange durch jedes Glaß die Zahl der Strahlen
vergeringert wird. Derowegen ist unter allen Fern-
Gläsern/ die man auf der Erde brauchen kan keines
besser/ als das drey Augen-Gläser hat/ wenn man
nicht einen Spiegel mit zu Hülfe nehmen wil: wo-
von bald ein mehreres.

Die 2. Anmerckung.

60. Dechales (Dioptr. lib. 2 prop. 24. cor. 1. f.
702 Tom. 3 Mund. Mathem.)
hält für gut/ daß/
wenn der Brenn-Punct des Objectiv-Glases 21/4
Schuhe von ihm weg ist/ der halbe Diameter von
jedem Augen-Glase bey nahe zwey Zoll sey.

Die

Anfangs-Gruͤnde
geſetzet wird/ wie in dem Aſtronomiſchen Fern-
Glaſe das Augen-Glaß zu dem Bilde des
Objectiv-Glaſes; ſo muͤſſet ihr hier/ wie
dorten/ das in ſeinem Brenn-Puncte ſtehen-
de Bild ſehen. Solcher geſtalt ſehet ihr die
Sachen aufgerichtet und ſo nahe bey euch/
als der Brenn-Punct des letzten Augen-Gla-
ſes von eurem Auge weg iſt. W. Z. E.

Die 1. Anmerckung.

59. Man nimmet drey Augen-Glaͤſer zu derglei-
chen Fern-Glaſe/ damit man viel auf einmal ſehen
kan/ welches in dem Aſtronomiſchen/ ſonderlich aber
in dem Gallilaͤaniſchen Fern-Glaſe nicht geſchiehet.
Zwar kan man auch durch zwey Augen-Glaͤſer dieſes
erhalten/ daß allſo zu dem gantzen Fern-Glaſe nur drey
Glaͤſer kommen: allein die Sachen bekommen Far-
ben und umb den Rand der Eroͤfnung des Fern-
Glaſes werden die geraden Linien in krumme ver-
wandelt. Einige nehmen vier und mehrere Augen-
Glaͤſer dazu: allein dadurch muͤſſen die Sachen ſehr
dunckel werden/ in dem wegen der Reflexion in dem
Durchgange durch jedes Glaß die Zahl der Strahlen
vergeringert wird. Derowegen iſt unter allen Fern-
Glaͤſern/ die man auf der Erde brauchen kan keines
beſſer/ als das drey Augen-Glaͤſer hat/ wenn man
nicht einen Spiegel mit zu Huͤlfe nehmen wil: wo-
von bald ein mehreres.

Die 2. Anmerckung.

60. Dechales (Dioptr. lib. 2 prop. 24. cor. 1. f.
702 Tom. 3 Mund. Mathem.)
haͤlt fuͤr gut/ daß/
wenn der Brenn-Punct des Objectiv-Glaſes 2¼
Schuhe von ihm weg iſt/ der halbe Diameter von
jedem Augen-Glaſe bey nahe zwey Zoll ſey.

Die
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0108" n="96"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Anfangs-Gru&#x0364;nde</hi></fw><lb/>
ge&#x017F;etzet wird/ wie in dem A&#x017F;tronomi&#x017F;chen Fern-<lb/>
Gla&#x017F;e das Augen-Glaß zu dem Bilde des<lb/>
Objectiv-Gla&#x017F;es; &#x017F;o mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;et ihr hier/ wie<lb/>
dorten/ das in &#x017F;einem Brenn-Puncte &#x017F;tehen-<lb/>
de Bild &#x017F;ehen. Solcher ge&#x017F;talt &#x017F;ehet ihr die<lb/>
Sachen aufgerichtet und &#x017F;o nahe bey euch/<lb/>
als der Brenn-Punct des letzten Augen-Gla-<lb/>
&#x017F;es von eurem Auge weg i&#x017F;t. W. Z. E.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Die 1. Anmerckung.</hi> </head><lb/>
              <p>59. Man nimmet drey Augen-Gla&#x0364;&#x017F;er zu derglei-<lb/>
chen Fern-Gla&#x017F;e/ damit man viel auf einmal &#x017F;ehen<lb/>
kan/ welches in dem A&#x017F;tronomi&#x017F;chen/ &#x017F;onderlich aber<lb/>
in dem Gallila&#x0364;ani&#x017F;chen Fern-Gla&#x017F;e nicht ge&#x017F;chiehet.<lb/>
Zwar kan man auch durch zwey Augen-Gla&#x0364;&#x017F;er die&#x017F;es<lb/>
erhalten/ daß all&#x017F;o zu dem gantzen Fern-Gla&#x017F;e nur drey<lb/>
Gla&#x0364;&#x017F;er kommen: allein die Sachen bekommen Far-<lb/>
ben und umb den Rand der Ero&#x0364;fnung des Fern-<lb/>
Gla&#x017F;es werden die geraden Linien in krumme ver-<lb/>
wandelt. Einige nehmen vier und mehrere Augen-<lb/>
Gla&#x0364;&#x017F;er dazu: allein dadurch mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en die Sachen &#x017F;ehr<lb/>
dunckel werden/ in dem wegen der Reflexion in dem<lb/>
Durchgange durch jedes Glaß die Zahl der Strahlen<lb/>
vergeringert wird. Derowegen i&#x017F;t unter allen Fern-<lb/>
Gla&#x0364;&#x017F;ern/ die man auf der Erde brauchen kan keines<lb/>
be&#x017F;&#x017F;er/ als das drey Augen-Gla&#x0364;&#x017F;er hat/ wenn man<lb/>
nicht einen Spiegel mit zu Hu&#x0364;lfe nehmen wil: wo-<lb/>
von bald ein mehreres.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Die 2. Anmerckung.</hi> </head><lb/>
              <p>60. <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Dechales</hi> (Dioptr. lib. 2 prop. 24. cor. 1. f.<lb/>
702 Tom. 3 Mund. Mathem.)</hi> ha&#x0364;lt fu&#x0364;r gut/ daß/<lb/>
wenn der Brenn-Punct des Objectiv-Gla&#x017F;es 2¼<lb/>
Schuhe von ihm weg i&#x017F;t/ der halbe Diameter von<lb/>
jedem Augen-Gla&#x017F;e bey nahe zwey Zoll &#x017F;ey.</p>
            </div><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#b">Die</hi> </fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[96/0108] Anfangs-Gruͤnde geſetzet wird/ wie in dem Aſtronomiſchen Fern- Glaſe das Augen-Glaß zu dem Bilde des Objectiv-Glaſes; ſo muͤſſet ihr hier/ wie dorten/ das in ſeinem Brenn-Puncte ſtehen- de Bild ſehen. Solcher geſtalt ſehet ihr die Sachen aufgerichtet und ſo nahe bey euch/ als der Brenn-Punct des letzten Augen-Gla- ſes von eurem Auge weg iſt. W. Z. E. Die 1. Anmerckung. 59. Man nimmet drey Augen-Glaͤſer zu derglei- chen Fern-Glaſe/ damit man viel auf einmal ſehen kan/ welches in dem Aſtronomiſchen/ ſonderlich aber in dem Gallilaͤaniſchen Fern-Glaſe nicht geſchiehet. Zwar kan man auch durch zwey Augen-Glaͤſer dieſes erhalten/ daß allſo zu dem gantzen Fern-Glaſe nur drey Glaͤſer kommen: allein die Sachen bekommen Far- ben und umb den Rand der Eroͤfnung des Fern- Glaſes werden die geraden Linien in krumme ver- wandelt. Einige nehmen vier und mehrere Augen- Glaͤſer dazu: allein dadurch muͤſſen die Sachen ſehr dunckel werden/ in dem wegen der Reflexion in dem Durchgange durch jedes Glaß die Zahl der Strahlen vergeringert wird. Derowegen iſt unter allen Fern- Glaͤſern/ die man auf der Erde brauchen kan keines beſſer/ als das drey Augen-Glaͤſer hat/ wenn man nicht einen Spiegel mit zu Huͤlfe nehmen wil: wo- von bald ein mehreres. Die 2. Anmerckung. 60. Dechales (Dioptr. lib. 2 prop. 24. cor. 1. f. 702 Tom. 3 Mund. Mathem.) haͤlt fuͤr gut/ daß/ wenn der Brenn-Punct des Objectiv-Glaſes 2¼ Schuhe von ihm weg iſt/ der halbe Diameter von jedem Augen-Glaſe bey nahe zwey Zoll ſey. Die

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/108
Zitationshilfe: Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710. , S. 96. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/108>, abgerufen am 19.10.2019.