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Wolff, Christian von: Grundsätze des Natur- und Völckerrechts. Halle (Saale), 1754.

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aus der ersten Gemeinschaft.
auch von der Durchfahrt der Waa-
ren zu verstehen; das Recht, rechtmäs-
siger Ursachen wegen sich daselbst zu
verweilen,
als des Studierens, oder der
Gesundheit wegen; daß man denen, die
vertrieben werden, und anderswo ih-
ren Aufenthalt suchen, sich in unseren
Landen niederzulassen verstattet, wo-
ferne nicht besondere Ursachen es hin-
dern.

Das fünfte Hauptstück.

Von der abstammenden Art et-
was zu erhalten.

§. 313.

Die abstammende Art etwas zu er-Die ab-
stammen-
de Art
etwas zu
erhalten.

halten (modus acqvirendi deriva-
tivus)
ist diejenige, wodurch man das
Eigenthum einer Sache erhält, die schon ei-
genthümlich ist. Weil dem Eigenthumsherrn
das Recht zukommt, sein Eigenthum auf ei-
nen andern zu bringen (§. 257.), wie auch
einem andern ein Recht in seiner Sache ein-
zuräumen (§. 260); so giebt es eine ab-
stammende Art etwas eigenthümlich
zu erhalten.

§. 314.

Weil der Eigenthumsherr das Recht hatVon der
Art auf
einen an-
dern sein

mit seiner Sache nach seinem Gefallen anzu-
fangen, was er will (§. 195.); so beruhet

es
Nat. u. Völckerrecht. N

aus der erſten Gemeinſchaft.
auch von der Durchfahrt der Waa-
ren zu verſtehen; das Recht, rechtmaͤſ-
ſiger Urſachen wegen ſich daſelbſt zu
verweilen,
als des Studierens, oder der
Geſundheit wegen; daß man denen, die
vertrieben werden, und anderswo ih-
ren Aufenthalt ſuchen, ſich in unſeren
Landen niederzulaſſen verſtattet, wo-
ferne nicht beſondere Urſachen es hin-
dern.

Das fuͤnfte Hauptſtuͤck.

Von der abſtammenden Art et-
was zu erhalten.

§. 313.

Die abſtammende Art etwas zu er-Die ab-
ſtammen-
de Art
etwas zu
erhalten.

halten (modus acqvirendi deriva-
tivus)
iſt diejenige, wodurch man das
Eigenthum einer Sache erhaͤlt, die ſchon ei-
genthuͤmlich iſt. Weil dem Eigenthumsherrn
das Recht zukommt, ſein Eigenthum auf ei-
nen andern zu bringen (§. 257.), wie auch
einem andern ein Recht in ſeiner Sache ein-
zuraͤumen (§. 260); ſo giebt es eine ab-
ſtammende Art etwas eigenthuͤmlich
zu erhalten.

§. 314.

Weil der Eigenthumsherr das Recht hatVon der
Art auf
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dern ſein

mit ſeiner Sache nach ſeinem Gefallen anzu-
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[193/0229] aus der erſten Gemeinſchaft. auch von der Durchfahrt der Waa- ren zu verſtehen; das Recht, rechtmaͤſ- ſiger Urſachen wegen ſich daſelbſt zu verweilen, als des Studierens, oder der Geſundheit wegen; daß man denen, die vertrieben werden, und anderswo ih- ren Aufenthalt ſuchen, ſich in unſeren Landen niederzulaſſen verſtattet, wo- ferne nicht beſondere Urſachen es hin- dern. Das fuͤnfte Hauptſtuͤck. Von der abſtammenden Art et- was zu erhalten. §. 313. Die abſtammende Art etwas zu er- halten (modus acqvirendi deriva- tivus) iſt diejenige, wodurch man das Eigenthum einer Sache erhaͤlt, die ſchon ei- genthuͤmlich iſt. Weil dem Eigenthumsherrn das Recht zukommt, ſein Eigenthum auf ei- nen andern zu bringen (§. 257.), wie auch einem andern ein Recht in ſeiner Sache ein- zuraͤumen (§. 260); ſo giebt es eine ab- ſtammende Art etwas eigenthuͤmlich zu erhalten. Die ab- ſtammen- de Art etwas zu erhalten. §. 314. Weil der Eigenthumsherr das Recht hat mit ſeiner Sache nach ſeinem Gefallen anzu- fangen, was er will (§. 195.); ſo beruhet es Von der Art auf einen an- dern ſein Nat. u. Voͤlckerrecht. N

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Zitationshilfe: Wolff, Christian von: Grundsätze des Natur- und Völckerrechts. Halle (Saale), 1754, S. 193. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wolff_voelckerrecht_1754/229>, abgerufen am 25.08.2019.