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Ritterhold von Blauen [i. e. Zesen, Philipp von]: Adriatische Rosemund. Amsterdam, 1645.

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anderes Buhch.
den hals bruchst/ oder dich zum wenigsten
[d]urch eine tapfere faust der besizzung dises
[ä]dlen schazzes würdig machchest. Dis ist
[d]er ändliche schlus/ dehr keine einige ent-
[s]chuldigung an-nähmen kan: darum sihe
[n]uhr zu/ daß du dich gegen deinen feind/
wo du nicht mit dem schelme dahrvon zu
fluhen gedänkest/ muhtig erzeugest.

Eiferich.

Als er dises schreibens inhalt verstanden hatte/
so rädet' er gleichsam mit frohem gemühte den
Markhold an: Mein Bruder! (sahgt er) diser brihf
hat mich meiner unruhe entlädiget/ und nuhn wül
ich meine unschuld mit höhchsten fräuden verföch-
ten. Es ist hohe zeit/ daß ich mich üm einen guten
beistand bemühe; dan Eiferich würd meiner schohn
warten.

Jn-mittels (rädet' er seinen Diner an) ver-
schaffe/ daß mir eilendes drei pfärde mit reit-puf-
fern wohl-aus-gerustet wärden: und Er/ mein
lihbster Bruder/ (sahgt' er zum Markhold) sei
höhchlich gebähten/ mich bis an den ort unserer
wahl-stat zu beg'leiten/ und mihr beistand zu lei-
sten: dan ich wolte nicht gärn/ daß dise händel wei-
ter unter di Leute gebracht würden/ sonst könt' ich
hihr-zu wohl andere vermögen/ daß ich meinen
Fräund äben izund/ da er sich seiner Lihbsten wä-
gen so verunruhiget befündet/ nicht weiter belästi-
gen dürfte.

Der

anderes Buhch.
den hals brůchſt/ oder dich zum wenigſten
[d]urch eine tapfere fauſt der beſizzung diſes
[ä]dlen ſchazzes wuͤrdig machcheſt. Dis iſt
[d]er aͤndliche ſchlus/ dehr keine einige ent-
[ſ]chuldigung an-naͤhmen kan: darům ſihe
[n]uhr zu/ daß du dich gegen deinen feind/
wo du nicht mit dem ſchelme dahrvon zu
flůhen gedaͤnkeſt/ muhtig erzeugeſt.

Eiferich.

Als er diſes ſchreibens inhalt verſtanden hatte/
ſo raͤdet’ er gleichſam mit frohem gemuͤhte den
Markhold an: Mein Bruder! (ſahgt er) diſer brihf
hat mich meiner unruhe entlaͤdiget/ und nuhn wuͤl
ich meine unſchuld mit hoͤhchſten fraͤuden verfoͤch-
ten. Es iſt hohe zeit/ daß ich mich uͤm einen guten
beiſtand bemuͤhe; dan Eiferich wuͤrd meiner ſchohn
warten.

Jn-mittels (raͤdet’ er ſeinen Diner an) ver-
ſchaffe/ daß mir eilendes drei pfaͤrde mit reit-puf-
fern wohl-aus-gerůſtet waͤrden: und Er/ mein
lihbſter Bruder/ (ſahgt’ er zum Markhold) ſei
hoͤhchlich gebaͤhten/ mich bis an den ort unſerer
wahl-ſtat zu beg’leiten/ und mihr beiſtand zu lei-
ſten: dan ich wolte nicht gaͤrn/ daß diſe haͤndel wei-
ter unter di Leute gebracht wuͤrden/ ſonſt koͤnt’ ich
hihr-zu wohl andere vermoͤgen/ daß ich meinen
Fraͤund aͤben izund/ da er ſich ſeiner Lihbſten waͤ-
gen ſo verunruhiget befuͤndet/ nicht weiter belaͤſti-
gen duͤrfte.

Der
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[89/0105] anderes Buhch. den hals brůchſt/ oder dich zum wenigſten durch eine tapfere fauſt der beſizzung diſes ädlen ſchazzes wuͤrdig machcheſt. Dis iſt der aͤndliche ſchlus/ dehr keine einige ent- ſchuldigung an-naͤhmen kan: darům ſihe nuhr zu/ daß du dich gegen deinen feind/ wo du nicht mit dem ſchelme dahrvon zu flůhen gedaͤnkeſt/ muhtig erzeugeſt. Eiferich. Als er diſes ſchreibens inhalt verſtanden hatte/ ſo raͤdet’ er gleichſam mit frohem gemuͤhte den Markhold an: Mein Bruder! (ſahgt er) diſer brihf hat mich meiner unruhe entlaͤdiget/ und nuhn wuͤl ich meine unſchuld mit hoͤhchſten fraͤuden verfoͤch- ten. Es iſt hohe zeit/ daß ich mich uͤm einen guten beiſtand bemuͤhe; dan Eiferich wuͤrd meiner ſchohn warten. Jn-mittels (raͤdet’ er ſeinen Diner an) ver- ſchaffe/ daß mir eilendes drei pfaͤrde mit reit-puf- fern wohl-aus-gerůſtet waͤrden: und Er/ mein lihbſter Bruder/ (ſahgt’ er zum Markhold) ſei hoͤhchlich gebaͤhten/ mich bis an den ort unſerer wahl-ſtat zu beg’leiten/ und mihr beiſtand zu lei- ſten: dan ich wolte nicht gaͤrn/ daß diſe haͤndel wei- ter unter di Leute gebracht wuͤrden/ ſonſt koͤnt’ ich hihr-zu wohl andere vermoͤgen/ daß ich meinen Fraͤund aͤben izund/ da er ſich ſeiner Lihbſten waͤ- gen ſo verunruhiget befuͤndet/ nicht weiter belaͤſti- gen duͤrfte. Der

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Zitationshilfe: Ritterhold von Blauen [i. e. Zesen, Philipp von]: Adriatische Rosemund. Amsterdam, 1645, S. 89. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/zesen_rosemund_1645/105>, abgerufen am 23.10.2019.