Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710.

Bild:
<< vorherige Seite

Anfangs-Gründe
unter welchem BI aus dem Monden oder
(welches hier gleich viel ist) aus der Erde ge-
sehen wird/ das ist/ der Uberschuß des schein-
bahren Diameters des Monden über dem
scheinbahren Diameter der Sonne. Dem
Winckel aber ide ist der Winckel edf gleich/
unter welchem aus dem Monden der halbe
Diameter des Mond-Schattens EF gese-
hen wird. Derowegen bleibet der halbe
scheinbahre Diameter des Mondschattens
übrig/ wenn ihr den halben scheinbahren
Diameter der Sonne von dem halben Dia-
meter des Mondens abziehet. W. Z. E.

Der 14. Lehrsatz.

627. Die Breite des Mond-Schat-
tens auf dem Erdboden/ das ist/ die Di-
stantz seines
Mittelpunctes von der Ec-
liptick/ ist der
Breite des Mondens
gleich.

Beweiß.
Tab VIII
Fig.
47.

Die Sonne A stehe über dem Puncte B/
so ist dasselbe unter der Ecliptick. Der
Mond C stehe über D/ so ist DB die Breite
des Schattens. Die Breite des Mondens
ist der Winckel ABC/ denn unter diesem wird
seine Distantz von der Ecliptick gesehen. Die-
ser aber ist dem Winckel DCB gleich (§. 92
Geom.) unter welchem die Breite des
Mond-Schattens DB auf dem Erdboden
aus dem Monden gesehen wird. Derowegen
ist diese Breite der Breite des Mondens
gleich. W. Z. E.

628.

Anfangs-Gruͤnde
unter welchem BI aus dem Monden oder
(welches hier gleich viel iſt) aus der Erde ge-
ſehen wird/ das iſt/ der Uberſchuß des ſchein-
bahren Diameters des Monden uͤber dem
ſcheinbahren Diameter der Sonne. Dem
Winckel aber ide iſt der Winckel edf gleich/
unter welchem aus dem Monden der halbe
Diameter des Mond-Schattens EF geſe-
hen wird. Derowegen bleibet der halbe
ſcheinbahre Diameter des Mondſchattens
uͤbrig/ wenn ihr den halben ſcheinbahren
Diameter der Sonne von dem halben Dia-
meter des Mondens abziehet. W. Z. E.

Der 14. Lehrſatz.

627. Die Breite des Mond-Schat-
tens auf dem Erdboden/ das iſt/ die Di-
ſtantz ſeines
Mittelpunctes von der Ec-
liptick/ iſt der
Breite des Mondens
gleich.

Beweiß.
Tab VIII
Fig.
47.

Die Sonne A ſtehe uͤber dem Puncte B/
ſo iſt daſſelbe unter der Ecliptick. Der
Mond C ſtehe uͤber D/ ſo iſt DB die Breite
des Schattens. Die Breite des Mondens
iſt der Winckel ABC/ denn unter dieſem wird
ſeine Diſtantz von der Ecliptick geſehen. Die-
ſer aber iſt dem Winckel DCB gleich (§. 92
Geom.) unter welchem die Breite des
Mond-Schattens DB auf dem Erdboden
aus dem Monden geſehen wird. Derowegen
iſt dieſe Breite der Breite des Mondens
gleich. W. Z. E.

628.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0476" n="452"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Anfangs-Gru&#x0364;nde</hi></fw><lb/>
unter welchem <hi rendition="#aq">BI</hi> aus dem Monden oder<lb/>
(welches hier gleich viel i&#x017F;t) aus der Erde ge-<lb/>
&#x017F;ehen wird/ das i&#x017F;t/ der Uber&#x017F;chuß des &#x017F;chein-<lb/>
bahren Diameters des Monden u&#x0364;ber dem<lb/>
&#x017F;cheinbahren Diameter der Sonne. Dem<lb/>
Winckel aber <hi rendition="#aq"><hi rendition="#k">ide</hi></hi> i&#x017F;t der Winckel <hi rendition="#aq"><hi rendition="#k">edf</hi></hi> gleich/<lb/>
unter welchem aus dem Monden der halbe<lb/>
Diameter des Mond-Schattens <hi rendition="#aq">EF</hi> ge&#x017F;e-<lb/>
hen wird. Derowegen bleibet der halbe<lb/>
&#x017F;cheinbahre Diameter des Mond&#x017F;chattens<lb/>
u&#x0364;brig/ wenn ihr den halben &#x017F;cheinbahren<lb/>
Diameter der Sonne von dem halben Dia-<lb/>
meter des Mondens abziehet. W. Z. E.</p>
            </div>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Der 14. Lehr&#x017F;atz.</hi> </head><lb/>
            <p>627. <hi rendition="#fr">Die</hi> B<hi rendition="#fr">reite des Mond-Schat-<lb/>
tens auf dem Erdboden/ das i&#x017F;t/ die Di-<lb/>
&#x017F;tantz &#x017F;eines</hi> M<hi rendition="#fr">ittelpunctes von der Ec-<lb/>
liptick/ i&#x017F;t der</hi> B<hi rendition="#fr">reite des Mondens</hi><lb/>
gleich.</p><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Beweiß.</hi> </head><lb/>
              <note place="left"><hi rendition="#aq">Tab VIII<lb/>
Fig.</hi> 47.</note>
              <p>Die Sonne <hi rendition="#aq">A</hi> &#x017F;tehe u&#x0364;ber dem Puncte <hi rendition="#aq">B/</hi><lb/>
&#x017F;o i&#x017F;t da&#x017F;&#x017F;elbe unter der Ecliptick. Der<lb/>
Mond <hi rendition="#aq">C</hi> &#x017F;tehe u&#x0364;ber <hi rendition="#aq">D/</hi> &#x017F;o i&#x017F;t <hi rendition="#aq">DB</hi> die Breite<lb/>
des Schattens. Die Breite des Mondens<lb/>
i&#x017F;t der Winckel <hi rendition="#aq">ABC/</hi> denn unter die&#x017F;em wird<lb/>
&#x017F;eine Di&#x017F;tantz von der Ecliptick ge&#x017F;ehen. Die-<lb/>
&#x017F;er aber i&#x017F;t dem Winckel <hi rendition="#aq">DCB</hi> gleich (§. 92<lb/><hi rendition="#aq">Geom.</hi>) unter welchem die Breite des<lb/>
Mond-Schattens <hi rendition="#aq">DB</hi> auf dem Erdboden<lb/>
aus dem Monden ge&#x017F;ehen wird. Derowegen<lb/>
i&#x017F;t die&#x017F;e Breite der Breite des Mondens<lb/>
gleich. W. Z. E.</p>
            </div><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch">628.</fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[452/0476] Anfangs-Gruͤnde unter welchem BI aus dem Monden oder (welches hier gleich viel iſt) aus der Erde ge- ſehen wird/ das iſt/ der Uberſchuß des ſchein- bahren Diameters des Monden uͤber dem ſcheinbahren Diameter der Sonne. Dem Winckel aber ide iſt der Winckel edf gleich/ unter welchem aus dem Monden der halbe Diameter des Mond-Schattens EF geſe- hen wird. Derowegen bleibet der halbe ſcheinbahre Diameter des Mondſchattens uͤbrig/ wenn ihr den halben ſcheinbahren Diameter der Sonne von dem halben Dia- meter des Mondens abziehet. W. Z. E. Der 14. Lehrſatz. 627. Die Breite des Mond-Schat- tens auf dem Erdboden/ das iſt/ die Di- ſtantz ſeines Mittelpunctes von der Ec- liptick/ iſt der Breite des Mondens gleich. Beweiß. Die Sonne A ſtehe uͤber dem Puncte B/ ſo iſt daſſelbe unter der Ecliptick. Der Mond C ſtehe uͤber D/ ſo iſt DB die Breite des Schattens. Die Breite des Mondens iſt der Winckel ABC/ denn unter dieſem wird ſeine Diſtantz von der Ecliptick geſehen. Die- ſer aber iſt dem Winckel DCB gleich (§. 92 Geom.) unter welchem die Breite des Mond-Schattens DB auf dem Erdboden aus dem Monden geſehen wird. Derowegen iſt dieſe Breite der Breite des Mondens gleich. W. Z. E. 628.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/476
Zitationshilfe: Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710. , S. 452. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/476>, abgerufen am 21.10.2019.