Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wülfer, Daniel: Das vertheidigte Gottes-geschick/ und vernichtete Heyden-Glück. Nürnberg, 1656.

Bild:
<< vorherige Seite
Nach der Kunst/ Gewalt und Waffen; nach
Gewalt Betrug und List/
so daß Kunst/ Gewalt/ und Trügen in der
Welt Regierer ist.
Aber/ dieser Wahn betreugt. Sih von des Ver-
standes Zinne
etwas weiter in die Welt; Glück ist ihre
Königinne.
Was es sey/ ist dir verborgen: doch so viel hast
du gespürt/
Daß ein Glück ist auf der Erden/ daß ein
Glück die Welt regirt.
Doch auch diß vergnüget nicht. Wer die rechte
Bahn wil finden/
muß hier unverdrossen seyn inn- und aussen nach-
zugründen
von dem Anbeginn zum Ende. Endlich sagt
ihm selbst die Welt/
daß nit Kunst/ Gewalt und Trügen/ son-
dern Gott die Welt erhält.

J. C. S.



An
Nach der Kunſt/ Gewalt und Waffen; nach
Gewalt Betrug und Liſt/
ſo daß Kunſt/ Gewalt/ und Truͤgen in der
Welt Regierer iſt.
Aber/ dieſer Wahn betreugt. Sih von des Ver-
ſtandes Zinne
etwas weiter in die Welt; Gluͤck iſt ihre
Koͤniginne.
Was es ſey/ iſt dir verborgen: doch ſo viel haſt
du geſpuͤrt/
Daß ein Gluͤck iſt auf der Erden/ daß ein
Gluͤck die Welt regirt.
Doch auch diß vergnuͤget nicht. Wer die rechte
Bahn wil finden/
muß hier unverdroſſen ſeyn inn- und auſſen nach-
zugruͤnden
von dem Anbeginn zum Ende. Endlich ſagt
ihm ſelbſt die Welt/
daß nit Kunſt/ Gewalt und Truͤgen/ ſon-
dern Gott die Welt erhaͤlt.

J. C. S.



An
<TEI>
  <text>
    <front>
      <div n="1">
        <lg type="poem">
          <pb facs="#f0049"/>
          <l>Nach der Kun&#x017F;t/ <hi rendition="#fr">Gewalt</hi> und Waffen; nach</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Gewalt <hi rendition="#fr">Betrug</hi> und Li&#x017F;t/</hi> </l><lb/>
          <l>&#x017F;o daß <hi rendition="#fr">Kun&#x017F;t/ Gewalt/</hi> und <hi rendition="#fr">Tru&#x0364;gen</hi> in der</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Welt Regierer i&#x017F;t.</hi> </l><lb/>
          <l>Aber/ die&#x017F;er Wahn betreugt. Sih von des Ver-</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">&#x017F;tandes Zinne</hi> </l><lb/>
          <l>etwas weiter in die Welt; <hi rendition="#fr">Glu&#x0364;ck</hi> i&#x017F;t ihre</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Ko&#x0364;niginne.</hi> </l><lb/>
          <l>Was es &#x017F;ey/ i&#x017F;t dir verborgen: doch &#x017F;o viel ha&#x017F;t</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">du ge&#x017F;pu&#x0364;rt/</hi> </l><lb/>
          <l>Daß ein <hi rendition="#fr">Glu&#x0364;ck</hi> i&#x017F;t auf der Erden/ daß ein</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et"><hi rendition="#fr">Glu&#x0364;ck</hi> die Welt regirt.</hi> </l><lb/>
          <l>Doch auch diß vergnu&#x0364;get nicht. Wer die rechte</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Bahn wil finden/</hi> </l><lb/>
          <l>muß hier unverdro&#x017F;&#x017F;en &#x017F;eyn inn- und au&#x017F;&#x017F;en nach-</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">zugru&#x0364;nden</hi> </l><lb/>
          <l>von dem Anbeginn zum Ende. Endlich &#x017F;agt</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">ihm &#x017F;elb&#x017F;t die Welt/</hi> </l><lb/>
          <l>daß nit <hi rendition="#fr">Kun&#x017F;t/ Gewalt</hi> und <hi rendition="#fr">Tru&#x0364;gen/</hi> &#x017F;on-</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">dern <hi rendition="#fr">Gott</hi> die Welt erha&#x0364;lt.</hi> </l>
        </lg><lb/>
        <p> <hi rendition="#et"> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">J. C. S.</hi> </hi> </hi> </p>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
      <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#b">An</hi> </fw><lb/>
    </front>
  </text>
</TEI>
[0049] Nach der Kunſt/ Gewalt und Waffen; nach Gewalt Betrug und Liſt/ ſo daß Kunſt/ Gewalt/ und Truͤgen in der Welt Regierer iſt. Aber/ dieſer Wahn betreugt. Sih von des Ver- ſtandes Zinne etwas weiter in die Welt; Gluͤck iſt ihre Koͤniginne. Was es ſey/ iſt dir verborgen: doch ſo viel haſt du geſpuͤrt/ Daß ein Gluͤck iſt auf der Erden/ daß ein Gluͤck die Welt regirt. Doch auch diß vergnuͤget nicht. Wer die rechte Bahn wil finden/ muß hier unverdroſſen ſeyn inn- und auſſen nach- zugruͤnden von dem Anbeginn zum Ende. Endlich ſagt ihm ſelbſt die Welt/ daß nit Kunſt/ Gewalt und Truͤgen/ ſon- dern Gott die Welt erhaͤlt. J. C. S. An

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wuelffer_gottesgeschick_1656
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wuelffer_gottesgeschick_1656/49
Zitationshilfe: Wülfer, Daniel: Das vertheidigte Gottes-geschick/ und vernichtete Heyden-Glück. Nürnberg, 1656, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wuelffer_gottesgeschick_1656/49>, abgerufen am 21.03.2019.