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Wrangel, Carl Gustav: Das Luxus-Fuhrwerk. Stuttgart, 1898.

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Praktische Winke.
1. Für die Behandlung der Wagen.

Die richtige Behandlung der Wagen ist natürlich
von wohlthätigstem Einfluss auf deren Konservierung. Zunächst
wird für eine gute Remise zu sorgen sein. Diese bestehe aus
einem luftigen, trockenen, weder zu dunkeln noch zu lichten
Raume, mit dichter, keinen Staub durchlassender Decke. Dumpfige,
feuchte Luft, sowie grelles Sonnenlicht, rauben der Lackierung
sehr bald ihr frisches, glänzendes Aussehen. Nicht weniger
wichtig ist es, dass keine Verbindung zwischen dem Stall und
der Remise vorhanden und dass letztere nicht von den Dünsten
der Dungstätte erreicht werden könne. Mit Ammoniak ge-
schwängerte Luft verursacht nämlich nicht nur ein Abbröckeln
der Lackierung, sondern bleicht und verändert auch die Farben.*)
Ein ganz ebenes Klotzpflaster (nicht Bretter) aus hartem Holz,
ist als der beste Fussboden für Wagenremisen anzusehen. Ziegel-
pflaster ruft Feuchtigkeit hervor und unter der Einwirkung der
Feuchtigkeit erblindet die Lackierung der Wagen. Sehr zu
empfehlen sind auch Fensterscheiben aus Milchglas für Wagen-
remisen, denn gewisse Farben, besonders blau, bleichen stark,
wenn sie zu lange im Dunkeln belassen werden.


*) So erhält Weiss eine gelbliche, Blau eine grünliche und Schwarz eine dunkelgrüne
Färbung. Anmerkung des Verfassers.
Praktische Winke.
1. Für die Behandlung der Wagen.

Die richtige Behandlung der Wagen ist natürlich
von wohlthätigstem Einfluss auf deren Konservierung. Zunächst
wird für eine gute Remise zu sorgen sein. Diese bestehe aus
einem luftigen, trockenen, weder zu dunkeln noch zu lichten
Raume, mit dichter, keinen Staub durchlassender Decke. Dumpfige,
feuchte Luft, sowie grelles Sonnenlicht, rauben der Lackierung
sehr bald ihr frisches, glänzendes Aussehen. Nicht weniger
wichtig ist es, dass keine Verbindung zwischen dem Stall und
der Remise vorhanden und dass letztere nicht von den Dünsten
der Dungstätte erreicht werden könne. Mit Ammoniak ge-
schwängerte Luft verursacht nämlich nicht nur ein Abbröckeln
der Lackierung, sondern bleicht und verändert auch die Farben.*)
Ein ganz ebenes Klotzpflaster (nicht Bretter) aus hartem Holz,
ist als der beste Fussboden für Wagenremisen anzusehen. Ziegel-
pflaster ruft Feuchtigkeit hervor und unter der Einwirkung der
Feuchtigkeit erblindet die Lackierung der Wagen. Sehr zu
empfehlen sind auch Fensterscheiben aus Milchglas für Wagen-
remisen, denn gewisse Farben, besonders blau, bleichen stark,
wenn sie zu lange im Dunkeln belassen werden.


*) So erhält Weiss eine gelbliche, Blau eine grünliche und Schwarz eine dunkelgrüne
Färbung. Anmerkung des Verfassers.
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[[162]/0176] Praktische Winke. 1. Für die Behandlung der Wagen. Die richtige Behandlung der Wagen ist natürlich von wohlthätigstem Einfluss auf deren Konservierung. Zunächst wird für eine gute Remise zu sorgen sein. Diese bestehe aus einem luftigen, trockenen, weder zu dunkeln noch zu lichten Raume, mit dichter, keinen Staub durchlassender Decke. Dumpfige, feuchte Luft, sowie grelles Sonnenlicht, rauben der Lackierung sehr bald ihr frisches, glänzendes Aussehen. Nicht weniger wichtig ist es, dass keine Verbindung zwischen dem Stall und der Remise vorhanden und dass letztere nicht von den Dünsten der Dungstätte erreicht werden könne. Mit Ammoniak ge- schwängerte Luft verursacht nämlich nicht nur ein Abbröckeln der Lackierung, sondern bleicht und verändert auch die Farben. *) Ein ganz ebenes Klotzpflaster (nicht Bretter) aus hartem Holz, ist als der beste Fussboden für Wagenremisen anzusehen. Ziegel- pflaster ruft Feuchtigkeit hervor und unter der Einwirkung der Feuchtigkeit erblindet die Lackierung der Wagen. Sehr zu empfehlen sind auch Fensterscheiben aus Milchglas für Wagen- remisen, denn gewisse Farben, besonders blau, bleichen stark, wenn sie zu lange im Dunkeln belassen werden. *) So erhält Weiss eine gelbliche, Blau eine grünliche und Schwarz eine dunkelgrüne Färbung. Anmerkung des Verfassers.

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Zitationshilfe: Wrangel, Carl Gustav: Das Luxus-Fuhrwerk. Stuttgart, 1898, S. [162]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wrangel_luxusfuhrwerk_1898/176>, abgerufen am 04.08.2020.