[0031]
Neue Rheinische Zeitung.
Organ der Demokratie.
No 8. Köln, Donnerstag 8. Juni 1848.
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Die „Neue Rheinische Zeitung“ erscheint vom 1. Juni an täglich.
Der Abonnementspreis beträgt: Für das Vierteljahr in Köln 1 Thlr. 15 Sgr.; für alle übrigen Orte Preußens 2 Thlr. 3 Sgr. 9 Pf. Außerhalb Preußens mit Zuschlag des fremden Zeitungsporto's.
Das Abonnement für den Monat Juni kann nur unter gleichzeitiger Bestellung des nächsten Quartals (Juli, August, September) geschehen. Der Preis dieses viermonatlichen Abonnements beträgt: Für Köln 2 Thlr.; auswärts 2 Thlr. 25 Sgr.
Man abonnirt bei allen Postanstalten und Buchhandlungen des In- und Auslandes; ‒ für Köln in der Expedition der Zeitung bei
Hrn. W. Clouth, St. Agatha 12, Köln.
Fernere Aktienzeichnungen werden entgegen genommen in der Expedition der Zeitung. Auswärtige werden gebeten, sich ebenfalls dorthin franco zu wenden.
Insertionsgebühren.
Für die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum … 1 Sgr. 6 Pf.
Die Expedition der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
Uebersicht.
Deutschland. Köln (die Adreßfrage. ‒ Vereinbarungsdebatten). Trier (die Untersuchungen). Düsseldorf (der Volksklub). Wesel (Empfang des Prinzen von Preußen). Dortmund (Durchfahrt des Prinzen). Berlin (Vereinbarungsdebatten. ‒ Protest gegen den Verfassungsentwurf. ‒ Krausnick. ‒ Blesson. ‒ Revolutionsfest. ‒ Vorboten des Sturzes des Ministeriums Camphausen). Posen (neue Demarkationslinie). Frankfurt (Debatten der Nationalversammlung). Wien (Protest gegen die Prager provisorische Regierung. ‒ Reskript an den Bürgerausschuß. ‒ Finanzerlaß. ‒ Suspension der Todesstrafe).
Belgien. Brüssel (die Alliance. ‒ Die Wahlen). Lüttich (Verhaftung Tedesco's).
Französische Republik. Paris (Sitzung der Nationalversammlung vom 5. Juni. ‒ Marrast's Dekret über die Nationalwerkstätten. ‒ Das Journal „la Republique“ über Marrast's Dekret. ‒ Pondichery. ‒ Maueranschlag der Arbeiter der Nationalwerkstätten. ‒ Erklärung Louis Blancs über die Nationalwerkstätten. ‒ Neue Journale).
Deutschland.
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Edition: [Friedrich Engels: Vereinbarungsdebatten vom 2. Juni 1848. 2. Artikel. In: MEGA2 I/7. S. 85.]
[**] Köln, 6. Juni.
In der Berliner Vereinbarungssitzung vom 2.
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[Feuilleton]
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Das tragi-komische Belgien.
Belgien ist ein schönes Land. Dies weiß Jeder. Das Land wo Milch und Faro fleußt. Das Faro ist sauer. Belgien hat Gärten und üppige Triften; auf den letztern wandeln Ochsen und Esel. Die Esel sollen nicht gescheidter sein, wie die Esel an andern Orten. ‒ Belgien wird von Vlamländern und Wallonen bewohnt. Die erstern trinken ihr saures Faro und sprechen vlamländisch; die andern trinken lieber Bordeaux und Burgunder und drücken sich in französischer und wallonischer Sprache aus. Die Vlamländer sind namentlich sehr gute Menschen. Sie thaten noch Niemanden etwas zu leide. Im Jahre 1830 zogen sie sich vor den Holländern auf's höflichste zurück und überließen den Franzosen alle Gräuelthaten des belgischen Freiheitskrieges. Belgien ist ein gesegnetes Land; es hat Waizen und Gerste und Roggen ‒ selbst etwas Grütze und Marmor und Quarz und Kies, und in Flandern ist der vierte Mann ein Blutarmer und in Brüssel kommen auf die Geburten der arbeitenden Klasse ein und achtzig pCt. unehliche … Belgien hat eine ganz vorzügliche Konstitution, und jahraus, jahrein bringt die Eisenbahn viele Tausende von Leuten nach der Hauptstadt, damit sie diese famose Koustitution des belgischen Löwen, bei einem Glase Faro, an Ort und Stelle studiren können. Belgien hat auch einen König. Dieser aber ist ein Deutscher und wenn es gutes Wetter ist, da fährt er im offnen Wagen herüber von Laken nach Brüssel, und die guten, konstitutionellen Belgier stellen sich dann rechts und links an die Seiten der Straße, ziehen den Hut ab und rufen: „Guten Tag, Herr König Leopold!“
Doch im Ernst gesprochen ‒ Belgien war vor dem 24. Februar ein wahres konstitutionelles Kanaan und wenn so ein jugendlicher Brüsseler mit Hut, Bart, Hose und nicht zu vergessen, mit einem Glase Faro zu 12 Centimen vor seinem Estaminent saß, da blickte er lächelnd nach Paris und verächtlich nach dem Rheine hinüber und trank auf das Wohlsein der großen belgischen Nation.
O, es ist gar nicht abzusehen, was aus den Belgiern geworden wäre, wenn ihnen nicht der alte pariser Schwiegervater plötzlich den schlimmsten aller Streiche gespielt und sich in so wahrhaft beunruhigender Weise aus dem Staube gemacht hätte. Das war fatal!
Die Farogläser fielen zu Dutzenden um; die längsten Gesichter wurden noch viel länger; die meisten Menschen sahen aus, als hätten sie eben Tausend Loiusd'or im Ecarté verloren; die Herzen sanken in die Hosen, die ganze nationale Kurage war verschwunden und die bleiche schlotternde Angst ritt auf den neutralen belgischen Patrioten wie ein Gespenst auf einem Kameele. Mit einem Worte, der tapfre belgische Löwe war revolutionskrank geworden; er litt am vierundzwanzigsten Februar. Er trank kein Faro mehr.
Einen Tag und eine Nacht dauerten die ersten Krämpfe, ehe man nur einmal daran dachte, wie dem armen Thiere zu helfen sei. Es war ein trauriger Anblick. Da schickte der Doctor Rogier an Hrn. van de Weyer nach London und bat ihn um Gottes Willen, auf der Stelle irgend ein Rezeptchen verschreiben zu lassen; auch an den alten Quacksalber in Wien ging ein Kurier ab, mit der Bitte nm schleunige Hülfe. Der gute Metternich versteht sich besser wie du auf die Thierkrankheiten, dachte Doctor Rogier; denn er traute nicht seiner eignen Kunst.
Während man so mit dem königlichen Thiere beschäftigt war, begingen einige jugendliche Unterthanen Sr. Majestät die konstitutionelle Unverschämtheit, die Ruhe rings um den kranken Löwen herum auf sehr bedauerliche Weise zu stören. Ohne Rücksicht auf seine hohen Leiden zu nehmen, hielten sie nicht nur sehr stürmische Versammlnngen in geschlossenen Räumen, nein, auch auf offner Straße ließen sie ihrer revolutionären Laune die Zügel schießen, so daß nicht selten das „Vive la Republique!“ bis hinauf zu Nobel's Fenster klang.
Man kann sich denken, welchen Eindruck dieses lasterhafte Getöse auf die ohnehin schon gedrückte Stimmung des unglücklichen Wesens machen mußte. Nobel sah ein, daß seine erschütterte belgische Konstitution nur durch ein wahres Wunder aufrecht erhalten werden könne.
Ehe Antwort von Wien und London kam mußte etwas außerordentliches geschehen. Die Noth bricht Eisen. Nobel kam auf einen Gedanken.
Die Nachtmütze auf dem Kopf, die Tatzen in weiten schlürfenden Pantoffeln und den königlichen Schweif in melancholische Ringeln gelegt, schritt nämlich unser Leu aus seinem Gemach und trat vor die Großen seines Reiches. Es war ein feierlicher, wichtiger Augenblick, der denkwürdigste in den belgischen Analen. „Ich bin Philosoph,“ begann der Leu, und ein bedenkliches Zittern seiner schwachen Klauen ließ einen Ausbruch königlicher Konvulsionen befürchten. „Ich bin Philosoph,“ hub er abermals an, und deshalb begreife ich mein Jahrhundert. Ich sehe, daß es uns Löwen an den Kragen geht, unsre Stunde hat geschlagen. Hören Sie nicht, wie man draußen so dringend nach dem Ende meiner Regierung verlangt? Jeder Tag meines Lebens wird nur einen neuen Tag der Unruhe und Anarchie für Sie mitbringen ‒ wozu das? Da ich dennoch sterben muß, so will ich lieber gleich zu Grunde gehn, denn ich bin ein guter, rücksichtsvoller Leu und gern zufrieden, wenn nur jeder Belgier wieder ruhig sein Glas Faro trinken kann, zu 12 Centimen … jagen Sie mich deshalb fort, schlagen Sie mich todt, meine Herren ‒ es ist mir Alles einerlei, es lebe Belgien! es lebe die große Nation!“ Hier schwieg der Löwe und während er im Herumdrehen spöttisch und ironisch die Zunge aus dem königlichen Rachen streckte, schlug er wiederum mit seinem [Fortsetzung]
[0032]
[Deutschland]
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[***] Köln, 7. Juni.
Die Berliner Versammlung hat also beschlossen,
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[8] Trier, 5. Juni.
Unsere öde und von dem Weltverkehr so ziemlich abgeschlossene Stadt hat nach der traurigen und gleichzeitig lächerlichen Barrikaden-Geschichte eine Physionomie zum Erbarmen angenommrn. Leute, die vor 8 Tagen revolutionäre Purzelbäume schlugen, Ultraliberale, selbst Republikaner spielen wollten, schleichen sich heut mit langen fahlen Gesichtern und herunterhängenden Ohren durch die Straßen. Alles heult hier, Bourgeoisie, Militär, Beamte und vor allen die furchtbar große Masse der alten und jungen Staatspensionäre. Ach! und das Heulen aller dieser Leute klingt so schrecklich-traurig, daß einem das Herz zerspringen möchte.
Nur eine kleine Masse von Demokraten ist sich von Anfang an bis zur jetzigen Stunde treu geblieben. Trotz allen Verfolgungen und böswilligen Verdächtigungen, haben sie sich nicht irre machen lassen.
Vergangene Woche haben sie einen demokratischen Verein gegründet, in dessen Liste sich bereits über 600 Mitglieder eingetrageu haben.
Das frühere Gerede, daß man absolut das Walten eines fremdartigen künstlichen Einflusses auf die Bürger von Trier annehmen müsse, um sich das Barrikaden-Drama erklären zu können, hat so ziemlich nachgelassen, da der Verstand bei vielen wieder Herr geworden ist. Gewisse Leute, die sich in dem ersten Eifer dazu verleiten ließen, derartig faktisch durchaus unrichtige Thatsachen, in die Welt hinaus zu posaunen, gäben jetzt Vieles darum, wenn sie das Maul gehalten.
Von einer verbrecherischen Korrespondenz mit Metz hört man nun gar nichts mehr; sollte wirklich ein Brief vorliegen, so haben wir die feste Ueberzeugung, daß demselben kein anderes Motiv, als eine böswillige Mystifikation der Behörde zu Grunde liegt. Die verfolgenden Behörden, die einige Tage nach dem Fallen der Barrikaden, von nichts anderm als von Hoch- und Landesverrath, vom Strick und Galgen träumten und sprachen, sind so mäuschenstill geworden, daß man in der That nicht weiß, ob sie noch am Leben sind. Leute, die gegen Gott und die ganze Welt Anträge auf Untersuchung, ja sogar Verhaftung nahmen, sperren jetzt, nachdem bereits 230 Zeugen vernommen sind, Mund und Nasen auf, weil die Untersuchung das nicht ergeben soll, was sie mit so apodiktischer Gewißheit in die Welt hiuausgestreut haben. Einer jener Herren ist sogar so weit gegangen, die Behauptung aufzustellen, daß wenn auch die Untersuchung das gewünschte Resultat nicht liefern würde, er dennoch Kenntntß von einer verbrecherischen Korrespondenz habe, und nur aus Delikatesse gegen den, der ihm es privatim mitgetheilt, amtlich keinen Gebrauch davon machen dürfe.
Ueberhaupt sollen bei der Untersuchung gar arge Sachen vorgekommen sein, die wohl nach dem Schluß derselben, den vorgesetzten Behörden Veranlassung geben werden, für einzelne Personen nicht sehr angenehme Prozeduren einzuleiten. Ein hier erscheinendes Lokal-Blatt, selbst die Trierer Zeitung, hat bereits in einem strengen, oft äußerst lakonischen Tone, Vieles zur Sprache gebracht; gewisse Beamte scheinen aber nicht viel Luft zu haben, diese Rügen, als falsch und gehässig zu bezeichnen, sie verschlucken lieber mit Todes-Verachtung diese Pillen, und erklären, auf anonyme Artikel dürfe man nicht antworten.
Morgen reist von hier der Stellvertreter des Abgeordneten Valdenaire nach Berlin, da die Nationalversammlung über Valdenaire's Freilassung noch nicht entschieden hat. Der Stellvertreter ist der Landgerichtsrath Graeff, bei dem der Ober-Prokurator in Begleitung eines Substituten und des Untersuchungsrichters eine Haussuchung nach verbrecherischen Korrespondonzen vorgenommen, aber nichts gefunden hat; bei welcher Gelegenheit der Ober-Prokurator der allein anwesenden ganz bestürzten Hausfrau die in der That kaum glaubhafte, aber thatsächtliche Bemerkung machte: „Er nehme nur deßhalb die Haussuchung vor, um seinen lieben Collegen und Freund, der Welt gegenüber, als schuldlos hinzustellen.“
Zwei Tage darauf eröffnete der Untersuchungsrichter zwei an denselben L.-G.-Rath von Metz aus kommende Briefe. Sie enthielten Familien-Angelegenheiten.
Wie wir hören, wird Herr Graeff nach dem Schluß der Akten, an den ersten Präsidenten des Rh. Appellations-Gerichtshofes, und den General-Prokurator die Bitte um Einsicht in die Akten stellen, um eine Anklage wegen Machtüberschreitung gegen gewisse Personen zu erheben.
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[20]Wesel, 7. Juni.
Samstag Abends 7 Uhr kam der Prinz von Preußen von Arnheim kommend in Wesel an. Bereits gegen 5 Uhr war ein Dampfboot des Hrn. Stinnes von Ruhrort mit circa 700 Mann Duisburger und Ruhrorter zum Empfange und Einladung des Prinzen nach Duisbnrg zu kommen in Wesel gelandet.
Diese Anhänger des Prinzen verfügten sich sofort nach der Kommandantur in dessen innern Hofraum sie die Ankunft des Prinzen abwarteten. Das Militär wurde kommandirt, eine Stunde weit auf der Emmericher Chausse dem Wagen des Prinzen entgegen zu gehen. Als derselbe sich aber Wesel näherte, wurde er von den Bürgern mit Pfeifen begrüßt, während ihm auf dem Hofe der Kommandantur Hurrahrufe der Duisburger und Ruhrorter, so wie die Blumensträuße der Offizier- und Beamtenfrauen erwarteten.
Der Empfang der Weseler Bürger (durch Pfeifen) hatte den Prinzen so entzückt, daß er sich veranlaßt fand, auf dem Balkon der Kommandantur zu erscheinen, um sich für den ihm gewordenen Empfang zu bedanken; allein auch hier wurde er wieder mit Pfeifen begrüßt, während das Militär mit den Worten „Kinder ruft doch Hurrah,“ kommandirt wurde.
Nach 1 1/2stündigem Aufenthalt fuhr derselbe am Berliner Thor heraus, seine Reise weiter fortsetzend. Auf diesem Wege nahmen die Bürger Wesels durch allerlei unartige Demonstrationen wieder von ihm Abschied. Die Duisburger und Ruhrorter suchten zu gleicher Zeit sich wieder auf's Dampfboot zu begeben, um sich dadurch den Angriffen der erbitterten Weselaner zu entziehen, welche sie bis zum Schiff verfolgten.
Nur die Eile mit der sich die Duisburger und Ruhrorter fortmachten, schützte sie vor der Wuth des Volkes.
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[8] Dortmund, 5. Juni.
Heute Nacht zwei Uhr kam der Prinz von Preußen mit dem Deutzer Nachtzuge hier an. Man war hier von seiner Ankunft im Voraus unterrichtet. Einige Hunderte getreuer Markaner, den Landrath an der Spitze, sollen sich mit Musik, Fahnen und Stocklaternen auf dem Bahnhofe eingefunden und den Prinzen mit Lebehochs begrüßt haben. Der Landrath soll einige Worte gesprochen und der Prinz, ohne den Wagen zu verlassen, einige Worte des Dankes entgegnet haben. Dann soll die Musik: „Heil dir u. s. w.“ gespielt haben und schließlich das alte liebe Lied des preußischen Servilismus par excellcnce: „Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben“ gesungen worden sein. Hier scheint noch Alles beim Alten geblieben zu sein ‒ trotz alle dem. Ueber das chamäleonsartige Farbenspiel der deutschen Einigkeit könnte es Einem nachgerade recht ekel ums Herz werden.
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[*] Berlin, 5: Juni.
Wir haben gestern eine glänzende Demonstration gemacht, vielleicht wird unsere feige Nationalversammlung, die bis jetzt weder den Muth hatte, sich für noch gegen die Revolution auszusprechen, nun eine entschiedenere Haltung annehmen! Vielleicht wird ihre Majorität es wagen, diejenigen zu brandmarken, durch deren Blut sie ihr Mandat erhalten und es könnte ihr dann gehen, wie jener Majorität Guizots, die sich auch für den Ansdruck des Volkswillens erklärte und die vom Volke an einem schönen Tage aufgehoben wurde. Wir hatten gestern einen Festzug zu Ehren der am 18. und 19. März gefallenen Helden. Alle Stände hatten sich zu demselben vereinigt : die linke Seite der konst. Versammlung, Bürgerwehr, Vereine, Klubs aller Richtungen, Gewerke, Landwehr, alle zogen sie mit klingendem Spiele, mit Fahnen und Emblemen in einem prächtigen Zuge, der drei Stunden währte, nach dem Friedrichshain, an die Gräber der Gefallenen, um hier der Revolution noch einmal zu huldigen, der Macht, aus der unsere junge, arg bedrohte Freiheit entsprossen. Es sprachen fünf Deputirte : Graf Reichenbach, Assessor Jung, Pastor Müller, Kaplan Berg und Lehrer Wander, außerdem der Schriftsetzer Born im Namen der Gewerke, Salis im Namen der Studenten, Börner für den demokratischen Klub und zuletzt noch Held. Ihre Reden enthielten die entschiedensten Protestationen gegen die Unkenstimmen aus den Provinzen, die sich gegen unsere Revolution erhoben, gegen den Betrug unserer Minister, gegen die Reaktion in der Ständeversammlung wie in dem alten Beamtenheere und wurden von dem musterhaft geordneten Volke mit dem lebendigsten Enthusiasmns aufgenommen. Der Zwiespalt zwischen Bourgoisie und Arbeitern war seit dem Erscheinen des Verfassungs-Entwurfs vergessen; beide fühlten sie sich zu einer Vereinigung genöthigt, gegenüber dem alten Feinde, der absoluten Monarchie.
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[14] Berlin, 3. Juni.
Die Rechte der Nationalversammlung, welche sehr stark mit Geheimeraths-Naturen gespickt ist, hat angefangen einige Gesittung an Tag zu legen. Es darf im Laufe der Diskussionen doch wenigstens der Name : Pole ausgesprochen und die vom 18. auf den 19. März Gefallenen dürfen Freiheitshelden genannt werden, was sonst auf der Rechten ein derartiges Stampfen und Rumoren veranlaßte, daß jedes Mal das Verlesen der Aufruhr-Akte eigentlich nöthig gewesen wäre. Dieser Uebergang zur Besserung läßt den Sturz des Ministeriums nicht mehr in Zweifel stellen.
‒ In der heutigen zehnten Sitzung der Vereinbarungsversammlung kam die Interpellation des Abg. Elsner wegen willkürlicher Verhaftungen in Schlesien zur Sprache. Hr. Elsner erzählte die im höchsten Grade gehässigen Thatsachen ausführlich; die Antwort des Justizministers Bornemann beschränke sich darauf, die Richtigkeit dieser Thatsachen anzuerkennen. Des Abg. Hanow Interpellation an denKriegsminister wegen Unregelmäßigkeit bei der Einberufung des 1. Aufgebots 1. Bataillons 12. Landw.-Inf.-Reg., erledigt sich durch die Antwort des Oberstlieutenants Briegleben als Regierungskommissärs, daß das betreffende Gesetz allerdings einer Reform bedürftig sei. ‒ In der Valdenaireschen Wahlfache wurde der Antrag der Kommission: vorläufig bis zum Erlaß eines Gesetzes über die Unverletzlichkeit der Abgeordneten zur Tagesordnung überzugehen, von der Versammlung angenommen.
‒ Die Urwähler des 62. Wahlbezirks in Berlin, der konstitutionelle Klub ebendaselbst, und 208 Einwohner von Greifswalde haben gegen den Verfassungsentwurf des Herrn Camphausen protestirt. Ebenso eine Volksversammlung zu Cochstedt im Magdeburgischen.
‒ Der nach der Märzrevolution mit der anständigen Wendung eines „Urlaubs“ abgetretene Oberbürgermeister Krausnick hat sich bei dem erfreulichen Fortschreiten der Reaktion bereis soweit wieder erholt, daß er den Stadtverordneten anzeigt, er werde nächstens sein Amt wieder antreten.
‒ Herr Blesson, der jetzt als Kandidat für das definitive Kommandv der Berliner Bürgerwehr auftritt, hat neulich eine Broschüre veröffentlicht: Betrachtungen über die Befugniß des Militärs an politischen Angelegenheiten des Vaterlandes Theil zu nehmen. In dieser Schrift erklärt er, daß konstitutionelle Verfassungen verderblich seien, daß das Militär nicht auf die Verfassung schwören dürfe, daß blinder Gehorsam des Soldaten einziger Ruhm und daß Beschönigung der Handlungen der Urheber einer Revolution stets eine Lüge sei etc.
‒ Bei dem Zug nach dem Grabe der am 18. und 19. März Gefallenen betheiligten sich der demokratische Klub (mit einer rothen Fahne), der konstitutionelle Klub, der Volksklub, der Verein für Volksrecht, der Arbeiterverein, die Studenten, die Bürgerwehr, 130 Deputirte von der Linken etc. etc. im Ganzen an 60,000 Personen. Die Demonstration ging ohne die geringste Ruhestörung vorüber.
‒ Bei Gelegenheit dieses Zuges fand sich Hr. Blesson, provisorischer Chef des Bürgerwehr, zu folgendem Tagesbefehl bemüßigt: „Die Herren Hauptleute haben dafür Sorge zu tragen, daß die Mannschaften heut Nachmittag sich im Bezirk halten,(!) um auf das erste Allarmzeichen auf den Allarmplatz zu rücken. Dieselben haben den Tambour und Hornisten deßhalb im Hause zu behalten. Berlin, 4. Juni 1848. Blesson, Major a. D.“
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@typejArticle
@facs0032
Berlin, 5. Juni.
Die polnischen Abgeordneten der Vereinbarungs-Versammlung haben an den General Pfuel (v. Höllenstein) ein Antwortschreiben auf seinen Aufruf an die polnischen Landleute erlassen. Wir entnehmen diesem Schreiben Folgendes:
Zuerst protestiren sie gegen die Verdächtigungen der Grundbesitzer, die der General überall verbereitet; sodann gegen die Bezeichnung der nichtpreußischen Polen als „Fremder“ und der vom Berliner Volk befreiten polnischen Revolutionäre als „zum Tode Verurtheilter“. Der General behauptet, diese hätten das Volk aufgewiegelt; die polnischen Deputirten erklären: „jene vermeintlichen Aufwiegler haben keine Anstrengung gescheut, dasselbe zu beruhigen und von Gewaltthätigkeiten abzuhalten, da das Volk selbst, nachdem es sah, daß die Convention mit Füßen getreten, daß es selbst offen und überall angegriffen wurde, zur Gegenwehr und Verzweiflung getrieben worden war.“
Die Behauptung: man habe dem Volke vorgespiegelt, es solle gewaltsam evangelisch gemacht werden, erklären die polnischen Deputirten ebenfalls für eine Lüge. Aber dagegen seien allerdings „Heiligenbilder, Gräber, Kirchen von zügellosen Truppen entweiht und Priester gemordet worden, wie in Kurnik, Buk, Mieciska, Kozmin, Alt-Caube etc.“
Ferner heißt es: es sei falsch, daß denen, die zu den Waffen greifen würden, drei Morgen Landes versprochen worden; dies sei im Gegentheil denen zugesagt, die nach Abschluß der Convention nach Hause gehen würden. Es war also ein Pacifikationsmittel, wie die Proklamation des National-Comités vom 16. April bekundet. Das Versprechen sei übrigens schon hie und da erfüllt und werde überall erfüllt werden, „sobald das Säbelregiment aufhören werde“.
Wenn Herr Pfuel den Bauern vorlüge, der König von Preußen habe sie erst zu freien Leuten gemacht, so stellen die Deputirten dem die polnische
[Feuilleton]
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@typejArticle
@facs0032
Schweif die melancholischsten aller Ringeln und die Pforten des Gemaches schlossen sich wieder hinter seinen röthlichen Pantoffeln.
Nobel hatte erreicht, was er gewollt. Die Großen seines Reiches schwammen in Thränen der Rührung. „Nein, dieser Löwe ist kein Thier, er ist ein Mensch, ein Engel; von Nero's Zeiten bis auf den heutigen Tag gab es nie eine so hochherzige Bestie!“ Also jauchzten des Reiches Großen und hinaus eilten sie, um allem Volk zu verkündigen, was sie eben vernommen.
Die guten Brüsseler waren steif wie Stockfische vor Erstaunen, als sie Alles wußten. Sie veranstalteten sofort eine Illumination mit den wenigen Lichtern die es in Brüssel giebt. „Hosiannah! Hosiannah!“ klang es durch alle Straßen. „Wir haben einen Löwen, dessen Konstitution aufrecht erhalten zu werden verdient! es lebe Nobel, es lebe die große Nation!“ und jeder Brüsseler griff nach seinem Schwert und nach seinem Glase Faro, zu 12 Centimen.
Der Entschluß war gefaßt. Man wollte seine nationale Unabhängigkeit und die Konstitution vertheidigen bis in den Tod, ja noch viel weiter. Alle Arrangements wurden getroffen. Monsieur le Baaaaa‒ron de Chazal, zu deutsch : Herr von Scheusal, der Minister des Krieges, ließ die konstitutionellen Janitscharen zu Roß sitzen. Monsieur Hooooo‒dy, zu deutsch : Herr Hody, bewaffnete die heilige Hermandat. Die Garde comique fand sich von selbst ein und ehe vierzehn Tage vergingen strotzten alle Gränzen von konstitutionellen Bärten und Bajonetten. Ganz Belgien sah aus wie ein Stachelschwein.
So weit ging alles gut; aber da kam der Schluß der Geschichte, es kam die Pointe, es kam nämlich kein Krieg. O wie schade für die tapfern Belgier! Niemanden gelüstete nach dem großen Königreiche. Von Frankreich her sandte ihnen Herr Lamartine aus der Feuersprietze seiner Beredsamkeit die kühlsten, die beruhigendsteu Versicherungen. Die Leute am Rhein tranken nach wie vor ihren ambrosischen Nierensteiner und kümmerten sich um ihre eignen Angelegenheiten. Die Holländer stopften ihre iridischen Pfeifen und spekulirten nach Indien und Amerika, und die Engländer endlich rosteten ihr Beef und brauten ihren schäumenden Porter.
Kein Hahn und kein Huhn krähte nach den muthigen Belgiern.
Da entbrannten sie in gewaltigem Zorn und fielen nicht nur über ihre eignen, von Paris heimkehrenden Landsleute, sondern namentlich über die in Brüssel wohnenden Ausländer her, um wenigstens einmal ihre Tapferkeit und ihre Brutalität durch irgend ein eklatantes Faktum zu konstatiren. Deutsche Handwerker und deutsche Gelehrte, denen man ohne weiteres in die Schuhe schob, daß sie mit einem Attentat auf den lächerlichsten Löwen aller europäischen Menagerien umgingen, wurden von den unsaubern, feilen Händen der Diener des Herrn Rogier ergriffen und nicht nur bei ihrer Arrestation, nein, auch noch in den Gefängnissen, in den trefflichen Zellen-Anstalten jenes traurigen belgischen Philantropen Ducpétiaux auf die empörendste, infamste Weise mißhandelt. Der preußische Gesandte, der bairische Gesandte, kurz, die sämmtlichen in Brüssel residirenden deutschen Gesandten thaten ihre Mäuler uicht auf! Die Revolution des März war noch nicht geschehen …
Tage und Wochen sind seitdem. Nach ihren Heldenthaten ruhen die Belgier aus bei einem Glase Faro zu 12 Centimen. Der belgische Löwe wedelt noch immer mit seinem Schweife; er hat sich allmählig wieder etwas erholt und würde vielleicht froh und munter sein, wenn nicht die kriegerischen Gelüste des Herrn Chaaaaa-zal und des Herrn Hooooo-dy so viele Unkosten mit sich gebracht hätten, daß die guten Brüsseler bei ihren vielen Zwangsanleihen wahrscheinlich nächstens das Glas Faro nicht unter 14 Centimen kaufen können werden. Dies ist nun sehr schlimm!
Doch überlassen wir die Belgier ihrer berühmten Konstitution. Die Franzosen, die man vertrieb, sie sitzen in Paris und freuen sich ihrer Republik; und die deutschen Handwerker und Gelehrten, sie stehen wieder am Rhein und schwingen ihre grünen Römer und lachen über jene winzigen Gesellen, die der Sturm der Demokratie einst um all' ihre erbärmlichen nationalen Liebhabereien bringen wird, wenn der Deutsche und der Franke sich die republikanische Bruderhand reichen werden, trotzend allen Völkern des Erdballs und heraufbeschwörend eine Zeit der Freiheit und der Menschlichkeit.
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[Deutschland]
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@facs0033
[Fortsetzung] Konstitution von 1791 entgegen, die die mittelalterliche Hörigkeit '„zu einer Zeit aufhob, als man in Preußen an dergleichen kaum dachte,“ (oder vielmehr als dergleichen Ideen in Preußen als „jakobinisch“ verschrieen wurden). Und wenn auch die preußisch-russische Invasion und die dritte Theilung Polens die vollständige Ausführung dieser Verfassung verhinderte, so hörte doch alle Unterthänigkeit der Bauern mit Einführung des französischeu Gesetzes (1802) thatsächlich auf „und somit hat die preußische Regierung sie als Freie vorgefunden.
„Was die ihnen später gewährte Eigenthums-Verleihung betrifft, eine Maßregel, der wir unsere vollste Anerkennung zollen, so .. hat jene Verleihung keineswegs auf Kosten irgend eines Schatzes oder einer Chatouille, sondern einzig und allein aus dem Vermögen der früheren Grundbesitzer stattgefunden, wozu diese bereitwilliger als irgendwo die Hand boten.“
Unterzeichnet: Potworowsky, Bazynski, Kraszewki, Szuman,
Trompczynski, Koscielski, Ruszkiewicz,
Cieszkowski, Strybil, Brodowski, Taczanowski.
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@facs0033
Posen.
General Pfuel hat eine neue Demarkationslinie für den zu reorganisirenden Theil der Provinz erlassen. Wir kommen morgen darauf zurück.
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@facs0033
[*]Frankfurt, 5. Mai:
National-Versammlung. Auerswald trägt an auf Untersuchung der Lage des Heerwesens d. h. auf Kommission. Beschlossen daß die Kommission von den Abtheilungen ernannt werde.
Höffken trägt an auf einen Ausschuß für Feststellung der deutschen Handels- und Schifffahrtspolitik.
Giuseppe Testi (da Trentound G. a Prato da Roveredo) auf Entlassung der Kreise Trient und Roveredo aus dem deutschen Staatsverband. An den Verfassungsausschuß.
Die Polnische Bevölkerung des Kreises Miadzychod (Birnbaum) protestirt gegen Anschluß an Deutschland.
Im Ausschuß für eine prov. Regierung sind vier Meinungen hier. 1) Für eine von den Regierungen einzusetzende, 2) eine von ihnen vorgeschlagene, von der Versammlung genehmigte, 3) eine zur Hälfte von Beiden, 4) eine bloß von und aus der Nat.-Vers. zu ernennende prov. Regierung. Für letztere Meinung bloß R. Blum und Trützschler.
Der Ausschuß für Volksrechte hat sich bereits über folgende Grundrechte vereinigt:
Freiheit des Glaubens-Bekenntnisses, des Kultus, der Glaubensgenossenschafts-Bildung; Abschaffung des Kirchenzwangs, bürgerlicher Ehe.
Unentgeltlicher Unterricht für Alle in Volks- und Gewerbeschulen, für Unbemittelte in allen Lehranstalten. Freiheit der Wahl des Berufs und der Vorbereitung dazu in allen Anstalten des In- und Auslandes. (Von Garantie der persöul. Freiheit, Geschwornen Gerichten, u.s.w. sprechen die Herren Professoren noch nicht.)
Höffken trägt an auf Untersuchung der Stellung Böhmens. Nach längerer Discussion beschlossen, die Wahlsachen der östr. slavischen Völker im deutschen Bunde einer besonderen Kommission zu übergeben.‒
Wegen Limburg wurd[#] Zulassung dem Limburg. Abg., und Verweisung der limburgischen Angelegenheit an den völkerrechtl. Ausschuß.
Bei der Debatte über Posen entspann sich eine heftige Discussion die mit einem allgemeinen Sturm, mit einem Niedertrommeln der Linken durch die Rechte endigte, dem sogar Jacobus Venedey zum Opfer fiel. Zuletzt ging die Sache an die völkerrechtliche Kommission. Wir erwarten über diese Sitzung den stenograph. Bericht ehe wir Näheres geben.
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@facs0033
Wien, 2. Juni.
Die „Oesterr. Z.“ meldet in einer Nachschrift: „So eben vernehmen wir, daß dem Ausschuß der Bürger, Nationalgarde und akademischen Legion ein höherrs Reskript zugekommen sein soll, welches den Wunsch ausdrückt, daß das in dem bekannten Erlaß vom 27. Mai enthaltene Zugeständniß, diejenigen, welche die Schuld an den Ereignissen des 26. Mai tragen, vor ein öffentliches Gericht zu stellen, beseitigt werden soll. Es wird sich nun zeigen, welcher Geist diesen Ausschuß beseelt, und was wir von ihm zu gewärtigen haben.“
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Wien, 3. Juni.
Durch die Konstitut. Prag. Ztg. vom 31. Mai gelangte das Ministerium zur Kenntniß, daß sich in Prag eine provisorische Regierung für Böhmen gebildet hatte. Sobald diese Nachricht durch eine amtliche bestätigt wurde, fand sich das Ministerium bewogen, Sr. Majestät dem Kaiser das Ungesetzliche dieses Vorganges vorzustellen, um jedem Einschreiten einer Deputation für die Anerkennung dieses Schrittes zu begegnen. Zugleich erklärte der Minister des Innern in einem Erlasse an den Landes-Chef in Böhmen den ganzen Akt für illegal und ungültig und forderte denselben auf, diesem Vorgange unter seiner Verantwortung keine Folge zu geben. Gleichzeitig wurde an alle Länder-Chefs die nachstehende Weisung erlassen:
„Nach heute eingegangen Nachrichten hat sich in Prag eine provisorische Regierung unter der Voraussetzung gebildet, daß der Verkehr mit dem verantwortlichen Ministerium in Wien durch die hiesigen Ereignisse unterbrochen sei, während die Lage der Dinge schleunige, den Wirkungskreis der bestehenden Behörden weit überschreitende Verfügungen nothwendig mache, und es sind zwei Mitglieder dieses verantwortlichen Regierungsrathes sogleich nach Innsbruck abgesendet worden, um die Allerhöchste Genehmigung dieser Maßregel einzuholen.
Ich finde mich veranlaßt, hiervon Ew. Excellenz mit dem Beifügen Nachricht zu geben, daß ich in einem an den Gubernial-Präsidenten in Böhmen gerichteten Erlasse jenen Schritt für ganz illegal, in seiner Veranlassung unbegründet, in seinen Folgen höchst bedenklich und den Absichten Sr. Majestät geradezu entgegen, sonach aber für null und nichtig erkläre. Ich fordere zugleich den dortigen Gubernial-Präsidenten auf, jener illegalen Verfügung bis zur Entscheidung Sr. Maj. keine Folge zu geben und den Anordnungen des Ministeriums genau nachzukommen, so wie ich denselben für alle Folgen und Nachtheile verantwortlich mache, welche aus jenem ungesetzlichen Vorgange entstanden sind oder entstehen können, und diese Verantwortlichkeit auf all Jene ausdehne, welche an dem diesfälligen Beschlusse Theil genommen haben. Endlich fordere ich den Guberial-Präsidenten auf, für den Fall, als er sich dennoch an den bezogenen Beschluß gebunden halten glaube, das Präsidium der Landesstelle und die Leitung des Landes dem dortigen Vice-Präsidenten zu übergeben.
Ich muß mit dieser Mittheilung die nachdrückliche Aufforderung verbinden, im Falle ähnlicher Zumuthungen sich jeder ungesetzlichen Konstituirung zu enthalten, jeden Versuch dazu zu vereiteln und unter Ihrer schweren Verantwortung jeden Schritt zu vermeiden, welcher in diesem wichtigen Momente die Einheit der Regierung schwächen und sie in jener Kraftentwickelung hindern könnte, welche die Ehre, das Wohl und der Bestand der Monarchie mehr als je in der größten Ausdehnung unerläßlich fordert.“
[(W. Z.)]
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@facs0033
Wien, 1. Juni.
Durch einen Erlaß des Finanzministeriums wird, um dem Staatsschatz baare Mittel zu verschaffen, verfügt, daß die bei den Depositenämtern des landesfürstlichen und der Patrimonialgerichte erliegenden oder künftig dort in Aufbewahrung kommenden baaren Summen in klingender Münze und in Papiergeld an die Depositenkasse des Staatsschuldentilgungsfonds zu übergeben sind, wo sie bis zum Tag der Rückzahlung mit 3 pCt. verzinst werden sollen. ‒ Bis zu weiterer Bestimmung des österreichischen Reichstags soll keine Todesstrafe mehr vollstreckt werden.
[(A. Oeste. Z. u. W. Z.)]
Belgien.
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@facs0033
[*] Brüssel, 6. Juni.
Die Gesellschaft Alliance, welche seit mehreren Jahren gewissermaßen das jung-liberale Belgien repräsentirt, hielt gestern in ihrem Lokale auf dem großen Platz eine Sitzung in Betreff der für die nächsten Wahlen vorzuschlagenden Kandidaten. Der Präsident der Gesellschaft, der Republikaner Herr Gendebien, erklärte aufs Neue, daß er dem Beispiele Castiau's folgen und jedes Mandat für die Kammer ablehnen werde. Dann die Namen der Personen verlesend, welche die Alliance auf den Schild zu heben gedenkt, gab er Herrn Viktor Faider das Wort, der seine Meinung dahin aussprach, daß die republikanisch Gesinnten sich nicht zurückziehen dürften, selbst wenn sie unterlägen. Die Alliance müsse die Konstitution angreifen oder sich auflösen; sie müsse eine andere Kandidatenliste auflegen oder sich jeder Einmischung enthalten.
Herr Roussel bestritt diese Ansicht, da sie mit den Statuten der Gesellschaft, welche die belgische Konstitution als geheiligt festgestellt habe, nicht vereinbar sei, worauf Herr Jottrand, einer von den Wenigen, die sich in Belgien frei und offen für Republikaner erklärten, das Wort ergriff und auseinandersetzte, daß wenn man eine auf dem Wege der Wahlen zu machende Aenderung des Gouvernements verwerfe, das Land nur zu einem gewaltsamen Uebereinanderwerfen der Dinge gezwungen werde.
Herr Roussel, der Mann mit weißer Halsbinde und langen, schwarzen Haaren, der vollständige belgische Abbé, hielt dann seine Rede als Kandidat und eröffnete seinen Zuhörern, „daß er dem Beispiele Christi folgen und für die kleine Bourgeoisie in der Kammer auftreten werde, wenn man ihn wähle.“
Nachdem auch noch Herr Prové gesprochen und viel versprochen hatte, schritt man zur Abstimmung. Die Herren Roussel, Marocque-Dupont, Simonis, Picard, Pauwels, de Pouhon, Prové und Dorez wurden für die Kammer; die Herren Stielleman, Daumerie, van Muyssen und van Lempoel für den Senat als Kandidaten vorgeschlagen. Der konstitutionelle belgische Löwe hatte gesiegt. Gut gebrüllt Löwe!
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@facs0033
Lüttich, 6. Juni.
Man versichert uns so eben, daß Herr Advokat Tédesco, Mitredakteur des Libéral Liégeois, heute Morgen verhaftet und ins Gefängniß abgeführt worden ist. Den Grund dieser Arrestation weiß man noch nicht. Hr. Tédesco ist der bekannte republikanische Redner.
Französische Republik.
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@facs0033
Paris, 5. Juni.
Der erste Theil der Sitzung geht hin mit dem Skrutinium für die Wahl eines Präsidenten. Senart wird gewählt mit 593 Stimmen auf 628.
Alle Welt erwartet Erklärungen über das Entlassungsgesuch des Generalprokurators Portalis, die der Justizminister acceptirt hat. Cremieux, der Justizminister erklärt, das Executivkommission habe die Prozedur und Instruktion in der Angelegenheit Louis Blancs nicht zu untersuchen gehabt. Die zwei Vertreter des öffentlichen Ministeriums hätten den Anklageakt vorgelegt, mit der Drohung, ihre Stellen niederzulegen, wenn der Antrag auf Autorisation zur gerichtlichen Verfolgung Blancs nicht in der Versammlung vorgelegt würde. Die Exekutivkommission habe den Lauf der Justiz nicht aufhalten wollen, und er, nachdem er sich als Justizminister jeder Theilnahme an der Debatte enthalten, habe dagegen geglaubt als Volksrepräsentant seine Ueberzeugung geltend machen zu müssen. Portalis: Er begreife nicht, wie der Justizminister so rasch seine Ansichten wechseln könne, da er doch zuerst in Gegenwart der Exekutivkommission dem Anklageakt seine Zustimmung gegeben. Cremieux erklärt diese Versicherung für falsch. Landrin seinerseits bestätigt, daß der Justizminister Kenntniß von allen Prozedurakten genommen und seine Mitwirkung ihm und Portalis versprochen, sobald er den Anklageakt der Exekutivkommission vorgelegt und sich versichert habe, daß derselbe hier nicht auf politische Hindernisse stoßen werde. Cremieux bestieg wieder die Tribüne und erklärt diese Versicherungen von neuem für falsch und ‒ ruft er aus ‒ wenn die Versammlung seinem Worte keinen Glauben schenke, so bliebe ihm nur noch übrig, sein Ministerportefeuille und sein Mandat als Repräsentant niederzulegen. Die Tagesordnung wird mit großem Lärm verlangt. Jules Favres verlangt das Wort, um zu erklären, nach seiner Ueberzeugung hätte die Exekutivkommission wie das Ministerium dem Anklageakt ihre Beistimmung gegeben. Nachdem, was in der letzten Sitzung von Samstag vorgefallen, glaube er nicht länger dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheit attachirt bleiben zu können.
Die Tagesordnung wird mit ungeheurer Majorität adoptirt.
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@facs0033
Paris, 5. Juni.
Das Dekret über die Nationalwerkstätten lautet:
Die National-Versammlung, in Erwägung, daß die Arbeit in den Nationalwerkstätten unproduktiv geworden ist; daß ihre Fortdauer unter den bisherigen Bedingungen in Widerspruch stehen würde mit einer guten Verwaltung des öffentlichen Vermögens, mit der Rückkehr der Ordnung und der Wiederaufnahme der industriellen oder kommerziellen Geschäfte; daß sie eine andre Art von Armenunterstützung sein würde; daß der größte Theil der Arbeiter, die in den Nationalwerkstätten eingeschrieben sind, selber verlangt auf eine freiere Weise sein Brod zu verdienen und nicht länger aus dem öffentlichen Vermögen Summen beziehen will, die nur den Waisen, den Arbeitsunfähigen und den Greisen gebühren, beschließt:
Art. 1. In möglich kürzester Frist wird in den Nationalwerkstätten die Stückarbeit an die Stelle der Tagarbeit treten. Die Arbeiten werden direkt, zu Akkordpreisen, ohne Abzug und ohne Zwischenunternehmer an associirte oder Einzel-Arbeiter je nach ihrer Beschaffenheit ertheilt werden.
Art. 2. Den Ministerien der öffentlichen Arbeiten, des Handels und des Innern werden besondre Kredite eröffnet werden, um mittelst Vorschüssen und Prämien die Wiederaufnahme der Departemental-Kommunal- oder Privat-Industrie zu beschleunigen.
Art. 3. Die Arbeiter die sich noch nicht drei Monaten im Seinedepartement aufhalten und über ihre Existenzmittel nicht ausweisen können, werden für sich und ihre Familien Marschrouten und eine Reise - Entschädigung erhalten, wovon ein Theil während des Ueberzugs, ein Theil am Bestimmungsorte ausgezahlt wird.
Art. 4. Gegenwärtiges Dekret wird für die Städten und Gemeinden der Departements auf Verlangen der Munizipalräthe anwendbar sein.
Art. 5. Die Bestimmungen des Art. 3 gelten nicht für die Arbeiter, die sich jedes Jahr periodisch nach Paris begeben und über einen sechsmonatlichen Aufenthalt im vorigen Jahre ausweisen können.
‒ Proklamation des Maire von Paris an die Maire der zwölf Arrondissements:
Die Regierung hat den Aufläufen ihre Aufmerksamkeit zuwenden müssen, die sich seit mehreren Tagen an verschiedenen Punkten der Hauptstadt bilden.
Es sind Befehle ertheilt, sie zu zerstreuen und den freien Verkehr, wo er gestört oder unterbrochen ist, herzustellen.
Die republikanische Gewalt entschließt sich nur mit Schmerz zu strengen Eingriffen; sie vertraut dem guten Sinne der Bevölkernng; sie ist voll Achtung gegen ihre Rechte; sie wird sie im Nothfall gegen jeden Reaktionsversuch aufrecht zu erhalten wissen.
Aber je mehr sie entschlossen ist, die Freiheit aufrecht zu erhalten, um so mehr ist es ihre Pflicht, sie durch keine ungestümme fruchtlose Agitation gefährden zu lassen, die nur der Unordnung Vorschub leistet und von den untergeordneten Söldlingen einiger Ehrgeizigen benutzt wird, um neue Verwirrung und Anarchie zu säen.
Es ist Sache des Gemeindevorstands, die Bürger zu warnen, ehe die Strenge des Gesetzes sie trifft.
Bedienen Sie sich also ihres Einflusses auf Ihre Untergebenen um zu verhüten, daß eitle Neugierde die Gruppen vergrößert, welche die öffentlichen Wege sperren. Es kann nichts Gutes kommen aus diesen Zusammenläufen und das Uebel das sie anrichten, hat Sie so gut, wie mich betroffen gemacht. Sie unterhalten im Schooße der Hauptstadt ein allen Interessen schädliches Mißbehagen; kein Geschäftsverkehr ohne Vertrauen, kein Vertrauen, wenn die Ordnung in Gefahr erscheint. Und wer sind die nächsten Opfer dieser Krise, die so in die Länge gezogen wird? Die Arbeiter, welche die Lähmung der Produktion ihrer Existenzmittel beraubt. Im Namen der Arbeit muß also die Ordnung geschützt, der öffentliche Friede gesichert, der Industrie die Sicherheit wieder gegeben werden.
Das ist der Wunsch der ungeheuren Mehrheit der Bevölkerung; seien Sie Ihr Organ, warnen Sie die Unbesonnenen; die Justiz wird die Schuldigen zu greifen und zu strafen wissen.
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@facs0033
[X]Paris, 4. Juni.
Die Mauern enthielten kürzlich folgenden Anschlag:
„Die hundertfünfzehntausend Arbeiter der Nationalwerkstetten an Maitre Dupin!
Es ist jedesmal Pflicht und an der Zeit, heimtückische Angriffe aufzudecken; und so protestiren denn die Arbeiter der Nationalwerkstellen energisch gegen die von Maitre Dupin auf der Tribüne der Nationalassemblée ausgesprochenen Worte in der Sitzung vom 13. Mai. „„Wir haben alle das nämliche Ziel, sagte Maitre Dupin, die nämliche Gesinnung, den nämlichen Wunsch, und dieser Wunsch ist der ganz Frankreichs, der Wunsch der Stadt Paris und zwar des guten Theils von Paris. Man muß ja nicht als Ausdruck der Hauptstadt diese disponible Arbeitermasse ansehen, die so leicht in die heftigste Bewegung hineingerissen werden kann; diese Masse, die man am besten thäte, in militärisch organisirte Werkstätten zu schicken, wo sie arbeiten, und arbeitend einen Tagelvhn gewinnen würde, den sie heute ohne zu arbeiten bekommt.“ (Auf der Rechten: Sehr gut, sehr gut!)
Somit stellt dieser Mann zwei Sorten von Arbeitern auf: eine welche arbeitet, eine andre welche nicht arbeitet, eine gute, eine schlechte. Und wann spricht er dies aus? Am Tage nach dem beklagenswerthen Einbruch in die Nationalversammlung. Und wie heimtückisch, wie pfiffig er sein Gift in die Wunde zu träufeln weiß! Lieber hätten Sie, Maitre Dupin, der bewaffneten Bourgeoisie zurufen sollen: schießt die Kanaille nieder! Allerdings, diese Kanaille hat den braven Louis Philipp verjagt; sie will jetzt Arbeitsorganisation; sie hat am 25. Februar ihre siegreiche Hand uns entgegengestreckt, ohne über das Vergangene Rechenschaft zu fordern. Das wäre logischer gewesen. ‒ Indessen, Maitre Dupin, täuschen Sie sich nur nicht länger … Wir wissen freilich sehr wohl, Maitre Dupin und die Seinen verzeihen uns nimmer die Februarrevolution, deren Prinzip sie gern ersticken möchten. Die Reaktion gebehrde sich noch so arg, sie wird doch von der Demokratie über den Haufen gerannt werden, sowohl weil diese Reaktion in sich haltlos ist und nur auf Lüge und Raub fußt, als auch, weil die Demokratie ein ewige Wahrheit ist. Maitre Dupin, Sie fordern die Auflösung der Nationalwerkstätten, um dadurch die Staatsgelder zu ökonomisiren? Nicht doch, Seigneur Dupin, nicht doch, sondern lediglich um von Paris und von seinen liebenswürdigen Vorstädten So nannte bekanntlich Louis Philipp die Faubourgs von Paris. die wahren, wirklichen Stützen der Republik zu entfernen, und sich selbst. Maitre, vom Alpdruck zu befreien. ‒ Sie behaupten, wir verdienen den Tagelohn nicht, den man uns auszahlt! Aber unsre Väter und wir selbst, wir haben geschwitzt, um den Staatsschatz zu füllen, der Ihnen dreißigtausend Franken Jahrgehalt in die Tasche schiebt, und fünfundzwanzig Franken tägliches Kommissionsgeld für Ihren Wortschacher … Wenn wir zu spät an die Ar beit kommen, erhalten wir nur halben Lohn; woran Sie, großer Moralist und Oekonom, ein Beispiel nehmen sollten, indem Sie sich nur streng im Verhältniß zu Ihrer Tauglichkeit und Arbeitsleistung besolden ließen. Das wäre recht und billig, und der öffentliche Schatz, unser Schatz, würde dann weniger heimgesucht sein. Sie insultiren uns jetzt; besser, Sie organisirten die Arbeit, Maitre, so daß kein Mensch mehr den Nebenmenschen auspreßt; dann wird Niemand von uns fernerhin gezwungen sein, wie Sie sich ausdrückten, „„mit dem Spaten in Händen zu betteln““, sondern gern wieder zu seinem Spezialwerkzeug greifen. Lassen Sie, Maitre Dupin, es sich hiermit gesagt sein, viele, sehr viele Funktionäre hörten das letzte Stündlein schlagen, wenn die Maxime, „„nur wer arbeitet, hat Anrecht auf Existenz““ in Verwirklichung träte.“
Eine Menge Unterschriften von Chefs der Ateliersektionen und einfachen Arbeitern folgte. Die Wuth der Bourgeois war gränzenlos; hie und da rissen sie den Zettel ab. Der Constitutionel brachte eine „Erwiederung“ des armen Advokaten; wie geistreich sie war, erhellt schon daraus, daß sie behauptet: er beziehe seit Februar nur noch achtzehntausend Franken, und schenke die fünfundzwanzig Franken Tagsgelder dem Vaterlande. Bald wird wohl das Affischiren und Journalausschreien als ein „dem Handel und Wandel durch die Volkserregung schadender Auswuchs der Demokratie“ von der Behörde oder gar von der Assemblée abgeschafft werden; die Zusammenschaarungen auf großen Plätzen (z. B. an der Porte St. Denis und St. Martin) wo allabendlich über Arbeitsverhältnisse unter freiem Himmel gesprochen ward, sind so eben von Armand Marrast, dem Maire von Paris, unter Androhen des Einschreitens der Waffengewalt verboten worden. Der tückische Renegat stellt sich, als glaube er, diese Abendunterhaltungen gingen von „Reaktionären“ aus. Wir haben uns oft in diese Haufen gemengt; freilich, hie und da suchte ein Philippist mit glatter Zunge Propaganda zu machen, doch ward er bald verhöhnt, und man sprach gan keck es aus: wenn die Bourgeoisie die Arbeiter gar zu sehr peinige, so wären letztere genöthigt, nicht sowohl zu Barridaden (deren Einrichtung durch die Bourgeois der anstoßenden Häuser verhindert werden dürfte) als vielmehr geradewegs zum rothen Hahn ihre Zuflucht zu nehmen. ‒ Zu Kandidaten in die Assemblée sind Prinz Joinville d'Orleans und Louis Bonaparte vorgeschlagen, letzterer selbst durch Wahlzettel, die auf der Straße ausgetheilt werden; zugleich melden sich Cabet, Caussidiere, der brave Konspirator und Barrikadenmann, Thiers. Letzterer kommt ohne Zweifel in die Kammer. Die Reaktion ist in diesem Augenblick allgemein; wie Blanqui in einem aufgefundenen Briefe sagt: la bourgeoisie, à l'heure qu'il est, l'emporte sur toute la ligne. Nicht scharf gezeichnet sind aber die Parteien, und die Personen schwanken noch oft hin und her; mit Lamartine, Ledru-Rollin ist man nicht im klaren. Die Kammer selbst flottirt auf und nieder.
Louis Blanc erklärt in einem Flugblatt: er habe nicht die allerdings sehr betrübsam eingerichteten sogenannten Ateliers nationaux, sondern nur die 1800‒2000 Schneider zählende Societat in Clichy organisirt, und in dieser ist bereits ein Nettoprofit von 39,000 Francs, trotzdem daß die Arbeitenden ohne Geld, ohne Kredit und mit steten Kabalen heimgesucht waren; Lamennais z. B. attakirte diese Schneidersocietät ziemlich perfid; die Bour- [0034] gois schickten (und dies ist von unparteiischen Zeugen erwiesen) viele zum Schneidern völlig untauglich gewordene ehemalige Schneider hin; der Chef ward, als in die Maisache verwickelt, zwei Wochen nach dem 15. Mai aus dem Bett geholt. In diesem Clichy'schen Atelier ist Louis Blanc's System in Blüthe; 40 Sous bekommt jeder täglich, Faulenzer werden schimpflich vor die Thür gewiesen, die Brigadiers halten die strengste Zucht. Die Mairie scheint aber mit gegen es verschworen zu sein, sie hat einige Male schon die fertigen Bestellungen nicht abholen lassen. ‒ So gährt von Stunde zu Stunde die Wuth im Stillen fort; die Frechheit der Bourgeoisregimes in Magistratur und Kammer, die Impertinenz der Bourgeoispresse, die Keckheit der Bourgeoisgarde wächst zum Bewundern. Neue Reaktionsblätter, z. B. le Lampion, machen dem Corsaire den Rang streitig; anderseits erscheinen le Père Duchêne, le Robespierre de 1848, le Journ. de la Canaille'ou le faubou rien; la Commune de Paris,dem verhafteten Patrioten Sobrier gehörig, ist buchstäblich von den Nationalgardisten geplündert und folglich unterdrückt worden. Le Populaire erscheint wie immer alle Sonntage; auch in seinem Bureau machten die Bourgeoisgardisten eine nächtliche Haussuchung nach Waffen, und zwar auf Befehl (nicht etwa des Maire, auch nicht des Polizeikommissärs) sondern des gegenüber wohnhaften Postdirektors Etieune Arago, Freund Flocon's und ehemaliger Mitredakteur des Journals La Reforme. ‒ Die Klubs des gefangenen Raspail, Barbès und Blanqui werden unter neuem Namen fortgesetzt.
‒ Der Gouverneur der französischen Niederlassungen in Indien hat am 19. April die Tags vorher angelangte Nachricht von der Einführung der französischen Republik zu Pondichéry bekannt gemacht. In der Kolonie herrscht die vollkommenste Ordnung.
‒ Die Kandidatur von Thiers wird in folgendem Maueranschlag empfohlen:
Bürger!
Das Bedürfniß
1) nach den Ex-Septembergesetzen,
2) nach Bastillen,
3) nach großen Reden,
4) nach reaktionären Emeuten,
5) und andern gouvernementalen Schurkereien
macht sich allgemein fühlbar. Wählen wir Thiers!
‒ Ueber die Proklamation von Marrast gegen die öffentlichen Arbeiterzusammenkünfte bemerkt das Journal „La Republique“: Das wahre Volk, das Volk der Arbeiter, hat weder cercles noch Salons. Wie dem Volke von Athen, stehen ihm nur die öffentlichen Plätze zu Gebot, um sich zu versammeln, die Journale gemeinsam zu lesen, um zu erfahren, was seine Mandatare thun, um sie zu loben und zu tadeln. Gebt ihm große Säle für seine täglichen Reunionen und es wird sich nicht mehr in den Straßen versammeln. Marrast spricht von „geräuschvollen Agitationen“. In den Gruppen auf den Boulevards, auf dem Bastillenplatze, an der Porte St. Denis und St. Martin wird höchst gemessen diskutirt. Die Turbulenz hat ihren Sitz in der Nationalversammlung. Der Rath, den Hr. Marrast den zwölf Maires von Paris ertheilt, ihre Unterbeamten vor dem Verweilen bei solchen Gruppen zu warnen, ist die Kopie einer Verordnung der Polizeipräfektur Louis Philipps. Hr. Marrast versichert, er „sei voll Respekt“ für die Volksrechte, und zugleich droht er, die Justiz werde die Schuldigen zu „ergreifen und zu treffen wissen“, die von dem Volksrecht der „freien Vereinigung“ Gebrauch machen. Marrast macht sich zum Echo der Epiciers, indem er in diesen öffentlichen Versammlungen die Ursache der kommerziellen Krise findet. Wie kömmt es ‒ fragt „La Republique“ schließlich ‒ daß diese Proklamation von Marrast, statt von dem Polizeipräfekten Trouvé-Chauvel, unterschrieben ist. Ist auch die Polizeipräfektur schon von dem Maire von Paris escamotirt? ‒
‒ In der Nationalversammlung streiten sich jetzt zwei Parteien, die des „National“, der republikanischen Bourgeois, die in diesem Augenblicke Alles in der Hand hat, und die der royalistischen Bourgeois, die ihr Alles nehmen will und die bald hierin reussiren wird. Daher die heftigen Angriffe des „National“ gegen Hrn. Thiers, mit dem er vor und nach der Februar-Revolution verbotenen Umgang pflegte. ‒ Die Leute, welche jetzt die trikolore, die konservative Republik predigen, d. h. die Republik mit monarchichen Institutionen, sind dieselben, welche früher die Monarchie mit republikanischen Institutiouen proklamirten.
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@facs0034
Nachwahl im Kreise Berncastel.
Für Berlin:
Advokat-Anwalt Borchardt in Köln.
Bei Schlusse des Blattes waren die englischen Blätter noch nicht eingetroffen.
[Anzeigen]
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@facs0034
Civilstand der Stadt Köln.
Geburten. 4. Juni. Anna Gudula, T. v. Joh. Friedr. Pfeiffer, Zuckerarbeiter, Sionsstr. ‒ Josepha Elis., T. v. Christ. Renz, Musiker, Brand. ‒ Gerh., T. v. Hubert Windeck, Steinhauer, Perlengr. ‒ Gerhard, S. v. Philipp Zander, Bandweber, Kaigasse. ‒ Joh. Christ. Heinrich Aug., S. v. Ferd. Schulte, Privatsekretär, Krebsg. ‒ Pet. Jos., S. v. Heinr. Döhren, Schuster, Blaubach. ‒ Anna Sib., T. v. Gerh. Hohe, Kassediener, Judengasse. ‒ Kath. T. v. Johann Von der Acht, Seiler, Friesenstr. ‒ Maria Magd. Joh., T. v. Jos. Reichard, Kaufmann, Brüderstr. ‒ Heinr., S. v. Jos. Hausmann, Kutscher, Mechtildisstr. ‒ Margaretha, T. v. Wilhelm Steinbüchel, Kattunweber, Maximinstr. ‒ Karl Jos., S. v. Karl Jos. Arf, Zuckerarbeiter, Ulrichsgasse. ‒ Zwei uneheliche Knaben.
Sterbefälle. 4. Juni. Jakob Lengsdorf, 21/2 M. alt, Kämmergasse. ‒ Anna Marg. Hubertina Reimbold, 3 W. alt, Tempelstraße. ‒ Joh. Karl Essmann, 1 J. 10 M. alt, Altengraben.
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@facs0034
Schiffahrts-Anzeige. Kön, 7. Juni 1848
Abgefahren. L. Ducoffre nach Duisburg.
In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich J. A. Orts; Nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr C. Königsfeld; nach Andernach und Neuwied A. Boecking; nach Koblenz und der Mosel und Saar D. Schlagel; nach der Mosel, nach Trier und der Saar N. Bayer; nach Bingen J. B. Mundschenk; nach Mainz Anton Bender; nach dem Niedermain Fr. Schulz; nach dem Mittel- und Obermain C. W. Müller; nach Heilbronn Fr. Müssig; nach Kannstadt und Stuttgart Peter Kühnle; nach Worms und Mannheim M. Oberdahn.
Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Peer, Köln Nr. 10.
Ferner: Nach Amsterdam Kapt. Coesen, Köln Nr. 2.
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@facs0034
Wasserstand.
Köln, am 7. Juni Rheinhöhe 7′ 9″
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@facs0034
Demokratische Gesellschaft.
Versammlung
Freitag den 1. Juni, 8 Uhr Abends, im Saale bei Stollwerk.
Beleuchtung gewerblicher Zustände,
Wahl der Präsidenten.
Die Mitgliederr, welche noch nicht im Besitze von Eintrittskarten sind, empfangen solche beim Eingeng.
Der Ausschuß.
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Das Bürgerwehr-Musik-Chor
unter Leitung des Lehrers W. Herx
wird unter gefälliger Mitwirkung der Dilettanten und eines Sänger-Vereines
Donnerstag den 15. Juni 1848, Abends 6 Uhr,
ein großes
Vokal- und Instrumental-Konzert
im Garten des Herrn Rener, im Marienbildchen zu Deutz, veranstalten. Das Programm wird ehestens veröffentlicht und am Eingange nebst den Liedertexten vertheilt werden. Das vorbezeichnete Musik-Chor erlaubt sich, sämmtliche Bürgerwehrmänner, deren Angehörige, und Musikfreunde zur Betheiligung an diesem Konzerte ergebenst einzuladen, und bittet die betreffenden Bürgerhauptleute und Zugführer in ihren Kompagnieen die Subscriptionslisten zirkuliren zu lassen.
Da die Einnahme zur Anschaffung von nöthigten Instrumenten und Musikalien bestimmt ist, so glaubt das Musikchor bei seinen bisherigen Bestrebungen auf eine recht zahlreiche Theilnahme von Seiten der Bürgerwehrmänner hoffen zu dürfen.
Der Subscriptionspreis ist 5 Sgr. per Person. An der Kasse aber 7 1/2 Sgr.
@typejAn
@facs0034
An alle Handwerkermeister.
In vielen Städten Deutschlands haben sich die Meister des Handwerkerstandes bereits über die Grundsätze eines Gewerbegesetzes geeinigt, wodurch der jetzt Alles ruinirenden Zügellosigkeit in allen Gewerben entgegengewirkt und das jetzige drückende Verhältniß der Meister sowohl als der Arbeiter und Gehülfen für die Zukunft beseitigt werden soll.
Zu dem Ende sind auch hier in Köln schon viele Gewerbe zusammengetreten, haben jedes für sich einen Ausschuß gebildet, um den betreffenden Gesetzentwurf vorab im engern Kreise zu prüfen und ihn demnach in einer am 18. d. M. stattfindenden General-Versammlung aller Ausschüsse vorzulegen. Endlich soll dieser Gesetzvorschlag in einer General-Versammlung aller Handwerkermeister und technischen Gewerken seine schließliche Prüfung und Feststellung erhalten, um der betreffenden constituirenden Versammlung vorgelegt zu werden.
Damit alle Interessen möglichst ihre Vertretung finden, bitten wir die Meister in sämmtlichen Städten der Rheinprovinz zusammentreten und Ausschüsse resp. Deputirte ernennen zu wollen, welche der obigen Versammlung berathend und beschließend beiwohnen.
Die Herren Deputirte der Städte bitten wir nähere Information über Zeit und Ort in dem Lokale des Gewerbevereines Unter Goldschmied Nro. 24, Samstag den 17., Nachmittags, oder Sonntag den 18., Morgens, entgegennehmen zu wollen.
Köln, 7. Juni 1848.
G. Düssel. Karl Kühtze. Th. Jos. Remmer. P. A. Rings.
A. Schasny. H. J. Schützendorf.
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Echte westphälische Schinken in großer Auswahl, Höhle Nr. 28 (Ecke von St. Alban).
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Transport-Verhältnisse.
Versammlung zur Berathung und Unterzeichnung einer das Gemeinwohl der Stadt betreffenden Adresse Donnerstag Abend 71/2 Uhr in dem hintern Saale bei Drimborn, Geockengasse.
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Zu vermiethen die erste Etage, bestehend in 4 schönen Zimmern, Küche und Speicher nebst Keller, Hochpforte 5 u 7.
@typejAn
@facs0034
Die so beliebten
Kirschen-Torten sind täglich frisch zu 10 und 1 Sgr. das Stück zu ha,ben, Schildergasse Nr. 49 und in meinen Nebengeschäften-Blindgasse und Cattenbug Nr. 12.
Franz Stollwerck, Hoflieferant.
@typejAn
@facs0034
Eis täglich in und außer dem Hause à Portion 4 Sgr. bei Franz Stollwerck, Hoflieferant.
@typejAn
@facs0034
Ein Ladenlehrling wird gesucht, dem ein gründlicher Unterricht in der kaufmännischen Buchführung und Korrespondenz zugesichert wird. Ein Auswärtiger, von gesitteter Familie findet eher Berücksichtigung, und hat derselbe Kost und Logis im Hause des Prinzipals. Offerten sub N. Z. besorgt die Expedition dieser Zeitung.
@typejAn
@facs0034
„Neue Rheinische Zeitung.“
Zufolge Beschluß der Versammlung der Aktionäre werden die zweiten 10 pCt. der Aktien vor dem 10. dieses Monats gegen Interims-Quittung eingezogen werden.
Die auswärtigen Herren Aktionäre werden höflichst ersucht, baldigst diese 10 pCt. oder 5 Thlr. per Aktie dem unterzeichneten Geranten, St. Agatha Nr. 12, per Post einzusenden, wo alsdann sofort die Zusendung der Interims-Quittung franco erfolgen wird.
Köln, 4. Juni 1848.
Der Gerant H. Korff.
@typejAn
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„Neue Rheinische Zeitung.“ General-Versammlung der Herren Aktionäre zur Berathung und Feststellung des Statuts
und Abschluß des Gesellschafts-Vertrages auf:
Sonntag, den 18. Juni d. J., Morgens 10 Uhr, bei Drimborn, Glockengasse Nro. 13 und 15.
Auswärtige können sich durch Bevollmächtigte vertreten lassen. Die Interims-Quittungen dienen als Eintrittskarten.
Köln, den 2. Juni 1848.
Das provisorische Comité.
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@facs0034
Inserate zum Einrücken in die
„Neue Rheinische Zeitung“ können zur Aufnahme in die nächste Nummer nur bis 1 Uhr Mittags entgegengenommen werden.
Die Expedition der
„Neuen Rheinischen Zeitung.“
@typejAn
@facs0034
A, Schaaffhauseu.
In der am 3. d. Mts. dahier statt gefundenen General-Versammlung der Gläubiger des Handlungshauses A Schaaffhausen hat sich auf das Entschiedenste der Entschluß kundgegeben, eine Liquidation des einstweilen in Stocken gerathenen Bankgeschäftes nicht eintreten zu lassen, und die Anwesenden haben, mit Ausnahme einer kleineren Anzahl, sofort die Erklärung unterzeichnet, daß sie der in Vorschlag gebrachten Aktien-Gesellschaft unter dem Vorbehalte einer Diskussion und definitiven Feststellung der im Entwurfe vorgelegenen Statuten und der Regulirung des Vermögens-Status beitreten wollen. Die Feststellung der Statuten ist demnach bei fortgesetzter Sitzung auf vorgängige Erörterung aller einzelnen Bestimmungen geschehen, wo sodann von der General-Versammlung durch Scrutinium das unterzeichnete provisorische Comité mit dem Auftrage gewählt worden, die erforderlichen Maßregeln zu ergreifen, um in möglichst kurzer Frist den Beitritt zu dem nunmehr definitiv normirten Aktienvertrage für sämmtliche am 29. März d. J. bestandenen Forderungen zu erlangen.
Bei jedem Mitgliede des unterzeichneten Comité sowohl als auf dem Comptoir des Handlungshauses A. Schaaffhausen liegt ein Exemplar des abzuschließenden Vertrages zur Einsicht offen, und es werden nunmehr alle Gläubiger des gedachten Handlungshauses auf das dringendste eingeladen, innerhalb 14 Tagen, von heute an gerechnet, persönlich oder durch Bevollmächtigte jenen Vertrag zu genehmigen.
Das Comité kann den Gläubigern die Nothwendigkeit einer unverweilten bestimmten Erklärung nicht scharf genug schildern, weil jede Verzögerung derselben mit unberechenbaren Nachtheilen verbunden ist. Deshalb ist die Einrichtung getroffen, daß bei jedem der Unterzeichneten und auf dem Comptoir von A. Schaaffhausen täglich wöhrend der gewöhnlichen Geschäftsstunden die Anmeldungen und Unterschriften entgegengenommen werden.
Zur Verhütung des Irrthums wird bemerkt, daß auch diejenigen Gläubiger oder Mandatare, welche die oben gedachte vorläufige Erklärung in der General-Versammlung vom 3. d. Mtd. unterschrieben haben, den gegenwärtig vorliegenden definitiven Vertragsentwurf zum Zeichen der Genehmiuung ebenfalls zu unterschreiben haben werden, deshalb die vorstehende Einladung an diese mitgerichtet ist.
Köln, 5. Juni 1848.
Das Comité:
Dübyen, Hochstraße Nr. 97-99.
Kotthaus, Straßburgergasse 15.
Zimmermann, Langgasse 2.
Zwirner, Litsch am Dom 1.
Joest, Holzmarkt 43.
Giesler, Sternengasse 3.
Bel, Marspfortengasse 1.
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Ein Bäckergeselle gesucht, Eigelstein 15.
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An Fräulein I.......e R.........
Magisch von Ihren Reizen umschlungen,
Bin ich schon längst meiner Freiheit beraubt;
Hab' ich nun auch Ihre Neigung errungen,
Wie Ihr Benehmen mir zu glauben erlaubt?
M.
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Morgen Freitag, Nachmittags 4 Uhr, wird bei dem Unterzeichneten eine Sammlung schöner Gemälde à tout prix versteigert.
G. Tonger, Pauluswache.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am Freitag, den 9. Juni 1848, Morgens 10 Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Apostelnmarkte zu Köln 1 Sopha, 1 geschliffener Ofen etc. etc. öffentlich an den Meistbietenden gegen gleich baare Zahlung verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher Lustig.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am Freitag, den 9. Juni 1848, Morgens 11 Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Altenmarkte zu Köln Tische, Stühle, 1 Sekretär, Oelgemälde etc. etc. gegen gleich baare Zahlung verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher Lustig.
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Gesucht ein Haus von 6 ‒ 7 Zimmer, nicht zu weit von der Mitte der Stadt. Die Expedition befördert die Adresse sub K. L. 10.
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Banner und Compagnie-Fahnen mit dem Reichsadler und Stadt-Wappen, Benennung der Compagnie oder jeder sonstigen Inschrift, in Wolle und Seide, sind zu haben bei Gebr. Seligmann.
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Täglich frisch: oberländ. Brod, Knoblauchwürstchen, Schwartemagen. Kümmelkäschen, Backfische, echt baierisch Bier, vorzügl. Weine und Liqueure in der Restauration der oberländischen Küche Langgasse Nro. 1.
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Messingene, bleierne und eiserne Saug- und Druckpumpen werden auf jede Brunnentiefe unter Garantie angefertigt, auch findet man in meinem Lager eine große Auswahl derselben vorräthig bei Aug. Hönig,
Altenmarkt Nro. 56 in Köln.
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Meine Restauration auf dem sogenannten Knabengarten ganz in der Nähe des Bahnhofes zu Bonn (Lokal des Dioramas) empfehle ich einem geehrten Publikum bestens. Gleichzeitig, um etwaigen Irrthümern vorzubeugen, verfehle ich nicht in Erinnerung zu bringen, daß unsre seit langen Jahren bestehende Gastwirthschaft „zum alten Keller“ am Rheinthor, wie bisher unverändert fortgeführt wird.
Bonn am 1. Juni 1848.
Joh. Gebh. Behr.
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Der Gerant Korff.
Druck von W. Clouth, St. Agatha Nro. 12.