Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710.

Bild:
<< vorherige Seite
der Astronomie.
Der 3. Zusatz.

7. Weil ihr in dem Mittelpuncte der Welt-
Kugel stehet/ so könnet ihr auch nur auf ein-
mal einen Theil derselben sehen/ der andere
aber ist vor euren Augen verborgen.

Die 2. Erfahrung.

8. Wenn ihr des Nachtes auf die
Sterne acht gebet/ so werdet ihr wahr-
nehmen/ daß keiner von dem andern
wegzugehen scheinet/ hingegen alle zu-
sammen scheinen unvermerckt fortzu-
rücken. Denn die bey eurem Scheitel
stunden/ sind von ihm in einer Stunde
weg/ und andere an ihrer Stelle/ die
vorhin nicht bey ihm waren. Einige
sind gar verschwunden/ und hingegen
an einem anderen Orte sehet ihr
Ster-
ne/ die vorhin nicht da waren.

Der 1. Zusatz.

9. Weil ihr immer auf einer Stelle des
Erdbodens bleibet/ so scheinet es/ als wenn
die gantze Welt-Kugel mit allen Sternen
sich umb die Erde herumb bewegete. Denn
ihr könnet nicht schliessen/ daß es würcklich
so geschiehet/ weil es euch eben so vorkommen
würde/ wenn die Erde sich herumb bewegete
(§. 94 Optic.).

Der 2. Zusatz.

10. Da ihr euch nun in dem ersten Theile
der Astronomie nur umb Erscheinungen be-

küm-
der Aſtronomie.
Der 3. Zuſatz.

7. Weil ihr in dem Mittelpuncte der Welt-
Kugel ſtehet/ ſo koͤnnet ihr auch nur auf ein-
mal einen Theil derſelben ſehen/ der andere
aber iſt vor euren Augen verborgen.

Die 2. Erfahrung.

8. Wenn ihr des Nachtes auf die
Sterne acht gebet/ ſo werdet ihr wahr-
nehmen/ daß keiner von dem andern
wegzugehen ſcheinet/ hingegen alle zu-
ſammen ſcheinen unvermerckt fortzu-
ruͤcken. Denn die bey eurem Scheitel
ſtunden/ ſind von ihm in einer Stunde
weg/ und andere an ihrer Stelle/ die
vorhin nicht bey ihm waren. Einige
ſind gar verſchwunden/ und hingegen
an einem anderen Orte ſehet ihr
Ster-
ne/ die vorhin nicht da waren.

Der 1. Zuſatz.

9. Weil ihr immer auf einer Stelle des
Erdbodens bleibet/ ſo ſcheinet es/ als wenn
die gantze Welt-Kugel mit allen Sternen
ſich umb die Erde herumb bewegete. Denn
ihr koͤnnet nicht ſchlieſſen/ daß es wuͤrcklich
ſo geſchiehet/ weil es euch eben ſo vorkommen
wuͤrde/ wenn die Erde ſich herumb bewegete
(§. 94 Optic.).

Der 2. Zuſatz.

10. Da ihr euch nun in dem erſten Theile
der Aſtronomie nur umb Erſcheinungen be-

kuͤm-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0187" n="163"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">der A&#x017F;tronomie.</hi> </fw><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Der 3. Zu&#x017F;atz.</hi> </head><lb/>
              <p>7. Weil ihr in dem Mittelpuncte der Welt-<lb/>
Kugel &#x017F;tehet/ &#x017F;o ko&#x0364;nnet ihr auch nur auf ein-<lb/>
mal einen Theil der&#x017F;elben &#x017F;ehen/ der andere<lb/>
aber i&#x017F;t vor euren Augen verborgen.</p>
            </div>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Die 2. Erfahrung.</hi> </head><lb/>
            <p>8. <hi rendition="#fr">Wenn ihr des Nachtes auf die<lb/>
Sterne acht gebet/ &#x017F;o werdet ihr wahr-<lb/>
nehmen/ daß keiner von dem andern<lb/>
wegzugehen &#x017F;cheinet/ hingegen alle zu-<lb/>
&#x017F;ammen &#x017F;cheinen unvermerckt fortzu-<lb/>
ru&#x0364;cken. Denn die bey eurem Scheitel<lb/>
&#x017F;tunden/ &#x017F;ind von ihm in einer Stunde<lb/>
weg/ und andere an ihrer Stelle/ die<lb/>
vorhin nicht bey ihm waren. Einige<lb/>
&#x017F;ind gar ver&#x017F;chwunden/ und hingegen<lb/>
an einem anderen Orte &#x017F;ehet ihr</hi> S<hi rendition="#fr">ter-<lb/>
ne/ die vorhin nicht da waren.</hi></p><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Der 1. Zu&#x017F;atz.</hi> </head><lb/>
              <p>9. Weil ihr immer auf einer Stelle des<lb/>
Erdbodens bleibet/ &#x017F;o &#x017F;cheinet es/ als wenn<lb/>
die gantze Welt-Kugel mit allen Sternen<lb/>
&#x017F;ich umb die Erde herumb bewegete. Denn<lb/>
ihr ko&#x0364;nnet nicht &#x017F;chlie&#x017F;&#x017F;en/ daß es wu&#x0364;rcklich<lb/>
&#x017F;o ge&#x017F;chiehet/ weil es euch eben &#x017F;o vorkommen<lb/>
wu&#x0364;rde/ wenn die Erde &#x017F;ich herumb bewegete<lb/>
(§. 94 <hi rendition="#aq">Optic.</hi>).</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Der 2. Zu&#x017F;atz.</hi> </head><lb/>
              <p>10. Da ihr euch nun in dem er&#x017F;ten Theile<lb/>
der A&#x017F;tronomie nur umb Er&#x017F;cheinungen be-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">ku&#x0364;m-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[163/0187] der Aſtronomie. Der 3. Zuſatz. 7. Weil ihr in dem Mittelpuncte der Welt- Kugel ſtehet/ ſo koͤnnet ihr auch nur auf ein- mal einen Theil derſelben ſehen/ der andere aber iſt vor euren Augen verborgen. Die 2. Erfahrung. 8. Wenn ihr des Nachtes auf die Sterne acht gebet/ ſo werdet ihr wahr- nehmen/ daß keiner von dem andern wegzugehen ſcheinet/ hingegen alle zu- ſammen ſcheinen unvermerckt fortzu- ruͤcken. Denn die bey eurem Scheitel ſtunden/ ſind von ihm in einer Stunde weg/ und andere an ihrer Stelle/ die vorhin nicht bey ihm waren. Einige ſind gar verſchwunden/ und hingegen an einem anderen Orte ſehet ihr Ster- ne/ die vorhin nicht da waren. Der 1. Zuſatz. 9. Weil ihr immer auf einer Stelle des Erdbodens bleibet/ ſo ſcheinet es/ als wenn die gantze Welt-Kugel mit allen Sternen ſich umb die Erde herumb bewegete. Denn ihr koͤnnet nicht ſchlieſſen/ daß es wuͤrcklich ſo geſchiehet/ weil es euch eben ſo vorkommen wuͤrde/ wenn die Erde ſich herumb bewegete (§. 94 Optic.). Der 2. Zuſatz. 10. Da ihr euch nun in dem erſten Theile der Aſtronomie nur umb Erſcheinungen be- kuͤm-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/187
Zitationshilfe: Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710. , S. 163. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/187>, abgerufen am 23.02.2020.