[0013]
Neue Rheinische Zeitung.
Organ der Demokratie.
No 4. Köln, Sonntag 4. Juni 1848
@typejExpedition
@facs0013
Die „Neue Rheinische Zeitung“ erscheint vom 1. Juni an täglich.
Der Abonnementspreis beträgt: Für das Vierteljahr in Köln 1 Thlr. 15 Sgr.; für alle übrigen Orte Preußens 2 Thlr. 3 Sgr. 9 Pf. Außerhalb Preußens mit Zuschlag des fremden Zeitungsporto's.
Das Abonnement für den Monat Juni kann nur unter gleichzeitiger Bestellung des nächsten Quartals (Juli, August, September) geschehen. Der Preis dieses viermonatlichen Abonnements beträgt: Für Köln 2 Thlr.; auswärts 2 Thlr. 25 Sgr.
Man abonnirt bei allen Postanstalten und Buchhandlungen des In- und Auslandes; ‒ für Köln in der Expedition der Zeitung bei
Hrn. W. Clouth, St. Agatha 12, Köln.
Fernere Aktienzeichnungen werden entgegen genommen in der Expedition der Zeitung. Auswärtige werden gebeten, sich ebenfalls dorthin franco zu wenden.
Insertionsgebühren.
Für die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum … 1 Sgr. 6 Pf.
Die Expedition der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
@typejEditorialStaff
@facs0013
Redaktions-Comité.
Karl Marx, Redakteur en Chef.
  • Heinrich Bürgers,
  • Ernst Dronke,
  • Friedrich Engels,
  • Georg Weerth,
  • Ferdinand Wolff,
  • Wilhelm Wolff,
  • Redakteure.
Uebersicht.
Deutschland. Köln (Truppenversetzung. ‒ Lebens- und Sterbensfragen. ‒ das Ministerium Camphausen). Koblenz (Valdenaires Verhaftung. ‒ Wrangel). Berlin (Berichtigung. ‒ Unruhen. ‒ Versuch zur Entwaffnung der Handwerkskompagnien). Osnabrück (Stüve. ‒ Handwerker-Bewegungen). München (Kammern. ‒ Arbeitseinstellung. ‒ Polizei. Wien (Kundmachung des Ministeriums). Prag (provisorische Regierung ernannt). Triest (Schreiben des österreichischen Gouverneurs). Schleswig-Holstein (der Krieg).
Belgien. Verviers (Aussicht auf die Wahlen. ‒ Weigerung die Zwangs-Anleihe zu zahlen. ‒ Weise Maßregeln Rogiers). Renair (die Zwangs-Anleihe. ‒ Belgische Prosperität).
Italien. Mailand (Gefecht bei Vicenza. ‒ Die Anschlußfrage). Modena(Anschluß an Sardinien). Palermo (Sympathieen für die neapolitanische Revolution).
Französische Republik. Paris (Nationalversammlung. ‒ Kommission wegen Louis Blanc).
Großbritanien. London (Unterhaussitzung vom 31. Mai. ‒ Chartisten). Manchester. Leeds.
Handels- und Börsennachrichten.
Deutschland.
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@facs0013
Edition: [Friedrich Engels: Truppenversetzung. In: MEGA2 I/7. S. 53.]
[*] Köln, 3. Juni.
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Edition: [Friedrich Engels: Lebens- und Sterbensfragen. In: MEGA2 I/7. S. 54.]
[**] Köln, 3. Juni.
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[Feuilleton]
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@facs0013
Humoristische Skizzen aus dem deutschen Handelsleben.
Von Georg Weerth.
Der Herr Preiß in Nöthen.

(Fortsetzung.)
Die zwar höfliche, aber nichts destoweniger höchst energische, im sogenannten jacobinischen Style abgefaßte Adresse der Zahlen an Se. Majestät, die königliche Null, zeigte nur zu deutlich, daß sich die Unterzeichneten bemühten, das Verhältniß zwischen Fürst und Unterthan von dem weltbekannten historischen Rechtsboden auf die breiteste demokratische Grundlage hinunter zu ziehen. Ihre null und nichtige Hoheit geriethen deswegen in die außerordentlichste Mißstimmung. Minister wurden entlassen, Gesandte wurden abberufen, Kammerjäger bekamen Fußtritte und die Orden verringerten sich bedenklich. Am entsetzlichsten machte sich indeß der Unwille Ihrer Majestät in dero allerhöchsten Handschreiben an sämmtliche null und nichtigen Vettern und lieben Getreuen des weiten Landes Luft. Der freche, unehrerbietige Tadel alt-ehrwürdigen Herkommens, den sich die Volksversammlung der Zahlen in den Augen Ihrer Majestät zu Schulden kommen ließ, wurde in den schwärzesten Kouleuren geschildert. Man sprach gerade zu von einer weitverzweigten Konspiration, welche den Umsturz alles Bestehenden zum Zweck habe und nach vielfachen anarchischen Volksbelustigungen mit einer blau-weiß-röthlichen Republik endigen solle.
Zahlreiche Spione mit blonden Schnurbärten und tiefliegenden, schmutzig blauen Augen, Leute von Gesinnung und Charakter, die sich zu des respectiven Landesfürsten wohldressirtesten Dienern rechneten, waren auf's eifrigste bemüht, der um sich greifenden Verderbniß der niederen Volksklasse nachzuspüren, und es bedarf wohl nicht der Versicherung, daß diese gefälligen, achtungswerthen Männer zu Nutz und Frommen ihrer Null und nichtigen Herrn aus der Mücke der Wahrheit jedesmal den Elephanten der Lüge zu bereiten wußten und so die unselige Kluft zwischen Null und Zahl nur noch immer weiter und tiefer machten. ‒ Es würde zu weitläuftig sein, diese zu einer unheilvollen Katastrophe sich entwickelnde Spaltung in allen ihren Details verfolgen zu wollen. Der Herr Preiß träumte sie auch nur abgerissen und fragmentarisch, und wir sind zu gewissenhaft, um irgend etwas schildern zu wollen, was nicht wirklich faktisch und historisch in der unsterblichen Seele des Schlafenden zur Welt kam.
Jedenfalls wurden die Sachen sehr schlimm. Der berühmten Petition der Zahlen war von Seiten der Nullen die tiefste offizielle Stille; von Seiten der Zahlen die Qual der peinlichsten Erwartung gefolgt. Die g utenunterthänigen Zahlen wollten eine Antwort auf ihre Eingabe, ehe sie dem Throne wieder frohlockend nahten; die hochgeborenen Nullen wünschten dagegen nicht früher etwas zu erwiedern, als bis die gehörige Anzahl Shrapnell's angefertigt worden sei und die außerordentlich kurzen diplomatischen Verhandlungen unter den verschiedenen Höfen ein anständiges Ende erreicht hätten.
Endlich waren diese durchaus nöthigen Präliminarien erledigt, und da sich gerade ein sonderbares volksthümliches Gemurmel in den Grundschichten des bürgerlichen Lebens kund that, so beeilte sich die eine namentlich angegangene Null um so mehr, ihren königlichen Gesinnungen in folgender höchster Proklamation den so sehr gewünschten Ausdruck zu verleihen.
Diese durch den Staats-Charivari veröffentlichte Proklamation hieß folgendermaßen:
„Irregeleitete Zahlen, sehr freche Landeskinder! Wurzelnd in dem Rechtsboden meiner glorreichen Ahnen und gehüllt in den Fabelmantel meiner absoluten Herrlichkeit, fühle ich das größeste Bedürfniß, ein unsägliches Mitleid mit euch zu haben. Die Forderung, euch die Souveränität zu bewilligen, beweist wohl am besten, daß ihr hiezu noch nicht reif seid. Der Unterthan ist nicht ein fortdauernd nehmendes, sondern ein duldend empfangendes Wesen. Wehe euch, daß ihr herausgetreten aus eurer naturwüchsigen Entwickelung. So lange eine Null noch Werth und Wichtigkeit hat, wird euch nimmer gewillfahrt werden; denn es ist meine Pflicht, über euch zu wachen und zu herrschen, wie eine wahrhaft landesväterliche, königliche Null.“
Aehnliche, von fast allen kaiserlichen wie land- und reichsgräflichen Nullen erlassene Proklamationen waren die Signale zu einem wahrhaft thronerschütternden Volksunwillen.
Man raunte sich überall in die Backenbärte: entweder müsse man eine Revolution veranstalten oder man blamire sich vor der ganzen Thierwelt. In einer massenhaft besuchten Volksversammlung drang diese Ansicht noch mehr durch. Die Eins, ein grade gewachsener tüchtiger Mann, setzte sie ohne viele Gestikulationen in einer trefflichen Rede sehr verständlich auseinander. Die Zwei, wie ein listiges Fragezeichen aussehend, machte sie zwar durch einige Einwürfe für den Augenblick wankend; als dann aber die Drei, ein recht knorriger Mann aus dem Volke, auftrat, da war die Sache schnell wieder im Zuge, und es bedurfte schließlich nur der kantigen Vier, um für die betreffende Angelegenheit den schallendsten Applaus zu erregen.
Mit dem glänzendsten Pathos entwickelte dann die bombastische Fünf die Segnungen, welche einem Umsturz des Bestehenden folgen würden. Die Sechs, ein entschiedenes, energisches Wesen, drang da auf Abstimmung; man gab aber noch der Sieben das Wort, die nach ihrem galgenähnlichen Aeußern einen außerordentlichen Redeerguß verhieß.
Die Acht zeigte sich ebenfalls noch auf der Tribüne; da sie aber durch ihre aus zwei Nullen bestehende Gestalt nur zu sehr an eine außereheliche Abkunft höhern Orts erinnerte, so entstand ein wahrer Orkan von Völkergeschrei und schnell musste sie der keulenähnlichen Neun den Platz überlassen, die ohne weitere Umstände die Motion machte, daß man die Sitzung sofort auf die Straße verlege, um ihr einen desto praktischern Anstrich zu verleihen.
So weit hatte der Herr Preiß geträumt, da seufzte er tief auf, und der Quast der baumwollenen Nachtmütze bewegte sich über seinem Haupte. „Das Volk steht auf der Sturm bricht los“ ‒ ‒ Mit Schrecken gewahrte er, wie die Zahlen und die Nullen die weiße, ebene Fläche seines großen Hauptbuches dazu ausersahen, das Schlachtfeld ihres Souveränetätskamp fes zu werden.
[0014]
[Deutschland]
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@facs0014
Edition: [Karl Marx: Das Ministerium Camphausen. In: MEGA2 I/7. S. 57.]
[**] Köln, 3. Juni.
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@facs0014
Edition: [Friedrich Engels: Valdenaires Verhaftung. In: MEGA2 I/7. S. 59.]
Koblenz, 1. Juni.
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@facs0014
Koblenz, 2. Juni.
Dem Vernehmen nach wird General Wrangel als kommandirender General des achten Armeekorps hieher kommen. [(Rh.- u. M.-Z.)]
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@facs0014
[X]Berlin, 1. Juni.
Gestern in der National-Versammlung beschäftigt, konnte ich Ihnen nichts Genaues über die am Zeughause vorgefallenen Unruhen berichten. Ich trage Ihnen heute nach. Das Volk merkte daß große Kisten aus dem Zeughause in Kähne verladen wurden; man sagte, es seien alte Gewehre, aber als einige Kisten erbrochen wurden, fand sich, daß die Gewehre ganz neu waren. Man suchte weiter nach, und fand daß die ganze Ladung aus Kartätschbüchsen, Kanonenkugeln, Flinten etc. bestand. Alles wurde konfiscirt, desgleichen mehrere Kanonen. Die Aufregung wuchs fortwährend. Die Bürgerwehr besetzte das Zeughaus, die Kanonen der Artilleriekaserne am Kupfergraben wurden hingebracht unddie Menge verlief sich. Jedoch soll die Bürgerwehr zuletzt auch gegen das Volk eingeschritten sein, um es zu zerstreuen. Gewalt wurde nicht gebraucht.
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@facs0014
[X]Nachschrift.
So eben waren, wie gestern, so auch heute wieder Aufläufe am Zeughause. Da das Militär neben der Bürgerwehr noch im Zeughause geblieben war, so verlangte das Volk sturmisch seine Entfernung. Der Generalmarsch mußte geschlagen werden. Berlin ist seit den letzten Wiener Ereignissen und seit dem Verfassungsentwurf sehr unruhig geworden. Lokale Verhältnisse tragen bei, die Unruhe zu vermehren, so das Votum der Bürgerwehr auf Aschoffs Absetzung. Aschoff ist zugleich Kommandant der Stadt und der Bürgerwehr und gar nicht mehr beliebt.
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@facs0014
Berlin, 29. Mai.
Die demokratische Partei in der Bürgerwehr ist jetzt entschieden die überwiegende. Die Regierung will nun einen neuen Staatsstreich begehen und den Versuch zur Entwaffnung der Handwerks-Kompagnie machen, unter dem Vorwande, daß sie ein unregelmäßiges Exercitium habe. Es versteht sich von selbst, daß dieser Versuch vollständig mißlingen wird.
[(A. D. Z.)]
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@facs0014
[*]Berlin, 31. Mai.
Nach einem Artikel des Pr. St. A. bildet das Berliner Zeughaus das Central-Waffendepot für das ganze Land; Sendungen von Waffen in die Waffenplätze der Provinzen können also „als rein administrative Maßregeln des Kriegsministeriums ein besonderes Aufsehen mit Grund (!) nicht erregen.“ Die zur Sicherung des Zeughauses getroffenen Vorkehrungen sind gegen früher in keiner Weise geändert. — Natürlich; wenn das Ministerium alle Waffen aus dem Zeughause entfernen und an die reaktionären ucker- und andere märker Bauern und Pfahlbürger ertheilt, so kann das „als rein administrative Maßregel ein besonderes Aufsehen mit Grund nicht erregen!“
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@facs0014
[*]Osnabrück, 1. Juni.
Gegen den Stüve'schen Separatpatriotismus haben sich bereits zahlreiche Adressen ausgesprochen, die „tapfern Küstenbewohner“ scheinen gar nicht so abgeneigt gegen eine engere Vereinigung mit dem übrigen Deutschland zu sein, wie Hr. Stüve ihnen zumuthet. Auf heute ist von den Volksversammlungen von Hoya und Verden eine große Versammlung aus dem ganzen Lande nach Eistruch ausgeschrieben, welche sich wahrscheinlich ebenfalls gegen die Separation aussprechen wird. In Hannover selbst hat sich der Volksunwille gegen die reaktionären Bestrebungen Stüve's durch lärmende Demonstrationen und Fenstereinwerfen geltend gemacht. Auch der Premierminister, Graf Bennigsen, und der Stadtdirektor Evers haben ihr Theil davon mitbekommen. Ein sonderbares Verhängniß war es nur, daß noch reaktionärere Bestrebungen, als die des Ministeriums die Veranlassung geben mußten. Unsere im vorigen Jahre neu geschaffene Gewerbeordnung greift nämlich einigermaßen störend in die Zunftverhältnisse ein, besonders durch die im § 222 enthaltene Bestimmung, wonach „die am Orte vorhandnen Handwerkszünfte den Mitgliedern der Handelszunft nicht wehren können, auch mit solchen Gegenständen zu handeln, zu deren Verfertigung sie ausschließlich befugt seien.“ In einer neuen Berathung der zweiten Kammer war die Beibehaltung dieses Paragraphen beschlossen, während ein anderer, wonach Handwerker ihren Laden auch mit erkauften Waaren ihres Gewerkes versehen dürfen, aufgehoben werden sollte. Die Handwerker aber wollen Suspendirung des ganzen Gewerbegesetzes und vollständige Wiederherstellung des Schutzes, den ihnen die alte Zunftordnung gewährte. Eine Deputation sollte dem Minister Stüve ihre Wünsche vortragen, er mußte sie zum Premierminister begleiten, wo denn durch die bald gesammelte Volksmenge die Ausführung des oben genannten Schauspiels begann. Durch die Versicherung der Kammer, daß sie die alten Zunftverhältnisse in möglichster Ausdehnung wiederherstellen werde, scheinen die Handwerker zwar beruhigt zu sein, nicht so aber das Volk, das ganz andere Dinge verlangt. Stüve's Anhänger, deren Zahl hierorts immer noch ziemlich groß ist, geben sich vergebliche Mühe, dieser Demonstration ihre Bedeutung zu rauben, indem sie dieselbe als eine rein gewerbliche darstellen; es lassen sich aber nicht Viele dadurch täuschen; gegen einen beliebten Minister läßt sich das Volk so leicht nicht aufreizen, die mittelalterlichen Gelüste der hannöver'schen Landjunker würden gegen den liberalen Stüve keine so allgemeine Unterstützung gefunden haben. Selbst in der Kammer hat das Ministerium eine Niederlage, wenn auch nur eine vorübergehende erlitten. Trotz des Widerstandes der Minister Stüve, Braun und Lehzen ging der Antrag Hantelmanns auf Gleichstellung aller Konfessionen mit 35 gegen 26, also mit einer relativen Majorität von 9 Stimmen durch, während die absolute Majorität 41 Stimmen erfordert. Es fragt sich also, ob sich bei den nächsten beiden Abstimmungen von den fehlenden 19 Stimmen noch sechs zur jetzigen Majorität schlagen werden. Von wahrhaft klassischer Bornirtheit zeugt die Aeußerung Stüve's, „daß durch die Annahme des Hantelmann'schen Antrags der amerikanischen Rohheit der Weg angebahnt werde, an die Stelle der deutschen Bildung zu treten“. Wie es heißt, beabsichtigen Stüve und Bennigsen, ihr Portefeuille niederzulegen; für ein Ministerium Hantelmann wäre dann die größte Wahrscheinlichkeit. Unser Adel fängt zwar schon wieder an sich gewaltig zu spreitzen, ihm ist die neue Zusammensetzung der ersten Kammer schon zu viel; auch er hofft auf den Sturz des Ministeriums, doch hat er nicht Lebenskraft genug mehr, um aus seiner Mitte ein neues schaffen zu können. Unser Kleinbürger fangt allmälig an, sich zu fühlen, und so sehr er nach Ruhe und Ordnung um jeden Preis schreit, so könnte ihn der Versuch einer neuen Adelsherrschaft doch bald wieder mit revolutionären Gelüsten erfüllen. Er glaubt seine Herrschaft schon gesichert, und möchte auf den leicht errungenen Lorbeeren ausruhen; nach diesem Glücke seufzt er vergebens. Die Adelskammer wird sich aber selbst um so leichter stürzen, je kühnere Anstrengungen sie macht, ihre Rechte zu wahren, und in ihren Sturz das ganze Zweikammersystem mithineinziehen, trotzdem die zweite Kammer es jetzt auch in ihrer dritten Abstimmung zu dem ihrigen gemacht hat.
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@facs0014
[*]München, 30. Mai.
Die Arbeiten der Kammern sind geschlossen; das Lehengesetz, das Ablösungsgesetz, das Gesetz über die Grundlagen der künftigen Gesetzgebung und das Jagdgesetz sind endlich zwischen den beiden Kammern und den Ministern „vereinbart“ worden. Welche Bedeutung diese Gesetze für die Zukunft Baierns haben werden, geht aus dem folgenden Satze der A. A. Z. hervor: „Das Gesetz über die Grundlagen der künftigen Gesetzgebung wurde dadurch vereinbart, daß die Reichsräthe — gegen die Stimmen des Grafen C. Seinsheim und des Frhrn. v. Aretin — in die Aufhebung der Siegelmäßigkeit als Vorrecht mit Eintritt der erwarteten Notariats- und Preßgesetze willigten.“ — Die Wirkungen des vielgepriesenen „deutschen Staatsbürgerrechts“ treten. immer deutlicher hervor. In München z. B. haben die Schuhmacher die Arbeit eingestellt und fordern höheren Lohn. Sofort droht ein vom 28. d. M. datirter Maueranschlag von Seite der k. Polizeidirektion allen Schuhmachergesellen, welche nicht bis morgen früh entweder Arbeit bei einem Meister nachweisen oder ihre Wanderbücher auf der Polizei abholen, mit polizeilicher Answeisung von hier und Schubtransport in ihre Heimath! Natürlich! Die Schuster können ja nur durch geheime Wühler (sagt die Augsb. A. Z.), welche der Stadt die Ruhe mißgönnen, aufgereizt sehn. Sie dringen auf Erhöhung des Arbeitslohnes, halten Versammlungen und tragen ihre Unzufriedenheit selbst auf den Straßen zur Schau. Die Behörden schreiten jedoch kräftig ein, und durch Mithülfe der hier in Besatzung liegenden Jäger sind zwischen gestern und heute 160 solcher unruhiger Köpfe eingefangen, und zum großen Theil schon mittelst Schub in ihre entsprechende Heimath geschafft worden. Sie dringen auf Erhöhung des Lohns — schrecklich! sie halten Versammlungen — entsetzlich! ja, sie tragen ihre Unzufriedenheit selbst auf den Straßen zur Schau! Welche Verbrechen im „freien“ Baiernlande, wo die Siegelmäßigkeit kein Vorrecht mehr ist!
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@facs0014
[*]Wien, 30. Mai.
Das Ministerium hat eine „Kundmachung an die Bewohner der Residenz“ erlassen, worin es über seine Handlungen und Absichten Erläuterungen zu geben und besonders gegen den Vorwurf der Planlosigkeit sich zu vertheidigen versucht. Auf die Wiener wird dies mühsam zusammengestellte Schriftstück, an dem man gar sehr die alte Metternichsche Gewandtheit vermißt, nicht den mindesten Eindruck machen; es scheint auch lediglich für die Provinzen berechnet zu sein, um hier wenigstens den Schein zu retten und das Fortbestehen des Ministeriums, das nach den jüngsten Ereignissen eine völlige Unmöglichkeit wäre, wenn die Wiener nicht gutmüthig bis zur Einsetzung eines neuen sich geduldeten, mit doktrinären Floskeln zu beschönigen. — Die Verfassung vom 25. April wird als das „Programm,“ als das „Glaubensbekenntniß“ des Ministeriums hingestellt. „Die Bewegungen im Mai, heißt es dann, haben gezeigt, daß hier nicht die Wünsche über alle Bestimmungen der Verfassung übereinstimmen. Allein keine ihrer Grundlagen wurde angegriffen. Der Charakter der Verfassung als eine vollendete Urkunde wurde bestritten; gegen die Zweckmäßigkeit der Wahleinrichtung in einzelnen ihrer Bestimmungen wurden Zweifel erhoben; gegen die erste Kammer in ihrer Zusammensetzung machten sich Einsprüche geltend. Diese Einsprüche und jene Zweifel wurden behoben (sic); der erste Reichstag wurde als ein konstituirender anerkannt.“ Also eine Verfassung wird in keiner ihrer Grundlagen angegriffen, wenn sich solche „Einsprüche und Zweifel“ erheben, wenn ihre ganze Grundlage, die kaiserliche Machtvollkommenheit, als deren Ausfluß sie gegeben war, über den Haufen geworfen ist! Es macht keinen wesentlichen Unterschied, ob eine Verfassung von Gottes Gnaden octroyirt, ob sie mit dem Volke vereinbart, ob sie rein aus dem Volkswillen hervorgegangen ist! — Das Ministerium erkennt daher in dem Siege des demokratischen Prinzips nur „einen längern Weg“ um „zu den organischen Gesetzen, welche die Verfassung ergänzen müssen, zur Ordnung des innern Haushalts der Monarchie, zu jenen Einrichtungen und Anordnnngen zu gelangen, welche das Vertrauen befestigen und das materielle Wohl fördern sollen.“ Es ist der alte Kunstgriff, politischen Reformen philantrophische Redensarten entgegenzustellen. Indessen verspricht das Ministerium, auch „den längeren Weg redlich zu erfüllen“ (sic) weil er als „der vorzüglichere“ erkannt wurde. Dann kommen Redlichkeitsbetheuerungen. An der Verfassung habe es streng festgehalten, nur eine „Verwaltungs-Maßregel“ sei auf „heftigen Widerstand“ gestoßen. „Sie (die Minister) haben auf dem einzigen konstitutionellen Wege durch die Niederlegung ihrer Aemter geantwortet, der Wille des Monarchen hat sie bis zur Ernennung ihrer Nachfolger in diesen Aemtern festgehalten, und die Erklärungen der ausgezeichnetsten Körperschaften der Residenz haben sich diesem Willen angeschlossen.“ Man sieht, der kaiserliche Wille ist nicht mehr maßgebend, er bedarf der Sanktion der Wiener Bevölkerung. Darum wenden die Minister sich denn auch an diese und sprechen ihr Vertrauen an, weil sie „der Monarchie Stärke und Achtung nach Außen, Ordnung, Freiheit und Sicherheit im Innern, Vertrauen, Erwerb und Förderung aller zum Wohlstand führenden Interessen zu ‒ verbürgengestrebt“! Ja diese Bürgschaftsbestreben sollen es sogar dahin gebracht haben, daß „der Bürger wie der Landmann bereits in allen Theilen des Reichs Freiheiten und Erleichterungen besitzt, wie sich deren die glücklichsten Länder dieses Welttheils erfreuen“!! Diese kühne Behauptung wird dann gemildert durch das Geständniß, daß „Manches beschleunigt, rascher die Hand an die nöthigen Reformen gelegt, ein entschiednerer Gang der Regierung nach allen Theilen des Reiches entwickelt werden könnte.“ Aber dazu gehört wieder Vertrauen und darum erklären die Herren Minister: „sie kennen keine Reaktion, welche ihren Gang zu lähmen bemüht oder das vom Monarchen Zugestandene zurückzunehmen vermögend wäre.“ Die Reaktion scheint also nur noch in der Erinnerung zu existiren, und wenn in Wien Montecuculi und Bombelles in effigie an den Galgen gehängt sind, so hat das keine Bedeutung für die Zukunft.
[Feuilleton]
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@typejArticle
@facs0014
Deutlich sah er, wie die Nullen des Capital-Conto's in geordneten Linien von der einen Seite heranrückten und wie sich von der andern die Zahlen aus allen kleinen Rechnungsposten in zwar ungeregelten aber desto wildern Massen in den Kampf drängten. Einige Kolonnen rother Zinszahlen, welche mit der republikanischen Infanterie des Auslandes die frappanteste Aehnlichkeit hatten, ließen ihre Fronte noch schauerlicher erscheinen, und trugen nicht wenig dazu bei, das königliche Blut der Nullen vor Schreck erstarren zu machen. Nur der kommandirende Prinz, eine Null vom reinsten Wasser, der Abgott der legitimen Soldateska, hatte sein schreckliches Herz auf der rechten Stelle; er hatte zwei große historische Rittersporen an die Absätze seiner allerhöchsten Stiefel geschnallt; in der königlichen Faust trug er ein schartiges, sehr antikes Schwert aus der Blüthezeit des Absolutismus. Manchmal reitend auf einem englischen konstitutionellen Renner, bestieg er doch heute einen vaterländischen urkräftigen Klepper. Den Schnurbart streichend kommandirte er in jenem berüchtigten fürstlichen Accent das Vorwärts; die Garde blies auf ihren Schalmeien das entsetzliche Lied: „Liebe, Liebe ist mein Leben, Liebe ist mich nöthig,“ und unaufhaltbar wogte die Schaar der Nullen ihren Feinden entgegen. Diese mit bürgerlichen Mistgabeln, mit modernen Basaltblöcken und höchst beunruhigenden Eisenstangen stellten sich ebenfalls in Reihe und Glied. Zarte Frauen schickten sich an, von den Dächern hinab die königlichen Nullen zum zweiten Male mit zwar erhitztem, aber dennoch ambrosischem Rüböle zu salben, während die Kinder nicht etwa Rosen und Aurikeln, sondern Scherben echten Krystalls dem heranziehenden Feinde entgegenstreuten. Selbst des Volkes verachtetste Hunde und des Märzes verliebteste Katzen schienen heute ihre Bravour außer aller Frage stellen zu wollen und erhuben als Antwort auf die Janitscharen-Musik der königlichen Garde jenes herzerhebende nationale Geheul und Gezisch, das Stein erweichen, Menschen rasend machen kann. Während die beiden Parteien, kaum noch getrennt durch die Entfernung eines unwillkührlichen, gegenseitigen Respectes und durch einige in rein gothischem Style aufgeführte Barrikaden, einander auf den Leib zu rücken suchten, rollten von der Stirn des Träumenden heiße, schwere Tropfen in den Brustlatz seines unschuldreinen Hemdes.
Der Herr Preiß erkannte nemlich gar nicht die welthistorische Bedeutung seines Traumes. In der Empörung der Zahlen gegen die Nullen seines Capital Conto's sah er einzig und allein eine Gefährung seiner kommerziellen Interessen. Gern hätte er deswegen das verhängnißvolle Hauptbuch hintereinander zugeschlagen, um auf diese Weise beide Partheien in der Geburt ihres Streites zu ersticken. Je näher der Ausbruch der Feindseligkeiten bevor stand, desto reaktionärere Gelüste erfaßten ihn. Am Ende sollst du mit deinem guten Gelde die Kosten dieser zwar sehr interressanten, aber dennoch verwerflichen Umwälzung bezahlen … dachte er, und ich frage jeden Unparteiischen, ob der würdige Handelsherr nicht das größte Recht hatte in einen sehr wohlthätigen Schweiß aus zubrechen.
Das Röcheln seiner träumerischen Angst sollte indeß noch größer werden, als nun endlich die erste königliche Kartätsche mit einer unbegreiflichen Unverschämtheit den kühnen revolutionären Zahlen auf die Köpfe fiel und sofort von einem solchen Meteorsteinregen erwiedert wurde, daß zwei königliche Nullen klagend das Zeitliche segneten. Der Kampf war nun eröffnet und mit Entsetzen bemerkte der Träumende, wie dem Angriff der Nullen nur eine immer wilder emporflammende Raserei der Zahlen folgte. Die Säbel der Insurgenten, die Kugeln ihrer Jagdgewehre und die von allen Dächern tropfenden Pflastersteine vernichteten ganze Kolonnen seines Capital-Conto's. Dazu klang das Läuten der Sturmglocken so schauerlich, wie das Klappern von falschen Dukaten; es war ihm nicht anders mehr zu Muthe, als hätte er sieben unversicherte Schiffsladungen Kaffe auf der See, in einem Aequinoctialsturme; sein edles kaufmännisches Herz schlug wie der Wecker an einer schwarzwälder Uhr und mit jeder Null, die hinunter zum Styr fuhr, rollte ein neuer Angstschweißtropfen über seine olympische Stirn.
Alles dies ertrug indeß noch die Seele des Gepeinigten; mit wahrem Heroismus sah der herrliche Dulder die Tausende durch das Fallen zweier oder dreier Nullen zu Zehnern oder zu Einern werden; als aber endlich den Kieselsteinen, den Büchsenkugeln, den Delphiolen und den Bierglasscherben gar noch der Feuerbrand folgte, als man das ganze Hauptbuch mit sämmtlichen kaiserlichen, königlichen, gräflichen und ähnlichen Nullen in Brand zu stecken suchte: da fuhr er empor mit dem Schrei der Verzweiflung, die baumwollene Nachtmütze entsank seinem Schädel und die Decken zur Seite schiebend und mit beiden beunterhoßten Beinen zu gleicher Zeit dem Bette entfahrend, griff er wie rasend nach einer der türkischen Pistolen des Nachttisches; rechts und links stürzten Leuchter und Schwefelhölzer, Pantoffeln und Nachttopf ‒ losknallte das Pistol und das Schlafgemach krachte bis in sein letztes Mauseloch.
Der Buchhalter Lenz, der eben seinen Herrn zu wecken gedachte und voll haarsträubender Angst. daß er sich frevelnd ein Leides angethan, in's Zimmer stürzte, fand den würdigen Prinzipal selig lächelnd am Fenster stehen. Der Herr Preiß sah daß er geträumt hatte und neugierig blickte er hinüber nach dem nächsten Kirchthurme, von dessen Spitze die schwarz-roth-goldene Fahne lustig im Morgenwinde flatterte.
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@typejArticle
@facs0014
Leipzig, 28. Mai.
Schon seit einigen Tagen verbreitete sich das Gerücht, daß die Nachtwächter einen Mann zur Haft gebracht hätten.
[(W.M.)]
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@facs0014
Man berichtet, „daß Berlin sich jeden Tag einen Tag mehr vom 18. März entferne.“ Dies ist freilich außerordentlich merkwürdig.
[0015]
[Deutschland]
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@facs0015
[Fortsetzung] Gut, wir wollen sehen, wie es damit gehen wird und wie die Regierung an der Erklärung festhält, auf welche hin das Ministerinm schließlich nochmals und abermals das „Vertrauen“ in Anspruch nimmt. Diese Erklärung lautet:
an allen Freiheiten festzuhalten;
keinem der spätern Zugeständnisse die volle Anerkennung zu versagen;
die Anarchie oder Störung der Ordnung ebenso wie jeder Reaktion muthig entgegenzutreten und in dem Aufkommen von jedem dieser Uebel das Erlöschen ihrer Amtswirksamkeit zu erkennen;
der Reichstag allein als befugt und berufen anzusehen, um organische Anordnungen und Gesetze in das Leben zu rufen; die Beschleunigung desselben nach allen Kräften und durch Befestigung der Ruhe und Ordnung in der Residenz zu befördern; bis zu demselben ein festes Band der Eintracht zwischen den einzelnen Theilen der Monarchie zu erhalten;
alle Einsichten zu benutzen, welche in der Residenz oder in den Provinzen Materialien und Vorbereitungen für denselben zu sammeln geneigt sind;
insbesondere die Körperschaften und Gemeinden durch ihre legalen Vertreter aufzufordern, ihnen dabei durch Vorschläge, Andeutungen und Aufklärungen redlich beizustehen;
den Maßregeln, um Ordnung in dem Staatshaushalte, Vertrauen in die Erfüllung der Verpflichtungen des Staats, Sicherheit in dem Erwerbe und Verbesserung der Lage der unbemittelten Klassen zu begründen, ihre besondre Sorgfalt zuzuwenden;
endlich Alles aufzubieten, um die ersehnte Rückkehr des Monarchen in seine Residenz zu beschleunigen und jede Bürgschaft für die Sicherheit des erlauchten Hauptes herzustellen, zu dessen schönsten Vorzügen es gehört, jedem Staatsbürger Sicherheit und Recht zu gewähren.“
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@typejArticle
@facs0015
[**]Prag, 29. Mai.
Gubernial-Präsident Graf Leo Thun hat im Verein mit den übrigen böhmischen Oberbehörden die Errichtung einer provisorischen Regierung beschlossen. Sie besteht aus Palacky, Borrosch, Brauner, Riegel, Wostitz und Strobach. Noch zwei Mitglieder sollen hinzugefügt werden. So wird endlich Böhmen eine kräftige entschiedene Regierung bekommen. Die czechische Partei ist allein in ihr vertreten und das ist gut, denn sie ist die allein energische, sie hat allein etwas gethan für die Befreiung des Landes, während die Deutschen klagen und jammern und vor Schwäche zu nichts kommen. Bald werden wir uns hoffentlich von dem verrotteten Oestreich ganz trennen. Ganz Prag ist im Jubel. Die Swornoft zieht eben unter dem Zuruf der Menge zum Rathhause, wohin die provisorische Regierung sich begeben hat.
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@facs0015
Triest, 27. Mai.
Se. Exc. der Gouverneur des Küstenlandes hat folgendes Dankschreiben an die in Triest residirenden Generalkonsuln, Konsuln, Vicekonsuln und Konsularagenten fremder Mächte erlassen:
Der unterzeichnete Gouverneur erachtet es als Pflicht, sowohl in seinem eigenen Namen, als im Namen der Bevölkerung Triest's öffentlichen Dank den Herren Generalkonsuln, Konsuln, Vicekonsuln und Konsularagenten abzustatten, welche, als unsere Stadt von einer feindlichen Flotte bedroht war, durch einstimmige Protesteinlegung zum Schutze ihrer betreffenden Nationalen, zugleich ein Schirm der ganzen Stadt geworden sind. Fühlt sie sich auch stark durch die eigenen Vertheidigungsmittel und den patriotischen Geist der Bewohner, so sieht sie doch mit Dank und Stolz auf die ihr bewiesene Sympathie der übrigen Nationen.
Besonders muß er den Herren Generalkonsuln, Konsuln, Vicekonsuln und Agenten der Staaten des deutschen Bundes danken, welche Triest's Sache als die von ganz Deutschland erklärten, und so den Werth eines Bundes erkennen ließen, dessen Glieder den Augenblick der uns drohenden Gefahr gewählt haben, um sich als unsere Brüder zu bewähren. Triest, den 26. Mai 1848. Der Gouverneur des österr. illirischen Küstenlandes Robert Altgraf von Salm. (J. d. Oest. Lloyd.)
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Edition: [Friedrich Engels: Der Krieg (Schleswig-Holstein). In: MEGA2 I/7. S. 61.]
[**]Schleswig-Holstein, 30. Mai.
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Belgien.
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[7]Verviers, 2. Juni.
Die Kandidaten uuseres demokratischen Klubs, der „Union constitutionelle“, werden hier siegen, ohne kämpfen zu müssen. Unsre Kleinbürger, Detaillisten, Industriellen sind sind höchst verstimmt gegen die Zwangsanleihe. Es ist vorauszusehen, daß mehr als die Hälfte der Steuerpflichtigen unserer Stadt ihre Zahlung verweigern werden. Die republikanische „Gesellschaft der Rechten und Pflichten des Menschen“ hat ein zahlreiches Auditorium, namentlich auch unter der arbeitenden Klasse.
Unsere industrielle Lage ist natürlich gedrückt, wie in allen Ländern. Mehre Fabrikanten, um den Geldmangel minder fühlbar zu machen, geben Papierbons aus. Das Bankierhaus A. Müller et Comp. sollte nur eine kleine Kommission für die Auszahlung dieser Billets beziehen und bestimmte auch diese dem Wohlthätigkeitsbüreau. Was thut unser hochweiser Rogier? Er unterwirft diese kleinen Billete dem Fiskus und verlangt, daß sie gestempelt werden. Hr. Rogier glaubt natürlich, daß die Steuern die Quelle des Nationalreichthums seien.
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[*] Renair, 29. Mai.
Es hat sich hier eine Gesellschaft unter dem Namen „La Sentinelle“ gebildet, deren Mitglieder sich wechselsweis verpflichten, die vom Ministerium Rogier ausgeschriebene Zwangsanleihe nur dann zu zahlen, wenn sie im wahren Sinne des Worts dazu gezwungen werden.
Die Verweigerung der Zwangsanleihe macht in allen Theilen Belgiens Propaganda. Es scheint, daß die belgische Bevölkerung zu berechnen anfängt, wie viel es kostet, dem erstaunten Europa das rührende Schauspiel des monarchischen Enthusiasmus zum Besten zu geben.
Man muß übrigens die Handelslisten der Jahre 1845, 1846 und 1847 vergleichen, um sich zu überzeugen, welche ökonomische Wunderkräfte die konstitutionelle Monarchie in ihrem Treibhaus zur Reife bringt.
1845 exportirte Belgien 703,478 Kilog. Leinengarn, 1847 nur 233,045. 1845 exportirte es 2,594,528 Kilog. Flachs, 1847 nur 1,893,711. 1845 exportirte es 1,090,606 Kilog. Zeuge aus Flachs, Hanf und Werch, 1847 nur 468,196, u. s. w.
Italien.
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Edition: [Friedrich Engels: Italien. 4. Juni 1848. In: MEGA2 I/7. S. 63.]
[*]
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Edition: [Friedrich Engels: Italien. 4. Juni 1848. In: MEGA2 I/7. S. 63.]
Mailand, 26. Mai.
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Edition: [Friedrich Engels: Italien. 4. Juni 1848. In: MEGA2 I/7. S. 63.]
Modena, 22. Mai.
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Edition: [Friedrich Engels: Italien. 4. Juni 1848. In: MEGA2 I/7. S. 63.]
Palermo.
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Französische Republik.
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@facs0015
Nationalversammlung. Schluß der Sitzung vom 31. ‒ Die Sitzung wird um 51/4 Uhr wieder aufgenommen. Der Präs. zeigt an, daß die so eben ernannte Commission sich morgen früh versammeln und über den Antrag in Betreff Louis Blancs berathen wird. Sie wird Freitag den 2. ihren Bericht abstatten. ‒ Es wird beschlossen, daß morgen als an einem gesetzlichen Feiertage keine Sitzung ist; über mehrere Petitionen wird Bericht erstattet; bei jeder wird die Tagesordnung beschlossen. ‒ Herr Marchal liest einen Vorschlag über die Taxe auf Hypothekarverschreibungen, die unterstützt wird. Herr Ferrouillat entwickelt seinen Vorschlag wegen der in Lyon, Nimes und Saint-Etienne zu errichtenden Fabrikengerichte, läßt ihn aber fallen bei dem Versprechen des Handelsministers, ein Reglement hierüber zu erlassen. ‒
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@facs0015
Paris, 1. Juni.
Es sind Verfolgungen eingeleitet gegen die Urheber des Anschlags wegen der Kandidatur des Prinzen von Joinville.
‒ In der morgenden Sitzung wird die Exekutivkommission der Nationalversammlung Dekrete über die Straßenaufläufe und über das Anschlagen von Anzeigen vorlegen.
‒ Die administrative Ausnahmsstellung Algeriens unter der ausschließlichen Direktion des Kriegsministers wird allmählig aufgehoben. Durch Beschluß der Exekutivkommission werden den Ministern der Justiz und des Unterrichts die entsprechenden Departements auch für Algerien übertragen.
‒ In den meisten Bureaux der National-Versammlung war die Majorität gegen die Bewilligung der Verfolgung Louis Blancs. In andern wurde vorherige sehr genaue Untersuchung durch die Kommission verlangt. Die Mehrzahl der gewählten Kommission ist gegen die Bewilligung. Heute wird die Kommission Louis Blanc, den Generalprokurator, die Instruktionsrichter, die wichtigsten Zeugen hören, Einsicht von den Akten nehmen und Morgen ihren Bericht abstatten. Wenn sie nicht gewichtigere Beschuldigungen und Inzichten findet, als die im Requisitorium enthaltenen, so wird sie auf Verwerfung des Verlangens des Generalprokurators antragen.
Schon gestern Abend waren alle Straßen und Boulevards voll von dichten Gruppen, die das Tagesereigniß diskutirten. Die Stimmung war sehr aufgeregt. Ganze Brigaden von Polizei-Agenten, starke Patrouillen von Nationalgarden und Mobilgarden kreuzten durch die Straßen. Die Maßregeln gegen die Nationalwerkstätten, kommen dazu, um die Stimmung der Massen immer gereizter zu machen. Am Sonntage (4.) findet im Walde von Vincennes das große Arbeiter-Bankett à 5 Sous per Kopf Statt. 200,000 Arbeiter werden sich zu einer „communion fraternelle“ wie die Proklamation sagt, versammeln. Wieder ein Vorwand zu Unruhen, wird es heißen.
‒ Alle Abende finden sich 40-50 Redner bei den Thoren St. Martin und St. Denis ein, um diese Redner sammeln sich 5-600 Leute, und es wird über die Arbeiterfrage, über die Tagesereignisse u. s. w. diskutirt, ‒ nun kommen aus den nächsten Mairien 1500 bis 2000 Mann Nationalgarde und marschiren in dichten Patrouillen auf dem Boulevard hin und her, um Ordnung zu sichern; allmählich sammelt sich eine Menge Neugieriger, die den militärischen Evolutionen zusehen. Endlich wird das Gedränge so, daß man nicht mehr passiren kann; gegen 1 Uhr Nachts verläuft sich die Menge und die Garde marschirt ab. Am andern Abend fängt diese wohlfeile und durchaus friedliche Volksbelustigung von Neuem an.
‒ Rothschilds prachtvoller Muster-Bauerhof in Suresne ist in der vorigen Nacht ganz abgebrannt.
‒ Alle radicalen Clubbs von Paris und den Departements haben beschlossen eine Subscription zu einem Sou pro Kopf zu eröffnen, um von dem Ertrage dem General Courtais (im Kerker von Vincennes) einen Ehrendegen zu übergeben um ihn so an der Verläumdung und Mißhandlung der Bourgeoisie zu rächen.
‒ Der Prinz Louis Napoleon war gleichzeitig mit seinem Schreiben an die Nationalversammlung in Paris angekommen. Die Polizei hat ihn ersucht Frankreich augenblicklich wieder zu verlassen.
‒ Herr Lucien Delahodde, der bis jetzt im Gefängnisse der Conciergerie saß, ist von dem neuen Polizei-Präfecten seiner Haft entlassen worden.
Großbritannien.
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@facs0015
London, 1. Juni.
Im Hause der Gemeinden machte gestern Hr. Law in Betreff der von Hrn. Anstey dem Hause vorgelegten katholischen Erleichterungsbill, die Motion, daß das Comité die Bill in zwei geschiedene Vorschläge theile, worüber zwischen Hrn. Napier, Fagan, Sir Robert Inglis und Hrn. Drummond eine längere Debatte entstand, welche damit endete, daß der Law'sche Vorschlag mit 129 gegen 42 Stimmen angenommen wurde. So berichtet wenigstens die Times in ihrer heutigen Nummer. Der Telegraph giebt die Abstimmung mit 129 gegen 142 an, so daß danach die Motion verworfen worden wäre.
Das Haus saß dann als Comitè; aber die Verhandlungeu waren so konfus, wie die Times sich ausdrückt, daß sie gegen 6 Uhr noch keine Fortschritte gemacht hatten, und man vertagte sich darauf.
‒ Auf Clerkenwell-Green hielten die Chartisten gestern wiederum eine Zusammenkunft, ohne indeß zu Ruhestörungen überzugehen, da die Behörden hindernd einschritten.
1. Juni 3 Uhr Nachmittags. Konsols 83 1/8 à 84.
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@facs0015
Manchester, 31. Mai.
Die bevorstehende Demonstration der Chartisten und Repealer ist nicht zur Ausführung gekommen. Die Behörden schritten ein und alle Maßregeln wurden getroffen, um eine Störung der Ruhe zu verhindern; bis zu diesem Augenblick ist die Stadt ruhig.
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@facs0015
Leeds, 31. Mai.
Mehrere Chartisten, welche neulich die bei einem Auffstande gefangenen Chartisten befreit hatten, wurden heute verhaftet und nach York-Castle gebracht. Die Stadt ist jetzt wieder ruhig.
[(Leeds Times).]
Handels-Nachrichten.
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Börsen-Nachrichten.
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[Leserbrief]
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@facs0015
Circulair an die auswärtigen Klubbs.
Von vielen Seiten ist schon öfters die Idee geltend gemacht worden, es sei wünschenswerth, die sämmtlichen konstitutionellen Klubbs in Deutschland unter einander in eine innigere Verbindung zu bringen, wie sie es augenblicklich sind.
In diesem Augenblicke, wo die bedeutungsvollsten Fragen in Frankfurt, Berlin, Wien u. s. w. ihrer Lösung harren, dürfte es nicht ohne Wichtigkeit selbst für die schließliche Entscheidung einzelner Fragen sein, wenn die sämmtlichen Klubb's in irgend einer Weise ihre Meinung geltend machten. Sie würden so in sich gewissermassen eine berathende Stimme und zwar eine sehr gewichtige abgeben; aber gerade die konstitutionell-monarchische Partei, durch diese Klubb's im ganzen Lande vertreten, in dem Sinne vertreten, wie sie sich jedesmal im Volke geltend macht, dürfte in diesem Augenblick wenigstens in Deutschland die bei weitem stärkste sein. Es fragt sich nur auf welche Weise dies am besten zu bewerkstelligen.
Eine unmittelbare Korrespondenz ist zeitraubend, kostspielig und überhaupt nicht wohl ausführbar.
Der Elberfelder politische Klubb erlaubt sich demnach folgende Vorschläge zu machen:
1) In jeder einzelnen wichtigen Tagesfrage möge irgend ein Klubb die Initiative ergreifen und, insofern er kein eigenes Organ besitzt, in der ihm am besten zugänglichen und gelesensten Zeitung seine Meinung aussprechen. Der Eifer der einzelnen Vereine fände in dieser Initiative einen Sporn zu rascher umsichtiger Thätigkeit. Es käme manchmal darauf an, gewisse Fragen vorherzusehen und im Voraus zur Beantwortung zu bringen. Die Rheinlande würden die „Kölnische“ und „Rheinische“ Zeitung zu ihrem Organ wählen. Der Elberfelder Klubb außerdem sein Organ die „Volksstimme.“
2) Jeder Klubb bestellt (wie der Elberfelder es bereits gethan) bei der Post die Blätter, welche von einzelnen Klubb's herausgegeben werden, z. B. die konstitutionelle Berliner Klubbzeitung, die Volksstimme und sonstige Klubborgane.
Hiermit wären alsdann die Vorstände der Klubbs fortwährend mit dem Laufenden bekannt und auf eine einfache Weise, die noch dazu äußerst geringe Kosten macht (die konstitutionelle Klubbzeitung kostet vierteljährlich 233/4 Sgr., die Volksstimme, welche wöchentlich zweimal erscheint, durch die Post bezogen sogar nur 111/4 Sgr) könnte eine Uebereinstimmung in die Thätickeit der Klubbs gebracht werden, welche jedenfalls nicht ohne Einfluß bleiben würde.
Wir ersuchen die verschiedenen schon bestehenden Klubbs dieser Idee sich anschließend, das Bezeichn ete zu veranlassen und fordern in allen Orten, wo noch keine politischen Vereine bestehen, gesinnungstüchtige und vaterlandslie- [0016] bende Männer auf, zu deren Errichtung zu schreiten und in den großen Bund einzutreten.
Die politische Bildung ist noch im größeren Theile unseres herrlichen Vaterlandes so vernachlässigt, daß zu deren Hebung und Läuterung jeder wahre Volksfreund gern die Hand bieten muß. Es steht aber fest, daß gerade durch wohleingerichtete Klubbs, die der arbeitenden Klasse gleichfalls offen stehen müssen, diese Bildung und mit dieser erst eine sich selbst bewußte Vaterlandsliebe geschaffen wird.
Elberfeld, den 24. Mai 1848.
Der Vorstand.
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@facs0016
Etwas über ministerielle Verantwortlichkeit in dem preußischen Verfassungsentwurf.
Zu den Fundamentalsätzen der konstitutionellen Monarchie gehören die Unverletzlichkeit der Person des Königs und die Verantwortlichkeit der Minister. Die enge Verbindung, in welche die französische und belgische Verfassungsurkunde und auch der preußische Entwurf, indem er § 20 sagt:
„die Person des Königs ist unverletzlich, seine Minister sind verantwortlich.“
sie formell setzen, indem sie beider in demselben Satze erwähnen, ist auch in der Wirklichkeit begründet, indem in der konstitutionellen Monarchie nur insoweit das Volk den König seiner Verbindlichkeiten entläßt, als dieser seine Regierungsakte der Gegenzeichnung von Ministern unterwirft und diese für die Handhabung der Königlichen Regierungsrechte, die Verantwortung übernehmen. Daß diese Verantwortlichkeit in der Verfassungsurkunde der konstitutionellen Monarchie nicht nur im Allgemeinen ausgesprochen, sondern auch die einzeln Amtsvergehen ihrem Begriffe nach genau bestimmt und der Prozeßgang gehörig geordnet sei, liegt nicht nur im Interesse des Volkes, sondern auch in dem des Königs selbst, da das Volk in demselben Grade, wie an der Verantwortlichkeit der Minister, so auch an der Unverletzlichkeit des Monarchen zu zweifeln berechtigt ist, endlich auch in dem Interesse der Minister, welche eine wirklich existirende Verantwortlichkeit in den Stand setzt, Zumuthungen auszuweichen, welche, sei es von dem Könige selbst, sei es von einer Camarilla, sei es von irgend einer Parthei ihnen gemacht werden. Außer dem oben bereits angeführten § 20 enthält der preußische Verfassungsentwurf über die Verantwortlichkeit der Minister noch den § 33, der so lautet:
„Die Minister können wegen einer durch eine Amtshandlung begangenen „Gesetzverletzung durch einen Beschluß der zweiten Kammer in Anklagestand „versetzt werden. Ueber solche Anklagen entscheidet als Gerichtshof die erste „Kammer. Die nähern Bestimmungen bleiben einem besonderen Gesetze vor-„behalten.“ Dieser § enthält drei Vorschriften, zunächst die, daß die Minister „wegen einer durch eine Amtshandlung begangenen Gesetzesverletzung“ zur Verantwortung gezogen werden können, dann die, daß die zweite Kammer anklagen, die erste über die Anklage urtheilen, endlich drittens, daß die näheren Bestimmungen einem besonderen Gesetze vorbehalten bleiben sollen. Dieser letzte Satz bezieht sich auf die beiden vorhergehenden Bestimmungen, sagt also, daß die materiellen und formellen Gesetze über die ministerielle Verantwortlichkeit noch nicht bestehen, sondern erst gegeben werden sollen. I dem ersten Theil des § erscheint der Begriff des Vergehens des Ministers durch die Worte „durch eine Amtshandlung“ viel zu sehr beschränkt. Der Minister, der sich durch Bestechung verleiten läßt, dem A. eine Eisenbahnkonzession zuzuwenden, begeht kein Verbrechen durch eine Amtshandlung, da die amtliche Pflicht ihm obliegt, Eisenbahnkonzessionen zu beantragen und kein Gesetz ihm verbietet, den A. als Konzessionär vorzuschlagen, sein Verbrechen liegt vielmehr darin, daß er sich durch Geld zu einer Amtshandlung verleiten ließ, oder wenn er auch ohnedieß dem A. die Konzession zu ertheilen beantragt haben würde, daß er sich für eine Amtshandlung bezahlen ließ. Zweckmäßiger wäre der § wohl gefaßt, wenn es in seinem Eingange hieße:
„Die Minister können wegen einer in Ausübung ihres Amtes und in „Beziehung auf dasselbe begangenen Gesetzesverletzung etc.“
Aber wäre der § auch so verbessert, so würde er doch noch kein vollständiges Strafgesetz enthalten, weil die Strafe des Verbrechens noch fehlte. Ein solches vollständiges Gesetz soll er aber auch nach dem in seiner Enddisposition gemachten Vorbehalte nicht enthalten.
Die preußischen sowohl, als die rheinischen (französischen) Gesetze bestrafen eine Menge Vergehen der Beamten und die Allgemeinheit dieser Gesetze trifft zwar auch die Minister, allein dennoch kann hier für sie kein Strafgesetz gefunden werden, wenn der Schlußsatz des §. 33 ein solches auch nicht ausschlösse, weil die wichtigste Amtshandlung eines konstitutionellen Ministers, das „Gegenzeichnen“ der Regierungsakte des Königs, in der Bedeutung worin der Verfassungsentwurf es hat, den Preußen unter Friedrich Wilhelm II. und den Franzosen im Jahr 1810 nicht bekannt war und deswegen auch nicht in ihren Strafgesetzen berührt sein kann, sodann weil die Anwendung der gemeinen Strafgesetze jedenfalls sehr problematisch sein würde, da dieselbe nur bei den gewöhnlichen Gerichten, also durch Beamte, die von den Ministern abhängen, nachgesucht werden kann, aber nach dem Schlußsatz des §. die erste Kammer als Gericht, die zweite als Anklägerin noch erst konstituirt werden sollen.
Die französische Konstitution von 1814 hatte gleich dem preußischen Verfassungsentwurfe nur im Allgemeinen die Verantwortlichkeit der Minister ausgesprochen, so wie die Deputirtenkammer als Anklägerin, die Pairs als Richter konstituirt. Ein besonderes Strafgesetz war bis 1830 nicht zu Stande gekommen, welcher Mangel die Folge hatte, daß Polignac und seine Kollegen in der Aufregung von 1830 ohne Strafgesetz und zwar zu einer Strafe, die der Code pénal gar nicht kannte, zu lebenswierigem Gefängniß verurtheilt wurden, ein Verfahren, welches den Fundamentalsatz des Strafrechts: „keine Strafe ohne Strafgesetz“ verletzte. Die belgische Konstitution von 1830 enthält auch kein Strafgesetz über die Amtsvergehen der Minister, füllt aber diese Lücke durch Art. 134 aus, der da sagt: „Bis „zum Erscheinen eines Gesetzes ist es in den freien Willen der Repräsentan-,tenkammer gegeben, einen Minister anzuklagen und in den des Kassations-„hofs, über ihn abzuurtheilen, indem er die Handlungen des Ministers als „verbrecherische qualifizirt und die Strafe, die jedoch, außer in den im Ge-„setze bestimmten Fällen, die Zuchthausstrafe nicht übersteigen darf, aus-„spricht.“
Eine transitorische, so vage Befugniß enthält der preußische Verfassungsentwurf nicht und würde wohl das preußische Volk, das, soviel eine geknechtete Presse es erlaubte, gegen unbestimmte Gesetze über die Disziplin der Beamten, namentlich der Richter, und auf dem vereinigten Landtage gegen das sogenannte Bescholtenheitsgesetz kämpfte, schwerlich sich eine solche gefallen lassen; ebensowie eine preußische erste Kammer wohl nicht nach dem Vorgange der französischen Pairskammer ganz ohne Strafgesetz einen Minister zu verurtheilen sich veranlaßt finden würde.
Es bleibt sonach der preußischen konstituirenden Versammlung nichts übrig, als zugleich mit dem Verfassungsgesetz auch ein Gesetz über die Verantwortlichkeit der Minister zu beschließen; ja sie hat diese Pflicht dem Volk gegenüber, da ohne ein solches Gesetz jeder §. der Verfassungsurkunde ungestraft verletzt werden kann und gewiß werden wird, wenn die zukünftigen preußischen Minister nur in etwa so Manchem gleichen, der seit 1819 konstitutionellen deutschen Fürsten zur Seite stand.
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@facs0016
Verhandlungen des Gemeinderathes zu Köln.
Sitzung vom 2. Juni 1848. Abend 6 Uhr.
Der Gemeinderath genehmigte die Ueberlassung des Saales Gürzenich an den Arbeiter-Verein zu einer am Sonntag den 4. d. M. Nachmittags abzuhaltenden General-Versammlung, unter der Bedingung, daß die Versammlung eine öffentliche und für jeden zugängliche sei. ‒ Sodann ward die Armenabgabe für die in diesem Jahre auf dem Gürzenicher Saale Statt gefundenen Fastnachtsfeierlichkeiten, auf den Rechnungsüberschuß des vereinigten Ball- und Zugcomités von 466 Thlr. 5 Sgr. unter dem Bedinge ermäßigt, daß die von der Gesellschaft angeschafften Tapeten, Treppe u. s. w. Eigenthum der Stadt verbleiben. ‒ Ein Anerbieten der hiesigen Bank-Häuser J. H. Stein, A. et L. Camphausen, Sal. Oppenheim jun. et Comp. und J. D. Herstatt, die der Stadt im vorigen Jahre nur anf kürzere Zeit baar vorgeschossenen 48,000 Thlr. in neuen städtischen Obligationen anlegen zu wollen, ward vom Gemeinderathe dankbar angenommen.
Hierauf wurden 14 Niederlassungsgesuche, so wie ein Baugesuch auf der Ecke der Filzengasse und Breitstraße erledigt. ‒ Ein erneuerter Antrag um Beleuchtung der von der Stadt noch nicht übernommenen Eulengartengasse ward bis zur Ueberweisung dieser Straße an die Stadt, abgelehnt. ‒ Endlich ward genehmigt, das bisherige Verfahren, wonach dem Straßenreinigungsunternehmer gestattet ist, gewisse Nebenstraßen bis Nachmittags 4 Uhr reinigen zu dürfen, bis auf Widerruf fortbestehen zu lassen.
Druckfehler in Nr. 3 der Rheinischen Zeitung.
Seite 1 Spalte 3 Zeile 40 von oben lies : „ihre“ statt „sie ihre.“
Zeile 41 lies „Leichname“ statt „Leichnamen.“
Seite 2 Spalte 1 Zeile 41 von unten, hat unser Revisor aus dem „fernhinleuchtenden Kastor,“ „einen fernhintreffenden Apollo“ gemacht.
[Anzeigen]
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@facs0016
Civilstand der Stadt Köln. ‒ 31. Mai 1848.
Geburten. Heinr. S. v. Jak. Zoru, Taglöhner, Entenpfuhl. ‒ Maria Rosa Elise, T. v. Wilh. Herbertz, Kaufmann, Mühlengasse. ‒ Herm. Jos. S. v. Leonard Mückenhausen, Taglöhner, Huhnsgasse. ‒ Georg, S. v. Joh. Friedr. Hähn, Schuster, Friesenwall. ‒ Anna Josephina, T. v. Joseph Heyer, Fabrikarbeiter, Ortmannsgasse. ‒ Hubertina Gertrud, T. v. Heinr. Jos. Schnell, Holzhändler, Severinstraße.
Sterbefälle. Heinr. Jos. Richrath, 5 T. alt, Follerstr. ‒ Theresia Pott, 3 J. alt, gr. Griechenmarkt. ‒ Frirdr. Aug. Koch, 10 T. alt, gr. Brinkgasse. ‒ Math. Blum, 62 J. alt, Taglöhner, Bürgerspital.
Heirathen. Georg Daniel Buß, Staatsprokurator von Braunfels und Wilhelmine Schmitz von Bonn. ‒ Christian Rixen, Metzger, Wittwer von hier, und Helene Busbach von Niederpleis. ‒ Georg Roloff, Rheinarbeiter v. hier und Agnes Strauß v. Tetz. ‒ Johann Kamp, Fuhrmann und Margaretha Thielen, beide von hier. ‒ Joh. Letzer, Schriftsetzer nnd Christina Köln, beide von hier. ‒ Anton Herzog, Zuckerarbeiter von Horchheim und Apollonia Maas von Cochem. ‒ Michael Joseph Hermanns, Taglöhner, und Elis. Hittorf, beide von hier. ‒ Philipp Golle, Maler uud Tapezierer, von Winkel und Marie Lucie Zaun von Königswinter. ‒ Peter Jos. Hohl, Bäcker, von Simmern und Elisabeth Strantz von Allrath. ‒ Joh. David Grohe, Schlosser, v. Gemünd und Wilhelmine Schnur von hier.
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@facs0016
Brodpreis der Stadt Köln.
vom 4. bis zum 11. Juni.
Ein Schwarzbrod, wiegend 8 Pfund soll
kosten 4 Sgr. 10 Pf.
Köln, den 4. Juni 1848.
Königliche Polizei-Direktion.
Müller.
@typejAn
@facs0016
Schiffahrts-Anzeige. Kön, 3. Juni 1848.
Angekommen: C. Königsfeld von Duisburg.
In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich Wtwe. J. A. Orts; Nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr L. Dukoffre; nach Andernach und Neuwied J. Krämer und M. Wiebel; nach Koblenz und der Mosel und Saar D. Schlägel; nach der Mosel, nach Trier und der SaarN.Bayer; nach Bingen J. B. Mundschenk; nach Mainz Anton Bender; nach dem Niedermain Fr. Schulz; nach dem Mittel- und Obermain C. W. Müller; nach Heilbronn Fr. Müssig; nach Kannstadt und Stuttgart Peter Kühnle; nach Worms und Mannheim H. F. Buschhammer.
Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Singendonk, Köln Nr. 10. Ferner: Nach Amsterdam Kapt. Kaefs, Köln Nr. 2.
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@facs0016
Wasserstand.
Köln, am 3. Juni Rheinhöhe 7′ 2″
@typejAn
@facs0016
Durch alle Buchhandlungen zu haben:
Merkwürdige Prophezeihungen
auf die Jahre 1487 bis 1850.
Neue Aufl. Preis 1 Sgr.
B. Pleimes'sche Buchhandlung.
@typejAn
@facs0016
In der Verlagshandlung von B. Pleimes in Köln ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:
Der alte Prophezeih- und Hexenmeister, oder
die Kunst näher zu bestimmen und voraus zu sagen, wie sich unser Schicksal in der Zukunft gestaltet und und was wir in derselben zu erwarten haben. Aus den Originalpapieren eines Zigeuner-Oberhauptes. Herausgegeben durch Dr. Gotth. Kreuzberg. br. 5 Sgr.
@typejAn
@facs0016
Messingene, bleierne und eiserne Saug- und Druckpumpen werden auf jede Brunnentiefe unter Garantie angefertigt, auch findet man in meinem Lager eine große Auswahl derselben vorräthig bei Aug. Hönig,
Altenmarkt Nro. 56 in Köln.
@typejAn
@facs0016
Fünfziger-Ausschuß.
General-Versammlung
am Montag, den 5. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale bei Becker,
Schildergasse 8 und 10.
Da ein höchst wichtiger Gegenstand zur Berathtung vorliegt, so bittet man die Mitglieder, nicht auszubleiben.
Köln, den 3. Juni 1848.
Die fünfziger.
@typejAn
@facs0016
„Neue Rheinische Zeitung.“ General-Versammlung der Herren Aktionäre zur Berathung und Feststellung des Statuts
und Abschluß des Gesellschafts-Vertrages auf:
Sonntag, den 18. Juni d. J., Morgens 10 Uhr, bei Drimborn, Glockengasse Nro. 13 und 15.
Auswärtige können sich durch Bevollmächtigte vertreten lassen. Die Interims-Quittungen dienen als Eintrittskarten.
Köln, den 2. Juni 1848.
Das provisorische Comité.
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@facs0016
Inserate zum Einrücken in die
„Neue Rheinische Zeitung“ können zur Aufnahme in die nächste Nummer nur bis 1 Uhr Mittags entgegengenommen werden. Die Expedition der
„Neuen Rheinischen Zeitung.“
@typejAn
@facs0016
Johann Heininger, Sohn,
Ecke der Trankgasse Nro. 27,
empfiehlt sein großes Möbel & Spiegel-Lager
aus der Fabrik von
Johann Heininger in Mainz.
Dasselbe bietet die größte Auswahl aller Gattungen von Möbel in neuestem und modernsten Geschmacke, und übernimmt Aufträge für sämmtliche Ausmöblirung ganzer Gebäude, sowie alle Bestellungen unter Garantie für deren Güte unter Zusicherung der billigsten und reellsten Bedienung.
@typejAn
@facs0016
Banner und Compagnie-Fahuen mit dem Reichsadler und Stadt-Wappen, Benennung der Compagnie oder jeder sonstigen Inschrift, in Wolle und Seide, sind zu haben bei Gebr. Seligmann.
@typejAn
@facs0016
J. J. Burbach, daguerréotypiste de S. M. le Roi des Belges
et de S. A. R. le Prince Frédéric de Prusse: exécute des portraits dont la ressemblance est de la plus grande fidèlité. Son atelier est situé Pùtzgasse Nr. 9 et 11 à Cologne.
J. J. Burbach. Daguerrotypist Sr. Maj. des Königs der Belgier und Sr. Hoh. des Prinzen Friedr. v. Preußen verfertigt Portraits von größter Aehnlichkeit und Treue.
Sein Atelier ist Pützgasse Nr. 9 und 11 in Köln.
@typejAn
@facs0016
Für Eltern.
In einer kleinen Unterrichts- und Erziehungt-Anstalt können noch 2 - 3 Knaben aufgenommen werden. Wo sagt die Expedition dieser Zeitung.
@typejAn
@facs0016
Heute Sonntag den 4. Juni, Nachmittags 3 Uhr,
Große Harmonie von dem Musikkorps des Königl. Preuß.
8. Husaren-Regiments in dem reich dekorirten, unmittelbar am städtischen Garten gelegenen
Kölner Zelte.
Hiermit gleichzeitig die ergebene Anzeige verbindend, daß ich hinter dem Hauptlokale dem städtischen Garten entlang ein Tuchzelt aufgeschlagen habe, damit meine geehrten Besucher sich auch im Freien, vor der Sonnenhitze geschützt, restauriren können, empfehle ich auch noch außer Erfrischungen aller Art, Erdbeerenkaltschale, Kirnerbsen und ganz vorzüglichen Maiwein.
Franz Stollwerk,
@typejAn
@facs0016
Die so beliebten
Kirschen-Torten sind täglich frisch zu 10 und 1 Sgr. das Stück zu haben, Schildergasse Nr. 49 und in meinen Nebengeschäften, Blindgasse und Cattenbug Nr. 12.
Franz Stollwerck, Hoflieferant.
@typejAn
@facs0016
Eis täglich in und außer dem Hause à Portion 4 Sgr. bei
Franz Stollwerck, Hoflieferant.
@typejAn
@facs0016
Täglich frisch: oberländ. Brod, Knoblauchwürstchen, Schwartemagen, Kümmelkäschen, Backfische, echt baierisch Bier, vorzügl. Weine und Liqueure in der Restauration der oberländischen Küche Langgasse Nro. 1.
@typejAn
@facs0016
Gesucht ein Haus von 6 - 7 Zimmer, nicht zu weit von der Mitte der Stadt. Die Expedition befördert die Adresse sub K. L. 10.
@typejAn
@facs0016
Listen zur Unterzeichnung des am 1. Juni in der Stollwerckschen Versammlung beschlossenen Protestes gegen den vom Ministerium vorgelegten Entwurf einer preußischen Konstitution liegen in den nachfolgenden Lokalen:
1. Im deutschen Kaffehause bei Herrn Stollwerk.
2. In der Börse bei Herrn Halin.
3. In der Herzogstraße bei Herrn Reichardt.
4. Im Freischütz, Hochstraße bei Herrn Hamspohn.
5. In der Johannisstraße bei Herrn Bierbrauer Lölgen.
6. In der Budengasse bei Herren Welcker.
7. In der Glockengasse bei Herren Josti.
8. In der Höhle bei Romberg.
9. Auf dem Perlenpfuhl bei Welcker.
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Verkaufs-Anzeige.
Am Dienstage, den sechsten Juni c., Vormittags neun Uhr, sollen durch den Unterzeichneten auf dem Apostelnmarkte hierselbst, verschiedene Hausmobilien, als Tische, Stühle, Schränke, Kanapee's, 1 Spiegel, 1 Kochmaschine, 1 Kinder- und 1 Handwägelchen, Küchengeräthe jeder Gattung u. s. w. öffentlich gegen baare Zahlung dem Letztbietenden zugeschlagen werden.
Köln, den 31. Mai 1848.
Fülles, Gerichtsvollzieher.
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Verkaufs-Anzeige.
Am Dienstage, den sechsten Juni c, Mittags 12 Uhr, sollen auf dem Apostelnmarkte hierselbst verschiedene wohlbehaltene Mobilien, als Tische, Stühle Schränke, Kanapee's, Spiegel, Oefen, Kommoden, Sekretärs, Consolen, Küchengeräthe etc. etc. etc. öffentlich dem Letzbietenden gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.
Köln, den 3. Juni 1848.
Fülles, Gerichtsvollzieher.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am Montag, den 5. Juni 1848, Mittags 12 Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Heumarkte zu Köln einige Mobilargegenstände, als Tische, ein Ofen mit Röhre, sodann mehrere Sattlerwaaren, Reisetaschen, Jagdtaschen, Koffer etc. etc dem Meist- und Letztbietenden gegen baare Zahlung öffentlich verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher,
Gassen.
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Unterzeichneter empfiehlt sich bestens allen städtischen und Eisenbahnverwaltungen, Hüttenbesitzern, Kaufleuten etc. in Anfertigung von Brückenwagen zum Abwiegen beladener Waggons,
vierrädriger Wagen und Karren jeder Art, wovon ich
die schönsten Atteste aufzuzeigen habe. Ferner sind bei
mir vorräthig:
Alle Sorten Decimalwagen von 1 bis 100 Ctr. Kraft, für deren Güte ich garantire; Eiserne Kasten zum Aufbewahren von Geld oder sonst wichtigen Gegenständen. Leinwandmangeln in zwei Sorten.
Brief-Copierpressen in verschiedenen Exemplaren.
Siegel- und Stempelpressen, deren letztere sich besonders für Notare oder zum Trockenstempeln der Papier eignen, zu deren geneigter Abnahme sich bestens empfohlen hält
Jakob Behlen,
Decimal- und Brückenwagenfabrikant, Maximinenstraße Nro. 18.
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Ein Omnibus und andere Wagen für Landparthien zu vermiethen, kleine Sandkaul Nro. 2. J. J. Küpper.
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BALL
heute den 4. Juni zum Neuenhaus an der Deuzer-Mülheimer Landstraße bei Al. Backer.
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Der Gerant Korff.
Druck von W. Clouth, St. Agatha Nro. 12.