Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Zeiller, Martin: Centvria IV. Variarvm Quæstionvm. Bd. 4. Ulm, 1660.

Bild:
<< vorherige Seite

Die 17. Frag/ des 3. Hundert.
nachgedruckt worden) selbsten rechtmäßiger An-
dung/ gestellet seyn. Jener Bergomasker ist noch
ehunder zu entschuldigen/ welcher vermeint ge-
habt/ daß nicht der Organist/ sondern Er/ in dem
er die Blaß-Bälge getretten/ eine solche Lieb-
licheit der Orgel-Pfeiffen verursachte; wie Flay-
derus, in Orat. qui libri Studiosis legendi, p. 97.
seq.
berichtet. Dann bey disem war es eine Ein-
bildung; aber bey solchen Leuten/ die Anderer
Arbeit für die ihre außgeben/ eine große Kün-
und Vermeßenheit.

Die 17. Frag.
Was hastu etwan unlangsten von aller-
ley Aufflagen/ Zinsen/ und der gleichen/
gelesen?

ES schreibet Balthasar Bonifacius,
in historia ludicra, lib. 4. c.
8. daß Er/
beym Joanne Francisco Biondo, oder
Blondo, im eingang seiner Engelländischen Hi-
stori/ gelesen/ daß König Ludwig dises Nahmes
der 13. in Franckreich 45. Millionen jährlich
(den Underthanen zu geben) aufferlegt habe/
und von Vermehrung der Aufflagen noch (nam-
lich damaln/ als Er dises geschriben) nicht feyre.
Wann deme also/ so were daraus zu sehen/ was
für ein mächtiges Königreich Franckreich seyn
müeße.

Nicolaus Henelius sagt cap. 25. daß der Tri-
but/ den man/ Fridens halber/ den Barbaris,

zum

Die 17. Frag/ des 3. Hundert.
nachgedruckt worden) ſelbſten rechtmaͤßiger An-
dung/ geſtellet ſeyn. Jener Bergomasker iſt noch
ehunder zu entſchuldigen/ welcher vermeint ge-
habt/ daß nicht der Organiſt/ ſondern Er/ in dem
er die Blaß-Baͤlge getretten/ eine ſolche Lieb-
licheit der Orgel-Pfeiffen verurſachte; wie Flay-
derus, in Orat. qui libri Studioſis legendi, p. 97.
ſeq.
berichtet. Dann bey diſem war es eine Ein-
bildung; aber bey ſolchen Leuten/ die Anderer
Arbeit fuͤr die ihre außgeben/ eine große Kuͤn-
und Vermeßenheit.

Die 17. Frag.
Was haſtu etwan unlangſten von aller-
ley Aufflagen/ Zinſen/ und der gleichen/
geleſen?

ES ſchreibet Balthaſar Bonifacius,
in historia ludicra, lib. 4. c.
8. daß Er/
beym Joanne Francisco Biondo, oder
Blondo, im eingang ſeiner Engellaͤndiſchen Hi-
ſtori/ geleſen/ daß Koͤnig Ludwig diſes Nahmes
der 13. in Franckreich 45. Millionen jaͤhrlich
(den Underthanen zu geben) aufferlegt habe/
und von Vermehrung der Aufflagen noch (nam-
lich damaln/ als Er diſes geſchriben) nicht feyre.
Wann deme alſo/ ſo were daraus zu ſehen/ was
fuͤr ein maͤchtiges Koͤnigreich Franckreich ſeyn
muͤeße.

Nicolaus Henelius ſagt cap. 25. daß der Tri-
but/ den man/ Fridens halber/ den Barbaris,

zum
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0101" n="77"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Die 17. Frag/ des 3. Hundert.</hi></fw><lb/>
nachgedruckt worden) &#x017F;elb&#x017F;ten rechtma&#x0364;ßiger An-<lb/>
dung/ ge&#x017F;tellet &#x017F;eyn. Jener Bergomasker i&#x017F;t noch<lb/>
ehunder zu ent&#x017F;chuldigen/ welcher vermeint ge-<lb/>
habt/ daß nicht der Organi&#x017F;t/ &#x017F;ondern Er/ in dem<lb/>
er die Blaß-Ba&#x0364;lge getretten/ eine &#x017F;olche Lieb-<lb/>
licheit der Orgel-Pfeiffen verur&#x017F;achte; wie <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Flay-<lb/>
derus, in Orat. qui libri Studio&#x017F;is legendi, p. 97.<lb/>
&#x017F;eq.</hi></hi> berichtet. Dann bey di&#x017F;em war es eine Ein-<lb/>
bildung; aber bey &#x017F;olchen Leuten/ die Anderer<lb/>
Arbeit fu&#x0364;r die ihre außgeben/ eine große Ku&#x0364;n-<lb/>
und Vermeßenheit.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head><hi rendition="#fr">Die 17. Frag.</hi><lb/><hi rendition="#b">Was ha&#x017F;tu etwan unlang&#x017F;ten von aller-</hi><lb/>
ley Aufflagen/ Zin&#x017F;en/ und der gleichen/<lb/>
gele&#x017F;en?</head><lb/>
          <p><hi rendition="#fr"><hi rendition="#in">E</hi>S &#x017F;chreibet</hi><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Baltha&#x017F;ar Bonifacius,<lb/>
in historia ludicra, lib. 4. c.</hi></hi> 8. daß Er/<lb/>
beym <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Joanne Francisco Biondo,</hi></hi> oder<lb/><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Blondo,</hi></hi> im eingang &#x017F;einer Engella&#x0364;ndi&#x017F;chen Hi-<lb/>
&#x017F;tori/ gele&#x017F;en/ daß Ko&#x0364;nig Ludwig di&#x017F;es Nahmes<lb/>
der 13. in Franckreich 45. Millionen ja&#x0364;hrlich<lb/>
(den Underthanen zu geben) aufferlegt habe/<lb/>
und von Vermehrung der Aufflagen noch (nam-<lb/>
lich damaln/ als Er di&#x017F;es ge&#x017F;chriben) nicht feyre.<lb/>
Wann deme al&#x017F;o/ &#x017F;o were daraus zu &#x017F;ehen/ was<lb/>
fu&#x0364;r ein ma&#x0364;chtiges Ko&#x0364;nigreich Franckreich &#x017F;eyn<lb/>
mu&#x0364;eße.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Nicolaus Henelius</hi></hi> &#x017F;agt <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">cap.</hi></hi> 25. daß der Tri-<lb/>
but/ den man/ Fridens halber/ den <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Barbaris,</hi></hi><lb/>
<fw place="bottom" type="catch">zum</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[77/0101] Die 17. Frag/ des 3. Hundert. nachgedruckt worden) ſelbſten rechtmaͤßiger An- dung/ geſtellet ſeyn. Jener Bergomasker iſt noch ehunder zu entſchuldigen/ welcher vermeint ge- habt/ daß nicht der Organiſt/ ſondern Er/ in dem er die Blaß-Baͤlge getretten/ eine ſolche Lieb- licheit der Orgel-Pfeiffen verurſachte; wie Flay- derus, in Orat. qui libri Studioſis legendi, p. 97. ſeq. berichtet. Dann bey diſem war es eine Ein- bildung; aber bey ſolchen Leuten/ die Anderer Arbeit fuͤr die ihre außgeben/ eine große Kuͤn- und Vermeßenheit. Die 17. Frag. Was haſtu etwan unlangſten von aller- ley Aufflagen/ Zinſen/ und der gleichen/ geleſen? ES ſchreibet Balthaſar Bonifacius, in historia ludicra, lib. 4. c. 8. daß Er/ beym Joanne Francisco Biondo, oder Blondo, im eingang ſeiner Engellaͤndiſchen Hi- ſtori/ geleſen/ daß Koͤnig Ludwig diſes Nahmes der 13. in Franckreich 45. Millionen jaͤhrlich (den Underthanen zu geben) aufferlegt habe/ und von Vermehrung der Aufflagen noch (nam- lich damaln/ als Er diſes geſchriben) nicht feyre. Wann deme alſo/ ſo were daraus zu ſehen/ was fuͤr ein maͤchtiges Koͤnigreich Franckreich ſeyn muͤeße. Nicolaus Henelius ſagt cap. 25. daß der Tri- but/ den man/ Fridens halber/ den Barbaris, zum

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/zeiller_centuria04_1660
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/zeiller_centuria04_1660/101
Zitationshilfe: Zeiller, Martin: Centvria IV. Variarvm Quæstionvm. Bd. 4. Ulm, 1660, S. 77. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/zeiller_centuria04_1660/101>, abgerufen am 25.08.2019.