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Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710.

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der Astronomie.
ist das Maaß des Winckels MTZ und
weil die Erde in Ansehung der obersten
Fläche der Welt-Kugel (wo ihr euch den
Bogen ZH. einbilden müsset) ein Punct ist
(§. 79)/ so ist der Bogen ZL das Maaß des
Winckels LVZ (§. 14 Geom.) demnach ist
der Unterscheid dieser Winckel der Paralla-
xi
gleich. Es ist aber TSV der Unterscheid
der Winckel MTZ und LVZ (§. 100 Geo-
met.)
Derowegen ist der Winckel TSV
der Parallaxi gleich. W. Z. E.

Der 1. Zusatz.

202. Weil die Distantz eines Sternes
oder andern phoenomeni von dem Zenith
Z unter einem grösseren Winckel auf der
Erd-Fläche als aus dem Mittel-Puncte der
Erde gesehen wird; so muß die Parallaxis
LM
die Höhe eines Sternes oder andern
phoenomeni über dem Horizont vergerin-
gern und zwar ist sie der Unterscheid zwischen
der wahren Höhe HM und der schein-
bahren
HL.

Der 2. Zusatz.

203. Wenn ihr demnach die wahre Hö-
hen der Sterne auf eine gegebene Zeit su-
chet (§. 102. 122. 199) und sie mit den obser-
virten vergleichet; könnet ihr ihre Parallae-
xin
finden.

Anmerckung.

204. Z. E. Philipp Lansberg (Observat.

Astro-
R 5

der Aſtronomie.
iſt das Maaß des Winckels MTZ und
weil die Erde in Anſehung der oberſten
Flaͤche der Welt-Kugel (wo ihr euch den
Bogen ZH. einbilden muͤſſet) ein Punct iſt
(§. 79)/ ſo iſt der Bogen ZL das Maaß des
Winckels LVZ (§. 14 Geom.) demnach iſt
der Unterſcheid dieſer Winckel der Paralla-
xi
gleich. Es iſt aber TSV der Unterſcheid
der Winckel MTZ und LVZ (§. 100 Geo-
met.)
Derowegen iſt der Winckel TSV
der Parallaxi gleich. W. Z. E.

Der 1. Zuſatz.

202. Weil die Diſtantz eines Sternes
oder andern phœnomeni von dem Zenith
Z unter einem groͤſſeren Winckel auf der
Erd-Flaͤche als aus dem Mittel-Puncte der
Erde geſehen wird; ſo muß die Parallaxis
LM
die Hoͤhe eines Sternes oder andern
phœnomeni uͤber dem Horizont vergerin-
gern und zwar iſt ſie der Unterſcheid zwiſchen
der wahren Hoͤhe HM und der ſchein-
bahren
HL.

Der 2. Zuſatz.

203. Wenn ihr demnach die wahre Hoͤ-
hen der Sterne auf eine gegebene Zeit ſu-
chet (§. 102. 122. 199) und ſie mit den obſer-
virten vergleichet; koͤnnet ihr ihre Parallæ-
xin
finden.

Anmerckung.

204. Z. E. Philipp Lansberg (Obſervat.

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[257/0281] der Aſtronomie. iſt das Maaß des Winckels MTZ und weil die Erde in Anſehung der oberſten Flaͤche der Welt-Kugel (wo ihr euch den Bogen ZH. einbilden muͤſſet) ein Punct iſt (§. 79)/ ſo iſt der Bogen ZL das Maaß des Winckels LVZ (§. 14 Geom.) demnach iſt der Unterſcheid dieſer Winckel der Paralla- xi gleich. Es iſt aber TSV der Unterſcheid der Winckel MTZ und LVZ (§. 100 Geo- met.) Derowegen iſt der Winckel TSV der Parallaxi gleich. W. Z. E. Der 1. Zuſatz. 202. Weil die Diſtantz eines Sternes oder andern phœnomeni von dem Zenith Z unter einem groͤſſeren Winckel auf der Erd-Flaͤche als aus dem Mittel-Puncte der Erde geſehen wird; ſo muß die Parallaxis LM die Hoͤhe eines Sternes oder andern phœnomeni uͤber dem Horizont vergerin- gern und zwar iſt ſie der Unterſcheid zwiſchen der wahren Hoͤhe HM und der ſchein- bahren HL. Der 2. Zuſatz. 203. Wenn ihr demnach die wahre Hoͤ- hen der Sterne auf eine gegebene Zeit ſu- chet (§. 102. 122. 199) und ſie mit den obſer- virten vergleichet; koͤnnet ihr ihre Parallæ- xin finden. Anmerckung. 204. Z. E. Philipp Lansberg (Obſervat. Aſtro- R 5

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Zitationshilfe: Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710. , S. 257. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/281>, abgerufen am 27.01.2020.