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Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710.

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Anfangs-Gründe
Jahre. Unerachtet aber keine Parallaxis der Erd-
bahn hier stat findet/ indem er sich nicht wie die übri-
gen Planeten hauptsächlich umb die Sonne beweget;
so kan man doch mit der blossen AEquatione centri
nicht auskommen/ als nur wenn Neu- und Voll-Mond
ist/ in andern Fällen findet sich mehrere Ungleichheit
in seiner Bewegung als in den übrigen Planeten:
welches auch so seyn muß/ wie Newton in seinen Prin-
cipiis Philosophiae Naturalis Naturalis Mathemati-
cis lib. 3. prop. 22. & seqq. p. 427 & seqq.
und aus
ihm Gregorius in Elementis Astronomiae prop. 21.
f. 317 & seqq. a priori
erwiesen. Und hieraus sehen
wir abermal die Vortreflichkeit des Copernicanischen
Welt-Baues/ wie er von dem Kepler perfectioni-
ret worden/ weil man auch die Ursachen zeigen kan/
warumb die Planeten sich nach den Keplerianischen
Bewegungs-Gesetzen so gnau richten/ und wie das gan-
tze Welt-Gebäude unverändert so lange Zeit dauren
kan.

Die 27. Aufgabe.

521. Die Zeit zu finden/ in welcher der
Mond umb die Erde herumb kommet/
das ist/ die Grösse eines Periodischen
Monats zu determiniren: ingleichen
die Zeit zu finden/ welche von einem
Voll-Monden biß zu dem andern ver-
fließet/ oder die Größe eines Synodi-
schen Monats zu determiniren.

Auflösung.
1. Vergleichet miteinander zwey Observa-
tionen von Monds-Finsternissen/ denn
weil der Mond recht voll ist/ wenn er der
Son-

Anfangs-Gruͤnde
Jahre. Unerachtet aber keine Parallaxis der Erd-
bahn hier ſtat findet/ indem er ſich nicht wie die uͤbri-
gen Planeten hauptſaͤchlich umb die Sonne beweget;
ſo kan man doch mit der bloſſen Æquatione centri
nicht auskommen/ als nur wenn Neu- und Voll-Mond
iſt/ in andern Faͤllen findet ſich mehrere Ungleichheit
in ſeiner Bewegung als in den uͤbrigen Planeten:
welches auch ſo ſeyn muß/ wie Newton in ſeinen Prin-
cipiis Philoſophiæ Naturalis Naturalis Mathemati-
cis lib. 3. prop. 22. & ſeqq. p. 427 & ſeqq.
und aus
ihm Gregorius in Elementis Aſtronomiæ prop. 21.
f. 317 & ſeqq. à priori
erwieſen. Und hieraus ſehen
wir abermal die Vortreflichkeit des Copernicaniſchen
Welt-Baues/ wie er von dem Kepler perfectioni-
ret worden/ weil man auch die Urſachen zeigen kan/
warumb die Planeten ſich nach den Keplerianiſchen
Bewegungs-Geſetzẽ ſo gnau richten/ und wie das gan-
tze Welt-Gebaͤude unveraͤndert ſo lange Zeit dauren
kan.

Die 27. Aufgabe.

521. Die Zeit zu finden/ in welcher der
Mond umb die Erde herumb kommet/
das iſt/ die Groͤſſe eines Periodiſchen
Monats zu determiniren: ingleichen
die Zeit zu finden/ welche von einem
Voll-Monden biß zu dem andern ver-
fließet/ oder die Groͤße eines Synodi-
ſchen Monats zu determiniren.

Aufloͤſung.
1. Vergleichet miteinander zwey Obſerva-
tionen von Monds-Finſterniſſen/ denn
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Son-
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[404/0428] Anfangs-Gruͤnde Jahre. Unerachtet aber keine Parallaxis der Erd- bahn hier ſtat findet/ indem er ſich nicht wie die uͤbri- gen Planeten hauptſaͤchlich umb die Sonne beweget; ſo kan man doch mit der bloſſen Æquatione centri nicht auskommen/ als nur wenn Neu- und Voll-Mond iſt/ in andern Faͤllen findet ſich mehrere Ungleichheit in ſeiner Bewegung als in den uͤbrigen Planeten: welches auch ſo ſeyn muß/ wie Newton in ſeinen Prin- cipiis Philoſophiæ Naturalis Naturalis Mathemati- cis lib. 3. prop. 22. & ſeqq. p. 427 & ſeqq. und aus ihm Gregorius in Elementis Aſtronomiæ prop. 21. f. 317 & ſeqq. à priori erwieſen. Und hieraus ſehen wir abermal die Vortreflichkeit des Copernicaniſchen Welt-Baues/ wie er von dem Kepler perfectioni- ret worden/ weil man auch die Urſachen zeigen kan/ warumb die Planeten ſich nach den Keplerianiſchen Bewegungs-Geſetzẽ ſo gnau richten/ und wie das gan- tze Welt-Gebaͤude unveraͤndert ſo lange Zeit dauren kan. Die 27. Aufgabe. 521. Die Zeit zu finden/ in welcher der Mond umb die Erde herumb kommet/ das iſt/ die Groͤſſe eines Periodiſchen Monats zu determiniren: ingleichen die Zeit zu finden/ welche von einem Voll-Monden biß zu dem andern ver- fließet/ oder die Groͤße eines Synodi- ſchen Monats zu determiniren. Aufloͤſung. 1. Vergleichet miteinander zwey Obſerva- tionen von Monds-Finſterniſſen/ denn weil der Mond recht voll iſt/ wenn er der Son-

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Zitationshilfe: Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710. , S. 404. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/428>, abgerufen am 20.10.2019.