Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710.

Bild:
<< vorherige Seite
der Dioptrick.
Die 2. Anmerckung.

82. Weil in kleinen Vergrösserungs-Gläsern nicht
allein das Auge sehr nahe gehalten werden muß/ son-
dern auch die Sache selbst auf der anderen Seite sehr
nahe anlieget: so hat man auf besondere Gestelle zu
dencken/ da man/ ohne das Licht sich zu benehmen/
durch die Einfachen Vergrösserungs-Gläser beqvem
sehen und die Sachen füglich darhinter halten kan.
Dergleichen haben wir von dem Musschenbroek,
wovon Zahn in dem Anhange zu seinem oben an-
geführtem Wercke f. 780. & seqq. nach zu schlagen.
Noch andere Arten findet ihr f. 795. 796. Conf.
fund. 3 Syntag. 3. c. 2 f. 531. & c. 4. f.
549. 550.
Man brauchet aber die kleinen Kügelein meisten-
theils/ wenn man durchsichtige Cörper betrachten
wil.

Die 3. Anmerckung.

83. Wenn der Brenn-Punct über 1/2 Zoll weit
weg ist/ so habet ihr euch umb die Bedeckung nicht
viel zu bekümmern/ weil der Stern im Auge selbst
die überflüßige Strahlen wegtreibet. Allein wenn
die Vergrösserungs-Gläser sehr klein sind/ so sollen
nach Hugenii Rathe (Dioptr. prop, 60 p. 231)
die Eröfnungen eben die Verhältnis in verschiedenen
Vergrösserungs-Gläsern gegen einander haben/ wie
die Weiten der Brenn-Puncte. Es ist aber wohl zu
mercken/ daß die einfachen Vergrösserungs-Gläser die
Sachen desto dunckeler vorstellen/ ie mehr sie dieselbe
vergrößern.

Die 10. Aufgabe.

84. Ein Vergrösserungs-Glaß aus
zwey Gläsern zusammen zu setzen.

Auflösung.

Sie werden fast wie die Astronomi-

schen
(3) H
der Dioptrick.
Die 2. Anmerckung.

82. Weil in kleinen Vergroͤſſerungs-Glaͤſern nicht
allein das Auge ſehr nahe gehalten werden muß/ ſon-
dern auch die Sache ſelbſt auf der anderen Seite ſehr
nahe anlieget: ſo hat man auf beſondere Geſtelle zu
dencken/ da man/ ohne das Licht ſich zu benehmen/
durch die Einfachen Vergroͤſſerungs-Glaͤſer beqvem
ſehen und die Sachen fuͤglich darhinter halten kan.
Dergleichen haben wir von dem Musſchenbrœk,
wovon Zahn in dem Anhange zu ſeinem oben an-
gefuͤhrtem Wercke f. 780. & ſeqq. nach zu ſchlagen.
Noch andere Arten findet ihr f. 795. 796. Conf.
fund. 3 Syntag. 3. c. 2 f. 531. & c. 4. f.
549. 550.
Man brauchet aber die kleinen Kuͤgelein meiſten-
theils/ wenn man durchſichtige Coͤrper betrachten
wil.

Die 3. Anmerckung.

83. Wenn der Brenn-Punct uͤber ½ Zoll weit
weg iſt/ ſo habet ihr euch umb die Bedeckung nicht
viel zu bekuͤmmern/ weil der Stern im Auge ſelbſt
die uͤberfluͤßige Strahlen wegtreibet. Allein wenn
die Vergroͤſſerungs-Glaͤſer ſehr klein ſind/ ſo ſollen
nach Hugenii Rathe (Dioptr. prop, 60 p. 231)
die Eroͤfnungen eben die Verhaͤltnis in verſchiedenen
Vergroͤſſerungs-Glaͤſern gegen einander haben/ wie
die Weiten der Brenn-Puncte. Es iſt aber wohl zu
mercken/ daß die einfachen Vergroͤſſerungs-Glaͤſer die
Sachen deſto dunckeler vorſtellen/ ie mehr ſie dieſelbe
vergroͤßern.

Die 10. Aufgabe.

84. Ein Vergroͤſſerungs-Glaß aus
zwey Glaͤſern zuſammen zu ſetzen.

Aufloͤſung.

Sie werden faſt wie die Aſtronomi-

ſchen
(3) H
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0117" n="105"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">der Dioptrick.</hi> </fw><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Die 2. Anmerckung.</hi> </head><lb/>
              <p>82. Weil in kleinen Vergro&#x0364;&#x017F;&#x017F;erungs-Gla&#x0364;&#x017F;ern nicht<lb/>
allein das Auge &#x017F;ehr nahe gehalten werden muß/ &#x017F;on-<lb/>
dern auch die Sache &#x017F;elb&#x017F;t auf der anderen Seite &#x017F;ehr<lb/>
nahe anlieget: &#x017F;o hat man auf be&#x017F;ondere Ge&#x017F;telle zu<lb/>
dencken/ da man/ ohne das Licht &#x017F;ich zu benehmen/<lb/>
durch die Einfachen Vergro&#x0364;&#x017F;&#x017F;erungs-Gla&#x0364;&#x017F;er beqvem<lb/>
&#x017F;ehen und die Sachen fu&#x0364;glich darhinter halten kan.<lb/>
Dergleichen haben wir von dem <hi rendition="#aq">Mus&#x017F;chenbr&#x0153;k,</hi><lb/>
wovon <hi rendition="#fr">Zahn</hi> in dem Anhange zu &#x017F;einem oben an-<lb/>
gefu&#x0364;hrtem Wercke <hi rendition="#aq">f. 780. &amp; &#x017F;eqq.</hi> nach zu &#x017F;chlagen.<lb/>
Noch andere Arten findet ihr <hi rendition="#aq">f. 795. 796. Conf.<lb/>
fund. 3 Syntag. 3. c. 2 f. 531. &amp; c. 4. f.</hi> 549. 550.<lb/>
Man brauchet aber die kleinen Ku&#x0364;gelein mei&#x017F;ten-<lb/>
theils/ wenn man durch&#x017F;ichtige Co&#x0364;rper betrachten<lb/>
wil.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Die 3. Anmerckung.</hi> </head><lb/>
              <p>83. Wenn der Brenn-Punct u&#x0364;ber ½ Zoll weit<lb/>
weg i&#x017F;t/ &#x017F;o habet ihr euch umb die Bedeckung nicht<lb/>
viel zu beku&#x0364;mmern/ weil der Stern im Auge &#x017F;elb&#x017F;t<lb/>
die u&#x0364;berflu&#x0364;ßige Strahlen wegtreibet. Allein wenn<lb/>
die Vergro&#x0364;&#x017F;&#x017F;erungs-Gla&#x0364;&#x017F;er &#x017F;ehr klein &#x017F;ind/ &#x017F;o &#x017F;ollen<lb/>
nach <hi rendition="#aq">Hugenii</hi> Rathe (<hi rendition="#aq">Dioptr. prop, 60 p.</hi> 231)<lb/>
die Ero&#x0364;fnungen eben die Verha&#x0364;ltnis in ver&#x017F;chiedenen<lb/>
Vergro&#x0364;&#x017F;&#x017F;erungs-Gla&#x0364;&#x017F;ern gegen einander haben/ wie<lb/>
die Weiten der Brenn-Puncte. Es i&#x017F;t aber wohl zu<lb/>
mercken/ daß die einfachen Vergro&#x0364;&#x017F;&#x017F;erungs-Gla&#x0364;&#x017F;er die<lb/>
Sachen de&#x017F;to dunckeler vor&#x017F;tellen/ ie mehr &#x017F;ie die&#x017F;elbe<lb/>
vergro&#x0364;ßern.</p>
            </div>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Die 10. Aufgabe.</hi> </head><lb/>
            <p>84. <hi rendition="#fr">Ein Vergro&#x0364;&#x017F;&#x017F;erungs-Glaß aus<lb/>
zwey Gla&#x0364;&#x017F;ern zu&#x017F;ammen zu &#x017F;etzen.</hi></p><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Auflo&#x0364;&#x017F;ung.</hi> </head><lb/>
              <p>Sie werden fa&#x017F;t wie die A&#x017F;tronomi-<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">(3) H</fw><fw place="bottom" type="catch">&#x017F;chen</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[105/0117] der Dioptrick. Die 2. Anmerckung. 82. Weil in kleinen Vergroͤſſerungs-Glaͤſern nicht allein das Auge ſehr nahe gehalten werden muß/ ſon- dern auch die Sache ſelbſt auf der anderen Seite ſehr nahe anlieget: ſo hat man auf beſondere Geſtelle zu dencken/ da man/ ohne das Licht ſich zu benehmen/ durch die Einfachen Vergroͤſſerungs-Glaͤſer beqvem ſehen und die Sachen fuͤglich darhinter halten kan. Dergleichen haben wir von dem Musſchenbrœk, wovon Zahn in dem Anhange zu ſeinem oben an- gefuͤhrtem Wercke f. 780. & ſeqq. nach zu ſchlagen. Noch andere Arten findet ihr f. 795. 796. Conf. fund. 3 Syntag. 3. c. 2 f. 531. & c. 4. f. 549. 550. Man brauchet aber die kleinen Kuͤgelein meiſten- theils/ wenn man durchſichtige Coͤrper betrachten wil. Die 3. Anmerckung. 83. Wenn der Brenn-Punct uͤber ½ Zoll weit weg iſt/ ſo habet ihr euch umb die Bedeckung nicht viel zu bekuͤmmern/ weil der Stern im Auge ſelbſt die uͤberfluͤßige Strahlen wegtreibet. Allein wenn die Vergroͤſſerungs-Glaͤſer ſehr klein ſind/ ſo ſollen nach Hugenii Rathe (Dioptr. prop, 60 p. 231) die Eroͤfnungen eben die Verhaͤltnis in verſchiedenen Vergroͤſſerungs-Glaͤſern gegen einander haben/ wie die Weiten der Brenn-Puncte. Es iſt aber wohl zu mercken/ daß die einfachen Vergroͤſſerungs-Glaͤſer die Sachen deſto dunckeler vorſtellen/ ie mehr ſie dieſelbe vergroͤßern. Die 10. Aufgabe. 84. Ein Vergroͤſſerungs-Glaß aus zwey Glaͤſern zuſammen zu ſetzen. Aufloͤſung. Sie werden faſt wie die Aſtronomi- ſchen (3) H

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/117
Zitationshilfe: Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710. , S. 105. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/117>, abgerufen am 21.10.2019.