Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710.

Bild:
<< vorherige Seite

Anfangs-Gründe
matici erwiesen/ daß die Erde gegen die Pole niedrig
gedrückt und mitten zwischen denselben etwas erha-
bener sey. Vid. Newton in Princip. Philos. Natur.
Mathem. p. 422. & seqq. Hugenius Discours sur la
cause de la pesanteur p. 153 & seqq & Gregorius in
Elementis Astron. Physic. & Geom. f. 268. & seqq.

Allein da nach des Hugenii Rechnung der gröste Dia-
meter sich zu dem kleinen wie 578 zu 577 verhält/ und
also nur umb grösser ist; kan uns solches in der
Geographie nicht hindern/ daß wir die Erde für eine
Kugel halten.

Der 1. Zusatz.

4. Daher ist es nicht wunder/ daß man
die Erde zur See schon etliche mal umbschif-
fet hat.

Die 2. Anmerckung.

5. Ferdinandus Megellanes hat A. 1519 innerhalb
1124 Tagen die Erde das erste mal umbschiffet/ nach
ihm haben Franciscus Draco ein Engelländer A 1577
innerhalb 1056; Thomas Candisch, auch ein Engellän-
der A. 1586 innerhalb 777; Simon Cordes
aus Roterdam A. 1590 und Olivier Noort/
gleichfals ein Holländer/ A. 1598 innerhalb 1077;
Wilhelm Cornelius Schouten An. 1615
innerhalb 749 und Jacob Heremiten und Joh
Hugen
A. 1623 innerhalb 802 Tagen dergleichen
Reise gethan.

Der 2. Zusatz

6. Dieses ist auch die Ursache/ warumb die
Sonne nicht an allen Orten auf dem Erdbo-
den zu gleicher Zeit auf und untergehet; son-
dern viel eher bey denen Morgen-als Abend-

Län-

Anfangs-Gruͤnde
matici erwieſen/ daß die Erde gegen die Pole niedrig
gedruͤckt und mitten zwiſchen denſelben etwas erha-
bener ſey. Vid. Newton in Princip. Philoſ. Natur.
Mathem. p. 422. & ſeqq. Hugenius Diſcours ſur la
cauſe de la peſanteur p. 153 & ſeqq & Gregorius in
Elementis Aſtron. Phyſic. & Geom. f. 268. & ſeqq.

Allein da nach des Hugenii Rechnung der groͤſte Dia-
meter ſich zu dem kleinen wie 578 zu 577 verhaͤlt/ und
alſo nur umb groͤſſer iſt; kan uns ſolches in der
Geographie nicht hindern/ daß wir die Erde fuͤr eine
Kugel halten.

Der 1. Zuſatz.

4. Daher iſt es nicht wunder/ daß man
die Erde zur See ſchon etliche mal umbſchif-
fet hat.

Die 2. Anmerckung.

5. Ferdinandus Megellanes hat A. 1519 innerhalb
1124 Tagen die Erde das erſte mal umbſchiffet/ nach
ihm haben Franciſcus Draco ein Engellaͤnder A 1577
innerhalb 1056; Thomas Candiſch, auch ein Engellaͤn-
der A. 1586 innerhalb 777; Simon Cordes
aus Roterdam A. 1590 und Olivier Noort/
gleichfals ein Hollaͤnder/ A. 1598 innerhalb 1077;
Wilhelm Cornelius Schouten An. 1615
innerhalb 749 und Jacob Heremiten und Joh
Hugen
A. 1623 innerhalb 802 Tagen dergleichen
Reiſe gethan.

Der 2. Zuſatz

6. Dieſes iſt auch die Urſache/ warumb die
Sonne nicht an allen Orten auf dem Erdbo-
den zu gleicher Zeit auf und untergehet; ſon-
dern viel eher bey denen Morgen-als Abend-

Laͤn-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0522" n="464"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Anfangs-Gru&#x0364;nde</hi></fw><lb/><hi rendition="#aq">matici</hi> erwie&#x017F;en/ daß die Erde gegen die Pole niedrig<lb/>
gedru&#x0364;ckt und mitten zwi&#x017F;chen den&#x017F;elben etwas erha-<lb/>
bener &#x017F;ey. <hi rendition="#aq">Vid. <hi rendition="#i">Newton</hi> in Princip. Philo&#x017F;. Natur.<lb/>
Mathem. p. 422. &amp; &#x017F;eqq. <hi rendition="#i">Hugenius</hi> Di&#x017F;cours &#x017F;ur la<lb/>
cau&#x017F;e de la pe&#x017F;anteur p. 153 &amp; &#x017F;eqq &amp; <hi rendition="#i">Gregorius</hi> in<lb/>
Elementis A&#x017F;tron. Phy&#x017F;ic. &amp; Geom. f. 268. &amp; &#x017F;eqq.</hi><lb/>
Allein da nach des <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Hugenii</hi></hi> Rechnung der gro&#x0364;&#x017F;te Dia-<lb/>
meter &#x017F;ich zu dem kleinen wie 578 zu 577 verha&#x0364;lt/ und<lb/>
al&#x017F;o nur umb <formula notation="TeX">\frac {1}{578}</formula> gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;er i&#x017F;t; kan uns &#x017F;olches in der<lb/>
Geographie nicht hindern/ daß wir die Erde fu&#x0364;r eine<lb/>
Kugel halten.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Der 1. Zu&#x017F;atz.</hi> </head><lb/>
              <p>4. Daher i&#x017F;t es nicht wunder/ daß man<lb/>
die Erde zur See &#x017F;chon etliche mal umb&#x017F;chif-<lb/>
fet hat.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Die 2. Anmerckung.</hi> </head><lb/>
              <p>5. <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Ferdinandus Megellanes</hi></hi> hat A. 1519 innerhalb<lb/>
1124 Tagen die Erde das er&#x017F;te mal umb&#x017F;chiffet/ nach<lb/>
ihm haben <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Franci&#x017F;cus Draco</hi></hi> ein Engella&#x0364;nder A 1577<lb/>
innerhalb 1056; <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Thomas Candi&#x017F;ch,</hi></hi> auch ein Engella&#x0364;n-<lb/>
der A. 1586 innerhalb 777; <hi rendition="#fr">Simon</hi> <hi rendition="#aq">Cordes</hi><lb/>
aus Roterdam A. 1590 und <hi rendition="#fr">Olivier Noort/</hi><lb/>
gleichfals ein Holla&#x0364;nder/ A. 1598 innerhalb 1077;<lb/><hi rendition="#fr">Wilhelm Cornelius Schouten</hi> <hi rendition="#aq">An.</hi> 1615<lb/>
innerhalb 749 und <hi rendition="#aq">Jacob</hi> <hi rendition="#fr">Heremiten</hi> und <hi rendition="#fr">Joh<lb/>
Hugen</hi> A. 1623 innerhalb 802 Tagen dergleichen<lb/>
Rei&#x017F;e gethan.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Der 2. Zu&#x017F;atz</hi> </head><lb/>
              <p>6. Die&#x017F;es i&#x017F;t auch die Ur&#x017F;ache/ warumb die<lb/>
Sonne nicht an allen Orten auf dem Erdbo-<lb/>
den zu gleicher Zeit auf und untergehet; &#x017F;on-<lb/>
dern viel eher bey denen Morgen-als Abend-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">La&#x0364;n-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[464/0522] Anfangs-Gruͤnde matici erwieſen/ daß die Erde gegen die Pole niedrig gedruͤckt und mitten zwiſchen denſelben etwas erha- bener ſey. Vid. Newton in Princip. Philoſ. Natur. Mathem. p. 422. & ſeqq. Hugenius Diſcours ſur la cauſe de la peſanteur p. 153 & ſeqq & Gregorius in Elementis Aſtron. Phyſic. & Geom. f. 268. & ſeqq. Allein da nach des Hugenii Rechnung der groͤſte Dia- meter ſich zu dem kleinen wie 578 zu 577 verhaͤlt/ und alſo nur umb [FORMEL] groͤſſer iſt; kan uns ſolches in der Geographie nicht hindern/ daß wir die Erde fuͤr eine Kugel halten. Der 1. Zuſatz. 4. Daher iſt es nicht wunder/ daß man die Erde zur See ſchon etliche mal umbſchif- fet hat. Die 2. Anmerckung. 5. Ferdinandus Megellanes hat A. 1519 innerhalb 1124 Tagen die Erde das erſte mal umbſchiffet/ nach ihm haben Franciſcus Draco ein Engellaͤnder A 1577 innerhalb 1056; Thomas Candiſch, auch ein Engellaͤn- der A. 1586 innerhalb 777; Simon Cordes aus Roterdam A. 1590 und Olivier Noort/ gleichfals ein Hollaͤnder/ A. 1598 innerhalb 1077; Wilhelm Cornelius Schouten An. 1615 innerhalb 749 und Jacob Heremiten und Joh Hugen A. 1623 innerhalb 802 Tagen dergleichen Reiſe gethan. Der 2. Zuſatz 6. Dieſes iſt auch die Urſache/ warumb die Sonne nicht an allen Orten auf dem Erdbo- den zu gleicher Zeit auf und untergehet; ſon- dern viel eher bey denen Morgen-als Abend- Laͤn-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/522
Zitationshilfe: Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wiessenschaften. Bd. 3. Halle (Saale), 1710. , S. 464. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende03_1710/522>, abgerufen am 21.10.2019.